Europawahl 2024

Naja, du (vor)verurteilst doch, ohne dass du beweisen kannst, dass es so ist. Du glaubst also nur zu wissen und meinst deswegen gegen Scholz sein zu müssen. Kann man machen. Zeugt aber nicht unbedingt von viel Tiefgang. Denn, gäbe es irgendwelche belastbaren Beweise, dann hätte man Scholz, Tschentscher und Co. schon längst gegrillt. So bleibt lediglich ein Verdacht und Dinge, wo man meint irgendeine Vorteilsnahme zu ahnen. Derlei diffuse Ahnungen sind aber keine guten Berater, wenn man faktenbasiert entscheiden soll.

Die minimale Faktenbasis wäre:
- Es war Scholz Job informiert zu sein und dagegen vorzugehen.
- Er ist nicht dagegen vorgegangen.
- Er hat dennoch Arbeitszeit verbraucht, um sich mit den Personen hinter der Angelegenheit zu beschäftigen.

Das würde schon reichen, um ihn wegen Inkompetenz nicht zu wählen.
(Ich persönlich mache das ohnehin nicht, weil er sich offen hinter die Grundrechtsentzüge im Rahmen des G7-Gipfels gestellt hat. Die Einweihung von Moorburg mitten in der Klimakatastrophe war dann nur noch der Mövenschiss auf der Gammeltorte. Scholz steht mit so ziemlich jeder einzelnen Faser seines politischen Schaffens für Konzerne und Kommerz zu Lasten der Allgemeinheit und der Natur und sowas wähle ich nicht.)


Wählst du Parteien und ihre Programme, oder Politiker?
Ich wähle nach Programen und Zielen, auch wenn es in meinem Fall eine Utopie ist.
Was bleibt sonst?

Laut nicht-russischer Gesetze wählen alle Parteien und das wars.
Die Programme sind nichts weiter als eine Selbstdarstellung der Parteien, die Personen sind ihr Personal. Daraus und aus der Vergangenheit einer Partei kann man ableiten, was die Partei will, was die Partei macht und wie vertrauenswürdig die Partei ist. Eine Partei, die einen je nach Interpretation vertrauensunwürdigen und inkompetenten Bundespolitiker an die Spitze ihres Europawahlkampfs stellt, fällt da mir schon durch, bevor ich auch nur ins Programm geguckt habe. (Das, davon abgesehen, schon laut Wahl-O-Mat genug Kracher enthielt, um sich jeden weiteren Blick zu sparen.)


Die Grünen sind nach der aktuellen Hochrechnung abgestürzt.
Offenbar hat der deutsche Wähler kein großes Interesse mehr an Klimapolitik.

Vielleicht ist der deutsche Wähler auch einfach nicht davon überzeugt, dass eine Partei die für Gas, mehr Kohle und Abschaffung von Umwelschutz in der Landwirtschaft steht, nichts mit Klimapolitik zu hat? Da muss man mal abwarten, ob die Grünen an Anti-Klimaparteien verloren hat oder an das Kleingemüse und Nichtwähler. Aber ich könnte mich aus den letzten Jahren an kein einziges Beispiel erinnern, in dem die EU-Grünen was fürs Klima bewegen konnten und dafür an mehrere, in denen insbesondere der deutsche Anteil auf EU-Ebene dagegen agiert hat. Ähnliches gilt für andere Themen, die vielen Klimainteressierten oft zusätzlich am Herz liegen wie Tierschutz, Umweltschutz, Reglementierung von Chemikalien und Pestiziden, Vorgehen gegen Gentechnik, etc.. Auch bei ihren anderen Stammgruppierungen aus den Bereichen Flüchtlingsschutz und Pazifismus sollte die deutschen Grünen mir ihrer EU-Realpolitik massiv an Zuspruch verloren haben.

Von daher mal Wählerwanderungsanalysen abwarten, wieviel die Grünen tatsächlich an Anti-Klimaparteien verloren haben oder an Nichtwähler und Kleinparteien. Dass laut ARD bei der letzten Wahl 60% mehr Wähler Klima- und Umweltpolitik als Stärke der Grünen gesehen haben, spricht jedenfalls für parteipolitisches Versagen und passt recht gut zu den Verlusten. (Flüchtlinge ist genauso 1/3 abgestürzt, aber auf niedrigerem Niveau)


Welche andere Partei will denn gute Klimapolitik machen? ;)

Schätzungsweise 80% des Kleingemüses. Zumindest die breite Mehrheit, die auch "Fliegen statt Verbrenner fahren" für Klimaschutz hält, hatte da ohne Ende Auswahl: "Klimaliste", "Letzte Generation" und ÖDP waren wohl mehr als eindeutig, Volt hat damit geworben, Tierschutzpartei und V³ sollten auch jedem als thematisch nahestend bekannt sein und BIG, MERA25, Piraten, BIG sowie, wenn man kein Problem mit AKWs hat, PDH währen nur der engere Kreis von Parteien, die ich mir näher angeguckt habe. Wer bei dieser Wahl nichts klimafreundliches gefunden hat, der ist entweder seinen Bürgerpflichten nicht nachgekommen und hat sich rein gar nicht informiert oder er muss ein paar extreme Ansichten an anderer Stelle haben, um all diese Parteien auszuschließen. (Zugegeben: Z.B. "Keine systematische Benachteiligung von Männern" hat die Liste schon drastisch verkürzt. Bei mir blieb am Ende die PDF übrig, obwohl sie wenig konsistent wirkte.)
 
