Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Das kann man so oder so sehen. Wenn die merken das ist nichts für sie. Solange sie ihre aktuellen Jobs gut machen finde ich das ok. Nicht jeder Lebensweg verläuft "Straight".
Studienplätze kosten Geld, viel Geld, das evtl. anderen Ortes fehlt.
Wenn einer nach 2 oder 4 Semester (immerhin 1-2 Jahre) feststellt, das ist nix für mich oder es ist viel schwerer als gedacht, OK.
Orientiert sich die Person eben um, kein Problem.

Aber wenn man um dein obiges Beispiel der Ricarda Lang aufgreift, die 2012 angefangen hat, Jura zu studieren und 2019 (!), nach 7 Jahren (Regelstudienzeit 5 Jahre) abbricht, dann habe ich den Eindruck, dass sie weder den Biss für eine Studium hatte, noch besonderen Lerneifer an den Tag gelegt hatte.
Dummheit will ich ihr da gar nicht unterstellen, aber eine gewisse Faulheit/Trägheit.

Und - jemand, der evtl. fleissiger gewesen wäre und evtl. ein super Rechtsanwalt geworden wäre, der ist bei der Studienplatzvergabe leer ausgegangen - und so was ärgert mich.
 
Naja, ein Bankkaufmann macht schon noch etwas mehr als nur am Sparkassenschalter zu arbeiten. Aber darum ging es mir nicht. ;)
Man muss immer daran, dass das keine Berater sind. Die wollen dir was verkaufen.
Im Grunde genommen sind das die Hütchenspieler, die man vom Urlaub immer kennt.
Ich verabscheue dieses Schulsystem, welches Kinder schon früh in Leistungsformen einteilt. Das müsste Deutschland in der Form abschaffen.
Damit festigt man nur noch mehr Ungleichbehandlungen. Zudem löst es sowohl bei Eltern als auch Kindern nur Stress aus.
Das liegt ja an der Politik, die sich nur noch für Statistik und Pisa Studien interessiert.
Wichtig ist, dass du den Kindern spielerisch, ohne Druck und mit viel Nachsicht und Führsorge.
Nur so kann man Begabungen und Talent entdecken und fördern.
Vielleiht schlummert unter den vielen 8-5 Arbeiten ein Mozart oder Einstein, aber niemand hat das Talent entdeckt.
Sehe ich genauso. Man sollte auch nicht alles eiskalt vor - und ausselektieren, sondern auch mal Menschen eine Chance geben. Z.B. durch Praktika. Oder als Quereinsteiger.
Der Druck muss weg. Wo wir wieder beim bedingungslosen Grundeinkommen sind.
In der Politik haben wir auch zur Zeit mehrere Studienabbrecher in Führungspositionen.
Wenn du nicht weiß, was du willst und eigentlich nichts kannst, gehst du in die Politik. :D
Kevin Kühnert, Ricarda Lang und Omid Nouripour. Früher Joschka Fischer.
Und Karl-Josef Laumann hat z.B. als einziger Minister nur einen Hauptschulabschluss.
Da funktioniert das und die sind ja alle nicht doof. Im Gegenteil.
Niemand ist ja per se doof oder dumm. Es hängt auch viel vom Umfeld ab.
Wenn du in einer Umgebung lebt, in der Kriminalität Alltag ist und du siehst, wie dien leben, findet du dieses Leben auch anziehend.
Die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Kindern - und Jugendlichen hat vor allem wegem dem Leistungsdruck zugenommen.
Auf jeden Fall. Burnout ist nicht nur was, was den Mittfünfziger trifft.
Ich habe meine Kinder schon früh erklärt, dass Bildung wichtig ist. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn einer Autoschrauber oder Klempner geworden wäre, aber dort sind der Verdienst und die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt.
Jetzt studieren beide. Meine Tochter möchte später mal Richterin werden. Mein Sohn war schon fix bei der Polizei unter gekommen, hat sich aber doch dagegen entschieden und studiert nun Physik, da Naturwissenschaften und Mathematik seine Leidenschaften sind und er dieser folgen möchte.
Ich unterstütze meine Kinder natürlich in allem. :daumen:
Es ist ein schönes, wärmendes Gefühl, wenn die inzwischen erwachsenen Kinder einen immer noch fest drücken und sagen, dass man der beste Daddy der Welt ist (und sie einem dabei nicht die Knete aus der Tasche ziehen :D).
Und wenn die Tochter sich bedankt, dass sie meine) Ohren bekommen hat und nicht die Segelohren ihrer Mutter. :ugly:
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du nicht weiß, was du willst und eigentlich nichts kannst, gehst du in die Politik. :D
Was ein blödes Klischee ist. :D

