Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Seit wann werden Parkplätze zubetoniert?
Autos stehen genau so gut auf Schotter und Gummimatten und was es alles gibt damit die Fläche stabil bleibt ohne Dreck und Pfützen aber auch ohne Beton.

Ob du nun Beton, Asphalt, Schotter, Gras oder sonst was hast, ist egal. Alles ist ökologisch betrachtet tot.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Seit wann werden Parkplätze zubetoniert?
Autos stehen genau so gut auf Schotter und Gummimatten..
Es gibt sogar Fördermittel zum Rückbau versiegelter Flächen
http://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/landespflege/dateien/merkblatt_regenwasser_versickern.pdf

Jeder Tropfen, der ins Grundwasser und nicht direkt ins
Abwassersystem und dann Flüsse gehen hilft. Das wirst
Du aber nicht in alle Köpfe bekommen
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Ob du nun Beton, Asphalt, Schotter, Gras oder sonst was hast, ist egal. Alles ist ökologisch betrachtet tot.

Gras mit verstärktem Boden ist jetzt ökologisch tot? Hä?
Nix zubetoniert. Auch Schotter usw. ist absolut unproblematisch - lässt Wasser durch und wird nicht zum Sumpf wenns mal regnet. Und sollte die Fläche mal aufgegeben werden wird es keine Jahrtausende dauern bis dort wirklich was wachsen kann sondern nur n paar Jahre. Ökologisch tot sind solche Gebiete wie Tschernobyl und die Stadt Pripyat dort - das ist wirklich zubetoniert und versaut bis zum geht nicht mehr. An der Stelle von dem Reaktor wird noch sehr lange nix wachsen. Aber ein Parkplatz mit n paar löcherigen Pflastersteinen hat doch keinerlei Auswirkung. Beton und Asphalt schon, aber davon sind wir längst weg, viele versuchen sich ihre Flächen so zu gestalten das diese nicht nach Betonwüste aussehen. Nicht aus ökologischen Gründen sondern weil das einfach hässlich ist, man kann einen Betonparkplatz nicht hübsch machen, geht nicht.

Es hat sich in letzter Zeit deutlich was getan in der Welt.

Es wird immer mehr aus Holz gebaut und nicht aus Beton (gerade Russland ist in dem Bereich weit voraus was Holzhäuser angeht, aber auch Finnland etc.). Die Häuser werden auch immer sparsamer. Leute verzichten auch auf sonstigen Unfug was der Umwelt und dem Klima gut tut, ist ja nicht so das wir hier solche Betonklötze bauen wo keine Sau leben will und die auch noch die Natur kaputtmachen.
Ich sehe das einfach - man wird den Deutschen nicht ausm Auto ziehen können, das ist etwa so wie Amis und ihre Knarren - egal wie gefährlich, schlecht und dumm es ist, die werden bis zu ihrem Tod die Knarre festhalten und dann stehen die noch als Zombies auf und gehen sich die Knarren holen xD Deswegen muss man an Lösungen arbeiten die diese Faktoren berücksichtigen - die Autokultur die sich entwickelt hat z.B. Und da können wir uns von Tokyo viel abschauen wie man im urbanen Raum mit wenig Platz was macht (robotisierte Tiefgaragen blah).
Und gleichzeitig dafür sorgen das die Autos so klimaneutral betrieben werden können wie möglich - und das geht aktuell nur mit dem E-Auto und erneuerbaren Energiequellen beim laden. Nix anderes auf dem Markt kann das derzeit.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Es gibt sogar Fördermittel zum Rückbau versiegelter Flächen
http://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/landespflege/dateien/merkblatt_regenwasser_versickern.pdf

Jeder Tropfen, der ins Grundwasser und nicht direkt ins
Abwassersystem und dann Flüsse gehen hilft. Das wirst
Du aber nicht in alle Köpfe bekommen

Die Bevölkerung wächst. Es werden immer mehr Flächen benötigt. Ein Rückbau ist daher ein Witz, im Verhältnis zum Verbrauch von ca 80ha/Tag, steigend.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Die Bevölkerung wächst. Es werden immer mehr Flächen benötigt. Ein Rückbau ist daher ein Witz, im Verhältnis zum Verbrauch von ca 80ha/Tag, steigend.

Nachverdichtung klappt auch noch, grade in deutschen Städten sollte das nicht das große Problem sein.

Wiese?
Wir reden von Plätzen, auf denen ständig Autos fahren und parken. Nix mit Wiese.

Du hast doch selbst Gras geschrieben, das ist für mich ne Wiese oder was meinst du?
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Wiese?
Wir reden von Plätzen, auf denen ständig Autos fahren und parken. Nix mit Wiese.



Ja, was verstehst du daran nicht?

Was ist daran bitte schön tot?
Stört das Auto was drauf parkt jetzt nen Hasen oder saugt das Auto das Grundwasser dort ab oder was soll da passieren?

So lange die Fläche nicht komplett zu ist mit Beton oder Asphalt, ist das kein Thema. Und selbst wenns verlassen wird, wächst an der Stelle schon nach wenigen Jahren alles wie immer.

Wir müssen halt irgendwo leben und auch irgendwo unsere Sachen abstellen, dazu gehören halt auch Autos. In der Stadt nicht, aber aufm Land kann man doch parken wie blöde und hat immer noch genug Platz für alles und jeden. Selbst die Wölfe kommen zurück weil die es hier mögen, die Wildschweine fühlen sich sauwohl, der Natur geht es hier recht gut.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Du hast doch selbst Gras geschrieben, das ist für mich ne Wiese oder was meinst du?

Gras ist doch keine Wiese.
Schau dir mal den Standard Rasen an, den du so vorfindest, wenn du durch Vorgärten gehst.
Das ist ökologisch tot.
Und auf einer Wiese parkt kein Auto, denn wenn das so wäre, wäre es keine Wiese mehr.

Was ist daran bitte schön tot?
Stört das Auto was drauf parkt jetzt nen Hasen oder saugt das Auto das Grundwasser dort ab oder was soll da passieren?

Wo regelmäßig Autos parken, lebt kein Hase und langfristig wächst da auch nichts mehr.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Wo regelmäßig Autos parken, lebt kein Hase und langfristig wächst da auch nichts mehr.

Wat?

Gugg mal da rein:
Eingebundener Inhalt
An dieser Stelle findest du externe Inhalte von Youtube. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt.
Für mehr Informationen besuche die Datenschutz-Seite.

Sobald die Menschen einen Ort in Ruhe lassen, wächst das Grünzeugs überall und schafft es auch durch Asphalt und Beton. Und das in recht kurzer Zeit. 1986 haben die dort alles liegen lassen. Video ist von 2015, nach 29 Jahren sieht es da bereits so aus. Nach 500 Jahren werden da nur Bruchstücke rumliegen zwischen den Bäumen.
Die Natur meckert nicht, die nimmt einfach alles was da ist und lebt drauf. Inklusive Schiffswracks und Gebäuden. Die interessiert es nicht was da vorher war.

Die braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur, deswegen sollten wir auch mal was tun um diese nicht noch weiter kaputt zu machen. Und dazu gehört für mich vor allem das jeder Zeit und Geld investiert um das zu erreichen, anstatt das Geld und die Zeit für seinen eigenen Spaß zu verschwenden. Spaß haben kann man auch hinterher wenn es erstmal stabil ist.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Wie hier schon ganz richtig bemerkt wurde: Regelmäßig befahrener und beparkter Boden mit ein paar hartnäckigen Grasbüscheln drauf ist kein Rasen.
Und ein Rasen ist keine Wiese, also eine Fläche mit Kleinbewuchs bei entsprechender Artenvielfalt.
Und selbst die natürlichste, üppige Wiese kommt natürlich nicht einmal ansatzweise an die Wirkung eines natürlichen Mischwaldes mit mehreren Vegetationsebenen und noch höherer Artenvielfalt heran.

Gut, wir reden hier von Flächen, die einen Kompromiss aus Nutzbarkeit und natürlicher ökologischer Funktion darstellen sollen. Da kann man es sich leicht machen: Die gibt es nicht. Was man machen kann ist, Parkflächen so tief unter die Erde zu verlegen, dass darüber noch eine wachtsumsfördernde Erdschichtung möglich ist ODER Parkflächen unter Wohnflächen zu verlegen, damit Platz für Grünflächen frei wird.

Aber erstens geht das auch nicht überall, wenn der Boden bereits gegen Tiefbau empfindlich ist, also beispielsweise wasserführende Schichten zerstört werden etc.. Und zweitens wird gewonnene Fläche lieber für weitere Bauspekulation verwendet.

Wenn man es richtig machen wollte, würde man Städte nicht mehr als künstlicher Koloss in den Resten von Natur begreifen und diese halbarschig durch Grünfächen aufwerten, sondern zukünftig größtenteils autarke Wohneinheiten ins Grüne setzen, dazwischen straff öffentliche Verkehrsmittel setzen und Individualverkehr nur noch bei nachzuweisendem besonderen Bedarf gestatten, wofür dann befestigte Wege genügen. Das ist natürlich reine Utopie.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Die Eltern müssen aber auch verstehen wo ihre Grenzen sind, was sie dem Kind nicht beibringen können und wo sie lieber noch mal extra viel Geld investieren müssen damit die Kinder NICHT in dem Kreis der ewig prekär beschäftigten landen und dazu noch mit Mindestlohn.

Und am Punkt "extra viel Geld investieren" hast du schon wieder die Schere zwischen Armen und reichen Eltern. Letztere denken auch bei ein paar 100 €/Monat für Nachhilfe nicht zweimal nach, erstere hätten dazu gar nicht die Möglichkeit und kommen schon bei ein paar Dutezend € ins grübeln, erst recht wenn sie mehr als ein Kind haben. Ich selbst habe während meiner Schulzeit mein Taschengeld mit Nachhilfe aufgebessert, aber die war nicht für diejenigen, die es am nötigsten hatten...

Bei Studenten erwartet man eigentlich das sie ein vernünftiges Einkommen erzielen sobald sie in der Arbeitswelt ankommen.

Das ist lange vorbei. Die heutige Arbeitswelt ist so dynamisch, dass man 5-6 Jahre im voraus nur noch eingeschränkt sagen kann, was genau benötigt wird und eigentlich ist die Spanne inklusive Einstiegsjobs ja eher 10-20 Jahre. Viele Studiengänge haben auch kein konkretes Berufsbild und umgekehrt viele Berufe keinen konkreten Studiengang. Umgekehrt haben wir aber immer weniger gut bezahlter Jobs, die nicht irgend eine Form von Wissen über Gymnasialniveau erfordern und die Arbeitgeber picken sich dann halt die heraus, die mehr oder minder zufällig das am besten passendste haben. Und auch wenn einen unter den erfolgreichen rückwirkend diejenigen begegnen, die es schon immer besser gewusst haben, und sich fragen, wieso alle anderen so blöd waren: Das ist survivor-bias. Ich habe in meinem unmittelbaren Umfeld Leute, die sind vor 15 Jahren in die Geisteswissenschaften gegangen und verdienen deswegen heute das doppelte von anderen Beispielen aus MINT. Alles ist möglich und in einer immer dynamischeren Welt muss man letztlich sagen: Was Deutschland braucht ist einen buntgemischten Pool von Fachkräften und diejenigen, die gerade gebraucht werden, werden gut verdienen. Diejenigen, deren Studium gerade nicht gebraucht wird, haben aber praktisch nur einen Schulabschluss und 5-6 verschenkte Jahre, und verdienen nicht unbedingt vernünftig. Nur weil alle Leute mit guten Jobs ein Studium haben und die "Akademiker" in allen Statistiken hochziehen, gilt der Umkehrschluss noch lange nicht.
(Zumal man, trotz unseres verkorksten Bildungssystems, natürlich auch einen überdurchschnittlichen Anteil geistig aktiver unter den Studierten hat, und die haben natürlich in allen Jobs überdurchschnittliche Chancen)

Aber eine Anpassung an die tatsächlichen Einkünfte wäre fatal. 3% über 20 Jahre, bei jemandem der ein Startup-Unternehmen gründet und es zu einer 7-8stelligen Summe bringt wären die Summen irre hoch und würden die Gründerszene hier noch weiter kaputtmachen.

Was würde es denn kaputtmachen, wenn ein erfolgreicher Gründer statt einer 8-stelligen Summe eine ... 8-stellige Summe mit nach Hause nimmt? Was die Gründerszene aufhält ist das Risiko, mit einer 6-stelligen Summe und einem Minus davor nach Hause zu kommen. Eine Regelung, die bei ausbleibendem Erfolg nichts kostet, verhindert genau solche Belastungen. Ob man ingesamt überhaupt mehr umlegt, kann man natürlich trotzdem diskutieren, aber das aktuelle Bafög zwingt einen in der primären Bildungsphase zu Rückzahlungen von 25% der (laut HartzIV) für Grundbedürfnisse nötigen monatlichen Einkommens. Für den typischen Gründer, der alles nur erdenkliche in sein Projekt steckt und noch nicht die Gewinnzone erreicht hat, kann das tödlich sein. Bzw.: Wegen genau diesem Grund werden sich Leute, deren Studium nicht von den Eltern finanziert wurde, deutlich häufiger gegen eine Gründung entscheiden. Mein Vorschlag ist zwar nicht so gut wie Stipendien für alle, aber weitaus günstiger für die Gesellschaft, die Studenten ja jetzt schon als faule Schmarotzer brandmarkt.

