Ich habe mich auf ein Kopftuchverbot bezogen, nicht auf ein Kopftuchverbot für Muslime. Selbstverständlich muss das dann für alle gelten. Meiner Meinung nach sollte dies in einem säkularen Staat sowieso ein Grundsatz sein - ansonsten ist es wohl kaum ein (wirklich) säkularer Staat...
Wir leben halt nur in einem bedingt säkularisierten Staat
Da stimme ich dir zu. Entweder ganz oder gar nicht. Wobei ich auf der "gar nicht"-Seite stehe.
Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn gläubige Personen sich als solche erkennbar zeigen (im Gegenteil) und eine Schuluniform für Lehrer haben wir sowieso nicht. Da stören mich religiöse Symbole am Gebäude (auch bei Ämtern) wesentlich mehr, denn das ist ein Statement der Institution und nicht einer Einzelperson.
Es gibt auch eine grosse Schnittmenge zwischen Verbrechern und Brotessern.
Altes Vorurteil von Leuten, die Statistiken fehldeuten. Aber was soll man von den Brotessern auch erwarten? 50% von denen schneiden in standardisierten Intelligenztests unterdurchschnittlich ab!
Trotzdem hat das Eine wenig mit dem Anderen zu tun. Meistens dient das Eine als Ausrede für das Andere, genau wie bei der Killerspie-Debatte.
Ich wollte nur aufzeigen, wie man von einem Thema schnell zum anderen kommt. Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn man sich korrekt ausdrücken und bei der Sache bleiben würde. Leider wird einem das nicht gerade leicht gemacht. Stichworte "Islamisierung", "Abendland", "christliche Werte",...
Was man zumindest so festhalten kann, ist Folgendes:
1. Der Islam wird im Durchschnitt strikter praktiziert als das Christentum
2. Die gängige Interpretation des Islam ist in weiten Teilen nicht mit dem europäischen Gesellschaftsbild vereinbar (Frauenbild zum Beispiel)
3. Beide Parteien sind derzeit nicht bereit, Zugeständnisse zu machen, wobei die "europäische Seite" diesbezüglich offener ist
Alles seeeeehr relativ.
1. Was ist "strikt praktiziert"? Wer ist überhaupt "Christ"/"Moslem"? Angeblich soll es eine große christliche Mehrheit in Deutschland geben, aber immer wenn ich mich umschaue, wird das Christentum gar nicht praktiziert. Wenn man de-facto-Atheisten mit reinzählt, dann hat man im Schnitt natürlich einen relativ geringeren Anteil von Strenggläubigen. Das unter denjenigen, die zumindest wöchentlich ein jeweiliges Gebetshaus aufsuchen und dort tatsächlich auch beten (nicht nur mit hingeschleift werden, sondern überzeugte Gläubige sind) bei der einen oder bei der anderen Religion mehr sind, die auch große Teile ihres Alltagsleben an der Religion ausrichten, halte ich für fraglich.
2. Hängt wiederum davon ab, was man als "europäisches Gesellschaftsbild" betrachtet. Moderner Humanismus mit vollständiger Gleichberechtigung? Ganz sicher nicht das gleiche. Klassisch deutsches Familienbild, bei dem die Frau für Haushalt und Kinder zuständig ist und sich der Mann um Externes und Versorgung kümmert (alias "CSU-Weltbild")? Das ist ziemlich identisch (nur dass die Frau im Islam auch einen Anspruch darauf hat und der Mann sich ab einem gewissen Alter zumindest um den männlichen Nachwuchs kümmert, anstatt um sein Bier)
3. Ich kenne weder eine "europäische Partei", noch eine "muslimische". Wir reden hier von der individuellen Religionsausübung und wer da anfängt, willkürlich ein geschlossenes "die" zu postulieren, der driftet eben erstaunlich oft in allgemeine Ausländerfeindlichkeit ab...
Wo gibt es den bitte christliche Erkennungsmerkmale an deutschen Schulen??? Wir hatten an meiner ehemaligen Schule (staatliche Schule)keine christlichen Merkmale geschweige den christliche Veranstaltungen. Wenn du jetzt damit den Religionsunterricht meinst ist das Lachhaft.
Wie bereits erwähnt: An bayrischen Schulen gibts Kruzifixe. Und was bitte schön ist lachhaft an der Feststellung, dass ein staatlicher bezahlter Pfarrer, dem regelmäßig mittels staatlich durchgesetzter Schulpflicht Kinder zugeführt werden, um ihnen christlichen Vorstellungen nahezubringen, nichts mit religionsneutraler oder gar areligiöser Schulbildung zu tun hat?
Wenn du meinst.. Wer hat Deutschland den dazu bestimmt das Tolleranzland der Welt zu sein und christliche Werte fast komplett aus der Gesellschaft zu verdrängen? Laufen den Christen in der Schule mit Kreuzen um den Hals rum
Ja. Oft genug gesehen. Und das obwohl das Christentum keinerlei Anlass dazu gibt.
Du hast es wohl noch nicht mit eigenen Augen erlebt was passiert wenn man die Religionsfreiheitsgesetze stärkt/Asylgesetze sonstiges lockert. Danach wirst du deine Meinung schlagartig ändern.
Die beiden größten Freigaben von religiöser Freiheiten bzw. Abschaffung von religiösen Beschränkungen laufen unter den Begriffen "Aufklärung" und "französische Revolution". Netto sind die irgendwie denkbar wenig geeignet, meine Meinung zu ändern...