ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
Ich glaube, ich wurde nicht richtig verstanden, deswegen noch einmal zur Wiederholung: Ich wohne im Altbau. Nicht nur jetzt, sondern seitdem ich aus dem Studentenwohnheim raus bin, habe ich nur in Häusern mit original Luftschutzkeller gelebt und auf die Frage "wurde das vor dem Krieg erbaut?" antworte ich mit "welchen meinst du?". Und das gilt im großen und ganzen auch für die Blöcke um mich herum, sehr viel alte Bebauung. Nicht "Winkelgassen, Touristenführer, Autos verboten"-Altstadt, aber mindestens ein Jahrhundert auf dem Buckel. Kennen tut sich trotzdem keiner. Die Mangelsituation im Osten hat da weitaus mehr Leute zusammengeführt, als die hiesige Bebauung. Jeder Sportverein ist besser, jede Selbsthilfewerkstatt.
Was willst du da reden? Wohnungen sind knapp, mehr zahlende Einwohner und Mieter willkommen und die Grundstückseigner dabei, den riesen Reibach zu machen. Bei dir im braunen Osten wirst du davon noch nichts spüren, weil bis vor 10 Jahren noch Leerstand das Problem war, der erst einmal abgebaut wurde. Aber in verdammt vielen Städten ist "Nachverdichtung" derzeit DAS Konzept. Da braucht man nicht zu reden, da könnte man höchstens abwählen. Wenn sowas in Deutschland mit deutschen Bürgern denn funktionieren würde...
Aber die detaillierte Entwicklung tut nichts zur Sache, hier ging es nur um die Lebensumstände und da halte ich fest
- die Höhe des Hauses ist nicht kausal mit der sozialen Vernetzung seiner Bewohner verknüpft
- die Höhe des Hauses ist kausal mit den möglichen Grün- und sonstigen Freiflächen verknüpft, die übrig bleiben, nachdem man eine gegebene Zahl Einwohner auf einer gegebenen Fläche Boden einquartiert hat. Und diese Verknüpfung ist stark reziprok.
Da es für eine umweltfreundliche Lebensweise unabdingbar ist, Wege zu minimieren und Freiräume zu erhalten, also Menschen auf begrenzten Raum zu konzentrieren, plädiere ich daher für hohe Häuser mit Abstand statt niedrigen Häusern dicht an dicht.
100 ist extrem, da wächst der Aufwand für diverse Sicherheitsaspekte überproportional und es nimmt niemand mehr die Umgebung "da unten" als Teil seiner Wohnlandschaft war. Und mir ist auch kein Beispiel bekannt, wo man solche Wohnbauten bei einer normalen Bevölkerungsdichte gebaut hat. Ausgehend von einem Grundriss mit acht Wohnungen pro Etage (4 Ecken, 4 Mitten), was bei so einem hohen Bau aufgrund der Proportionen das Minimum wäre, ergeben sich 800 Wohneinheiten. Das ist das Äquivalent von 100 normalen vierstöckigen Häusern, also inklusive Straßen & Co einer städtischen Fläche, die dann drum herum frei bleiben würde von 150*150 bis 300*300 m (je nach Größe der Hinterhöfe). Und das gleiche nochmal um das Nachbargebäude, also ein runder halber Kilometer Abstand von Wohnturm zu Wohnturm. Klingt nicht einmal interessant, der sozialistische Stil, von dem ich sprach, endete aber eher bei 10 Stockwerken zu 10 Wohnungen (verteilt auf mehrere Stockwerke) je Block, nur wenige Ensembles hatten 15er-20er Bebaubuung, die dann aber schon mit nochmals größeren Freiräumen drum rum angelegt wurden.
"Weniger Menschen" ist immer eine attraktive, aber selten zur Wahl stehende Alternative.
Du möchtest gerne so leben?
