Wenn man sich endlich mal vom kleindeutschen Festhalten an Stockhöhen löst, ist das überhaupt kein Problem. Man kann am Außendesign und der Bausubstanz "sozialistischer" Hochhaussiedlungen (die Zeit lang im Westen genauso gebaut wurden) sicherlich viel aussetzen, aber wenn man 4 Stockwerke nahezu geschlossen um kleines Straßenkarree herum baut, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn da wenig Wohnungen reinpassen und sich sowohl im abgekappselten Hinterhof als auch der schmalen Reststraße davor die Hitze ballt. Am besten unterteilt man letzteren dann noch mit Zäunen oder gar Mauern in möglichst kleine Parzellen, zu denen kaum jemand Zugang hat.
Mit einem Viertel so vielen Häuserriegeln zu je 16 Stockwerken und offenen Ecken, hätte man doppelt so breite Magistralen vorne, doppelt so flächige, luftige Zwischenräume mit Grün & Spielplätzen hinten trotz 50-80% mehr Wohnfläche.
Hmmm... Stadtplanung ist definitiv nicht meine Kernkompetenz.
Somit nur aus dem Bauch heraus:
Hat nicht die Quartiersbauweise - also diese Karrees nicht den Zweck, Grünflächen in urbaner Gegend mit zu implementieren?
Mir hat mal einer der "ettablierten" Architekten erzählt, dass Sinn und Zweck tatsächlich geschützte Räume, idealerweise mit Grün aufgefüllt, für Abkühlung und sichere Spielfläche für Kinder und Gemeinschaftsareal sei.
Zugegebener Maßen findet man in der Realität dann nach einer gewissen Zeit eher zubetonierte Flächen mit vereinzelten Betonsitzbänken, kaputte Fahrräder und ein oder andere Bierflasche am Boden.
Ich stelle mir da immer die Frage, ob das dann eine Reaktion auf das Nutzerverhalten ist oder Absicht dahgingehend, dass das Wohnumfeld so unattraktiv wie möglich gestaltet weden soll oder ob es nur Bequemlichkeit ist, damit der Hausmeister schneller sauber machen kann und kein Gärtner für den Innenhof angestellt werden muss.
Vermutlich eine Art Konglomerat aus allem und noch mehr....
Da ich Wohnsituationen in Gebäuden während meines Studiums und dannach schon "genossen" habe, die da in sehr hohe Wohngebäude waren (10 und mehr Stockwerke, ob 16 weiss ich nicht mehr), darf ich kundtun:
Das sind ganz schnell sehr anonyme Massenansammlungen von Menschen ohne jeglichen Bezug zueinander.
Vandalismus in Treppenhäusern und auch sonst scheint darin eine Art Volkssport zu sein.
Die Anonymität verleitet zu Einbruchsdelikten, alleine bei mir im Treppenhaus wurde während 10 monatigem Aufenthalt 4x eingebrochen, zum Glück nicht bei mir. Und die dort wohnenden Kinder sehen meist nicht besonders glücklich aus.
Ich war froh, dass ich irgendwann da wieder draussen war und bin definitiv kein Freund von monströsen Menschenverwahranstalten.