HWiNFO: Unterschlagen Gewerbetreibende die Lizenzierung?

Pokerclock

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
HWiNFO ist wohl das bekannteste und zugleich mächtigste Diagnose- und Sensor-Tool der Hardwarewelt. Es zeigt Sensorwerte und Hardwaredetails in einer Breite und Genauigkeit, die ihresgleichen sucht. Dazu kommt die Unterstützung von Dritt-Party-Tools, wie dem Wireview Pro 2.

Die Verbreitung von HWiNFO ist signifikant. Wer als Privatperson das Tool nutzen möchte, kann das kostenlos fast ohne Einbußen des Funktionsumfangs tun. Lediglich die automatische Updatefunktion sowie die Logging-Optionen sind beschränkt.

Wer HWiNFO (64) im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit nutzen möchte, muss jedoch eine "Pro"-Lizenz erwerben. Die Kosten für die Lizenz richten sich nach der Dauer (Lifetime, jährlich) oder nach der Personen- bzw. Hardwarebindung. Eine personengebundene Lifetime-Lizenz kostet zum Beispiel 1.342,88 € netto zzgl. Umsatzsteuer. Eine computergebundene Lifetime-Lizenz kostet 335,72 € zzgl. Umsatzsteuer.

Es ist mir in der Vergangenheit jetzt schon öfters auf (Messe-)Veranstaltungen, in YT-Videos und Livestreams von unternehmerisch tätigen Kanälen aufgefallen, dass hier keine lizenzierte Version gezeigt bzw. genutzt wird. Das letzte Beispiel dieser Art war der YT-Kanal von Hardwaredealz. Das aktuelle Beispiel stammt aus dem am 12.02.2026 veröffentlichten Video "Diese Intel CPU hat alles verändert...". Die nicht vorhandene/genutzte Pro-Version erkennt man im Fensterinhalt an dem fehlenden Zusatz "Pro". Wäre eine Pro-Lizenz hinterlegt, würde dort " HWiNFO® 64 Pro v8.40-5900" stehen.

Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Teil vom Fenster wenige Minuten vorher im Video sogar unkenntlich gemacht wurde.

Ich kann nicht verifizieren, ob das jetzt aus Versehen passiert ist oder andere Gründe hat. Von daher gehe ich jetzt erst einmal davon aus, dass eine Lizenz vorhanden ist und lediglich der notwendige Key nicht im HWiNFO-Ordner hinterlegt war.

Da ich beruflich viel auf unterschiedlichen Messen unterwegs bin, musste ich leider oftmals feststellen, dass auf den jeweils zur Schau gestellten Geräten keine lizenzierte HWiNFO Version lief, obwohl es sich hier klar und eindeutig, um kommerzielle Messestände bekannter Hardwaremarken und -Hersteller handelte. Mittlerweile ist es auch zu vielen (aber nicht allen) Hardware-Streamern durchgedrungen, dass für ihre unternehmerische Tätigkeit im Rahmen des Streamings eine gewerbliche Lizenz notwendig ist. Viele haben diese mittlerweile erworben.

Was haltet ihr von der Sachlage?
 

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Die Sachlage ist doch eindeutig. Es ist allerdings Aufgabe des Lizensgebers sich darum zu kümmern. Wenn Du auf einer Messe so etwas siehst wäre ein freundschaftlicher Hinweis aber sicher nicht so verkehrt. Stell Dich aber darauf ein das das meist gar nicht so freundschaftlich verstanden wird. Große bekannte Firmen werden ganz sicher aber auch lizenzierte Software nutzen. Wäre ja auch sonst schön dumm. Kleine ein Personen Unternehmen wird das oft gar nicht so bewusst sein.
Wenn es jemand ist mit dem Du in Konkurrenz stehst und Du der Meinung bist, dass sich der Mitbewerber durch das unterlassen der Lizenzierung einen Vorteil verschafft so kann man natürlich auch den Lizenzgeber darauf aufmerksam machen.
Wenn schon nicht lizenziert wird frage ich mich als Gewerbetreibender natürlich was ist da noch so alles im Argen.
 
Auf der Computex gehen solche Dinge gerne mal Lost in Translation, wenn man das ansprechen möchte. Ansonsten hast du öfters nur so PR-Hansel da stehen, die mit dir reden. Die wissen oftmals nicht einmal, woher das Tool kommt und wer das zuvor eingerichtet hat.

Es ist leider wie mit vielen urheberrechtlichen Dingen: Wird als Kavaliersdelikt abgetan. Aber das dann reichweitenstark nicht ordentlich in einem YT-Video zu nutzen, ist schon "nicht so schlau".
 
