Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Aber ich bin immer davon ausgegangen, dass man für BWL auch gut in Mathematik sein muß.
Sind Ingeneurswissenschaften da wirklich anspruchsvoller?
Das war das was mich an dem einen BWL Kurs im Ingenieurstudium so gestört hat: Die Dozentin tat so als wäre das total kompliziert was sie da erklärt, dabei war eigentlich alles Drei-Satz Rechnung. Und ich bin den Eindruck nie los geworden dass sie das selbst nie gemerkt hat.
Ich für meinen Teil bin halt so ein altmodischer Typ, den es nie interessiert hat, in irgendeinem random Unternehmen etwas zusammenzuschrauben oder etwas zu entwickeln, was dann andere zusammenschrauben.
Was genau machst du dann in einem Technik/Schrauberforum? :fresse:
 
Das war das was mich an dem einen BWL Kurs im Ingenieurstudium so gestört hat: Die Dozentin tat so als wäre das total kompliziert was sie da erklärt, dabei war eigentlich alles Drei-Satz Rechnung. Und ich bin den Eindruck nie los geworden dass sie das selbst nie gemerkt hat.
Dreisatz ist wirklich einfach. Aber die rechnen doch auch mit Funktionen, Graphen etc oder nicht?
Das ist ja in fast allen Wissenschaften wichtig für das erstellen von Statistiken usw.
 
Dreisatz ist wirklich einfach. Aber die rechnen doch auch mit Funktionen, Graphen etc oder nicht?
Das ist ja in fast allen Wissenschaften wichtig für das erstellen von Statistiken usw.
Ein Graph ist ja nur eine Darstellung.
Statistik ist auch nicht weiter tragisch. Härter wird es bei Stochastik, aber das ist schon mehr was für die VWLer als die BWLer.
Und genau da hat sich eine gute Freundin tatsächlich total für begeistern und in ein reines Mathe Studium gewechselt:P
Wenn ich was zuhause zusammenschraube, dann nur das, was mich persönlich reizt und was mir Spaß macht. Nicht weil Cheffe oder die Aktionäre dadurch reicher werden :P
Ich kann mich halt so ziemlich für jede technische Herausforderung begeistern, egal wen die reicher macht.
Dafür möchte ich nicht mit jedem Menschen auskommen müssen. :ka:
 
Aber abgesehen davon gibt es doch immer irgendwelche Nicklichkeiten und dummen Klischees über die Studis/Absolventen dieser und jener Fächer. Naturwissenschaftler lästern über Gesellschaftswissenschaftler, innerhalb der Naturwissenschaften lästern die einzelnen Disziplinen übereinander, Gesellschafts- und vor allem Sozialwissenschaftler lästern über Wirtschaftswissenschaftler, die wiederum über uns... einigen kann man sich nur darüber, dass alle gemeinsam über Kulturwissenschaften lästern :ugly:
Der Campus der Uni Köln ist aber auch ein Paradebeispiel für Klischees. Ein guter Kumpel, der auf Lehramt studierte und ich, sind oft quer über den riesigen Campus, der zwei verschiedene Bahnstationen sogar hat, und mussten darüber lachen, dass die verschiedenen Fakultäten voll mit wandelnden Prototyp-Klischees war. Die BWL Fakultät war voll mit ganz adrett gekleideten, seitenscheitel gekämmten, Aktenkofferträger, die zudem ziemlich steif wirkten, weil sie ständig darauf achten mussten, wie sie auf andere wirken. In der Fakultät für Naturwissenschaften waren auffallend viele nerdig wirkende Leute, mit großen Brillen, nerdigen Shirts, etwas schmächtig und irgendwie auch leicht verklemmter Art, da sie sich in Gruppen stehend gegenseitig anschweigten.
Die Humanwissenschaftliche Fakultät, wo mein Kumpel und ich immer endeten, war dann das pure Hipster/Hippie-Haus mit unzähligen Mädels, die im Sommer barfuß aus der Bahn stiegen und im Laufe des Tages mit schwarzen Füßen zu den Seminaren kamen, viele LGBQT's, Leute mit Dreadlocks, die alle auf den Wiesen saßen vor der Fakultät.

Wir beide nannten uns die Kanakdemiker - beide aus sozialem Brennpunkt mit Migrationshintergrund und optisch eigentlich nicht der Typ, der in irgendeiner Fakultät passen würde, sondern eher das Gras an alle vertickt.

