Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Noch einmal: Wir erzeugen mehr Energie, als wir zum Zeitpunkt der Erzeugung direkt nutzen oder speichern können. Das Problem ist *nicht* die Erzeugungskapazität und war es auch noch nie. Energiewirtschaft war schon immer Misswirtschaft, die zu massiver Redundanz zwingt.
Nein, nein, nein!
Das gilt nur für elektrische Energie und nicht für die Primärenergie und fast alles was nicht mit Akku (oder jetzt auch Oberleitung) auf unseren Straßen fährt braucht halt Öl/Gas und fällt halt nicht in die Statistik rein.
Wenn man die installierte Leistung und den Stromverbrauch Deutschlands betrachtet können wir uns komplett von EEs versorgen (nicht durchgängig) und das ist auch schon an manchen Tag so gewesen, was interessanterweise sogar im Winter war.

P2L taugt nicht zur umfassenden Lösung, auch nicht mit drastisch reduzierten Individualverkehr. P2L ist nur für wenige Einsatzbereiche sinnvoll.

Das Überangebot an EE existiert also. Aber durch P2L speichern ist nicht sinnvoll.
 
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Na die 70% Verlust sind ja der aktuelle Zustand, davon wollen wir weg. So weit wie möglich.

Und damit wir eben nicht massive Speicher bauen müssen und Lastspitzen abfangen können ist ein reguliertes Netz nötig wo die Abnehmer mit hohem Bedarf halbwegs smart gesteuert werden können. Ansonsten kommt der deutsche Michel um 19Uhr (+Stau) heim und stöpselt sein E-Auto an. Das ganze Mal Drölftausend Bürohengste die es ebenfalls um die gleiche Zeit tun und das Netz klappt um.
Das muss also schon vorab eingerichtet werden, nicht erst dann wenn hier eine größere Anzahl an E-Autos rumgeistert. Da ists zu spät.
Aber so wie ich Schland kenne und den Papierkrieg hier, wird das 2222 erst was.

Ich hasse die Salami-Taktik, sie hat nix gutes und verursacht immense Kosten für Zwischenlösungen. Siehe VDSL mit Vectoring, Supervectoring und Glasfaser auf halber Strecke. Es sind zusätzliche Technologien (irgendwer muss sie installieren und warten können), es ist zusätzliche Hardware die bereits bei der Installation schon veraltet ist, es sind Ewigkeiten bis das ganze endlich erfolgreich abgeschlossen wird - und dann sind wieder an dem Punkt wo es wieder veraltet ist und die Salami-Taktik von vorne losgeht. Das wird hier nicht anders laufen.

Wegen dem Zweck ist es auch relativ. Selbst LKW - die haben bestimmte Lenkzeiten, sind oft gar nicht so weit unterwegs und können bei jedem Halt (Be/Entladen, Raststätte etc.) praktisch geladen werden. Dazu haben sie genug Fläche für massive Batterien und die Option die entsprechenden Batterien (vollgeladen) mit dem Hänger gleich tauschen zu können.
Unabhängig vom Stromnetz sollten nur die Rettungsdienste, THW usw. bleiben die auch dann einsatzfähig bleiben müssen wenn der Strom ausfällt und wenn sie keine Zeit haben die Fahrzeuge zu laden.
Den Rest kann man bereits auf E-Fahrzeuge umrüsten, nur ist das Stromnetz zu schlecht gewachsen bislang und daran ist nicht die Politik schuld sondern alle die wirklich hart dagegen vorgehen sobald sich irgendwas am Horizont abzeichnet was nach Windrad, Stromtrasse oder Photovoltaik-Anlage aussieht.
 
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Das Sozialsystem ist ja nicht dafür da, umzugsunwilligen Leuten alles zu bezahlen.
Die Arbeitsstellen werden vermittelt (oft mehr schlecht als recht, aber es ist Arbeit) und die Leute können und sollen sich bewegen, niemand ist festgekettet. Stattdessen wählen die das pendeln. Umzug kostet oft weniger als paar Jahre pendeln, die machen das trotzdem nicht.
Zumal sich aktuell möbelierte Wohnungen durchsetzen und die Umzüge immer einfacher und schneller gehen.

Weiß nicht, ob die sich aktuell durchsetzen tun, aber ein abgeschlossener Prozess ist das noch lange. Erst recht nicht im Niedrigpreissegment und erst recht nicht in einer Art und Weise, die die Ansprüche der einzelnen Menschen berücksichtigt. Solange sich das nicht ändert, ist ein Umzug selten billig, sondern verschlingt ganz schnell gehoben vierstellige Summen. Das haben viele nicht und solange das Pendeln als zumutbar erachtet wird, gibt dir das Jobcenter auch keinen Cent dazu. (Und in den Fällen, wo Pendeln nicht zumutbar ist, ist es auch ein Kampf, größere Teile der Kosten wieder reinzubekommen.)
Es sind aber nicht nur die Umzugskosten als solche, die umgelegt auf möglicherweise wenige Monate Arbeitszeit am neuen Arbeitsort gegengerechnet werden müssen, sondern es sind auch die Wohnkosten als solche. In Zeiten explodierender Mieten ist ein alter Vertrag Gold wert und eine neue Wohnung in gleicher Qualität am neuen Ort kostet schnell mehrere 100 € im Monat extra, selbst wenn die Zielstadt im Schnitt nicht teurer als der Herkunftsort ist. So sehr ich auch selbst dafür plädiere, dass Besserverdiener, die sich ihrer Jobs vergleichsweise sicher sein können und für die die reinen Umzugskosten ein kleinerer Faktor sind (LKW & Helfer werden nicht teurer, wenn der zu transportierende Schrank das fünfache wert ist): Für die unteren 10%, von denen wir in der Nähe zum Sozialsystem reden, ist es einfach zu teuer und ein zu großes Risiko.

Hier muss auch niemand Obdachlos sein, die Leute wählen diesen Lebensstil freiwillig und verzichten auf Leistungen vom Staat und medizinische Hilfe wenn sie diese brauchen. Man kann aber auch keinen zu etwas zwingen, die sind da und wollen auch so leben.

Es gibt einen nicht gerade kleinen Anteil unter den Obdachlosen, die sich selbst von Hilfe abgegrenzt haben, aber das sind nicht alle. Wenn du dich in Deutschland wiedersetzt, einen Scheißjob zu machen, dann lässt dich das Sozialsystem fallen und du sitzt auf der Straße. Ist so, da kann der Rest Deutschlands noch so königlich leben: Die feinen Herren treten liebend gern nach unten.


Arbeitsnomaden sind übrigens NICHT mit den alten Glücksrittern, Goldgräbern, Bounty Hunter usw. zu vergleichen. ...

Was du meinst sind immer noch ungelernte Tagelöhner oder eben Hilfskräfte,

Du hast keine Ahnung von den realen Zahlenverhältnissen. Niedriglöhner stellen rund ein Viertel der Gesamtbeschäftigten, deine Luxus-Nomaden dagegen gibt es außerhalb des IT-Sektors überhaupt nicht und selbst da sind sie bei deutschen Unternehmen die Ausnahme. Dein Bild ist auf eine irrelavante Minigruppe von vielleicht ein paar 10000, eher weniger, bundesweit fokussiert, aber es geht hier um Millionen von Menschen, die keine Alternative haben.

die sind teils arm dran, kämpfen aber auch für nichts, sagen Ja und Amen zum Chef und bücken sich bei jeder Gelegenheit und bringen noch die Vaseline mit wenn der Chef sie mal wieder rannehmen will. Wer sich unterwirft, wird halt auch wie ein Sklave behandelt über kurz oder lang. Menschen können grausam sein, in der Welt aktuell muss man auch Zähne zeigen können und ein Rückgrat haben. So traurig wie das klingt.

Das klingt in der Tat traurig, dass Leute immer noch so denken. Die Wahrheit ist aber, s.o.:
Zeigst du Zähne fliegst du raus. Und in den meisten Niedriglohnjobs gibt es kaum eine Möglichkeit, Zähne zu zeigen ohne sich der Arbeitsverweigerung schuldig zu machen (der Umgangston ist sowieso schon unterste Schublade) und das ist dann ein selbstverschuldete Kündigung, die mit einem Entzug der Hilfsleistungen geahndet wird. => Obdachlos, Ende vom Leben. Der Ausdruck "moderne Sklaverei" ist kein Dysphemismus, sondern eine akurate Wiedergabe der Machtverhältnisse.


Dann müssen die Arbeitnehmer halt zum Arbeitsrecht, zu Gewerkschaften und anderen Mitteln greifen um ihre Interessen durchzusetzen. Für sie wird es niemand anders tun. Und es funktioniert doch, an manchen Standorten zahlen die Kliniken z.B. für ambulante Pfleger mittlerweile Boni wenn sie an diesen Standort ziehen und den Job annehmen. Teils über 1000€. Ist natürlich nicht viel, sollte aber beim Umzug etwas helfen.

Ist nicht nicht viel, sondern viel zu wenig. Und wurde bereits unter nicht unerheblichen Leid auf Seiten von zu Pflegenden bzw. deren Angehörigen erstritten. Würde Pflegekräfte so streiken, wie es für eine angemessen Bezahlung nötig wäre, wären Tote die Folge. Das ist halt das Problem, wenn man Marktwirtschaft auf Menschen trifft - die meisten Jobs sind nicht nur eine Streitpunkt zwischen Arbeitgeber und einzelnem Arbeitnehmer, sondern da hängt eine ganze Kette von Leidtragenden dran.


Zurück zum Thema, der anthropogene Klimawandel schreitet voran, die Fixierung an CO2 finde ich mitunter geistig eingeschränkt/bedenklich. ... Das Problem sind nicht die CO2-Emissionen

Das Problem beim Klimawandel sind die fossilen CO2-Emissionen. PUNKT. Ist so, Ende, Fakt aus, Basta.
Konsumreduktion wäre eine Möglichkeit diese zu senken und Naturschutz tut ganz unabhängig vom Klimaschutz not, aber wenn man von letzterem spricht, kommt man um CO2 nicht herum. Das einzige, was daneben noch etwas Bedeutung hat, ist Methan, aber die direkt von uns kontrollierbaren Quellen haben im Gegensatz zum direkt kontrollierbaren CO2 nur einen geringen Einfluss.

Mir gefallen die undifferenzierten Links-/Rechtsdiskussionen, die zu nix führen, gar nicht, auch nicht respektlose "Satire", in der man die eigene Oma als "Umwelt***" beleidigen kann. Stattdessen sollte man sich hinsetzen und ausdiskutieren/überlegen, wie man den Konsum gezielt auf Nachhaltigkeit ausrichtet. So würde man die Krankheit behandeln, nicht nur die Symptome wie von den "Umweltaktivisten" propagiert. Durch sie werden höchstens neue Verbote und CO2-Steuern geschaffen, die kein Mensch braucht.

Umweltaktivisten versuchen seit über 100 Jahren solache Gespräche zu führen, es macht nur kaum einer mit, und langsam ist selbst die stereotype "man kann über alles reden"-Fraktion zu dem Schluss "wir haben keine Zeit mehr für Palaver" gekommen. Diverse Abgaben und Verbote sind Maßnahmen um diejenigen, die immer noch nicht bereit sind, auch nur zuzuhören, geschweige denn konstruktiv mitzuwirken, einfach zum richtigen Verhalten zu zwingen. Die Zuckerbrote lagen lange genug aus, jetzt versucht man es halt mit der Peitsche.

(Wird auch nicht reichen, aber Mitleid mit den ausgepeitschten muss man definitiv nicht haben.)


Oder wir nehmen die regenerative Energie, speichern die in Akkus und rufen sie ab mit minimalen Verlusten direkt ab, sparen uns dazu noch die komplizierteren Aufbauten die man braucht um Wasserstoff zu speichern und zu nutzen usw.

Wasserstoff zu speichern ist sehr einfach und würde im Vergleich zu Akkus nur wenig Investitionen erfordern, Synthese-Methan sogar gar keine. Nicht einmal für die Verteilung und Nutzung. Akkus dagegen sind in großen Kapazitäten schweine teuer, sodass die Frage am Ende lautet: Wieviel Energie müssen wir wie lange speichern?

Im Moment, wo wir sowieso jede Menge fossile Energieträger brauchen und erstmal nur die Verbraucher ganz ohne oder mit Kurzzeitspeicherbedarf auf E umstellen, sind Akkus für diese ein probates Mittel. Aber wenn wir uns den 40-60% erneuerbare Anteil am Gesamtenergieverbrauch annähern (was Jahrzehnte dauern wird), ändern sich die Bedingungen. Aktuell gehen viele Prognosen davon aus, dass wir um ptg nicht herum kommen. Es ist einfach viel billiger, die zusätzliche Kraftwerksleistung für die (zunehmend, wenn auch langsamer kleiner werdende) Effizienz-Lücke zu bauen, als die Kapazitätslücke durch noch mehr Akkus auszugleichen.

Wer sich einen Neuwagen kauft und es nicht gerade ein Transporter ist, will auch das die Kiste sich nicht wie ein Wandschrank fährt :)

Warum kaufen sich dann so viele Leute rollende Wandschränke? :hmm:

Kurz: es gibt einen guten Grund warum Tesla so durchgestartet ist. Die Leute geben denen freiwillig 1000$ damit die sich ein Auto irgendwo in 6-12 Monaten abholen können, so was gibt es bei keinem anderen Hersteller der Autos für die Massen baut. Und ich hoffe Tesla wird unseren Autoherstellern hier (und den Japanern die immer noch die Top1 halten) weiterhin kräftig in den Hintern treten.

Vor fünf Jahren musste ich mir hier anhören, dass Tesla & Co unseren Autoherstellern sowas von in den Hintern treten, dass letztere bis heute Pleite sein werden. Stattdessen macht Tesla immer noch keinen Gewinn, quasi alle Konkurrenten sind nicht über Studien hinausgekommen und der einzige Grund, dass VW & Co weniger Scheinchen zählen, sind die US-Strafen für Betrüger...

Dann gibt es massiven Fortschritt, vor allem bei Akkus.

Auch das muss ich mir, sogar seit deutlich über, 5 Jahren anhören. Aber komischerweise hat sich nur ein Bisschen was beim Preis getan, während die Chemie im großen und ganzen immer noch genauso funktioniert, wie die letzten 20 Jahre lang auch schon. Man könnte fast meinen, da stecken Naturgesetze hinter... :rollen:

Also, wozu Wasserstoff erzeugen um es dann ineffizient zu verbrennen? Dazu ist der Transport aufwendig.

Wasserstoff verbrennt man nicht. Entweder Methan verbrennen (aktuell die schnellste Methode viel zu erreichen, weil die komplette Infrastruktur für Verteilung und Speicherung für ein ganzes Quartal exakt 0 € kostet) oder Wasserstoff in Brennstoffzellen umsetzen. Letzteres wäre fast so teuer wie flächendeckender Kurzzeiteinsatz von Akkus, hätte denen aber die lange Speicherzeit/-kapazität voraus. Welches von den drei Modellen das Rennen macht ... k.A.. In einem technologie offenen Wettbewerb vielleicht auch was ganz anderes. Leider werden im Moment Millionensummen einseitig in Batteriesystem versenkt, sodass wir im 40 Jahren vermutlich ohne umweltfreundliche Energieproduktion, dafür aber mit einem festgelegten Verbreitungsystem dastehen werden, dass gegebenfalls auch noch die schlechteste Wahl ist. Jeder ITler, quatsch jeder der schonmal Windows genutzt hat, kann sich eigentlich nur an den Kopf fassen.


Wirkungsgrad ist bei einem Überangebot an erneuerbaren Energien praktisch egal. Der Vorteil ist aber die leichte Lagerbarkeit und hohe Energiedichte für die mobile Anwendung. Autos würden leichter sein können, vorhandene Infrastruktur bleibt erhalten, im Unfall- / Brandfall ist es auch leichter zu handhaben. Imho macht es weit mehr Sinn, die Wohnung mit Strom zu heizen und das Auto mit Gas/Treibstoff zu betreiben, als umgekehrt.

Letzteres stimmt definitiv und sollte imho auch das Leitmotiv für die nächsten 2-3 Jahrzehnte sein. Solange wir sowie noch fossile Energieträger brauchen, sollten wir die da nutzen, wo sie am schwersten zu ersetzen sind: Mobil. Aber danach, wenn die Balance immer weiter zu grüner Primärenergie kippt, muss man nachrechnen. Ein Überangebot kommt nicht von allein, sondern muss bezahlt werden - und das will heute schon keiner bezahlen und es wird irgendwann auch teurer werden, wenn nur noch die etwas schlechteren Standorte übrig sind. Da könnten teure, aber effiziente Speichersysteme die bessere Wahl gegenüber Überproduktion und Billigspeicher sein. Könnten - sicher ist das nicht, siehe oben. Aber genauso wie man heute nicht jede Menge Geld in Batterieautos buttern sollte, sollte man es auch nicht in den Aufbau eines Wasserstoffnetzes versenken. Wir können schlicht noch nicht sagen, welche Technik langfristig die bessere ist, dazu hängt zuviel in der Schwebe. Was wir aber schon heute wissen: Beide werden deutlich mehr EE-Strom brauchen, als wir heute zur Verfügung haben. Also sollten wir unsere Anstrenungen verdammt nochmal darauf konzentrieren, das zu ändern, denn davon profitieren wir in jedem Fall.
 
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Wasserstoff wird überschätzt.

Es ist ja nicht nur der Wirkungsgrad selbst, sondern auch das langfristige speichern ist bei einem so leichten Element eine gute Frage, dann noch der notwendige Druck was die maximale Zahl von Autos die betankt werden können senkt, die Edelmetalle für die Brennstoffzellen selbst.
Auf dem 36C3 gab es nen guten Talk dazu, verlinke ich später noch.
 
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Wasserstoff wird überschätzt.
Möglicherweise.
Aber wir sind uns darüber im klaren, dass die Produktion von Akkus zur Zeit das Problem des Smogs durch Abgase in Großstädten gegen Umweltschäden in Gegenden eintauscht, wo die für die Akkus benötigten Rohstoffe eintauscht - uns wir ein Wohlfühlgefühl vermittelt, weil wir das Problem im Gegensatz zum Smog nicht vor unseren Augen haben.
Wenn also Verbrenner die limitierten fossilen Brennstoffe verbrauchen und für schlechte Luft Sorgen und Akkus für schlechtes Wasser in Chile und anderen Orten, die außerhalb unsere Komfortzone liegen, was bleibt dann?
Ja, sicher, Wasserstoff bringt auch seine Probleme, aber zumindest könnte man Wasserstoff sauber mit Hilfe von Wind und Sonnenenergie an jeder Küste gewinnen und nach dem "Verbrauch" hat man wieder Wasser.
Die Frage ist halt, wie gut bekommt man Wasserstoff unter welchem Druck transportiert und wieviel Verluste ist man bereit hinzunehmen? Schließlich diffundiert Wasserstoff so ziemlich überall durch. Und wie verhindert man fatale Explosionen bzw Brände im Falle eines Autounfalls?
 
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Weiß nicht, ob die sich aktuell durchsetzen tun, aber ein abgeschlossener Prozess ist das noch lange. Erst recht nicht im Niedrigpreissegment und erst recht nicht in einer Art und Weise, die die Ansprüche der einzelnen Menschen berücksichtigt. Solange sich das nicht ändert, ist ein Umzug selten billig, sondern verschlingt ganz schnell gehoben vierstellige Summen. Das haben viele nicht und solange das Pendeln als zumutbar erachtet wird, gibt dir das Jobcenter auch keinen Cent dazu. (Und in den Fällen, wo Pendeln nicht zumutbar ist, ist es auch ein Kampf, größere Teile der Kosten wieder reinzubekommen.)
Es sind aber nicht nur die Umzugskosten als solche, die umgelegt auf möglicherweise wenige Monate Arbeitszeit am neuen Arbeitsort gegengerechnet werden müssen, sondern es sind auch die Wohnkosten als solche. In Zeiten explodierender Mieten ist ein alter Vertrag Gold wert und eine neue Wohnung in gleicher Qualität am neuen Ort kostet schnell mehrere 100 € im Monat extra, selbst wenn die Zielstadt im Schnitt nicht teurer als der Herkunftsort ist. So sehr ich auch selbst dafür plädiere, dass Besserverdiener, die sich ihrer Jobs vergleichsweise sicher sein können und für die die reinen Umzugskosten ein kleinerer Faktor sind (LKW & Helfer werden nicht teurer, wenn der zu transportierende Schrank das fünfache wert ist): Für die unteren 10%, von denen wir in der Nähe zum Sozialsystem reden, ist es einfach zu teuer und ein zu großes Risiko.

Nichts ist abgeschlossen, so was wird auch nicht abgeschlossen. Das ist ein dynamischer Markt der sich immer an die aktuellen Anforderungen, Gesetze und Bedarf anpasst. Und Leute heutzutage wollen neue Küchen drin haben, viele wollen die Möbel auch nicht mehr rumkarren - die Umzüge sind teuer, bringen das Risiko mit das einiges nicht passt oder doch vll was kaputt geht und man lebt kurzzeitig auf ner Baustelle.
In vielen anderen Ländern sind möbelierte Wohnungen alltäglich und ich begrüße es. Austauschen lassen geht fast immer (man kann mit dem Vermieter ja sprechen) und oft sind das brauchbare bis gute Möbel die da stehen. Wer natürlich Designermöbel nach eigenen Vorgaben wünscht, spielt in einer anderen Liga, dem ist das alles egal.
Die unteren 10% sind ja meistens in Jobs beschäftigt die überall existieren und immer offene Stellen haben (Pfleger, Einzelhandel, Putzkräfte schießmichtot), sie haben immer eine Wahl wo sie arbeiten wollen. Deswegen trifft es die gar nicht so hart, da sie ja eben eine Wahl haben. Und spätestens wenn es in den Städten keine Putzkräfte gibt, zahlen die Leute halt mal 20€ pro Stunde statt 15€ pro Stunde wie jetzt wenn sie zu faul sind ihre Bude zu schrubben. Würde ich ebenfalls auch tun. Ohne zu meckern, ich meckere ja auch nicht wenn meine gelieferte Pizza mal teurer wird weil die ja auch was essen wollen.
Es gibt einen nicht gerade kleinen Anteil unter den Obdachlosen, die sich selbst von Hilfe abgegrenzt haben, aber das sind nicht alle. Wenn du dich in Deutschland wiedersetzt, einen Scheißjob zu machen, dann lässt dich das Sozialsystem fallen und du sitzt auf der Straße. Ist so, da kann der Rest Deutschlands noch so königlich leben: Die feinen Herren treten liebend gern nach unten.
Nix nach unten treten. Und noch mal - aktuell kann Hartz4 maximal um 30% sanktioniert werden.
Die Leute können den Beratern wortwörtlich ans Bein pinkeln und rausgehen und haben im schlimmsten Fall 30% weniger Geld und trotzdem noch volle Mietzahlungen oben drauf. Wer also aktuell auf der Straße leben will und jegliche Hilfe und Leistungen verweigert, der will das so. Viele Leute brauchen psychologische Hilfe, manche sind ernsthaft krank, aber das hat mit der Finanzierung von ihrem Lebensunterhalt und Mietzahlungen nix zu tun.



Du hast keine Ahnung von den realen Zahlenverhältnissen. Niedriglöhner stellen rund ein Viertel der Gesamtbeschäftigten, deine Luxus-Nomaden dagegen gibt es außerhalb des IT-Sektors überhaupt nicht und selbst da sind sie bei deutschen Unternehmen die Ausnahme. Dein Bild ist auf eine irrelavante Minigruppe von vielleicht ein paar 10000, eher weniger, bundesweit fokussiert, aber es geht hier um Millionen von Menschen, die keine Alternative haben.

Die Niedriglöhner sind aber keine Nomaden. Die ziehen nicht um, es sei denn sie finden eine bessere Stelle die sie für sehr lange Zeit halten, oft n halbes Leben lang bei derselben Firma. Selbst die armen Zeitarbeiter sind in ihren Städten und ziehen eventuell von Firma zu Firma, bleiben aber an gleicher Stelle wohnen weil alles erreichbar ist.
Es sind übrigens keine "Luxusnomaden", sie verzichten auf prunkvollen Luxus und leben recht minimalistisch - sonst kann man doch kaum reisen. Außerhalb der IT-Welt gibt es sie auch. Designer, Künstler, DJs, Trader, es gibt viele die kein Bock haben in einem stickigen Büro zu sitzen oder die gleichen, ewig grauen Gesichter in der ewig grauen Stadt zu sehen. Ich hab's übrigens auch satt.

Das klingt in der Tat traurig, dass Leute immer noch so denken. Die Wahrheit ist aber, s.o.:
Zeigst du Zähne fliegst du raus. Und in den meisten Niedriglohnjobs gibt es kaum eine Möglichkeit, Zähne zu zeigen ohne sich der Arbeitsverweigerung schuldig zu machen (der Umgangston ist sowieso schon unterste Schublade) und das ist dann ein selbstverschuldete Kündigung, die mit einem Entzug der Hilfsleistungen geahndet wird. => Obdachlos, Ende vom Leben. Der Ausdruck "moderne Sklaverei" ist kein Dysphemismus, sondern eine akurate Wiedergabe der Machtverhältnisse.