Der sozialistische Stil mit Hochhäusern und massiven Flächen führt zu urbanen Problemen, das ist bereits sehr bekannt und gut erforscht. Die Nachbarn kennen sich nicht mehr wenn es davon hunderte gibt. Die Flächen zwischen den Hochhäusern werden von den Bewohnern nicht als "ihre" Fläche angesehen, entsprechend kümmern sie sich kein Stück drum. Die Flächen verweisen und brauchen aufwendige Pflege die viel kostet und immer noch hässlich ist.

Das beste ist es vernünftige Häuser mit 5-6 Stockwerken (maximal) zu bauen, denen genug (aber nicht viel) Fläche zu bieten und ein angenehmes zusammenleben zu ermöglichen wo man sich kennt, wo die Sicherheit höher ist und viele andere Sachen einfach funktionieren.

In genau solchen Häusern bin ich groß geworden. Mit Ausnahme der Kinder untereinander (die das auch in Plattenbausiedlungen hinbekommen) kannte man bestenfalls die Leute im gleichen Aufgang, mehrheitlich aber auch nur dem Namen nach. Um Flächen gekümmert wurde sich gar nicht oder gegenläufig: Der eine hat irgendwas, was ihm für die eigene Wohnung zu groß wurde, hinterm Haus eingefplanzt, der nächste hat es abgeschnitten. Wenn ich meine Verwandtschaft überblicke, die recht bunt über beide Bautypen verteilt lebt, kennen alle ungefähr gleich viele Leute aus der Nachbarschaft. Einen viel, viel größeren Unterschied macht Großstadt vs. Kleinstadt (Dorf kann mangels Plattenbaubeispiel nicht ausgewertet werden) und vor allem zugezogen vs. dort aufgewachsen. Je kleiner der Ort, desto besser sind die Leute vernetzt je länger sie dort wohnen. Bei den Großstädtern stammen die Bekanntschaften zu über 90% aus der Schul-, maximal Studienzeit, wenn sie am gleichen Ort sind bzw. aus der Schulzeit der eigenen Kinder über die Elternorganisation untereinander. Aber das sich erwachsene Menschen einfach mal so kennenlernen, scheint mir in allen Bautypen eher unüblich. Das beste Beispiel in meiner Verwandtschaft mit schätzungsweise einem dutzend loser Bekanntschaften rein aus der Nachbarschaft heraus wohnt ausgerechnet in Allende 2, dass (dank Asylbewohnerheimprojekt) wohl zu den wenigen Bundesweit bekannten Ost-Plattenbausiedlungen gehört. Aber die müssten da eben auch schon fast seit Eröffnung wohnen.

Die Flächen die wir hier für die Landwirtschaft subventionieren wären viel besser besser dafür geeignet dort Strom zu generieren. Unter anderem mit PV-Anlagen. Da sollte jemand mal durchrechnen was sich eher lohnt - die besagte Landwirtschaft auf der Fläche oder eine PV-Anlage.

Ökonomisch war das mal so, bis die Vergütungen für Freiflächen massiv gestrichen wurden - und das zu recht, denn ökologisch war es eine Katastrophe. Deutschland ist weit davon entfernt, den Eigenbedarf für Nahrungsmitteln zu decken und während sich Strom, für dessen Erzeugung wir nicht einmal die besten Voraussetzungen haben, verlustarm über große Strecken transportieren lässt, haben viele Agrargüter hohen Ausschuss, wenn sie erst unter erheblicher CO2-Produktion hierher gekart werden müssen. Freiflächenanlagen vergrößern also den für unsere Versorgung nötigen Flächenverbrauch deutlich und sorgen für zusätzliche Emissionen, verglichen mit ökologisch oder kleinräumig konventionell bewirtschafteten Flächen schaden sie auch der einheimischen Biodiversität und natürlich kosten sie im Vergleich zu Landwirtschaft Arbeitsplätze. Der einzige, der davon profitiert hat, war der Betreiber, der sich die höheren Montagekosten einer Dachanlage auf ohnehin versiegelter Fläche sparen konnte und trotzdem voll abkassiert hat - bis genau diese Lücke eben geschlossen wurde.

Da kennst du die Deutschen schlecht. Die würden diese Luxussteuern und Abgaben bezahlen aber nichts damit machen. Die werden auch Verbrenner fahren bis es denen zu teuer wird überhaupt ein Auto zu halten, aber ein E-Auto holen die sich nicht. Konservativ wäre die richtige Beschreibung, verbohrt und verklemmt trifft es aber auch ganz gut.

Und damit habe ich auch kein Problem. Das Ziel lautet doch nicht:
"Jeder soll ein Batterieauto kaufen". Eigentlich dass das beinahe das Gegenteil dessen, was man will. Das Ziel lautet "jeder sollte sowenig wie irgendmöglich mit einem Verbrenner fahren". Wenn die Leute gar nicht mehr fahren: Ziel auch erreicht. Wichtig ist nur Maßnahmen zu finden, die das "irgendmöglich" ohne extreme Bürokratie erreichen. Im Kapitalismus heißt das: Man macht es so teuer, dass jeder selbst nach Alternativen sucht und in den wenigen Fällen, in denen niemand eine findet, werden die Kosten dann halt weiter gegeben.

Wie man sieht, sind die Durchschnitts-Vermögen und Staatsschulden nicht so weit auseinander. Ja, Norwegen hat mehr Geld in dem Sinne, aber nicht viel mehr.

Nur dass das Privatvermögen in Deutschland viel unfairer verteilt ist, du müsstest für die gleiche private Beteiligung an einer Änderung also einen Weg finden, explizit die reichen Deutschen dafür zahlen zu lassen. Findest du den nicht, musst du mit den mittleren Möglichkeiten rechnen (eigentlich sogar eher mit dem untersten Quartil) und da beträgt der Unterschied Faktor 2.

Also ja, wir sind ungefähr genau so wohlhabend, dazu muss man bedenken das hier Industrie sitzt die weit mehr Einfluss und Reichweite und auch Geld hat als das was in Norwegen ist. Öl mal ausgenommen da wir alle ja davon weg wollen.

Wenn du die aktuellen politischen Möglichkeiten Norwegens betrachtest, kannst du Öl aber nicht einfach ausnehmen. Das ist DER zentrale Drehpunkt für absolut alles, was Norwegen betrifft.

Das müssen wir nutzen, wenn wir Industrie 4.0 verpeilen hängen uns die anderen ab und dann sehen die Zahlen weiter oben ganz anders aus.

Bislang haben die Deutschen nicht einmal gepeilt, was "Industrie 4.0" eigentlich sein soll. Unter dem Schlagwort werden hierzulande Millionen (immerhin sind es noch keine Milliarden) für "irgendwas mit Computer" verpulvert, ohne sich zu überlegen, ob es überhaupt etwas bringt. "Industrie 4.0" in Deutschland sind knapp 600 Millionen für kein digitales Mautsystem auf Autobahnen anstelle einfacher Aufkleber, die ein Zehntel gekostet hätten, aber viel zu 2.0 waren.

Ich betrachte mich nicht als Ökosau, aber mein Heimstudio/Arbeitsplatz verballert ordentlich Strom und dank beklopptem Sommerwetter hat sich der Verbrauch mittels Klimaanlage verdoppelt in den Sommermonaten :ugly: Konnte vor 15 Jahren ja keiner ahnen das man hier ohne Klimaanlage keine 2 Gedanken zusammenbekommt in der eigenen Bude im Sommer xD Die übertaktete Hardware mag Umgebungstemperaturen über 30°C jetzt auch nicht wirklich.

Ordentliche Isolierung, beschattete Thermofenster und eine direkte Ableitung der Hardware-Abwärme nach draußen (auch für LED-Beleuchtung gibt es Wasserkühlung) und schon kann die Klimaanlage die meiste Zeit ausbleiben. ;)
(Rest ließt sich gut, aber es gibt immer was zu tun.)

Theoretisch ja. Hier ist alles so getaktet das Busse kaum stehen bleiben. Induktionsladung wäre das einzige was gehen würde, hier haben die doch keine Zeit sich richtig anzuklemmen. Dort wo die Taktung anders ist und die Fahrzeuge an den Endhaltestellen stehen ist das n wenig anders. Machbar ja, auf kurzen Strecken auch ohne Probleme, auf langen Strecken nicht machbar. So n Flixbus mit Batterie wäre lustig xD

Flixbus hatte tatsächlich einen, aber nur wegen der PR. Jetzt haben sie ihn wieder abgeschafft und blockieren Autobahnen mit Verbrennern. Aber Linienbusse "anklemmen" ist ja eben der falsche Weg. Fertig verfügbare Systeme arbeiten mit einem einfachen Abnehmer auf dem Dach (da der Bus ihn nur im Stand nutzt, braucht man keine lange Oberleitung an der Haltestelle, sondern nur einen Arm am gleichen Mast, der auch das Schild trägt) und können somit nach ~10 Sekunden die gesamte restliche Standzeit zum laden nutzen. Vollautomatisch. Die meisten Linien, die ich so kenne, fahren innerstädtisch maximal 2-3 Minuten, ehe sie eine Minute an der Haltestelle stehen. Das heißt man kommt auf 30% Ladezeit und der Verbrauch ist dank Rekuperation ohnehin nicht wahnsinnig hoch. Jeder Bus könnte die Stadt mit einem randvollen Akku verlassen, den er dann in den Vororten mit Fahr- zu Standzeiten-verhältnissen von 1:10 bis 1:20 (Extremfall in Verkehrsarmen Zonen, wenn mehrere Haltestellen passiert werden) langsam aufbraucht, ehe er an der Endhaltestelle noch einmal komplett vollädt. Das ist alles keine große Kunst, Busse nimmt man ja nicht für 100-km-Entfernungen. Lass es im Extremfall 15 km + 5 km Sicherheitsreserve sein, die der Akku vom Stadtrand bis zur Endhaltestelle halten muss.

Selbst wenn man sagt, man stellt den Nahverkehr von "Kommunalpolitik" auf "sinnvoll" um und lässt den Bus vom Kaff direkt in die nächste Stadt auf dessen anderer Seite fahren, also 40-50 km zwischen Zentren, würde mit nachladen an jeder zweiten Station (die außerhalb von Ortschaften haben halt keine Stromleitung in Reichweite) bei den üblichen Geschwindigkeiten der Akku eines Modell 3 für den Fahrbetrieb eines vollwertigen Linienbusses ausreichen. Dass das aktuell nicht gemacht wird, liegt an den einmalig hohen Investitionen für den Ausbau jeder Haltestelle (bei reinen Stadtlinien würde auch erstmal jede 5te oder 10te reichen) und weil es schnell und Publikumswirksam gehen soll. Politiker wollen schließlich nicht mit Ausgaben für Ausbauten, sondern mit Lächeln bei Einweihungen in die Medien kommen.

Aber technisch brauchen wir für den Busverkehr kein H2 in Deutschland und auch keine Fortschritte bei der Batterietechnik. Das ist alles schon da, von internationalen Herstellern zum Teil sogar direkt lieferbar. Was anderes brauchen wir nur für die paar Regionalbahnstrecken, die bis zu 200 km hin- und zurück erreichen und vergleichsweise lange Fahrtabschnitte bei gleich kurzen halten haben, aber nicht frequentiert genug sind für eine Oberleitung. Da tippe ich zwar auch auf Batterie + Nachladen, aber H2 ist zumindest einen Blick wert und wird auch schon erfolgreich angewandt. Alles andere können wir morgen umstellen - es fehlt nur der Wille beziehungsweise es fehlen die Mittel. Weil sie z.B. an die Käufer eines X5 xDrive45e verschenkt werden, an kommerzielle Ladenetzbetreiber, Forschungsprojekte die Autohersteller quasi direkt in Auftrag geben, aber nicht bezahlen, direkte und indirekte Subventionen für den Aufbau ganzer Fabriken, deren Gewinne dann ins Ausland abfließen und an zahlreiche andere Maßnahmen, von denen wieder nur diejenigen profitieren, denen es vorher schon ganz gut ging, während für dass, was dem Klima am meisten bringen würde, "leider kein Geld da ist". :kotz:

Naja wenn wir den Verkehr auch auf mittleren und langen Strecken ausbauen wollen und die Fahrgastzahlen steigen sollen (vom Auto in den Zug) wird der Verbrauch schon merklich ansteigen. Und es sind nicht nur Nebenstrecken nicht elektrifiziert, das beste Beispiel hier ist Chemnitz. Eine Stadt mit ~240.000 Einwohnern, hat keine elektrifizierten Gleise. Das als Nebenstrecke zu bezeichnen ist schon hart. Dort gibt es halt keinen ICE, hatte mal eine Direktverbindung nach Berlin aber die ist schon sehr lange Geschichte. So was hängt die Region auch deutlich ab wenn man für knapp 100km nach Dresden oder Leipzig eben mit dem RB eiern muss und ne Stunde braucht

Also laut Wiki hat Chemnitz einen Draht nach Dresden (und bis Hof in Gegenrichtung) und hatte, auch ohne Strom, mal eine ICE-Anbindung. Genaugenommen war die Route einer der Hauptgründe dafür, dass die ICE TD überhaupt gebaut wurden. Dumm nur, wenn dann (neben technischen Problemen) die Fahrgastzahlen nicht stimmen. Heute kann man das als Henne-Ei-Problem bezeichnen, aber wären die Chemnitzer in den 0ern weniger auf Autos und mehr auf Klima bedacht gewesen, hätten sie den DB-Fernverkehr vermutlich nicht verloren.