Auf jeden Fall. Burnout ist nicht nur was, was den Mittfünfziger trifft.
Ich habe meine Kinder schon früh erklärt, dass Bildung wichtig ist. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn einer Autoschrauber oder Klempner geworden wäre, aber dort sind der Verdienst und die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt.
Jetzt studieren beide. Meine Tochter möchte später mal Richterin werden. Mein Sohn war schon fix bei der Polizei unter gekommen, hat sich aber doch dagegen entschieden und studiert nun Physik, da Naturwissenschaften und Mathematik seine Leidenschaften sind und er dieser folgen möchte.
Ich unterstütze meine Kinder natürlich in allem. :daumen:
Es ist ein schönes, wärmendes Gefühl, wenn die inzwischen erwachsenen Kinder einen immer noch fest drücken und sagen, dass man der beste Daddy der Welt ist (und sie einem dabei nicht die Knete aus der Tasche ziehen :D).
Und wenn die Tochter sich bedankt, dass sie meine) Ohren bekommen hat und nicht die Segelohren ihrer Mutter. :ugly:
Ist bei uns ähnlich. Wir machen keinen großen Druck auf unseren Sohn.
Er ist auf der höheren Handelsschule und macht Fachabi.
Studieren wird er aber nicht. Wir schreiben jetzt schon Bewerbungen.
Er will am liebsten Sport - und Fitnesskaufmann machen. Entweder in einen Fitnessstudio oder Rehabereich.
 
Man muss immer daran, dass das keine Berater sind. Die wollen dir was verkaufen.
Im Grunde genommen sind das die Hütchenspieler, die man vom Urlaub immer kennt.

Das liegt ja an der Politik, die sich nur noch für Statistik und Pisa Studien interessiert.
Wichtig ist, dass du den Kindern spielerisch, ohne Druck und mit viel Nachsicht und Führsorge.
Nur so kann man Begabungen und Talent entdecken und fördern.
Vielleiht schlummert unter den vielen 8-5 Arbeiten ein Mozart oder Einstein, aber niemand hat das Talent entdeckt.

Der Druck muss weg. Wo wir wieder beim bedingungslosen Grundeinkommen sind.

Wenn du nicht weiß, was du willst und eigentlich nichts kannst, gehst du in die Politik. :D

Niemand ist ja per se doof oder dumm. Es hängt auch viel vom Umfeld ab.
Wenn du in einer Umgebung lebt, in der Kriminalität Alltag ist und du siehst, wie dien leben, findet du dieses Leben auch anziehend.

Auf jeden Fall. Burnout ist nicht nur was, was den Mittfünfziger trifft.
Ich habe meine Kinder schon früh erklärt, dass Bildung wichtig ist. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn einer Autoschrauber oder Klempner geworden wäre, aber dort sind der Verdienst und die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt.
Jetzt studieren beide. Meine Tochter möchte später mal Richterin werden. Mein Sohn war schon fix bei der Polizei unter gekommen, hat sich aber doch dagegen entschieden und studiert nun Physik, da Naturwissenschaften und Mathematik seine Leidenschaften sind und er dieser folgen möchte.
Ich unterstütze meine Kinder natürlich in allem. :daumen:
Es ist ein schönes, wärmendes Gefühl, wenn die inzwischen erwachsenen Kinder einen immer noch fest drücken und sagen, dass man der beste Daddy der Welt ist (und sie einem dabei nicht die Knete aus der Tasche ziehen :D).
Und wenn die Tochter sich bedankt, dass sie meine) Ohren bekommen hat und nicht die Segelohren ihrer Mutter. :ugly:
Dem Kommentar hätte ich gerne ein like Emoji, ein Herzaugen Emoji und ein weinen vor Lachen Emoji gleichzeitig gegeben. Hab mich jedoch für letzteres entschieden, da Ryza schon die Herzchen verteilt hat^^

Aber ja, zu einem die Individuelle Stärkung und dann die bedingungslose Wertschätzung sind zwei der wichtigsten Komponenten bei der Erziehung der Kinder. Im Idealfall erfahren Kinder das in ihrer Familie und in der Schule. Leider ist unser Schulsystem extrem überlastet, sodass selbst engagierte Lehrer, die ihren Job mit Herzblut betreiben, an ihre Grenzen immer wieder kommen, was sich auch auf den Umgang der Schüler bemerkbar macht.

