AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
Die Kernfrage ist dann, warum du als selbsternannter Troll und "Klimascheiße"-Gegner hier überhaupt was schreibst- um deine Trollfantasien ausleben zu können?
Zum Glück gibts den Ignore Knopf, von dem ich soeben Gebrauch mache.
Besser den Melden-Button benutzten. Dann bleiben Leute, die nur Stunk verbreiten wollen, allen erspart.
Das sehen wir deutlich an der Gorch Fock, die so billig keine Privatperson restaurieren lassen könnte, wir sehen die Effizienz bei BER und anderen öffentlichen Ausschreibungen. - Sarkasmus Ende -

"Können" und "tun" sind zwei paar Schuhe. Gerade die deutsche Politik handelt praktisch nie Konditionen raus, die für den Staat oder die Bevölkerung vorteilhaft sind, sondern sehr oft das genaue Gegenteil.
Es ist vielschichtig und Wettbewerb ist immer wichtig, das liegt in der menschlichen Natur. Zum streben gehört der Vergleich mit anderen. Das sehen wir selbst in nicht wirklich funktionierenden Märkten wie CPUs oder Grafikkarten. Kaum bringt AMD gute und billige Produkte, muss Intel nachziehen. Naja, gut ja, mit dem billig hadern sie noch.
Das sieht man sogar bei Produkten, für die es gar keinen offenen Markt gibt. Atom-U-Boote, Mars-Lander, Panabär-Haltungsbedingungen - man braucht keine Privatwirtschaft für Fortschritt, nur einen Willen. Privatwirtschaft garantiert diesen Willen (oder geht Pleite. Mit SPD und Union befreundete Ausnahmen bestätigen die Regel.), Politik macht das nicht, weswegen sich dort viele Beispiele finden, in denen sich niemand um Verbesserung gekümmert hat. Aber in dem Moment, wo man sagt, "wir müssen privatisieren" kümmert sich eben doch jemand um Veränderung. Er könnte dann ebensogut den Fortschritt selbst umsetzen, und das günstiger als über eine Privatisierung, wenn es ihm denn um Fortschritt ginge. In der Vergangenheit ging es bei Privatisierungen aber allzu oft nur um privaten Profit. Mit der Motiviation ist natürlich kein staatlich initiierter Fortschritt möglich.
Aber auch keine langfristige Verbesserung auf privatwirtschaftlichem Wege.
Geht es um einmalige Infrastruktur, ist das etwas anderes. Wir benötigen nicht drei Autobahnen nebeneinander, oder fünf Wasserleitungen. Auch Stromnetze reichen uns eines, obwohl wir mit dem Bundesbahnnetz ein weiteres mit 16,3 Hz haben. Und man könnte durchaus unterschiedliche Techniken im Wettbewerb sehen und parallel Gleichstromnetze bauen. Schwierig, dass allgemeingültig zu betrachten. Unterschiedliche Techniken, z.B. Bahn, Auto, Flugzeuge und Fahrradwege kann man durchaus parallel bauen.
Wir "brauchen" auch nur einen CPU-Hersteller, einen Schokoriegelproduzenten, einen Fertigmöbellieferanten und einen Online-Job. Und genau darauf steuert auch die Privatwirtschaft hin, mit dem unschönen Unterschied, dass das resultierende Monopol dann nicht einmal via Staat im Sinne der Bevölkerung gelenkt werden kann, sondern bei gleichen Lasten wie ein mittelprächtig geführter Staatskonzern die Vorteile auch noch in private Taschen spült.
(An der Stelle die Anmerkung, dass staatlich organisierte Wirtschaft nicht zwingend ein Unternehmen pro Kategorie bedeutet. Das ist zwar effizienztechnisch sinnvoll und in einer Staatswirtschaft leicht erreichbar und deswegen oft anzutreffen, aber wenn man tatsächlich einen Vorteil in den Reibungsverlusten eines Konkurrenzkampfes sieht, geht das auch staatlich. Die Sowjetunion hat sich z.B. zeitlebens Ausschreibungen unter mehreren Ingenieurbüros für die meisten Rüstungsprojekte geleistet.)