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Bitte nicht meine persönliche Einstellung mit den Beispielthemen da vermischen die ich genannt habe. Ich hab kein Problem mit Strohhalmen aus Papier, Metall oder Glas statt Plastik. Aber wenn man aufm Dorffest steht wo am Bierstand über Politik geredet wird sind diese im Vergleich völlig unwichtigen Dinge die Aufhänger der ganzen Leute die "ich wähle keine Grünen die verbieten mir sogar den Plastikstrohhalm" schreien.

Ergo muss man was machen und der letzte Weg ist eben das Verbot.
Das Problem daran: Selbst wenn du ab morgen allen hierzulande die gesamte Existenz verbietest ändert das am Weltklima nichts wenn der Rest nicht mitmacht. Alles was wir hier beispielsweise an Öl nicht mehr verbrennen ist aufm Weltmarkt dann eben billiger da und wird von nem anderen verbrannt.
Den Rest zum mitmachen bewegen geht nur dann, wenn es für den Rest einen Vorteil hat mitzumachen, denn die allermeisten Völker sind nicht so wirtschaftsselbstzerstörerisch drauf wie wir. Wenn die sich aber ansehen, wie wir uns an die Wand fahren sagen die garantiert nicht "kuck mal wie toll das machen wir auch so".

Versteh mich nicht falsch, selbstverständlich habe ich ein Interesse daran die Welt zu erhalten, Klimaschutz zu betreiben, sauberer Energie zu produzieren und so weiter. Nur so wie wir es machen/vorhaben bringt das halt nix außer Wohlstandsverlust der Bevölkerung. Und das ist was die Leute bemerken und das ist was sie den Grünen anlasten - ob berechtigt oder nicht.
 
Es wäre ziemlich einfach, eine dicken Vorteil für andere ans mittmachen zu koppeln:
"Ihr dürft dann weiterhin nach Europa exportieren."
CO2-basierte Zölle wäre ein ureigenes EU-Thema. Aber laut ARD haben die Stammtischhirne lieber nach Bundespolitik gewählt.

Wie heißt es so schön? Demokratie sorgt nicht dafür, dass die besten regieren. Sondern dafür, dass ein Volk die Regierung bekommt, die es verdient hat.
 
Das Problem daran: Selbst wenn du ab morgen allen hierzulande die gesamte Existenz verbietest ändert das am Weltklima nichts wenn der Rest nicht mitmacht.
Der Rest, macht aber eben schon, nur Deutschland läuft hinterher und das scheint man immer auszublenden.
Daraus und aus der Vergangenheit einer Partei kann man ableiten, was die Partei will, was die Partei macht und wie vertrauenswürdig die Partei ist. Eine Partei, die einen je nach Interpretation vertrauensunwürdigen und inkompetenten Bundespolitiker an die Spitze ihres
Die FDP macht seit Jahren genau das, was in ihrem Programmheft steht. :ugly:
 
Versteh mich nicht falsch, selbstverständlich habe ich ein Interesse daran die Welt zu erhalten, Klimaschutz zu betreiben, sauberer Energie zu produzieren und so weiter. Nur so wie wir es machen/vorhaben bringt das halt nix außer Wohlstandsverlust der Bevölkerung. Und das ist was die Leute bemerken und das ist was sie den Grünen anlasten - ob berechtigt oder nicht.
Von 75 Jahren Bundesrepublik Deutschland, hatten wir 51 Jahre lang CDU Kanzler. In den Jahren, ab wo man wusste, dass es so nicht weitergeht, also sagen wir mal ab 1980, war in diesen 44 Jahren mit 32 Jahren die CDU als die Kanzlerpartei an der Macht. Wenn mir heute wer sagt, dass unsere Probleme plötzlich und seit 2021 bei den Grünen zu suchen sind, der ist politisch schlicht unwürdig an der Demokratie teilzunehmen.
 
Was übrigens die jetzigen Hochrechnungen aus Nachwahlbefragungen noch komplett ignorieren. Da legen z.B. die Grünen traditionell eher bei zu.
Ich wäre ja auch gerne selber in den Wahllokalen gewesen, nur lässt meine Gesundheit dies nicht zu, deshalb leider per Briefwahl.
In der Schweiz geht das seit Jahren schon per Online Wahl. In Deutschland hinkt man leider wie immer hinterher.
 