Die Wahrheit ist so: wenn du auf der Arbeit wie Dreck auf der Schuhsohle vom Chef behandelt wirst. Wenn der Lohn einem Tritt in die Eier gleicht und das Monat für Monat... Und wenn du nach einer ordentlichen Bezahlung fragst und fliegst (was die übrigens nicht dürfen, man kann Leute nicht einfach so kündigen weil einem deren Nase oder deren Gehaltsvorstellungen nicht passen). Warum willst du den Job überhaupt? Etwas Würde sollte man haben und ein Rückgrat auch.
Kein Chef der Welt ist es wert sich für den Mindestlohn krumm zu schuften ohne Anerkennung, angemessene Bezahlung und irgendwann auch Aufstiegschancen. So einen Job macht man als Überbrückung bis man was vernünftiges hat - da geht man halt 3-6 Monate kellnern oder putzen und ist dann weg sobald man was vernünftiges hat.
Und man muss es nicht bis zur Arbeitsverweigerung treiben und wenn doch, dann hätte man längst nen anderen Job suchen sollen wo der Chef einen wie einen Menschen ansieht und nicht wie einen Roboter/Sklaven/Dreck/alles zusammen.
Ist nicht nicht viel, sondern viel zu wenig. Und wurde bereits unter nicht unerheblichen Leid auf Seiten von zu Pflegenden bzw. deren Angehörigen erstritten. Würde Pflegekräfte so streiken, wie es für eine angemessen Bezahlung nötig wäre, wären Tote die Folge. Das ist halt das Problem, wenn man Marktwirtschaft auf Menschen trifft - die meisten Jobs sind nicht nur eine Streitpunkt zwischen Arbeitgeber und einzelnem Arbeitnehmer, sondern da hängt eine ganze Kette von Leidtragenden dran.
Dann müssen sie es tun. Ich weiß, sozial sein, Verantwortung übernehmen mimimi Kulleraugen. Nix da. Streik lange vorher ankündigen, soll der Chef einen Notfallplan für die Pflege organisieren für die Dauer des Streiks. Ist einem doch egal was das die Firma kostet. Streiks sollen ja weh tun, sonst sind sie wirkungslos. Wie die Streiks bei Amazon. Da stehen paar Pappnasen vor dem Betrieb, ein Teil der Mitarbeiter ist noch im Betrieb und Amazon plant die Streiks mit ein wie schlechtes Wetter, Lieferverzögerungen oder andere Störungen und lässt einfach Produkte aus Polen liefern wenn hier nix geht :D


Wasserstoff zu speichern ist sehr einfach und würde im Vergleich zu Akkus nur wenig Investitionen erfordern, Synthese-Methan sogar gar keine. Nicht einmal für die Verteilung und Nutzung. Akkus dagegen sind in großen Kapazitäten schweine teuer, sodass die Frage am Ende lautet: Wieviel Energie müssen wir wie lange speichern?

Im Moment, wo wir sowieso jede Menge fossile Energieträger brauchen und erstmal nur die Verbraucher ganz ohne oder mit Kurzzeitspeicherbedarf auf E umstellen, sind Akkus für diese ein probates Mittel. Aber wenn wir uns den 40-60% erneuerbare Anteil am Gesamtenergieverbrauch annähern (was Jahrzehnte dauern wird), ändern sich die Bedingungen. Aktuell gehen viele Prognosen davon aus, dass wir um ptg nicht herum kommen. Es ist einfach viel billiger, die zusätzliche Kraftwerksleistung für die (zunehmend, wenn auch langsamer kleiner werdende) Effizienz-Lücke zu bauen, als die Kapazitätslücke durch noch mehr Akkus auszugleichen.

Es geht ja nicht darum überschüssigen Strom dauerhaft zu speichern. Die Speicher sind nur dazu da um zusammen mit dem intelligenten Netz und allen akkubetriebenen Geräten darin die Lastspitzen abzufangen und für etwaige Fälle zu sorgen wo halt ungünstige Bedingungen zusammenkommen. Die werden wir aufstellen müssen wenn wir komplett von fossilen Brennstoffen sowie Atomstrom weg wollen. Und nein ein Gaskraftwerk als Backup ist auch nicht drin.
Das geht auch Problemlos ohne Wasserstoff. Wasserstoff ist Gefahrengut, wesentlich schlimmer als Benzin oder schwerer entflammbares Diesel. Der Transport wird nicht einfach sein und Anlagen vorm Fenster? NICHT MIT MIR! - kennst doch die Einheimischen.
Wasserstoff ist in einem so kleinen Land wie Deutschland kompletter Unsinn. In Australien z.B. nicht, in USA oder Russland nicht - sie haben dort Strecken wo sich über 50-100km lang NICHTS befindet. Ich rede nicht über Infrastruktur, ich rede über alles was größer ist als ein Wildschwein.. Hier doch nicht, man hat hier bereits alle 10-20km lang ne Abfahrt, ne Tankstelle, ne Raststätte oder Dorf/Stadt mit entsprechender Infrastruktur aka Stromnetz was bereits DA ist.

Warum kaufen sich dann so viele Leute rollende Wandschränke? :hmm:

Meinste SUV? Sind keine Wandschränke, die haben mittlerweile eine brauchbare Steuerung und recht guten Komfort. Das einzige was die mit einem Wandschrank zu tun haben ist der Luftwiderstand. Laderaum hat der Wandschrank oft viel mehr xD
Mit Wandschrank meine ich eher das es sich wie einer fährt was Steuerung angeht, Fahrdynamik, Übersicht aus dem Fahrzeug, Kurvenverhalten etc. Also alles was man unter "Fahrspaß" zusammenfassen kann. Das ist ein massives Verkaufsargument, die Kiste soll ja nicht nur den eigenen Hintern von A nach B bewegen sondern auch spaßig sein. Dafür sind Neuwagen PKW doch da, ansonsten kann man sich doch auch einen Transporter kaufen mit den passenden Sitzzahlen - passt eh mehr rein als in den PKW und der Verbrauch ist nicht viel höher xD
Übrigens hier fährt so n Bentayga durch die Gegend. Ich hatte noch nicht das Vergnügen in dem Teil drin zu sitzen, aber das Ding ist krank. Das nach Wandschrank aussehende Ding fährt doch tatsächlich 306km/h spitze. Bentayga Speed, also schafft der die 306 auch. 6L Motor, der säuft wie ne ganze Bikergang :)
ABER: allen Berichten nach fährt sich das Teil nicht wie n Wandschrank, wäre bei dem Ding ja auch fatal - da würden sich die Leute umbringen bei so viel Leistung ohne das man sie wirklich gut steuern könnte.


Vor fünf Jahren musste ich mir hier anhören, dass Tesla & Co unseren Autoherstellern sowas von in den Hintern treten, dass letztere bis heute Pleite sein werden. Stattdessen macht Tesla immer noch keinen Gewinn, quasi alle Konkurrenten sind nicht über Studien hinausgekommen und der einzige Grund, dass VW & Co weniger Scheinchen zählen, sind die US-Strafen für Betrüger...

Bei Tesla stapeln sich Vorbestellungen. Sie können gar nicht so viele Autos liefern wie Leute sie haben wollen. Klar, jetzt könnte man sagen - kack Hersteller, macht immer noch keinen Gewinn und kann nicht mal die Anfrage bedienen mimimi. Fakt ist - dem Hersteller geht es gut, dieser schafft Arbeitsplätze (auch hier) und wächst.
Dem Rest der E-Fahrzeuge geht es deutlich schlechter als allen Tesla-Modellen, denn die stehen bei Händlern rum und diese müssen sich ganz schön verbiegen um überhaupt welche zu verkaufen. Das ist aber HIER in Deutschland der Fall, woanders läuft es schon besser.

Bei den Akkus hat es sich übrigens auch was getan - die Herstellung ist effizienter geworden, sie sind sicherer geworden und günstiger. Klar übersteigt die Nachfrage immer noch das Angebot in einigen Bereichen und die Preise sind nicht massiv gesunken, aber es gibt Fortschritte und je mehr Geld und Manpower dort investiert wird, desto besser. Das geht aber nur dann wenn genug Early Adopter für diese Technologien vorhanden sind. Also E-Auto statt Verbrenner kaufen und das ganze unterstützen, dann wirds für die nachfolgenden Modelle besser. Das ist ja auch mein Argument hier - wir können es uns leisten in neue Technologien zu investieren bevor sie wirklich zur Massenware werden und 100% ausgereift sind.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Nix nach unten treten. Und noch mal - aktuell kann Hartz4 maximal um 30% sanktioniert werden.
Die Leute können den Beratern wortwörtlich ans Bein pinkeln und rausgehen und haben im schlimmsten Fall 30% weniger Geld und trotzdem noch volle Mietzahlungen oben drauf.

Das Urteil des Verfassungsgerichtes hat die Lage deutlich entschärft, aber noch nicht bereinigt. Eine längere Verhängung der Sanktionen wird ausdrücklich als Alternative zu den bisherigen höheren Sanktionen genannt und es steht dem Jobcenter vollkommen frei, dich immer wieder zum gleichen inakzeptablen Job zu zwingen, sodass bei anhaltender Ablehnung der Regelsatz permanent auf 303 € (für einen Alleinlebenden, entsprechend weniger bei größeren Haushalten) fällt. Und das ist zu wenig für Strom, Wasser, Heizung, Ernährung und Hygiene. Da die meisten Leute außerdem längerfristige Verträge für Kommunikation, Versicherungen, etc. haben, aus denen sie so schnell nicht rauskommen, bleiben für die genannten extentiellen Ausgaben ganz schnell nur noch 200 € - und am Ende des Monats ist dann zuwenig Geld für die Miete auf dem Konto. Ergebnis ist allseits bekannt.
Die Sanktionen sollen wehtun und sie tun weiter weh, dauerhafter Widerstand soll explizit gebrochen werden.

Die Niedriglöhner sind aber keine Nomaden. Die ziehen nicht um, es sei denn sie finden eine bessere Stelle die sie für sehr lange Zeit halten, oft n halbes Leben lang bei derselben Firma. Selbst die armen Zeitarbeiter sind in ihren Städten und ziehen eventuell von Firma zu Firma, bleiben aber an gleicher Stelle wohnen weil alles erreichbar ist.

Den Scheiß erzählst du jedesmal wieder und er bleibt jedesmal falsch. Wer in einer Strukturschwachen Region lebt, wird auch als Niedriglöhner über größere Entfernungen verschickt. Niemand leistet sich im sächsischen Kaff eine Putzfrau und wenn das einzige Lager vor Ort dicht macht, dann müssen die Tippse und der Staplerfahrer halt 50 km weiter suchen. Es gab, bevor so etwas aus naheliegenden Gründen verboten wurde, schon Fälle, in denen Jobangebote von Bordellen im benachbarten Ausland vorgelegt (allerdings nicht erzwungen) wurden, Jobcenter haben überhaupt keine Hemmungen.

Es sind übrigens keine "Luxusnomaden", sie verzichten auf prunkvollen Luxus

"Luxus" im Sinne von "was sich der mittlere Deutsche nicht oder nur in Ausnahmefällen leisten kann."
Nicht im Sinne von "wovon selbst Cryon1c nur träumt".


Die Wahrheit ist so: wenn du auf der Arbeit wie Dreck auf der Schuhsohle vom Chef behandelt wirst. Wenn der Lohn einem Tritt in die Eier gleicht und das Monat für Monat... Und wenn du nach einer ordentlichen Bezahlung fragst und fliegst (was die übrigens nicht dürfen, man kann Leute nicht einfach so kündigen weil einem deren Nase oder deren Gehaltsvorstellungen nicht passen). Warum willst du den Job überhaupt? Etwas Würde sollte man haben und ein Rückgrat auch.

"dürfen" :wall:
Hast du jemals unter solchen Bedingungen arbeiten müssen? Es gibt bei einer Zeitarbeitsfirma, einem befristeten Vertrag oder ähnlichem kein "weil einem die Nase nicht passt". Derjenige erhält einfach bei nächster Gelegenheit keine Verlängerung/keinen Anschluss/keine Aufgabe, fertig. Ehe du in Deutschland sowas wie Kündigungsschutz hast, musst du ettliche Jahre beim gleichen Unternehmen gewesen sein und das verhindern Niedriglohnbeschäftiger konsequent. Aber darum gehts bei deinen Forderungen ja gar nicht. In solchen Jobs lässt dich der Chef nicht mal in die Nähe seiner Eier, in z.B. einem typischen Call-Center ist das schon eine Position, die man sich mehrere Monate hart hocharbeiten muss (natürlich ohne mehr Geld oder ähnliches, aber ggf. darf man dann mal Neue anlernen oder gar 2nd lvl machen). Die wissen, dass sie ihre (Zeit-)Arbeiter ******* behandeln und erwarten auch gar nicht, dass die dafür dankbar sind. Die erwarten nur, dass du den Job machst und das Controlling ist Tight genug, dass sie dir das auch 1:1 nachweisen können, wenn du dich verweigerst. Und wer die Arbeit verweigert, der kriegt in jedem Unternehmen eine Abmahnung und kurze Zeit später ganz legal eine fristlose Kündigung. Und in dem Fall greift auch nicht der Sanktionsschutz vom BVG, denn wer seine Kündigung mutwillig herbeiführt, ist rechtlich gleichgestellt wie jemand, der selbst kündigt, und kriegt für drei Monate gar nichts.
Und damit ist auch schon klar, warum sich diese Form von Widerstand kaum einer erlaubt: Weil er dann die die nächsten 6 Monate von 900 € leben und auch noch die Hälfte der Miete für diesen Zeitraum bezahlen müsste. Was einfach nicht geht.

Soweit die Highlevel-Variante, ausgehend von motivierten Leuten, die sich noch irgendwie um ihr Schicksaal bemühen. Die meisten brechen in so einer Situation schnell zusammen. Wer 2-3 Jahre keinen Ausweg aus der Tretmühle gesehen hat, der buckelt in der Regel nur noch, wurschtelt sich irgendwie durch. Einen Kampf gegen unschlagbare Mächte hält niemand psychisch lange durch. Es hilft auch nicht, dass viele Leute in dieser Situation aus bildungsfernen Schichten kommen und ihre Rechte weder kennen noch in der Lage sind, Gesetzestexte zu lesen. Oft können das nichtmal die Chefs. Als ich in das zweifelhafte Vergnügen gekommen bin, in einem der deutlich besseren telefonbasierten Unternehmen (viele langjährige Mitarbeiter, keine Zeitarbeiter, sogar Betriebsrat in einem Unternehmensteil!) zu landen (eigentlich war man Sachbearbeiter, aber >50% war Kundenpalaver/-beschwichtung/-hinhalten), habe ich erstmal erklären müssen, wie sich das Urlaubsgeld für teilweise Bonus-basiert bezahlte Leute errechnet. Wohlgemerkt: Ich habe das nicht nur den jahrelang unter Gesetz abgespeisten Mitarbeitern erklärt, sondern (auch) dem Eigentümer.... Willkommen im Niedriglohnsektor.

Kein Chef der Welt ist es wert sich für den Mindestlohn krumm zu schuften ohne Anerkennung, angemessene Bezahlung und irgendwann auch Aufstiegschancen. So einen Job macht man als Überbrückung bis man was vernünftiges hat - da geht man halt 3-6 Monate kellnern oder putzen und ist dann weg sobald man was vernünftiges hat.

Wer jung ist, was gesuchtes gelernt und/oder sich mit neu aufkommenden Berufsbildern beschäftigt hat, der macht das genau so. Ja. Inbesondere wenn er in der Lage ist, sich schnell in komplexe neue Sachverhalte einzuarbeiten und/oder sich selbst zu verkaufen. Aber die Mehrheit der Hartz IVer sind nicht Studenten nach dem letzten Semester. Sondern Arbeiter, die 20-30 Jahre eine Tätigkeit hatten, in der "denken" nicht zur Aufgabe gehörte und dann war der Betrieb auf einmal weg. Für dich als ITler mag es ganz normal sein, dass ein Job endet und man sich den nächsten sucht, aber wenn in einer Gegend ein Arbeitgeber mit 500-1000-2000 Leuten zumacht, dann ist der Arbeitsmarkt für Leute, die nichts gesuchtes können, über Jahre hinweg übersättigt.

Dann müssen sie es tun. Ich weiß, sozial sein, Verantwortung übernehmen mimimi Kulleraugen. Nix da. Streik lange vorher ankündigen, soll der Chef einen Notfallplan für die Pflege organisieren für die Dauer des Streiks. Ist einem doch egal was das die Firma kostet.

Wäre es Amazon, hättest du recht, so nur theoretisch.
Vermutlich hast du in deinem Alter bislang wenig mit Pflegeheimen zu tun gehabt, aber das sind nur noch selten kleine Unternehmen mit dem Chef vor Ort, sondern ein boomender Investitionsmarkt. Ehe die Message vom ausführenden Betriebsleiter nach oben gedrungen ist, vergehen Wochen. Und die Eigentümer sehen auch erstmal kein Problem, solange das Geld fließt und das wird ja direkt von den Rentnerkonten abgebucht, das fließt nicht selten bis weit über den Tod hinaus. (man glaubt gar nicht, wie viele Inkasso-Fälle in Call-Centern bearbeitet werden, in denen z.B. !AOL-Verträge! nicht mehr bezahlt werden, weil das Konto des vor Jahren verstorbenen jetzt doch mal leer war)
Notfallplan? Nur wenn sich das engagierte Personal vor Ort drum kümmert und damit sind wir beim Knackpunkt: Nicht nur, dass die Pflegebedürftigen darunter massiv leiden bis hin zu bleibenden Schäden. Die Pfleger sind in der Regel in diesen Beruf gewechselt, weil sie Menschen auch helfen wollen. Die bringen das wortwörtlich nicht über Herz. Ist das gleiche wie bei Krankenschwestern: Es wäre deren gutes Recht, zu Feierabend zu gehen; in Anbetracht der Übermüdungsfehler wäre es sogar ihre Pflicht. Aber wenn sich da ein Mensch in Schmerzen krümmt und man genau weiß, dass man ihm helfen kann und dass es kein anderer machen wird, wenn man jetzt in den wohl verdienten Feierabend geht, dann bleiben solche Leute eben doch. Und das kann man ihnen nur hoch anrechnen, aber im Endeffekt wird es auf dem Konto halt eher abgezogen. :(
Kapitalimus und Konkurrenzkampf gerät an seine Grenzen, wenn es um Schicksale geht.

Es geht ja nicht darum überschüssigen Strom dauerhaft zu speichern. Die Speicher sind nur dazu da um zusammen mit dem intelligenten Netz und allen akkubetriebenen Geräten darin die Lastspitzen abzufangen und für etwaige Fälle zu sorgen wo halt ungünstige Bedingungen zusammenkommen. Die werden wir aufstellen müssen wenn wir komplett von fossilen Brennstoffen sowie Atomstrom weg wollen. Und nein ein Gaskraftwerk als Backup ist auch nicht drin.

Doch, es wird auch um dauerhafte Speicherung geben. Das Ausbaupotential für Windkraft ist endlich und die volle Ausnutzung von Winterstürmen teuer. Ein großer Schlüsselbaustein für unseren künftigen Energiemix im ohnehin zubetonierten Deutschland ist Photovoltaik. Deren Leistung schwankt aber nicht nur im Tages- sondern ganz massiv auch im Jahresverlauf. Noch ist das egal, denn ob wir die Kohle im Sommer oder im Winter verheizen macht keinen großen Unterschied. Aber irgendwann werden wir vor der Frage stehen: Kraftwerksleistung so dimensionieren, dass wir im Winter gut auskommen und im Sommer Überkapazitäten von Faktor 5-7 haben? Oder so ausbauen, dass es im Jahresmittel + Puffer entspannt reicht und den sommerlichen Überschuss für den Winter zwischenspeichern?
Das Ganze ist einfach eine Kosten- und Effizienzfrage. Wenn wir Strom mit 30% Effizienz über ein halbes Jahr zwischenspeichern könnten, würde sich die zu installierende Kraftwerksleistung dritteln. Und 30% können wir auf Wasserstoffbasis schon heute schaffen, rein elektrisch bewegen wir uns auf >60% zu. Weniger klar ist derzeit, wie teuer die Kraftwerksleistung in ein paar Jahrzehnten ist. Einerseits werden die Zellen immer noch stetig billiger, andererseits reden wir hier von Dimensionen, bei denen die Dächer in bester Lage nicht mehr ausreichen und zur besseren Lastverteilung werden schon heute zunehemend Ost- und Westlagen berücksichtigt. Die brechen im Winter aber eher noch stärker ein. Ich persönlich glaube nicht, dass wir ganz ohne Langezeitspeicher auskommen werden und die intensive Forschung an p2g wird unter genau der gleichen, wissenschaftlich wesentlich besser fundierten Ahnung vorangetrieben. Offen sind noch die Dimensionen und die Einbindung von Kohlenstoff. Werden wir soviel Wasserstoff produzieren (müssen), dass sich auch ein neues Verteiler- und Speichernetz für die direkte Nutzung lohnt? Dann können wir das auch direkt für Brennstoffzellenautos nutzen. Oder wird es nur ein paar zentrale Anlagen in der Nähe bestehender Gaskavernen geben? Und wenn wir doch eine Verteilerstruktur wollen: Ist es mittelfristig günstiger noch eine große Ladung Effizienz zu opfern und Methan zu synthetisieren, aber die bestehende Erdgasinfrastruktur zu nutzen? Oder bauen wir alles um und nehmen Wasserstoff direkt? Für letzteres entscheidend ist z.B. auch der Fortschritt bei den Direktmethanzellen und bei möglichen Synthesewegen. Ich frage mich z.B. seit langem, wieso man Biomasse nicht mit großtechnisch H2 zu Methan umsetzt (oder vorerst zu Ethanol), anstatt Mirkoben damit zu füttern, bei denen nur etwas Methan als Abfallstoff neben CO2 entsteht.

Das geht auch Problemlos ohne Wasserstoff. Wasserstoff ist Gefahrengut, wesentlich schlimmer als Benzin oder schwerer entflammbares Diesel. Der Transport wird nicht einfach sein und Anlagen vorm Fenster? NICHT MIT MIR! - kennst doch die Einheimischen.
Wasserstoff ist in einem so kleinen Land wie Deutschland kompletter Unsinn. In Australien z.B. nicht, in USA oder Russland nicht - sie haben dort Strecken wo sich über 50-100km lang NICHTS befindet. Ich rede nicht über Infrastruktur, ich rede über alles was größer ist als ein Wildschwein.. Hier doch nicht, man hat hier bereits alle 10-20km lang ne Abfahrt, ne Tankstelle, ne Raststätte oder Dorf/Stadt mit entsprechender Infrastruktur aka Stromnetz was bereits DA ist.

Das Stromnetz, was bereits da ist, reicht vielerorts nicht für flächendeckenden Einsatz von Batterieautos. Die Frage ist also: Bauen wir ein verdoppeltes Stromnetz? Bringen wir die bestehenden Leitungen an ihre absolute Belastungsgrenze und fügen an allen möglichen Zwischenpunkten Akkus ein, die alle bezahlt und ständig unter deutlichem Effizienzverlusten geh- oder entladen werden müssen, um einen möglichst homogenen Stromfluss zu erreichen? Und leben wir damit, dass im Falle eines Schadens der unkompensierbare Totalausfall ganzer Landesteile droht? Oder überdimensionieren wir den Neubau so wie bisher? Die Alternative ist halt ein Energieträger, der selbst mobil ist. Und so schlimm, wie du es darstellst, ist Wasserstoff nicht. Schlimmer als Benzin oder gar Diesel, ja, aber nicht unbedingt als Erdgas. Anders - klar - aber in einigen Szenarien sogar deutlich besser, weil sich nur schwer explosionsfähige Gemische ansammeln können. Natürlich ist das für den deutschen Michel trotzdem ein Problem, aber das gilt ja auch für jede Stromleitung. Und im Gegensatz zu denen braucht Wasserstoff dank des schnellen "Ladens" halt weiterhin nur punktuelle Infrastruktur, was gerade in Städten und an Autobahnen ein extremer Vorteil ist.

In Australien und USA liegen Stromtrassen afaik gern parallel zu Verkehrstrassen (wie sonst sollte man sie auch bauen?), in Russland vermutlich auch. Das macht also gar keinen großen Unterschied. Je nach vorhandener Leitung könnte gerade für die Strom sogar die bessere Alternative sein, weil Strom eben sowieso überall, wo Menschen sind, schon vorhanden ist und wenn man sowie starke Leitungen für die Durchleitung über große Entfernugen hat oder autarke Versorgung mit Solar, dann sind ein paar Batterieautos leicht integriert. Ein Problem gibt es eher im dicht bebauten Deutschland, wo eigentlich kein Platz für zusätzliche Infrastruktur ist und die bestehende jeden m² als exakt für den bisherigen Bedarf ausgebauten Endpunkt erachtet. Von den gebündelten Belastungen durch unseren Reiseverkehr ganz zu schweigen, in Australien fahren nicht 100000 am gleichen Tag in die Ferien Richtung Süden und brauchen Tankmöglichkeiten für 200 Autos pro Stunde (bei 600+ km realer Reichweite) beziehungsweise 400 Autos pro Stunde (bei realen Batterieautos) an einem einzigen Rastplatz.