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipPJsLtgtYRgE7RvXtDm1asjxVaNmIOjj3xGxMzD=h1440
Schön. Wer möchte das nicht? Die Mehrheit kann es aber nicht und damit meine ich Ausnahmsweise mal nicht "die Mehrheit kann sich das heute nicht leisten", sondern "es ist einfach nicht genug Platz da, um die Mehrheit so leben zu lassen" (und auch mit genug Platz würden die Wege zuviel Zeit und Energie kosten. Das wäre Stadtplanung wie in den USA der 70er)
In modernen deutschen Städten bekommst du stattdessen das hier:
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipONCjY_VUO5kfR4n2R_W-RlLfGlk1Mt3pfhoJLy=w1440-h1440-pd
Und sorry, aber damit werde ich nicht glücklich, da ziehe ich lieber in "gescheiterte", "potthässliche", etc. Plattenbaukonzepte aus den 60ern, die dann soooo fürchterlich daher kommen
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipNatWT9SnZKopZaCueiSEjzxBfOF0XYmnyOJBK7=w1440-h1440-pd
(Die letzten beiden Beispiele zeigen das Frankfurter Europaviertel, als zukunftsweisende städtische Bauplanung der 0er und den besseren Teil der Frankfurter Nordweststadt, also heute verpönte zukunftsweisende städtische Bauplanung aus den 60ern. Beide schätze ich auf eine ähnliche Zahl von Einwohnern pro m² Bodenfläche.)
Solange man jemand anderem die Rohstoffe wegnehmen und seinen Abfall bei ihm abladen kann, ist es immer am wirtschaftlichsten, genau das zu tun. Damit das bei fossilen Brennstoffen und CO2 anders wird, muss der Staat eingreifen, sonst wirtschaftet die Wirtschaft eben hochprofitabel den Planeten kaputt.
Polizisten verdienen klar mehr als ich. Aber das ist die falsche Grundüberlegung: Wer will, dass er Mitarbeiter hat, muss diese halt so bezahlen, dass sie sich das leisten können. Es gibt im Kapitalismus leider keinen, der die Härte abnimmt, die muss halt durchgereicht werden. Und die Kette lautet in diesem Fall Leben ist teuer => Menschen sind teuer => Menschen wollen gut bezahlt werden. Im Moment machen sich die Menschen billig, weil sie das System im Zweifelsfall zu schlechten Jobs zwingt. Das müssen Politiker/Wähler ändern. Und im Moment reagiert man im Zweifelsfall mit der Nutzung zweier Vorteile und erheblicher Energieverschwendung, in dem man von einem Ort mit niedrigen Lebensunterhaltskosten zu einem Ort mit hohen Löhnen pendelt. Auch das muss aufhören. Und dann werden die, die wirtschaften, schon reagieren. Glaubst du, es zieht noch jemand für einen 3000-Brutto-Job nach München, wenn das Brot beim letzten verbliebenen Bäcker (der mangels Alternative auch den Supermarkt beliefert) 10 € kostet und ein Haarschnitt mindestens 100? Unser Problem sind nicht zuwenig Wohnungen in den Städten, sondern zu viele Jobs die in sehr wenige Städte verlagert werden, obwohl es haufenweise günstigere Alternativen gäbe. Und das klappt nur, weil die Leute es mit sich machen lassen müssen.
Wir haben 70 Jahre lang so gebaut, dass Bedarf am nachträglichem Verbessern ist. Wann planst du damit anzufangen? Der klimatologisch empfehlenswerte Zeitpunkt ist "vor 30 Jahren", aber du schlägst vor die alten Fehler 1:1 fortzuführen und erstmal gar nichts zu machen. Weil die Kohle erstmal wichtiger ist. Breaking News: DAS IST SIE IMMER UND WIRD SIE AUCH IMMER SEIN.
Diese scheiß Denkweise ist es, die uns den heutigen desaströsen Zustand eingebracht hat. Es kommt kein "und jetzt haben wir genug und kümmern uns um die Umwelt"-Moment in der Zukunft. Wir haben nicht "genug". Nie. Ewiges Wachstum, maximale Selbstoptimierung, maximalen Druck auf die Konkurren, das ist Kapitalismus. Jetzt ist ein genauso guter/schlechter Zeitpunkt, damit aufzuhören, wie morgen oder vor 10 Jahren. Der Unterschied: Mit jedem Tag, den wir warten wird die Aufgabenlast, die wir nach dieser Abkehr vor uns haben, um die alten Fehler auszuwetzen, unschaffbarer.