Ich denke das vielen AfD Wählern der Appetit vergeht, wenn sie das Ptogramm lesen und verstehen.
Lesen? Vielleicht. Begreifen? Als wenn das deren Wähler tun würden. Die wählen die wegen "Ausländer raus!". Erzählt man und zeigt man denen, dass sie neben "Ausländer raus!" auch "Arbeitnehmerrechte stutzen" und andere tolle neoliberale Dinge bekämen, dann tun die so, als wenn du sie anlügen willst.
 
Hier wird halt viel politisch/bürokratisch blockiert, was mit EE zu tun hat.
Die Politik macht das, was die Lobbyisten wollen und die wollen keine Wende, egal in was.
Ergo muss man sich darauf vorbereiten, dass 2050 oder so Verbote erteilt werden und die nachfolgende Generation wird das ausbaden müssen. also genau das, was sein soll -- nach mir die Sintflut.
Lesen? Vielleicht. Begreifen? Als wenn das deren Wähler tun würden. Die wählen die wegen "Ausländer raus!". Erzählt man und zeigt man denen, dass sie neben "Ausländer raus!" auch "Arbeitnehmerrechte stutzen" und andere tolle neoliberale Dinge bekämen, dann tun die so, als wenn du sie anlügen willst.
Das ist denen egal, Hauptsache die Ausländer sind weg.
 
Interessante Statistik vom ZDF
Anhang anzeigen 1462020
Ergo die AFD-Wähler sind wirklich stramm rechtsextrem, auch wenn es nicht AFD-Wähler zum größten Teil immer noch nicht wahrhaben wollen.
Ohne die gestellten Fragen im Wortlaut zu kennen, ist das ganze sehr weit auslegbar, denn die Grenze zwischen "Denkzettel" und "politischer Forderung" verschwimmt an der Stelle, wo Forderungen von konkreten Dingen hin zu generellem weltanschaulichem Kurs übergehen. Eher wenige Wähler, die sich auf Umfragen einlassen gehören der Menge der pöbelnden Schnappschussfraktion mit lustigen Hütchen am Rande von Demonstrationen an und sind vom Selbstbild daher mutmaßlich eher durch "politische Forderungen" zur Wahlentscheidung gelangt, als durch "Hauptsache dagegen!". Wenn mir Standpunkt x besonders wichtig ist und ich den nur bei einer Partei ernsthaft vertreten sehe, dann ist die "politische Forderung" gleich dabei, egal wie sehr man den Rest ablehnt. Wenn es ernsthafte programmatische Konkurrenz gibt, dann kann daraus der Denkzettel werden, da man das Radikale wählt, um die Aufmerksamkeit zu kanalisieren. Die Bewertung ob andere Angebote bestehen ist aber rein subjektiv und hängt auch stark von der Politik der anderen Parteien ab. "Wasser predigen und Wein trinken" wird nie goutiert und geht auf Dauer nicht gut, dass kann man sich nur als Oppositionspartei leisten, da es nie zum Trinken-Teil kommt.

Bin bestürzt, dass Merz jetzt schon vor Ende der Auszählungen unverfroren erneut mit Neuwahlforderungen kommt. Der Gute hat doch sicherlich einen Kalender, wo der Termin der Bundestagswahl schwarz(rot geht ja nicht) eingekreist ist. Seine Parteifreundin(die man bei der CDU nur noch selten persönlich sieht) hat nachdem die Umfragen im Keller waren noch 3 Jahre den Sessel im Kanzleramt gewärmt und das ganz ohne ihrem Regierungsauftrag nachzukommen. Wähnt der Mann schon den heißen Atem von Wüst, Linnemann und Söder im Nacken und will ein Schicksal wie das von Laschet vermeiden, den die eigene Partei im Wahlkampf wie eine heiße Kartoffel fallen lässt? Auf der Umfragewelle kanns ja nie schnell genug gehen...
Glückwunsch aber zum voraussichtlich guten Wahlergebnis an die Union! Man kann wohl doch noch den Abwärtstrend umkehren.

Nur schade, dass die Liberalen hierzulande traditionell so schlecht abschneiden, aber nach Sitzen ändert sich ja offenbar nichts. Die 5%+x sind wohl in Stein gemeißelt.

Warum die Europawahl regelmäßig eine Abstimmung über Innenpolitik werden muss wird der eine (utopistisch veranlagte)Teil von mir nie verstehen, der andere (zynische) Teil sieht leider die Bedeutungslosigkeit der "Deputiertenkammer" ohne relevante Legislative Befugnisse und Einfluss auf Rat und Kommission und hakt das ganze als politisches Schaulaufen ab.
Relevanter und wirklich wichtiger für die Politik in diesem Land werden die Landtagswahlen im Herbst: Klopft man sich hier nach der Europawahl auf die Schulter und macht weiter wie bisher, oder steuern die Parteien hier nach?
 
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