Viele Lehrer haben mir während Corona erzählt, wie toll es war, als die Klassen zeitweise in Hälften geteilt wurden. Sie haben noch nie so einen entspannten Unterricht erlebt, und gesehen, dass Kinder, die normalerweise total untergehen, auf einmal aufgegangen sind wie Schmetterlinge aus ihren Kokons, und man sich ihnen viel mehr zuwenden konnte.
Es braucht also nicht viel, um eine große Änderung zu bewirken. Das Problem ist nur, dass das Schulamt total konservativ ist und nicht willens sich neu zu erfinden.
Obendrauf kommt natürlich noch der extreme Lehrermangel, aber hier beißt sich irgendwo die Ratte in den eigenen Schwanz.
 
Viele Lehrer haben mir während Corona erzählt, wie toll es war, als die Klassen zeitweise in Hälften geteilt wurden. Sie haben noch nie so einen entspannten Unterricht erlebt, und gesehen, dass Kinder, die normalerweise total untergehen, auf einmal aufgegangen sind wie Schmetterlinge aus ihren Kokons, und man sich ihnen viel mehr zuwenden konnte.
Es braucht also nicht viel, um eine große Änderung zu bewirken. Das Problem ist nur, dass das Schulamt total konservativ ist und nicht willens sich neu zu erfinden.
Obendrauf kommt natürlich noch der extreme Lehrermangel, aber hier beißt sich irgendwo die Ratte in den eigenen Schwanz.
Ja. Die Schulklassen sind viel zu groß.

Das kann man auch aufs Gesundheitssystem übertragen. Dort kommen viel zu viele Patienten auf eine Pflegekraft.
Auch wegen Personalmangel.
 
Kleinere Schulklassen mit weniger Schülern ist nicht finanzierbar.
Und Online Unterricht benachteiligt die, die sich das Equipment nicht leisten können.

Wenn man es tatsächlich wollte, dann wäre es sicher finanzierbar. Und ich halte entsprechende Investitionen in den Bildungsbereich für eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft des "Standort Deutschland". Mal völlig abgesehen von so Kinkerlitzchen wie Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung, gesellschaftliche und soziale Teilhaber, Armutsprävention und sonstiger demokratischer Quatsch ;-)

Was das Online-Lernen angeht: Mein kleiner "Failed State" hat es während der Pandemie geschafft, ALLE (meine ich) Schüler des Landes mit Tablets auszustatten...
 
Wenn man es tatsächlich wollte, dann wäre es sicher finanzierbar.
Ja, wenn die Politik bereit wäre, aber anhand des Lehrermangels sieht man ja, dass eher gespart wird.
Mein Bruder hatte damals seinen Lehrauftrag an der Uni verloren, weil die Mittel gekürzt wurden.
Er hatte aber auch schon vorher gemeckert, was an der Uni alles eingespart wird.
Und ich halte entsprechende Investitionen in den Bildungsbereich für eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Zukunft des "Standort Deutschland". Mal völlig abgesehen von so Kinkerlitzchen wie Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung, gesellschaftliche und soziale Teilhaber, Armutsprävention und sonstiger demokratischer Quatsch ;-)
Bildung ist entscheidend. Wir haben nur unser Wissen als Rohstoff.
Was das Online-Lernen angeht: Mein kleiner "Failed State" hat es während der Pandemie geschafft, ALLE (meine ich) Schüler des Landes mit Tablets auszustatten...
Nicht schlecht. Bei und gab es nur eine Begrenze Anzahl an Geräten und in Hamburg haben nicht alle Schulen Hilfsmittel bekommen.
 