Da stimme ich dir zu, weswegen ich ja auch nicht für mehr Vorschriften, sondern für gezielte finanzielle Lenkung plädiere. Es bescheuert, jemanden vorzuschreiben, wie er sein Haus zu dämmen hat. Er wird immer einen Weg finden, wie das etwas billiger, aber wirkungslos umsetzt oder er wird einen Anbieter finden, der am Ende zwar für ein gedämmtes Haus sorgt, dafür aber mehr Umwelt vernichtet hat, als durch die Einsparung je geschützt werden könnte. Vorschriften sind, wenn sie nicht in Generalverbote ausarten sollen, immer punktuell und nie allumfassend und alles, was nicht allumfassend ist, wird umgangen. Will man keine Planwirtschaft, muss man den Markt die Sache regeln lassen und der arbeitet nur, wenn man ihm mit Anlauf in den Arsch tritt: Alles andere, als ein Passivhaus zu bauen, muss wegen der Heizkosten so schweine teuer werden, dass man es gar nicht erst will. Genauo Bodenversiegelung. Tesla will einem Trinkwasserschutzgebiet das Wasser abpumpen und vom aussterben bedrohte Arten umbringen? Sollen sie machen. Genauso Airbus, wenn sie mal wieder Naturschutzgebiet zu betonieren wollen. Unter der Verpflichtung, dass sie binnen zehn Jahren an anderer Stelle ähnliche Flächen um mindestens den gleichen ökologischen Wert aufwerten (Profitipp: Mindestens 8 Jahre davon sollte man für die Einstellung der natürlichen Gleichgewichte nach allen Bauarbeiten einplanen), wobei die Fläche um so größer sein muss, je weiter weg sie liegt. Schaffen sie das nicht, wird der Gesamte Bau beschlangnahmt und samt Inventar meistbietend versteigert, der Erlös fließt in staatliche Umweltschutzmaßnahmen.
3000 Prüfungsverfahren kosten viel zu viel Zeit und die Leute bereiten sich offensichtlich nicht vor, um das zu ändern, also muss man sie halt (außer in lebensbedrohlichen Fragen) nachlagern. Aber ERST müssen die Strafen bei Verstößen so hoch sein, dass sich jeder freiwillig so richtig reinkniet. Mehrere Prozent des globalen Jahreumsatzes sind das mindeste, einschließlich privater Haftung aller Eigentümer, damit es nicht in geplante Konkurse ausartet.
Ist bei mir nicht anders.
...
Genau deswegen empfinden wir die Altstädte hier sehr charmant, dort gibt es Fußvolk, es gibt kleine Läden in den Häusern, man kennt sich,
...
Ich glaube, ich wurde nicht richtig verstanden, deswegen noch einmal zur Wiederholung: Ich wohne im Altbau. Nicht nur jetzt, sondern seitdem ich aus dem Studentenwohnheim raus bin, habe ich nur in Häusern mit original Luftschutzkeller gelebt und auf die Frage "wurde das vor dem Krieg erbaut?" antworte ich mit "welchen meinst du?". Und das gilt im großen und ganzen auch für die Blöcke um mich herum, sehr viel alte Bebauung. Nicht "Winkelgassen, Touristenführer, Autos verboten"-Altstadt, aber mindestens ein Jahrhundert auf dem Buckel. Kennen tut sich trotzdem keiner. Die Mangelsituation im Osten hat da weitaus mehr Leute zusammengeführt, als die hiesige Bebauung. Jeder Sportverein ist besser, jede Selbsthilfewerkstatt.
Wenn man bei euch da massiv nachverdichtet und alles kaputt macht solltet ihr eventuell mit den Leuten sprechen die dafür zuständig sind - vom Stadtplaner bis zum Bauamt und Bürgermeister.
Was willst du da reden? Wohnungen sind knapp, mehr zahlende Einwohner und Mieter willkommen und die Grundstückseigner dabei, den riesen Reibach zu machen. Bei dir im braunen Osten wirst du davon noch nichts spüren, weil bis vor 10 Jahren noch Leerstand das Problem war, der erst einmal abgebaut wurde. Aber in verdammt vielen Städten ist "Nachverdichtung" derzeit DAS Konzept. Da braucht man nicht zu reden, da könnte man höchstens abwählen. Wenn sowas in Deutschland mit deutschen Bürgern denn funktionieren würde...