Aber da wir beide zwei schlaue reflektierende Jungs waren sind^^, konnten wir uns über uns selbst und die anderen Klischees immer gut besicken :ugly:

Ach ja, schöne Zeit gewesen.
 
[...]

Ich kann mich halt so ziemlich für jede technische Herausforderung begeistern, egal wen die reicher macht.
Dafür möchte ich nicht mit jedem Menschen auskommen müssen.

Ist ja keine sonderlich neue Erkenntnis, dass Menschen unterschiedlich ticken ;-)

@AzRa-eL

Und ich hing immer bei den Hippies rum, stellte regelmäßig fest, dass ich Hippies hasse... aber irgendwie waren es doch immer noch die vernünftigsten Leute auf dem Campus :ugly:
 
ooops, sorry. Aber jetzt isses schon gepostet.

Der angesprochene Aspekt "viel mehr studieren BWL als man studierte BWLer gebrauchen könnte" hat aber auch was mit Bildungspolitik zu tun :) .

Ich sehe nicht BWL ansich als negativ (gut, schon ein bisschen weil die Vorlesungen die ich dazu hatte wirklich lächerlich waren), hatte aber in meinem Jahrgang den Eindruck dass die die sich eigentlich gar keine Gedanken über mögliche Jobs gemacht haben und "irgendwas" studieren wollten immer bei BWL gelandet sind.

Gegen das Fach ist per se nichts zu sagen, aber die Absolventen (bzw. ein ansehnlicher Teil davon)...
Abgesehen davon, dass mit schon zu Studienzeiten kein hochnäsigerer Haufen als BWLer unterkommen ist (Juristen UND Mathematiker eingeschlossen), haben BWLer die schlechte Angewohnheit einem später als Vorgesetzte zu begegnen, obwohl ein Abteilungsleiter o.ä. so gut wie nichts wirtschaftliches machen muss, dabei aber null Ahnung von der Materie oder den Anforderungen zu haben und auch oft wenig Bereitschaft, sich darüber Gedanken zu machen. Das ergibt sich z.T. rein statistisch darüber, dass eben so viel mehr Leute BWL studieren, als man Geschäftsleiter gebrauchen könnte, aber auch dem restlichen Sozialverhalten neben besagter Hochnäsigkeit: Die gleichen Leute, die BWL studieren, weil ihnen nichts sinnvolles einfällt, sie aber irgend ein Studium als nächsten Karriereschritt wollen, sind oft auch Meister im "Networking". Oder anders gesagt, das sind diejenigen, die einen Job wegen ihrer Kontakte bekommen, obwohl sie absolut unqualifiziert sind und die sich trotzdem noch für die Götter auf Erden halten.
Das führt bei ihren Opfern tendentiell zu leichter Abneigung.

(Ich wiederhole: Nicht alle BWLer sind so. Es gibt auch Leute, die das Fach studieren, weil es sie interessiert. Aber fast alle, die so sind, sind BWLer. Und es ist ja auch nicht so, dass die anderen das großartig mit Sympathiepunkten rausreißen könnten - erfolgreiche, gute BWLer, die tatsächlich in ihrem Fachbereich tätig sind, gehören oft zu Einkommensklassen, die sowieso kaum jemand leiden kann.)
 
Was mir auch noch an unseren Bildungssystem aufgefallen ist: ein Abitur von einer Gesamtschule wird nicht so hoch angesehen wie ein Abitur vom Gymnasium. Aber warum ist das so? Ist das Abitur am Gymnasium wirklich anspruchsvoller? Oder sind das einfach noch veraltete Denkmuster?
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mir auch noch an unseren Bildungssystem aufgefallen ist: ein Abitur von einer Gesamtschule wird nicht so hoch angesehen wie ein Abitur vom Gymnasium. Aber warum ist das so? Ist das Abitur am Gymnasium wirklich anspruchsvoller? Oder sind das einfach noch veraltete Denkmuster?
Das ist ein Thema innerhalb eines Bundeslandes.
Wobei ich die von Dir getätigte Beobachtung nicht generalisieren möchte und nur vermute - explizit nicht weiss - dass es tatsächlich historisch, soziokulturelle Vorbehalte sind.