Könnte man, aber es dümpelt eine riesige Flotte rum die eben umgerüstet werden muss. Viele fahren ja mit Generatoren und Elektroantrieb dahinter, ist also nicht schwer diese umzurüsten.

Quatsch. Diesellektrisch fahren nur Kreuzfahrer, Fähren, Forschungsschiffe und zum Teil das Militär. Alles, was sowieso nur eine konstante Geschwindigkeit braucht, setzt auf den spürbar effizienteren (und günstigeren) Direktantrieb. Bei Fischern oft mit einem Zweiganggetriebe für Marsch- und für Schleppfahrt. Die großen Frachterflotten dagegen kannst du nicht einfach umrüsten, die musst du ersetzen - und dann kannst du gleich Segler bauen, denn trotz ihrer Größe eigenen sie sich aufgrund der Fahrtstrecken kaum für Batterieantrieb. Die Effizienz verglichen mit LKWs ist zwar mindestens Faktor 4 besser, aber selbst mit Faktor 10 würde man, bei vergleichbarem Anteil der Batterien an der Gesamtmasse, nur um die 5000 km Reichweite schaffen. Das reicht nicht einmal, um die heutigen, Längenoptimierten Routen beizubehalten, geschweige denn um sie ohne (verdammt lange!) Ladepausen zu fahren.
(Bei der Binnenschifffahrt sieht die Lage anders aus. Die kann praktisch nicht segeln, dafür aber sogar Abschnittsweise Oberleitungnen und Schlepp von Land aus nutzen, wie Kanalprojekte bewiesen haben. Da sollten Batterien funktionieren, auch wenn bei unserer heutigen nicht-dichte möglicherweise H2 eine sinnvolle Ergänzung darstellt)

Naja unpraktisch würde ich coole Autos nicht nennen, so n Ford F-150 Raptor ist alles andere als unpraktisch

Find ich aber nicht cool :P Ranchero oder Camino - gerne. Aber F-150 ist einfach nur der verzweifelte Versuch, einen auf dicke Hose zu machen, obwohl man sich keinen H1 traut/leisten kann.

Ich hoffe mal die Preise für das parken steigen hier, wenn so ein Parkplatz in der Stadt 500€ im Monat kostet (nicht unrealistisch gemessen an den aktuellen Mieten pro m² und Preisen in anderen Teilen der Welt wie in Tokyo) werden die Leute sich 10x überlegen ob so ne Karre die richtige Lösung ist um den eigenen Hintern zu bewegen. Das dürfte auch die Dörfler dazu bewegen ihre Autos im Dorf zu lassen.

Solange die Kosten dann auch wirklich pro Monat und Nutzer erhoben werden und nicht runtergerechnet auf Stunden: Gerne. Leider geht der Trend (siehe Neuregelung von Anwohnerparken) gerade in die genaue falsche Richtung. Am Ende ist es dann für die Pendler, die nur kurze Zeit in der Stadt stehen, aber aufgrund der gefahrenen Strecken den meisten Dreck produzieren, nur wenig teurer. Aber "in der Stadt wohnen und sich ein Auto leisten" wird unmöglich und das beutet im Umkehrschluss "entweder in der Stadt wohnen und diese niemals verlassen" oder "aus der Stadt rausziehen und pendeln". Ich weiß, welche Option ich wählen würde und sie ist definitiv kein Fortschritt fürs Klima.


Seit wann werden Parkplätze zubetoniert?

Seitdem man sie aus Bodenschutzgründen nicht mehr teert?

Autos stehen genau so gut auf Schotter und Gummimatten und was es alles gibt damit die Fläche stabil bleibt ohne Dreck und Pfützen aber auch ohne Beton.

Wird aber kaum angewendet, weil es meistens teurer ist (Lochsteine müssen gesetzt werden, Kies regelmäßig neu geebenet) und für Gehbehinderte sowie solche, die es werden wollen (Pfennigabsätze) zu Problemen führt. Weiß nicht, wie es in deiner Region ist, aber ich hab an vielen Ecken Deutschlands gewohnt und überall waren 95+% der Parkflächen betoniert.


Gras mit verstärktem Boden ist jetzt ökologisch tot? Hä?
Nix zubetoniert. Auch Schotter usw. ist absolut unproblematisch - lässt Wasser durch und wird nicht zum Sumpf wenns mal regnet. Und sollte die Fläche mal aufgegeben werden wird es keine Jahrtausende dauern bis dort wirklich was wachsen kann sondern nur n paar Jahre.

Bis das der Fall ist, ist die Fläche aber ökologisch ohne Funktion mithin tot.

Ökologisch tot sind solche Gebiete wie Tschernobyl und die Stadt Pripyat dort - das ist wirklich zubetoniert und versaut bis zum geht nicht mehr. An der Stelle von dem Reaktor wird noch sehr lange nix wachsen.

Hast du dir mal Bilder von Pripyat angeguckt? Die belegen eigentlich ganz gut, dass Plattenbeton mit ohnehin vorhandenen Spalten binnen 30 Jahren von der Natur zurückerobert werden kann, wenn sich gar keiner mehr darum kümmert. Und wenn man drum rum noch ein paar nichtbetonierte Flächen hat, kann das sogar ökologisch wertvoll werden. Letzteres ist aber ein wichtiger Bestandteil beim heutigen, ökologisch sehr positiv zu bewertenden Zustand von Pripyat: Die Stadt war, wie die meisten sozialistischen Planstädte mit ihren großen unversiegelten Freiflächen, schon vor der Aufgabe nicht ökologisch tot, sondern bot weitaus mehr Natur, als die durchschnittliche heutige deutsche Großstadt.


Und zum ökologischen Bauen: Guck dir an, was für lasche Vorgaben in Deutschland immer noch nicht gemacht werden, weil sie eine zu große Beeinträchtigung wären. Es gibt heute mehr Leute, die sich da mehr Gedanken drüber machen, als früher, aber das ist so ähnlich wie mit "es gibt mehr Batterieautos": Von 1% auf 2% ist auch eine Verdoppelung. Die breite Masse achtet nur wegen der Heizkosten auf Isolierung, nur im Rahmen von Subventionen auf Energieproduktion und nur soweit, wie es vorgeschrieben wird, auf Bodenversiegelung. In den 10ern hatten wir selbst beim Privathaus einen Trend weg von der Grundstücksbegrünung hin zu Steingärten und Kiesflächen, weil pflegeleicht >>>> naturülich/CO2-absorbierend/Insekten versorgend/etc.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

@ruyven
Natürlich fahren die meisten Züge Dieselelektrisch und nicht mechanisch oder hydraulisch...

Edit:
Natürlich nur auf Züge bezogen die mit Dieselkraftstoff fahren.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Und am Punkt "extra viel Geld investieren" hast du schon wieder die Schere zwischen Armen und reichen Eltern. Letztere denken auch bei ein paar 100 €/Monat für Nachhilfe nicht zweimal nach, erstere hätten dazu gar nicht die Möglichkeit und kommen schon bei ein paar Dutezend € ins grübeln, erst recht wenn sie mehr als ein Kind haben. Ich selbst habe während meiner Schulzeit mein Taschengeld mit Nachhilfe aufgebessert, aber die war nicht für diejenigen, die es am nötigsten hatten...

Nicht nur Geld, es ist auch Zeit. Der Stadtbewohner mit höherem Einkommen lebt in der Stadt, kommt in ner halben Stunde von der Arbeit heim und kann sich dann entsprechend bei Projekten einsetzen. Der Pendler 100km weiter verballert 1-3h für den Rückweg und ist müde und angepisst und hat oft keine Zeit einfach mal paar Stunden abends noch irgendwas zu tun. Das sehe ich hier bei diversen Projekten auch, egal ob es um die Gründerszene geht oder andere wichtige Projekte, dort sind fast nur Städter anwesend - was man auch deutlich sieht (sind mitm Fahrrad angeradelt, haben kein Autoschlüssel am Schlüsselbund, reden über die Stadt und ihre Abendgestaltung hier usw.) - das ist auch ein Faktor. Natürlich bin ich da biased weil ich mit entsprechenden Leuten in Kontakt komme die eben in diesen Kreisen verkehren und mit dem Rest habe ich wenig Kontakt - aber ich merke auch das Leute vom Land kaum was in diesen Kreisen tun weil sie einfach nicht anwesend sind.

Das ist lange vorbei. Die heutige Arbeitswelt ist so dynamisch, dass man 5-6 Jahre im voraus nur noch eingeschränkt sagen kann, was genau benötigt wird und eigentlich ist die Spanne inklusive Einstiegsjobs ja eher 10-20 Jahre. Viele Studiengänge haben auch kein konkretes Berufsbild und umgekehrt viele Berufe keinen konkreten Studiengang. Umgekehrt haben wir aber immer weniger gut bezahlter Jobs, die nicht irgend eine Form von Wissen über Gymnasialniveau erfordern und die Arbeitgeber picken sich dann halt die heraus, die mehr oder minder zufällig das am besten passendste haben. Und auch wenn einen unter den erfolgreichen rückwirkend diejenigen begegnen, die es schon immer besser gewusst haben, und sich fragen, wieso alle anderen so blöd waren: Das ist survivor-bias. Ich habe in meinem unmittelbaren Umfeld Leute, die sind vor 15 Jahren in die Geisteswissenschaften gegangen und verdienen deswegen heute das doppelte von anderen Beispielen aus MINT. Alles ist möglich und in einer immer dynamischeren Welt muss man letztlich sagen: Was Deutschland braucht ist einen buntgemischten Pool von Fachkräften und diejenigen, die gerade gebraucht werden, werden gut verdienen. Diejenigen, deren Studium gerade nicht gebraucht wird, haben aber praktisch nur einen Schulabschluss und 5-6 verschenkte Jahre, und verdienen nicht unbedingt vernünftig. Nur weil alle Leute mit guten Jobs ein Studium haben und die "Akademiker" in allen Statistiken hochziehen, gilt der Umkehrschluss noch lange nicht.
(Zumal man, trotz unseres verkorksten Bildungssystems, natürlich auch einen überdurchschnittlichen Anteil geistig aktiver unter den Studierten hat, und die haben natürlich in allen Jobs überdurchschnittliche Chancen)

Ja klar ist die Arbeitswelt dynamisch, ich weiß das auch. Ohne meine 3 Sprachen (ink. Übersetzer-Erfahrung im Ausland) , Wissen und Erfahrungen aus Audio&Videobereichen, speziellen Plattformen (für die es keine Ausbildung/Studium gibt da die Platformen teils wenige Jahre alt sind, das ist zu kurz um irgendwo in unserem Bildungssystem eingebunden zu sein) und vielen anderen Sachen die man nicht in einem Studiengang bekommt (eher verteilt über 3-4-5 davon) - da hätte ich den Job nicht. Das wusste ich aber auch schon sehr früh das man sich recht breit aufstellen muss, auch durch die Kontakte zu Amerikanern wusste ich das dies dort sehr geschätzt wird - entweder ist man hart spezialisiert oder man ist ein Multitalent und scheut es nicht sich selbst überall einzuarbeiten um entsprechend in sehr vielen Bereichen aushelfen zu können und viel abzudecken. Startups suchen gezielt nach solchen Leuten weil wegen begrenztem Budget da einfach keine 10 Leute drin sind sondern nur 3 und die muss man auch noch finden - diese 3 sind dann zwar nicht so gut in den einzelnen Bereichen - können aber problemlos einspringen/wechseln ohne das die Produktivität komplett zusammenbricht. Genau deswegen kann ich mit den Kunden bei uns in Englisch, Deutsch und Russisch arbeiten und die gesamte Firma besteht aus Leuten die bi&trilingual unterwegs sind und das sehr gut... Ausgenommen Amis, die können nur Englisch xD
Das steife Bildungssystem hier erlaubt es nicht Multitalente zu fördern, sie bleiben in ihrem ausgesuchten Bereich hängen und müssen entweder mehrere Abschlüsse machen oder sich irgendwie privat drum kümmern was sehr viel Zeit und Geld kostet und entsprechend auch nur wenigen
Es wird sich über Zeit ändern, muss es auch sonst fallen wir zurück. Die Zeiten wo man ein Studium ausgesucht hat, schon im Studium entsprechende Kontakte knüpfen konnte und dann bis zur Rente in 1-2 Firmen fest angestellt war sind vorbei. Projektbezogene Arbeit usw. wird immer wichtiger und DORT sitzt auch das Geld. Aber auch das ist fast alles den Akademikern vorbehalten, gerade im MINT-Bereich.