Aber die detaillierte Entwicklung tut nichts zur Sache, hier ging es nur um die Lebensumstände und da halte ich fest
- die Höhe des Hauses ist nicht kausal mit der sozialen Vernetzung seiner Bewohner verknüpft
- die Höhe des Hauses ist kausal mit den möglichen Grün- und sonstigen Freiflächen verknüpft, die übrig bleiben, nachdem man eine gegebene Zahl Einwohner auf einer gegebenen Fläche Boden einquartiert hat. Und diese Verknüpfung ist stark reziprok.
Da es für eine umweltfreundliche Lebensweise unabdingbar ist, Wege zu minimieren und Freiräume zu erhalten, also Menschen auf begrenzten Raum zu konzentrieren, plädiere ich daher für hohe Häuser mit Abstand statt niedrigen Häusern dicht an dicht.
Wie gesagt, beschäftige dich mit Urbanistik und du wirst feststellen das niedrige Behausung mit entsprechenden kulturellen Angeboten, guter Infrastruktur und vielen anderen Faktoren einfach das beste ist was wir bislang geschafft haben. Hochhäuser mit 100 Stockwerken gehören nicht dazu, sie sind zwar cool und so aber ihre Umgebung leidet massiv.
100 ist extrem, da wächst der Aufwand für diverse Sicherheitsaspekte überproportional und es nimmt niemand mehr die Umgebung "da unten" als Teil seiner Wohnlandschaft war. Und mir ist auch kein Beispiel bekannt, wo man solche Wohnbauten bei einer normalen Bevölkerungsdichte gebaut hat. Ausgehend von einem Grundriss mit acht Wohnungen pro Etage (4 Ecken, 4 Mitten), was bei so einem hohen Bau aufgrund der Proportionen das Minimum wäre, ergeben sich 800 Wohneinheiten. Das ist das Äquivalent von 100 normalen vierstöckigen Häusern, also inklusive Straßen & Co einer städtischen Fläche, die dann drum herum frei bleiben würde von 150*150 bis 300*300 m (je nach Größe der Hinterhöfe). Und das gleiche nochmal um das Nachbargebäude, also ein runder halber Kilometer Abstand von Wohnturm zu Wohnturm. Klingt nicht einmal interessant, der sozialistische Stil, von dem ich sprach, endete aber eher bei 10 Stockwerken zu 10 Wohnungen (verteilt auf mehrere Stockwerke) je Block, nur wenige Ensembles hatten 15er-20er Bebaubuung, die dann aber schon mit nochmals größeren Freiräumen drum rum angelegt wurden.
Es ist wesentlich besser wenn man die Städte nicht in Betondschungel verwandeln mit paar Bäumchen dazwischen sondern mit weitläufigen, schönen Wohngebieten wo auch Künstler, Shops und kleine Gewerbe ihren Platz haben und die Natur entsprechend erhalten wird - mit Kanälen, Parks und vielen anderen Sachen. Das setzt aber voraus das wir die Städte nicht so vollstopfen wie Seoul, Moskau oder noch schlimmeres, sonst klappt diese Stadtplanung nicht.
"Weniger Menschen" ist immer eine attraktive, aber selten zur Wahl stehende Alternative.
Du möchtest gerne so leben?
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipPJsLtgtYRgE7RvXtDm1asjxVaNmIOjj3xGxMzD=h1440
Schön. Wer möchte das nicht? Die Mehrheit kann es aber nicht und damit meine ich Ausnahmsweise mal nicht "die Mehrheit kann sich das heute nicht leisten", sondern "es ist einfach nicht genug Platz da, um die Mehrheit so leben zu lassen" (und auch mit genug Platz würden die Wege zuviel Zeit und Energie kosten. Das wäre Stadtplanung wie in den USA der 70er)
In modernen deutschen Städten bekommst du stattdessen das hier:
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipONCjY_VUO5kfR4n2R_W-RlLfGlk1Mt3pfhoJLy=w1440-h1440-pd
Und sorry, aber damit werde ich nicht glücklich, da ziehe ich lieber in "gescheiterte", "potthässliche", etc. Plattenbaukonzepte aus den 60ern, die dann soooo fürchterlich daher kommen
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipNatWT9SnZKopZaCueiSEjzxBfOF0XYmnyOJBK7=w1440-h1440-pd
(Die letzten beiden Beispiele zeigen das Frankfurter Europaviertel, als zukunftsweisende städtische Bauplanung der 0er und den besseren Teil der Frankfurter Nordweststadt, also heute verpönte zukunftsweisende städtische Bauplanung aus den 60ern. Beide schätze ich auf eine ähnliche Zahl von Einwohnern pro m² Bodenfläche.)