Darüber hinaus haste ja auch noch unser tolles förderales Schulsystem.

Fasst jeden Morgen muss ich mir im Radio vom Herrn Holetschek wie toll die bayrischen Schulen IM VERGLEICH zu den anderen Bundesländern ist.
Obwohl auch hier eklatanter Lehrermangel und viele andere Dinge im Argen liegen.

Es kommt offensichtlich kein einziger Bildungspolitiker mal auf die Idee, Prüfungsaufgaben und Wertung des jeweiligen Bundeslandabschlusses zu harmonisieren, damit zumindest mal auf Bundesebene eine Chancengleichheit herrscht.
Es ist zumindest in diesem Punkt eben viel widerstandsärmer und bequemer, sich für >10.000 € Abgeordneten-Diät die Eier (oder sonst was in Hinblick auf M/W/D) zu schaukeln, als mal irgendwas positiv zu verändern.
 
Das ist ein Thema innerhalb eines Bundeslandes.
Wobei ich die von Dir getätigte Beobachtung nicht generalisieren möchte und nur vermute - explizit nicht weiss - dass es tatsächlich historisch, soziokulturelle Vorbehalte sind.
Ich habe das von einigen Bekannten mitbekommen. Wenn sich dort welche beworben haben, z.B. bei der Sparkasse, wurden die Bewerber mit Abi vom Gymnasium immer vorgezogen. Auch wenn der Notendurchschnitt gleich war.
Natürlich weiß ich nicht ob das auf ganz Deutschland so zutrifft.
 
Ich habe das von einigen Bekannten mitbekommen. Wenn sich dort welche beworben haben, z.B. bei der Sparkasse, wurden die Bewerber mit Abi vom Gymnasium immer vorgezogen. Auch wenn der Notendurchschnitt gleich war.
Natürlich weiß ich nicht ob das auf ganz Deutschland so zutrifft.
Das eigentlich kranke daran ist, dass man für einen Büro-/Schalterjob bei der Sparkasse Abi braucht.
Selbst die vorhin thematisierten mathematischen Fähigkeiten halten sich beim Geldzählen ja arg in Grenzen.
 
Das eigentlich kranke daran ist, dass man für einen Büro-/Schalterjob bei der Sparkasse Abi braucht.
Selbst die vorhin thematisierten mathematischen Fähigkeiten halten sich beim Geldzählen ja arg in Grenzen.
Naja, ein Bankkaufmann macht schon noch etwas mehr als nur am Sparkassenschalter zu arbeiten. Aber darum ging es mir nicht. ;)
 
Ich verabscheue dieses Schulsystem, welches Kinder schon früh in Leistungsformen einteilt. Das müsste Deutschland in der Form abschaffen.
Damit festigt man nur noch mehr Ungleichbehandlungen. Zudem löst es sowohl bei Eltern als auch Kindern nur Stress aus.
 
Naja, ein Bankkaufmann macht schon noch etwas mehr als nur am Sparkassenschalter zu arbeiten. Aber darum ging es mir nicht. ;)
Es ist aber ein grundsätzliches Thema der Chancengleichheit.
Nur weil im Kindes- oder Teenageralter die schulischen Leistungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht passen, heisst das noch lange nicht, dass diese Personen dumm sind.
Der Zwang, dass man für - aus meiner Perspektive - für viele gängige Jobs mittlerweile Abi braucht, erzeugt unglaublichen Leistungsdruck auf die Heranwachsenden und verschließt Mittel- oder Hauptschulabgängern fast jegliche Perspektive, irgendwann bescheidenen Wohlstand zu erwerben.
Sprich, diese bleiben in einem Milieu von schlecht bezahlten Jobs, herumknapsen um jeden Cent und am Ende eine unzureichende Rente hängen.
Überdies geben sie diese schlechten Zukunftsperspektiven erneut an ihre Kinder weiter, die wieder keine Unterstützung aus dem Elternhaus erfahren und von vielen Dingen ausgeschlossen werden.
Das sind genau diese Kinder, die man im Armutsbericht wiederfindet:
 
