Guam ist dann doch etwas zu weit entfernt um rechtzeitig Reagieren zu können oder China in schach zu halten. Ich bin mir sicher, dass auch ohne die Anwesenheit der USA es dort friedich zugehen würde. Denn China ist auch nicht an einem Krieg in der Region interessiert, aber an der Ausweitung ihres Einflusses im Pazifik.
Zudem Glaube ich nicht, dass der Süden wirklich unterlegen ist. Der Norden hat zwar mehr Soldaten, diese sind aber schlechter ausgerüstet. Das einzige Problem des Südens ist die Hauptstad die sehr nach an der Grenze liegt und einem massiven Angriff aus dem Norden nicht standhalten wird, auch wenn die USA da sind. Im offenem Gelände wird der Süden aber überlegen sein mit seinen modernen Waffen. Man sollte diesen Konflikt nicht aus der Perspektive der 50er Jahre sehen, wo der Süden eine unterentwickelte Region war und der Norden das Industriezentrum des Landes. Die Situation hat sich geändert.
Sorry, da war ein Fehler im Text: Ich meinte natürlich dass der Krieg eingefroren ist, solange der Norden deutlich unterlegen ist. Das ist er in Sachen Offensivpotential deutlich, denn Massen schlecht ausgerüsteter Soldaten sind nur im Guerillakampf, also in der Defensive, ein gewichtiger Faktor. Die südkoreanischen Streitkräfte selbst, ohne Unterstützung der USA, sind aber wiederum so klein, dass Nordkorea sich Hoffnungen auf einen Sieg machen könnte. Ich sage bewusst nicht, dass diese berechtigt sind - aber für Stabilität müssen eben Verhältnisse herrschen, bei denen selbst ein Kim die Füße still hällt. (Zumal der Norden in einem rein nationalen Krieg schlichtweg kaum etwas zu verlieren hätte. Selbst eine Zerstörung der kompletten nordkoreanischen Infrastruktur wäre ein kleinerer Schaden, als allein die Börsenkursverluste südkoreanischer Unternehmen in den ersten fünf Minuten. Und Südkorea hat viel zu wenig Soldaten, um nenneswerte Teile des Nordens zu besetzen. Ein militärisch verlorener Krieg würde für den Norden also vor allem eine Angleichung der Verhältniss und damit de facto einen Vorteil bedeuten, ein gewonnner Krieg erst recht. Nur ein Krieg mit einem US-Verbündeten wäre ein Katastrophe - und das stabilisiert die Lage)
China wiederum könnte die Sicherheit auch garantieren, zeigt bislang aber wenig Interesse an einer derartigen Rolle. Und im Worst Case (aus US-Sicht) kann man sich bei China auch nicht sicher sein, dass sie den Spieß nicht umdrehen.
Natürlich stört es die USA, dass der Iran und Nordkorea an Atomwaffen bastelln. Denn jetzt können die USA sie nicht so einfach "demokratisieren". Wieso es für die Europäuer ein Problem ist verstehe ich nicht.
Man stelle sich mal vor, der französischen oder britischen Bevölkerung würde plötzlich auffallen, dass man das Risiko der Verbreitung von Atomwaffen deutlich reduzieren könnte, wenn man global einschließlich der Heimat alles daran setzen würde, Atomenergie abzuschaffen. Dieses Risiko können europäische Regierungen nicht eingehen, deswegen müssen sie so tun, als könnten sie Proliferation auf anderem Wege bekämpfen
Das ist vollkommen korrekt & deckt sich mit meiner Auffassung.
Nur leg ich eben Wert darauf dass die Entstehung der Taliban im klaren Kontext gesehen wird und nicht einfach alles in einen Topf geschmissen wird. Dann kommt am Ende nämlich leider die vielgesagte aber falsche Behauptung auf, die USA hätten die Taliban gegründet oder ähnlicher Blödsinn.
Man hat sich mit ihnen arrangiert nachdem Sie an der Macht waren, das definitiv.
Keine Sorge, das wollte ich nicht aussagen. In einem Thread zu Nordkorea (!) erlaube ich mir aber eine etwas verkürzte Darstellung und Fakt ist: Die CIA hat systematisch Interessensgruppen, darunter explizit und insbesondere auch islamistische ausgebildet, ausgerüstet und sogar ideologisch unterstützt. "Gründen" würde ich nicht sagen, aber sie haben militante islamistische Milizen herangezogen. Das sich erst später ein Teil davon zur Taliban zusammengeschlossen haben ändert nichts daran, dass sie ohne US-Unterstützung ein Haufen meckernder Zivilisten wären, während sie dank der CIA heute eine bedeutende lokale Macht darstellen. Und das war auch explizit das Ziel der US-Einmischung, kein Unfall den niemand hätte vorhersehen können. Es galt - und gilt, es gab keine Distanzierung, Entschuldigung oder gar Wiedergutmachung - explizit "lieber fundamentalistischen Islam als modernen Kommunismus". Und genau das haben sie bekommen.
Ist genauso wie der Konflikt in Vietnam. Den gab es ja nicht erst seit die Amerikaner mitgemischt haben. Da waren die Franzosen schon schwer am Intervenieren.
"Intervenieren" würde ich es nicht nennen, wenn einem die eigene Kolonie unterm Arsch in Flammen aufgeht...