Nun, es werden sich die meisten nichts dabei denken. HWiNFO ist kostenlos, jedenfalls für Privatnutzer. Wenn man nicht täglich damit zu tun hat und auch sonst nicht in dieser "Streaming-Bubble" drin war, wo das Thema mit der Lizenzierung kürzlich hochgekocht ist, den interessiert das nicht. Schon gar nicht bei einem Kanal, der für Unterhaltungszwecke da ist und sonst für nichts.

EDIT

Der Entwickler muss ja irgendwie Geld generieren. Netterweise verzichtet er auf Werbung im Tool. Das rechne ich ihm hoch an. Von daher betrifft das auch (irgendwann) die Privatleute, wenn die eigentlichen Lizenzzahler die Zeche prellen.
 
Ich fände eine werbefinanzierte Lösung ehrlich gesagt praktisch, sofern sie auch offline funktioniert. (Z.B. 4-5 Anzeigen lokal speichern und nur bei vorhandener Verbindung refreshen.) Da man HWInfo oft zu Diagnosezwecken braucht, passiert einem als professioneller Anwender nämlich genau das, was in der News vermutet wird: Man installiert es schnell mal oder zieht die neueste Variante auf einen USB-Stick, um einzelne Werte zu prüfen, vergisst an der Stelle aber, die Lizenz rauszusuchen und einzutragen.

Zugegebenermaßen nicht so nervig wie der 3DMark, dessen Kommandozeilenversion nach 12 Monaten einfach keine Ergebnisse mehr ausspuckt, ohne eine Fehlermeldung zu erzeugen, sondern einfach die Werte aus dem letzten Run stehen lässt.
 
Da muss der Hersteller der Software gucken ob der entsprechende Creator eine Lizenz hat oder nicht und gegebenenfalls eine Rechnung schicken.
Wenn sich der Creator quer stellt, muss man relativ bald den Anwalt dazu holen. Das rechnet sich für eine Einzelnutzer-Lizenz wahrscheinlich nicht. Wenn man Zeit und Nerven einbezieht sowieso nicht.
 
Hardwaredealz scheint mal wieder den Key "vergessen" zu haben:
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Ist dann allen Beteiligten wohl ziemlich egal. ^^
 
Klingt, als könnte sich Martin Malik bzw. REALiX mal von Nintendo erklären lassen, wie man mit sowas umgehen kann. :ka:
 
Hardwaredealz scheint mal wieder den Key "vergessen" zu haben:
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Ist dann allen Beteiligten wohl ziemlich egal. ^^
Kannst ja mal einen Kommentar unter dem YouTube Video hinterlassen.

Meiner Meinung geht das für einen Gewerbetreibenden gar nicht.
 
Das diese Vorgehensweise nicht fein ist bei kommerziellen Präsentationen, keine Frage. Aber ist doch deren Sache. Löblich wenn du für den Hersteller Wort ergreifst. Aber was versprichst dir dabei?
 
Mir ist es eigentlich nur aufgefallen, weil es bei einigen größeren "Content Creator" in diversen Livestreams thematisiert wurde als HWiNFO fleißig geladen und im Start-Fenster der Hinweis auf die nicht-kommerzielle Nutzung prangte. Währenddessen flogen fleißig die bezahlten Subs rein. Ergo nichts mit "nicht-kommerzieller" Nutzung. Da wurden dann nach und nach die mittlerweile sehr teuren Lizenzen erworben und man weist auch fleißig daraufhin, dass man dafür extra Geld hingelegt hat.

Jetzt sieht man das halt faktisch noch einmal, nur eben bei einem den größten deutschsprachigen Hardware-Kanälen, die offenkundig sich nichts daraus machen.

Es müsste lediglich einer der "Marktbegleiter" von Hardwaredealz auf die Idee kommen mal beim Entwickler nachzufragen, ob die wirklich eine Lizenz haben. Wenn man das offen mit einem Nein beantwortet bekommt, hat man alles beisammen, um die Sachlage wettbewerbsrechtlich abmahnen zu lassen. EZ Money.
 
Hast du schon mal ein Beispiel gesehen, wo es richtig war? Ich habe das jetzt so verstanden, dass im Header "Pro" stehen müsste.
Ich hab mal ein paar Videos von Roman durchgeklickt. Auch da taucht es nicht auf. Dabei hatte er die Thematik mal angesprochen, als es um AIDA64 ging. Dafür hätte er wohl eine, es würde mich also wundern, wenn es bei HWInfo anders wäre. Allerdings, wie du schon angesprochen hattest, wird der Key vielleicht auch einfach nicht in jedem Test-Setup hinterlegt.
Darauf geachtet hatte ich bisher nicht.
 
Linus hat Mal ein Video darüber gemacht, warum man in seinen Videos fast nie aktivierte Windows Installationen sieht.

Die Quintessenz war am Ende, dass LTT natürlich Lizenzen hat, es aber schlicht zu viel Aufwand wäre die Aktivierung jedesmal durchzuführen. Könnte mir gut vorstellen, dass es hier letztlich ähnlich aussieht
 
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