Was würde es denn kaputtmachen, wenn ein erfolgreicher Gründer statt einer 8-stelligen Summe eine ... 8-stellige Summe mit nach Hause nimmt? Was die Gründerszene aufhält ist das Risiko, mit einer 6-stelligen Summe und einem Minus davor nach Hause zu kommen. Eine Regelung, die bei ausbleibendem Erfolg nichts kostet, verhindert genau solche Belastungen. Ob man ingesamt überhaupt mehr umlegt, kann man natürlich trotzdem diskutieren, aber das aktuelle Bafög zwingt einen in der primären Bildungsphase zu Rückzahlungen von 25% der (laut HartzIV) für Grundbedürfnisse nötigen monatlichen Einkommens. Für den typischen Gründer, der alles nur erdenkliche in sein Projekt steckt und noch nicht die Gewinnzone erreicht hat, kann das tödlich sein. Bzw.: Wegen genau diesem Grund werden sich Leute, deren Studium nicht von den Eltern finanziert wurde, deutlich häufiger gegen eine Gründung entscheiden. Mein Vorschlag ist zwar nicht so gut wie Stipendien für alle, aber weitaus günstiger für die Gesellschaft, die Studenten ja jetzt schon als faule Schmarotzer brandmarkt.

Gründer sind nicht dumm. Sie finden immer Lücken in Gesetzen um so viel wie möglich von ihrem Kapital zu behalten. Und wenn sie dafür den Firmensitz wechseln und zum Steuerzahler im anderen Land werden müssen - dann tun sie dies auch. Diese Regelung haben wir übrigens, Privatinsolvenz, 6 Jahre waren es glaub ich, danach ist man komplett schuldenfrei und kann weitermachen wie man will. Klar, das ist eine lange Zeit, aber für eine gescheiterte Unternehmensgründung mit massiven Schulden ist das noch OK.
Das die aktuelle Rückzahlung die Leute daran hindert was zu gründen liegt aber auch daran das sie hier wenige gut bezahlte Jobs nach dem Studium finden wo sie diese Summe innerhalb von 6-12 Monaten komplett zurückzahlen können ohne wen zu fragen. Oft werden Firmengründungen parallel zu einem normalen Job ausgearbeitet weil die Leute noch was essen wollen :) Stipendien sind aber die beste Lösung. Für alle die nicht komplett aus dem Elternhaus finanziert werden und vernünftige Leistungen zeigen (also genug um den Abschluss zu schaffen) - zahlen und gut ist. Der größte Vorteil bei uns ist ja das man hier kostenlos studieren kann und praktisch ohne Schulden rauskommt, in vielen anderen Ländern ist das nicht so.

In genau solchen Häusern bin ich groß geworden. Mit Ausnahme der Kinder untereinander (die das auch in Plattenbausiedlungen hinbekommen) kannte man bestenfalls die Leute im gleichen Aufgang, mehrheitlich aber auch nur dem Namen nach. Um Flächen gekümmert wurde sich gar nicht oder gegenläufig: Der eine hat irgendwas, was ihm für die eigene Wohnung zu groß wurde, hinterm Haus eingefplanzt, der nächste hat es abgeschnitten. Wenn ich meine Verwandtschaft überblicke, die recht bunt über beide Bautypen verteilt lebt, kennen alle ungefähr gleich viele Leute aus der Nachbarschaft. Einen viel, viel größeren Unterschied macht Großstadt vs. Kleinstadt (Dorf kann mangels Plattenbaubeispiel nicht ausgewertet werden) und vor allem zugezogen vs. dort aufgewachsen. Je kleiner der Ort, desto besser sind die Leute vernetzt je länger sie dort wohnen. Bei den Großstädtern stammen die Bekanntschaften zu über 90% aus der Schul-, maximal Studienzeit, wenn sie am gleichen Ort sind bzw. aus der Schulzeit der eigenen Kinder über die Elternorganisation untereinander. Aber das sich erwachsene Menschen einfach mal so kennenlernen, scheint mir in allen Bautypen eher unüblich. Das beste Beispiel in meiner Verwandtschaft mit schätzungsweise einem dutzend loser Bekanntschaften rein aus der Nachbarschaft heraus wohnt ausgerechnet in Allende 2, dass (dank Asylbewohnerheimprojekt) wohl zu den wenigen Bundesweit bekannten Ost-Plattenbausiedlungen gehört. Aber die müssten da eben auch schon fast seit Eröffnung wohnen.

Denk etwas weiter. Ich weiß was in Russland passiert, wie verwahrlost und gruselig diese großen Mietskasernen sind, wo dazwischen der Wind pfeift und alle drauf pfeifen weil keiner sich zuständig fühlt.
Sieh dir mal die Altbauten hier an, so 4-5 Stockwerke, mit nem Laden unten drin und so 6-8 Wohnungen drüber, mit einem kleinen Hinterhof der abgezäunt ist - da kennt man sich, da geht man mit den Nachbarn mal grillen im Hinterhof und pflegt diesen auch, da stehen dann auch schöne Gartenmöbel und es ist viel ruhiger und sicherer, die Leute kümmern sich um die Pflanzen dort und investieren von sich aus Zeit und Geld.
Keine einzige Platte kann so was bieten, egal ob die typischen 5-6 Stockwerke oder die massiven mit 9+ Stockwerken wo man dann über 100 Parteien im Haus hat und man mit Glück 10 von denen kennt - aber mehr per Zufall als alles andere.
Und doch, Erwachsene lernen sich kennen. Meist sind es aber bestehende Gemeinschaften wo die neuen Mieter dann integriert werden (Gartenparty whatever reicht ja schon, wenn man ausm Fenster sieht und unten 10-20 Leute stehen die im selben Haus wohnen kommt man schon runter aufn Bierchen wenn man neu ist). Gibt es keine, bildet sich meistens aber auch nichts daraus.

Ökonomisch war das mal so, bis die Vergütungen für Freiflächen massiv gestrichen wurden - und das zu recht, denn ökologisch war es eine Katastrophe. Deutschland ist weit davon entfernt, den Eigenbedarf für Nahrungsmitteln zu decken und während sich Strom, für dessen Erzeugung wir nicht einmal die besten Voraussetzungen haben, verlustarm über große Strecken transportieren lässt, haben viele Agrargüter hohen Ausschuss, wenn sie erst unter erheblicher CO2-Produktion hierher gekart werden müssen. Freiflächenanlagen vergrößern also den für unsere Versorgung nötigen Flächenverbrauch deutlich und sorgen für zusätzliche Emissionen, verglichen mit ökologisch oder kleinräumig konventionell bewirtschafteten Flächen schaden sie auch der einheimischen Biodiversität und natürlich kosten sie im Vergleich zu Landwirtschaft Arbeitsplätze. Der einzige, der davon profitiert hat, war der Betreiber, der sich die höheren Montagekosten einer Dachanlage auf ohnehin versiegelter Fläche sparen konnte und trotzdem voll abkassiert hat - bis genau diese Lücke eben geschlossen wurde.

Den Eigenbedarf an Nahrungsmittel werden wir hier auch nicht decken. Der Bedarf hat sich gewandelt, viele Leute zählen dazu auch Sachen die hier einfach nicht wachsen können, also wird es sowieso transportiert. Ich sehe auch keinen wichtigen Grund hier den Eigenbedarf komplett im eigenen Land decken zu wollen wenn wir eh weniger Flächen und immer weniger Bauern haben, wozu auch? Klar es wäre schon wenn alles regional und Bio wäre und sonstwas, aber dafür fehlt hier alles.
Strom sollte das Land dann doch selbst bereitstellen können weil das eine kritische Infrastruktur ist, ein Blackout hat sofort massive Auswirkungen, der Ernteausfall z.B. nicht sofort und da kann man woanders problemlos einkaufen - die Preise steigen moderat. Ich sehe Deutschland als ein Industrieland, nicht als ein Agrarland. Dafür sind die Voraussetzungen hier einfach nicht optimal um eine wirklich gute Landwirtschaft aufzubauen die ohne Finanzspritzen konkurrenzfähig wäre.
Natürlich wäre es einfacher die PV-Anlagen erstmal dorthin zu packen wo eh schon alles zubetoniert ist, aber große Solarparks in guter Lage sind nicht zu unterschätzen und davon sollten wir hier deutlich mehr haben.

Und damit habe ich auch kein Problem. Das Ziel lautet doch nicht:
"Jeder soll ein Batterieauto kaufen". Eigentlich dass das beinahe das Gegenteil dessen, was man will. Das Ziel lautet "jeder sollte sowenig wie irgendmöglich mit einem Verbrenner fahren". Wenn die Leute gar nicht mehr fahren: Ziel auch erreicht. Wichtig ist nur Maßnahmen zu finden, die das "irgendmöglich" ohne extreme Bürokratie erreichen. Im Kapitalismus heißt das: Man macht es so teuer, dass jeder selbst nach Alternativen sucht und in den wenigen Fällen, in denen niemand eine findet, werden die Kosten dann halt weiter gegeben.
Noch mal, den Deutschen bekommst du nicht aus seinem Auto (zumindest die älteren hier, die Jugend ist da etwas sensibler). Das ist genau dasselbe Spiel wie Amis und Knarren, das kann man denen nicht wegnehmen.
Die Lösung ist also - Leute vom Verbrenner ins E-Auto setzen. Warum E-Auto? Na weil das hier aufm Markt verfügbar ist und mittlerweile mit ner guter Auswahl, inklusive Transporter blubb. Da ist für jeden was dabei.


Nur dass das Privatvermögen in Deutschland viel unfairer verteilt ist, du müsstest für die gleiche private Beteiligung an einer Änderung also einen Weg finden, explizit die reichen Deutschen dafür zahlen zu lassen. Findest du den nicht, musst du mit den mittleren Möglichkeiten rechnen (eigentlich sogar eher mit dem untersten Quartil) und da beträgt der Unterschied Faktor 2.

Reiche Leute lassen sich nicht drauf ein. Klar es gibt einige von denen die klar und offen sagen - ja, ich würde auch mehr Steuern zahlen und bin bereit so und so weit zu gehen, ich spende auch Summe X etc. Aber so sind bei weitem nicht alle wohlhabenden hier und wenn es denen ans Geld geht nutzen sie alles mögliche um so viel von dem Geld zu behalten wie möglich, mit allen Mitteln inklusive Grauzonen.
Die Einkommensverteilung sollte sich auch verbessern ansonsten haben wir bald an jeder Ecke wieder Fotos von schönen reichen Mädels vor dem Gucci-Laden mit einem Obdachlosen im Bild. Und die Mittelklasse wandert aus (aussterben wird sie nicht, die Mittelklasse hat genug Wissen, Erfahrung und Kapital um abzuhauen, sind ja keine Dinosaurier).

Wenn du die aktuellen politischen Möglichkeiten Norwegens betrachtest, kannst du Öl aber nicht einfach ausnehmen. Das ist DER zentrale Drehpunkt für absolut alles, was Norwegen betrifft.

Politisch - ja. Aber wie lange? Andere Länder haben vom Öl längst umgesattelt. Das schöne an Öl ist - so lange man es hat und daran noch Bedarf herrscht kann man damit richtig viel Geld machen und sich andere gewinnbringende Einkommensquellen erarbeiten. Dubai any1?
Wir haben kein Öl, wir haben fähige Leute und starke Industrie in anderen Bereichen. Das wird uns vorantreiben. Das hat Norwegen nicht. Sie haben keine Autokonzerne die weltweit bekannt sind. Oder Chemiekonzerne die ebenso weltweit bekannt sind. Und die Liste ist sehr lang.

Bislang haben die Deutschen nicht einmal gepeilt, was "Industrie 4.0" eigentlich sein soll. Unter dem Schlagwort werden hierzulande Millionen (immerhin sind es noch keine Milliarden) für "irgendwas mit Computer" verpulvert, ohne sich zu überlegen, ob es überhaupt etwas bringt. "Industrie 4.0" in Deutschland sind knapp 600 Millionen für kein digitales Mautsystem auf Autobahnen anstelle einfacher Aufkleber, die ein Zehntel gekostet hätten, aber viel zu 2.0 waren.

Wir haben aber auch sonstwelche Summen in Projekten wie BER und Stuttgart21 versenkt. Jede Regierung macht Fehler, es kann immer was schief gehen. Die Industrie 4.0 wird sich nicht aufhalten lassen.
Und ein digitales Mautsystem mit NFC-Aufklebern zu entwerfen welche dann an der Durchfahrt aktiviert werden - dazu waren die auch zu blöd. Die Technik existiert bereits und ist in jedem Laden als Diebstahlschutz integriert, die kann man aber auch für mehr nutzen als billige Klamotten vor Langfingern zu schützen...
Die kriegen sich noch ein.

