Imho tust Du Özdemir unrecht. Eine Verkehrswende, die zu Massenarbeitslosigkeit in der Industrie führt und an den Realitäten der Menschen vorbei geht, wird scheitern. Sich über das technisch Machbare und die möglichen industriellen Folgen zu informieren macht ihn nicht zu einem FDPler. Wenn die Grünen weiter primär nach Dogma und moralischem Anspruch handeln wollen, werden sie Opposition bleiben und nie eine Kanzler*in stellen.
Bevor er sich für Verkehr interessiert hat, ist Özdemir durch die Energieunternehmen getingelt. Der war schon immer ein wirtschaftsnaher Hinterzimmerer, wie er im Buche steht und stört mich in der Form seit Mitte der 0er Jahre. Bis vor kurzem konnte man ihm noch zu gute halten, dass er zu Firmen unter die Bettdecke geschlüpft ist, deren Geschäftsbereiche tatsächlich Förderung verdient hatten, aber seitdem er (Kohlestrom-)Batterieautos für sich entdeckt hat, stehe ich ihm reichlich neutral gegenüber. Als Wirtschaftsminister wäre er okay, aber im Verkehrsressort will ich jemandem sehen, der der Industrie Ziele vorgibt und nicht umgedreht.
Die Partei hat 400.000 Mitglieder oder so. Da muss es doch noch mehr geben als die, die jetzt alles verbocken.
Also Leute, die in der Kommunalpolitik was reißen. Denen würde ich eher derartige Posten anvertrauen.
Das Problem ist halt, dass man wohl erst jahrelang in irgendwelche Ärsche gesteckt haben muss, um an die Tröpfe zu kommen und dann macht man exakt das, was die Ärsche vor einem auch getan haben.
Diejenigen, die drüber entscheiden, wer innerhalb der Partei(n - bei weitem nicht nur dieser) eine Chance erhält sind diejenigen, die vor 10-40 Jahren in anderer Leute Ärsche gekrochen sind und das richtig so fanden. Die helfen jetzt denen nach oben, die heute in Ärsche kriechen. Aber Sachkompetenz, Leistungsbereitschaft, politische Innovation? In so einem System chancenlos. Da muss der Wandel von oben her, also vom Wähler angestoßen werden, aber der Wähler entscheidet sich ja auch für die Parteien, die sich 3 Monate vor der Wahl bei ihm eingeschleimt haben vollkommen unabhängig davon, welche (Un-)Fähigkeiten diese in den 45 Monaten davor bewiesen haben.
Und warum gibt es heute so hohe Staatsschulden welche wahrscheinlich nie mehr zurückgezahlt werden können? Umweltprobleme und ungewisse Renten? Pandemien? Und immer mehr Flüchtlinge welche nach Europa und DE kommen wollen? Von Sorglosigkeit kann man da nun wirklich nicht sprechen.
Ist halt auch ne Steile These vom BoomerDon, meiner Gen vorzuwerfen, wie wären sorglos aufgewachsen, wenn das direkt mit dem Atomunglück von Tschernobyl losging, dann in Kriege gemündet hat, die unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen mehr als deutlich aufgezeigt haben, nahtloser Übergang in den Kapitalismuscrash von 2008, hin zu den Auswirkungen des Klimawandels, nur um dann festzustellen, dass dieses ach so glorreiche System es nicht mal schafft meinen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für mein Kind sicher zu stellen, obwohl ich dieses bereits vor Geburt angemeldet habe. Ohja, wir sind vollkommen sorglos.
Oder anders gesagt, meine Generation kriegt von Anfang an mit, wie das Lebensmodell der Generation Don NICHT zukunftsfähig und dringend reformbedürftig ist, leider endet hier jeder Hauch von Sorglosigkeit, da wir nicht technologische Hürden oder monetäre Grenzen überwinden müsste, nein, der härteste Kampf ist die Sorglosigkeit der verursachenden Generation ob dieser Probleme - schlicht, da diese nicht mehr lange genug lebt um tatsächlich davon betroffen zu sein.