Sorry, aber wir haben jetzt wie viel Geld investiert für Kriegsgerät um Ukraine zu unterstützen?! 20mrd?
Die Rüstungsindustrie will Geld verdienen.
Oder um Lufthansa vor dem Konkurs zu retten?
Da ging es um Arbeitsplätze.
Ich denke, dass es alles eine Sache der Prioritätensetzung.
Selbst die Bahn steht noch vor der Bildung.
Für die Banken hatten sie 500 Milliarden.
Waren das nicht 750 Milliarden?
 
Waren das nicht 750 Milliarden?
Der Finanzmarktstabilisierungsfonds wurde in der Form eines Sondervermögens des Bundes gebildet und unterliegt damit nicht den üblichen Regeln der Haushaltsplanung. 65 Prozent der Kosten (bzw. der Verluste) werden vom Bund und 35 Prozent, maximal aber 7,7 Milliarden Euro, von den Bundesländern getragen (§ 13 des Stabilisierungsfondsgesetzes). Der Fonds wurde am 17. Oktober 2008 im Rahmen des deutschen Finanzmarktstabilisierungsgesetzes eingerichtet, das in einem Eilverfahren am selben Tag von Bundestag und Bundesrat verabschiedet und vom Bundespräsidenten unterzeichnet wurde. Die Rechtsverordnung zu diesem Gesetz wurde am 20. Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet. Der Fonds war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2009 befristet.

Der Fonds war für ein Volumen von bis zu 480 Milliarden Euro ausgelegt. Zunächst durfte die FMSA über den Fonds Kredite von bis zu 70 Milliarden Euro zum Erwerb von Problemaktiva und zur Rekapitalisierung (Beteiligung) an Finanzinstitutionen aufnehmen. Über einen weiteren Kreditrahmen in Höhe von zehn Milliarden Euro konnte mit Einwilligung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages zum selben Zweck verfügt werden. Darüber hinaus wurde das Bundesministerium der Finanzen ermächtigt, weitere 20 Milliarden Euro aufzunehmen, um damit Forderungen aus beanspruchten Garantien zu befriedigen. Die FMSA wurde ermächtigt, für bis zum 31. Dezember 2009 begebene Schuldtitel und Verbindlichkeiten der begünstigten Unternehmen Garantien bis zu einer Gesamthöhe von 400 Milliarden Euro auszusprechen. Die Garantien waren auf 36 Monate befristet.
Quelle: Finanzmarktstabilisierungsfonds

Ganz durchblicken tu ich da nicht. In den Medien wurden immer 500 Milliarden genannt.
 
Was mir auch noch an unseren Bildungssystem aufgefallen ist: ein Abitur von einer Gesamtschule wird nicht so hoch angesehen wie ein Abitur vom Gymnasium. Aber warum ist das so? Ist das Abitur am Gymnasium wirklich anspruchsvoller? Oder sind das einfach noch veraltete Denkmuster?

Die Ausbildung an einer Gesamtschule ist im Schnitt schlechter. Gymnasien werden unterm Strich besser finanziert und man hat die Garantie, dass der Schüler von der fünften/siebten Klasse bis zur zwölften/dreizehnten einen Gymnasialzweig belegt hat.

In der Praxis ist mir aber ehrlich gesagt noch nie jemand begegnet, der sich ein paar Jahren nach Schulende noch für das Abizeugnis interessiert. Das ist nur ein Notbehelf bei der Studienplatz- oder Lehrstellenvergabe, weil man bei einem Schulabgänger halt gar keine andere Grundlage hat, man aber z.B. den Hochschulzugang für hundertausende Leute pro Jahr auch nicht über komplexere Auswahlverfahren abwickeln kann. Sobald jemand nach der Schule irgendwas anderes brauchbares gemacht hat, interessiert nur noch das.


Es ist aber ein grundsätzliches Thema der Chancengleichheit.
Nur weil im Kindes- oder Teenageralter die schulischen Leistungen, aus welchen Gründen auch immer, nicht passen, heisst das noch lange nicht, dass diese Personen dumm sind.
Der Zwang, dass man für - aus meiner Perspektive - für viele gängige Jobs mittlerweile Abi braucht, erzeugt unglaublichen Leistungsdruck auf die Heranwachsenden und verschließt Mittel- oder Hauptschulabgängern fast jegliche Perspektive, irgendwann bescheidenen Wohlstand zu erwerben.