Nicht Staat, dieser nutzlose Haufen an Bürokraten hat doch mehr als oft gezeigt das es nicht gut geht.
Wirtschaftlichkeit treibt so was voran. Sobald es wirtschaftlicher wird springen die eh alle von allein drauf, weil Kosten will keiner und wenn man diese sparen kann ohne das Papa Staat einem da noch dazwischengrätscht ist es die optimale Lösung. Und Unternehmen sind wesentlich besser darin ihre Kosten zu senken als Papa Staat welcher den Unternehmen irgendwas vorschreibt was am Ende 5x teurer wird und 3x so lange dauert wie geplant.
Solange man jemand anderem die Rohstoffe wegnehmen und seinen Abfall bei ihm abladen kann, ist es immer am wirtschaftlichsten, genau das zu tun. Damit das bei fossilen Brennstoffen und CO2 anders wird, muss der Staat eingreifen, sonst wirtschaftet die Wirtschaft eben hochprofitabel den Planeten kaputt.
Wie gesagt, es gibt ein akutes, aktuelles Problem - Wohnungsmangel in Verbindung mit Mondpreisen pro m². Auch wenn ich und du diese zahlen können, unser Bäcker kann es nicht, unsere Putzfrau schon gar nicht und der Polizist der gezwungen ist nahe seiner Einsatzzentrale zu wohnen hat hinterher auch nichts zum leben.
Polizisten verdienen klar mehr als ich. Aber das ist die falsche Grundüberlegung: Wer will, dass er Mitarbeiter hat, muss diese halt so bezahlen, dass sie sich das leisten können. Es gibt im Kapitalismus leider keinen, der die Härte abnimmt, die muss halt durchgereicht werden. Und die Kette lautet in diesem Fall Leben ist teuer => Menschen sind teuer => Menschen wollen gut bezahlt werden. Im Moment machen sich die Menschen billig, weil sie das System im Zweifelsfall zu schlechten Jobs zwingt. Das müssen Politiker/Wähler ändern. Und im Moment reagiert man im Zweifelsfall mit der Nutzung zweier Vorteile und erheblicher Energieverschwendung, in dem man von einem Ort mit niedrigen Lebensunterhaltskosten zu einem Ort mit hohen Löhnen pendelt. Auch das muss aufhören. Und dann werden die, die wirtschaften, schon reagieren. Glaubst du, es zieht noch jemand für einen 3000-Brutto-Job nach München, wenn das Brot beim letzten verbliebenen Bäcker (der mangels Alternative auch den Supermarkt beliefert) 10 € kostet und ein Haarschnitt mindestens 100? Unser Problem sind nicht zuwenig Wohnungen in den Städten, sondern zu viele Jobs die in sehr wenige Städte verlagert werden, obwohl es haufenweise günstigere Alternativen gäbe. Und das klappt nur, weil die Leute es mit sich machen lassen müssen.
Also ja, nachträglich alles verbessern ist eine Option damit wir überhaupt mal...
Wir haben 70 Jahre lang so gebaut, dass Bedarf am nachträglichem Verbessern ist. Wann planst du damit anzufangen? Der klimatologisch empfehlenswerte Zeitpunkt ist "vor 30 Jahren", aber du schlägst vor die alten Fehler 1:1 fortzuführen und erstmal gar nichts zu machen. Weil die Kohle erstmal wichtiger ist. Breaking News: DAS IST SIE IMMER UND WIRD SIE AUCH IMMER SEIN.