Ordentliche Isolierung, beschattete Thermofenster und eine direkte Ableitung der Hardware-Abwärme nach draußen (auch für LED-Beleuchtung gibt es Wasserkühlung) und schon kann die Klimaanlage die meiste Zeit ausbleiben. ;)
(Rest ließt sich gut, aber es gibt immer was zu tun.)

Mietskaserne. Keine Möglichkeit sich durch den Granitblock zu beißen der sich Vermieter schimpft. Ich habe dem angeboten eine fest verbaute Klimaanlage auf eigene Kosten zu installieren und diese auch unentgeltlich drin zu lassen, mit den Handwerkern seiner Wahl - nö wollen wir nicht, die Wände bleiben ganz... Umzug ist aber geplant, keine Angst.
Und Hardware-Abwärme transportieren wäre möglich, bräuchte dann aber isolierte Schläuche die mit einer Fensterdurchführung arbeiten, wie stellste dir das bitte vor bei mobilen Lichtquellen?) Das Konzept will ich mal sehen xD

Flixbus hatte tatsächlich einen, aber nur wegen der PR. Jetzt haben sie ihn wieder abgeschafft und blockieren Autobahnen mit Verbrennern. Aber Linienbusse "anklemmen" ist ja eben der falsche Weg. Fertig verfügbare Systeme arbeiten mit einem einfachen Abnehmer auf dem Dach (da der Bus ihn nur im Stand nutzt, braucht man keine lange Oberleitung an der Haltestelle, sondern nur einen Arm am gleichen Mast, der auch das Schild trägt) und können somit nach ~10 Sekunden die gesamte restliche Standzeit zum laden nutzen. Vollautomatisch. Die meisten Linien, die ich so kenne, fahren innerstädtisch maximal 2-3 Minuten, ehe sie eine Minute an der Haltestelle stehen. Das heißt man kommt auf 30% Ladezeit und der Verbrauch ist dank Rekuperation ohnehin nicht wahnsinnig hoch. Jeder Bus könnte die Stadt mit einem randvollen Akku verlassen, den er dann in den Vororten mit Fahr- zu Standzeiten-verhältnissen von 1:10 bis 1:20 (Extremfall in Verkehrsarmen Zonen, wenn mehrere Haltestellen passiert werden) langsam aufbraucht, ehe er an der Endhaltestelle noch einmal komplett vollädt. Das ist alles keine große Kunst, Busse nimmt man ja nicht für 100-km-Entfernungen. Lass es im Extremfall 15 km + 5 km Sicherheitsreserve sein, die der Akku vom Stadtrand bis zur Endhaltestelle halten muss.

Selbst wenn man sagt, man stellt den Nahverkehr von "Kommunalpolitik" auf "sinnvoll" um und lässt den Bus vom Kaff direkt in die nächste Stadt auf dessen anderer Seite fahren, also 40-50 km zwischen Zentren, würde mit nachladen an jeder zweiten Station (die außerhalb von Ortschaften haben halt keine Stromleitung in Reichweite) bei den üblichen Geschwindigkeiten der Akku eines Modell 3 für den Fahrbetrieb eines vollwertigen Linienbusses ausreichen. Dass das aktuell nicht gemacht wird, liegt an den einmalig hohen Investitionen für den Ausbau jeder Haltestelle (bei reinen Stadtlinien würde auch erstmal jede 5te oder 10te reichen) und weil es schnell und Publikumswirksam gehen soll. Politiker wollen schließlich nicht mit Ausgaben für Ausbauten, sondern mit Lächeln bei Einweihungen in die Medien kommen.

Aber technisch brauchen wir für den Busverkehr kein H2 in Deutschland und auch keine Fortschritte bei der Batterietechnik. Das ist alles schon da, von internationalen Herstellern zum Teil sogar direkt lieferbar. Was anderes brauchen wir nur für die paar Regionalbahnstrecken, die bis zu 200 km hin- und zurück erreichen und vergleichsweise lange Fahrtabschnitte bei gleich kurzen halten haben, aber nicht frequentiert genug sind für eine Oberleitung. Da tippe ich zwar auch auf Batterie + Nachladen, aber H2 ist zumindest einen Blick wert und wird auch schon erfolgreich angewandt. Alles andere können wir morgen umstellen - es fehlt nur der Wille beziehungsweise es fehlen die Mittel. Weil sie z.B. an die Käufer eines X5 xDrive45e verschenkt werden, an kommerzielle Ladenetzbetreiber, Forschungsprojekte die Autohersteller quasi direkt in Auftrag geben, aber nicht bezahlen, direkte und indirekte Subventionen für den Aufbau ganzer Fabriken, deren Gewinne dann ins Ausland abfließen und an zahlreiche andere Maßnahmen, von denen wieder nur diejenigen profitieren, denen es vorher schon ganz gut ging, während für dass, was dem Klima am meisten bringen würde, "leider kein Geld da ist". :kotz:

Die Taktung ist hier ganz anders. Der Bus hält selten, nur sehr kurz, steht kaum an den Endhaltestellen (nur an bestimmten Zeiten steht der dort rum weil der sonst in den Takt von 30min nicht passen würde). Busse sind hier aber selten, Straßenbahn und S-Bahn regelt hier und sie sind elektrisch.
Buslinien sind außerhalb der Stadt und da sind diese Lösungen eventuell machbar. Das ist aber auch MDV und bis die irgendwas tun haben wir bereits Jetpacks. Die kriegen es ja nicht mal hin den Takt mit der DB und LVB hier abzustimmen damit ihre Buslinie die Leute in beide Richtungen an den Haltestellen durchreichen kann - das einzige was sie hinbekommen ist die Tatsache das man 10-20min bei jedem Dreckswetter warten muss - egal wohin man fährt. Und wenn sie den SEV für die DB hier organisieren gibt es folgendes: keiner weiß wo der SEV abfährt. Keiner weiß wo der SEV lang fährt. Keiner weiß WANN der SEV fährt. Niemand bei keiner Firma weiß überhaupt das der SEV existiert, es gibt nur eine grobe Ahnung das da was geben könnte. Niemand ist zuständig. Es fahren allerlei Fahrzeuge inklusive Kleintransporter für 9 Sitze. Bei Zugausfällen mit 500+ Plätzen (S-Bahn halt). Fahrer kennen die Strecken nicht und werden durch Fahrgäste ink. Google Maps durchgeleitet.
Das letzte was der Saftladen hier braucht, sind Fahrzeuge die nach Plan irgendwo unterwegs laden sollen und keinen Tank haben der für mehrere Tage rumgondeln ausreicht.

Also laut Wiki hat Chemnitz einen Draht nach Dresden (und bis Hof in Gegenrichtung) und hatte, auch ohne Strom, mal eine ICE-Anbindung. Genaugenommen war die Route einer der Hauptgründe dafür, dass die ICE TD überhaupt gebaut wurden. Dumm nur, wenn dann (neben technischen Problemen) die Fahrgastzahlen nicht stimmen. Heute kann man das als Henne-Ei-Problem bezeichnen, aber wären die Chemnitzer in den 0ern weniger auf Autos und mehr auf Klima bedacht gewesen, hätten sie den DB-Fernverkehr vermutlich nicht verloren.
Dresden - ja, aber das nützt einem nur wenn man Dresden oder östlich gelegene Länder besuchen will. Alles andere inklusive aller Flughäfen etc. wird über Leipzig angefahren, Chemnitz>Leipzig>Berlin & der gesamte Westen. Also egal wohin man will, die erste Stunde verbringt man in einem Regio der rumstinkt und langsam ist. So bekommt man die Autofahrer NICHT in den Zug :) Es ist einem ja piepegal ob die Henne zuerst da war oder das Ei, aber eine Lösung für die armen 243.000 Leute wäre mal angebracht :ugly:
Das ist ja nun wirklich kein Dorf. Die haben dort sogar recht brauchbare Festivals, haben n neues Messegelände gebaut, aber wie Leute dahinkommen sollen haben die jetzt nicht überlegt.

Quatsch. Diesellektrisch fahren nur Kreuzfahrer, Fähren, Forschungsschiffe und zum Teil das Militär. Alles, was sowieso nur eine konstante Geschwindigkeit braucht, setzt auf den spürbar effizienteren (und günstigeren) Direktantrieb. Bei Fischern oft mit einem Zweiganggetriebe für Marsch- und für Schleppfahrt. Die großen Frachterflotten dagegen kannst du nicht einfach umrüsten, die musst du ersetzen - und dann kannst du gleich Segler bauen, denn trotz ihrer Größe eigenen sie sich aufgrund der Fahrtstrecken kaum für Batterieantrieb. Die Effizienz verglichen mit LKWs ist zwar mindestens Faktor 4 besser, aber selbst mit Faktor 10 würde man, bei vergleichbarem Anteil der Batterien an der Gesamtmasse, nur um die 5000 km Reichweite schaffen. Das reicht nicht einmal, um die heutigen, Längenoptimierten Routen beizubehalten, geschweige denn um sie ohne (verdammt lange!) Ladepausen zu fahren.
(Bei der Binnenschifffahrt sieht die Lage anders aus. Die kann praktisch nicht segeln, dafür aber sogar Abschnittsweise Oberleitungnen und Schlepp von Land aus nutzen, wie Kanalprojekte bewiesen haben. Da sollten Batterien funktionieren, auch wenn bei unserer heutigen nicht-dichte möglicherweise H2 eine sinnvolle Ergänzung darstellt)

Bei dem Thema sitze ich nicht all zu tief drin, aber da sollten die Optionen vielfältiger sein. Und die aktuelle Lösung mit Schweröl ist keine Lösung, da muss was passieren. Geht hauptsächlich um die dicken Dinger - Frachter und Kreuzfahrtschiffe. Fähren sind da weniger davon betroffen, Militär juckt das am wenigsten (und die haben auch Atomantrieb als Option, super sauber ist das nicht aber es hat wenigstens keine Auswirkungen auf das Klima im Betrieb). Forschungsschiffe sind auch so ne Ausnahme weil sie oft in Gegenden unterwegs sind wo sie ohne starken Antrieb nicht vorankommen und die müssen komplett unabhängig sein und auch betankt werden können.

Find ich aber nicht cool :P Ranchero oder Camino - gerne. Aber F-150 ist einfach nur der verzweifelte Versuch, einen auf dicke Hose zu machen, obwohl man sich keinen H1 traut/leisten kann.
Der F-150 ist nu auch nicht so schlecht. Wäre ich irgendwo in den USA im Gebirge usw. wäre das wohl meine erste Wahl. In der Zivilisation - Tesla :) Und zum Spaß nen alten Mustang, 1-2x im Monat rumstinken darf man ja wohl :D

Solange die Kosten dann auch wirklich pro Monat und Nutzer erhoben werden und nicht runtergerechnet auf Stunden: Gerne. Leider geht der Trend (siehe Neuregelung von Anwohnerparken) gerade in die genaue falsche Richtung. Am Ende ist es dann für die Pendler, die nur kurze Zeit in der Stadt stehen, aber aufgrund der gefahrenen Strecken den meisten Dreck produzieren, nur wenig teurer. Aber "in der Stadt wohnen und sich ein Auto leisten" wird unmöglich und das beutet im Umkehrschluss "entweder in der Stadt wohnen und diese niemals verlassen" oder "aus der Stadt rausziehen und pendeln". Ich weiß, welche Option ich wählen würde und sie ist definitiv kein Fortschritt fürs Klima.

Das zielt aber gerade auf Stadtbewohner. In Tokyo ist der Platz rar, deswegen sind die Kosten für den dauerhaften Parkplatz in der Stadt auch so hoch. Ohne Parkplatz in der Stadt kriegste auch kein Auto angemeldet dort. Entsprechend fallen auch die Parkgebühren aus wenn man kein Dauerparker ist, das muss richtig teuer sein damit die Leute halt in den ÖPNV und in die Züge steigen. So begrenzen die Japaner die Blechlavinen in Tokyo, auf dem Land ist das wesentlich günstiger bei denen.


Wird aber kaum angewendet, weil es meistens teurer ist (Lochsteine müssen gesetzt werden, Kies regelmäßig neu geebenet) und für Gehbehinderte sowie solche, die es werden wollen (Pfennigabsätze) zu Problemen führt. Weiß nicht, wie es in deiner Region ist, aber ich hab an vielen Ecken Deutschlands gewohnt und überall waren 95+% der Parkflächen betoniert.

Hier wird es langsam besser, viele Neubauten sowie Einfamilienhäuser haben keine typisch zubetonierten Flächen und auch woanders setzt sich das langsam durch. Alles hat Vor&Nachteile, aber so was setzt sich durch. Oft sind das auch gummierte Lochmatten mit Rasen zwischendrin. Wenn man da nicht wie bekloppt rumkurvt bleibt der Rasen sogar. Hat auch einen massiven Vorteil weil da keine Pfützen entstehen können bei unserem doch schlechtem Wetter hier - das ist nicht zu unterschätzen.