Ich sehe Infrastruktur nicht als gewinnorientierte Produkte.
Privatisierer aber. Die sehen alles als gewinnorientiertes Produkt. Selbst die (Un-)Gesundheit von Menschen.
Und damit schließt sich der Kreis zum Klimawandel. Die Frage, ob Subventionen besser als Steuern sind, oder beide genutzt werden müssen, ist offen. Z.B. wäre eine Abgassteuer merklich sinnvoller, als eine Subvention der EE. Das dumme ist nur, dass der gemeine Bürger bei Steuern sofort auf die Barikarden geht, an Subventionen aber glaubt, gewinnen zu können und die Klappe hält.
Letztlich ist beides eine staatliche Preismanipulation mit lenkendem Ziel. Wenn man die EE 50% günstiger macht, auf Strom aber ohnehin 60% Abgaben hat (70-80% wenn man die Abgaben auf die Mitarbeiter der Stromkonzerne mitzählt), dann ist es letztlich auch nur eine Steuererleichterung oder umgekehrt eben eine höhere Besteuerung von allem anderen. Das Problem ist nur, dass kaum ein Politiker sich wirklich um Klimaschutz bemüht, sondern diesbezügliche Gesetze fast nur als Bonbon für die Wähler erlassen werden und solche Wahlgeschenke definieren sich immer über zusätzliche Ausgaben.
Hätte man das Thema Klimawandel ernst genommen und hätte man 40 Jahre früher begonnen, wären wir heute viel weiter. Alleine schon die Ölkrise 1973 hätte zum Umdenken führen können. VW entwickelte damals schon 4l Autos, der Markt wollte so etwas nicht. Warum? Weil fossile Energieträger viel zu billig verkauft werden. Und genau das ist die Krux.
Aus der gleichen Zeit stammen übrigens BMWs Wasserstoffentwicklung und sämtliche alternativen Antriebskonzepte für Schiffe und Flugzeuge, die heute wieder ausgegraben werden.
Weil Öl zum Teil noch selbstständig aus dem Boden sprudelt, zumindest gibt es noch einige Quellen in Saudi Arabien, in denen quasi ohne Produktionskosten gefördert werden kann, kann dieses Öl prinzipiell auch zum minimalen Kosten verkauft werden. Ebenso mit im Tagebau geförderter Kohle. Billiger geht es nicht, wie soll dagegen eine EE bestehen? Nur, wenn man endlich Abgase sinnvoll und hoch besteuert, wird der Wettbewerb der besten Lösungen funktionieren.
Vergiss Öl. Die aufwendige Förderung in Kanada und die Arktisprojekte sind nichts weiter, als noch schnell eine paar Euro zu machen, bevor die Nachfrage klimabedingt kollabiert. Wir haben weit mehr leicht zugängliche fossile Energieträger (insbesondere wenn man Erdgas mitzählt), als sich die Menschheit in den nächsten 1000 Jahren zu nutzen erlauben kann. Venezuela hat ja schon versucht, sich fürs nicht-anbohren bezahlen zu lassen, die OPEC drosselt selbst bei inflationsbereinigt fallenden Preisen die Förderung nicht mehr und USA und Kanada haben eben angefangen, selbst teure Reservelagerstätten auszubeuten. Weil es heute eben doch noch ein Bisschen Gewinn bringt und jeder genau weiß, dass Öl, dass in 30-50 Jahren noch im Boden steckt, keinen Wert mehr hat.
Das Problem ist halt, dass es eigentlich schon in 3-5 Jahren nicht verkaufbar sein sollte. Aber das erzähl ich jetzt seit 15 Jahren und andere machen das seit 35 Jahren und die Menschheit will offensichtlich die Katastrophe.