Meinste SUV? Sind keine Wandschränke, die haben mittlerweile eine brauchbare Steuerung und recht guten Komfort. Das einzige was die mit einem Wandschrank zu tun haben ist der Luftwiderstand. Laderaum hat der Wandschrank oft viel mehr xD
Mit Wandschrank meine ich eher das es sich wie einer fährt was Steuerung angeht, Fahrdynamik, Übersicht aus dem Fahrzeug, Kurvenverhalten etc. Also alles was man unter "Fahrspaß" zusammenfassen kann.

Naja: Gerade Übersicht aus dem Fahrzeug ist bei den immer weiter hochgezogenen Schulterlinien und den riesigen Säulen gerade im SUV- (und noch schlimmer im Crossover-)Segment nun wirklich nicht mehr gegeben und weitaus schlechter als bei einem klassischen Van oder Bulli. Und fahren tun letztere beiden auch komfortabel und flott, wenn man die vergleichbare Motorisierungen wählt. Das gilt auch für Hochdachkombis ala Caddy oder ähnlichem, zumindest wenn man sie mit SUVs halbweg in die Nähe kommenden Platzangebots (GLE, X7) vergleicht.

Übrigens hier fährt so n Bentayga durch die Gegend. Ich hatte noch nicht das Vergnügen in dem Teil drin zu sitzen, aber das Ding ist krank. Das nach Wandschrank aussehende Ding fährt doch tatsächlich 306km/h spitze. Bentayga Speed, also schafft der die 306 auch. 6L Motor, der säuft wie ne ganze Bikergang :)
ABER: allen Berichten nach fährt sich das Teil nicht wie n Wandschrank, wäre bei dem Ding ja auch fatal - da würden sich die Leute umbringen bei so viel Leistung ohne das man sie wirklich gut steuern könnte.

Hängt immer davon ab, welche Art von fahren man meint: Geradeaus oder um Kurven? Für ersteres braucht es nur ein straffes/straffwerdendes Fahrwerk, ausreichend dimensionierte Reifen und einen starken Motor. Das können unsere Ingenieure und das klappt auch in jeder Fahrzeugklasse. Warum sollte sich ein Q8 da anders verhalten als ein A2 mit gleichem Höhe-Breite-Verhältnis? Auch die zweite A-Klasse wäre, hätte sie etwas größere Räder gehabt, ein guter Bezugspunkt. Das einzig neue bei den Monster-SUVs ist, dass die Kisten jetzt ab Werk mit brachialer Motorleistung für die Längsdynamik ausgeliefert wurden, während niemand einen A2 mit (auf die Größe umgelegt) 300 PS verkauft hat und dass das ganze eben in jede Richtung größer geworden ist. Zumindest für mich hat das aber nichts mit Fahrspaß zu tun. Fahrspaß fängt da an, wo der Kurvenradius regelmäßig kleiner ist als die Länge von manch deutschem "Stadtauto" und mit einem Bentayga sehe ich mich, ungeachtet des kleinen Problems beim Anschaffungspreis, nicht so schnell über mediterane Landstraßen wuseln. (Abgesehen davon, dass das Ding ******* aussieht, Bentley finde ich noch hässlicher als Mercedes) Da ist schon der für heutige Verhältnisse extrem schlanke Passat 3B (1,74 m ohne; knapp 1,90 m mit Spiegeln - das ist Scoda-Fabia-Niveau, ein ""Mini"" ist schon fetter und unübersichtlicher) trotz Audi-Mehrlenker-Vorderachse gerade so beweglich genug, damit man sich mit 100 PS nicht zurück halten muss. Echten "Fahrspaß" habe ich vor zwei Jahren im Form eines Caterham (vermutlich - kann natürlich auch ein Aries, Donkervoort, etc. gewesen sein) und eines 340R im Rückspiegel gehabt (aber nur sehr kurz, bis ich bei nächster Gelegenheit brav Platz machen konnte ;)). Abgesehen von der Elise sind das imho die einzigen Autos, die das Siegel verdienen könnten. Aber letztere verbraucht ja nicht halb so viel, wie ein echtes deutsches Spaßmobil...

Bei Tesla stapeln sich Vorbestellungen. Sie können gar nicht so viele Autos liefern wie Leute sie haben wollen. Klar, jetzt könnte man sagen - kack Hersteller, macht immer noch keinen Gewinn und kann nicht mal die Anfrage bedienen mimimi. Fakt ist - dem Hersteller geht es gut, dieser schafft Arbeitsplätze (auch hier) und wächst.
Dem Rest der E-Fahrzeuge geht es deutlich schlechter als allen Tesla-Modellen, denn die stehen bei Händlern rum und diese müssen sich ganz schön verbiegen um überhaupt welche zu verkaufen. Das ist aber HIER in Deutschland der Fall, woanders läuft es schon besser.

Jein. Tesla ist vom Konzept und der Produktion her ein Kleinhersteller, der aber gigantische Aufmerksamkeit erfährt und in seinem Luxussegment mit dem Antrieb ein Monopol hat. => Nachfrage über Angebot ist gar nicht so schwer. Aber man ist meilenweit davon entfernt, die großen am Markt unter Druck zu setzen und man kann, ausgehend von der aktuellen Position, auch nicht einfach in weitere Segmente springen. Tesla kann weder Premium-Qualität/Luxus-Markt noch günstig, sie können keine Großserie, bislang tun sie sich sehr schwer mit neuen Karosserieformen, haben immer wieder Qualitsmängel und Produktionsprobleme, etc. Halt ein Kleinhersteller. Wie alle anderen dieser Art ist Tesla aus Sicht der Großen deswegen aber weniger ein Konkurrent und mehr ein Marktaufspürer: Die haben klar gemacht, dass teure Batterieautos wieder erwarten doch lukrativ sein können und jetzt steigen andere ein. Normalerweise verschwinden die kleinen dann ganz schnell vom Markt, weil sie einfach nicht querfinanzieren können - mal gucken, wie lange Tesla sich mit der vergleichsweise weit reichenden vertikalen Integration und vor allem dem Ladenetz behaupten kann.

Bei den Akkus hat es sich übrigens auch was getan - die Herstellung ist effizienter geworden, sie sind sicherer geworden und günstiger. Klar übersteigt die Nachfrage immer noch das Angebot in einigen Bereichen und die Preise sind nicht massiv gesunken, aber es gibt Fortschritte und je mehr Geld und Manpower dort investiert wird, desto besser.

Also hat sich fast gar nichts getan, außer dass ein paar Fehl-Sparkonstruktionen (Sicherheit) ausgeräumt wurden und die Produktion der Nachfrage angepasst wurde?
Das große Problem für die Akzeptanz bei der Mehrheit der Bevölkerung sind derzeit Kapazität und Gewicht. Und bei beiden tut sich sehr wenig. Li-Io war ein ganz großer Schritt Ende der 80er/Anfang der 90er und bis Mitte/Ende der 90er hat man noch deutliche Fortschritte gemacht. Aber obwohl seidem Kohle ohne Ende aus mobilen Elektroniksegment in die Forschung fließt, hat sich kaum eine neue Idee wirklich in Serienprodukte niederschlagen können, weil die Chemie einfach am Limit ist. Was wir bräuchten, um Verbrenner 1:1 zu ersetzen, ist eine Verdoppelung der Kapazität pro Volumen bei einer Halbierung des Gewichtes und das Ganze am besten noch mit 10-C-Ladetauglichkeit. Und das ist absolut utopisch, dafür braucht es vollkommen neu Techniken. Nimh, die wohl als am zweiintensivsten erforschte Zellchemie gelten dürften, haben in ihrer gesamten Geschichte keine derartigen Sprünge hingelegt und Li-Io ist tief im abnehmenden Grenzertrag. So wie das Elektroauto jetzt auftritt, kann es aber nur im Rahmen einer kompletten Mobilitätswende ein große Rolle einnehmen - und bei einer kompletten Mobilitätswende sollten Autos eigentlich gar keine große Rolle mehr haben, aber die breite Masse trägt radikale Änderungen so schnell nicht mit. Da werden auch sinkende Preise nur eingeschränkt etwas dran ändern. Guck dir mal an, wie sich 3000 € Steuergeschenk auf die Zulassungszahlen außerhalb von Eigenzulassungen der Hersteller und Firmenwagen (mit weiteren Subventionen) ausgwirkt haben: So gut wie gar nicht. Der Marktanteil ist vielleicht um Zehntelprozent gestiegen.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Wir sollten den Menschen die Wahl lassen. Wer gegen ein Windrad oder Leitung in seiner Gegend entscheidet bekommt auch keines, aber wird dann auch vom Netz abgeklemmt. Ganz einfach und frei :)

Naja,

ganz so einfach ist das nicht,

unser Staat muss für eine flächendeckende Stromversorgung garantieren,
zumindest bis zum Hausanschluß.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Nein, nein, nein!
Das gilt nur für elektrische Energie und nicht für die Primärenergie und fast alles was nicht mit Akku (oder jetzt auch Oberleitung) auf unseren Straßen fährt braucht halt Öl/Gas und fällt halt nicht in die Statistik rein.
Wenn man die installierte Leistung und den Stromverbrauch Deutschlands betrachtet können wir uns komplett von EEs versorgen (nicht durchgängig) und das ist auch schon an manchen Tag so gewesen, was interessanterweise sogar im Winter war.

P2L taugt nicht zur umfassenden Lösung, auch nicht mit drastisch reduzierten Individualverkehr. P2L ist nur für wenige Einsatzbereiche sinnvoll.

Das Überangebot an EE existiert also. Aber durch P2L speichern ist nicht sinnvoll.

Und jetzt noch eine qualifizierte Begründung dazu, und ich würde sogar länger darüber nachdenken, als es gedauert hat, obige Zeilen zu lesen.

Ich habe dir detailliert dargelegt, wie der technische Stand aussieht und wie es funktionieren könnte, wenn man die politischen Voraussetzungen schafft. Auch ein wiederholtes trotziges "Nein, nein, nein!" ohne jede Erläuterung ist als Entgegnung unzureichend.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Energieverbrauch – Wikipedia

Guck dir einfach an wie hoch der Stromverbrauch ist und wie hoch der gesamte Energiebedarf ist. Ich hab es nur grob überschlagen da die Daten nicht so gut vorbereitet sind, aber so gesehen dürfte nichtmal die installierte Leistung reichen um unseren Primärenergiebedarf zu decken (der ohne KKW und AKW ja niedriger wäre).

Und du hast gesagt, dass wir es jetzt könnten und nein das stimmt einfach nicht. Wir müssen noch eine Menge Erzeugerleistung installieren und sehr viel Infrastruktur schaffen.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Und du hast gesagt, dass wir es jetzt könnten und nein das stimmt einfach nicht. Wir müssen noch eine Menge Erzeugerleistung installieren und sehr viel Infrastruktur schaffen.

Klar könnten wir das, wenn die Regierung die eigene Energiewende nicht ständig torpedieren würde.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Meine Aussage in Kürze:
Jetzt nicht, in Zukunft möglich
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Das Urteil des Verfassungsgerichtes hat die Lage deutlich entschärft, aber noch nicht bereinigt. Eine längere Verhängung der Sanktionen wird ausdrücklich als Alternative zu den bisherigen höheren Sanktionen genannt und es steht dem Jobcenter vollkommen frei, dich immer wieder zum gleichen inakzeptablen Job zu zwingen, sodass bei anhaltender Ablehnung der Regelsatz permanent auf 303 € (für einen Alleinlebenden, entsprechend weniger bei größeren Haushalten) fällt. Und das ist zu wenig für Strom, Wasser, Heizung, Ernährung und Hygiene. Da die meisten Leute außerdem längerfristige Verträge für Kommunikation, Versicherungen, etc. haben, aus denen sie so schnell nicht rauskommen, bleiben für die genannten extentiellen Ausgaben ganz schnell nur noch 200 € - und am Ende des Monats ist dann zuwenig Geld für die Miete auf dem Konto. Ergebnis ist allseits bekannt.
Die Sanktionen sollen wehtun und sie tun weiter weh, dauerhafter Widerstand soll explizit gebrochen werden.

Naja Hartz4 ist nicht das bedingungslose Grundeinkommen. Die werden dir trotzdem Arbeitsangebote unterbreiten. Die werden dir trotzdem Termine vergeben zu denen du erscheinen sollst. Und die haben das Ziel den Leistungsempfänger in den regulären Alltag inklusive Job zu jagen. Ist auch nicht verkehrt, jeder der kann soll ja auch arbeiten. Soll, muss nicht, wir können keinen zwingen.
Hier geht es auch nicht um Widerstand. Wer nicht will, dem machen die Sanktionen auch nichts aus. Das sind die Leute die sich dann Geld woanders beschaffen etc. Hartz4 ist gut so wie es jetzt ist mit den 30%. Die 30% sowie Dauer können noch optimiert werden, werden sie wohl auch über kurz oder lang.


Den Scheiß erzählst du jedesmal wieder und er bleibt jedesmal falsch. Wer in einer Strukturschwachen Region lebt, wird auch als Niedriglöhner über größere Entfernungen verschickt. Niemand leistet sich im sächsischen Kaff eine Putzfrau und wenn das einzige Lager vor Ort dicht macht, dann müssen die Tippse und der Staplerfahrer halt 50 km weiter suchen. Es gab, bevor so etwas aus naheliegenden Gründen verboten wurde, schon Fälle, in denen Jobangebote von Bordellen im benachbarten Ausland vorgelegt (allerdings nicht erzwungen) wurden, Jobcenter haben überhaupt keine Hemmungen.

Noch mal, es sind keine Nomaden. Wer 1x für nen neuen Job umzieht ist kein Nomade. Und das ist den Leuten durchaus zuzutrauen, auch zum Wohle der restlichen Bevölkerung um sie herum, damit sie nicht quer durch die Botanik eiern und das bei einem Job wo es sich nicht lohnt und wo es vollkommen unnötig wird.
Jeder der sich in einer strukturschwachen Gegend ansiedelt oder an einem Ort lebt der durch einen großen Arbeitgeber geprägt wird ist auch darauf vorbereitet - oder er hat nichts verstanden. Es ist schon oft vorgekommen - in einer Stadt macht das Werk zu was die gesamte Stadt beschäftigt hat und die Stadt stirbt aus. Das ist nix neues, wird auch weiterhin vorkommen, die Leute wissen das und reagieren entsprechend (sparen Geld an, haben immer einen Plan B usw.).

"dürfen" :wall:
Hast du jemals unter solchen Bedingungen arbeiten müssen? Es gibt bei einer Zeitarbeitsfirma, einem befristeten Vertrag oder ähnlichem kein "weil einem die Nase nicht passt". Derjenige erhält einfach bei nächster Gelegenheit keine Verlängerung/keinen Anschluss/keine Aufgabe, fertig. Ehe du in Deutschland sowas wie Kündigungsschutz hast, musst du ettliche Jahre beim gleichen Unternehmen gewesen sein und das verhindern Niedriglohnbeschäftiger konsequent. Aber darum gehts bei deinen Forderungen ja gar nicht. In solchen Jobs lässt dich der Chef nicht mal in die Nähe seiner Eier, in z.B. einem typischen Call-Center ist das schon eine Position, die man sich mehrere Monate hart hocharbeiten muss (natürlich ohne mehr Geld oder ähnliches, aber ggf. darf man dann mal Neue anlernen oder gar 2nd lvl machen). Die wissen, dass sie ihre (Zeit-)Arbeiter ******* behandeln und erwarten auch gar nicht, dass die dafür dankbar sind. Die erwarten nur, dass du den Job machst und das Controlling ist Tight genug, dass sie dir das auch 1:1 nachweisen können, wenn du dich verweigerst. Und wer die Arbeit verweigert, der kriegt in jedem Unternehmen eine Abmahnung und kurze Zeit später ganz legal eine fristlose Kündigung. Und in dem Fall greift auch nicht der Sanktionsschutz vom BVG, denn wer seine Kündigung mutwillig herbeiführt, ist rechtlich gleichgestellt wie jemand, der selbst kündigt, und kriegt für drei Monate gar nichts.
Und damit ist auch schon klar, warum sich diese Form von Widerstand kaum einer erlaubt: Weil er dann die die nächsten 6 Monate von 900 € leben und auch noch die Hälfte der Miete für diesen Zeitraum bezahlen müsste. Was einfach nicht geht.

Soweit die Highlevel-Variante, ausgehend von motivierten Leuten, die sich noch irgendwie um ihr Schicksaal bemühen. Die meisten brechen in so einer Situation schnell zusammen. Wer 2-3 Jahre keinen Ausweg aus der Tretmühle gesehen hat, der buckelt in der Regel nur noch, wurschtelt sich irgendwie durch. Einen Kampf gegen unschlagbare Mächte hält niemand psychisch lange durch. Es hilft auch nicht, dass viele Leute in dieser Situation aus bildungsfernen Schichten kommen und ihre Rechte weder kennen noch in der Lage sind, Gesetzestexte zu lesen. Oft können das nichtmal die Chefs. Als ich in das zweifelhafte Vergnügen gekommen bin, in einem der deutlich besseren telefonbasierten Unternehmen (viele langjährige Mitarbeiter, keine Zeitarbeiter, sogar Betriebsrat in einem Unternehmensteil!) zu landen (eigentlich war man Sachbearbeiter, aber >50% war Kundenpalaver/-beschwichtung/-hinhalten), habe ich erstmal erklären müssen, wie sich das Urlaubsgeld für teilweise Bonus-basiert bezahlte Leute errechnet. Wohlgemerkt: Ich habe das nicht nur den jahrelang unter Gesetz abgespeisten Mitarbeitern erklärt, sondern (auch) dem Eigentümer.... Willkommen im Niedriglohnsektor.

Ich hab auch mal Jobs zur Überbrückung gemacht, z.B. auch im Reinigungsgewerbe. Sehr viele Leute haben so was haben, von Studenten die solche Jobs annehmen (oft in Teilzeit) bis zu den Leuten die sich neu orientieren oder sonstwas, Arbeit kann man auch verlieren - daran ist wirklich nichts schlimmes. Arbeit ist genau so was wie eine Mietwohnung, ein Auto usw. Man gewöhnt sich an diese Dinge, könnte sie sehr sehr lange behalten, aber manchmal kommt was dazwischen und man wechselt diese. Oft auch damit es einem besser geht.
Ich hatte aber auch schon Aufträge wo ich als DJ nicht bezahlt wurde mit den Worten - "Ey, hömma, der Abend war *******, Laden leer und wir haben paar große Künstler geladen, hab nix für dich." Seit dem nie wieder ohne schriftlichen Vertrag. Und der Veranstalter hat sein Fett wegbekommen, der hat danach nix mehr veranstaltet.
Was Gesetze angeht - dafür hat jeder vernünftige Chef der Mitarbeiter beschäftigt eine Rechtsschutzversicherung und einen guten Anwalt auf Kurzwahl, noch vor seiner Frau usw. Man kann nicht alle Gesetze kennen, dafür der Anwalt - der sagt einem dann was geht und was nicht geht. Wer eine Firma leitet, sei die auch noch so klein, muss so handeln oder er riskiert verklagt zu werden wegen einer Dummheit und das kostet mehr als ein Anwalt. Diese werden sowieso unter laufenden Kosten verbucht wie Strom und Wasser.
So viel zu dem Eigentümer, das nachfragen bei einem Anwalt oder Finanzberater hätte den nicht mal was gekostet, das korrekte berechnen hätte den auch nicht viel gekostet und der würde sich die Peinlichkeit ersparen vor der versammelten Mannschaft mit finanziell runtergelassenen Hosen rumstehen zu müssen, wenn ein Mitarbeiter einem erklärt wie das sein sollte.
Und wenn man in einem befristeten Vertrag hängt und nicht verlängert wird - man WILL ja dort nicht verlängert werden. Wenn man wie Dreck behandelt wird ist auch ein dickes Gehalt nix wert. Und wenn nicht mal das als Argument bleibt, was will man da noch? Sich vernünftig kündigen lassen oder nicht verlängern, dem alten Chef die Krätze wünschen und neue Arbeit antreten.
Klar, das hängt davon ab wie stark man mental ist, wie hart man es haben will, ob man sich durchsetzen will oder nur mitschwimmen bei dem Job den man hat und wie die eigenen Skills halt sind. Ich hab das sehr früh gelernt weil ich schon mit 18 gelernt habe - ich muss als DJ eigene Verträge aufsetzen und verhandeln, sonst werde ich abgezogen. Also auf die harte Tour, da stand keine Gewerkschaft dahinter, kein Betriebsrat, keine Berater oder Anwälte. Da lernt man es sich nicht unter Wert zu verkaufen, sonst geht dann der Ruf um das man billig zu haben ist und dann verdienste nie wieder was in absehbarer Zeit.
Solche Fähigkeiten hat jeder, nur will sie nicht jeder einsetzen. Jeder weiß das es Anwälte für Arbeitsrecht gibt. Aber nur wenige gehen zu denen und lassen ihre Verträge und Arbeitszeiten etc. prüfen.
Und es ist besser sich kündigen zu lassen und dem alten Chef alles erdenkliche böse an den Hals zu wünschen als sich weiterhin unterdrücken zu lassen. Neue Jobs gibt es wie Sand am Meer und die Reserven die man angespart hat überbrücken auch die Zeit die man ohne Arbeit ist und eventuelle Umzüge usw.

Wer jung ist, was gesuchtes gelernt und/oder sich mit neu aufkommenden Berufsbildern beschäftigt hat, der macht das genau so. Ja. Inbesondere wenn er in der Lage ist, sich schnell in komplexe neue Sachverhalte einzuarbeiten und/oder sich selbst zu verkaufen. Aber die Mehrheit der Hartz IVer sind nicht Studenten nach dem letzten Semester. Sondern Arbeiter, die 20-30 Jahre eine Tätigkeit hatten, in der "denken" nicht zur Aufgabe gehörte und dann war der Betrieb auf einmal weg. Für dich als ITler mag es ganz normal sein, dass ein Job endet und man sich den nächsten sucht, aber wenn in einer Gegend ein Arbeitgeber mit 500-1000-2000 Leuten zumacht, dann ist der Arbeitsmarkt für Leute, die nichts gesuchtes können, über Jahre hinweg übersättigt.

Du meinst also die Fachkräfte mit 20-30 Jahre Erfahrung, etlichen Weiterbildungen usw. die dann auf dem freien Arbeitsmarkt landen? Klar, "denken" war nie gefordert und auch nicht gefördert vom Chef, wozu auch - in einem nicht gerade dynamischen Umfeld wo sich nichts ändert muss man auch nicht denken.
Diese Fachkräfte sind oft begehrt (ausgenommen: sie waren in Branchen beschäftigt die sowieso verdammt sind - wie Kohle hier, die muss man umschulen) und sie haben genug verdient um sich auch mal einen Umzug leisten zu können. Siehe meinen Beitrag oben mit Städten die zu Geisterstädten wurden nach dem der größte Arbeitgeber der Region geschlossen hatte. Mit so was rechnet man und oft genug kündigt sich das laaaaaaaaaaange vorher an (Presse, Kurzarbeit, Entlassungen, Führungswechsel, neue Gesetze whatever. - Ohren und Augen auf).

Wäre es Amazon, hättest du recht, so nur theoretisch.
Vermutlich hast du in deinem Alter bislang wenig mit Pflegeheimen zu tun gehabt, aber das sind nur noch selten kleine Unternehmen mit dem Chef vor Ort, sondern ein boomender Investitionsmarkt. Ehe die Message vom ausführenden Betriebsleiter nach oben gedrungen ist, vergehen Wochen. Und die Eigentümer sehen auch erstmal kein Problem, solange das Geld fließt und das wird ja direkt von den Rentnerkonten abgebucht, das fließt nicht selten bis weit über den Tod hinaus. (man glaubt gar nicht, wie viele Inkasso-Fälle in Call-Centern bearbeitet werden, in denen z.B. !AOL-Verträge! nicht mehr bezahlt werden, weil das Konto des vor Jahren verstorbenen jetzt doch mal leer war)
Notfallplan? Nur wenn sich das engagierte Personal vor Ort drum kümmert und damit sind wir beim Knackpunkt: Nicht nur, dass die Pflegebedürftigen darunter massiv leiden bis hin zu bleibenden Schäden. Die Pfleger sind in der Regel in diesen Beruf gewechselt, weil sie Menschen auch helfen wollen. Die bringen das wortwörtlich nicht über Herz. Ist das gleiche wie bei Krankenschwestern: Es wäre deren gutes Recht, zu Feierabend zu gehen; in Anbetracht der Übermüdungsfehler wäre es sogar ihre Pflicht. Aber wenn sich da ein Mensch in Schmerzen krümmt und man genau weiß, dass man ihm helfen kann und dass es kein anderer machen wird, wenn man jetzt in den wohl verdienten Feierabend geht, dann bleiben solche Leute eben doch. Und das kann man ihnen nur hoch anrechnen, aber im Endeffekt wird es auf dem Konto halt eher abgezogen. :(
Kapitalimus und Konkurrenzkampf gerät an seine Grenzen, wenn es um Schicksale geht.

Doch, hab auch schon jemanden in einen Pflegeheim bringen müssen der kurz danach verstorben ist. Aber nicht weil da irgendwelche Fehler gemacht wurden, natürliche Todesursache.
Und gerade weil das ein fetter Investitionsmarkt ist, wird da genau drauf geachtet was an Gewinnen machbar ist und was man alles tun kann und darf und was nicht. Genau wie Amazon halten sich alle großen mehr oder weniger an die Regeln - auch wenn sie eine Armee an Anwälten haben, muss man es ja nicht drauf anlegen. Facebook ausgenommen, die treten jedem Monat in einen Scheißhaufen.
Dort geht alles sofort zum Chef. Würde mich nicht wundern wenn der innerhalb von Minuten über einen geplanten Streik in einer Filiale wissen würde. Je größer, desto besser wird nachgesehen.
Deswegen müssen sich dort die Mitarbeiter wirklich koordiniert über alle Filialen gleichzeitig in einen Streik begeben sonst hat es 0 Wirkung, wie gerade bei Amazon. Das eine Warenhaus streikt, das andere 150km weiter nicht und der Kunde bekommt davon nix mit, für Amazon ist das nur eine reguläre Störung im Betriebsablauf die bereits eingeplant war (da die Streiks angekündigt sind, sind die noch einfacher zu umgehen als schlechtes Wetter oder andere Vorfälle).
Und wer wirklich ein Herz für Patienten hat, der würde sich darum kümmern das es genug Personal gibt, das Personal gut genug bezahlt wird, ausgeschlafenes Personal ist ebenfalls nötig - das ist kein Fließband wo man im schlimmsten Fall paar Bauteile versemmelt und ne Pause verursacht sondern es geht da um Leben. Und genug Stand-By Personal für Krankheitsfälle usw. damit keine Station je unterbesetzt ist oder mit Leuten auskommen muss die weit über die reguläre Arbeitszeit noch arbeiten müssen.
Da hab ich keinerlei Mitleid mit den Leuten. Wer sich um Patienten wirklich kümmern will, fängt bei dem Personal an und das Personal kümmert sich dann um alle kleineren Baustellen die ohne Personal sowieso nicht fertig werden.

Doch, es wird auch um dauerhafte Speicherung geben. Das Ausbaupotential für Windkraft ist endlich und die volle Ausnutzung von Winterstürmen teuer. Ein großer Schlüsselbaustein für unseren künftigen Energiemix im ohnehin zubetonierten Deutschland ist Photovoltaik. Deren Leistung schwankt aber nicht nur im Tages- sondern ganz massiv auch im Jahresverlauf. Noch ist das egal, denn ob wir die Kohle im Sommer oder im Winter verheizen macht keinen großen Unterschied. Aber irgendwann werden wir vor der Frage stehen: Kraftwerksleistung so dimensionieren, dass wir im Winter gut auskommen und im Sommer Überkapazitäten von Faktor 5-7 haben? Oder so ausbauen, dass es im Jahresmittel + Puffer entspannt reicht und den sommerlichen Überschuss für den Winter zwischenspeichern?
Das Ganze ist einfach eine Kosten- und Effizienzfrage. Wenn wir Strom mit 30% Effizienz über ein halbes Jahr zwischenspeichern könnten, würde sich die zu installierende Kraftwerksleistung dritteln. Und 30% können wir auf Wasserstoffbasis schon heute schaffen, rein elektrisch bewegen wir uns auf >60% zu. Weniger klar ist derzeit, wie teuer die Kraftwerksleistung in ein paar Jahrzehnten ist. Einerseits werden die Zellen immer noch stetig billiger, andererseits reden wir hier von Dimensionen, bei denen die Dächer in bester Lage nicht mehr ausreichen und zur besseren Lastverteilung werden schon heute zunehemend Ost- und Westlagen berücksichtigt. Die brechen im Winter aber eher noch stärker ein. Ich persönlich glaube nicht, dass wir ganz ohne Langezeitspeicher auskommen werden und die intensive Forschung an p2g wird unter genau der gleichen, wissenschaftlich wesentlich besser fundierten Ahnung vorangetrieben. Offen sind noch die Dimensionen und die Einbindung von Kohlenstoff. Werden wir soviel Wasserstoff produzieren (müssen), dass sich auch ein neues Verteiler- und Speichernetz für die direkte Nutzung lohnt? Dann können wir das auch direkt für Brennstoffzellenautos nutzen. Oder wird es nur ein paar zentrale Anlagen in der Nähe bestehender Gaskavernen geben? Und wenn wir doch eine Verteilerstruktur wollen: Ist es mittelfristig günstiger noch eine große Ladung Effizienz zu opfern und Methan zu synthetisieren, aber die bestehende Erdgasinfrastruktur zu nutzen? Oder bauen wir alles um und nehmen Wasserstoff direkt? Für letzteres entscheidend ist z.B. auch der Fortschritt bei den Direktmethanzellen und bei möglichen Synthesewegen. Ich frage mich z.B. seit langem, wieso man Biomasse nicht mit großtechnisch H2 zu Methan umsetzt (oder vorerst zu Ethanol), anstatt Mirkoben damit zu füttern, bei denen nur etwas Methan als Abfallstoff neben CO2 entsteht.

Die Verteilung zwischen Sommer und Winter verschiebt sich. Dadurch das die Winter wesentlich milder werden sinkt der Energiebedarf gerade (hallo, 4.1.2020, noch kein Schnee und Leute mussten nur 2x die Autos kratzen bislang weil es sonst +/-0°C oder noch höhere Temperaturen waren?), im Sommer steigt dieser (42°C Rekordtemperaturen, gnadenlos ausverkaufte Klimaanlagen. Noch so n Sommer und dann hängen Klimaanlagen überall - Leute sehen es nicht ein halbtot den ganzen Sommer über rumzulaufen).
Und denke mal weiter. Wir wollen KOMPLETT von Kraftwerken weg. Inklusive Gaskraftwerken. Und Brennstoffzellen, nix Wasserstoff.
Rein erneuerbare Energiequellen die in ihren reinsten Form benutzt werden - Strom erzeugen auf direktem Wege. Keine Umwandlung mit riesigen Verlusten.
Ja, dafür werden wir Speicher brauchen, die wir hier auch am besten recht weit in der Pampa aufbauen und dann über ein massives Stromnetz anklemmen. Wir werden aber bei weitem nicht so viele Speicher brauchen wie man denkt. Das ist für mich ja der größte Vorteil der IoT-Technologie - weil jeder Toaster, jede Mikrowelle und jeder Fernseher nicht nur dumme analoge Geräte sind, können sie ihren Verbrauch anhand der reinkommenden Daten über das Netz steuern.
Jeder Laptop HAT diese Technologie bereits - in dem sich getrennte Energieprofile für Batteriebetrieb und Steckdosenbetrieb einstellen lassen. Das ist ein ganz anderer Ansatz für das Problem. Anstatt das primitive Netz mit so viel Strom zu füttern wie gerade benötigt wird und bei steigendem Bedarf noch Backup-Kraftwerke hochfahren zu müssen, kann man ein intelligentes Netz aufbauen das so was verhindert ohne das die Kunden viel davon merken.
Stell dir einfach vor, das Netz ist überlastet, dein PC kriegt das via die API mit und senkt einfach mal die Taktrate und Vcore für GPU und CPU, stellt den Monitor von 144 auf 90Hz und paar andere Kleinigkeiten - bitte sehr, locker 20% weniger Last. Nur wenn man will natürlich, niemand muss gezwungen werden, aber es wäre eine Option und ich würde es nutzen. Ich hab nen fetten 43" 4K Monitor auf voller Helligkeit, das Teil saugt auch (Hauptmonitor). Wenn die Helligkeit dynamisch abgesenkt wird um das Netz zu stabilisieren - warum denn nicht?
Sollte ich das nicht wollen kann ich das ja überschreiben.
Deswegen: weg mit Brennstoffen aller Art, egal ob flüssig oder gasförmig. Egal ob fossil oder sauber erzeugt mit Strom aus regenerativen Quellen. Diese werden nur in geringen Mengen dort gebraucht wo sich Strom nicht einsetzen lässt und das sind definitiv nicht die breiten Massen.
Es ist sowieso schon alles elektrifiziert, es sind nur die Motoren die überwiegend auf flüssige Treibstoffe setzen und das am Land, zu Wasser und in der Luft. Der Rest kann und wird bereits elektrisch betrieben. Inklusive der ganzen Spielzeuge in den besagten Fahrzeugen :)

Das Stromnetz, was bereits da ist, reicht vielerorts nicht für flächendeckenden Einsatz von Batterieautos. Die Frage ist also: Bauen wir ein verdoppeltes Stromnetz? Bringen wir die bestehenden Leitungen an ihre absolute Belastungsgrenze und fügen an allen möglichen Zwischenpunkten Akkus ein, die alle bezahlt und ständig unter deutlichem Effizienzverlusten geh- oder entladen werden müssen, um einen möglichst homogenen Stromfluss zu erreichen? Und leben wir damit, dass im Falle eines Schadens der unkompensierbare Totalausfall ganzer Landesteile droht? Oder überdimensionieren wir den Neubau so wie bisher? Die Alternative ist halt ein Energieträger, der selbst mobil ist. Und so schlimm, wie du es darstellst, ist Wasserstoff nicht. Schlimmer als Benzin oder gar Diesel, ja, aber nicht unbedingt als Erdgas. Anders - klar - aber in einigen Szenarien sogar deutlich besser, weil sich nur schwer explosionsfähige Gemische ansammeln können. Natürlich ist das für den deutschen Michel trotzdem ein Problem, aber das gilt ja auch für jede Stromleitung. Und im Gegensatz zu denen braucht Wasserstoff dank des schnellen "Ladens" halt weiterhin nur punktuelle Infrastruktur, was gerade in Städten und an Autobahnen ein extremer Vorteil ist.

Die Leitungen werden ausgetauscht werden müssen um den steigenden Bedarf zu decken. Der auch schon ohne E-Autos steigt. Trotz besserer Effizienz überall sinkt der Stromverbrauch nicht, er steigt.
Leute wollen konsumieren, immer dickere Glotzen (was bringt einem die Effizienz wenn man dafür die Größe vom Panel verdoppelt?), immer mehr Geräte im Stand-By/Always On, Klimaanlagen um sich gegen das bekloppte Wetter zu behaupten und viel mehr. Und dann am besten noch 1-2 Elektroautos in die Garage stellen. Das Stromnetz muss sich an den Bedarf anpassen, ohne Flickenteppich und Notlösungen.
Wasserstoff würde weiterhin eine zentralisierte Infrastruktur darstellen - wenige Knotenpunkte aka Tankstellen an denen sich Leute stapeln. Strom ist komplett dezentralisiert, eine Steckdose lässt sich überall finden, das ist der größte Vorteil davon. Dazu ist Strom sehr ungefährlich im Vergleich zum Wasserstoff, das ist auch ein Argument. Dafür braucht es nichts spezielles an Infrastruktur, wir müssen nur die vorhandene Infrastruktur n wenig verdichten und Supercharger überall hinpappen.


In Australien und USA liegen Stromtrassen afaik gern parallel zu Verkehrstrassen (wie sonst sollte man sie auch bauen?), in Russland vermutlich auch. Das macht also gar keinen großen Unterschied. Je nach vorhandener Leitung könnte gerade für die Strom sogar die bessere Alternative sein, weil Strom eben sowieso überall, wo Menschen sind, schon vorhanden ist und wenn man sowie starke Leitungen für die Durchleitung über große Entfernugen hat oder autarke Versorgung mit Solar, dann sind ein paar Batterieautos leicht integriert. Ein Problem gibt es eher im dicht bebauten Deutschland, wo eigentlich kein Platz für zusätzliche Infrastruktur ist und die bestehende jeden m² als exakt für den bisherigen Bedarf ausgebauten Endpunkt erachtet. Von den gebündelten Belastungen durch unseren Reiseverkehr ganz zu schweigen, in Australien fahren nicht 100000 am gleichen Tag in die Ferien Richtung Süden und brauchen Tankmöglichkeiten für 200 Autos pro Stunde (bei 600+ km realer Reichweite) beziehungsweise 400 Autos pro Stunde (bei realen Batterieautos) an einem einzigen Rastplatz.
Auch in Russland sind sie so angelegt, bis auf die ganz entlegenen Regionen wo man aber eh n halbes Jahr lang nur via Helikopter vorankommt, die haben da ganz andere Vorstellungen von Mobilität und die haben noch nie ein E-Auto in echt gesehen :D Liegt aber unter anderem daran weil das E-Auto es niemals aus eigener Kraft dahin schaffen würde selbst wenns Ladesäulen überall gäbe.
Hier kommt das dicke ABER: diese Länder sind so massiv, da müsste man mitten im nichts, wo nur Wildschweine, Kangaroos und Waschbären rumlaufen, einfach mal so Ladesäulen hinbauen die von niemandem benutzt werden. USA hat das Problem bereits - auch das massive von Tesla finanzierte Netz der Supercharger hat weiße Flecken wo man mit voller Reichweite nicht von Supercharger bis Supercharger kommt und mit regulären Steckdosen laden müsste. Das sind überwiegend entlegene oder dünn besiedelte Gebiete.
Hier im Land ist es hingegen so das praktisch überall schon was steht, dazu sind alle X Kilometer auf der Autobahn oder Bundesstraße besiedelte Gebiete egal wohin man fährt, wirklich große Entfernungen gibt es hier nicht.
Und die Urlauber mit ihren Karren sattelt man auf Züge um. Ist umweltfreundlicher und nicht viel langsamer. Ich verstehe die sowieso nicht, warum will man unbedingt im Auto schimmeln während man alle seine Mitfahrer in anderen Fahrzeugen kennenlernt im Stau - wenn es doch via Zug viel viel komfortabler und genau so schnell ist?


Hängt immer davon ab, welche Art von fahren man meint: Geradeaus oder um Kurven? Für ersteres braucht es nur ein straffes/straffwerdendes Fahrwerk, ausreichend dimensionierte Reifen und einen starken Motor. Das können unsere Ingenieure und das klappt auch in jeder Fahrzeugklasse. Warum sollte sich ein Q8 da anders verhalten als ein A2 mit gleichem Höhe-Breite-Verhältnis? Auch die zweite A-Klasse wäre, hätte sie etwas größere Räder gehabt, ein guter Bezugspunkt. Das einzig neue bei den Monster-SUVs ist, dass die Kisten jetzt ab Werk mit brachialer Motorleistung für die Längsdynamik ausgeliefert wurden, während niemand einen A2 mit (auf die Größe umgelegt) 300 PS verkauft hat und dass das ganze eben in jede Richtung größer geworden ist. Zumindest für mich hat das aber nichts mit Fahrspaß zu tun. Fahrspaß fängt da an, wo der Kurvenradius regelmäßig kleiner ist als die Länge von manch deutschem "Stadtauto" und mit einem Bentayga sehe ich mich, ungeachtet des kleinen Problems beim Anschaffungspreis, nicht so schnell über mediterane Landstraßen wuseln. (Abgesehen davon, dass das Ding ******* aussieht, Bentley finde ich noch hässlicher als Mercedes) Da ist schon der für heutige Verhältnisse extrem schlanke Passat 3B (1,74 m ohne; knapp 1,90 m mit Spiegeln - das ist Scoda-Fabia-Niveau, ein ""Mini"" ist schon fetter und unübersichtlicher) trotz Audi-Mehrlenker-Vorderachse gerade so beweglich genug, damit man sich mit 100 PS nicht zurück halten muss. Echten "Fahrspaß" habe ich vor zwei Jahren im Form eines Caterham (vermutlich - kann natürlich auch ein Aries, Donkervoort, etc. gewesen sein) und eines 340R im Rückspiegel gehabt (aber nur sehr kurz, bis ich bei nächster Gelegenheit brav Platz machen konnte ;)). Abgesehen von der Elise sind das imho die einzigen Autos, die das Siegel verdienen könnten. Aber letztere verbraucht ja nicht halb so viel, wie ein echtes deutsches Spaßmobil...

Kurven fahren versteht sich. Und da sind es immer noch Wandschränke, aber nicht mehr so schlecht wie früher. Man hat nicht das Gefühl das die Kiste aus der Kurve fliegt oder umkippt. Auch bei Seitenwind wird das Fahrzeug nicht weggeschoben oder man denkt das es gleich umkippt.
Klar kommen die an gute Fahrzeuge ran. Gutes Handling gibt es bei einem Dunebuggy oder bei einem Mountainbike, alles andere ist für mich trotzdem n Wandschrank - bin halt verwöhnt.
Aber Leute lieben die Dinger, sieht man ja auch das die sich verkaufen trotz kranken Preisen, kranken Verbrauchswerten und Ersatzteilen die mehr kosten als die BrustOP bei der Frau..


Jein. Tesla ist vom Konzept und der Produktion her ein Kleinhersteller, der aber gigantische Aufmerksamkeit erfährt und in seinem Luxussegment mit dem Antrieb ein Monopol hat. => Nachfrage über Angebot ist gar nicht so schwer. Aber man ist meilenweit davon entfernt, die großen am Markt unter Druck zu setzen und man kann, ausgehend von der aktuellen Position, auch nicht einfach in weitere Segmente springen. Tesla kann weder Premium-Qualität/Luxus-Markt noch günstig, sie können keine Großserie, bislang tun sie sich sehr schwer mit neuen Karosserieformen, haben immer wieder Qualitsmängel und Produktionsprobleme, etc. Halt ein Kleinhersteller. Wie alle anderen dieser Art ist Tesla aus Sicht der Großen deswegen aber weniger ein Konkurrent und mehr ein Marktaufspürer: Die haben klar gemacht, dass teure Batterieautos wieder erwarten doch lukrativ sein können und jetzt steigen andere ein. Normalerweise verschwinden die kleinen dann ganz schnell vom Markt, weil sie einfach nicht querfinanzieren können - mal gucken, wie lange Tesla sich mit der vergleichsweise weit reichenden vertikalen Integration und vor allem dem Ladenetz behaupten kann.
Ja wie lange sind andere Firmen gewachsen? Bis bei denen die Massenproduktion wirklich machbar wurde. Bis die QA so gut war das da Kleinigkeiten wie Spaltmaße ausgefiltert werden? Was Tesla kann: Markting, Trends aufspüren, gehobenes Mittelsegment bedienen (Luxus, aber nur ein wenig). Sie haben ein klares Konzept - mit teuren Autos anfangen wo der Bedarf nicht so bekloppt ist das man 10 Jahre Warteschlangen produzieren müsste, langsam die Infrastruktur ausbauen und neue Werke etc. und dann langsam auf die breite Masse zugehen mit dem Model3.
Niemand hindert sie daran ein Model1 Hatchback für so 25.000$ (vor Steuern) zu bringen und z.B. Model5 als Minivan/Kleinbus so für 60.000 (nicht zu viel dafür, ist ja auch mehr Auto dran). Aber sie haben aktuell keine Kapazitäten für diese Modelle, selbst wenn sie fertig entwickelt wären. Gib denen Zeit. Elon Musk ist eine polarisierende Figur die Tesla zu einem Apple-Analog in der Autowelt machen kann. Etwas was teuer ist, aber gut (nicht perfekt, gut), etwas was einen enormen Kult erschafft und eine Fanbase die sich in einem verdammten Zelt vor dem Laden parken würde um das neuste Modell kaufen zu können. Und die Größe kommt mit der Zeit. Zu schnell wachsen ist übrigens ungesund.
Und genau wie bei Apple werden die Leute die hohen Preise verglichen mit der Konkurrenz locker bezahlen. Weil es geil ist. Weil man es haben will. Und weil geizen nicht immer geil ist. Und da freue ich mich drauf wenns klappt. Man muss Apple nicht mögen, aber ihr Effekt auf bestimmte Produkte war enorm und sie haben dicke Konkurrenz wie Nokia praktisch vom Markt geprügelt. Diese Chance hat Tesla auch und aktuell sieht alles so aus wie damals bei Nokia - dicker Hersteller ignoriert die Trends und setzt auf altbewährte Produkte und wird damit richtig hart auf die Fresse fallen.


Also hat sich fast gar nichts getan, außer dass ein paar Fehl-Sparkonstruktionen (Sicherheit) ausgeräumt wurden und die Produktion der Nachfrage angepasst wurde?
Das große Problem für die Akzeptanz bei der Mehrheit der Bevölkerung sind derzeit Kapazität und Gewicht. Und bei beiden tut sich sehr wenig. Li-Io war ein ganz großer Schritt Ende der 80er/Anfang der 90er und bis Mitte/Ende der 90er hat man noch deutliche Fortschritte gemacht. Aber obwohl seidem Kohle ohne Ende aus mobilen Elektroniksegment in die Forschung fließt, hat sich kaum eine neue Idee wirklich in Serienprodukte niederschlagen können, weil die Chemie einfach am Limit ist. Was wir bräuchten, um Verbrenner 1:1 zu ersetzen, ist eine Verdoppelung der Kapazität pro Volumen bei einer Halbierung des Gewichtes und das Ganze am besten noch mit 10-C-Ladetauglichkeit. Und das ist absolut utopisch, dafür braucht es vollkommen neu Techniken. Nimh, die wohl als am zweiintensivsten erforschte Zellchemie gelten dürften, haben in ihrer gesamten Geschichte keine derartigen Sprünge hingelegt und Li-Io ist tief im abnehmenden Grenzertrag. So wie das Elektroauto jetzt auftritt, kann es aber nur im Rahmen einer kompletten Mobilitätswende ein große Rolle einnehmen - und bei einer kompletten Mobilitätswende sollten Autos eigentlich gar keine große Rolle mehr haben, aber die breite Masse trägt radikale Änderungen so schnell nicht mit. Da werden auch sinkende Preise nur eingeschränkt etwas dran ändern. Guck dir mal an, wie sich 3000 € Steuergeschenk auf die Zulassungszahlen außerhalb von Eigenzulassungen der Hersteller und Firmenwagen (mit weiteren Subventionen) ausgwirkt haben: So gut wie gar nicht. Der Marktanteil ist vielleicht um Zehntelprozent gestiegen.

Kapazität und Akzeptanz sind aktuell komplett verdreht. Die meisten Leute fahren mit dem Auto nicht weit und würden mit einer Ladung beim Tesla Model 3 z.B. locker 3-4 Arbeitstage überstehen. Aber der deutsche Michel will unbedingt das seine Karre in seinem Heimatort vollgetankt wird und das man sich dann 1000km im Stau bis in den Urlaubsort knödeln kann! Obwohl das nur 1x im Jahr vorkommt und im Urlaub die 30-60min am Supercharger unterwegs verdammt egal sind - geht raus, pinkeln, was essen, paar Fotos machen, entspannen, so lange am Stück zu fahren ist eh gefährlich. Aber nö, das wird nicht akzeptiert. Ich könnte ja mal zu meiner Schwiegermutter fahren und dann muss ich unterwegs 2x laden?! NICHT MIT MIR! - Das ist unser Problem.
Gewicht - es ist relativ. Klar, leichtes Auto ist besser. Aber lieber fahre ich noch ne Tonne Batterien durch die Gegend als einen Stinker. Weil die Batterien (sofern mit eneuerbarer Energiequelle geladen) absolut nichts schlimmes sind. Bei genug Strom aus regenerativen Quellen ist das Gewicht egal und wie man sagte wirkt sich das eh positiv auf das Fahrverhalten aus. Das ist ja kein Smartphone oder Laptop wo das Gewicht und Größe sowie Kapazität eine Rolle spielen, bei einem Fahrzeug ist das piepegal.
Und noch mal - alles was sich aktuell hier auf dem Markt als E-Auto befindet und kein Tesla ist, ist Elektroschrott. Ausgenommen Opel Ampera-e oder Chevy Bolt (in USA), der ist brauchbar. Ist ja klar das es keine Sau haben will.
Dazu kommt eben die besagte unbegründete Angst vor der Reichweite (die sich ebenfalls mit einem Tesla lösen lässt weil die haben genug Reichweite) und allgemein schlechten E-Autos hier.
Und manche sind Petrolheads, die würden nen Stinker fahren, selbst dann wenn es hier wie bei Mad Max aussieht. Obwohl, da macht der Stinker ja auch sinn :D
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Naja Hartz4 ist nicht das bedingungslose Grundeinkommen. Die werden dir trotzdem Arbeitsangebote unterbreiten. Die werden dir trotzdem Termine vergeben zu denen du erscheinen sollst. Und die haben das Ziel den Leistungsempfänger in den regulären Alltag inklusive Job zu jagen. Ist auch nicht verkehrt, jeder der kann soll ja auch arbeiten. Soll, muss nicht, wir können keinen zwingen.

Sag ich nichts dagegen, auch wenn ich der Sache selbst ambivalent gegenüber stehe. Aber: Der gesamte Mechanismus ist eben darauf ausgelegt, jemand zu der Annahme einer Arbeit zu zwingen, auch wenn ihm das nicht im geringsten in den Kram passt. Und das trifft nicht nur Slacker, die normale Arbeit ablehnen, sondern auch fließige Leute, die an die übelsten Ausbeuter vertickt werden. Und nein: Nur weil man HartzIV bezieht gehört man noch lange nicht zu den Leuten, die sich in so einer Situation ""Geld woanders beschaffen"". Millionen von Menschen nehmen das hin, müssen das hinnehmen und gehen deswegen Jobs nach, von denen du aus gutem Grund sagst, dass sie niemand machen sollte. "eigentlich niemand machen sollte" wäre aber die korrekte Formulierung für den Unterschied sorgt das Amt. Und das erzwingt nicht die Akzeptanz miserabler Bedingungen im Betrieb, sondern auch lange Pendelstrecken für Leute, bei denen ein Umzug weder angebracht noch möglich ist.

Deswegen hänge ich bei meinen regelmäßigen Forderungen nach wesentlich höheren Spritpreisen, Abschaffung der Pendlerpauschale, etc. neben anderen Ausgleichsmaßnahmen auch regelmäßig eine Neudefinition für "zumutbare Arbeit" ran. Das Limit sind in meinen Augen 60 Minuten Abreitsweg von der Haustür zu Schichtbeginn und zurück unter Nutzung des ÖPNV. Erst wenn wir das haben, kann man wirklich sagen, dass es sich alle Pendler auf Kosten der Allgemeinheit etwas besser gehen lassen.
(Wer jetzt sagt "2 Stunden Arbeitsweg am Tag ist viel zu viel": Stimmt, 30-45 Minuten je Richtung wäre auch imho das Maximum für "angenehm", aber dieses Kriterium duldet die Allgemeinheit für HartzIVer eh nicht und 60 Minuten insgesamt sind schon verdammt knapp, wenn man außerhalb einer Großstadt ist. Da kommt man schnell auf 30 Minuten Fahrzeit, 10 Minuten Umsteigen in der Mitte und wenn man dann noch 10 Minuten von und zur Haltestelle läuft, muss die Linie zufällig schon in einem 10-Minuten schmalen Zeitfenster fahren, was bei einem 30-Minutentakt meist nicht der Fall ist.)

Noch mal, es sind keine Nomaden. Wer 1x für nen neuen Job umzieht ist kein Nomade.

Klassische Nomaden schlagen 2-4 mal im Jahr ihre Zelte an einem neuen Ort auf und die ziehen auch noch im Kreis. Wenn deine Begriffsauffassung derart weit vom Standard abweicht, solltest du erstmal genau erklären, wen du hier eigentlich als Gegenbeispiel heranziehen willst. Aber üblich ist es in Deutschland 5-10-20-40 Jahre im gleichen Ort zu leben und jeder, der häufiger als 1x in fünf Jahren umzieht, führt definitiv ein ungewöhnlich mobiles Leben. Inbesondere auch eins, das mit herkömmlichen sozialen Bindungen und Familiengründung inkompatibel ist.

Und wenn man in einem befristeten Vertrag hängt und nicht verlängert wird - man WILL ja dort nicht verlängert werden. Wenn man wie Dreck behandelt wird ist auch ein dickes Gehalt nix wert. Und wenn nicht mal das als Argument bleibt, was will man da noch? Sich vernünftig kündigen lassen oder nicht verlängern, dem alten Chef die Krätze wünschen und neue Arbeit antreten.
Klar, das hängt davon ab wie stark man mental ist, wie hart man es haben will, ob man sich durchsetzen will oder nur mitschwimmen bei dem Job den man hat und wie die eigenen Skills halt sind.

Und es hängt davon ab, wie alt man ist, was man schon hinter sich hat und vor allem wie restliche Lage in der Gegend ist. Und viele dieser Faktoren kann man eben nicht beeinflussen - für Millionen Menschen in Deutschland ZU viele.

Solche Fähigkeiten hat jeder, nur will sie nicht jeder einsetzen. Jeder weiß das es Anwälte für Arbeitsrecht gibt. Aber nur wenige gehen zu denen und lassen ihre Verträge und Arbeitszeiten etc. prüfen.

Hast du mal beim Amt Kostenübernahme für einen Anwaltstermin beantragt?

Diese Fachkräfte sind oft begehrt (ausgenommen: sie waren in Branchen beschäftigt die sowieso verdammt sind - wie Kohle hier, die muss man umschulen)

Kohle, Stahl, Solarindustrie, Versandhäuser, Haushaltselektronik, Schiffsbau - und das sind nur die ""Ausnahmen"" die mir in 10 Sekunden aus dem Kopf einfallen, obwohl ich normalerweise recht wenig auf Menschen und mehr auf die Natur gebe. Autoindustrie könnte man fast schon mitzählen, kann es aber definitiv in ein paar Jahren und in einem Drittel Deutschlands kommen noch Altlasten hinzu. Zusammengenommen ist das eine hohe 6- bis niedrige 7-stellige Zahl von Leuten, die du als "Ausnahme" abtust...
Unternehmen mit >10000 Mitarbeitern gehen selten Pleite, weil ihnen ein dummer Fehler unterlaufen ist, sondern meist weil die gesamte Branche im Abschwung/Umbruch ist und der komplette Laden es verpennt hat, sich auf etwas neues auszurichten. Und nun rate mal, wie große der Korrelationsfaktor zwischen solchen Unternehmensleitungen ist und denjenigen, die ihre Mitarbeitern in 30 Jahren keine einzige außerbetriebliche Weiterbildung haben zukommen lassen? (wenn überhaupt eine)
Eben. Das sind Fachleute in "Quelle-Bestellungen bearbeiten", "Ostseefischkutter einrichten" und "Ruhrkohle verkoken". Die haben auf dem Arbeitsmarkt keine "Berufserfahrung", weil ihre Erfahrung nichts mehr wert ist, die haben einfach nur ihr hohes Alter (mit einhergehenden Gebrechen) im Vergleich zu einem exakt gleich unpassend qualifizierten Studenten oder Schulabgänger. Und die etwas besseren Aushilfsjobs gehen dementsprechend an letztere. Keiner stellt die 50 jährige zum Kellnern ein oder versucht jemandem Jahrgang 65 beizubringen, wie er die neuesten Telekom-Verträge am besten an den Mann bringt. Setz dich mal an der Küste in ein Jobcenter und sprech mit 1-2 Leuten. Es wird nicht lange dauern, bis dir jemand begegnet, dessen einzige bezahlte Beschäftigung der letzten Jahre eine 1-€-Zwangsmaßnahme als Müllsammler auf der Straße war und dessen Frau (ehemals Hausfrau) froh sein muss, dass sie für O2 (zu dort üblichen Bedingungen) die SIM-Karten in Briefumschläge packt.

Da hab ich keinerlei Mitleid mit den Leuten. Wer sich um Patienten wirklich kümmern will, fängt bei dem Personal an und das Personal kümmert sich dann um alle kleineren Baustellen die ohne Personal sowieso nicht fertig werden.

Kümmern wollen tut sich nur das Personal unten, nicht die Entscheider oben über das Personal. Die sehen nur Ausgaben und Einnahmen und erst wenn die Einnahmen wegbrechen, dann reagieren sie. Wo Leute ein halbes Jahr vergeblich nach Heimplätzen suchen, brechen aber keine Einnahmen weg, nur weil mal in der Winterzeit die Personaldecke von normalerweise 75% wegen Krankheit auf 50% einbricht. Und wenn die 50% auch noch zu Hause bleiben, wird trotzdem nicht zwei Stunden später mit jemand mit dem Geldbündel bei den Streikenden zu Hause winken. Du hast recht: Gemeldet wird das denen. Und wenn das dritte Loch nicht gerade wichtiger ist, werden sie vielleicht sogar in leichte Panik verfallen und anfangen, sich Gedanken zu machen. Aber was glaubst du, wie lange Pflegefälle ohne Pflege überleben und wie lange es dauert, bis diese Gedanken zu "hmm, SO lautet der neue, faire Arbeitsvertrag und der wurde auch von den Eigentümern abgesegnet" führen?
Eben. Und über alle Filialen eines Investors hinweg muss man auch erstmal einen Streik organisieren können. Zwar herrscht in der Branche kein hire & fire, weil ersteres kaum möglich ist, aber die zahlreichen osteuropäischen Kräfte sind nicht gewerkschaftlich organisiert und allgemein wollen die Gewerkschaften selbst auch nicht mit sterbenen Omis assoziiert werden. Und das Personal, wie gesagt, auch nicht.

Die Verteilung zwischen Sommer und Winter verschiebt sich. Dadurch das die Winter wesentlich milder werden sinkt der Energiebedarf gerade (hallo, 4.1.2020, noch kein Schnee und Leute mussten nur 2x die Autos kratzen bislang weil es sonst +/-0°C oder noch höhere Temperaturen waren?), im Sommer steigt dieser (42°C Rekordtemperaturen, gnadenlos ausverkaufte Klimaanlagen. Noch so n Sommer und dann hängen Klimaanlagen überall - Leute sehen es nicht ein halbtot den ganzen Sommer über rumzulaufen).
Und denke mal weiter. Wir wollen KOMPLETT von Kraftwerken weg. Inklusive Gaskraftwerken. Und Brennstoffzellen, nix Wasserstoff.

Heizen und kühlen ist pillepalle. In einem gut isolierten Haus (und ohne gute Isolierung haben wir eh verloren) must du auch bei -20 °C kaum zuheizen und umgekehrt auch wenig kühlen, außerdem geht das auch direkt über solar. Das hat auf den Jahrezyklus mittelfristig keinen großen Einfluss mehr. Aber ein Großteil unserer Verbrauches, nämlich Verkehr, Beleuchtung, Prozessenergie, Elektronik, etc. ist unabhängig vom Jahresverlauf - im Gegensatz zu Produktion der erneuerbaren Energien und nur auf diese Lücke habe ich mich bezogen. Würde man den aktuellen Verbrauchszyklus inklusive Heizwärme zugrunde legen, läge zwischen dem im Winter und Sommer benötigten EE-Ausbau vermutlich Faktor 15.

Das ist für mich ja der größte Vorteil der IoT-Technologie - weil jeder Toaster, jede Mikrowelle und jeder Fernseher nicht nur dumme analoge Geräte sind, können sie ihren Verbrauch anhand der reinkommenden Daten über das Netz steuern.
Jeder Laptop HAT diese Technologie bereits - in dem sich getrennte Energieprofile für Batteriebetrieb und Steckdosenbetrieb einstellen lassen. Das ist ein ganz anderer Ansatz für das Problem. Anstatt das primitive Netz mit so viel Strom zu füttern wie gerade benötigt wird und bei steigendem Bedarf noch Backup-Kraftwerke hochfahren zu müssen, kann man ein intelligentes Netz aufbauen das so was verhindert ohne das die Kunden viel davon merken.
Stell dir einfach vor, das Netz ist überlastet, dein PC kriegt das via die API mit und senkt einfach mal die Taktrate und Vcore für GPU und CPU, stellt den Monitor von 144 auf 90Hz und paar andere Kleinigkeiten - bitte sehr, locker 20% weniger Last.

Du beweißt schon wieder den geistigen Horizont einer Erbse. Ich rede ausdrücklich nicht von minütlichen oder stündlichen Schwankungen, die gleichen sich durch die Vielzahl von Nutzern schon heute weitestgehend aus und der Rest wird durch die Masseträgheit von Windrädern und ein paar kleine, schon vorhanden Batteriespeicher locker kompensiert. Ich rede ganz klar von der saisonalen Produktionsschwankung über mehrere Quartale hinweg und sorry, nein:
Mein Frühstückstoast für morgen kann auch der intelligenteste Toaster nicht mit Strom aus dem Juli zubereiten, ohne dafür auf Langzeitspeicher zurückzugreifen.

Wasserstoff würde weiterhin eine zentralisierte Infrastruktur darstellen - wenige Knotenpunkte aka Tankstellen an denen sich Leute stapeln. Strom ist komplett dezentralisiert, eine Steckdose lässt sich überall finden, das ist der größte Vorteil davon. Dazu ist Strom sehr ungefährlich im Vergleich zum Wasserstoff, das ist auch ein Argument. Dafür braucht es nichts spezielles an Infrastruktur, wir müssen nur die vorhandene Infrastruktur n wenig verdichten und Supercharger überall hinpappen.

Nein, "ein wenig" verdichten reicht da nicht. Du redest von einem Ausbau um +50 bis +100% bis in den letzten Winkel. Oder kurz gesagt ein komplettes neues, zusätzliches Stromnetz von gleicher Leistungsfähigkeit wie das während der letzten 150 Jahre aufgebaute. Das ist eine gigantische Investition. Und übrigens verwechselst du "dezentral" mit "fein verzweigt". Das Stromnetz ist komplett hierarisch und abgesehen von ein paar Ringleitungen sogar sehr arm an Redundanzen. Dezentral wäre ein Konglomerat unabhängiger, eigenständiger Einheiten und das haben wir für Strom genauso wenig wie für Wasserstoff oder Erdgas. Und wir könnten es für jeden dieser drei Energieträger in der gewünschten Leistungsfähigkeit gleich gut aufbauen. Strom hat, da gebe ich dir recht, den Vorteil, dass er weniger Sicherheitsprobleme mit sich bringt, wenn man die Mammutaufgabe stemmen will. Wasserstoff und Methan haben den Vorteil, dass man es überhaupt nicht muss, weil Energieverbrauch für Mobilität, der einen großen Anteil am feinverteilten privaten Bedarf hat, überhaupt nicht feinverteilt bedient werden muss, sondern nur an Verkehrsknotenpunkten.

Hier kommt das dicke ABER: diese Länder sind so massiv, da müsste man mitten im nichts, wo nur Wildschweine, Kangaroos und Waschbären rumlaufen, einfach mal so Ladesäulen hinbauen die von niemandem benutzt werden.

Wenn man eine Batterieautoquote von 100% anstrebt, gäbe es jemanden, der sie benutzt. Vielleicht nur alle zwei Tage, aber viel häufiger werden einige der heute gebauten auch nicht benötigt und so ein Infrastruktur ist immer noch billiger, als für die Hillbillies eine landesweit nutzbares Zweitnetz auf Wasserstoffbasis zu schaffen. Die größere Frage ist halt, ob ein öffentliches Batterieautonetz auch für die breite Masse die beste Lösung sind, oder ob man mit Fahrrad, ÖPNV und Batterieinsellösungen (Stadtwerke, Lieferanten, etc. laden auf ihrem Hof) nicht den gesamten Bereich <400 km auch so gut abgedeckt bekommt und für den Langstrecken-Kleinverkehr (großes gehört eh auf die Schiene) nicht bei tankbaren Energieträgern bleibt, weil der Effizienzgewinn die Investitionskosten übersteigen würde.

Und die Urlauber mit ihren Karren sattelt man auf Züge um. Ist umweltfreundlicher und nicht viel langsamer. Ich verstehe die sowieso nicht, warum will man unbedingt im Auto schimmeln während man alle seine Mitfahrer in anderen Fahrzeugen kennenlernt im Stau - wenn es doch via Zug viel viel komfortabler und genau so schnell ist?

Für mich persönlich: Ich lerne nicht gerne Menschen kennen und mache Urlaub da, wo es eher wenige davon gibt. Gut, leider sind immer mehr Campingplätze auch überlaufen und meine Reichweite reicht nicht, um den Bayern zu entkommen (warum müssen ausgerechnet die immer im Spätsommer Ferien haben?), aber man kann es versuchen. Damit geht dann zum einen einher, dass ich etwas mehr Gepäck habe und dass zu meinem Endziel garantiert kein Zug fährt. Meist ist auch der ÖPNV vor Ort viel zu mieß, um auch nur die Hälfte der Ausflüge damit zu machen.

Städte- oder Cluburlaub mit dem Auto ist dagegen wirklich fragwürdig, wird aktuell aber nicht selten von den Preisen diktiert. Wenn ich alleine in eine andere Stadt muss, zahle ich in 50% der Fälle etwas mehr für die Bahn, als mich der Sprit gekostet hätte und sehr, sehr selten weniger. Bin ich zu zweit unterwegs verdoppeln sich die Bahnkosten noch und das Auto wird verdammt attraktiv, weil ich es (s.o.) halt eh für andere Dinge besitze.


Man muss Apple nicht mögen, aber ihr Effekt auf bestimmte Produkte war enorm und sie haben dicke Konkurrenz wie Nokia praktisch vom Markt geprügelt. Diese Chance hat Tesla auch und aktuell sieht alles so aus wie damals bei Nokia - dicker Hersteller ignoriert die Trends und setzt auf altbewährte Produkte und wird damit richtig hart auf die Fresse fallen.

Nur das Apple damals von dem iMac- und -Pod-Hoch kam, zu den größten Namen im IT-Business zählte und weltweit als Referenz für hochwertige Endkundenelektronik und vor allem für benutzerfreundliche Oberflächen galt. Und trotzdem ist der Newton geflopt und erst Handheld #2 wurde ein Hype. Tesla dagegen ... erinnerst du dich an Creatives Nomad? Ein ganz neuer Ansatz für ein altes Bedürniss, mit innovativer Technik umgesetzt, Jahre bevor die großen auch nur den Bedarf eingestanden haben und technisch "gut aber nicht perfekt". Erinnert sich außer dir und mir aber vermutlich kein zweiter dran. So ähnlich würde ich Tesla aktuell technisch einodnen. Zusätzlich haben sie Aufmerksamkeit auch außerhalb der Nerd-Szene und, wie erwähnt, das Netz und die Integration. Kann reichen, muss es aber nicht - der Berg liegt noch vor ihnen und es bleibt spannend, ob sie am Hang überrannt werden.

Kapazität und Akzeptanz sind aktuell komplett verdreht. Die meisten Leute fahren mit dem Auto nicht weit

Kann ich nicht bestätigen. Kenne in meinem gesamten Bekanntenkreis nur einen einzigen Haushalt, auf den das zutreffen könnte (und selbst der kommt auf 2x200 km im Winter in Regionen ohne Destinationcharger), alle anderen fahren mit ihrem Auto weit. Und die wenigen Statistiken, die eine entsprechende Abschätzung ermöglichen, sprechen das auch allen anderen zu. Was du vermutlich, genauso wie viele andere Batterieauto-Verblendeten meinst: Die meisten Leute fahren meistens nicht weit. Aber da müsst ihr endlich mal einsehen, dass nicht nur "die meisten", sondern ALLE Leute ihr Auto NICHT für "die meisten" ihrer Fahrten kaufen, sondern für alle. Ich z.B. brauche auch nur zweimal im Jahr eine Tagesreichweite von merklich über 1000 km und vielleicht noch 4-10 mal zusätzlich eine von 500 km (mit zunehmender Destinationcharger-Dichte könnte man es auf 2 reduzieren, aber dafür müssten die Dinger buchstäblich in jedem Wald stehen). Aber wenn ich dann noch die Fahrten an den Tagen zwischen den beiden 1000ern dranhänge und die km aufaddiere, ergeben sich 50-70% meiner Gesamtfahrstrecke. Obwohl selbst bei mir als nicht-Pendler sicherlich 80% der Fahrten bei unter 20 km liegen. Aber ich kauf mir kein Auto, um einmal die Woche einzukaufen und das Bisschen Sprit, dass die "Tragehilfe" dabei verbraucht, merkt auch das Klima nicht. Was zählt, sind die großen Touren, alles andere ist beim Autokauf nur kleinkram. Okay: Ich achte ein Bisschen mehr auf die Länge = den Parkplatzbedarf, als für die Langstrecken relevant wäre, weil ich Parkplätze tatsächlich sehr viel häufiger nach lokalen Kurzstrecken suche.
(und damit vermutlich fast genauso viel Zeit im Jahr verplempere, wie mit 1000 km Fahrten :motz:)


Obwohl das nur 1x im Jahr vorkommt und im Urlaub die 30-60min am Supercharger unterwegs verdammt egal sind

60 Minuten Ladezeit sind, wenn man am Ende der Strecke noch halbwegs verkehrssicher sein will, bis zu 10% weniger Reichweite auf den Weg in den Urlaub. Und auf den ersten 50-60% begegnet mir halt geographisch bedingt kein Meer, also büße ich ein Viertel der potentiellen Urlaubsziele ein - das ist eine Menge.

Dazu kommt eben die besagte unbegründete Angst vor der Reichweite (die sich ebenfalls mit einem Tesla lösen lässt weil die haben genug Reichweite) und allgemein schlechten E-Autos hier.
Und manche sind Petrolheads, die würden nen Stinker fahren, selbst dann wenn es hier wie bei Mad Max aussieht. Obwohl, da macht der Stinker ja auch sinn :D

Eigentlich nicht. Scheinbar unbegrenzt Sprit zum verballern hat Max auch erst in den letzten beiden Teilen gehabt, in den ersten beiden dagegen war Treibstoff ein rares gut und eigentlich müsste man mal ein Remake machen, in dem ein Modell 3 mit einem leichten 20-m-Hänger voller Solarmodule lachend durch die Wüste rollt :ugly:

Bei der Reichweite gilt aber oben gesagtes: Jein. Für die Leute, die eh in den Urlaub fliegen und mit ihrem Auto Deutschland nie verlassen, reicht ein Tesla vollkommen aus. Ob die Mehrheit davon derzeit ein vergleichbar teures Auto fährt, sei aber noch dahingestellt.

Für diejenigen, die mit dem Auto Urlaub machen, ist auch die Reichweite bei Tesla knapp. Frankfurt-Vodice mit dem Passat sind zum Beispiel 12 Stunden Reisezeit inklusive kurzer Pausen und der Urlaubs-Verkehrslage in Österreich und mit einem vollen Tank am Zielort. Mit dem Tesla S mit größtem Akku sind es, laut Tesla-Routenplaner 15 Stunden Basis. Zuzüglich warten im Stau zuzüglich Pausen da, wo die Blase drückt und zuzüglich nachladen für den lokalen Verkehr ist man bei 15-17 h Reisezeit. Das heißt wenn ich um 4:00 im Passat losfahre, steht mein Zelt um 17-18 Uhr auf dem ersten Camping-Platz bzw. 1-2 Stunden später, wenn ich mir mehrere angucken musste, bis mir einer gefallen hat. Mit dem S muss ich mir spätestens in Zadar ein Hotel suchen und brauchen einen halben Tag extra für die An- und einen weitere halben extra für die Abreise. Und das setzt schon voraus, dass ich mir das Topmodell überhaupt leisten kann, was ich nicht annähernd kann. Nehmen wir mal an, ein günstiges Modell 1, so sie denn jemals eins rausbringen, hätte knapp 400 km Reichweite, dann sitze ich am Abend des ersten Urlaubstages nicht entspannend vor dem kroatischen Sonnenuntergang, sondern in einer Absteige in Llubljana. (11 h laut Planer für einen Tesla mit 375 km Reichweite, also 12-13 h Reisezeit real - aber nur 2/3 soweit wie der Passat in der gleichen Zeit kommt)

Wie gesagt: Viele Deutsche machen sowieso anders (wesentlich klimaschädlicher) Urlaub, aber wer sein Auto tatsächlich außerhalb der Reichweites des ÖPVs nutzt (und wer das nicht macht, der soll imho gar keins kaufen), dann haben Batterieautos noch reichlich Verbesserungspotential.
 
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AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Sag ich nichts dagegen, auch wenn ich der Sache selbst ambivalent gegenüber stehe. Aber: Der gesamte Mechanismus ist eben darauf ausgelegt, jemand zu der Annahme einer Arbeit zu zwingen, auch wenn ihm das nicht im geringsten in den Kram passt. Und das trifft nicht nur Slacker, die normale Arbeit ablehnen, sondern auch fließige Leute, die an die übelsten Ausbeuter vertickt werden. Und nein: Nur weil man HartzIV bezieht gehört man noch lange nicht zu den Leuten, die sich in so einer Situation ""Geld woanders beschaffen"". Millionen von Menschen nehmen das hin, müssen das hinnehmen und gehen deswegen Jobs nach, von denen du aus gutem Grund sagst, dass sie niemand machen sollte. "eigentlich niemand machen sollte" wäre aber die korrekte Formulierung für den Unterschied sorgt das Amt. Und das erzwingt nicht die Akzeptanz miserabler Bedingungen im Betrieb, sondern auch lange Pendelstrecken für Leute, bei denen ein Umzug weder angebracht noch möglich ist.

Deswegen hänge ich bei meinen regelmäßigen Forderungen nach wesentlich höheren Spritpreisen, Abschaffung der Pendlerpauschale, etc. neben anderen Ausgleichsmaßnahmen auch regelmäßig eine Neudefinition für "zumutbare Arbeit" ran. Das Limit sind in meinen Augen 60 Minuten Abreitsweg von der Haustür zu Schichtbeginn und zurück unter Nutzung des ÖPNV. Erst wenn wir das haben, kann man wirklich sagen, dass es sich alle Pendler auf Kosten der Allgemeinheit etwas besser gehen lassen.
(Wer jetzt sagt "2 Stunden Arbeitsweg am Tag ist viel zu viel": Stimmt, 30-45 Minuten je Richtung wäre auch imho das Maximum für "angenehm", aber dieses Kriterium duldet die Allgemeinheit für HartzIVer eh nicht und 60 Minuten insgesamt sind schon verdammt knapp, wenn man außerhalb einer Großstadt ist. Da kommt man schnell auf 30 Minuten Fahrzeit, 10 Minuten Umsteigen in der Mitte und wenn man dann noch 10 Minuten von und zur Haltestelle läuft, muss die Linie zufällig schon in einem 10-Minuten schmalen Zeitfenster fahren, was bei einem 30-Minutentakt meist nicht der Fall ist.)

Ja die Arbeitsstellen sollen ja auch vor Ort gesucht werden, das muss auch kommuniziert werden. Kenne nen Fall wo ein Elektriker bei sich nichts gefunden hat, 40km weiter geschickt wurde und pendelt. 3 Monate später ging einer bei dem im Ort in Rente. An seiner Stelle ist nun auch ein Elektriker von außerhalb, lustigerweise aus dem Ort wo der andere jetzt arbeitet. Nur weil die Arbeitgeber nicht genau mitteilen können das bei denen in 3 Monaten eine Stelle frei wird und das Arbeitsamt Druck macht die Leute sofort zu vermitteln, pendeln beide jetzt an einander vorbei. Ich glaub die haben sich jetzt mit den jeweiligen Arbeitgebern geeinigt und getauscht. Müsste den mal anschreiben und nachfragen. Aber das zeigt wie blödsinnig das System ist wenn man Leute einfach irgendwo reinstopft nur der Arbeit wegen. Gerade in ländlichen Gebieten mit vergreisenden Bevölkerung und vielen Einwohnern die mit einem Bein in Rente sind, kann man so was doch organisieren das geplanter Mitarbeiterschwund entsprechend mit lokalen Kräften aufgefüllt wird. Kenne keinen Chef der sich nicht über Mitarbeiter vor Ort freut die nicht mit Staus, Baustellen und damit verbundenen Verspätungen leben müssen. Zumal die Mitarbeiter wesentlich besser gelaunt sind und motiviert, wenn man sie frühes nicht durch den Pendelverkehr prügelt und das jeden Tag.
Klar, die "zumutbare Arbeit" muss überarbeitet werden, aber hier dauert so was ewig und 3 Tage.


Klassische Nomaden schlagen 2-4 mal im Jahr ihre Zelte an einem neuen Ort auf und die ziehen auch noch im Kreis. Wenn deine Begriffsauffassung derart weit vom Standard abweicht, solltest du erstmal genau erklären, wen du hier eigentlich als Gegenbeispiel heranziehen willst. Aber üblich ist es in Deutschland 5-10-20-40 Jahre im gleichen Ort zu leben und jeder, der häufiger als 1x in fünf Jahren umzieht, führt definitiv ein ungewöhnlich mobiles Leben. Inbesondere auch eins, das mit herkömmlichen sozialen Bindungen und Familiengründung inkompatibel ist.
Ich meine klassische Nomaden aus den USA z.B. die mehrfach pro Jahr umziehen, sich in möbelierte Wohnungen/Häuser einmieten (so haut der Umzug kein schwarzes Loch in die Kasse) usw. Hier ist so was schwer realisierbar allein schon wegen langen Verträgen und Ewigkeiten die man braucht um damit fertig zu werden. Mit etwas Pech hat man dann 5-6 Verträge an der Backe die man weiterzahlen darf obwohl sie eine Verschlechterung darstellen oder gar nicht wahrgenommen werden können. Das geht ja schon beim Fitnessstudio los, geht mit dem Kabelvertrag weiter (da darf man 3 Monate zahlen auch wenn man umzieht und die Leitung dafür nicht mehr nutzen kann weil sie nicht da ist) bis hin zum Mietvertrag wo man auch 3 Monate braucht (finde mal einen Nachmieter in der Pampa). Im schlimmsten Fall kriegt man schnell einen Job woanders, darf aber noch über Monate für die alte Wohnung und andere Verträge blechen. Und dazu noch den vollen Umzug samt Küche, das kann ins Geld gehen.
Kurz: ja, ich meine die US-Nomaden die öfter und weiter fahren als die Leute hier Urlaub machen.

Hast du mal beim Amt Kostenübernahme für einen Anwaltstermin beantragt?

Eigene Gesundheit, eine gute Arbeitsstelle und auch ein wenig Würde sind es wert. Zumal wenn man sich richtig streitet, die Anwaltskosten vom Verlierer gezahlt werden. Gerichtskostenbeihilfe gibt es auch. Den Anwalt muss man allein stemmen, wenn man gewinnt kann man die Anwaltskosten der Gegenseite reindrücken. Das gehört für mich zu einem Rechtsstaat dazu, wenn man sich ausgebeutet fühlt - wird man meistens ausgebeutet und ein guter Anwalt ist hier oft nicht nur die beste, sondern auch die einzig wirksame Lösung.


Kohle, Stahl, Solarindustrie, Versandhäuser, Haushaltselektronik, Schiffsbau - und das sind nur die ""Ausnahmen"" die mir in 10 Sekunden aus dem Kopf einfallen, obwohl ich normalerweise recht wenig auf Menschen und mehr auf die Natur gebe. Autoindustrie könnte man fast schon mitzählen, kann es aber definitiv in ein paar Jahren und in einem Drittel Deutschlands kommen noch Altlasten hinzu. Zusammengenommen ist das eine hohe 6- bis niedrige 7-stellige Zahl von Leuten, die du als "Ausnahme" abtust...
Unternehmen mit >10000 Mitarbeitern gehen selten Pleite, weil ihnen ein dummer Fehler unterlaufen ist, sondern meist weil die gesamte Branche im Abschwung/Umbruch ist und der komplette Laden es verpennt hat, sich auf etwas neues auszurichten. Und nun rate mal, wie große der Korrelationsfaktor zwischen solchen Unternehmensleitungen ist und denjenigen, die ihre Mitarbeitern in 30 Jahren keine einzige außerbetriebliche Weiterbildung haben zukommen lassen? (wenn überhaupt eine)
Eben. Das sind Fachleute in "Quelle-Bestellungen bearbeiten", "Ostseefischkutter einrichten" und "Ruhrkohle verkoken". Die haben auf dem Arbeitsmarkt keine "Berufserfahrung", weil ihre Erfahrung nichts mehr wert ist, die haben einfach nur ihr hohes Alter (mit einhergehenden Gebrechen) im Vergleich zu einem exakt gleich unpassend qualifizierten Studenten oder Schulabgänger. Und die etwas besseren Aushilfsjobs gehen dementsprechend an letztere. Keiner stellt die 50 jährige zum Kellnern ein oder versucht jemandem Jahrgang 65 beizubringen, wie er die neuesten Telekom-Verträge am besten an den Mann bringt. Setz dich mal an der Küste in ein Jobcenter und sprech mit 1-2 Leuten. Es wird nicht lange dauern, bis dir jemand begegnet, dessen einzige bezahlte Beschäftigung der letzten Jahre eine 1-€-Zwangsmaßnahme als Müllsammler auf der Straße war und dessen Frau (ehemals Hausfrau) froh sein muss, dass sie für O2 (zu dort üblichen Bedingungen) die SIM-Karten in Briefumschläge packt.

Versandhaus-Mitarbeiter nimmt Amazon mit offenen Armen und zahlt denen sogar über Tarif (das sie dort trotzdem wie Sklaven arbeiten ist eine andere Baustelle). Den Rest muss man umschulen, aber es gibt auch viele neue Berufsfelder wo Leute gebraucht werden. Industrie 4.0 wird nicht ohne Personal funktionieren. Auch wenn vieles automatisiert ist, ohne Personal geht nichts.
Hier müssen die Firmen ran und Quereinsteiger ausbilden, anstatt auf frische Studenten zu hoffen die dann mit 1.0 Abi einen unterbezahlten Job antreten dürfen weil keiner denen ohne XY Jahre Erfahrung was zahlen will. Oft sind die gnadenlos überqualifiziert und unterbezahlt, nehmen die Jobs aber trotzdem an weil sonst geht es zurück zu Mama und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sinken wenn da eine Lücke klafft - wie, du hast 1.0 Abi und hast dann 2 Jahre lang Party gemacht oder wie? Näääääääächster!
Und hier ist auch Papa Staat gefragt, welcher diese Leute noch mal ordentlich ausbilden soll (einfache Umschulung ist oft nicht machbar oder nicht ausreichend).
Ich sehe das als ITler anders, in unserem Bereich kann sich keiner ausruhen, es gibt viel zu viel Entwicklung in allen Bereichen, sich weiterbilden gehört praktisch zum Job und wenn es nicht über Kurse und Zertifikate gemacht wird dann bringen es die Leute sich selbst bei. Erfahrung zählt und es gibt hier kaum Fachkräfte die "veraltet" sind in dem Sinne, egal wie lange sie dabei sind. Die alten Hasen schätzt man auch gerade wegen der Erfahrung und wegen der Tatsache das sie auch mal die Verkabelung machen, die Hardware warten können und dabei nicht rummotzen.
Es wird immer Jobs geben die keine Sau mehr braucht und die Leute werden sich immer neu ausrichten müssen. Aber das geht nicht wenn man sie einfach ans Arbeitsamt weiterreicht.

Kümmern wollen tut sich nur das Personal unten, nicht die Entscheider oben über das Personal. Die sehen nur Ausgaben und Einnahmen und erst wenn die Einnahmen wegbrechen, dann reagieren sie. Wo Leute ein halbes Jahr vergeblich nach Heimplätzen suchen, brechen aber keine Einnahmen weg, nur weil mal in der Winterzeit die Personaldecke von normalerweise 75% wegen Krankheit auf 50% einbricht. Und wenn die 50% auch noch zu Hause bleiben, wird trotzdem nicht zwei Stunden später mit jemand mit dem Geldbündel bei den Streikenden zu Hause winken. Du hast recht: Gemeldet wird das denen. Und wenn das dritte Loch nicht gerade wichtiger ist, werden sie vielleicht sogar in leichte Panik verfallen und anfangen, sich Gedanken zu machen. Aber was glaubst du, wie lange Pflegefälle ohne Pflege überleben und wie lange es dauert, bis diese Gedanken zu "hmm, SO lautet der neue, faire Arbeitsvertrag und der wurde auch von den Eigentümern abgesegnet" führen?
Eben. Und über alle Filialen eines Investors hinweg muss man auch erstmal einen Streik organisieren können. Zwar herrscht in der Branche kein hire & fire, weil ersteres kaum möglich ist, aber die zahlreichen osteuropäischen Kräfte sind nicht gewerkschaftlich organisiert und allgemein wollen die Gewerkschaften selbst auch nicht mit sterbenen Omis assoziiert werden. Und das Personal, wie gesagt, auch nicht.
Wenn sie sich nicht organisieren, wird das auch so weiter gehen. Unserer Politik traue ich eine Sache zu: Schneckentempo. Bis sie das Problem sehen, erkennen und irgendwelche Lösungen ausarbeiten, sind die Babyboomer längst alle ausgestorben und das Problem entschärft sich von allein...
Und bei solchen Jobs wo es kritisch ist wie das Personal aufgestellt wird, wie fit das Personal ist usw. muss man immer beim Personal anfangen. Alle anderen Probleme wie Überstunden, Stand-By Personal, Qualität, Wartezeiten usw. lösen sich alle in Luft auf wenn erstmal genug Personal da ist.
Ich sehe Pflege als einen sozialen Beruf, genau so wie Medizin allgemein, es muss eine vernünftige flächendeckende Versorgung geben und das kann man ohne Beamte usw. aber mit vernünftigen Gesetzen auch schaffen.

Heizen und kühlen ist pillepalle. In einem gut isolierten Haus (und ohne gute Isolierung haben wir eh verloren) must du auch bei -20 °C kaum zuheizen und umgekehrt auch wenig kühlen, außerdem geht das auch direkt über solar. Das hat auf den Jahrezyklus mittelfristig keinen großen Einfluss mehr. Aber ein Großteil unserer Verbrauches, nämlich Verkehr, Beleuchtung, Prozessenergie, Elektronik, etc. ist unabhängig vom Jahresverlauf - im Gegensatz zu Produktion der erneuerbaren Energien und nur auf diese Lücke habe ich mich bezogen. Würde man den aktuellen Verbrauchszyklus inklusive Heizwärme zugrunde legen, läge zwischen dem im Winter und Sommer benötigten EE-Ausbau vermutlich Faktor 15.
Ein guter Strommix aus allen bekannten erneuerbaren Energien würde das Problem deutlich entschärfen. Dafür müssen aber auch Überkapazitäten geschaffen werden die dann halt im Sommer brachliegen - die Zeit kann für Wartungen und Reparaturen genutzt werden etc. Eine komplette Versorgung über EE ist machbar.


Du beweißt schon wieder den geistigen Horizont einer Erbse. Ich rede ausdrücklich nicht von minütlichen oder stündlichen Schwankungen, die gleichen sich durch die Vielzahl von Nutzern schon heute weitestgehend aus und der Rest wird durch die Masseträgheit von Windrädern und ein paar kleine, schon vorhanden Batteriespeicher locker kompensiert. Ich rede ganz klar von der saisonalen Produktionsschwankung über mehrere Quartale hinweg und sorry, nein:
Mein Frühstückstoast für morgen kann auch der intelligenteste Toaster nicht mit Strom aus dem Juli zubereiten, ohne dafür auf Langzeitspeicher zurückzugreifen.
Siehe oben - wir brauchen genug Überkapazitäten damit auch in schlechten Zeiten bei gesunkener Leistung genug rausgeholt wird. Ja, das wird massiv Fläche beanspruchen, auch Offshore usw. Langzeitspeicher werden auch nicht viel billiger und Platz brauchen die auch.


Nein, "ein wenig" verdichten reicht da nicht. Du redest von einem Ausbau um +50 bis +100% bis in den letzten Winkel. Oder kurz gesagt ein komplettes neues, zusätzliches Stromnetz von gleicher Leistungsfähigkeit wie das während der letzten 150 Jahre aufgebaute. Das ist eine gigantische Investition. Und übrigens verwechselst du "dezentral" mit "fein verzweigt". Das Stromnetz ist komplett hierarisch und abgesehen von ein paar Ringleitungen sogar sehr arm an Redundanzen. Dezentral wäre ein Konglomerat unabhängiger, eigenständiger Einheiten und das haben wir für Strom genauso wenig wie für Wasserstoff oder Erdgas. Und wir könnten es für jeden dieser drei Energieträger in der gewünschten Leistungsfähigkeit gleich gut aufbauen. Strom hat, da gebe ich dir recht, den Vorteil, dass er weniger Sicherheitsprobleme mit sich bringt, wenn man die Mammutaufgabe stemmen will. Wasserstoff und Methan haben den Vorteil, dass man es überhaupt nicht muss, weil Energieverbrauch für Mobilität, der einen großen Anteil am feinverteilten privaten Bedarf hat, überhaupt nicht feinverteilt bedient werden muss, sondern nur an Verkehrsknotenpunkten.
Genau wie für das Glasfasernetz aka FTTH muss alles umgegraben werden, so wird auch das Stromnetz für Industrie 4.0, E-Mobilität und steigenden Verbrauch vorbereitet werden müssen. Also komplett verdichten. 200-250% Kapazität verglichen mit dem aktuellen Netz und ja, auch bis in die Pampa - sonst gehen da die Lichter aus. Und nebenbei wird das Stromnetz dezentral aufgebaut. Das hat nicht nur höhere Redundanz und einfachere Wartung zur Folge, sondern auch eine erhöhte Sicherheit (USA hatte schon Blackouts).
Dazu bieten sich die neuen Technologien ebenfalls an, weil hier Strom dezentral erzeugt wird. Es werden keine dicken Kraftwerke mehr benötigt, dafür wird es sehr viele kleine Erzeuger geben die quer über das Land verstreut sind - es macht also Sinn.
Wir haben Geld für Projekte wie Stuttgart21 und BER, also ist auch Geld für solche Großprojekte vorhanden.


Wenn man eine Batterieautoquote von 100% anstrebt, gäbe es jemanden, der sie benutzt. Vielleicht nur alle zwei Tage, aber viel häufiger werden einige der heute gebauten auch nicht benötigt und so ein Infrastruktur ist immer noch billiger, als für die Hillbillies eine landesweit nutzbares Zweitnetz auf Wasserstoffbasis zu schaffen. Die größere Frage ist halt, ob ein öffentliches Batterieautonetz auch für die breite Masse die beste Lösung sind, oder ob man mit Fahrrad, ÖPNV und Batterieinsellösungen (Stadtwerke, Lieferanten, etc. laden auf ihrem Hof) nicht den gesamten Bereich <400 km auch so gut abgedeckt bekommt und für den Langstrecken-Kleinverkehr (großes gehört eh auf die Schiene) nicht bei tankbaren Energieträgern bleibt, weil der Effizienzgewinn die Investitionskosten übersteigen würde.
Ja, man wird wohl alles auf Supercharger usw. umstellen und komplett auf Batteriebetrieb. Aktuell werden die Weichen für die Technologie gestellt die später dominieren wird.
ÖPNV auch komplett elektrisch organisieren ist auch kein Problem. Fahrräder - auch elektrisch, die Dinger werden immer besser und bezahlbarer, die wollen auch Strom :)
Und auch Langstrecke mit Strom erledigt. Batteriewechsel on the fly ist in wenigen Minuten erledigt, dafür muss man aber auch auf einen Standard setzen damit nicht jeder Hersteller 3-5-7-drölftausend Varianten hat die nicht kompatibel sind untereinander. Wenn du einen LKW an der Tankstelle siehst - der steht da ne Weile, riesige Tanks lassen sich nicht in ner Minute füllen, Batterietausch wäre dort zumutbar und technisch nicht viel aufwendiger als die aktuellen Zapfsäulen mit brennbaren Flüssigkeiten.

Für mich persönlich: Ich lerne nicht gerne Menschen kennen und mache Urlaub da, wo es eher wenige davon gibt. Gut, leider sind immer mehr Campingplätze auch überlaufen und meine Reichweite reicht nicht, um den Bayern zu entkommen (warum müssen ausgerechnet die immer im Spätsommer Ferien haben?), aber man kann es versuchen. Damit geht dann zum einen einher, dass ich etwas mehr Gepäck habe und dass zu meinem Endziel garantiert kein Zug fährt. Meist ist auch der ÖPNV vor Ort viel zu mieß, um auch nur die Hälfte der Ausflüge damit zu machen.

Städte- oder Cluburlaub mit dem Auto ist dagegen wirklich fragwürdig, wird aktuell aber nicht selten von den Preisen diktiert. Wenn ich alleine in eine andere Stadt muss, zahle ich in 50% der Fälle etwas mehr für die Bahn, als mich der Sprit gekostet hätte und sehr, sehr selten weniger. Bin ich zu zweit unterwegs verdoppeln sich die Bahnkosten noch und das Auto wird verdammt attraktiv, weil ich es (s.o.) halt eh für andere Dinge besitze.
Na viele unternehmen Kurztrips oder auch lange Touren mit Autos. Konzert? Nix Bahn und Hotel, Auto und durchrammeln heißt das, auch wenn man übermüdet ist. Und da gerne mal 300km weit fahren. Fußball auswärts? Mitm Auto hin und zurück!
Klar, die Bahn kostet, aber gerade bei so was wie Urlaub und Freizeit schaut man nicht aufs Geld.
Ich mache Urlaub an recht abgelegenen Orten die nur via Schiff oder Flugzeug erreichbar sind, sonst würde ich die Bahn nehmen. Mountainbike. Videoausrüstung und genug Klamotten reichen da, kriegt man selbst bewegt und Taxi sowie meine Muskelkraft reichen mir da am Zielort aus, immer. Auch wenn ich mal 100km mit dem Taxi fahre, who cares. So muss ich mich nicht mit dem Mietwagen prügeln und in der Wallahei eiern sondern kann entspannt fahren. Klimasünder bei ich nur auf dem Weg zum Urlaub und zurück, wenn sich keine Zugstrecke findet (schwierig wenn das Ziel ne Insel ist).

Nur das Apple damals von dem iMac- und -Pod-Hoch kam, zu den größten Namen im IT-Business zählte und weltweit als Referenz für hochwertige Endkundenelektronik und vor allem für benutzerfreundliche Oberflächen galt. Und trotzdem ist der Newton geflopt und erst Handheld #2 wurde ein Hype. Tesla dagegen ... erinnerst du dich an Creatives Nomad? Ein ganz neuer Ansatz für ein altes Bedürniss, mit innovativer Technik umgesetzt, Jahre bevor die großen auch nur den Bedarf eingestanden haben und technisch "gut aber nicht perfekt". Erinnert sich außer dir und mir aber vermutlich kein zweiter dran. So ähnlich würde ich Tesla aktuell technisch einodnen. Zusätzlich haben sie Aufmerksamkeit auch außerhalb der Nerd-Szene und, wie erwähnt, das Netz und die Integration. Kann reichen, muss es aber nicht - der Berg liegt noch vor ihnen und es bleibt spannend, ob sie am Hang überrannt werden.
Ja, Creatives Nomad... alte Geschichte, die kennt hier kaum wer. Da würde ich Tesla nicht einordnen. Tesla hat ein mächtiges Instrument - Marketing. Die Autos müssen nicht super gut sein, sie müssen sich super gut verkaufen. Und da Tesla mittlerweile einen Kultstatus erreicht hat wie Apple (nur halt kleiner) werden die Leute der Firma folgen. Elon Musk ist zwar nicht Steve Jobs, kann aber ziemlich gut mithalten. Genau das braucht die Autoindustrie auch. Jemand der neue Produkte bringt, sie gut verpackt, den Produkten einen "Luxus für jedermann"-Status gibt (im Gegensatz zum echten Luxus wie 911er, Lambo oder Ferrari), diese mit genug Leistung bestückt und auf die Massen loslässt. Die leichte Exklusivität durch mangelndes Angebot und eine irre hohe Nachfrage kommt denen auch massiv entgegen. Man sollte nicht vergessen das Elon Musk kein Frischling ist, er hat erfolgreiche Projekte gestartet und kräftig abgesahnt, er kennt sich genau damit aus, wovon die alten Autobauer hier keinen Plan haben - in der Nerdkultur. Er weiß was diese erfolgreichen, technikaffinen Nutzer von Heute und Morgen wollen. Und das Klimaargument hilft auch, wobei sich seine Autos auch ohne verkaufen würden - einfach weil sie anders sind, geil, eine kranke Beschleunigung haben und trotzdem mehr als einen Koffer transportieren können etc.




60 Minuten Ladezeit sind, wenn man am Ende der Strecke noch halbwegs verkehrssicher sein will, bis zu 10% weniger Reichweite auf den Weg in den Urlaub. Und auf den ersten 50-60% begegnet mir halt geographisch bedingt kein Meer, also büße ich ein Viertel der potentiellen Urlaubsziele ein - das ist eine Menge.


Wie gesagt: Viele Deutsche machen sowieso anders (wesentlich klimaschädlicher) Urlaub, aber wer sein Auto tatsächlich außerhalb der Reichweites des ÖPVs nutzt (und wer das nicht macht, der soll imho gar keins kaufen), dann haben Batterieautos noch reichlich Verbesserungspotential.

Was viele vergessen - man sollte unterwegs nicht nur kurz tanken und durchrammeln, sondern gechillt rumfahren, sich entspannen, es ist eine lange Tour und die Zeit drückt nicht, das Hotel rennt nicht weg und man hat eh 24h-check-in usw.
Wenn man das Autofahren auf langen Strecken nicht als eine Hetzjagd sieht (erster um jeden Preis, tanken und pinkeln in 5 Minuten - wer es nicht schafft bleibt zurück!) sondern als eine enspannte Tour, ändert sich alles.
Das hab ich bei den Amis gelernt. Wenn die einfach chillen und losfahren und in Motels übernachten, das ist einfach ein ganz anderes Gefühl. Durch riesige Entfernungen und geringeres Tempo allgemein sind die viel entspannter unterwegs. Man darf nur nicht auf mehrspurige Highways fahren, die hüpfen da durch alle Spuren, überholen auf jeder Seite und tun so als ob die 2 Minuten über Leben und Tod entscheiden. Sobald man auf den einspurigen Landstraßen fährt und man weiß - da sind noch 2000 Meilen und einige Motels, wird der Weg zum Ziel.

Ich kann aber auch jeden verstehen der hier zur Ferienzeit schon beim einsteigen ins Auto angepisst ist - das macht doch keinen Spaß wenn alles vollgestopft ist. Alles ist voll, alle sind genervt und sauer, selbst auf der Raststätte ist die Bedienung sauer weil sie arbeiten muss und statt 500 Leute pro Schicht sie jetzt 500 Leute in 30min abfertigen muss. Ich gönne mir den Luxus etwas außerhalb der Saison rumzureisen. Da ich weder braun werden will noch auf das totale schwitzen auf meinem Mountainbike stehe, lohnt sich das sogar :D Unter knallenden Sonne mit Sunblocker auf dem Mountainbike ist bäh. Nicht vorhandene Kinder sowie ein flexibler Job erlauben das auch ohne Einschränkungen.

Übrigens praktisch alle Autofahrer die ich hier kenne, fahren nicht weit. Die Touren nach CZ/PL haben sich erledigt seit dem die Preise dort angestiegen sind, also bleibt den Leuten ein Arbeitsweg von 20-30km (fast alles was hier rumfährt hat Kennzeichen aus den anliegenden Städten rund um Leipzig, ich wohne praktisch an der Grenze zwischen Markranstädt und Leipzig, an der B87 - ich sehe die Pendlermassen hier vorbeischleichen.
Die würden mit einem Tesla hier eine Woche mit einer Ladung fahren - die Strecke zwischen Markranstädt und Leipzig Zentrum ist etwa 14km, in 30km ist man schon am Flughafen usw.
Blöd nur das dies 2 Tarifzonen für den ÖPNV sind und das der ÖPNV aus Leipzig, inklusive S-Bahn, genau da an der Grenze stoppt. Die schnellen und vor allem großen Straßenbahnen und S-Bahnen fahren nicht bis zu denen, der popelige Bus der hier fährt ist selten da, klein, stickig selbst im Winter und etwa so bequem wie n LKW mit alten Blattfedern - steigst du in den, hast du nach der Fahrt kein Bock auf alles, nicht mal auf Sex. Von Arbeit brauchen wir nicht reden. Und direkt in die Stadt fährt der nicht, also umsteigen.
Park&Ride gibt es, nutzt kein Schwein. Weil die alle durchfahren - die sind dann ja schon in der Stadt. Die einzigen die das nutzen sind die, die keine Parkplätze beim Arbeitsort finden, also wirklich keine.
Das gleiche Spiel wiederholt sich hier im Süden mit Markkleeberg. Grenzt an Leipzig an, ist aber nicht Leipzig, die Leute verstopfen die Straße. S-Bahn gibt es, reicht aber nicht mit 30min-Taktung (vielen gefällt die Taktung nicht weil sie halt zu früh oder zu spät ankommen).

Ich hab also ein starkes persönliches Interesse die Pendler hier auf etwas anderes umzusatteln. Auch wenn man sie als Kurzstreckenpendler bezeichnen könnte, weil ÖPNV fährt dahin und das ist ne Strecke von 10-15km und max. 25min mit dem Auto.
Genau für solche Leute wie mich in so einer Lage (kurze Strecken aber beschissen vernetzt daher Hinz&Kunz im Auto und man kriegt sie nicht raus) wären E-Autos ein Segen. Ich würde immer noch eine Blechlavine sehen, aber wenigstens wäre sie nicht stinkend..
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Ja die Arbeitsstellen sollen ja auch vor Ort gesucht werden, das muss auch kommuniziert werden. Kenne nen Fall wo ein Elektriker bei sich nichts gefunden hat, 40km weiter geschickt wurde und pendelt. 3 Monate später ging einer bei dem im Ort in Rente. An seiner Stelle ist nun auch ein Elektriker von außerhalb, lustigerweise aus dem Ort wo der andere jetzt arbeitet. Nur weil die Arbeitgeber nicht genau mitteilen können das bei denen in 3 Monaten eine Stelle frei wird und das Arbeitsamt Druck macht die Leute sofort zu vermitteln, pendeln beide jetzt an einander vorbei. Ich glaub die haben sich jetzt mit den jeweiligen Arbeitgebern geeinigt und getauscht. Müsste den mal anschreiben und nachfragen.

Kommt selten vor, dass man beide Parteien so einer Situation kennt, aber ja: Gegen genau so etwas gibt es in Deutschland keinerlei Mechanismen, sondern nur Subventionen dafür und im Falle von HartzIVern Anweisungen, die ganz leicht zu so einer Situation führen. Und wenn sich diejenigen nicht zufällig begegnen, läuft das ewig so weiter, ohne dass es (außer den Anwohnern der Verbindungsstraßen) irgend jemand merkt. Und das gilt nicht nur für Zwangsvermittlungen, das gilt für alle großflächig vorhandenen Jobs. Vermutlich könnte man den Pendelverkehr in diversen Metropolregionen, vor allem im Rhein-Ruhr-Raum, von heute auf morgen um 20-40% reduzieren, in dem man einfach gleichartige Arbeitsplätze tauscht. (Oder alternativ die Familien, wenn man eher an den Arbeitskollegen hängt :ugly:)

Aber das zeigt wie blödsinnig das System ist wenn man Leute einfach irgendwo reinstopft nur der Arbeit wegen. Gerade in ländlichen Gebieten mit vergreisenden Bevölkerung und vielen Einwohnern die mit einem Bein in Rente sind, kann man so was doch organisieren das geplanter Mitarbeiterschwund entsprechend mit lokalen Kräften aufgefüllt wird. Kenne keinen Chef der sich nicht über Mitarbeiter vor Ort freut die nicht mit Staus, Baustellen und damit verbundenen Verspätungen leben müssen. Zumal die Mitarbeiter wesentlich besser gelaunt sind und motiviert, wenn man sie frühes nicht durch den Pendelverkehr prügelt und das jeden Tag.
Klar, die "zumutbare Arbeit" muss überarbeitet werden, aber hier dauert so was ewig und 3 Tage.

Könnte man alles machen. Aber nicht als Amtsperson, die Weisungen befolgen muss, und garantiert nicht als Amtsopfer "Kunde", der die Wahl zwischen gehorchen und Sanktionen hat. Arbeitgeber könnten was machen, aber zwischen "Chef würde sich drüber freuen" und "Eigentümer engagiert sich" liegen Welten und damit bleiben eigentlich nur noch Politiker, die es ändern müssten. Politiker, die nie in so einer Situation waren, schon lange oder nie auf dem Arbeitsmarkt suchen mussten und die KFZ-Mobilität für erstrebenswert/förderwillig halten...

Kurz: ja, ich meine die US-Nomaden die öfter und weiter fahren als die Leute hier Urlaub machen.

Okay, bei denen sieht die Situation anders aus. Im Extremfall (mobile Home, dass die erste Silbe zurecht trägt), sind da für einige Arbeitnehmer sogar monatliche Umzüge kein Problem. Was nicht heißt, dass alle damit glücklich/gut verdienend sind - zu den US-Wanderarbeiten gehören z.B. auch zehntausende Amazonler -, aber es nicht mit den Lebensentscheidungen in Deutschland vergleichbar. Schon allein die Möglichkeit, in relativer Nähe zu den meisten derartigen Jobs überhaupt kurzfristig eine durchschnittlich bepreiste Unterkunft zu bekommen, fehlt bei uns vollkommen, weil er eben keine Fluktuation in einem kontinuierlich laufenden System haben, sondern weiterhin eine stetige Verlagerung der Arbeitsplätze vom Land in die Städte und von Nord und Ost nach Südwest. Das trifft in den USA wirklich nur 1-2-Branchen mit lokalen Ballungen zu und vielleicht noch aus den nördlichen Ex-Industriegebieten.

Eigene Gesundheit, eine gute Arbeitsstelle und auch ein wenig Würde sind es wert. Zumal wenn man sich richtig streitet, die Anwaltskosten vom Verlierer gezahlt werden. Gerichtskostenbeihilfe gibt es auch. Den Anwalt muss man allein stemmen, wenn man gewinnt kann man die Anwaltskosten der Gegenseite reindrücken. Das gehört für mich zu einem Rechtsstaat dazu, wenn man sich ausgebeutet fühlt - wird man meistens ausgebeutet und ein guter Anwalt ist hier oft nicht nur die beste, sondern auch die einzig wirksame Lösung.

Ich wiederhole: Hast du schon mal eine Klage auf Amtskosten geführt?
Wenn nicht solltest du vorsichtig mit solchen Äußerungen sein. Man kann "sein Geld" nur dann wiederbekommen, wenn man es mal hatte. Hat man kein Geld, ist es schwer, so einen Prozess anzufangen. Und da ein solcher viele Jahre dauern in der Zeit einige Tausender fressen kann, ist das für einen Hartzer kein Pappenstil. Abgesehen davon, dass es im deutschen Recht mehr als genug Stilblüten gibt und die Beweisführung in solchen Fällen schwierig sein kann. Da als Laie abzuschätzen, ob man überhaupt Recht bekommen wird, ist kaum möglich. Und wenn man das Geld schon nicht hat, um es auszugeben, dann kann man ggf. leihbarem Geld erst recht nicht kassieren, es zu verlieren. Für den deutschen Rechtsstaat gilt: So ein Risiko muss man sich erstmal leisten. Dann bekommt man (vielleicht) sein Recht, sonst nicht.

Gilt übrigens nicht nur für Arbeitsrecht und nicht nur für Hartzer, sondern für alle rechtsfragen bei allen in prekären Verhältnissen. Ich habe mich nach der ALGII-Zeit, aber mit kaum mehr Geld auf dem Konto, mit O2 in die Haare bekommen. De facto haben die sich nicht an vertragliche Abmachungen gehalten und dann auch noch zusätzlich abzukassieren versucht. Ich war mir auch ziemlich sicher, im Recht zu sein, aber Scheine für einen Anwaltsberatung auf den Tisch zu legen, war zu dem Zeitpunkt nicht möglich (und wäre es möglich gewesen, hätte es sich zumindest Anfangs bei den Summen nicht gelohnt) und wenn dann alle 1-2 Wochen Mahnungen, Inkassoforderungen, Anzeigedrohungen, etc. eintrudeln, die den Streitwert von "eine nicht gerechtfertigte Rechnung nicht beglichen" zu "Sparquote der nächsten 2-3 Quartale" aufblähen, dann ist es nicht mehr so einfach, sich seinem Rechts sicher zu sein. (Was ja auch genau die Strategie solcher Abzockvereine ist)

Hier müssen die Firmen ran und Quereinsteiger ausbilden, anstatt auf frische Studenten zu hoffen die dann mit 1.0 Abi einen unterbezahlten Job antreten dürfen weil keiner denen ohne XY Jahre Erfahrung was zahlen will. Oft sind die gnadenlos überqualifiziert und unterbezahlt, nehmen die Jobs aber trotzdem an weil sonst geht es zurück zu Mama und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sinken wenn da eine Lücke klafft - wie, du hast 1.0 Abi und hast dann 2 Jahre lang Party gemacht oder wie? Näääääääächster!

Exakt das ist die Situation. Moralisch betrachtet müssten die Firmen einen Großteil dieser Probleme lösen - und praktisch betrachtet können auch nur dieses in letzter Instanz (ggf. mit Motivation vom Staat), aber wer es nicht kann: Der einzelne Arbeitslose. Der kann sich nur ein etwas weniger unbequemes Plätzchen im System suchen und allzu oft heißt diese Nische "pendeln bis die Ostsee an der Haustür angekommen ist".

Ein guter Strommix aus allen bekannten erneuerbaren Energien würde das Problem deutlich entschärfen. Dafür müssen aber auch Überkapazitäten geschaffen werden die dann halt im Sommer brachliegen - die Zeit kann für Wartungen und Reparaturen genutzt werden etc. Eine komplette Versorgung über EE ist machbar.

Siehe oben - wir brauchen genug Überkapazitäten damit auch in schlechten Zeiten bei gesunkener Leistung genug rausgeholt wird. Ja, das wird massiv Fläche beanspruchen, auch Offshore usw. Langzeitspeicher werden auch nicht viel billiger und Platz brauchen die auch.

Bis auf den letzten Satz stimme ich dir zu, den letzten dagegen stelle ich bewusst in Frage. Wenn man saisonal wirklich alles durch Überkapazität ausgleichen will, tippe ich, wie geschildert, auf Faktor 4-6 (Photovoltaik liegt wohl je nach Lage bei 8-10 Zwischen Dezember und Juni). Umgekehrt sind Elektrolyseanlagen mit Wirkungsgraden in den 90ern in Aussicht und Brennstoffzellen in den 60ern. Kompressionsverluste sind bislang noch schwer zu vermeiden, aber für stationäre Großanlagen sind durchaus 40-50% Netz-zu-Netzwirkungsgrad denkbar. (Für Wärmenutzung entsprechend viel mehr) Das heißt statt +500% Kraftwerkskapazitäten aufbauen zu müssen, würden +200% reichen. Und die 300% eingesparten Anlagen sind diejenigen an den ineffizientesten, komplexesten, teuersten Standorten.

Den Baukosten für Speicheranlagen steht also eine Reduktion der Kraftwerskosten auf durchaus ein Drittel gegenüber. Noch weiß man nicht abschließend, wie sich das ausgeht, aber aus dem Bauch heraus sage ich: Das lohnt sich. Und zwar richtig, denn Gaskavernen sind lächerlich billig und Elektrolyse-/Brennstoffzellenanlagen müssen nur für die kontinierliche Einspeisung und kontinuierliche Entnahme dimensioniert werden, deren Hochphase jeweils über 3 Monate verteilt ist. Das sollten eigentlich sehr überschaubare Kosten sein.

Wo ich mir weniger sicher bin: Wie wird sich die Effizienz der CO-Syntheseanlagen für Methanisierung steigern und wir sieht es mit Direktmethanzellen aus? Beides sind in der Vergangenheit kaum beachtete Techniken (im Gegensatz zu LiIo), an denen im Moment aber sehr intensiv geforscht wird. Käme es zu einem Durchbruch, wären die Kompressionsverluste auf einmal viel kleiner und statt der oben erwähnten zentralen Wiederverstromung könnte man auf ein hervorangendes Netz, risige bestehende Speicher und fein verteilte, bereits bezahlte Kleinverbraucher zurückgreifen. Das wäre die eine wirklich attraktive Option, p2g in großem Maßstab zu nutzen. Die andere wäre der Aufbau eines H2-Verteilernetzes für den Einsatz als mobilen Energieträger. Das erfordert keine neuen Technologien, wäre aber recht teuer - ob es sich im Vergleich zum ebenfalls teuren Aufbau eines Netztes für Batterieautos lohnt, ist die zweite große Unsicherheit. Letzteres wäre noch viel aufwendiger, genauso wie die Fahrzeuge bei wünschenswerten Reichweiten und es hätte bei widerverstromter Energie aus p2g einen deutlichen Effizienznachteil. Aber auch einen Vorteil bei direkt genutzter Energie, sodass lohnt/nicht lohnt stark davon abhängen wird, wann wieviel mobile Energie in Zukunft benötigt wird und wann EE wie stark zur Verfügung stehen.

Genau wie für das Glasfasernetz aka FTTH muss alles umgegraben werden, so wird auch das Stromnetz für Industrie 4.0, E-Mobilität und steigenden Verbrauch vorbereitet werden müssen. Also komplett verdichten. 200-250% Kapazität verglichen mit dem aktuellen Netz

Der Ausbau des Stromnetzes wird VIEL aufwendiger als FTTH. Stromkabel und Verteilerstationen haben ganz andere Dimensionen. Da ist nichts mit Trenching und auch nicht mit Kleinbagger und auch nicht mit "zusätzlich an den Straßenrand stellen". Da kommt die halbe Straße für ein paar Monate weg und das Eckhaus für alle Zeiten. Und es werden auch viel mehr Leitungen benötigt - halt nicht eine Faser für jeden Keller (bei FTTB), sondern ein Strang pro Parkplatz. Wenn wir es mit v2g ernst meinen sogar ein recht ansehnlicher. Wenn man bedenkt, dass wir die Backbones für FTTH seit den 90ern verlegen und bei der aktuellen Ausbaugeschwindigkeit wahrscheinlich erst in den nächsten 90ern fertig werden, sollte einem klar sein, dass ein +250% Stromnetz bis 2050 eine Herausforderung ohne gleichen ist und jede technische Alternative, die bestehende Flächeninfrastruktur mitnutzt und für die nur die zentrale Energieaufbereitung ausgetauscht werden muss, einen massiven Pluspunkt in petto hat.


Wir haben Geld für Projekte wie Stuttgart21 und BER, also ist auch Geld für solche Großprojekte vorhanden.

Soweit die (an dieser Stelle fehlerhafte - da fehlen 1-2 Nullen) Theorie. In der Praxis haben wir trotz des BER (oder gerade deswegen) nicht einmal ein paar Tausender für nutzbare Fahrradwege.

(schwierig wenn das Ziel ne Insel ist).

Weißt doch: Segeln und die Crew zurückfliegen.

Wenn man das Autofahren auf langen Strecken nicht als eine Hetzjagd sieht (erster um jeden Preis, tanken und pinkeln in 5 Minuten - wer es nicht schafft bleibt zurück!) sondern als eine enspannte Tour, ändert sich alles.

Solange ich es schaffe, vor dem deutschen Berufsverkehr die Alpen zu erreichen (und so fahre ich dann halt auch los), fahre ich sehr gechillt. Freie Autobahn bzw. volle, aber konstant rollende Autoroute/Autostrada strengt mich weniger an, als manch Thread hier im Forum. Aber das ändert halt nichts daran, dass ich 11-12 h nach dem Aufstehen am Ende einer Fahrt sein möchte (und das unabhängig davon, ob ich diese Stunden hinter dem Lenkrad oder z.B. konzentriert im Büro war) und somit mein zeitlicher Aktionsradius begrenzt ist. Und das wird auch nicht besser, wenn ich noch entspannter mit 70 über Landstraßen zuckle und die Landschaft bewundere. Wer ohnehin ins Land will, mag dadurch den Weg zum Ziel machen und nimmt halt ein Hotel unterwegs. Aber wenn man am Mittelmeer zelten möchte, dann sind Hotels in Österreich einfach nicht Teil des Ziels, sondern verschenkte Urlaubszeit. Derzeitige Batterieautos bedeuten für mich: Netto zwei Tage weniger Sommerurlaub. Und ich bin kein Staatsbediensteter, der sowieso vier Wochen frei hat, ich würde diese Verkürzung als spürbar bezeichnen.

Übrigens praktisch alle Autofahrer die ich hier kenne, fahren nicht weit. Die Touren nach CZ/PL haben sich erledigt seit dem die Preise dort angestiegen sind, also bleibt den Leuten ein Arbeitsweg von 20-30km (fast alles was hier rumfährt hat Kennzeichen aus den anliegenden Städten rund um Leipzig, ich wohne praktisch an der Grenze zwischen Markranstädt und Leipzig, an der B87 - ich sehe die Pendlermassen hier vorbeischleichen. Die würden mit einem Tesla hier eine Woche mit einer Ladung fahren - die Strecke zwischen Markranstädt und Leipzig Zentrum ist etwa 14km, in 30km ist man schon am Flughafen usw.

Dein Bundesland steht wohl nicht umsonst in dem Ruf, sich vor allem Fremden zu fürchten :ugly:
Andere Leute fahren halt deutlich weiter. Für 14 km ins Zentrum würde ich mir ein E-Bike zulegen (bzw. bei guten Wegen einfach normal strampeln) und wenn man klimabewusst lebt, ist ein Taxi zum Flughafen alle 2-3 Jahre auch kein Thema. Wer nur so lokal rumgondelt, der braucht in aller Regel gar kein Auto. Auch keinen Tesla bzw. erst recht keinen Tesla. Der fällt entweder unter "haben wollen" oder unter "ich brauch was für echte 400-700 km am Tag".

Blöd nur das dies 2 Tarifzonen für den ÖPNV sind und das der ÖPNV aus Leipzig, inklusive S-Bahn, genau da an der Grenze stoppt. Die schnellen und vor allem großen Straßenbahnen und S-Bahnen fahren nicht bis zu denen, der popelige Bus der hier fährt ist selten da, klein, stickig selbst im Winter und etwa so bequem wie n LKW mit alten Blattfedern - steigst du in den, hast du nach der Fahrt kein Bock auf alles, nicht mal auf Sex. Von Arbeit brauchen wir nicht reden. Und direkt in die Stadt fährt der nicht, also umsteigen.
Park&Ride gibt es, nutzt kein Schwein. Weil die alle durchfahren - die sind dann ja schon in der Stadt. Die einzigen die das nutzen sind die, die keine Parkplätze beim Arbeitsort finden, also wirklich keine.
Das gleiche Spiel wiederholt sich hier im Süden mit Markkleeberg. Grenzt an Leipzig an, ist aber nicht Leipzig, die Leute verstopfen die Straße. S-Bahn gibt es, reicht aber nicht mit 30min-Taktung (vielen gefällt die Taktung nicht weil sie halt zu früh oder zu spät ankommen).

Willkommen in einer ÖPNV-Planung, die Kommunen überlassen bleibt.
Aus Interesse: Haben die Wähler besagter Kommunen bei ihrer letzten Chance bekundet, dass sie das geändert haben wollen (Linke, Grüne, ÖDP, ggf. Piraten) oder dass sie das voll geil so finden (Union, AFD)?
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Kommt selten vor, dass man beide Parteien so einer Situation kennt, aber ja: Gegen genau so etwas gibt es in Deutschland keinerlei Mechanismen, sondern nur Subventionen dafür und im Falle von HartzIVern Anweisungen, die ganz leicht zu so einer Situation führen. Und wenn sich diejenigen nicht zufällig begegnen, läuft das ewig so weiter, ohne dass es (außer den Anwohnern der Verbindungsstraßen) irgend jemand merkt. Und das gilt nicht nur für Zwangsvermittlungen, das gilt für alle großflächig vorhandenen Jobs. Vermutlich könnte man den Pendelverkehr in diversen Metropolregionen, vor allem im Rhein-Ruhr-Raum, von heute auf morgen um 20-40% reduzieren, in dem man einfach gleichartige Arbeitsplätze tauscht. (Oder alternativ die Familien, wenn man eher an den Arbeitskollegen hängt :ugly:)
Na so was lässt sich relativ einfach organisieren. Dem Arbeitsamt melden die ihre offenen Stellen sowieso frühzeitig, wenn das da geplant ist das einer in Rente geht oder umzieht etc. Das ganze erweitern auf die Region und mit alten Einträgen abgleichen lassen für Stellen die erfolgreich besetzt wurden - schon hat man entsprechende Kollegen vor Ort. Das kann man auch dazu nutzen um geplante Arbeitsvermittlung zu betreiben für Stellen die erst in naher Zukunft frei werden - warum sollte man jemanden zwingen sich irgendwo in Hintertüpfingen am A**** zu bewerben wenn bei dem im Ort eh bald ne Stelle offen wird wo er reinpasst. Schwer ist das nicht, Datenbank aufbauen und eine vernünftige Suchfunktion für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, fertig. Die ist ja schon zur Hälfte fertig..

Könnte man alles machen. Aber nicht als Amtsperson, die Weisungen befolgen muss, und garantiert nicht als Amtsopfer "Kunde", der die Wahl zwischen gehorchen und Sanktionen hat. Arbeitgeber könnten was machen, aber zwischen "Chef würde sich drüber freuen" und "Eigentümer engagiert sich" liegen Welten und damit bleiben eigentlich nur noch Politiker, die es ändern müssten. Politiker, die nie in so einer Situation waren, schon lange oder nie auf dem Arbeitsmarkt suchen mussten und die KFZ-Mobilität für erstrebenswert/förderwillig halten...
Naja die Arbeitgeber werden oft mit Papierkrieg erschlagen und haben kein Bock auf noch mehr Papierkrieg, die freuen sich auch wenn das Arbeitsamt denen irgendeinen Kollegen vorbeischickt der für den Job geeignet ist und nicht komplett bekloppt ist. Das muss schon dort gemacht werden wo das alles zusammenläuft - aufm zuständigen Amt. Die Arbeitgeber haben meist keine nötigen Kontakte, keinen Zugang zu guten Datenbanken und sie müssen ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen und nicht irgendwo Kollegen suchen die zwar hier wohnen aber woanders arbeiten. Politiker haben damit nichts zu tun. Dafür müssen werde Gesetze geändert werden noch sonst was - Arbeitskräfte tauschen bedarf keinerlei Gesetzesänderungen oder bestimmten Regeln. Jobcenter treten damit die das organisieren, fertig.


Okay, bei denen sieht die Situation anders aus. Im Extremfall (mobile Home, dass die erste Silbe zurecht trägt), sind da für einige Arbeitnehmer sogar monatliche Umzüge kein Problem. Was nicht heißt, dass alle damit glücklich/gut verdienend sind - zu den US-Wanderarbeiten gehören z.B. auch zehntausende Amazonler -, aber es nicht mit den Lebensentscheidungen in Deutschland vergleichbar. Schon allein die Möglichkeit, in relativer Nähe zu den meisten derartigen Jobs überhaupt kurzfristig eine durchschnittlich bepreiste Unterkunft zu bekommen, fehlt bei uns vollkommen, weil er eben keine Fluktuation in einem kontinuierlich laufenden System haben, sondern weiterhin eine stetige Verlagerung der Arbeitsplätze vom Land in die Städte und von Nord und Ost nach Südwest. Das trifft in den USA wirklich nur 1-2-Branchen mit lokalen Ballungen zu und vielleicht noch aus den nördlichen Ex-Industriegebieten.
Ja deswegen ziehen die Leute hier auch nicht jedes Jahr um. Aber wenn man den Job verliert und umziehen soll ist das machbar, nur halt nicht jedes Jahr die Geschichte. Und die durchschnittlich bepreiste Wohnung ist relativ - wer jetzt aus so ner Ecke wie Görlitz kommt und nach Frankfurt soll, der fällt doch tot um wenn der die Preise sieht. Für jemanden aus einer günstigen Region kann schon die Kaution in einer Metropole riesig erscheinen - 2 Kaltmieten bei 15€/m² und 100m² wären dann schon 3000€. Klar bekommt man in der Stadt auch mehr, aber die Kohle müssen die erstma abdrücken und dann noch den Umzug finanzieren, neue Küche blahrg etc.

Ich wiederhole: Hast du schon mal eine Klage auf Amtskosten geführt?
Wenn nicht solltest du vorsichtig mit solchen Äußerungen sein. Man kann "sein Geld" nur dann wiederbekommen, wenn man es mal hatte. Hat man kein Geld, ist es schwer, so einen Prozess anzufangen. Und da ein solcher viele Jahre dauern in der Zeit einige Tausender fressen kann, ist das für einen Hartzer kein Pappenstil. Abgesehen davon, dass es im deutschen Recht mehr als genug Stilblüten gibt und die Beweisführung in solchen Fällen schwierig sein kann. Da als Laie abzuschätzen, ob man überhaupt Recht bekommen wird, ist kaum möglich. Und wenn man das Geld schon nicht hat, um es auszugeben, dann kann man ggf. leihbarem Geld erst recht nicht kassieren, es zu verlieren. Für den deutschen Rechtsstaat gilt: So ein Risiko muss man sich erstmal leisten. Dann bekommt man (vielleicht) sein Recht, sonst nicht.

Gilt übrigens nicht nur für Arbeitsrecht und nicht nur für Hartzer, sondern für alle rechtsfragen bei allen in prekären Verhältnissen. Ich habe mich nach der ALGII-Zeit, aber mit kaum mehr Geld auf dem Konto, mit O2 in die Haare bekommen. De facto haben die sich nicht an vertragliche Abmachungen gehalten und dann auch noch zusätzlich abzukassieren versucht. Ich war mir auch ziemlich sicher, im Recht zu sein, aber Scheine für einen Anwaltsberatung auf den Tisch zu legen, war zu dem Zeitpunkt nicht möglich (und wäre es möglich gewesen, hätte es sich zumindest Anfangs bei den Summen nicht gelohnt) und wenn dann alle 1-2 Wochen Mahnungen, Inkassoforderungen, Anzeigedrohungen, etc. eintrudeln, die den Streitwert von "eine nicht gerechtfertigte Rechnung nicht beglichen" zu "Sparquote der nächsten 2-3 Quartale" aufblähen, dann ist es nicht mehr so einfach, sich seinem Rechts sicher zu sein. (Was ja auch genau die Strategie solcher Abzockvereine ist)

Ja, habe ich. Allerdings war ich in der Zeit mit ALG1 unterwegs, nicht mit ALG2. Ergo hatte ich etwas mehr Geldmittel zu der Zeit wo es los ging und entsprechende Reserven. Ich hab mich dann mit Anwalt usw. zum Gericht geschleppt, ich hätte auch gewonnen - aber da wären mehrere Sitzungen nötig weil Dokumente gefehlt haben blah. Der Richter hat der Gegenseite gesagt sich zu einigen bevor es richtig teuer wird und das wurde dann auch gemacht. Gelohnt hat sich das mehr für meinen inneren Frieden als für den Geldbeutel, ich hab dadurch ja keinen Gewinn gemacht. Aber so was lohnt sich - alleine wenn man klagt, ohne das Gerichtsverfahren an sich, bewegt viele Leute und auch Firmen&Ämter dazu sich doch zu einigen. Weil das dann sehr schnell sehr teuer wird.
Gegen so was wie Amazon kann man schwer klagen, die haben eine Armee an Anwälten die auf Knopfdruck alles plattwalzen was weniger Geld für Anwälte hat, aber gegen kleinere lohnt sich das sehr oft.
Dazu kommt das gute Gefühl wenn man gewinnt, der Gegenseite eins reindrücken kann und am besten noch eine Entschädigung etc. oben drauf bekommt.
Ich weiß gar nicht welche Summe die Hartz4-Empfänger aktuell besitzen dürfen ohne das denen die Leistungen wegen vorhandenem Vermögen gekürzt werden. Google sagt der Freibetrag ist mindestens 3100€ - das sollte auch jeder auf der hohen Kante liegen haben auch wenn er aufstockt etc. - eben für so einen Fall wenn da mal ein Anwalt nötig wird usw.
In vielen Fällen hilft nur ein Anwalt weiter, damit die Gegenseite mal aufwacht. Oft muss nicht geklagt werden, ein Einschreiben vom Anwalt wirkt Wunder :ugly:


Exakt das ist die Situation. Moralisch betrachtet müssten die Firmen einen Großteil dieser Probleme lösen - und praktisch betrachtet können auch nur dieses in letzter Instanz (ggf. mit Motivation vom Staat), aber wer es nicht kann: Der einzelne Arbeitslose. Der kann sich nur ein etwas weniger unbequemes Plätzchen im System suchen und allzu oft heißt diese Nische "pendeln bis die Ostsee an der Haustür angekommen ist".
Moralisch und Wirtschaft passt oft nicht zusammen. Klar gibt es Firmen die an ihre Mitarbeiter, die Umwelt usw. denken und keine Leute ausbeuten und auch Quereinsteigern die Chance geben. Oft genug gibt es aber auch alte Knacker im Vorstand usw. die nichts zulassen, nur junge Arbeiter aber mit Erfahrung wollen - das aber nur billig! Und die bewegen sich keinen Meter wenn es darum geht jemandem wirklich zu helfen, ihre Gewinne sind das einzige was sie interessiert. Naja und dicker Urlaub vll :)


Bis auf den letzten Satz stimme ich dir zu, den letzten dagegen stelle ich bewusst in Frage. Wenn man saisonal wirklich alles durch Überkapazität ausgleichen will, tippe ich, wie geschildert, auf Faktor 4-6 (Photovoltaik liegt wohl je nach Lage bei 8-10 Zwischen Dezember und Juni). Umgekehrt sind Elektrolyseanlagen mit Wirkungsgraden in den 90ern in Aussicht und Brennstoffzellen in den 60ern. Kompressionsverluste sind bislang noch schwer zu vermeiden, aber für stationäre Großanlagen sind durchaus 40-50% Netz-zu-Netzwirkungsgrad denkbar. (Für Wärmenutzung entsprechend viel mehr) Das heißt statt +500% Kraftwerkskapazitäten aufbauen zu müssen, würden +200% reichen. Und die 300% eingesparten Anlagen sind diejenigen an den ineffizientesten, komplexesten, teuersten Standorten.

Den Baukosten für Speicheranlagen steht also eine Reduktion der Kraftwerskosten auf durchaus ein Drittel gegenüber. Noch weiß man nicht abschließend, wie sich das ausgeht, aber aus dem Bauch heraus sage ich: Das lohnt sich. Und zwar richtig, denn Gaskavernen sind lächerlich billig und Elektrolyse-/Brennstoffzellenanlagen müssen nur für die kontinierliche Einspeisung und kontinuierliche Entnahme dimensioniert werden, deren Hochphase jeweils über 3 Monate verteilt ist. Das sollten eigentlich sehr überschaubare Kosten sein.

Wo ich mir weniger sicher bin: Wie wird sich die Effizienz der CO-Syntheseanlagen für Methanisierung steigern und wir sieht es mit Direktmethanzellen aus? Beides sind in der Vergangenheit kaum beachtete Techniken (im Gegensatz zu LiIo), an denen im Moment aber sehr intensiv geforscht wird. Käme es zu einem Durchbruch, wären die Kompressionsverluste auf einmal viel kleiner und statt der oben erwähnten zentralen Wiederverstromung könnte man auf ein hervorangendes Netz, risige bestehende Speicher und fein verteilte, bereits bezahlte Kleinverbraucher zurückgreifen. Das wäre die eine wirklich attraktive Option, p2g in großem Maßstab zu nutzen. Die andere wäre der Aufbau eines H2-Verteilernetzes für den Einsatz als mobilen Energieträger. Das erfordert keine neuen Technologien, wäre aber recht teuer - ob es sich im Vergleich zum ebenfalls teuren Aufbau eines Netztes für Batterieautos lohnt, ist die zweite große Unsicherheit. Letzteres wäre noch viel aufwendiger, genauso wie die Fahrzeuge bei wünschenswerten Reichweiten und es hätte bei widerverstromter Energie aus p2g einen deutlichen Effizienznachteil. Aber auch einen Vorteil bei direkt genutzter Energie, sodass lohnt/nicht lohnt stark davon abhängen wird, wann wieviel mobile Energie in Zukunft benötigt wird und wann EE wie stark zur Verfügung stehen.
Na was das angeht, da werden wir abwarten müssen. Ich bin generell nicht abgeneigt alle sauberen Technologien auszunutzen. Nur sind viele davon, gerade mit Wasserstoff und Methan, sehr gefährlich und daher extrem aufwendig und die Umwandlung kostet sehr viel.
Was wir brauchen sind massive Überkapazitäten, was ja auch nicht schlimm ist da Sonnenenergie und Wind unbegrenzt zur Verfügung stehen und mehr als genug Kapazität haben um locker das dreifache an Menschen zu versorgen als jetzt schon.
Power2gas ist halt deswegen interessant weil die halbe Infrastruktur dafür schon steht. Tankstellen umrüsten ist eine Kleinigkeit und ob der Tanklaster da vorne Benzin, Gas oder Milch transportiert ist dem gemeinen deutschen Michel oft egal, aber bei dicken Leitungen die sichtbar sind dreht der am Rad. Das ist aber auch der einzige Vorteil.
Im Endeffekt brauchen wir aber überall Strom. Kein Gas. Das wäre also nur eine Zwischenlösung für die Massen und eine gute Lösung für spezielle Einsätze etc.

Der Ausbau des Stromnetzes wird VIEL aufwendiger als FTTH. Stromkabel und Verteilerstationen haben ganz andere Dimensionen. Da ist nichts mit Trenching und auch nicht mit Kleinbagger und auch nicht mit "zusätzlich an den Straßenrand stellen". Da kommt die halbe Straße für ein paar Monate weg und das Eckhaus für alle Zeiten. Und es werden auch viel mehr Leitungen benötigt - halt nicht eine Faser für jeden Keller (bei FTTB), sondern ein Strang pro Parkplatz. Wenn wir es mit v2g ernst meinen sogar ein recht ansehnlicher. Wenn man bedenkt, dass wir die Backbones für FTTH seit den 90ern verlegen und bei der aktuellen Ausbaugeschwindigkeit wahrscheinlich erst in den nächsten 90ern fertig werden, sollte einem klar sein, dass ein +250% Stromnetz bis 2050 eine Herausforderung ohne gleichen ist und jede technische Alternative, die bestehende Flächeninfrastruktur mitnutzt und für die nur die zentrale Energieaufbereitung ausgetauscht werden muss, einen massiven Pluspunkt in petto hat.
Naja nur weil hier beim Glasfaserausbau ein Schneckentempo herrscht und das Projekt zum Jahrhundertprojekt angewachsen ist, heißt das ja nicht das es normal ist.
1x kurz nach China oder SüdKorea guggen und feststellen - ah, geht aber auch anders, das kann man ja sogar schnell machen! Technologie, Fachkräfte und Geld haben will. Nur eine Frage der Zeit bis das eh fällig wird (Strombedarf steigt alleine durch E-Autos und die werden hier früher oder später laufen - spätestens dann wenn die alten Modelle der Hersteller hier für kleines Geld angeboten werden weil die schon das Xte Jahr rumstehen). Also lieber vorsorgen und ran da. Ich weiß, nicht mit unseren Politikern, die werden all das wie das Klimapaket auch vor sich hin schieben bis sie alle verstorben sind...
Geld ist auf jeden Fall genug vorhanden, man muss das halt auch in Projekte stecken die flächendeckend allen nutzen und nicht nur Berlin&Umgebung wie beim BER. Der Flughafen ist den Leuten doch oft egal wenn der in Frankfurt usw. viel näher dran ist und ähnliche Strecken bedient, da rammelt man doch nicht nach Berlin (allein das Risiko auf langer Strecke den Flug zu verpassen weil XYZ ist den Leuten zu hoch).

Solange ich es schaffe, vor dem deutschen Berufsverkehr die Alpen zu erreichen (und so fahre ich dann halt auch los), fahre ich sehr gechillt. Freie Autobahn bzw. volle, aber konstant rollende Autoroute/Autostrada strengt mich weniger an, als manch Thread hier im Forum. Aber das ändert halt nichts daran, dass ich 11-12 h nach dem Aufstehen am Ende einer Fahrt sein möchte (und das unabhängig davon, ob ich diese Stunden hinter dem Lenkrad oder z.B. konzentriert im Büro war) und somit mein zeitlicher Aktionsradius begrenzt ist. Und das wird auch nicht besser, wenn ich noch entspannter mit 70 über Landstraßen zuckle und die Landschaft bewundere. Wer ohnehin ins Land will, mag dadurch den Weg zum Ziel machen und nimmt halt ein Hotel unterwegs. Aber wenn man am Mittelmeer zelten möchte, dann sind Hotels in Österreich einfach nicht Teil des Ziels, sondern verschenkte Urlaubszeit. Derzeitige Batterieautos bedeuten für mich: Netto zwei Tage weniger Sommerurlaub. Und ich bin kein Staatsbediensteter, der sowieso vier Wochen frei hat, ich würde diese Verkürzung als spürbar bezeichnen.
Ja hängt von der Strecke ab etc. Aber für viele Leute ist das E-Auto bereits jetzt eine Alternative aber sie trauen sich nicht usw. Oder wollen nicht mal was davon wissen. Ich würde z.B. auch nie 10h am Tag fahren. Fahren ist anstrengend weil man nie allein ist, immer mit Idioten rechnen muss etc.
Alles was über 5-6h Fahrzeit ist, da nehme ich den Zug und komme entspannt an (oft unpünktlich aber das ist so egal weil nix muss, dem Hotel ist es auch egal ob ich 14:00 oder 19:00 einchecke).


Dein Bundesland steht wohl nicht umsonst in dem Ruf, sich vor allem Fremden zu fürchten :ugly:
Andere Leute fahren halt deutlich weiter. Für 14 km ins Zentrum würde ich mir ein E-Bike zulegen (bzw. bei guten Wegen einfach normal strampeln) und wenn man klimabewusst lebt, ist ein Taxi zum Flughafen alle 2-3 Jahre auch kein Thema. Wer nur so lokal rumgondelt, der braucht in aller Regel gar kein Auto. Auch keinen Tesla bzw. erst recht keinen Tesla. Der fällt entweder unter "haben wollen" oder unter "ich brauch was für echte 400-700 km am Tag".
Ja ich bin 10km auch mit nem MTB gefahren, ist kein Thema, hält fit. E-Bike ist hier nutzlos weil die Stadt flach ist wie ne Pfanne, aber dafür einige Ecken hat wo man froh ist über dicke 2.8 Plus-Reifen und Federung. Fährt sich langsamer, dafür sehr angenehm und überall :D
Aber das sehen hier nicht alle so, hier fahren sehr viele mit dem Auto rum und das Kennzeichen verrät auch wo sie herkommen - nicht weit weg :D
Sachsen ist eigensinnig um es mal zivilisiert zu sagen. AFD-Aufkleber inklusive xD

Willkommen in einer ÖPNV-Planung, die Kommunen überlassen bleibt.
Aus Interesse: Haben die Wähler besagter Kommunen bei ihrer letzten Chance bekundet, dass sie das geändert haben wollen (Linke, Grüne, ÖDP, ggf. Piraten) oder dass sie das voll geil so finden (Union, AFD)?

Kommunen könnten ja auch mal zusammenarbeiten. Wenn die Strecke nicht so weit geht dann macht man wenigstens einen Anschluss via Bus der dann eben entsprechend getaktet wird und WARTET damit die Leute umsteigen können.
Bei dem aktuellen Dreckswetter haben die Leute kein Bock auf unzuverlässigen ÖPNV und nehmen das Auto. Und sitzen die 1x drin, ist Park&Ride auch vorbei. So wie der ÖPNV hier organisiert ist, sind einige Strecken saugeil - mehrere Linien mit kurzen Entfernungen zwischen denen (innerhalb von 1,5 Kilometer hier hab ich 2 Straßenbahnen und 1 S-Bahn die ALLE bis ins Zentrum fahren und sich mehrere Haltestellen dort teilen), andere Strecken sind grausig selbst wenn man Zeit hat - bis man ankommt, hat man kein Bock auf irgendwas produktives.

Lustigerweise hab ich noch die Wahlkarte im Kopf, welches Gebiet wie gewählt hat. Die gut angeschlossenen Gebiete waren überwiegend links und grün, das Umland war blau und CDU/CSU. Bürgermeister-Wahl steht an im Februar, mal sehen was rauskommt. Der könnte hier was tun, aber erstma abwarten.
 
AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Na so was lässt sich relativ einfach organisieren. Dem Arbeitsamt melden die ihre offenen Stellen sowieso frühzeitig,

Machen die das echt? Ich hab natürlich einen subjektiven Blick auf Stellenanzeigen durch meine Fähigkeitsbereiche, aber da sind/waren Ausschreibungen außerhalb des öffentlichen Diensts eigentlich immer "ab sofort" oder umgekehrt "eigentlich lesen sie das hier 2 Monate zu spät". Und selbst im öffentlichen Dienst war alles außer Schwangerschaftsvertretungen immer "zum Ende der Bewerbungsphase", also auch Besetzung ASAP und etwas Vorlauf nur wegen der Ausschreibungspflichten/Verbot den Erstbesten zu nehmen. In meinem familiären Umfeld gab es in letzter Zeit ein paar Verrentungen, da lief das (in komplett anderen Branchen) aus Gegenrichtung genauso: Obwohl in solchen Fällen schon 2 Jahre voraus auf den Tag genau bekannt war, dass und wann die Stelle frei wird, hatte man sich bis zu diesem Tag noch nicht um eine Nachfolge gekümmert...
Würden Stellen regelmäßig z.B. 3 Monate im voraus ausgeschrieben werden, wäre das Problem selbst ohne Datenbank deutlich weniger ausgeprägt. Wer als Arbeitssuchender die Wahl "ab morgen in 40 km oder ab nächsten Monat in 4 km" hat, würde ja immer die letztere Stelle wählen. Aber branchenübergreifend* kenne ich es eher so, dass kurzfristig gesucht wird. Das heißt der Arbeitssuchende sieht von den "in einem Monat"-Stellen gar nichts und wenn er sich bei den weit-weg-aber-gerade-noch-so-machbar-Positionen nicht sofort bewirbt (und dann auch bereit erklärt, SOFORT anzufangen), riskiert, dass die Stelle weg ist. Also kann er auch nich einfach warten, ob sich noch was günstiger gelegenes ergibt. Aber das ist halt auch so wieder eine typisch deutsche Sache: Der Arbeitssuchende/-nehmer als Bittsteller, für dessen Interessen niemand einen Finger krum macht. Dabei würde mehr Vorausplanung und mehr Ehrlichkeit (vermutlich wird auch ein Teil der erst in mehreren Wochen frei werdenden Stellen "als sofort" ausgeschrieben werden, um Druck aufzubauen...) hier auch dem Arbeitgeber leichte und dem Klima deutliche Vorteile verschaffen. :(

*Umfasst keine IT-Entwicklung, für die aufgrund des großen Anteils projektbezogener Tätigkeiten möglicherweise anderes gilt.

Naja die Arbeitgeber werden oft mit Papierkrieg erschlagen und haben kein Bock auf noch mehr Papierkrieg, die freuen sich auch wenn das Arbeitsamt denen irgendeinen Kollegen vorbeischickt der für den Job geeignet ist und nicht komplett bekloppt ist. Das muss schon dort gemacht werden wo das alles zusammenläuft - aufm zuständigen Amt. Die Arbeitgeber haben meist keine nötigen Kontakte, keinen Zugang zu guten Datenbanken und sie müssen ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen und nicht irgendwo Kollegen suchen die zwar hier wohnen aber woanders arbeiten. Politiker haben damit nichts zu tun. Dafür müssen werde Gesetze geändert werden noch sonst was - Arbeitskräfte tauschen bedarf keinerlei Gesetzesänderungen oder bestimmten Regeln. Jobcenter treten damit die das organisieren, fertig.

Ämter machen nur das, womit sie die Regierungen beauftragen. Weder haben sie die Ressourcen für mehr noch dürften sie das überhaupt. Wäre ja eine Verschwendung von Steuergeldern, wenn es die Politiker nicht für gut befunden haben. Das Ergebnis sind Papierkriege ohne gleichen (im Amt typischerweise noch weitaus schlimmer als außerhalb) und vor allem ohne Fortschritt, weil im Amt alles mit Recht und Ordnung abgehen muss, ändert sich daran nur etwas, wenn das zuständige Ministerium die Ordnung bzw. das zuständige Parlament das Recht anpasst.

Aber die meisten Politiker interessiert nur, was auf Wahlplakaten und in Talkshows funktioniert. Und die wenigen, die noch etwas weiter denken, haben auch abstrakte Ziele, aber niemand stellt sich mit der großen Vision "effiziente, helfende Bürokratie" hin. Und "für HartzIVer" und "gegen Pendler" ist für die meisten auch politischer Selbstmord, trotz aller Klima- und Gerechtigkeitsdebatten/-heucheleien.

Ja deswegen ziehen die Leute hier auch nicht jedes Jahr um. Aber wenn man den Job verliert und umziehen soll ist das machbar, nur halt nicht jedes Jahr die Geschichte. Und die durchschnittlich bepreiste Wohnung ist relativ - wer jetzt aus so ner Ecke wie Görlitz kommt und nach Frankfurt soll, der fällt doch tot um wenn der die Preise sieht. Für jemanden aus einer günstigen Region kann schon die Kaution in einer Metropole riesig erscheinen - 2 Kaltmieten bei 15€/m² und 100m² wären dann schon 3000€. Klar bekommt man in der Stadt auch mehr, aber die Kohle müssen die erstma abdrücken und dann noch den Umzug finanzieren, neue Küche blahrg etc.

Das ist nicht nur für jemanden aus einer günstigen Ecke viel Geld, zumal ich bei meiner letzten Wohnungssuche meist 3 Kaltmieten gesehen habe und die m²-Preise für kleinere Wohnungen höher als für 100 m² sind, die sowieso räumlich unflexible Familien brauchen. Der große Knackpunkt ist aber "machbar, aber nicht jedes Jahr". Umgekehrt wird daraus nämlich: "Würde sich lohnen ab mindestens 3 Jahre". Und mittlerweile schreibt nicht einmal mehr der öffentliche Dienst unbefristete Stellen aus. Wer einen neuen Job antritt, muss immer im Hinterkopf behalten, dass der nach 12-18 Monaten wieder weg ist und bis dahin ist es sehr riskant, mehr Geld zu investieren, als man in dieser Zeit wieder reinbekommen kann. In Zeiten von Hire & Fire ist ein Umzug deswegen für viele eine Hochrisikooption und sie pendeln lieber.

Ja, habe ich. Allerdings war ich in der Zeit mit ALG1 unterwegs, nicht mit ALG2. Ergo hatte ich etwas mehr Geldmittel zu der Zeit wo es los ging und entsprechende Reserven.

Ich habe es nicht in Bezug auf Rechtsbeistand erfahren, aber in allen anderen Hinsichten ist ALG1/Arbeitsamt PARADIESISCH im Vergleich zu ALG2/Jobcenter. Bei ersteren fühlst du dich wie ein normaler Kunde z.B. beim Metzger, bei letzteren wirst du behandelt wie das Schwein auf dem Weg zum Metzger und wehe du quiekst und willst irgendwas haben. Zwar hast du irgendwo am Ende Anrecht auf Prozesskostenübernahme, aber wahrscheinlich musst du die erstmal mit einem Anwalt einklagen :ugly:

Ich weiß gar nicht welche Summe die Hartz4-Empfänger aktuell besitzen dürfen ohne das denen die Leistungen wegen vorhandenem Vermögen gekürzt werden. Google sagt der Freibetrag ist mindestens 3100€ - das sollte auch jeder auf der hohen Kante liegen haben auch wenn er aufstockt etc. - eben für so einen Fall wenn da mal ein Anwalt nötig wird usw.
In vielen Fällen hilft nur ein Anwalt weiter, damit die Gegenseite mal aufwacht.

Zu meinen Zeiten war es auf alle Fälle altersbezogen und als mit-20er kam ich so auf hohe 3000er/niedrige 4000er. Aber direkt nach dem Studium hatte ich nicht unbedingt volle Kassen (zumal ich meiner Freundin noch das Ende ihres Studiums querfinanziert hatte), obwohl ich normalerweise sehr aufs Geld achte. Die meisten Menschen in Deutschland machen das aber eben (leider) nicht, wie die Überschuldungsstatistiken regelmäßig beweisen. Unter meinen Arbeitskollegen gibt es durchaus welche, bei denen am Ende des Geldes noch Monat übrig ist und die einem zwar nicht sagen können, warum sie Produkt XY am Anfang des Monats gekauft haben, aber durchaus wie umständlich Geldabheben im Dispo wird...
Absolute finanzielle Unfähigkeit, aber eben kein Einzelfall. Die Mehrheit der deutschen Arbeiter lebt aus der Hand in den Mund und wenn dann die Hand aka der Job wegfällt, sehen vielleicht einige ein, dass das tierisch blöd war - aber in dem Moment ist es kaum zu ändern. Nicht umsonst ist eine der wenigen Hilfen die einem Jobcenterangestellte bei jeder Gelegenheit anbieten (müssen), ein Vorschuss der später verrechnet wird. Viele brauchen das leider, weil sie nicht einmal 2-3 Monate zwischen dem letzten Gehalt und der ersten Hilfe überbrücken können.
Und dann wundert man sich, dass bei Wahlen nicht einmal die politischen Aktionen Entscheidungen der letzten 2-3 Jahre eine Rolle zu spielen scheinen und die Menschheit als ganzes unfähig ist, 2-3 Jahrzehnte voraus zu planen. :(

Lustigerweise hab ich noch die Wahlkarte im Kopf, welches Gebiet wie gewählt hat. Die gut angeschlossenen Gebiete waren überwiegend links und grün, das Umland war blau und CDU/CSU. Bürgermeister-Wahl steht an im Februar, mal sehen was rauskommt. Der könnte hier was tun, aber erstma abwarten.

Genauso habe ich das erwartet: Diejenigen, die ihre Umweltzerstörung mit "hier fährt ja nichts" begründen und rumjammern, dass "die in der Stadt" priviligiert wären, weil es da sowas wie guten ÖPNV gibt (den sie eh nicht nutzen würden, weil er dann wieder zu laut/voll/sonstwas ist, verglichen mit dem Privatpanzer), sind genau diejenigen, die die Parteien wählen, die sich gegen einen Ausbau stellen. Und dann "wundert" man sich, dass CDU-Kommunalpolitik im Vorort mit den rot-grünen Stadtteilen nicht über eine bessere Koordinierung/Verknüpfung von Bussen und Bahnen sprechen. :rollen:
 
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