Hast du dir mal Bilder von Pripyat angeguckt? Die belegen eigentlich ganz gut, dass Plattenbeton mit ohnehin vorhandenen Spalten binnen 30 Jahren von der Natur zurückerobert werden kann, wenn sich gar keiner mehr darum kümmert. Und wenn man drum rum noch ein paar nichtbetonierte Flächen hat, kann das sogar ökologisch wertvoll werden. Letzteres ist aber ein wichtiger Bestandteil beim heutigen, ökologisch sehr positiv zu bewertenden Zustand von Pripyat: Die Stadt war, wie die meisten sozialistischen Planstädte mit ihren großen unversiegelten Freiflächen, schon vor der Aufgabe nicht ökologisch tot, sondern bot weitaus mehr Natur, als die durchschnittliche heutige deutsche Großstadt.

Ja aber so eine Bauweise geht nur dann wenn man in der Planwirtschaft lebt - wo man genug Arbeiter hat um diese Flächen auch in Ordnung zu halten. Die Anwohner kümmern sich da nicht selbst drum (wie es bei einem umzäunten Hinterhof der Fall wäre), deswegen ist das nicht wirtschaftlich und die Flächen verwildern und sehen entsprechend hässlich aus. Die hohen Nebenkosten (Gärtner/Landschaftspflege) die dadurch entstehen würden können eh nur die oberen 10% zahlen, aber die wohnen dort nicht.
Auch ich wäre zu geizig wenn meine Nebenkostenabrechnung jetzt 300-400€ mehr hätte für Landschaftspflege jedes Jahr. Hier muss man überlegen was einfacher ist - Rückbau wenn etwas nicht benötigt wird oder so bauen das der Rückbau nicht nötig wird und die Natur in angemessener Zeit selbst durchkommt.
Der einzige Vorteil den es damals in der UDSSR gab - Bäume, viele Alleen und Kleingärten usw. zwischen den Häusern.

Das was aktuell in Moskau gebaut wird ist absolut gruselig: https://avatars.mds.yandex.net/get-...0af3ac142_5d9833ed86c4a900b011722a/scale_1200
https://varlamov.me/2017/kurkino/49.jpg
Magst du in so einer Gegend wohnen? Den nächsten Baum siehste erst ab dem 10en Stockwerk. Keine Infrastruktur, nichts.
Es gibt Grünflächen zwischen den Häusern, aber nicht viel und da kümmert sich kein Schwein drum. Alles was irgendwie befahrbar ist wird zugeparkt.
Das ist das letzte was man bauen kann, daher lieber schöne kleine Eigenheime oder typische städtische Bauart wie in den Altstädten, ich hab massiv was gegen Plattenbauten.

Und zum ökologischen Bauen: Guck dir an, was für lasche Vorgaben in Deutschland immer noch nicht gemacht werden, weil sie eine zu große Beeinträchtigung wären. Es gibt heute mehr Leute, die sich da mehr Gedanken drüber machen, als früher, aber das ist so ähnlich wie mit "es gibt mehr Batterieautos": Von 1% auf 2% ist auch eine Verdoppelung. Die breite Masse achtet nur wegen der Heizkosten auf Isolierung, nur im Rahmen von Subventionen auf Energieproduktion und nur soweit, wie es vorgeschrieben wird, auf Bodenversiegelung. In den 10ern hatten wir selbst beim Privathaus einen Trend weg von der Grundstücksbegrünung hin zu Steingärten und Kiesflächen, weil pflegeleicht >>>> naturülich/CO2-absorbierend/Insekten versorgend/etc.

Wenn es nicht wirtschaftlich ist, wird es nicht getan.
Wenn es zu viel Papierkram verursacht, wird es nicht getan (wir haben sowieso für jeden Furz 10 Anträge hier und 3 Gutachter!).
Denen willste noch ökologisches bauen aufs Auge drücken? Da haste bald gar keine Investoren mehr und die, die noch bleiben drücken dir gleich 10.000€/m² Kaufpreis und 30€/m² Miete rein, friss oder stirb.

Bauen muss günstiger werden, viel einfacher, viel viel schneller (von Antragstellung bis Baubeginn unter 12 Monaten, bis Fertigstellung und Abnahme aller Gutachter - 36 Monate), wenn DAS gelöst ist, kann man sagen - wir schrauben da nach und nach die ökologischen Aspekte mit rein.
Warum so radikal? Na weil Wohnraum fehlt, gerade in dem Schwarmstädten. Verschlimmern wir das bauen, wird es noch schärfer auf dem Wohnungsmarkt. Derweil vergreisen und verweisen viele Landstriche weil sie niemandem was bieten können außer billige Mieten/Kaufpreise. Aber was will ich mit nem Haus aufm Land für 60.000€? Das kann ich mir in 3 Jahren zusammensparen wenn ich wirklich will (und auf alles rund um Elektronik und Reisen verzichte), aber was dann? Da MUSS man für jeden Mist ins Auto steigen oder jeden Mist liefern lassen (was ja auch einen negativen Effekt hat). Also: erstmal drum kümmern das alle in der Stadt wohnen können und dann guggen wir mal wie das ökologisch zu lösen ist. Das hätte auch nen schönen Nebeneffekt - Pendler werden weniger wenn sie in den Städten leben können und nicht nur mit Toastbrot und Billigkäse existieren...
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Sieh dir mal die Altbauten hier an, so 4-5 Stockwerke, mit nem Laden unten drin und so 6-8 Wohnungen drüber, mit einem kleinen Hinterhof der abgezäunt ist - da kennt man sich, da geht man mit den Nachbarn mal grillen im Hinterhof und pflegt diesen auch, da stehen dann auch schöne Gartenmöbel und es ist viel ruhiger und sicherer, die Leute kümmern sich um die Pflanzen dort und investieren von sich aus Zeit und Geld.

Ich wohn in sowas, keiner der Nachbarn kennt sich (bei mir steht seit 5 Tagen ein Paket, dass niemand abholt :ka:), gegrillt wird erst recht nicht und in Sachen "kümmern" wäre ich schon froh, wenn die Arschlöcher aus dem fünften nicht ständig die Hoftür offen stehen lassen würden, sodass das Treppenhaus bis in den dritten Stock auf unter 10 °C abkühlt. Umgekehrt gab es zu Studentenzeiten auch Parties im Plattenumfeld, wo man reichlich Leute kennengelernt hat. Umfeld und Personen sind für sowas viel, viel wichtiger, als Bauformen, auch wenn es in Deutschland aus sozioökonomischen Gründen eine Verknüpfung zwischen beiden gibt.

Den Eigenbedarf an Nahrungsmittel werden wir hier auch nicht decken.

Je höher der Anteil, desto besser für die Klimabilanz.

Strom sollte das Land dann doch selbst bereitstellen können weil das eine kritische Infrastruktur ist, ein Blackout hat sofort massive Auswirkungen, der Ernteausfall z.B. nicht sofort und da kann man woanders problemlos einkaufen - die Preise steigen moderat.

Strommangel kann ich durch Abschaltung nicht lebensnotwendiger Verbraucher leicht kompensieren, Nahrungsmangel nicht. Das gilt auch für Deutschland und auch die Importmöglichkeiten für Energie sind weitaus breiter gefächert, zumal man für Worst-Case-Szenarien die eh nie eintreten, auch klimatechnisch fragwürdige Reserven vorrätig halten kann - im Falle von Energie. Im Falle von Nahrung geht auch das nicht.

Ich sehe Deutschland als ein Industrieland, nicht als ein Agrarland.

Ich sehe ein massives Problem unserer Zeit darin, dass wir jeden Scheiß in räumlicher Abtrennung denken und deswegen enorme Ressourcen in Transporte dazwischen versenken. Deine Vorstellung eines Landes, dass primär und energieintensiv produziert, aber Nahrung vor allem von außen bezieht, während andere es umgekehrt machen (und von was einen Wohlstand entwickeln? Davon, dass sie uns pro Apfel 5 € abknöpfen?), ist genauso Antiquitiert wie die Vorstellung, dass man in einem Ort arbeitet und in einem anderen schläft.

Politisch - ja. Aber wie lange?

Lange genug, um "die letzten Jahre" und "heute" abzudecken und du wolltest ja nicht darüber reden, was Norwegen in 30 Jahren macht.

Mietskaserne. Keine Möglichkeit sich durch den Granitblock zu beißen der sich Vermieter schimpft. Ich habe dem angeboten eine fest verbaute Klimaanlage auf eigene Kosten zu installieren und diese auch unentgeltlich drin zu lassen, mit den Handwerkern seiner Wahl - nö wollen wir nicht, die Wände bleiben ganz... Umzug ist aber geplant, keine Angst.
Und Hardware-Abwärme transportieren wäre möglich, bräuchte dann aber isolierte Schläuche die mit einer Fensterdurchführung arbeiten, wie stellste dir das bitte vor bei mobilen Lichtquellen?) Das Konzept will ich mal sehen xD

Isolation brauchst du erst, wenn du unter Raumtemperatur kühlen willst, aber daran besteht ja gar kein Bedarf. 4x1 Schläuche sind nicht dicker, aber flexibler, als ein 230 V Kabel. Gut: Zusammen mit selbigen hast du dann ein Bündel aus drei Leitungen statt nur einer dran und zwei davon führen nicht zu einer beliebigen Dose, sondern zu einer zentralen Sammelstelle. Wenn du primär mit beweglichen und kaum feststehenden Leuchten arbeitest, ist das sicherlich nicht praktisch, aber ich finde es immer faszinierend, durchzuspielen, was technisch machbar ist.
Außenrolläden kann ein Vermieter übrigens nur schwer verhindern und die bringen verdammt viel im Sommer. (und auch ein Bisschen was in Gegenrichtung im Winter)

Bei dem Thema sitze ich nicht all zu tief drin, aber da sollten die Optionen vielfältiger sein. Und die aktuelle Lösung mit Schweröl ist keine Lösung, da muss was passieren.

Dafür ist ein Forum ja da: Wissensaustausch. Kurzfassung:
(Fremd-)aufgeladene 2-Taktdiesel sind die effizientesten Antriebe überhaupt und so nah am Optimum dran, dass schon ein einfaches, fixes Untersetzungsgetriebe wegen der zusätzlichen Reibung (und natürlich auch den Kosten bei DEN Drehmomenten) vermieden wird. Ab einer gewissen Größe (keine Ahnung - vielleicht 10000 Tonnen, die globalen Pötte jedenfalls alle) fährt jeder mit der Schraubenwelle als geradlinieger Verlängerung der Kurbelwelle und einer Schraube, die speziell für die Nenndrehzahl des Motors und die geplante Geschwindigkeit optimiert wurde. Das geht soweit, dass einige Containerschiffe nach der Weltwirtschaftskrise, als Handel, damit Transportbedarf und somit umgelegt auf die vorhandene Zahl an Schiffen die benötigten Geschwindigkeiten auf rund die Hälfte eingebrochen sind, mit neuen Schrauben ausgestattet wurden, um Sprit zu sparen. Eine andere Möglichkeit, das Tempo zu senken ohne massiv an Effizienz zu verlieren, ist bei Frachtern nicht vorgesehen. Und zum Schweröl:
Klimatologisch betrachtet ist das Zeug nicht unbedingt ein großes Problem. Als Bodensatz enthält es halt all die Schwefelverbindungen, komplexen Aromaten, etc, die in anderen Treibstoffen nicht mehr gedultet werden, die rauszuholen aber teuer (und übrigens auch energieaufwendig) wäre. Also hat man es bislang direkt verheizt (mit gar nicht mal so geringen Anforderungen an Teile der Maschinen, die mit den Partikeln klarkommen müssen), weil auf hoher See niemand nach Schwefel- und anderen Rußpartikeln gefragt hat.

Geht hauptsächlich um die dicken Dinger - Frachter und Kreuzfahrtschiffe. Fähren sind da weniger davon betroffen, Militär juckt das am wenigsten (und die haben auch Atomantrieb als Option, super sauber ist das nicht aber es hat wenigstens keine Auswirkungen auf das Klima im Betrieb). Forschungsschiffe sind auch so ne Ausnahme weil sie oft in Gegenden unterwegs sind wo sie ohne starken Antrieb nicht vorankommen und die müssen komplett unabhängig sein und auch betankt werden können.

