Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Die Ausbildung an einer Gesamtschule ist im Schnitt schlechter. Gymnasien werden unterm Strich besser finanziert und man hat die Garantie, dass der Schüler von der fünften/siebten Klasse bis zur zwölften/dreizehnten einen Gymnasialzweig belegt hat.

In der Praxis ist mir aber ehrlich gesagt noch nie jemand begegnet, der sich ein paar Jahren nach Schulende noch für das Abizeugnis interessiert. Das ist nur ein Notbehelf bei der Studienplatz- oder Lehrstellenvergabe, weil man bei einem Schulabgänger halt gar keine andere Grundlage hat, man aber z.B. den Hochschulzugang für hundertausende Leute pro Jahr auch nicht über komplexere Auswahlverfahren abwickeln kann. Sobald jemand nach der Schule irgendwas anderes brauchbares gemacht hat, interessiert nur noch das.
Ich meinte ja auch bei der Lehrstellenvergabe. Später zählen eher Arbeitszeugnisse.
Wie groß sind die eigentlich mittlerweile? Ich sehe immer diese Berichte über "Lehrermangel" und sehe dann Aufnahmen von <20 Schneeflöckchen. Zu meiner Zeit war >30 angesagt, Rekord war meiner Erinnerung nach 36.
Schulklassen mit 30 Schülern oder mehr sind heutzutage keine Seltenheit.

Zu meiner Zeit war die Klasse 20-25 Schüler groß. Oder klein.
 
Wie groß sind die eigentlich mittlerweile? Ich sehe immer diese Berichte über "Lehrermangel" und sehe dann Aufnahmen von <20 Schneeflöckchen. Zu meiner Zeit war >30 angesagt, Rekord war meiner Erinnerung nach 36.
Weiß nicht wie es in anderen Bundesländern ist, aber in NRW sind es bis zu max. 30 Schüler. Das Problem ist eher die heutige Ausgestaltung von Schule. Es wird aufgrund Inklusion zieldifferenziert unterrichtet, darüber hinaus sitzen in Klassen zudem sehr viele Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten, sodass Lehrer ständig ein Gefühl der Überforderung haben, was wiederum dazu führt, dass es Lehrern zu Nahe geht und sie daher Burnout gefährdet sind oder dass sie aus Selbstschutz heraus eine große emotionale Distanz entwickeln, was für die Schüler wiederum nicht gut ist. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung als Schulsozialarbeiter, und den Erfahrungen meines Teams.
Wir scherzen oft intern, dass wir immer mehr zu Seelsorger und Therapeuten für die Lehrer werden, die sich ständig bei uns ausheulen, als für unser Hauptklientel, die Schüler und deren Eltern.
 
Zu meiner Zeit war grob das Minimum 30 Schüler pro Klasse.
Weniger als 27 Schüler in der Klasse kenn ich überhaupt nicht, da ist der Raum doch fast leer...
 
Weiß nicht wie es in anderen Bundesländern ist, aber in NRW sind es bis zu max. 30 Schüler. Das Problem ist eher die heutige Ausgestaltung von Schule. Es wird aufgrund Inklusion zieldifferenziert unterrichtet, darüber hinaus sitzen in Klassen zudem sehr viele Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten, sodass Lehrer ständig ein Gefühl der Überforderung haben, was wiederum dazu führt, dass es Lehrern zu Nahe geht und sie daher Burnout gefährdet sind oder dass sie aus Selbstschutz heraus eine große emotionale Distanz entwickeln, was für die Schüler wiederum nicht gut ist. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung als Schulsozialarbeiter, und den Erfahrungen meines Teams.
Wir scherzen oft intern, dass wir immer mehr zu Seelsorger und Therapeuten für die Lehrer werden, die sich ständig bei uns ausheulen, als für unser Hauptklientel, die Schüler und deren Eltern.

Ach ja die berühmte Abschaffung der Sonder Normalschulen zugunsten allgemeinen Normal Sonderschulbetriebs ohne entsprechende Ausstattung.
Eine weitere Meisterleistung der Politik.
 
Ach ja die berühmte Abschaffung der Sonder Normalschulen zugunsten allgemeinen Normal Sonderschulbetriebs ohne entsprechende Ausstattung.
Eine weitere Meisterleistung der Politik.
Sonder aka Förderschulen für's emotional-soziale oder geistige Entwicklung gibt es immer noch, nur ist es so, dass da erstmal zig sonderpädagogische Gutachten erstellt werden und bei der emotional-sozialen Geschichte auch die Eltern zustimmen müssen, die sich aber oft weigern, was ich auch einerseits zwar verstehen kann, weil sie sich Sorgen machen, dass ein lebenslanges Stigma entsteht, andererseits sind das halt die Schüler, die den Schulalltag und auch das soziale Helfersystem massivst fordern und binden.

Ich empfehle hierzu mal den deutschen Film Systemsprenger.

Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

Der ging mir extremst unter die Haut, weil er sehr realitätsnah ist. Der hat auch zurecht den Fernsehpreis gewonnen. Solche Kinder, wie im Film kenne ich persönlich und deren Schicksal ist einfach nur traurig.

Diese Kinder kann man leider nicht in Klassen mit 25 anderen stecken. Das halten die emotional einfach nicht aus, aber da Inklusion gelebt werden soll, hast du dann in vielen Klassen eine Lehrerin, eine Sonderpädagogin, ein paar Schulbegleiterinnen für Kinder mit Förderbedarf und manchmal dann auch ein Schulsozialarbeiter, der mit drauf schauen soll. Also fast mehr Erwachsene als Kinder in den Klassen.
Das ist dann paradoxerweise schon fast die Förderschul-Form, nur das in Förderschulen maximal 10 Schüler je Klasse sitzen, was eine ganz andere und intensivere Herangehensweise ist, die du dir mit ca. 30 Schülern nicht leisten kannst.

