Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Ich bin beim Grundversorger - allerdings im 100%-Ökostrom-Tarif

Das bedeutet in vielen Fällen nichts weiter als Abzocke. Im Einkauf beziehen die meisten Versorger weiterhin gemischten Graustrom respektive müssen eine gewisse Menge Ökostrom abnehmen, kaufen also z.B. automatisch 40 kWh grün + 60 kWh Kohle im Bundle zum Einheitspreis. Die 60 kWh werden dann an Billigheimer und Gewerbekunden weitergegeben, denen ihr Strom vollkommen egal ist, und die 40 kWh mit Premium "grün"-Zuschlag an Leute für dich verkauft. Dem Klima ist damit unterm Strich gar nicht geholfen. Solange du bei einem Gemischtanbieter bist, subventionierst du in erster Linie den Billigstrom für Klimaschweine.

Davon abgesehen bleibt aber die Grundaussage: Die staatlichen Zuschüsse waren als Nothilfe für Leute mit explodierten Stromkosten gedacht. Das war bei dir aber gar nicht gegeben.

Freiwillig macht die Masse eben nur was billiger ist und nicht was teurer ist. Wenn letzteres geschehen soll muss die Politik es billiger machen oder erzwingen.

Dein erstes "billiger" ist ein Vergleich zwischen zwei Dingen und eins davon ist teurer. Das zweite dagegen zwischen zwei Zeitpunkten. Damit eine unerwünschte Sache teurer als eine erwünschte ist, muss man keineswegs letzere billiger werden lassen. Insbesondere dann nicht, wenn auch die erwünschtere Sache nur ein Notnagel ist, mit dem man leben kann, der aber eigentlich ebenfalls möglichst wenig beansprucht werden sollte.

Da gibts dann kuriose Konstrukte und Situationen wie beispielsweise mit den oben genannten CO2 Zertifikaten. Prinzipiel ne nachvollziehbare Idee (wenns alle machen würden und nicht nur die EU sich damit selber nen Wettbewerbsnachteil auf der Welt erspielt) aber dann gibts ein Buch an komplizierten Regelwerken

CO2-Zertifkate sind nichts weiter als ein von Lobbyisten geschaffenes Bürokratiemonster, um Verzögerungen, Runterhandlungsebenen und genau die Schlupflöcher zu schaffen, die du beschreibst. Der Grundgedanke ist eigentlich der gleiche wie bei einem CO2-Preis: Emissionen sollen kosten. Aber während ersterer offensichtlich auf alle Brennstoffe zutrifft und über die berechenbaren Folgeschäden einen klaren Sollwert gibt, der VIEL zu hoch aus Sicht der Industrie ist, kann man bei Zertifikaten erst einmal verhandeln, für wen die überhaupt eingeführt werden sollen. Nachdem man da einen Teil der Großemittitenten komplett geschützt hat, verhandelt man als nächstes über die Gesamtmenge. Nachdem die willkürlich-politisch in wirkungslose Höhen getrieben ist, verhandelt man über einen Preis. Und nachdem der auf ein wirkungsloses Maß gestaucht wurde, verhandelt man darüber, wieviele Zertifkate verschenkt werden und an wem. Und mit der richtigen Lobby steht dann z.B. die Stahlindustrie da (aber bei weitem nicht nur die) und erzeugt extra CO2, damit sie das auch in Zukunft weiterhin ohne Kosten machen darf.


Das wäre auch meine Idee damals gewesen. Gebt den Leuten pro Person eine angemessen hohe Leistungsmenge günstig und wer mehr verbraucht zahlt richtig Geld.

Warum sollte das dritte kg CO2 weniger klimaschädlich sein als das dreihundertste? Mit so einer Grenzwertregel schaffst du nur wieder falsche Anreize: "Ach bis XY kann ich verschleudern". Der Zielwert liegt aber ganz klar bei (netto-)null und ALLES, was darüber hinaus geht, ist unerwünscht und wenn es jemand relativ leicht einsparen kann, dann sollte er motiviert sein, dass zu machen - in dem man Bedingungen schafft, unter denen er dann spürbar mehr Geld für anderes übrig hat.