Es ist aber ein grundsätzliches Thema der Chancengleichheit.
Nur weil im Kindes- oder Teenageralter die schulischen Leistungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht passen, heisst das noch lange nicht, dass die Person dumm ist.
Sehe ich genauso. Man sollte auch nicht alles eiskalt vor - und ausselektieren, sondern auch mal Menschen eine Chance geben. Z.B. durch Praktika. Oder als Quereinsteiger.
In der Politik haben wir auch zur Zeit mehrere Studienabbrecher in Führungspositionen.
Kevin Kühnert, Ricarda Lang und Omid Nouripour. Früher Joschka Fischer.
Und Karl-Josef Laumann hat z.B. als einziger Minister nur einen Hauptschulabschluss.
Da funktioniert das und die sind ja alle nicht doof. Im Gegenteil.
Der Zwang, dass man für - aus meiner Perspektive - für viele gängige Jobs mittlerweile Abi braucht, erzeugt unglaublichen Leistungsdruck auf die Heranwachsenden und verschließt Mittel- oder Hauptschulabgängern fast jegliche Perspektive, irgendwann bescheidenen Wohlstand zu erwerben.
Wärend Corona hat man viel von "Entschleunigung" gesprochen. Davon ist nichts mehr zu spüren. Man macht so weiter wie davor. Höher, schneller, weiter und tut so als wenn es unendlichen Wirtschaftswachstum gäbe.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Kindern - und Jugendlichen hat vor allem wegem dem Leistungsdruck zugenommen.
 
Sehe ich genauso. Man sollte auch nicht alles eiskalt vor - und ausselektieren, sondern auch mal Menschen eine Chance geben. Z.B. durch Praktika. Oder als Quereinsteiger.
Dem ist sicherlich so.
Wie du dich evtl. erinnerst, hatte ich das Anderenortes mal thematisiert, dass auch bei mir im Büro es viele gibt, die "nur" eine Lehre haben, aber auf Grund deren Leistung gehaltstechnisch gleichgestellt mit studierten Ings. sind.
In der Politik haben wir auch zur Zeit mehrere Studienabbrecher in Führungspositionen.
Kevin Kühnert, Ricarda Lang und Omid Nouripour. Früher Joschka Fischer.
Gut, da habe ich ein zwiegespaltene Meinung.
Fischer schätze ich sehr, evtl. auch, weil wir auf diversen Demos vor zig Jahren mehr oder weniger nebeneinander standen.
Andere wiederum halte ich für Fehlbesetzungen.
Z. B. der Kinderbuchautor als Wirtschaftsminister ist eine völlige Fehlbesetzung.
Aber auch fertig studierte wie Annalena "wir sind im Krieg mit Russland" ist rhetorisch völlig unterbelichtet und taugt nicht mal als Alleinunterhalterin.


Den Punkt sehe ich anders.
Wenn man mal was anfängt, dann gehört es auch durchgezogen.

Ich habe größeren Respekt vor jemanden, der seine Malerlehre durchgezogen hat, als jemanden, der nach 10 Semester sein Studium abgebrochen hat.

Der erste hat seine Chance wahrgenommen, der letztere hat anderen die Chance weggenommen (nämlich den freien Studienplatz).

Und Karl-Josef Laumann hat z.B. als einziger Minister nur einen Hauptschulabschluss.
Vollkommen OK und gutes Beispiel.
 
Gut, da habe ich ein zwiegespaltene Meinung.
Fischer schätze ich sehr, evtl. auch, weil wir auf diversen Demos vor zig Jahren mehr oder weniger nebeneinander standen.
Andere wiederum halte ich für Fehlbesetzungen.
Z. B. der Kinderbuchautor als Wirtschaftsminister ist eine völlige Fehlbesetzung.
Aber auch fertig studierte wie Annalena "wir sind im Krieg mit Russland" ist rhetorisch völlig unterbelichtet und taugt nicht mal als Alleinunterhalterin.


Den Punkt sehe ich anders.
Wenn man mal was anfängt, dann gehört es auch durchgezogen.

Ich habe größeren Respekt vor jemanden, der seine Malerlehre durchgezogen hat, als jemanden, der nach 10 Semester sein Studium abgebrochen hat.

Der erste hat seine Chance wahrgenommen, der letztere hat anderen die Chance weggenommen (nämlich den freien Studienplatz).
Das kann man so oder so sehen. Wenn die merken das ist nichts für sie. Solange sie ihre aktuellen Jobs gut machen finde ich das ok. Nicht jeder Lebensweg verläuft "Straight".
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück