Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Ist bei mir nicht anders.
...
Genau deswegen empfinden wir die Altstädte hier sehr charmant, dort gibt es Fußvolk, es gibt kleine Läden in den Häusern, man kennt sich,
...

Ich glaube, ich wurde nicht richtig verstanden, deswegen noch einmal zur Wiederholung: Ich wohne im Altbau. Nicht nur jetzt, sondern seitdem ich aus dem Studentenwohnheim raus bin, habe ich nur in Häusern mit original Luftschutzkeller gelebt und auf die Frage "wurde das vor dem Krieg erbaut?" antworte ich mit "welchen meinst du?". Und das gilt im großen und ganzen auch für die Blöcke um mich herum, sehr viel alte Bebauung. Nicht "Winkelgassen, Touristenführer, Autos verboten"-Altstadt, aber mindestens ein Jahrhundert auf dem Buckel. Kennen tut sich trotzdem keiner. Die Mangelsituation im Osten hat da weitaus mehr Leute zusammengeführt, als die hiesige Bebauung. Jeder Sportverein ist besser, jede Selbsthilfewerkstatt.

Wenn man bei euch da massiv nachverdichtet und alles kaputt macht solltet ihr eventuell mit den Leuten sprechen die dafür zuständig sind - vom Stadtplaner bis zum Bauamt und Bürgermeister.

Was willst du da reden? Wohnungen sind knapp, mehr zahlende Einwohner und Mieter willkommen und die Grundstückseigner dabei, den riesen Reibach zu machen. Bei dir im braunen Osten wirst du davon noch nichts spüren, weil bis vor 10 Jahren noch Leerstand das Problem war, der erst einmal abgebaut wurde. Aber in verdammt vielen Städten ist "Nachverdichtung" derzeit DAS Konzept. Da braucht man nicht zu reden, da könnte man höchstens abwählen. Wenn sowas in Deutschland mit deutschen Bürgern denn funktionieren würde...

Aber die detaillierte Entwicklung tut nichts zur Sache, hier ging es nur um die Lebensumstände und da halte ich fest
- die Höhe des Hauses ist nicht kausal mit der sozialen Vernetzung seiner Bewohner verknüpft
- die Höhe des Hauses ist kausal mit den möglichen Grün- und sonstigen Freiflächen verknüpft, die übrig bleiben, nachdem man eine gegebene Zahl Einwohner auf einer gegebenen Fläche Boden einquartiert hat. Und diese Verknüpfung ist stark reziprok.

Da es für eine umweltfreundliche Lebensweise unabdingbar ist, Wege zu minimieren und Freiräume zu erhalten, also Menschen auf begrenzten Raum zu konzentrieren, plädiere ich daher für hohe Häuser mit Abstand statt niedrigen Häusern dicht an dicht.

Wie gesagt, beschäftige dich mit Urbanistik und du wirst feststellen das niedrige Behausung mit entsprechenden kulturellen Angeboten, guter Infrastruktur und vielen anderen Faktoren einfach das beste ist was wir bislang geschafft haben. Hochhäuser mit 100 Stockwerken gehören nicht dazu, sie sind zwar cool und so aber ihre Umgebung leidet massiv.

100 ist extrem, da wächst der Aufwand für diverse Sicherheitsaspekte überproportional und es nimmt niemand mehr die Umgebung "da unten" als Teil seiner Wohnlandschaft war. Und mir ist auch kein Beispiel bekannt, wo man solche Wohnbauten bei einer normalen Bevölkerungsdichte gebaut hat. Ausgehend von einem Grundriss mit acht Wohnungen pro Etage (4 Ecken, 4 Mitten), was bei so einem hohen Bau aufgrund der Proportionen das Minimum wäre, ergeben sich 800 Wohneinheiten. Das ist das Äquivalent von 100 normalen vierstöckigen Häusern, also inklusive Straßen & Co einer städtischen Fläche, die dann drum herum frei bleiben würde von 150*150 bis 300*300 m (je nach Größe der Hinterhöfe). Und das gleiche nochmal um das Nachbargebäude, also ein runder halber Kilometer Abstand von Wohnturm zu Wohnturm. Klingt nicht einmal interessant, der sozialistische Stil, von dem ich sprach, endete aber eher bei 10 Stockwerken zu 10 Wohnungen (verteilt auf mehrere Stockwerke) je Block, nur wenige Ensembles hatten 15er-20er Bebaubuung, die dann aber schon mit nochmals größeren Freiräumen drum rum angelegt wurden.

Es ist wesentlich besser wenn man die Städte nicht in Betondschungel verwandeln mit paar Bäumchen dazwischen sondern mit weitläufigen, schönen Wohngebieten wo auch Künstler, Shops und kleine Gewerbe ihren Platz haben und die Natur entsprechend erhalten wird - mit Kanälen, Parks und vielen anderen Sachen. Das setzt aber voraus das wir die Städte nicht so vollstopfen wie Seoul, Moskau oder noch schlimmeres, sonst klappt diese Stadtplanung nicht.

"Weniger Menschen" ist immer eine attraktive, aber selten zur Wahl stehende Alternative.
Du möchtest gerne so leben?
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipPJsLtgtYRgE7RvXtDm1asjxVaNmIOjj3xGxMzD=h1440
Schön. Wer möchte das nicht? Die Mehrheit kann es aber nicht und damit meine ich Ausnahmsweise mal nicht "die Mehrheit kann sich das heute nicht leisten", sondern "es ist einfach nicht genug Platz da, um die Mehrheit so leben zu lassen" (und auch mit genug Platz würden die Wege zuviel Zeit und Energie kosten. Das wäre Stadtplanung wie in den USA der 70er)

In modernen deutschen Städten bekommst du stattdessen das hier:
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipONCjY_VUO5kfR4n2R_W-RlLfGlk1Mt3pfhoJLy=w1440-h1440-pd
Und sorry, aber damit werde ich nicht glücklich, da ziehe ich lieber in "gescheiterte", "potthässliche", etc. Plattenbaukonzepte aus den 60ern, die dann soooo fürchterlich daher kommen
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipNatWT9SnZKopZaCueiSEjzxBfOF0XYmnyOJBK7=w1440-h1440-pd

(Die letzten beiden Beispiele zeigen das Frankfurter Europaviertel, als zukunftsweisende städtische Bauplanung der 0er und den besseren Teil der Frankfurter Nordweststadt, also heute verpönte zukunftsweisende städtische Bauplanung aus den 60ern. Beide schätze ich auf eine ähnliche Zahl von Einwohnern pro m² Bodenfläche.)

Nicht Staat, dieser nutzlose Haufen an Bürokraten hat doch mehr als oft gezeigt das es nicht gut geht.
Wirtschaftlichkeit treibt so was voran. Sobald es wirtschaftlicher wird springen die eh alle von allein drauf, weil Kosten will keiner und wenn man diese sparen kann ohne das Papa Staat einem da noch dazwischengrätscht ist es die optimale Lösung. Und Unternehmen sind wesentlich besser darin ihre Kosten zu senken als Papa Staat welcher den Unternehmen irgendwas vorschreibt was am Ende 5x teurer wird und 3x so lange dauert wie geplant.

Solange man jemand anderem die Rohstoffe wegnehmen und seinen Abfall bei ihm abladen kann, ist es immer am wirtschaftlichsten, genau das zu tun. Damit das bei fossilen Brennstoffen und CO2 anders wird, muss der Staat eingreifen, sonst wirtschaftet die Wirtschaft eben hochprofitabel den Planeten kaputt.

Wie gesagt, es gibt ein akutes, aktuelles Problem - Wohnungsmangel in Verbindung mit Mondpreisen pro m². Auch wenn ich und du diese zahlen können, unser Bäcker kann es nicht, unsere Putzfrau schon gar nicht und der Polizist der gezwungen ist nahe seiner Einsatzzentrale zu wohnen hat hinterher auch nichts zum leben.

Polizisten verdienen klar mehr als ich. Aber das ist die falsche Grundüberlegung: Wer will, dass er Mitarbeiter hat, muss diese halt so bezahlen, dass sie sich das leisten können. Es gibt im Kapitalismus leider keinen, der die Härte abnimmt, die muss halt durchgereicht werden. Und die Kette lautet in diesem Fall Leben ist teuer => Menschen sind teuer => Menschen wollen gut bezahlt werden. Im Moment machen sich die Menschen billig, weil sie das System im Zweifelsfall zu schlechten Jobs zwingt. Das müssen Politiker/Wähler ändern. Und im Moment reagiert man im Zweifelsfall mit der Nutzung zweier Vorteile und erheblicher Energieverschwendung, in dem man von einem Ort mit niedrigen Lebensunterhaltskosten zu einem Ort mit hohen Löhnen pendelt. Auch das muss aufhören. Und dann werden die, die wirtschaften, schon reagieren. Glaubst du, es zieht noch jemand für einen 3000-Brutto-Job nach München, wenn das Brot beim letzten verbliebenen Bäcker (der mangels Alternative auch den Supermarkt beliefert) 10 € kostet und ein Haarschnitt mindestens 100? Unser Problem sind nicht zuwenig Wohnungen in den Städten, sondern zu viele Jobs die in sehr wenige Städte verlagert werden, obwohl es haufenweise günstigere Alternativen gäbe. Und das klappt nur, weil die Leute es mit sich machen lassen müssen.

Also ja, nachträglich alles verbessern ist eine Option damit wir überhaupt mal...

Wir haben 70 Jahre lang so gebaut, dass Bedarf am nachträglichem Verbessern ist. Wann planst du damit anzufangen? Der klimatologisch empfehlenswerte Zeitpunkt ist "vor 30 Jahren", aber du schlägst vor die alten Fehler 1:1 fortzuführen und erstmal gar nichts zu machen. Weil die Kohle erstmal wichtiger ist. Breaking News: DAS IST SIE IMMER UND WIRD SIE AUCH IMMER SEIN.

Diese scheiß Denkweise ist es, die uns den heutigen desaströsen Zustand eingebracht hat. Es kommt kein "und jetzt haben wir genug und kümmern uns um die Umwelt"-Moment in der Zukunft. Wir haben nicht "genug". Nie. Ewiges Wachstum, maximale Selbstoptimierung, maximalen Druck auf die Konkurren, das ist Kapitalismus. Jetzt ist ein genauso guter/schlechter Zeitpunkt, damit aufzuhören, wie morgen oder vor 10 Jahren. Der Unterschied: Mit jedem Tag, den wir warten wird die Aufgabenlast, die wir nach dieser Abkehr vor uns haben, um die alten Fehler auszuwetzen, unschaffbarer.

Vorschriften sind nur dann gut wenn sie wirklich effektiv sind und nicht die Leute dazu bringen diese zu umgehen und zwar so oft wie möglich.

Da stimme ich dir zu, weswegen ich ja auch nicht für mehr Vorschriften, sondern für gezielte finanzielle Lenkung plädiere. Es bescheuert, jemanden vorzuschreiben, wie er sein Haus zu dämmen hat. Er wird immer einen Weg finden, wie das etwas billiger, aber wirkungslos umsetzt oder er wird einen Anbieter finden, der am Ende zwar für ein gedämmtes Haus sorgt, dafür aber mehr Umwelt vernichtet hat, als durch die Einsparung je geschützt werden könnte. Vorschriften sind, wenn sie nicht in Generalverbote ausarten sollen, immer punktuell und nie allumfassend und alles, was nicht allumfassend ist, wird umgangen. Will man keine Planwirtschaft, muss man den Markt die Sache regeln lassen und der arbeitet nur, wenn man ihm mit Anlauf in den Arsch tritt: Alles andere, als ein Passivhaus zu bauen, muss wegen der Heizkosten so schweine teuer werden, dass man es gar nicht erst will. Genauo Bodenversiegelung. Tesla will einem Trinkwasserschutzgebiet das Wasser abpumpen und vom aussterben bedrohte Arten umbringen? Sollen sie machen. Genauso Airbus, wenn sie mal wieder Naturschutzgebiet zu betonieren wollen. Unter der Verpflichtung, dass sie binnen zehn Jahren an anderer Stelle ähnliche Flächen um mindestens den gleichen ökologischen Wert aufwerten (Profitipp: Mindestens 8 Jahre davon sollte man für die Einstellung der natürlichen Gleichgewichte nach allen Bauarbeiten einplanen), wobei die Fläche um so größer sein muss, je weiter weg sie liegt. Schaffen sie das nicht, wird der Gesamte Bau beschlangnahmt und samt Inventar meistbietend versteigert, der Erlös fließt in staatliche Umweltschutzmaßnahmen.
3000 Prüfungsverfahren kosten viel zu viel Zeit und die Leute bereiten sich offensichtlich nicht vor, um das zu ändern, also muss man sie halt (außer in lebensbedrohlichen Fragen) nachlagern. Aber ERST müssen die Strafen bei Verstößen so hoch sein, dass sich jeder freiwillig so richtig reinkniet. Mehrere Prozent des globalen Jahreumsatzes sind das mindeste, einschließlich privater Haftung aller Eigentümer, damit es nicht in geplante Konkurse ausartet.
 
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AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Ich glaube, ich wurde nicht richtig verstanden, deswegen noch einmal zur Wiederholung: Ich wohne im Altbau. Nicht nur jetzt, sondern seitdem ich aus dem Studentenwohnheim raus bin, habe ich nur in Häusern mit original Luftschutzkeller gelebt und auf die Frage "wurde das vor dem Krieg erbaut?" antworte ich mit "welchen meinst du?". Und das gilt im großen und ganzen auch für die Blöcke um mich herum, sehr viel alte Bebauung. Nicht "Winkelgassen, Touristenführer, Autos verboten"-Altstadt, aber mindestens ein Jahrhundert auf dem Buckel. Kennen tut sich trotzdem keiner. Die Mangelsituation im Osten hat da weitaus mehr Leute zusammengeführt, als die hiesige Bebauung. Jeder Sportverein ist besser, jede Selbsthilfewerkstatt.

Ok, hab dich falsch verstanden. Aber seltsam das sich Leute im Altbau nicht so gut kennen. Bei euch hat sich vll die ganze Mieterschaft in kurzer Zeit (so unter 10 Jahren) ausgetauscht etc.
Hier gibt es Altbauten wo Leute seit 40-60 Jahren leben, entsprechend ihre Enkel vorbeikommen und sich jeder kennt. Die neuen werden auch begrüßt, das macht man hier so, die machen auch mit. Da gibt es auch weit weniger Ärger und mehr Hilfe. Brauchst nen Betonbohrer? Nachbar ausm 2en Stock ist Handwerker und trinkt gerne dunkles Bier, also weißt du was zu tun ist. Kannst PCs und Fahrräder reparieren und hast das Werkzeug da? Die Studenten aus dem 5en freuen sich, du bekommst Getränke deiner Wahl, gute Partys, die laden dich zum grillen ein und so entstehen auch Freundschaften. Einfach weil man denen ne Gangschaltung repariert hat ohne sie nach Geld zu fragen oder die in die Fahrradwerkstatt zu jagen.
Klar ist das nicht überall so, hast auch hier Häuser wo sich keiner kennt und jeder sich selbst der nächste ist. Aber mir bricht kein Zacken aus der Krone wenn ich dem Nachbar nen Bohrer ausleihe oder mal das Fahrrad in 20min repariere, dafür lebt es sich viel viel angenehmer. Und die kleinen "Tante Emma"-Läden unten sind ebenfalls gut vernetzt, legen auch mal was spezielles zurück und rufen dich an wenn die gewünschte Ware da ist. Weil man sich kennt und von einander profitiert.

Was willst du da reden? Wohnungen sind knapp, mehr zahlende Einwohner und Mieter willkommen und die Grundstückseigner dabei, den riesen Reibach zu machen. Bei dir im braunen Osten wirst du davon noch nichts spüren, weil bis vor 10 Jahren noch Leerstand das Problem war, der erst einmal abgebaut wurde. Aber in verdammt vielen Städten ist "Nachverdichtung" derzeit DAS Konzept. Da braucht man nicht zu reden, da könnte man höchstens abwählen. Wenn sowas in Deutschland mit deutschen Bürgern denn funktionieren würde...

Aber die detaillierte Entwicklung tut nichts zur Sache, hier ging es nur um die Lebensumstände und da halte ich fest
- die Höhe des Hauses ist nicht kausal mit der sozialen Vernetzung seiner Bewohner verknüpft
- die Höhe des Hauses ist kausal mit den möglichen Grün- und sonstigen Freiflächen verknüpft, die übrig bleiben, nachdem man eine gegebene Zahl Einwohner auf einer gegebenen Fläche Boden einquartiert hat. Und diese Verknüpfung ist stark reziprok.

Da es für eine umweltfreundliche Lebensweise unabdingbar ist, Wege zu minimieren und Freiräume zu erhalten, also Menschen auf begrenzten Raum zu konzentrieren, plädiere ich daher für hohe Häuser mit Abstand statt niedrigen Häusern dicht an dicht.

Ach in Leipzig sind wir an dem Punkt angekommen wo vermietbarer Leerstand auf 3% gefallen ist. Aktuell vll noch weniger. Also muss hier entweder saniert oder gebaut werden, hier gibt es aber noch massiv Bruchbuden die sich für eine Sanierung eignen - die aber teuer wird weil das wirklich Bruchbuden sind. Aber teils in guter Lage. Deswegen brennt es hier nicht, nur an einigen Ecken merkt man - ah, die Gegend ist beliebt und wohlhabend, da haben die angefangen die Löcher zu stopfen.
Hier gibt es aber noch Hinterhäuser mit 2 Stockwerken. Hier gibt es noch so was wie normale, vernünftige Hinterhöfe wo man wirklich ungestört was machen kann und wo sich die Leute drum kümmern - ohne Gärtner der einem dann die Nebenkosten hochtreibt.
Also noch mal: auch für konzentrierte Gebiete mit gutem Zuzug ist die beste Lösung - altmodische 5-6 Stockwerke mit 2 Wohnungen pro Stockwerk, ganz klassisch. Urbane Lebensqualität nimmt dadurch enorm zu, man hat weniger Nachbarn die einem auf den Sack gehen, mehr Sicherheit, die Einwohner haben ein viel leichteres Verständnis davon das es IHRE Flächen sind wenn da keine 500 Leute am Tag durchstiefeln, das wertet die Gebiete auf und hat eine ganze Reihe an positiven Effekten. In solchen Gegenden gibt es auch keine Ghettos, die bilden sich eher in Randbezirken in den besagten Plattenbauten - unter anderem GENAU deswegen weil es eben solche Plattenbauten Marke "Stalin-style" sind. Das kann man in vielen Ländern beobachten, nicht nur bei uns. In den Altstädten wo die Häuser erhalten blieben ist es oft sicherer, viel schöner und es gibt mehr Kultur, mehr von allem, es gibt kleine Märkte, die Grünanlagen sind viel besser. Derweil in den selben Städten in den billigen Plattenbauten herrscht Chaos, alles ist dreckig und ungepflegt, keinen juckt irgendwas und sonderlich sicher sind die Gebiete dann auch nicht - die werden zum modernen Ghetto.

Noch mal, umweltfreundlich heißt - die Umwelt nicht versauen. Das heißt nicht die Mobilität aufgeben. Das ist übrigens einer der Gründe warum ich mir Leipzig ausgesucht habe.
Weil es hier so was gibt:
https://www.leipzig.travel/fileadmi...ur-Bootsverleih_T-Williger_leipzig.travel.jpg
Natur? Check. Schön? Check. Ruhig? Naja da laufen Leute entlang. Gute Häuser mit guten Hinterhöfen zum grillen, entspannen und Mensch sein und kein anonymes Etwas unter Millionen? Check. Man kann in der Stadt sehr wohl Lebensqualität und Natur erhalten und nicht auf Krampf versuchen so viele arbeitswillige Humanoiden pro km² reinzustopfen wie halt reinpassen. So was bekommt man in München nicht mehr, in Köln auch nicht (war erst vor 1,5 Jahren zur Gamescom da im AirBNB und kenne die Stadt n wenig - pfuj teufel wer will denn da wohnen wenn man in der Straße 3 Bäume und 30 Autos stehen hat und sonst nix?!)....

100 ist extrem, da wächst der Aufwand für diverse Sicherheitsaspekte überproportional und es nimmt niemand mehr die Umgebung "da unten" als Teil seiner Wohnlandschaft war. Und mir ist auch kein Beispiel bekannt, wo man solche Wohnbauten bei einer normalen Bevölkerungsdichte gebaut hat. Ausgehend von einem Grundriss mit acht Wohnungen pro Etage (4 Ecken, 4 Mitten), was bei so einem hohen Bau aufgrund der Proportionen das Minimum wäre, ergeben sich 800 Wohneinheiten. Das ist das Äquivalent von 100 normalen vierstöckigen Häusern, also inklusive Straßen & Co einer städtischen Fläche, die dann drum herum frei bleiben würde von 150*150 bis 300*300 m (je nach Größe der Hinterhöfe). Und das gleiche nochmal um das Nachbargebäude, also ein runder halber Kilometer Abstand von Wohnturm zu Wohnturm. Klingt nicht einmal interessant, der sozialistische Stil, von dem ich sprach, endete aber eher bei 10 Stockwerken zu 10 Wohnungen (verteilt auf mehrere Stockwerke) je Block, nur wenige Ensembles hatten 15er-20er Bebaubuung, die dann aber schon mit nochmals größeren Freiräumen drum rum angelegt wurden.

Moskau bastelt gerade so was.
Wenn man 12 Millionen Einwohner hat und die Stadt sich über unvorstellbare Gebiete erstreckt und man mittlerweile 6h im Stau stehen kann auf dem Heimweg von der Arbeit, gehen auch 100 Stockwerke. Will man da leben? Na bestimmt nicht. Die machen das trotzdem und glaub mir das wird ein hässlicher Wolkenkratzer ohne Infrastruktur vor Ort, ohne ÖPNV, mit nur einer einspurigen Straße in dem Gebiet und nichts, aber auch wirklich nichts an Lebensqualität. Die Russen nennen so was "Человейники" - Ameisenhaufen für Menschen. Nichts anderes ist es, arbeiten, fressen und schlafen bis man stirbt - was anderes ist da nicht vorgesehen.

"Weniger Menschen" ist immer eine attraktive, aber selten zur Wahl stehende Alternative.
Du möchtest gerne so leben?
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipPJsLtgtYRgE7RvXtDm1asjxVaNmIOjj3xGxMzD=h1440
Schön. Wer möchte das nicht? Die Mehrheit kann es aber nicht und damit meine ich Ausnahmsweise mal nicht "die Mehrheit kann sich das heute nicht leisten", sondern "es ist einfach nicht genug Platz da, um die Mehrheit so leben zu lassen" (und auch mit genug Platz würden die Wege zuviel Zeit und Energie kosten. Das wäre Stadtplanung wie in den USA der 70er)

In modernen deutschen Städten bekommst du stattdessen das hier:
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipONCjY_VUO5kfR4n2R_W-RlLfGlk1Mt3pfhoJLy=w1440-h1440-pd
Und sorry, aber damit werde ich nicht glücklich, da ziehe ich lieber in "gescheiterte", "potthässliche", etc. Plattenbaukonzepte aus den 60ern, die dann soooo fürchterlich daher kommen
https://lh5.googleusercontent.com/p/AF1QipNatWT9SnZKopZaCueiSEjzxBfOF0XYmnyOJBK7=w1440-h1440-pd

Ich möchte entweder so wohnen:
Exklusives Wohnen am Voelkerschlachtdenkmal
^Wenn es schon ein neueres Gebäude sein soll. Preislich nicht attraktiv, ist OK (für den Osten eigentlich nicht mehr OK, sind knappe 12€/m² kalt), dafür Natur, relativ nahe am Stadtzentrum (unter 10km), ruhig, hübsch, modern, genug Platz für Aktivitäten neben dem Haus ohne gleich allen auf den Sack zu gehen etc. Wie man sieht, existieren solche Wohnlagen und genau DAS ist es was die Urbanistik als recht angenehm bezeichnet. Die hätten dort auch alles plätten können und statt Wasser und Bäumen würde man Nachbarn beim ****** beobachten können. Haben sie aber nicht.

Oder so:
https://www.immobilienscout24.de/expose/111891429#/
Kein klassischer Altbau, aber Backstein, wieder Natur um die Ecke, mit 9€/m² bezahlbar, 4km vom Zentrum entfernt, außergewöhnlich und wieder nicht zu dicht an anderen Menschen dran, nicht zu hoch gebaut usw. Man muss nicht aufs platte Land ziehen um sich ein Stück Natur in der Stadt zu gönnen, man muss auch keine Unsummen dafür verschwenden, es muss einfach vernünftig gebaut werden damit die Stadt nicht zu einem Moloch mutiert wie New York - die Stadt soll Menschen nicht aussaugen, sie zu Workaholics machen und wenn sie ausgebrannt sind - rauswerfen wie Sondermüll. Es wird immer Karrieregeile Workaholics geben die sich das freiwillig antun, aber für den Rest muss eine Lebensumgebung geschaffen werden die trotz Stadt das sofortige abschalten, runterkommen und erholen ermöglicht. Dann gibt es weniger Probleme, weniger Burnout, produktive Mitarbeiter die gut leben usw. Quality of life ist ein Thema was man nicht unterschätzen soll.
Und genau HIER kommt der Umweltschutz usw. mit rein. Wenn du eine gute Umwelt vor dem Fenster hast, sind die Chancen höher das du sie erhalten willst. Dazu hast du in solchen Gegenden wenig Parkplätze aber dafür gute Radwege, es ist nicht weit von der Innenstadt - locker in 30min mit dem Fahrrad oder ÖPNV erreichbar. Und die Liste geht weiter, die Argumente hatten wir ja schon mal.
Such mal so ein vergleichbares Mietobjekt bei sich in der Ecke, sieh mal nach was es so kostet und wie man z.B. aus einem alten Industriegebäude ein Loft macht, das ganze zu humanen Preisen vermietet und die Natur drum herum ganz lässt.



Solange man jemand anderem die Rohstoffe wegnehmen und seinen Abfall bei ihm laden kann, ist es immer am wirtschaftlichsten, genau das zu tun. Damit das bei fossilen Brennstoffen und CO2 anders wird, muss der Staat eingreifen, sonst macht die Wirtschaft eben ganz wirtschaftlich den Planeten kaputt.

Falsch. Sobald es sich finanziell lohnt umweltfreundlich zu sein wird kein Unternehmen mehr freiwillig die Umwelt verpesten. Da muss der Staat nicht eingreifen, wir brauchen einfach Technologien die es möglich machen das ganze wirtschaftlicher zu machen als mit fossilen Brennstoffen und Müllbergen. Das einzige was Papa Staat hier machen muss - die Infrastruktur dafür bereitstellen sowie die Ressourcen - aka Strom, weil das ist das einzige was sich klimaneutral ohne Umwandlung und massive Verluste erzeugen lässt, sehr leicht transportieren lässt und universell in jedem Bereich einsetzen lässt. Und sobald dies steht und wir einen Überschuss an Energie haben, spielt der Transport auch keine Rolle mehr - dieser wird die Umwelt nur minimal beeinflussen und den Menschen immer noch eine gute Arbeit geben und die Welt noch ein Stück globaler machen - was für mich auch ein Ziel ist - freie Menschen die überall hin dürfen, überall Arbeit finden und leben können. Unternehmen die global arbeiten können wie mein aktuelles, ohne durch dumme Grenzen, Vorschriften und regionale Idiotie aufgehalten zu werden.
Bei uns ist dies bereits Realität, aber wir arbeiten digital. Das muss auch in der analogen Welt ankommen mit physischen Gütern und dafür brauchen wir kostengünstigen, klimaneutralen Transport der sich aktuell nur mit erneuerbaren Energien realisieren lässt.

Polizisten verdienen mehr als ich. Aber das ist die falsche Grundüberlegung: Wer will, dass er Mitarbeiter hat, muss diese halt so bezahlen, dass sie sich das leisten können. Es gibt im Kapitalismus leider keinen, der die Härte abnimmt, die kann nur durchgereicht werden. Und die Kette lautet in diesem Fall Leben ist teuer => Menschen sind teuer => Menschen wollen gut bezahlt werden. Im Moment machen sich die Menschen billig, weil sie das System im Zweifelsfall zu schlechten Jobs zwingt. Das müssen wir ändern. Und im Moment reagiert man im Zweifelsfall mit der Nutzung zweier Vorteile und erheblicher Energieverschwendung, in dem man von einem Ort mit niedrigen Lebensunterhaltskosten zu einem Ort mit hohen Löhnen pendelt. Auch das muss aufhören. Und dann werden die, die wirtschaften, schon reagieren. Glaubst du, es zieht noch jemand für einen 3000-Brutto-Job nach München, wenn das Brot beim letzten verbliebenen Bäcker (der mangels Alternative auch den Supermarkt beliefert) 10 € kostet? Unser Problem sind nicht zuwenig Wohnungen in den Städten, sondern zu viele Jobs die in sehr wenige Städte verlagert werden, obwohl es haufenweise günstigere Alternativen gäbe.

Polizisten sind Beamte, sie können sich ihren Lohn sich aushandeln, sie bekommen das was da geschrieben steht und fertig. Egal ob sie in München oder 50km weiter arbeiten. Nur hat der Polizist in München eine doppelt so hohe Miete pro m². Die bekommen übrigens richtig wenig Geld. Ich würde denen zwischen 4000 & 6000 Netto (Single-Haushalt, Bundesweit) wünschen bei dem gefährlichen Job.
Und nein, so funktioniert Kapitalismus nicht. Die Firmen müssen profitabel bleiben und konkurrenzfähig. Wenn die Löhne massiv steigen (und diese sind nun mal Kostenfaktor Nr.1 praktisch überall und immer), lohnt sich für die Firma der Standort Deutschland nicht mehr. Ich sag dir mal was, selbst alteingesessene und weltbekannte Firmen wie Beyerdynamic haben in den letzten 10-15 Jahren angefangen Filialen und Fabriken im Ausland zu eröffnen. Beyerdynamic hat was in Indien. Nicht weil sie ihre Kopfhörer nicht dahin transportieren können sondern weil es sich lohnt - dort, nicht hier. Auch viele andere Firmen wo "Deutschland" draufsteht, wie Sennheiser, fertigen nur noch ganz spezielle Modelle hier und die Massenfertigung ist nicht mehr hier. Treiben wir die Kosten hoch, verlieren wir Unternehmen mit Tradition, Erfahrung und die nehmen auch noch ihre besten Mitarbeiter ins Ausland. Lose/lose für alle. Standort nicht attraktiv, Spezialisten weg, Unternehmen weg, Investoren auch weg, Börse in Schieflage etc.

Es gibt einen Weg - Ballungsgebiete verhindern, Städte im Wachstum begrenzen und dafür ausdehnen, besser vernetzen und jeden Standort erhalten und wirtschaftlich attraktiv machen. Und nicht wie in Russland nur Moskau attraktiv machen und alle anderen schuften sich ab für Hungerlohn, bekommen nur Knochen hingeworfen und wenn sie meckern wird die Finanzierung gekürzt.
Solche Städte wie Chemnitz, Oberhausen usw. stärken und die Industrie n wenig aufteilen. Sonst haben wir dann einige wenige Ballungsgebiete wo sich die Menschen stapeln und dazwischen ist nichts.

Und damit dies passiert, müssen die Standorte attraktiv sein. Ohne dämliche Verbote, Vorschriften und tausend Anträge. Je simpler desto besser, dann wird sich die Wirtschaft auch bewegen.

Wir haben 70 Jahre lang so gebaut, dass Bedarf am nachträglichen Verbessern ist. Wann planst du damit anzufangen? Der klimatologisch empfehlenswerte Zeitpunkt ist "vor 30 Jahren", aber du schlägst vor die alten Fehler 1:1 fortzuführen und erstmal gar nichts zu machen. Weil die Kohle erstmal wichtiger ist. Breaking News: DAS IST SIE IMMER UND WIRD SIE AUCH IMMER SEIN. Diese scheiß Denkweise ist es, die uns den heutigen desaströsen Zustand eingebracht hat. Es kommt kein "und jetzt haben wir genug und kümmern uns um die Umwelt"-Moment in der Zukunft. Wir haben nicht "genug". Nie. Ewiges Wachstum, maximale Selbstoptimierung, dass ist Kapitalismus. Jetzt ist ein genauso guter/schlechter Zeitpunkt, damit aufzuhören, wie morgen oder vor 10 Jahren. Der Unterschied: Mit jedem Tag wird die Aufgabenlast, die wir nach dieser Abkehr vor uns haben, um die alten Fehler auszuwetzen, unschaffbarer.

Die Welt hat sich massiv verändert, genau jetzt ist der Zeitpunkt wo wir das nachträglich machen.
Warum? Na weil wir gerade im Umbruch sind. Industrie 4.0, das abschaffen der fossilen Brennstoffe (zumindest in einigen Bereichen), das abschaffen der Atomenergie, die unendlichen Möglichkeiten die Mitarbeiter im Home Office in jedem Punkt auf der Erde zu haben wo Internet verfügbar ist, immer mehr Globalisierung, so viel Kapital wie noch nie was nur darauf wartet benutzt zu werden und tausend andere Faktoren.
Wann wenn nicht jetzt? Wir können uns nicht für die Fehler bestrafen die eine Generation vor uns gemacht hat. Die wussten es nicht besser und hatten die Technologien nicht um dies zu lösen, wir schon, es liegt also an uns. Und es gibt einen massiven Schub in dieser Richtung, vor allem aus Kalifornien, aber auch aus Ländern die richtig viel falsch gemacht haben, über Jahrzehnte im Smog gelebt haben und mittlerweile richtig Dampf machen.
Den "empfehlenswerten" Zeitpunkt haben wir längst verpasst, unsere Generation war damals entweder nicht geboren oder ist senkrecht unter den Tisch gelaufen.
Kapitalismus ist übrigens nicht das grenzenlose Wachstum und über Leichen gehen. Kapitalismus ist es sich ewig zu optimieren, immer bessere Produkte zu erschaffen und den Bedarf der Kunden zu decken um damit Geld zu machen. Neue Märkte entdecken und erschaffen und diese bis ans Limit auszureizen. Aber ohne den Planeten zu sprengen - wenn es keine Kunden gibt - was will man denen verkaufen? Unternehmer sind keine Monster die hier alles und jeden auslöschen wollen. Sie sind auch keine Umweltschweine die ohne Rücksicht auf Verluste ihre Geschäftsideen durchprügeln. Es sind Menschen genau so wie wir, mit den gleichen Zielen - sich ein schönes Leben an einem schönen Ort gönnen. Nur haben sie etwas andere Vorstellungen wie genau das aussieht, aber keines davon beinhaltet Mad Max-Szenarien. Mir fällt kein Unternehmen ein was sich alles selbst kaputt macht und dabei noch lange erfolgreich ist.... Naja eventuell mal die Ölindustrie ausgenommen, da sind ein paar richtig schlimme dabei, aber deswegen müssen wir ja davon weg.


Da stimme ich dir zu, weswegen ich ja auch nicht für mehr Vorschriften, sondern für gezielte finanzielle Lenkung plädiere. Es bescheuert, jemanden vorzuschreiben, wie er sein Haus zu dämmen hat. Er wird immer einen Weg finden, wie das etwas billiger, aber wirkungslos umsetzt oder er wird einen Anbieter finden, der am Ende zwar für ein gedämmtes Haus sorgt, dafür aber mehr Umwelt vernichtet hat, als durch die Einsparung je geschützt werden könnte. Vorschriften sind, wenn sie nicht in Generalverbote ausarten sollen, immer punktuell und nie allumfassend und alles, was nicht allumfassend ist, wird umgangen. Will man keine Planwirtschaft, muss man den Markt die Sache regeln lassen und der arbeitet nur, wenn man ihm mit Anlauf in den Arsch tritt: Alles andere, als ein Passivhaus zu bauen, muss wegen der Heizkosten so schweine teuer werden, dass man es gar nicht erst will. Genauo Bodenversiegelung. Tesla will einem Trinkwasserschutzgebiet das Wasser abpumpen und vom aussterben bedrohte Arten umbringen? Sollen sie machen. Genauso Airbus, wenn sie mal wieder Naturschutzgebiet zu betonieren wollen. Unter der Verpflichtung, dass sie binnen zehn Jahren an anderer Stelle ähnliche Flächen um mindestens den gleichen ökologischen Wert aufwerten (Profitipp: Mindestens 8 Jahre davon sollte man für die Einstellung der natürlichen Gleichgewichte nach allen Bauarbeiten einplanen), wobei die Fläche um so größer sein muss, je weiter weg sie liegt. Schaffen sie das nicht, wird der Gesamte Bau beschlangnahmt und samt Inventar meistbietend versteigert, der Erlös fließt in staatliche Umweltschutzmaßnahmen.
3000 Prüfungsverfahren kosten viel zu viel Zeit und die Leute bereiten sich offensichtlich nicht vor, um das zu ändern, also muss man sie halt (außer in lebensbedrohlichen Fragen) nachlagern. Aber die Strafen bei Verstößen müssen so hoch sein, dass sich jeder freiwillig so richtig reinkniet. Mehrere Prozent des globalen Jahreumsatzes sind das mindeste, einschließlich privater Haftung aller Eigentümer, damit es nicht in geplante Konkurse ausartet.

Gezielte finanzielle Lenkung macht der Markt.
Aktuell pfuscht die Politik immer wieder rum, bestimmt welche Grundstücke wer für welche Summen kaufen darf (oder verscherbelt einfach an den Meistbietenden), es gibt immer mehr idiotische Vorschriften, alles dauert ewig und 3 Tage und macht alles unnötig teuer. Großunternehmer die sich eine Armee an Beratern, Anwälten und Lobby-treuen Schoßhunden anschaffen kann kommt damit klar, aber die kleineren gehen unter oder haben massive Probleme und schrauben die Kosten hoch.
Bei Gewerbeobjekten macht das ja noch Sinn, aber bei Wohnhäusern aller Art doch nicht. Alles dauert eeeeeeeeeeeeeeeeewig, es gibt keine Möglichkeit sich hier innerhalb von Tagen einfach Glasfaser verlegen zu lassen (ich rede von EINFACH, ohne das man durch tausend Feuerringe hüpfen muss, in jeder Behörde eine Opfergabe bringen muss und dann doch an der Telekom scheitert). Strafen muss es geben, aber ohne das man die Leute vorher schon halb in die Psychiatrie bringt bevor überhaupt irgendwas gebaut werden darf und dann nachlegt sobald etwas gebaut ist... Wenns fertig ist und nicht gut - Strafe. Aber lasst die Leute alles ordentlich und freiwillig und vor allem schnell machen.
Wie ich sagte, es muss sich finanziell lohnen auf die Umwelt zu achten. Es muss einfach billiger sein Umwelt&Klimafreundlich zu bauen. Aber ohne Papa Staat weil der hat sich hier als unfähig erwiesen und im besten Fall passiert nix, im schlimmsten Fall dauert alles 3x länger und kostet 5x mehr!
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Falsch. Bei Beamten gilt unabhängig von der Verwendung die Besoldungstabelle.

Dann sollte die angepasst werden an die lokalen Begebenheiten wo die Beamten eingesetzt werden. Denn ihre Lebenshaltungskosten unterscheiden sich massiv je nach Region schon auf kurze Entfernung (da reichen schon 50km um doppelte Mieten zu haben).
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Dann sollte die angepasst werden an die lokalen Begebenheiten wo die Beamten eingesetzt werden. Denn ihre Lebenshaltungskosten unterscheiden sich massiv je nach Region schon auf kurze Entfernung (da reichen schon 50km um doppelte Mieten zu haben).

Wobei man mit einem gut ausgebauten Nahverkehr auch von außerhalb in die Stadt fahren könnte.
 
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Wobei man mit einem gut ausgebauten Nahverkehr auch von außerhalb in die Stadt fahren könnte.

Das gilt nicht für alle Beamte. Ich weiß das Polizisten usw. nur in einem bestimmten Umkreis leben können und nicht 50 Kilometer weiter, einem Lehrer oder Bürohengst ist das ja egal.
Ich will aber das fast alle dort leben können wo sie arbeiten, schont die Umwelt und gibt den Leuten die Zeit zurück um woanders aktiv zu werden.
 
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Ein Polizist kann doch auch leben wo er will.
Es kann sogar sein, das er versetzt wird und dann am anderen Ende von Deutschland arbeiten muss.
 
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Das nicht, aber die Fahrtzeit hat teilweise erheblichen finanziellen Einfluss wenn es um das Trennungsgeld geht. (Bundesbeamte und Soldaten)
 
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Wobei das dann eben nur Leute betrifft, die für ihre Kinder Unterhalt zahlen müssen.
 
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Öhm du solltest das Wort Trennungsgeld ganz dringend mal googeln das hat nämlich nichts mit getrennten Paaren, Kindesunterhalt etc zu tun :D

Denken, Drücken, Sprechen
 
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Ok, hab dich falsch verstanden. Aber seltsam das sich Leute im Altbau nicht so gut kennen. Bei euch hat sich vll die ganze Mieterschaft in kurzer Zeit (so unter 10 Jahren) ausgetauscht etc.

Sogar in deutlich kürzerer Zeit. Mittlerweile bin ich der älteste Mieter hier, in einigen Wohnungen gab es in der Zeit 3-4 Wechsel (hmm. Sollte mir das was zu denken geben :gruebel:). Das ist zum Beispiel auch ein Faktor, dem ich deutlich mehr Einfluss auf die lokale Vernetzung der Leute zusprechen würde, als dem Baustil. Manchmal korreliert halt beides - in einem (Wende-)Plattenbau in schlechter Qualität will niemand lange leben (i.d.R. weil man die Nachbarn schnell zu gut kennt, wenn man jede einzelne Bewegung durch die Ritzen hört) und vielerorts sind die Dinger auch das billigste auf dem Wohnungsmarkt, also hat man den größten Durchsatz. Aber das hat eben nichts mit der Etagenzahl zu tun, das würde auch mit zwei Stockwerken so laufen. Umgekehrt hat man sanierte Gründerzeitbauten, bei denen ebenfalls die Mieter regelmäßig wechseln. Nimm noch verschieden Sozialitäten (z.B. Forenjunkies :D) und Hintergründe/Herkünfte/Interessen dazu und schon kennt sich in jedem Haus kaum noch einer. Ich würde meinem Nachbarn auch jederzeit einen Bohrer leihen, aber vermutlich wird nie jemand fragen. :ka:
Umgekehrt gilt: Du kannst einen 25 stöckigen Wohnturm hinstellen und wenn die Einwohner ggf. noch ähnliche Arbeitsplätze haben (ergibt sich aus dem Konzept des lokalen arbeitens sowieso), Kinderbetreuung von allen in gleicher Weise genutzt wird und du noch z.B. eine Gemeinschaftswerkstatt in den Keller packst, wirst du eine durchaus gute Vernetzung erreichen.

Ach in Leipzig sind wir an dem Punkt angekommen wo vermietbarer Leerstand auf 3% gefallen ist. Aktuell vll noch weniger. Also muss hier entweder saniert oder gebaut werden, hier gibt es aber noch massiv Bruchbuden die sich für eine Sanierung eignen - die aber teuer wird weil das wirklich Bruchbuden sind. Aber teils in guter Lage. Deswegen brennt es hier nicht, nur an einigen Ecken merkt man - ah, die Gegend ist beliebt und wohlhabend, da haben die angefangen die Löcher zu stopfen.
Hier gibt es aber noch Hinterhäuser mit 2 Stockwerken. Hier gibt es noch so was wie normale, vernünftige Hinterhöfe wo man wirklich ungestört was machen kann und wo sich die Leute drum kümmern - ohne Gärtner der einem dann die Nebenkosten hochtreibt.

Dann werdet ihr, bei der derzeitigen Entwicklung, noch einige Zeit Ruhe haben. Berlin hatte, schätze ich, vor 15-20 Jahren diese Situation und durch den Hauptstadtfaktor eine dynamischere Entwicklung. Aber als Großstadt seit ihr mit so paradisischen Zuständen eher eine Ausnahme. Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Hamburg, etc. sind alle am schon lange am nachverdichten, die anderen eher tieffliegenden Städte wie Bremen oder einige Ecken vom Ruhrpott haben die Bausubstanz, die du beschreibst, größtenteils im Krieg verloren und bestehen heute aus 50er/60er/70er Jahre Planungen der nicht-utopisch-sozialistischen Variante, die von vorneherein weniger Lücken gelassen hat.

Die von dir favorisierte Lösung mit 2x 5-6 Wohnungen und ordentlichem Hinterhof zählt also im deutschen Maßstab nicht als "konzentriertes", sondern als entspanntes Gebiet. Die meisten, die in einer Stadt aufgewachsen sind, bezeichnen Stadteile mit noch niedrigerer, aber gleich dichter Bebauung (z.B. einige Ecken des nördlichen Frankfurts) als "dörflich" und das ist nicht ironisch gemeint. Gut, die kennen auch kein echtes Dorf, aber das gibt dir vielleicht trotzdem eine Vorstellung vom Maßstab. Friedrichshain-Kreuzberg hat z.B. über 14000 Einwohner/km², die Schwanenthalerhöhe in München ebenfalls. Wenn ich mal mit einem typischen Bau deiner Beschreibung rechne, dann wäre der pro Aufgang 20 m breit und von der Mitte der Straße davor über Parkplätze und Gehsteig bis zum Ende des Hinterhofs (bzw. der Mitte bei Blöcken mit gemeinsamen) vielleicht 50 m lang. Gehen wir von einer gemischten Nutzung aus, wären von den fünf Etagen zwei für Läden und Büros genutzt (real hat man natürlich eher ein reine Wohn- und daneben ein reines Bürogebäude), bleiben also für diese Fläche von 1000 m³ sechs Haushalte mit im Schnitt zwei Personen. Das wäre jetzt mit 12000 Personen pro m² gar nicht mal so schlecht, aber es steht ja nicht an jedem Meter Straße ein Wohnhaus, sondern es gibt auch Gewerbegebiete, Ein- und Ausfallstraßen, überhaupt gibt es kreuzende Straßen, die den Block in andere Richtungen begrenzen, reine Parkplätze, Parks, Spiel- und Sportplätze, Kindergärten, Schulen etc.. Wenn ich mir entsprechende Viertel auf Luftaufnahmen anschaue, würde ich mit mindestens 60% Overhead rechnen. Die von dir vorgeschlagene ""konzentrierte"" Bebauungsform kommt also bestenfalls auf 1/3 der Siedlungsdichte, die wir heute schon in den Problemregionen haben.

Und zur Vermeidung langer Wege, zur optimalen Ausnutzung der Infrastruktur und weil wir schlicht nicht noch mehr Land zubetonieren wollen, ist es nicht Ziel diese Bevölkerungsdichte zu halten, sondern sie noch deutlich zu steigern. Wir reden mindestens von der fünffachen Dichte der von dir beschriebenen Stadtteile. Wenn man diese bei gleicher Etagenzahl durch zusätzliche Bauten erreichen möchte (und das ist leider der Trend), dann wird aus der von dir beschriebenen Idylle die von mir beschriebene Käfighaltung, in der du das gegenüberliegende Haus anbohren kannst, ohne deine Wohnung zu verlassen. Die Herausforderung an moderne Wohnraumplanung liegt darin, so viele Menschen auf so wenig Raum unterzubringen, dabei aber ein etwas gemütlicheres Ergebnis als Tokyo zu erzielen. Da kommt die Kernstadt übrigens schon im Schnitt auf 15000/km² und einige Viertel knacken die 20000/km². Mal so zum Vergleich: Leipzig insgesamt hat nicht einmal 2000/km².

Zugegebenermaßen ein unfairer Vergleich, klar, weil da auch Vororte mit drin sind, die bei allen genannten Beispielen viel niedriger als die Kerne liegen. Aber trotzdem hat Leipzig mit konzentrierter Lebensweise in etwa so viel zu tun, wie TVR mit dem Bau sparsamer Autos. Laut Wiki kommt Leipzig-Mitte auf läppische 4500/km².
Das ist weniger als Berlin-Lichterfelde, also Bonzen/Vorort/Villenniveau.

Noch mal, umweltfreundlich heißt - die Umwelt nicht versauen. Das heißt nicht die Mobilität aufgeben. Das ist übrigens einer der Gründe warum ich mir Leipzig ausgesucht habe.
Weil es hier so was gibt:
https://www.leipzig.travel/fileadmi...ur-Bootsverleih_T-Williger_leipzig.travel.jpg
Natur? Check. Schön? Check. Ruhig? Naja da laufen Leute entlang. Gute Häuser mit guten Hinterhöfen zum grillen, entspannen und Mensch sein und kein anonymes Etwas unter Millionen? Check. Man kann in der Stadt sehr wohl Lebensqualität und Natur erhalten und nicht auf Krampf versuchen so viele arbeitswillige Humanoiden pro km² reinzustopfen wie halt reinpassen. So was bekommt man in München nicht mehr, in Köln auch nicht (war erst vor 1,5 Jahren zur Gamescom da im AirBNB und kenne die Stadt n wenig - pfuj teufel wer will denn da wohnen wenn man in der Straße 3 Bäume und 30 Autos stehen hat und sonst nix?!)....

Ne, sowas man bekommt man in München nicht mehr. Wenn man München so entspannt bebauen würde, bräuchte es viermal so viel Fläche. Aber nur, wenn die ganzen Nobelviertel auch abgerissen und gegen derartige Wohnblöcke ausgetauscht werden. Ersetzt du nur die hässlichen Stadtteile durch diese Bebauungs"dichte", dann würde die Stadt mindestens zehnmal so viel Platz beansspruchen.
Genug Platz? Definitiv kein Check. Was du beschreibst, wäre eine Idealvorstellung/Traumwelt, die ich seit 20 Jahren für Deutschland predige und die wir der übernächsten Generation ermöglichen könnten, wenn wir uns darauf konzentrieren, die Bevölkerung auf 20 Millionen oder weniger zu schrumpfen. Das würde auch so einige andere Missstände lösen, aber hier und jetzt gibt es viel zu viele Deutsche, als das so etwas Standard werden könnte.

Ich möchte entweder so wohnen:
Exklusives Wohnen am Voelkerschlachtdenkmal
^Wenn es schon ein neueres Gebäude sein soll. Preislich nicht attraktiv, ist OK (für den Osten eigentlich nicht mehr OK, sind knappe 12€/m² kalt), dafür Natur, relativ nahe am Stadtzentrum (unter 10km), ruhig, hübsch, modern, genug Platz für Aktivitäten neben dem Haus ohne gleich allen auf den Sack zu gehen etc. Wie man sieht, existieren solche Wohnlagen und genau DAS ist es was die Urbanistik als recht angenehm bezeichnet.

Nur hat das nichts mit Urbanistik zu tun, dass ist die Bevölkerungsdichte einer Kleinstadt :ugly:

Falsch. Sobald es sich finanziell lohnt umweltfreundlich zu sein wird kein Unternehmen mehr freiwillig die Umwelt verpesten.

Und wie soll sich das ohne staatlichen Eingriff jemals lohnen? Wie gesagt: Das aktuelle System besteht wortwörtlich darin, sich Sachen einfach zu nehmen, die herumliegen (egal ob/wem sie gehören/wofür sie wichtig sind) und das, was man nicht mehr braucht, einfach irgendwo hinzuschmeißen. Billiger gehts einfach nicht. Jede Alternative bedeutet einen Mehraufwand und ist somit nie günstiger. Du lobst Strom, weil er so günstig überall hin zu transportieren ist, aber das ist doch kein Alleinstellungsmerkmal. Wenn man den staatlichen Einfluss abzieht, kostet es vielleicht 50 Cent, eher weniger, 1 Tonne Waren 100 km weit zu transportieren. Also praktisch gar nichts. "Wirtschaftlich" heißt: Nordseekrabben (die man auch nur wegen Subventionen da fängt und weil der Name sich gut verkauft) nach Marokko karren, um sie da pulen zu lassen, und wieder zurück. Das ist "wirtschaftlich", trotz Ökosteuer, Autobahnmauten auf der gesamte Route und einer großen Fährüberfahrt.

Polizisten sind Beamte, sie können sich ihren Lohn sich aushandeln, sie bekommen das was da geschrieben steht und fertig. Egal ob sie in München oder 50km weiter arbeiten. Nur hat der Polizist in München eine doppelt so hohe Miete pro m². Die bekommen übrigens richtig wenig Geld. Ich würde denen zwischen 4000 & 6000 Netto (Single-Haushalt, Bundesweit) wünschen bei dem gefährlichen Job.

Der Durchschnitt wird mit 3500 Brutto angegeben. Das ist bereits deutlich mehr, als ich bekomme und 150% dessen, was die Mehrheit der Deutschen verdient. Also eigentlich ein ziemlich gutes Gehalt. Wie sich dieser Polizeidurchschnitt auf die einzelnen Tätigkeiten verteilt, müsste man getrennt angucken - bei den meisten Polizisten sehe ich gar kein Gefährdungspotential und bei vielen, die nur reguläre Kontrollen durchführen, ist es nicht höher als z.B. bei einem Sicherheitskontrolleur am Flughafen und weitaus geringer als z.B. für Türsteher vor der Disko. Mit dem Unterschied, dass Polizisten nicht mit einem Bein im Knast stehen, wenn sie sich wehren. Ein SEK oder auch Streifen in einigen Risikogebieten sind eine andere Nummer, klar, aber die verdienen afaik auch nicht "Durchschnitt", sondern mehr. Insgesamt sind Polizisten damit für deutsche Verhältnisse ziemlich gut bezahlt. Mit einem Einkommen von 5000 Netto würde man dagegen zu den Top10% der Gesellschaft zählen, was ich dem Arsch, der einen wegen der falschen Haarlänge am Bahnhof 10 Minuten aufhält, aber selbst zu blöd ist, beim Abbiegen Blinker zu setzen, nicht unbedingt gönne. (Aber für das Thema haben wir einen Nachbarthread :ugly:)

Und nein, so funktioniert Kapitalismus nicht. Die Firmen müssen profitabel bleiben und konkurrenzfähig. Wenn die Löhne massiv steigen (und diese sind nun mal Kostenfaktor Nr.1 praktisch überall und immer), lohnt sich für die Firma der Standort Deutschland nicht mehr.

Die Löhne müssten nicht in "Deutschland", sondern in "Münschen", "Berlin" und "Hamburg" steigen. In Eisleben kann Beyerdynamic und wer auch immer einstellen, soviel sie wollen. Auch Unternehmen mit bestehenden Standorten und bestehendem Personal vor Ort wären damit kaum betroffen. Aber wer der Meinung ist, ein Büro in eine schweine teure Innenstadt zu verlegen, weil das gerade "in" ist, der möchte doch bitte auch seine Mitarbeiter so bezahlen, dass diese nicht jeden Tag auf Kosten von Umwelt und Allgemeinheit 100 km dahin pendeln müssen, weil sich die Miete vor Ort nur der Chef selbst leisten kann.

Es gibt einen Weg - Ballungsgebiete verhindern, Städte im Wachstum begrenzen und dafür ausdehnen, besser vernetzen und jeden Standort erhalten und wirtschaftlich attraktiv machen.

Das wäre die erwünschte Folge, nur dass ich keine Staatsgeschenke und Planwirtschaft für Umsetzung einsetze, sondern einfach Bedingungen schaffe, unter denen Städte, die bereits eine gewisse Größe und Dichte erreicht haben, von ganz alleine an Attraktivität verlieren und auf ihrem hohen Niveau stagnieren. Stattdessen fließen die Investitionsströme dann in andere Orte, die dieses Problem (noch) nicht haben.

Die Welt hat sich massiv verändert, genau jetzt ist der Zeitpunkt wo wir das nachträglich machen.

Machen wir das? Wo liegen noch mal unsere CO2-Emissionen? Unser Flächenverbrauch? Bodenbelastung? Artensterben? WIR MACHEN EINEN SCHEIß MACHEN WIR. Deswegen lehne ich auch jeden Vorschlag ab, der mit einem "wir gönnen uns jetzt noch X, aber später tun wir dann Y für die Allgemeinheit", weil dieses "später" zu oft nie kam oder das Y zu oft ein nix war. Der Backlog an Dingen, die wir-mal-tun-müssten ist mittlerweile so groß, dass alles andere nur noch unter Egoismus fällt.

Wir können uns nicht für die Fehler bestrafen die eine Generation vor uns gemacht hat. Die wussten es nicht besser und hatten die Technologien nicht um dies zu lösen

Die wussten es, als Generation, sehr wohl und sie hatten auch die Technologie, aber sie haben es noch schlimmer gemacht. Nicht alle aus boshafter Absicht, aber wen jemand aufgrund von Selbstzentrismus nicht merkt, was er anderen antut, gilt eigentlich "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". Ich hätte 0 Hemnisse damit, die Grundrente aus dem Geld derjenigen zu bezahlen, die es sich seit Jahrzehnten gut gehen lassen.

Kapitalismus ist übrigens nicht das grenzenlose Wachstum und über Leichen gehen. Kapitalismus ist es sich ewig zu optimieren, immer bessere Produkte zu erschaffen und den Bedarf der Kunden zu decken um damit Geld zu machen.

Leider falsch. Im Kapitalismus geht es nicht darum, den Bedarf der Kunden zu decken, sondern es geht darum, den Mitbewerber zu schlagen. Da gibt es teilweise Überschneidungen, aber eben nur teilweise. Wir haben haufenweise Neuerungen, die zurückgehalten werden, um noch einmal eins draufsetzen zu können (Stichwort: Abgasreinigung bei Dieseln. Die in Kalifornien seit Jahren funktioniert, aber bei uns in Tippelschritten eingeführt wird mit neuem Modell jedes Jahr), wir haben riesige Summen, die in direkte Schädigung der Konkurrenz investiert werden, Kartellabsprachen, etc.. Der Kunde ist im Kapitalismus immer nur Mittel zum Zweck und es reicht vollkommen, wenn man ihn z.B. für dumm verkaufen kann (quasi komplette Nahrungsmittelindustrie, Mode sowieso), aber für ihn wird gar nichts optimiert, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Neue Märkte entdecken und erschaffen und diese bis ans Limit auszureizen. Aber ohne den Planeten zu sprengen - wenn es keine Kunden gibt - was will man denen verkaufen?

Das ist egal, denn du wie du ja selbst sagst: Neue Märkte entdecken. Wenn man einen Markt bis zu Zerstörung ausreizt, hat man maximalen Ertrag erwirtschaftet und sein Kapital frei gemacht für Investitionen in den nächsten Markt. Das es irgendwann gar keinen mehr geben könnte, ist in der kapitalistischen Theorie und Praxis nicht vorgesehen und selbst wenn gibt es ja noch die Mitbewerber: Wieso sollte man selbst auf Gewinn verzichten, nur damit ein Konkurrent mehr bekommt, in dem er selbst den Markt bis übers Limit reizt?

Auf Absatzseite ist das ganze mangels scharfer Abgrenzungen nicht so offensichtlich, aber bei den Ressourcen einfach nur ein lang bewiesener Fakt. Klassisches Beispiel Fischerei:
Es gibt für jeden Bestand eine Größe und Fangmenge, bei der er den maximalen dauerhaften Ertrag bringt. Dafür ist eine gewisse Grundgröße nötig, denn natürlich legen zu wenig Fische nicht genug Eier, damit genug nachwachsen können. Das wäre das Niveau, auf dem eine produktionsoptimierte Fischerei die Fangmänge regulieren würde, sodass der Bestand nie kleiner wird. Für maximalen dauerhaften Profit sollte man noch etwas weniger fischen, weil der Aufwand pro Fisch bei höherer Bestandsdichte abnimmt. Der realexistierende, kapitalistische Fischer hört aber nicht zu fischen auf, wenn ihm Wissenschaftler sagen, dass das der maximale dauerhafte Ertrag ist. Der fischt solange weiter, bis die zusätzlichen Kosten für noch mehr Fang dessen Wert aufwiegen. Denn auch ein Fisch zuviel, den er selbst anlandet, bringt ihm noch Geld - fängt ihn dagegen ein Konkurrent, kriegt er gar nichts und nächstes Jahr ist so oder so nichts mehr im Meer.
Hier eine grafische Übersicht:
The profits of fishing << World Ocean Review
Dreimal darfst du raten, an welchen Punkt der Kapitalismus die meisten Bestände weltweit getrieben hat... (Was in dem Diagramm noch fehlt, ist die absolute Bestandsgröße. Da seltene Arten wertvoller sind, fällt die absolute Zahl der lebenden sowie gefangenen Fische nämlich viel schneller ab, als der hier gezeigte Wert des Fangs.

Naja eventuell mal die Ölindustrie ausgenommen, da sind ein paar richtig schlimme dabei, aber deswegen müssen wir ja davon weg.

Die Modeindustrie ist dafür bekannt, dass es an ihrem unteren Ende kein Bisschen besser aussieht, als bei den Ölfirmen. Diverse Erzminen haben die gleichen Arbeitsbedingungen, von den Zuständen bei Gold und Edelsteinen ganz schweigen. Nestles & Coca Colas Geschäfte im Bereich Trinkwasser sind auch weltberühmt, die Elektronikfertigung in China wird immer mal wieder zu Recht angeprangert, obwohl sie da tatsächlich noch zu den besten Arbeitgebern gehört, etc. Soll ich mal ein Bisschen was zum Sicherheitsbewusstsein der chemischen Industrie sagen? Den Zuständen in der Landwirtschaft außerhalb Europas und den USA? Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Du hast zwar Recht: Auch Unternehmer sind nur Menschen. Aber was einem nicht persönlich begegnet, sondern nur in tausendfacher, austauschbarer Zahl in der Statistik steht, hat Menschen noch nie persönlich interessiert und die Mehrheit der Arbeitsplätze weltweit ist dank der Globalisierung meilenweit weg vom zugehörigen Unternehmer. (Nicht dass es im Europa des 19. Jhd. so viel besser war, als Kinder mit von Maschinen zermatschten Gliedmaßen vor die Fabrik geschmissen wurden.)
 
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AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Genug Platz? Definitiv kein Check. Was du beschreibst, wäre eine Idealvorstellung/Traumwelt, die ich seit 20 Jahren für Deutschland predige und die wir der übernächsten Generation ermöglichen könnten, wenn wir uns darauf konzentrieren, die Bevölkerung auf 20 Millionen oder weniger zu schrumpfen. Das würde auch so einige andere Missstände lösen, aber hier und jetzt gibt es viel zu viele Deutsche, als das so etwas Standard werden könnte.

Unbedarft des Restes.

Ich halte ein so massives Schrumpfen der Bevölkerung von derzeit 80 auf 20 Mio. innerhalb von 2 Gens (also 60 Jahren) schlechterdings auf natürlichem Wege für unmöglich.
Und das ganze bringt ja überhaupt nix, wenn in einem dicht besiedelten Kontinent wie Europa ein Land sich leert, da müsste quasi die ganze Welt "mitmachen".
Der Trend geht ja global genau in die entgegengesetzte Richtung.
Und derzeit bauen sich gerade in China und anderswo eher Megacities (Städte über 10 Mio. EW) auf, die ein paar Generationen wohl der Lebensraum für die meisten Menschen dieser Erde sein werden.
Eine isolierte Betrachtungsweise nur Deutschland wird kaum funktionieren, zumal wir de facto ein Einwanderungsland aus strukturschwachen Gebieten der Welt sind.

Aber:
Vielleicht verschwinden die Megacities auch in ein paar Generationen wieder.
Ein erstes bescheidenes Anzeichen liefert die ungewöhnliche Entwicklung von Südkoreas Hauptstadt Seoul.
Sie ist die bislang einzige ehemalige Megacity.
In den elf Jahren nach 1988 hatte sie mehr als zehn Millionen Einwohner, danach sank ihre Einwohnerzahl bis 2015 auf 9,7 Millionen.
Auch der Großraum Tokio hat 2019 mit 38,3 Millionen Einwohnern seinen Zenit wohl erreicht und soll sich bis 2030 leicht rückläufig entwickeln.

Zudem ist die Geburtenrate in großen Städten oft niedriger als auf dem Land.
Darüber hinaus sinken weltweit die Fruchtbarkeitsraten.
Dass die Weltbevölkerung trotzdem noch ein paar Generationen zunehmen wird, liegt primär an der steigenden Lebenserwartung.

Ein maßgeblicher Effekt könnte eintreten, wenn es global gelingen würde, das Leben auf dem Land lebenswerter zu gestalten.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Dass die Weltbevölkerung trotzdem noch ein paar Generationen zunehmen wird, liegt primär an der steigenden Lebenserwartung.

Nö,

das hängt einfach damit zusammen,

das es z. Bsp. in Afrika und Asien gar keine funktionierende Sozialsysteme gibt,
wie in der westlichen Welt.
Deswegen wird in diesen Regionen die Menschheitspopulation noch extrem ansteigen.

Ohne eine Umverteilung von finanziellen Mitteln,
in Verbindung mit dem Klimawandel,
werden wir in Europa richtig große Probleme bekommen.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Dass die Weltbevölkerung trotzdem noch ein paar Generationen zunehmen wird, liegt primär an der steigenden Lebenserwartung.
Das sieht man gut am Beispiel China, dessen Bevölkerungszahl trotz niedriger Geburtenrate weiter massiv anstieg. Und wenn in Ländern dann sowohl die Geburtenrate pro Elternpaar über 2 liegt und die Menschen durch unsere Medizin immer älter werden, dann explidieren Gesellschaften.

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Quelle: Ernst Klett Verlag - Terrasse - Schulbuecher, Lehrmaterialien und Lernmaterialien
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Es gilt ja schon fast als Konsens, dass wir das Maximum mit 11 Milliarden etwa um 2100 erreichen.
Das sollte derzeit nicht die hauptsächliche Sorge sein.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Unbedarft des Restes.

Ich halte ein so massives Schrumpfen der Bevölkerung von derzeit 80 auf 20 Mio. innerhalb von 2 Gens (also 60 Jahren) schlechterdings auf natürlichem Wege für unmöglich.

Ich von einem eher niedrigen Durchschnittsalter hier ausgegangen. Also Leute, die frühestens "jetzt", eher aber in 5-10 Jahren die nächste Generation in die Welt setzen, worauf es weitere 25-30 Jahre dauert, ehe die "übernächste geboren wird. Der so etwas "zu ermöglichen" bedeutet auch nicht "ab Geburt", sondern irgendwann innerhalb deren Lebens. Sagen wir im Alter von 45 Jahren, weil sich das so schön mit den ~35 aus den bisher genannten Zahlen zu 80 addiert. Und nein, auch in diesem Zeitfenster ist das definitiv keine nebenwirkungsfreie Maßnahme, sondern müsste (wenn man keine vorzeitigen Tode provozieren will), mit einer extremen Reduktion der Geburtenquote auf *zufaulzumrechnedeswegenrateich* 0,3 einhergehen, ohne zusätzliche Zuwanderung, und somit übergangsweise zu einer extrem überalterten Gesellschaft führen sowie natürlich einem totalen Kollaps aller auf stetes Wachstum ausgelegten Sozial- und Wirtschaftssysteme.

Also eigentlich war mein Satz ein etwas weniger gebieterisches "denk gar nicht dran" ;)

Und das ganze bringt ja überhaupt nix, wenn in einem dicht besiedelten Kontinent wie Europa ein Land sich leert, da müsste quasi die ganze Welt "mitmachen".

Aus ökologischen Gründen wäre ich zwar zusätzlich für eine globale Reduktion der Bevölkerung mit Zielwert 1 Mrd., aber solange es nur um die städtische Lebensweise geht, wäre Deutschland tatsächlich eines der Länder mit dem höchsten Bedarf. Klar, einige Stadt- und Inselstaaten liegen weitaus höher, aber die planen ja nicht mitgezählte Freiflächen in Sichtweite mit ein, und auch einige Staaten, die in den letzten ~80 Jahren Ziel großer Flüchtlingsströme waren, woran man nunmal nichts ändern kann. Aber unter den gewachsenen, großen Staaten spielt Deutschland weit vorne mit. Bangladesh, Indien, Benelux und Japan haben deutlich mehr, das wars. Großbritannien, Nigeria, Schweiz, Nepal und Italien kann man noch auf Augenhöhe mit uns zählen. Aber China z.B. hat schon 40% weniger, Frankreich (oder auch der Schnitt der EU) weniger als die Hälfte, selbst Griechenland liegt bei einem Drittel. Und das ist auch mit ein Grund dafür, dass das Leben in diesen Ländern, wenn sie ein gewisses Wohlstandsniveau haben, so angenehm wahrgenommen wird. Das von mir vorgeschlangene Niveau wäre auf Augenhöhe mit Irland, Bulgarien oder Mexiko. Also keinesweg entvölkerte Länder oder ein Level, dass es heute noch gar nicht gibt.

Aber:
Vielleicht verschwinden die Megacities auch in ein paar Generationen wieder.
Ein erstes bescheidenes Anzeichen liefert die ungewöhnliche Entwicklung von Südkoreas Hauptstadt Seoul.
Sie ist die bislang einzige ehemalige Megacity.
In den elf Jahren nach 1988 hatte sie mehr als zehn Millionen Einwohner, danach sank ihre Einwohnerzahl bis 2015 auf 9,7 Millionen.

Also 5% Schwankungsbreite würde ich jetzt nicht auf die Goldwage legen, aktuell gibt man wieder 9,96 an. Im Prinzip kann man sagen, dass die Stadt bis Mitte der 80er so systematisch hochepuscht wurde, dass sich seitdem die Entwicklung eher in der umgebenden Metropolregion abspielt man nur noch leichte Fluktuationen über die nur auf dem Papier bestehende Stadtgrenze hat.

Auch der Großraum Tokio hat 2019 mit 38,3 Millionen Einwohnern seinen Zenit wohl erreicht und soll sich bis 2030 leicht rückläufig entwickeln.

Auch hier ist "leicht rückläufig" meilenweit von "verschwinden" entfernt. Tokyos Mikro-Apartments und noch kleinere Wohnkonzepte sind ein Überschwinger, den keiner Mag und der nur im Zuge einer Boom-Dynamik möglich ist. Sowas baut sich von selbst und wenn ein Stadt nicht mehr massenhaft neue Leute anzieht, nimmt die Dichte zwangsläufig ein Bisschen ab - alte Menschen ziehen selten in kleinere Wohnungen um, habe also eine etwas geringere Wohndichte und sie sind in Boomstädten unterprepräsentiert, weil nur die jungen Leute hinziehen. Nach dieser Wachstumsphase dauert es ein paar Jahrzehnte, bis sich wieder eine normale Alterspyramide ausgebildet hat und man von einem stabilen Zustand sprechen kann. Dieser Overshoot ist aber nicht gerade riesig im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und er stellt keinen systematischen Trend in Gegenrichtung dar. Sicher wird es auch so etwas in 1-2 Jahrzehnten wieder geben, wir erleben seit längerem Schweinezyklen von "in der Stadt ist geil" und "im Grünen ist geil", aber rein physisch ist es eben nicht möglich, die heute in Städten versammelten Leute über das Land zu verteilen.

Ein maßgeblicher Effekt könnte eintreten, wenn es global gelingen würde, das Leben auf dem Land lebenswerter zu gestalten.

Damit löst du aber eben nicht die ökologischen Probleme. Die Menschen in Städten zu konzentrieren, ist gut für Umwelt und Klima - kurze Wege, kompakte Bauformen, effiziente Energienutzung. Nur für die Menschen selbst ist es oft unschön und das müssen wir vor Ort ändern, um eben nicht noch mehr Land zuzubetonieren. Landleben attraktiver zu machen macht ökologisch wie ökonomisch nur in kleinem Maßstab Sinn - man sollte darauf achten, dass bestehene Kleinstädte mit guter Bausubstanz nicht einfach aufgegeben werden. Aber die Städter in neue Häuser auf dem Land zu stecken ist die schlechteste Idee überhaupt.
 
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