Leider nicht. In dem verlinkten Artikel steht, dass da keiner ein Veto einlegen kann, wenn Trump es schaft den richtigen Code vorzulesen.
Donald Trump: Das Problem mit den Nuklear-Codes - DER SPIEGEL
Wer redet denn von einem Vetorecht? Es genügt, wenn die Ausführenden den Unsinn (oder Irrsinn) eines Befehls solcher Tragweite erkennen.
Es sind immer noch Menschen, die entscheiden müssen, ob sie einem derart endgültigen Befehl ausführen wollen. Und man muss noch nicht einmal an das Gute im Menschen glauben um zu wissen, dass ab einem bestimmten Punkt haken wird: Es findet sich zwar immer jemand, der bereit ist, wider besseren (Ge-) Wissens einzelne oder auch viele Menschen umzubringen, wenn die (persönlichen) Konsequenzen überschaubar sind. Es gibt allerdings nur Wenige, die treudoof das Ende der Menschheit einleiten würden - und sei es, weil dabei auch Muttis Vorgarten in Unordnung geraten würde oder es das Restaurant nicht mehr gäbe, in dem man am liebsten isst, etc..
Auf einen nuklearen Erstschlag zu antworten ist etwas gänzlich anderes, als selbst einen zu führen. Im ersten Fall hat allerdings auch der POTUS ggf. wenig zu sagen, denn die für einen Gegenschlag vorgesehenen Protokolle setzen nicht zwingend einen präsidialen Befehl voraus. Und an diesem Punkt kann auch Donnie nichts mehr verschlimmern, da sind alle Messen bereist gesungen und die Welt ist ohnehin am Arsch.
Und von was für Schlägen reden wir hier eigentlich? Was könnte Donnie in seinem Wahn anordnen? Dass die ganze strategische Reserve zu Land und zu Wasser rausgebraten wird, weil ihn jemand in China oder sonst wo auf Twitter als Vollpfosten bezeichnet hat? Abwurf einer Kernwaffe über New York zwecks Desinfizierung? Nukleare Mörsergranaten auf das Domizil von Stormy Daniels, weil sie Donnies koitale Minderleistung in ihren Memoiren thematisiert hat?
Dr. Bruce Blair erklärt, wie das Prozedere abläuft uns dass dieses *formal* keine Sicherungen beinhaltet. Das ist in der Tat beängstigend. Aber wenn er seine Rolle in dem Prozess beschreibt und er besorgt ist, dann wissen es auch Andere in diesem Prozess, die im Gegensatz zu Trump sehr genau wissen, was sie dort entfesseln und welche Konsequenzen es hat. Er sagt wörtlich "Das war jahrelang mein Job." - Was, wenn er diesen Job im entscheidenden Moment einfach unterlassen hätte? Dann wäre der Befehl ohne Wirkung geblieben.
Weiterhin erklärt er, dass es vorhergehende Abläufe gibt, bevor der Präsident einen Nuklearschlag anordnen kann. Dort sind also andere Menschen involviert. Donnie kann eben nicht des nachts mit einem quer sitzenden Furz aufwachen und mal eben die Bombardierung eines prädefinierten Ziels anordnen, damit sich die Flatulenz lose rüttelt.
Kurz, im Entscheidungs- und Durchführungsprozess sind zahlreiche andere Menschen involviert. Vielleicht machen sie alle den Irrsinn mit - dann wäre Donnie zwar das dickste, aber nicht das einzige Rädchen im Weltuntergangsgetriebe. Und wenn da wirklich alles ineinander greift, ohne dass sich ein entscheidendes Rädchen ausklinkt, muss man das eigentliche Problem umformulieren:
Donald Trump kommt nicht als individueller Auslöser in Frage. Aber er kommt auch nicht als mächtige Stimme der Vernunft in Frage, die sich konsequent weigern würde, den verdammten Koffer geschlossen zu lassen.