Wir sehen aber am Thema NOx und der Dieselaffäire, wie schwer es ist, Besteuerungen oder Verboter umzusetzen. Würde man stattdessen die Elektromobilität mit den hunderten Milliarden subventionieren, die in die Kerntechnik flossen und fließen, hätten wie so billige und gute Elektrofahrzeuge, dass es eine Freude wäre
Da würde ich nicht drauf wetten, die immer wieder postulierten Durchbrüche in der Batterietechnik erweisen sich verdammt oft als chemische Sackgassen und da würde auch viel Geld nichts dran ändern. Aber wenn man in den 70er, 80er und 90ern den ÖV ausgebaut hätte, anstatt ihn zunehmend kaputt zu sparen (und das hätte man schon allein aus städteplanerischen Gründen machen sollen), dann würden wir heute gar nicht so viel über das Thema reden.
Ich wär ja dafür, die verzögerungsbedingten Verteuerungen der Klimaschutzmaßnahmen aus der Rentenkasse zu finanzieren
Gutes Argument!
Es war damals schon absehbar, dass wir hier auf dem Holzweg waren.
Immerhin wurde als Reaktion zu der Zeit massiv in die Kernenergie investiert - auch ein Holzweg, da gerade zu der Zeit auch in D. sich zaghaft das Pflänzchen der Solarenergie regte.
Die Technik wäre ca. 1975 schon vorhanden gewesen...
In die Kerntechnik wurde schon lange vorher viel investiert. Das war immer militärisch begründet. Aber die Fusionsforschung müsste im Zuge der Ölkrise nochmal einen Schub bekommen haben.
3.: Warum sollte das Stromnetz heute für 50 Millionen gleichzeitigt schnellgeladenen Fahrzeugakkua ausgelegt sein? 1900 gab es auch keine Straßen für 50 Millionen Autos, hätte man also auch sein lassen sollen, oder? Kutschen können doch alles besser. Es ist heute überhaupt gar kein Problem, nicht einmal im Ansatz, eine Millionen Elektrofahrzeuge ans Netz zu hängen. Ab ca. fünf Millionen Fahrzeugen beginnt es, dass man über intelligentes Ladeverhalten reden muss, erst ab über ca. zehn Millionen Elektrofahrzeugen würde das heutige Netz Probleme bekommen. Bis wir soweit sind, hat sich aber viel verändert. Also, Füße still halten
Das mag für das großräumige Netz gelten, uns fehlen aber schlicht in jedem Stadtteil die Verteiler, an jedem Bordstein die Zuleitungen. Auch das sind Netz-/Erschließungskosten, genauso wie die später folgenden für den großräumigen Ausbau und Zwischenspeicher, die sich aber auch schon heute bemerkbar machen (siehe Trassendiskussionen). Bei der derzeitigen "Wachstums"geschwindigkeit des Batterie-Auto-Marktes ist die Sache trotzdem kein großes Problem, aber wenn man über die Möglichkeiten künftiger Mobilität redet und insbesondere wenn man einen schnellen Ersatz von Verbrennern durch Batterieautos predigt, muss man das Thema berücksichtigen. Nicht weil es unlösbar wäre, sondern weil es teuer wird. Und es gibt eine ganze Reihe anderer Klimaschutzmaßnahmen, die derzeit mit der Begründung "ist zu teuer" nicht umgesetzt werden.
(Und wie schon oft geäußert: Imho müssen sich Batterieautos da ganz weit hinten anstellen, was die Kosten/Nutzenrechnung angeht.)
Es ist alles nur eine Frage der Energie. Wo willst Du die herbekommen, wann und zu welchen Kosten? Genau das ist unser Problem. Wir betreiben zur Zeit Energieraubbau.
Exakt. DAS ist unser Problem. Nicht Batterieautos und Ladetechnik, sondern die Bereitstellung von Primärenergie relativ zum Gesamtenergieverbrauch. Leider wird sich aber zunehmend auf das Bruchstück "Autofahren" konzentriert, dass allein rein gar keine Abhilfe schaffen kann und in das Investitionen ggf. komplett rausgeschmissenes Geld sind, wenn man die viel wichtigeren Rahmebedingungen nicht regelt. Und die geraten zunehmend aus dem Blick.