AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
Durch Neigung, du Komiker.

Einerseits durch die Neigung von Fahrzeugen, irgendwann fahruntüchtig zu werden und andererseits (sowie hauptsächlich) durch die Neigung des Halters, ein neues Fahrzeug fahren zu wollen.
Gehörst du auch zu diesen Leuten, die einfach nur "etwas neues" kaufen, egal wie schlecht ist? Unzählige Entwicklungen vor allem im Software- und mobile-Markt belegen ja, dass es die in großer Zahl geben muss, aber ich kenne ehrlich gesagt nur Leute, die ein
besseres Auto wollen. Das sind bislang neue Autos, weswegen neue gekauft werden, aber wenn du neue schlecher machst, gilt das nicht mehr.
Zum einen werden Autos in Deutschland durchschnittlich 12 Jahre alt, bevor eine Außerbetriebnahme erfolgt. Diese Angabe sagt nicht aus, wie lange es tatsächlich gefahren wurde. In diesem Wert sind nicht nur ungenutzt abgestellte (Bordstein-Verschrottungen, Seniorenfahrzeuge, Vielleicht-brauchen-wird-den-ja-wieder-Zweitwagen etc.) enthalten, sondern vor allem auch der gewerbliche Kraftverkehr. Dieser ist es, der den Durchschnitt hauptsächlich hochzieht. Private Pkw werden nicht so alt, bevor sie aus dem (bundesdeutschen) Verkehr verschwinden.
12 Jahre? LOL. Beziehst du dich auf
Zahlen aus den 90ern? Auf die 80er Rostlauben, die sich damals zerlegten, traf das sicherlich zu. Aber heute liegt schon das Durchschnittsalter bei
9,5 Jahren. Verschrottet wir nach
18 Jahren, wenn bei uns verschrottet wird.
Mobile.de listet
870000 Autos aus den letzten 5 Jahren (klarer Fall von Jahreswagenschwemme bei den Händlern - davon sind
540000 aus diesem oder dem letzten Jahr)
240000 aus den 5 Jahren davor
170000 aus den 5 davor, also die hintere Hälfte aus den 0er Jahren, die deiner Meinung nach schon verschwunden ist.
[url=https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/search.html?damageUnrepaired=NO_DAMAGE_UNREPAIRED&isSearchRequest=true&maxFirstRegistrationDate=2004&maxPowerAsArray=KW&minFirstRegistrationDate=2000&minPowerAsArray=KW&scopeId=C&sfmr=false&usage=USED]96000 aus der erste Hälfte der 0er Jahre
36000 mit einem Alter von bis zu 25 Jahren und
46000, die noch einmal deutlich älter sind. Dabei haben diese Jahrgänge nicht annähernd den Korrosionsschutz heutiger Modelle gehabt und sie werden schlichtweg kaum noch von professionellen Händlern ins Internet gestellt.
Und das sind wohlgemerkt die Zahlen für Autos, die noch in Deutschland !verkauft! werden. Die fahren allesamt noch einmal mindestens fünf Jahre, bis der letzte Verkäufer sie hier nicht mehr los wird und entweder verschrottet (eher selten, dann z.B. mit 18 wie oben erwähnt) oder (häufiger) ins Ausland verkauft, weil sie hier niemand mehr haben will. Dieses Alter verschiebt sich aber jetzt schon immer weiter nach unten und wenn du den Markt für "neue" Jahreswagen austrocknest, in dem du Neuwagen unattraktiv machst, verschiebt sich die Alterspyramide entsprechend. Niemand hört mit dem Autofahren einfach so auf, weil Neuwagen auf einmal schlecht sind. Wer sich einen Neuwagen leisten kann, kann sich immer auch die Instandhaltung seines alten Fahreuges leisten. Selbst (bzw.: gerade) ein Passat aus dem letzten Jahrtausend ist im Unterhalt immer noch günstiger, als der Wertverlust eines Neuwagens. (Wenn auch, je nach Vergleichsobjekt, nicht wahnsinnig viel günstiger

.)
Ach ja: Professionelle Nutzer ziehen den Schnitt übrigens nicht nach oben, sondern DEUTLICH nach unten:
https://www.kba.de/DE/Statistik/Fah.../2019_b_fahrzeugalter_kfz_dusl.html?nn=645784
Aufgrund der hohen Jahresfahrleistungen verschleißen die nun einmal viel mehr Fahrzeuge und müssen früher tauschen, umgekehrt lohnt sich das bei Arbeitsmaterial auch eher bzw. das Geld ist da. Würde man aus obiger Statistik die ganzen Vertreterschlitten, Firmenwagen und Liefer-gar-nicht-so-klein-Transporter rausrechnen, läge das Durchschnittschnittsalter für PKW klar im zweistelligen Bereich.
(Falls sich noch jemand wundert: Unter "Zugmaschinen", angegeben mit biblischen 30 Jahren im
Schnitt sind für das KBA Ackerschlepper & Co. LKW stehen nicht ohne Grund mit 8 Jahren daneben

)
Naja wir sollten nicht nur über Autos quatschen sondern über die Art wie sie benutzt werden.
Autobesitzer weigern sich den ÖPNV zu nutzen (und steigen selbst besoffen noch ins Auto anstatt es mal stehen zu lassen). Sie weigern sich mit dem Fahrrad zu fahren oder mit allem anderen was umweltfreundlich ist.
Dazu wird gependelt was richtig schlimm ist, wir sind hier ein Pendlerland vom feinsten und haben auch feinsten Feinstaub und CO2 dadurch.
Mooooment: Als Auto-Besitzer möchte ich darauf hinweisen, dass man so ein Ding auch haben aber nur wenig fahren kann

(Zustimmung zu gesamten Rest aber)
Wohin?
Ich dachte in die überfüllten, teuren Städte soll man ja nicht ziehen.
Sagt wer? Kenne keinen einzigen. Nichtmal die Bürgermeister von Berlin oder München bitten darum, von weiteren Zuziehern verschont zu bleiben.
Was stimmt: In die Städte zu ziehen kostet mehr, als auf dem Land zu bleiben. Man muss sich dann genauso etwas einschränken, wie es die Mehrheit der Deutschen ohnehin schon macht.
Wie nennt man nochmal Leute, die sich nicht einschränken, sondern bedienen wollen, die darauf bestehen, schöner zu leben als andere und das ganze auch noch subventioniert haben?
Landeier
Vorbilder
Ich komm grad nicht drauf
Pendler
Bonzen
ah, warte:
Arschlöcher
Leider richtet sich die Verfügbarkeit / Erschwinglichkeit von Wohnraum ebenso wenig nach der Lage des Arbeitsplatzes, wie sich die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen nach Lage des Wohnsitzes richtet. Von Ausbau und Zuverlässigkeit des jeweiligen ÖPNV dazwischen ganz zu schweigen.
Ich bin beispielsweise in der beneidenswerten Situation, den Weg zur Arbeit zu Fuß zu schaffen. Aber das auch nur deshalb, weil ich überdurchschnittlich gut zu Fuß bin und mir meine Arbeitszeit so flexibel einteilen kann, dass eine knappe Stunde strammer Marsch kein Ding sind. Das ist aber nichts, was ich bei Anderen voraussetzen dürfte.
Man kann es nicht voraussetzen, nein. Man muss auch auf Härtefälle achten, klar. Aber im großen und Ganzen ist es nun einmal so: Die überwältigende Mehrheit der Deutschen lebt in einer Stadt. Die überwältigende Mehrheit der Arbeitsplätze ist in Städten. Wirklich auf dem Land wohnen vergleichsweise wenige, wie man schon allein an der durchschnittlichen Bevölkerungsdichte sehen kann, die gar kein Land mehr übrig lassen würde, wenn nicht die Mehrheit in irgendwelchen Ballungsräumen leben würde. Und bei denen, die tatsächlich jwd leben, muss man noch die echten Landeier abziehen, die da auch arbeiten.
Obwohl es aber um die meisten Arbeitsplätze genug Wohnungen und um die meisten Arbeitsplätze genug Wohnungen gibt, haben wir ohne Ende Pendler. Weil dieser Lebensstil einfach massiv auf Kosten der Allgemeinheit und er Umwelt subventioniert wird und natürlich nehmen viele Leute nicht einen kostspieligen Umzug auf sich, wenn sie auch für n Appel und n Ei hin und her tuckern können. Aber das muss sich eben ändern. Und nein, nicht erst wenn wir einen perfekten, bundesweit ausgebauten ÖPNV haben. Denn auch genau diese Pendler sind es ja, die seit Jahrzehnten Politiker wählen, die immer mehr Geld in große Straßenbauprojekte und nichts in den ÖPNV investieren. Diese Leute sind nicht Opfer, sondern Ursache der herrschenden Misere. Und deswegen habe ich auch sehr wenig Mitleid mit denen.
Wer Mitleid verdient: HartzIVer, die vom Amt gezwungen werden, sich in 100 km Entfernung zu bewerben. Da braucht es meiner Meinung nach dringend und unabhängig von anderen Maßnahmen ein Neuregelung der Zumutbarkeit. Ich schlage "binnen 90 Minuten inklusive halber maximaler Wartezeit morgens/abends hin und zurück mit ÖPNV oder Fahrrad erreichbar". Das ist hinreichend unbequem, damit nicht jeder zweite einfach die Füße hochlegen kann, aber das bedeutet auch, dass z.B. diverse Teile Sachsen Anhalts und Thüringens auf einmal einen riesen Standortvorteil gegenüber der Münchener Innenstadt haben. Nämlich Supermärkte mit Kassierern für besserverdiende Angestellte, Putzfrauen wenn man mal ein neues Büro einrichten will, Handwerker, etc.. Was im Moment abläuft ist doch einfach nur krank: Wir reißen an einem Ende Deutschlands, wo noch relativ viel Platz ist, Häuser in durchaus gutem Zustand ab, während wir an anderen Stellen, wo es schon viel zu eng, ist schweineteure Neubauten reinquetschen, damit von diesen aus anschließend Menschen auf überfüllten Straßen täglich stundenlang im Stau stehen, um an "prestigeträchtigen" Adressen, die für moderne virtuell arbeitende Unternehmen überhaupt keine reale Bedeutung haben und in deren Nähe sich quasi niemand mehr irgendwas leisten kann, vor einem Rechner hocken.