Wenn es tatsächlich um eine Ausbildung zum Bankkaufmann ging, war das aber einer der ganz wenigen Posten, wo ein Abi tatsächlich sinnvoll ist. Für eine komplexere Finanzberatung kann man Teile von Oberstufen-Mathe gebrauchen, für den Umgang mit reichen Kunden sind die sprachlichen Feinheiten und die kulturelle Bildung, die Oberstufen vermitteln sollten wünschenswert und zwei Fremdsprachen beherrschen nach der Mittelstufe auch nur die allerwenigsten fließend. Eine so hohe Trefferquote von "kann man gebrauchen, muss man nicht selbst beibringen" kann kaum eine andere Schul-Ausbildungskombination vorweisen wie Abi-Bankkaufmann.

Umgekehrt kann die Politik wenig daran ändern, dass auch in Produktion und teilweise sogar Handwerk Abiturienten bevorzugt werden: Diese Unternehmen sind nicht einfach blöd und verlangen nach einem Abi, dass gar nicht benötigt wird, nur um ihre Lehrlinge zu Verschwendung von drei Jahren Lebenszeit zu zwingen. Sondern diese Unternehmen nehmen die laut Schul-Ranking höchstqualifizierten Leute, die sie bekommen können, weil sie sich mit "dümmer" nicht rumärgern wollen. Nun heißt ein schlechter Abschluss zwar nicht, dass jemand dumm ist, aber die Wahrscheinlichkeit steigt und kaum ein Unternehmer sind einen Anlass, dieses Risiko aus reine Menschenwürde einzugehen. Ganz abgesehen davon, dass man mit einem Bein wegen Diskriminierung im Knast steht, wenn man formell besser qualifizierten Leuten den Job verweigert und willkürlich jemand anderen wählt. (Straflos benachteiligt werden dürfen nur alte, weiße Männer. Aber die sind ja alt, also spielt der Schulabschluss keine Rolle mehr.)

Das einzige, was die Politik machen könnte: Die Abiturientenschwemme einzugrenzen, die durch zu lasche Anforderungen in den Schulen entstanden ist. Gäbe es nicht so viele Abiturienten, wären halt Haupt- und Realschüler das Beste, was man für einfachere Jobs bekommen könnte und man würde die nehmen. Aber es wären nicht die Haupt- und Realschüler, die heute verzweifelt nach einer guten Tätigkeit suchen. Wenn man die Anforderungen anzieht, steht das unterste Quartil nicht auf einmal chancengleich mit seinem Hauptschulabschluss neben den Leuten, die bislang mit einem schlechten Abi auf den Arbeitsmarkt gestartet sind. Sondern das erst Quartil geht dann ohne Abschluss und mit einem 7.-Klasse-Zeugnis ins Rennen, in dem es genauso schlecht ist wie heute.

Was es braucht, ist eine anhaltende Phase von näherungsweise Vollbeschäftigung aka ""Fachkräftemangel"". Nur dann probiert es jemand mit Menschen, die auf dem Papier wenigversprechend aussehen.


Studienplätze kosten Geld, viel Geld, das evtl. anderen Ortes fehlt.
Wenn einer nach 2 oder 4 Semester (immerhin 1-2 Jahre) feststellt, das ist nix für mich oder es ist viel schwerer als gedacht, OK.
Orientiert sich die Person eben um, kein Problem.

Aber wenn man um dein obiges Beispiel der Ricarda Lang aufgreift, die 2012 angefangen hat, Jura zu studieren und 2019 (!), nach 7 Jahren (Regelstudienzeit 5 Jahre) abbricht, dann habe ich den Eindruck, dass sie weder den Biss für eine Studium hatte, noch besonderen Lerneifer an den Tag gelegt hatte.
Dummheit will ich ihr da gar nicht unterstellen, aber eine gewisse Faulheit/Trägheit.

Und - jemand, der evtl. fleissiger gewesen wäre und evtl. ein super Rechtsanwalt geworden wäre, der ist bei der Studienplatzvergabe leer ausgegangen - und so was ärgert mich.