Also ja, nichts halbes und nichts ganzes.
 
Ich musste eben schmunzeln. Bei der Nachhilfe meiner Söhne habe ich einen anderen Vater getroffen, mit dem ich ins Quatschen kam. Wir sprachen über unsere Berufe und dann meinte er plötzlich "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich auch etwas studieren, was mir mehr das Gefühl von Sinnhaftigkeit gibt. Ich habe damals BWL studiert, weil ich keinen Plan hatte, was ich studieren soll." Zitat Ende :ugly:
 
Sonder aka Förderschulen für's emotional-soziale oder geistige Entwicklung gibt es immer noch, nur ist es so, dass da erstmal zig sonderpädagogische Gutachten erstellt werden und bei der emotional-sozialen Geschichte auch die Eltern zustimmen müssen, die sich aber oft weigern, was ich auch einerseits zwar verstehen kann, weil sie sich Sorgen machen, dass ein lebenslanges Stigma entsteht, andererseits sind das halt die Schüler, die den Schulalltag und auch das soziale Helfersystem massivst fordern und binden.

Seitens dieser Eltern kann ich das auch nachvollziehen und es hat ja seine Gründe, dass die eine derart intensive Lobby hochgezogen haben. Aber in meinen Augen richtete die sich komplett auf das falsche Ziel: Nicht das Betreuungskonzept war ein Problem, sondern dessen Wahrnehmung. Anstatt dafür zu sorgen, dass Personen die dank besonderer Betreuung ein durchaus gleichwertiges Fähigkkeitenniveau erreichen konnten, auch als gleichwertig anerkannt wurden, wurde durchgesetzt, dass Personen die mit eindeutig nicht gleichen Ausgangsvoraussetzungen möglichst gleich behandelt werden sollen. Was in der Praxis bedeutet: Entweder gleich schlecht oder mit so großem Unterstützungsbedarf für ein immer noch schlechteres Ergebnis, dass für dessen Umsetzung die Standards des gesamten Rests runtergezogen werden müssen. Und am Ende sind dann alle dümmer. (Was von denjenigen, die diesen dummen Vorschlag gemacht haben, auch noch gefeuert wird :gruebel: .)

Daher imho ein schönes Beispiel für politisches Totalversagen. Sowas findet sich häufig im Umfeld von "gleich"-Themen. Sie z.B. den aktuellen Fight zwischen Feministen und Transaktivisten, die beide im Namen der Gleichheit Zugang bzw. Exklusivität zu Unterstützungsmaßnahmen mit bewusst ungleichen Zugangsmöglichkeiten fordern :wall: .
 
Eine Schande für Rot-Grün

Ich bin aber für eine relativ gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU.
Manche Ländern wehren sich immer dagegen Flüchtlinge aufzunehmen, aber kassieren dicke EU-Gelder.
Ok Polen die haben aus der Ukraine jetzt doppelt so viele Flüchtlinge wie wir aufgenommen, aber vorher wollten sie keine Syrer, Afghanen und Iraker haben. Ungarn will glaube ich gar keine Flüchtlinge. Und noch ein paar andere EU-Länder.
 
Zuletzt bearbeitet:
IOk Polen die haben aus der Ukraine jetzt doppelt so viele Flüchtlinge wie wir aufgenommen, aber vorher wollten sie keine Syrer, Afghanen und Iraker haben.
Interessant ist ja, dass die Polen erklärt haben, dass sie keine Kapazitäten frei haben, da sie alles für die Ukraine brauchen werden.
Wussten die Polen mehr als andere? :huh: :what:
 
Interessant ist ja, dass die Polen erklärt haben, dass sie keine Kapazitäten frei haben, da sie alles für die Ukraine brauchen werden.
Wussten die Polen mehr als andere? :huh: :what:
Die haben wohl mit den Flüchtlingen aus der Ukraine gerechnet.
Aber es werden eindeutig Unterschiede zwischen "Gute" und "Schlechte" Flüchtlinge gemacht.
Da wird mit zweierlei Maß gemessen!

Edit: auch noch ein interessantes Video zum Thema Fachkräftemangel

Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja einfach nur lächerlich.
Was ich aber positiv finde ist das die FDP so schlecht abgeschnitten hat.
Dafür hat auch die AfD noch um 1,1 Prozent zugelegt, im Vergleich zur vorrangegangenen Wahl.
Zufriedenstellend ist das Ergebnis jedenfalls in keinster Weise, obwohl es bei dem Blindgänger Giffey zu erwarten war, mit jetzt vorraussichtlich der Union, in der Berliner Regierung...
 
Und alles bei einer der niedrigsten Wahlbeteiligungen überhaupt. Mich würde am Ende mal interessieren ob die CDU absolut betrachtet überhaupt mehr Wähler hat als beim letzten Versuch.
 
Bei der geringen Wahlbeteiligung sach ich mal:
Die Mehrheit hat von den Vollversagern in Berlin die Schnauze voll.

Berlin ist aus meiner Perspektive ein "failed Bundesland", dass nur noch deswegen existiert, weil der Rest der Nation Kohle ohne Ende in die Stadt pumpt.

Ob es CDU besser macht?
k. A....
Die Option schwarz-grün ist bei den Berlinern Fundis nicht sonderlich beliebt.
Vermutlich wird weiter gemauschelt und gewurschtelt.
Fakt ist dass RRG unfähig ist, diese Stadt zu regieren.
Und ganz vorne mit dabei die SPD.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück