Ich steh mit gemischten Gefühlen dazwischen.
Ja, es ist vieles teurer geworden - gerade Grafikkarten.
Sie bieten aber auch mehr.
Ob das verhältnismäßig oder ob einem das den Preis wert ist, dass muss jeder für sich entscheiden.
Wenn ich überlege, was man früher eventuell an der config.sys oder autoexec.bat rumdoktern musste, damit man zB ein Spiel wie Comanche überhaupt starten, geschweige denn flüssig spielen konnte (Voxels ftw!), dann ist man heute nahezu verwöhnt.
Ich finde allerdings auch, dass das QM bzw das QS bei vielen Spielen nicht mehr so gut ist wie früher.
Man kann jetzt sagen, die Spiele "reifen" beim Kunden, weil man als Publisher so früh wie möglich das Geld vom Kunden (Spieler) haben möchte.
Aber viele Indie-Titel zeigen, dass es trotzdem geht.
Dann gibt es die Spiele, die laufen immer schlecht, egal, welche Hardware. Da passiert auch nach Jahren nichts.
Und dann eben Titel wie "No Man's sky".
Game-as-a-Service und viele DLCs sind halt kein Garant für ein gutes Spiel.
Fakt ist aber auch, dass es heute duetlich mehr Hardware gibt - und mehr Kombinationen, die eventuell problematisch sein können.
Was ich aber beim besten Willen nicht verstehen kann: wie kann man heute noch Dinge fix programmieren: Das UI, das auf FHD ausgelegt ist und auf jeden Widescreen bescheiden aussieht. Oder die obligatorischen 30 oder 60fps vom Konsolenport, bei der die neuste Grafikkarte samt 240Hz-Display Däumchen drehen?
Die Probleme liegen auf allen Seiten: Der Spieler, der wenig in Spiele (wo kommt wohl diese Seuche namens Free2play her?) oder Hardware investieren möchte, die Entwickler, die sich zu wenig Gedanken machen und gleichzeitig den Publisher im Nacken haben, welcher auch gewillt ist, ein Spiel unfertig und verbuggt zu veröffentlichen, damit der Rubel rollt, sowie die Hardware-Hersteller, die zwar tolle Ideen zur Leistungs-, pardon, Performancesteigerung haben, dabei aber auch mehr (elektrische) Leistung aufnehmen, und trotzdem nur wenige Prozente schneller als die Vorgängergeneration sind.
Was war zuerst da? Ei oder Henne?
Das Problem lässt sich sicher nicht lösen, wenn jetzt einfach alle Spieler einen 7950X3D mit GF RTX4090 samt 64GB RAM kaufen. es würde die Hardwarehersteller auf der einen Seite nur bestätigen, dass die Preisentwicklung richtig ist. Andererseits löst es das Problem auf Seiten der Entwickler und Publisher nicht.
Also mehr Indie? Mehr self-publishing (wie zB Star Citizen)? Mehr alte, ausgereifte Spiele kaufen?
Ich wüste kein Patentrezept.
Außer vielleicht: Nicht immer dem Hype um jedes Spiel oder jeder neuen Hardware sofort zu folgen.
Man sollte ein wenig abwarten, wie der Support für Spiele ist (und das sieht man erst nach ein paar Wochen oder Monaten) und wie die Preise für Hardware sich entwickeln, bis zu dem Punkt, wo man sagt: jetzt ist es mir das wert und ich kann es auch guten Gewissens bezahlen.
Es muss nicht immer sofort das neuste sein. Wir sind nicht mehr auf dem Schulhof, wo man immer das neuste und beste haben muss, um mitreden zu können und cool zu sein.