Wie gesagt: Forscher, Fähren, Kreuzfahrer und Militär, also alles was oft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs und außerdem hochmanövrierfähig sein muss, fährt heutzutage meist Diesellektrisch. Das heißt E-Motor und 2-3-4-5 Generatoren. Letztere meist in verschiedenen Größen, sodass man je nach gewünschter Leistung aufschalten kann - es werden eher niedrige Spannungen und keinerlei Zwischenspeicher genutzt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob überhaupt Leistungselektronik im Spiel ist, oder der Schub allein über die Generatorleistung geregelt wird. Auf solchen Schiffen hast du also schon mal die Motoren für elektrischen Antrieb, aber sonst vermutlich auch gar nichts. Umgekehrt hast du das große Problem der Reichweite. Fähren legen alle paar Stunden bis 1-2 Tage an, Kreuzfahrer auch. Aber alles andere fährt halt zum Teil mehrere Wochen lang ununterbrochen. Da sind Akkus keine Lösung für und während Gewicht im Schiffsbau ein untergeordnetes Thema ist, ist es Platzverbrauch ganz oft nicht. Außer Massengutfrachter mit ihrer meist schweren und dichten Last haben die meisten Schiffe das Problem, dass sie einiges an Aufbauten brauchen, um das gesamte Volumen der zu leichten Transportaufgabe zu bewältigen. Man kann ein Schiff mit einem gegebenen Gewicht und damit gegebenen Tiefgang aber nur begrenzt in die Höhe bauen, ehe es instabil wird.

Imho der beste Kompromiss für alles auf langen Strecken ist deswegen der direkte Windantrieb über Segel. Genug Energie kann man nur mitführen, wenn man sie in hochdichten chemischen Verbindungen speichert und wir kennen nichts umweltfreundliches, leicht herstellbares, das in die Nähe von Kohlenwasserstoffen kommt. Also müssen Schiffe, die größere Strecken zurücklegen, ihre erneuerbaren Energien während der Fahrt sammeln. Für Solarenergie haben sie aber zu wenig Fläche (guck dir die PlanetSolar an. 30 x 15 m und reichlich Carbon, aber eine Tranportkapazität/nutzbaren Innenraum wie eine 10x4 m Yacht, das hat kein Potential. Wind dagegen ist auf dem offenen Meer nachweislich sehr gut nutzbar.

Aber nicht so gut, dass man heutige garantierte Fahrtzeiten damit einhalten könnte. Man bräuchte Reserven für 50-100% längere Trips.


Ja aber so eine Bauweise geht nur dann wenn man in der Planwirtschaft lebt - wo man genug Arbeiter hat um diese Flächen auch in Ordnung zu halten.

Quatsch. Es geht doch eben gerade darum, der Natur räume zu lassen. "In Ordnung" halten musst du nur die von Menschen ständig genutzten Flächen und das werden bei gleicher Anzahl an Menschen auch nicht mehr, als heute. Aber anstatt jeden m² zwischen diesen offenen Nutzflächen mit niedrigen Häusern zuzupflastern, bis jeder kurzsichtig ist, kann man auch nur jeden vierten Slot nutzen und da eben viermal höhere Häuser hinstellen. Wohnraum bleibt der gleiche, Freiraum bleibt auch der gleiche, aber die Natur kann 75% der heute für Wohn- und Geschäftshäuser (Fabriken sind schwerer so umzusetzen) genutzten Fläche für sich beanspruchen. Aber die geänderte Ästehtik passt der deutschen Kärmerseele wohl gerade deswegen nicht, weil da "Ordnung" durch "Natur" ersetzt wird...

Das was aktuell in Moskau gebaut wird ist absolut gruselig: https://avatars.mds.yandex.net/get-...0af3ac142_5d9833ed86c4a900b011722a/scale_1200
https://varlamov.me/2017/kurkino/49.jpg
Magst du in so einer Gegend wohnen? Den nächsten Baum siehste erst ab dem 10en Stockwerk. Keine Infrastruktur, nichts.
Es gibt Grünflächen zwischen den Häusern, aber nicht viel und da kümmert sich kein Schwein drum. Alles was irgendwie befahrbar ist wird zugeparkt.
Das ist das letzte was man bauen kann, daher lieber schöne kleine Eigenheime oder typische städtische Bauart wie in den Altstädten, ich hab massiv was gegen Plattenbauten.

Da möchte ich nicht wohnen, eben weil die luftigen, weiten Zwischenräume der klassischen sozialistischen Stadtplanung mit ihren (gern auch verwilderten - auch wenn dass dann eher real existierend denn geplant war) Grünflächen fehlen. Aber weißt du, wo ich noch weniger wohnen will? In einem Stadtteil, der die gleiche Menge Wohnfläche auf der gleichen Grundfläche mit viergeschossigen Häusern realisiert. Da siehst du dann nämlich nicht nur keinen Baum mehr, sondern hast das gegenüberliegende Haus 2 m vor deinem Fenster. Aber genau dahin entwickeln sich deutsche Boomstädte. Die idyllischen Hinterhöfe, die du scheinbar kennst (ich nur vom Hörensagen) werden in München, Berlin & Co längst als Bauland in zweiter Reihe behandelt und mit einem weiteren Wohnblock gefüllt.

Wenn es nicht wirtschaftlich ist, wird es nicht getan.

Und damit gilt eben: Nichts ändert sich, entgegen deiner Schilderungen. Es sei denn, der Staat münzt es durch Zwangsmaßnahmen in einen wirtschaftlichen Aspekt um.

Bauen muss günstiger werden, viel einfacher, viel viel schneller (von Antragstellung bis Baubeginn unter 12 Monaten, bis Fertigstellung und Abnahme aller Gutachter - 36 Monate), wenn DAS gelöst ist, kann man sagen - wir schrauben da nach und nach die ökologischen Aspekte mit rein.

Sowas nachträglich zu machen ist doppelt und dreimal so teuer, wie es gleich mitzumachen. Also entweder wollen wir es, dann müssen wir es jetzt vorschreiben, oder wir wollen dauerhaft nicht und den auf den Planeten scheißen. Einen sinnvollen dritten Weg gibt es nicht.
Und Bauen in Deutschland kann übrigens sehr schnell gehen (naja - für deutsche Verhältnisse. Auf alle Fälle so schnell, wie von dir gewünscht), wenn man selbst und von sich aus versucht, die ökologischen, sicherheitstechnischen und mitmenschlichen Zielsetzungen der Baugesetzgebung einzuhalten und ggf. auch noch bereit ist, vernünftige Löhne zu zahlen. Die ganzen großen Projekte, die sich ewig "wegen Umweltschutz", etc. verzögern? 99% Fälle, in denen versucht wurde, vorgeschriebene Untersuchungen einzusparen, nicht genehmigungsfähiges zu bauen, Vorschriften zu überspringen, etc.. 1 Jahr Vorberietungen, 1 Jahr Planungsphase, dann 3 Jahre Baustopp und Klagen vor Gericht und am Ende wird festgestellt, dass die vorgeschrieben Umweltplanung von vorn bis hinten ein Gefälligkeitsmärchen ist, Nachuntersuchungen werden angeordnet, eine neue Planungsphase beginnt, wieder wurde die Hälfte unterschlagen, etc.. 10 Jahre später hat man dann noch keinen einzigen Stein gesetzt, aber möglicherweise auf schon umgestalteten, wieder nachgewachsenen Vegetation tatsächlich eine neue rote Liste Art da sitzen. Und das alles nur, weil man nicht in Woche 1 gesagt hat "wir machen das richtig und fair". Dann hätte man nämlich nach 3 Monaten die nötigen Unterlagen gehabt und ja, vermutlich hätte einem eine fähiger Ökologe dann 1-2 Sätze ins korrekte Gutachten geschrieben, die den Bau 3% teurer gemacht hätten. Aber er wäre eben 10 Jahre früher fertig gewesen und am Ende muss man, wenn man nicht Airbus heißt, die Vorschriften ja eh einhalten. Aber jeder große Bauherr denkt, er steht über dem Gesetz und Natur ist sowieso nur eine minderwertige Vorstufe von Beton...
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Ich wohn in sowas, keiner der Nachbarn kennt sich (bei mir steht seit 5 Tagen ein Paket, dass niemand abholt :ka:), gegrillt wird erst recht nicht und in Sachen "kümmern" wäre ich schon froh, wenn die Arschlöcher aus dem fünften nicht ständig die Hoftür offen stehen lassen würden, sodass das Treppenhaus bis in den dritten Stock auf unter 10 °C abkühlt. Umgekehrt gab es zu Studentenzeiten auch Parties im Plattenumfeld, wo man reichlich Leute kennengelernt hat. Umfeld und Personen sind für sowas viel, viel wichtiger, als Bauformen, auch wenn es in Deutschland aus sozioökonomischen Gründen eine Verknüpfung zwischen beiden gibt.

Ist bei mir nicht anders. Aber beschäftige dich etwas mit dem Thema Urbanismus, ist ein ganz interessantes Ding - wie man die Stadt für Menschen angenehm macht, wie man Gebiete lebendig hält und wie man von den typischen "Schlafgebieten" mit Hochhäusern wegkommt.
Genau deswegen empfinden wir die Altstädte hier sehr charmant, dort gibt es Fußvolk, es gibt kleine Läden in den Häusern, man kennt sich, es ist viel angenehmer in so was zu leben und für das Grünzeug schafft man Grünanlagen in der fußläufigen Entfernung. Das ist das optimale was an Lebensqualität geht, leider passen da aber nicht so viele Menschen auf die besagte Fläche. Aber ich würde das nicht anders wollen - maximal 6 Stockwerke, kein Betondschungel mit Löchern dazwischen, keine Anonymität im eigenen Haus weil man einer von hunderten ist die da täglich reingehen und viele andere Faktoren.
Wenn man bei euch da massiv nachverdichtet und alles kaputt macht solltet ihr eventuell mit den Leuten sprechen die dafür zuständig sind - vom Stadtplaner bis zum Bauamt und Bürgermeister.

Je höher der Anteil, desto besser für die Klimabilanz.
Man kann nicht alles haben. Es wird immer Länder geben die sich Nahrung zukaufen müssen weil sie selbst nicht genug produzieren und es wird immer Länder geben die wesentlich mehr Nahrung exportieren als sie selbst verbrauchen. Fleisch exportieren wir auch in Massen. Ich sehe da nichts kritisches, der globale Handel wird weitergehen. Was wir machen sollen ist diesen Handel so klimaneutral zu machen wie technisch möglich anstatt diesen zu unterbinden.

Strommangel kann ich durch Abschaltung nicht lebensnotwendiger Verbraucher leicht kompensieren, Nahrungsmangel nicht. Das gilt auch für Deutschland und auch die Importmöglichkeiten für Energie sind weitaus breiter gefächert, zumal man für Worst-Case-Szenarien die eh nie eintreten, auch klimatechnisch fragwürdige Reserven vorrätig halten kann - im Falle von Energie. Im Falle von Nahrung geht auch das nicht.
Strom ist für ein Industrieland extrem wichtig, hier wird niemand was runterfahren oder abschalten. Nahrung hingegen lässt sich recht gut und planbar transportieren was auch bereits jetzt gemacht wird. Hier werden die Leute auch nicht auf ihre Orangen, Mangos und Drachenfrüchte verzichten wollen.

Ich sehe ein massives Problem unserer Zeit darin, dass wir jeden Scheiß in räumlicher Abtrennung denken und deswegen enorme Ressourcen in Transporte dazwischen versenken. Deine Vorstellung eines Landes, dass primär und energieintensiv produziert, aber Nahrung vor allem von außen bezieht, während andere es umgekehrt machen (und von was einen Wohlstand entwickeln? Davon, dass sie uns pro Apfel 5 € abknöpfen?), ist genauso Antiquitiert wie die Vorstellung, dass man in einem Ort arbeitet und in einem anderen schläft.

Meine Vorstellung ist ein Industrieland das überwiegend die Technologie liefert und alles rund um diese Technologie entwickelt und optimiert. Nicht unbedingt produziert, das gehört auch dazu, aber nicht ausschließlich. Wir müssen Wissen und Technologien verkaufen und nicht nur fertige Ware. Da wir so gut wie keine Rohstoffe haben ist die Produktion hier sowieso aufwendig und teuer weil wir entweder die Rohstoffe oder die vorgefertigten Teile transportieren müssen, der Transport passiert sowieso. Und der Transport muss klimaneutral sein, da juckt es uns dann nicht wie viel wir transportieren. Anderer Ansatz, denk mal über Alternativen - nicht runterfahren, hochfahren - aber effizient und ohne massive Auswirkungen.

Lange genug, um "die letzten Jahre" und "heute" abzudecken und du wolltest ja nicht darüber reden, was Norwegen in 30 Jahren macht.

Was macht Norwegen denn in 30 Jahren? Sie haben nichts bahnbrechendes gezeigt bislang, nichts was den Umstieg von Öl zu anderen Einnahmequellen in kurzer Zeit ermöglicht. Dubai 2.0 im Norden wird wohl nicht klappen, also müssen die sich auch was überlegen. Daher interessiert mich nur die Tatsache wie wir vom Öl wegkommen. Und mit wir meine ich alle. Einige werden länger brauchen, aber die EU sollte da schon Vorreiter sein.