Da musst du im Zweifel aber auch gucken, ob in diesen Jahren überhaupt etwas weggenommen wurde oder ob nicht viel mehr andere Gelegenheiten ergriffen wurden. Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch jemanden mit ich glaube 14 Semestern und ohne Abschluss. Erfolgreicher Unternehmer, vor Corona hatte er afaik über ein Dutzend Mitarbeiter. Bei dem hat sich halt zu Studienzeiten aus einem Job eine lukrative Tätigkeit entwickelt, die immer mehr Zeit in Anspruch genommen hat. Die vielen Semester hat er, weil er sich immer vorgenommen hat, trotzdem noch die Sache fertig zu machen, die ihm eigentlich wichtig war und ist. Erst spät hat er eingesehen, dass er jetzt einfach wichtigeres im Leben zu tun hat und sein altes Vorhaben immer hinten anstehen wird. Er hat in dieser Zeit aber niemandem irgendwas "weggenommen" aka Veranstalungen x-fach besucht, weil er "zu faul" war. Sondern hat sich einfach jedes Semester für weniger Veranstaltungen eingeschrieben, weil ihm die Zeit gefehlt hat.

Ähnliches kenne ich auch von praktisch allen anderen Langzeitstudenten in meinem Umfeld: Die Gründe, warum sie so wenig Zeit in ihr Studium gesteckt haben, schwanken stark und nicht jeder könnte dir bei einer Bewerbung was anderes tolles nennen, was er stattdessen gemacht hat. Aber keiner hat das Studium anderer Leute behindert.

Von daher emfinde es auch immer wieder als peinlichen Populismus, wenn Politiker über Langzeitstudenten herziehen oder denen gezielt Knüppel zwischen die Beinen werfen, was mittlerweile eher die Regel denn die Ausnahme ist. Das ist nichts weiter als Bildungsverweigerung gegenüber Leuten, die ihr Studium mit irgendwas anderes koodinieren müssen, also nicht den Luxus haben, ein paar Jahre auf Kosten anderer nichts anderes zu machen, als ihren Interessen nachzugehen. Solche Leute nehmen niemandem Bildungschancen weg (Prüfungswiderholungen sind an allen Unis gedeckelt, man kann sich also nicht x-fach am gleichen Kurs versuchen und den immer wieder belegen), diese Leute sorgen für ihr eigenes Auskommen und wenn die negativste Folge für die Gesellschaft könnte sein, dass sie später weniger Leben übrig haben, in dem sie so produktiv sein könnten, wie andere sich das Vorstellen.

Die wahren Bösewichte sind eher solche wie ich, die einen Abschluss haben, aus dem sie so gut wie gar nichts anwenden und für den auch noch in 134 Semesterwochenstunden Hauptstudiumsveranstaltung breigemacht haben, obwohl nur 100 nötig vorgesehen waren.

Ja. Die Schulklassen sind viel zu groß.

Wie groß sind die eigentlich mittlerweile? Ich sehe immer diese Berichte über "Lehrermangel" und sehe dann Aufnahmen von <20 Schneeflöckchen. Zu meiner Zeit war >30 angesagt, Rekord war meiner Erinnerung nach 36.


Die Rüstungsindustrie will Geld verdienen.

"verdienen" kommt von "etwas verdient haben"...

Da ging es um Arbeitsplätze.

Die trotzdem abgebaut wurden. Und zwei Jahre später sollte die Politik dann wieder den selbst verursachten "Fachkräftemangel" mit Gastarbeiterprogrammen bekämpfen.

Selbst die Bahn steht noch vor der Bildung.

"Stehen" kann die Bahn halt.
Allerdings würde ich nicht sagen, dass mit "Bildung" beschriftete Projekte gar keinen Stellenwert haben. Wer z.B. Hard- oder Software für Bildungszwecke verkauft, verdient sich ein goldenes Näschen. Die Schulbuchverlage auch weiterhin. Nachhilfeindustrie, Catering-Dienste, etc.: Etwas für "Bildung" zu machen, lohnt sich.
Nur um Methoden- und Wissensvermittlung geht es irgendwie nie.

Waren das nicht 750 Milliarden?

Wenn man diverse indirekte Maßnahmen mitzählt, würde mich auch eine 0 mehr nicht wundern.
 
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