Buhuu wir haben so hart gearbeitet das alles aufzubauen.
Ja, toll, ein ausbeuterisches System das zu Lasten der Armen, der Umwelt, des Klimas und der Zukunft des Planeten geht - aber wir sind undankbar weil wir euch keine Statuen bauen für eure Leistung. Wenn die alten weißen Männer Anerkennung wollen, dann hört auf Klagen gegen Windkraftanlagen einzureichen, fresst weniger (billig)Fleisch zum Fußball, hebt den Mindestlohn an und hört auf überall mit dem scheiß Auto hinzufahren oder eure Mieter auszubeuten.
Und dabei haben die deutschen Boomer (~Jahrgänge 55-70 - nicht mit den US-amerikanischen zu Verwechseln, wo der Geburten-Peak Anfang der 50er lag!) nicht einmal wirklich viel aufgebaut. Die letzten Kriegsschäden waren behoben, bevor die überhaupt fließend schreiben konnten; große Teile des folgenden Wirtschaftswunder stützen sich auf zugewanderte Arbeitskräfte von denen die Boomer heute möglichst nichts hören wollen und für die etwas zu tun sie sich bis heute weigern. Nicht mal an den wenigen soziopolitischen Errungenschaften der 60er/70er/80er wie (teilweiser...) Entnazifizierung, sexueller Befreiung und Widerstand gegen Atomwaffen waren sie maßgeblich beteiligt, da hatten die 40-55 Geborenen einen weitaus größeren Anteil. Nur die Umweltbewegung der 70er kam aus den Boomerjahrgängen - und wurde und wird vom Großteil ihres Alterskohorte bis heute verspottet.
Was man eurer Liste von "Errungenschaften" dafür noch hinzufügen sollte: Den Verbrauch der letzten großen Rohstoffvorkommen Deutschlands, die Produktion eines Großteils des Atommülls, der Abbau des schienenorientierten Frachtsystems, die Globalisierung/Auslagerung von Produktionen nach Asien und die volle Dosis Korruption, Veruntreuung und Zerstörung rund um die Wende. (Deren Ermöglichung wiederum größtenteils auf ältere Generationen zurückging, auch wenn Boomer den nötigen Druck aufgebaut. Ossi-Boomer, die heute mehrheitlich nicht der CDU sein dürften und sich gegen die Unterdrückung ihrer konservativen Zeitgenossen durchsetzen mussten.)
In Teilen kann ich seine Punkte aber verstehen. FfF und PfF haben schon einen Anteil an ziemlich verblendeten Egoisten im Programm. Ich erinnere mich an die lokale Sprecherin, die meinte, dass jeder Home Office machen könnte und deswegen niemand ein Auto bräuchte - schließlich hätten sie (Frau Dr. und ihr Mann Herr Dr.) ihre Praxis ja auch in ihr Wohnhaus integriert und bräuchten deswegen gar nicht pendeln. Und wenn dann bitte nur mit dem E-Auto, sie haben auch schon einen Tesla angeschafft.
FFF sind meist mehr oder minder jung, unerfahren und beigesterungsfähig, aber nicht unbedingt durch Kompetenz geprägt - wie eigentlich jedes Aktionsgruppe. Die sind immer mehr peinlich denn hilfreich, aber das muss man getrennt von ihren politischen Zielsetzungen betrachten und getrennt davon, welche Profis diese Zielsetzungen auch vertreten/übernehmen. Die Grünen Ministerkandidaten sind genausowenig FFF, wie die CDU-Ministerkandidaten dem typischen Hinterwäldler-Schützensvereinschefschreiber entsprechen. Deswegen haben wir ja eine delegierte Demokratie: Damit in der Bevölkerung verbreitete Werte von Leuten vertreten werden, die neben dieser Werte auch die weitaus weniger weit verbreitete Kompetenz zum regieren haben. (Leider gibt es immer wieder Beispiele, dass letzte NOCH weniger weit verbreitet ist

.)
Also ist jedes Rockkonzert ab sofort verboten?
Besser noch: Jede Parlamentssitzung mit mehr als 10% Männeranteil.