Diese scheiß Denkweise ist es, die uns den heutigen desaströsen Zustand eingebracht hat. Es kommt kein "und jetzt haben wir genug und kümmern uns um die Umwelt"-Moment in der Zukunft. Wir haben nicht "genug". Nie. Ewiges Wachstum, maximale Selbstoptimierung, maximalen Druck auf die Konkurren, das ist Kapitalismus. Jetzt ist ein genauso guter/schlechter Zeitpunkt, damit aufzuhören, wie morgen oder vor 10 Jahren. Der Unterschied: Mit jedem Tag, den wir warten wird die Aufgabenlast, die wir nach dieser Abkehr vor uns haben, um die alten Fehler auszuwetzen, unschaffbarer.
Vorschriften sind nur dann gut wenn sie wirklich effektiv sind und nicht die Leute dazu bringen diese zu umgehen und zwar so oft wie möglich.
Da stimme ich dir zu, weswegen ich ja auch nicht für mehr Vorschriften, sondern für gezielte finanzielle Lenkung plädiere. Es bescheuert, jemanden vorzuschreiben, wie er sein Haus zu dämmen hat. Er wird immer einen Weg finden, wie das etwas billiger, aber wirkungslos umsetzt oder er wird einen Anbieter finden, der am Ende zwar für ein gedämmtes Haus sorgt, dafür aber mehr Umwelt vernichtet hat, als durch die Einsparung je geschützt werden könnte. Vorschriften sind, wenn sie nicht in Generalverbote ausarten sollen, immer punktuell und nie allumfassend und alles, was nicht allumfassend ist, wird umgangen. Will man keine Planwirtschaft, muss man den Markt die Sache regeln lassen und der arbeitet nur, wenn man ihm mit Anlauf in den Arsch tritt: Alles andere, als ein Passivhaus zu bauen, muss wegen der Heizkosten so schweine teuer werden, dass man es gar nicht erst will. Genauo Bodenversiegelung. Tesla will einem Trinkwasserschutzgebiet das Wasser abpumpen und vom aussterben bedrohte Arten umbringen? Sollen sie machen. Genauso Airbus, wenn sie mal wieder Naturschutzgebiet zu betonieren wollen. Unter der Verpflichtung, dass sie binnen zehn Jahren an anderer Stelle ähnliche Flächen um mindestens den gleichen ökologischen Wert aufwerten (Profitipp: Mindestens 8 Jahre davon sollte man für die Einstellung der natürlichen Gleichgewichte nach allen Bauarbeiten einplanen), wobei die Fläche um so größer sein muss, je weiter weg sie liegt. Schaffen sie das nicht, wird der Gesamte Bau beschlangnahmt und samt Inventar meistbietend versteigert, der Erlös fließt in staatliche Umweltschutzmaßnahmen.
3000 Prüfungsverfahren kosten viel zu viel Zeit und die Leute bereiten sich offensichtlich nicht vor, um das zu ändern, also muss man sie halt (außer in lebensbedrohlichen Fragen) nachlagern. Aber ERST müssen die Strafen bei Verstößen so hoch sein, dass sich jeder freiwillig so richtig reinkniet. Mehrere Prozent des globalen Jahreumsatzes sind das mindeste, einschließlich privater Haftung aller Eigentümer, damit es nicht in geplante Konkurse ausartet.
Zuletzt bearbeitet:

). Das ist zum Beispiel auch ein Faktor, dem ich deutlich mehr Einfluss auf die lokale Vernetzung der Leute zusprechen würde, als dem Baustil. Manchmal korreliert halt beides - in einem (Wende-)Plattenbau in schlechter Qualität will niemand lange leben (i.d.R. weil man die Nachbarn schnell zu gut kennt, wenn man jede einzelne Bewegung durch die Ritzen hört) und vielerorts sind die Dinger auch das billigste auf dem Wohnungsmarkt, also hat man den größten Durchsatz. Aber das hat eben nichts mit der Etagenzahl zu tun, das würde auch mit zwei Stockwerken so laufen. Umgekehrt hat man sanierte Gründerzeitbauten, bei denen ebenfalls die Mieter regelmäßig wechseln. Nimm noch verschieden Sozialitäten (z.B. Forenjunkies