Dafür ist ein Forum ja da: Wissensaustausch. Kurzfassung:
(Fremd-)aufgeladene 2-Taktdiesel sind die effizientesten Antriebe überhaupt und so nah am Optimum dran, dass schon ein einfaches, fixes Untersetzungsgetriebe wegen der zusätzlichen Reibung (und natürlich auch den Kosten bei DEN Drehmomenten) vermieden wird. Ab einer gewissen Größe (keine Ahnung - vielleicht 10000 Tonnen, die globalen Pötte jedenfalls alle) fährt jeder mit der Schraubenwelle als geradlinieger Verlängerung der Kurbelwelle und einer Schraube, die speziell für die Nenndrehzahl des Motors und die geplante Geschwindigkeit optimiert wurde. Das geht soweit, dass einige Containerschiffe nach der Weltwirtschaftskrise, als Handel, damit Transportbedarf und somit umgelegt auf die vorhandene Zahl an Schiffen die benötigten Geschwindigkeiten auf rund die Hälfte eingebrochen sind, mit neuen Schrauben ausgestattet wurden, um Sprit zu sparen. Eine andere Möglichkeit, das Tempo zu senken ohne massiv an Effizienz zu verlieren, ist bei Frachtern nicht vorgesehen. Und zum Schweröl:
Klimatologisch betrachtet ist das Zeug nicht unbedingt ein großes Problem. Als Bodensatz enthält es halt all die Schwefelverbindungen, komplexen Aromaten, etc, die in anderen Treibstoffen nicht mehr gedultet werden, die rauszuholen aber teuer (und übrigens auch energieaufwendig) wäre. Also hat man es bislang direkt verheizt (mit gar nicht mal so geringen Anforderungen an Teile der Maschinen, die mit den Partikeln klarkommen müssen), weil auf hoher See niemand nach Schwefel- und anderen Rußpartikeln gefragt hat.



Wie gesagt: Forscher, Fähren, Kreuzfahrer und Militär, also alles was oft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs und außerdem hochmanövrierfähig sein muss, fährt heutzutage meist Diesellektrisch. Das heißt E-Motor und 2-3-4-5 Generatoren. Letztere meist in verschiedenen Größen, sodass man je nach gewünschter Leistung aufschalten kann - es werden eher niedrige Spannungen und keinerlei Zwischenspeicher genutzt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob überhaupt Leistungselektronik im Spiel ist, oder der Schub allein über die Generatorleistung geregelt wird. Auf solchen Schiffen hast du also schon mal die Motoren für elektrischen Antrieb, aber sonst vermutlich auch gar nichts. Umgekehrt hast du das große Problem der Reichweite. Fähren legen alle paar Stunden bis 1-2 Tage an, Kreuzfahrer auch. Aber alles andere fährt halt zum Teil mehrere Wochen lang ununterbrochen. Da sind Akkus keine Lösung für und während Gewicht im Schiffsbau ein untergeordnetes Thema ist, ist es Platzverbrauch ganz oft nicht. Außer Massengutfrachter mit ihrer meist schweren und dichten Last haben die meisten Schiffe das Problem, dass sie einiges an Aufbauten brauchen, um das gesamte Volumen der zu leichten Transportaufgabe zu bewältigen. Man kann ein Schiff mit einem gegebenen Gewicht und damit gegebenen Tiefgang aber nur begrenzt in die Höhe bauen, ehe es instabil wird.

Imho der beste Kompromiss für alles auf langen Strecken ist deswegen der direkte Windantrieb über Segel. Genug Energie kann man nur mitführen, wenn man sie in hochdichten chemischen Verbindungen speichert und wir kennen nichts umweltfreundliches, leicht herstellbares, das in die Nähe von Kohlenwasserstoffen kommt. Also müssen Schiffe, die größere Strecken zurücklegen, ihre erneuerbaren Energien während der Fahrt sammeln. Für Solarenergie haben sie aber zu wenig Fläche (guck dir die PlanetSolar an. 30 x 15 m und reichlich Carbon, aber eine Tranportkapazität/nutzbaren Innenraum wie eine 10x4 m Yacht, das hat kein Potential. Wind dagegen ist auf dem offenen Meer nachweislich sehr gut nutzbar.

Aber nicht so gut, dass man heutige garantierte Fahrtzeiten damit einhalten könnte. Man bräuchte Reserven für 50-100% längere Trips.

Na abwarten was in dem Bereich passiert. Die Mobilität ändert sich sowieso und im Transportwesen sind neue Technologien leichter durchzubringen als bei Privatleuten, die Firmen sind oft bereit viel zu investieren wenn sie Vorteile dadurch bekommen. Sehr viel. Deswegen mache ich mir um diese Branche nicht so viele Sorgen, die sind zwar rückständig, können aber recht schnell aufholen wenn sie wollen.


Quatsch. Es geht doch eben gerade darum, der Natur räume zu lassen. "In Ordnung" halten musst du nur die von Menschen ständig genutzten Flächen und das werden bei gleicher Anzahl an Menschen auch nicht mehr, als heute. Aber anstatt jeden m² zwischen diesen offenen Nutzflächen mit niedrigen Häusern zuzupflastern, bis jeder kurzsichtig ist, kann man auch nur jeden vierten Slot nutzen und da eben viermal höhere Häuser hinstellen. Wohnraum bleibt der gleiche, Freiraum bleibt auch der gleiche, aber die Natur kann 75% der heute für Wohn- und Geschäftshäuser (Fabriken sind schwerer so umzusetzen) genutzten Fläche für sich beanspruchen. Aber die geänderte Ästehtik passt der deutschen Kärmerseele wohl gerade deswegen nicht, weil da "Ordnung" durch "Natur" ersetzt wird...

Wie gesagt, beschäftige dich mit Urbanistik und du wirst feststellen das niedrige Behausung mit entsprechenden kulturellen Angeboten, guter Infrastruktur und vielen anderen Faktoren einfach das beste ist was wir bislang geschafft haben. Hochhäuser mit 100 Stockwerken gehören nicht dazu, sie sind zwar cool und so aber ihre Umgebung leidet massiv.
Es ist wesentlich besser wenn man die Städte nicht in Betondschungel verwandeln mit paar Bäumchen dazwischen sondern mit weitläufigen, schönen Wohngebieten wo auch Künstler, Shops und kleine Gewerbe ihren Platz haben und die Natur entsprechend erhalten wird - mit Kanälen, Parks und vielen anderen Sachen. Das setzt aber voraus das wir die Städte nicht so vollstopfen wie Seoul, Moskau oder noch schlimmeres, sonst klappt diese Stadtplanung nicht.

Da möchte ich nicht wohnen, eben weil die luftigen, weiten Zwischenräume der klassischen sozialistischen Stadtplanung mit ihren (gern auch verwilderten - auch wenn dass dann eher real existierend denn geplant war) Grünflächen fehlen. Aber weißt du, wo ich noch weniger wohnen will? In einem Stadtteil, der die gleiche Menge Wohnfläche auf der gleichen Grundfläche mit viergeschossigen Häusern realisiert. Da siehst du dann nämlich nicht nur keinen Baum mehr, sondern hast das gegenüberliegende Haus 2 m vor deinem Fenster. Aber genau dahin entwickeln sich deutsche Boomstädte. Die idyllischen Hinterhöfe, die du scheinbar kennst (ich nur vom Hörensagen) werden in München, Berlin & Co längst als Bauland in zweiter Reihe behandelt und mit einem weiteren Wohnblock gefüllt.


Und damit gilt eben: Nichts ändert sich, entgegen deiner Schilderungen. Es sei denn, der Staat münzt es durch Zwangsmaßnahmen in einen wirtschaftlichen Aspekt um.

Nicht Staat, dieser nutzlose Haufen an Bürokraten hat doch mehr als oft gezeigt das es nicht gut geht.
Wirtschaftlichkeit treibt so was voran. Sobald es wirtschaftlicher wird springen die eh alle von allein drauf, weil Kosten will keiner und wenn man diese sparen kann ohne das Papa Staat einem da noch dazwischengrätscht ist es die optimale Lösung. Und Unternehmen sind wesentlich besser darin ihre Kosten zu senken als Papa Staat welcher den Unternehmen irgendwas vorschreibt was am Ende 5x teurer wird und 3x so lange dauert wie geplant.

Sowas nachträglich zu machen ist doppelt und dreimal so teuer, wie es gleich mitzumachen. Also entweder wollen wir es, dann müssen wir es jetzt vorschreiben, oder wir wollen dauerhaft nicht und den auf den Planeten scheißen. Einen sinnvollen dritten Weg gibt es nicht.
Und Bauen in Deutschland kann übrigens sehr schnell gehen (naja - für deutsche Verhältnisse. Auf alle Fälle so schnell, wie von dir gewünscht), wenn man selbst und von sich aus versucht, die ökologischen, sicherheitstechnischen und mitmenschlichen Zielsetzungen der Baugesetzgebung einzuhalten und ggf. auch noch bereit ist, vernünftige Löhne zu zahlen. Die ganzen großen Projekte, die sich ewig "wegen Umweltschutz", etc. verzögern? 99% Fälle, in denen versucht wurde, vorgeschriebene Untersuchungen einzusparen, nicht genehmigungsfähiges zu bauen, Vorschriften zu überspringen, etc.. 1 Jahr Vorberietungen, 1 Jahr Planungsphase, dann 3 Jahre Baustopp und Klagen vor Gericht und am Ende wird festgestellt, dass die vorgeschrieben Umweltplanung von vorn bis hinten ein Gefälligkeitsmärchen ist, Nachuntersuchungen werden angeordnet, eine neue Planungsphase beginnt, wieder wurde die Hälfte unterschlagen, etc.. 10 Jahre später hat man dann noch keinen einzigen Stein gesetzt, aber möglicherweise auf schon umgestalteten, wieder nachgewachsenen Vegetation tatsächlich eine neue rote Liste Art da sitzen. Und das alles nur, weil man nicht in Woche 1 gesagt hat "wir machen das richtig und fair". Dann hätte man nämlich nach 3 Monaten die nötigen Unterlagen gehabt und ja, vermutlich hätte einem eine fähiger Ökologe dann 1-2 Sätze ins korrekte Gutachten geschrieben, die den Bau 3% teurer gemacht hätten. Aber er wäre eben 10 Jahre früher fertig gewesen und am Ende muss man, wenn man nicht Airbus heißt, die Vorschriften ja eh einhalten. Aber jeder große Bauherr denkt, er steht über dem Gesetz und Natur ist sowieso nur eine minderwertige Vorstufe von Beton...

Wie gesagt, es gibt ein akutes, aktuelles Problem - Wohnungsmangel in Verbindung mit Mondpreisen pro m². Auch wenn ich und du diese zahlen können, unser Bäcker kann es nicht, unsere Putzfrau schon gar nicht und der Polizist der gezwungen ist nahe seiner Einsatzzentrale zu wohnen hat hinterher auch nichts zum leben.
Das beißt sich mit dem Klimaschutz, denn wenn wir alles so machen das es dem Klima geil geht haben wir dann Obdachlose in den Städten.
Also ja, nachträglich alles verbessern ist eine Option damit wir überhaupt mal bis zu diesem Punkt erfolgreich durchkommen ohne das uns gesellschaftliche Probleme um die Ohren fliegen.
Geld haben wir hier, sehr viel (nur halt nicht gut verteilt) und deswegen müssen hier auch die Leute wohnen können die nicht so glücklich waren um sich 15-20€/m² kalt leisten zu können. Sonst pendeln die und wir verlagern das Problem wieder.

Und mit dem angegebenen Zeitraum meine ich Großprojekte wie BER oder Stuttgart 21, das diese in solchen Zeiträumen realisierbar sind.
China bekommt das hin, dann sollte das hier doch auch gehen - aber mit mehr Umwelt&Klimaschutz, mit besserem Arbeitsschutz etc. Normale Häuser sollten nicht länger als 3 Monate brauchen von Antragstellung bis Abnahme. Wurde früher auch erreicht, aber mittlerweile sorgen die langen Fristen und massive Auflagen für steigende Kosten die keinem helfen. Vorschriften sind nur dann gut wenn sie wirklich effektiv sind und nicht die Leute dazu bringen diese zu umgehen und zwar so oft wie möglich.

Parken dort regelmäßig Autos?

Wenn ja - werden die Flächen benutzt, da ist keine Natur möglich. Autos können noch nicht schweben, sie müssen irgendwo stehen.
Und wenn nicht (die Leute haben den Ort verlassen) - holt sich die Natur alles zurück.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Wenn ja - werden die Flächen benutzt, da ist keine Natur möglich. Autos können noch nicht schweben, sie müssen irgendwo stehen.
Und wenn nicht (die Leute haben den Ort verlassen) - holt sich die Natur alles zurück.

Und das hat jetzt was mit meiner Aussage zu tun, dass Parkflächen, egal welcher Grund das ist, ökologisch tot sind?
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Und das hat jetzt was mit meiner Aussage zu tun, dass Parkflächen, egal welcher Grund das ist, ökologisch tot sind?

Die sind nicht tot, die werden vorübergehend von Menschen genutzt. Wo ist das Problem? Wir haben doch mehr als genug Platz auf dem Planeten um Autos abzustellen, nur zubetonieren sollten wir diese nicht.
Rasen drauf und gut ist, dann ist da auch nichts tot.
 
Zurück