Es stimmt ja auch, was @DaStash sagt, dass Leute mit mehr Geld auch deutlich mehr CO2 produzieren. Wenn man also, was hier ja immer wieder kritisiert wird, die Leute in der oberen Hälfte der Nahrungskette durch Subventionen von fossilen Brennstoffen weg bekommt

Wieso durch Subventionen? "Subventionen für die obere Hälfte" ist doch wieder nichts weiter als Umverteilung von unten nach oben, denn alle zahlen ein aber nur die, die ohnehin schon mehr haben, kriegen was raus.
Was es braucht, sind im Gegenteil Subventionskürzungen. Vollen Steuern und abgaben auf Kerosin würde z.B. überwiegend Gutverdiener treffen, denn die unteren 20% fliegen keine 10000 km im Jahr. Abschaffung des Dientswagenprivilegs dito, denn sowas haben Leute gar nicht erst. Pendlerpauschale? Weiterhin überwiegend etwas für Leute, die sich ein Haus "im Grünen" leisten konnten, nicht für Leute die in ihrer Wohnung bleiben mussten. Sämtliche Subventionen im Baugwerbe mit Ausnahme der Förderung von Sozialwohnungen gehen ebenfalls direkt zugunsten derjenigen, die das Grundkapital haben, um überhaupt zu bauen.
etc. etc. etc.

Wenn man alle diese klimaschädlichen Subventionen für ohnehin Reiche streichen würde, hätte man nicht nur mehr fürs Klima getan als die Politik derzeit insgesamt schafft, sondern auch gleich noch das Problem mit den eskalierenden Lohnnebenkosten (die ebenfalls überproportional niedrigere Einkommen belasten) gelöst, weil wieder genug Geld für sinnvolles in der Staatskasse wäre.


Wie ideotisch ist dann denn, Menschen zu zwingen mehr zu zahlen um ihnen dann das Geld dafür zu geben, dann kann man das doch einfach weglassen, das macht überhaupt keinen Sinn?!

Das ist nicht "idiotisch", sondern seit der Erfindung von Giralgeld so ziemlich das sinnvollste, was machen kann. Wieviel Geld du den Armen gibst ist vom Aufwand her schließlich nichts weiter als die Änderung einer Ziffer am Computer. UNd die Erhebung von CO2-bezogenen Abgaben auf CO2-Emissionen nichts weiter als eine andere Ziffer bei ohnehin zu erhebenden Abgaben ist. Wenn du dagegen bei jeder kWh eines x-beliebigen Energieträgers erstmal prüfen musst, wer die kauft und wie bedürftig er ist, ehe du bei dem einen eine Abgabe kassierst und bei dem anderen nur eine halbe bei dem dritten gar keine, dann schaffst du ein komplettes zweites Bürokratiemonster. SOLCHE Systeme sind absolut idotisch und entsprechende Beispiele aus der Vergangenheit für einen Großteil des extrem komplexen deutschen Abgabensystems eingebrockt. Eigentlich bräuchte es nur eine CO2-Steuer, eine (sich steigernde) Einkommenssteuer und vielleicht noch 1-3 Mehrwertssteuern, um sämtliche Lenkungs- und Verteilungswirkungen abzudecken. Stattdessen haben wir auf teils auf ein einziges Produkt 3-4 Abgaben, ein anderes kann je nach Bedingungen einer von 3-4 unterliegen und für gleichartige, aus gleichen Gründen mit Abgaben belegte gibt es ebenfalls 3-4 verschiedene parallel, am Ende mehrere dutzend Abgaben insgesamt.

Und auf der Förderungsseite noch einmal genau dassselbe. Denn auch da darf es eben nicht sein, dass jemand (Personen wie Unternehmen) einfach nach einem Bedarf unterstützt werden, sondern es muss jedesmal extra geprüft werden, ob er nicht schon eine von drölftausend anderen Unterstützungsmaßnahemn erhält, die dann auf eine ganz bestimmte, von weiteren Faktoren abhängige Art verrechnet werden muss.


Bullshit, wo man nicht mehr sparen kann, weil man schon am limit ist

Nichts mehr sparen kann man, wenn man bei 0 ist. Ist aber keiner. Bis dahin ist es allenfalls sehr unangenehm, etwas unbequem oder unerwünscht, zu sparen. Und weniger als 10% fallen in die "sehr unangenehm" Gruppe und denen sollte man allgemein aus ihrem Loch helfen, nicht gönnerhaft sinnvolle Politik zu deren "Schutz" verhindern, wovon dann in erster Linie 50% von denen profitieren, die sehr wohl sehr viel einsparen könnten und einfach nur keinen Bock, aber sehr viel Egoismus haben.


Alles richtig.
Die Kommunen (zumindest die meisten) "blockieren" dass aber nicht aus Spaß --> sondern weil einfach das Geld fehlt

Abgesehen davon, dass viele der hier genannten Fälle keine Kommunen, sondern Länder zuständig wären: Entität X hat ihre eigenen Finanzierungsquellen und sollte mit diesen Einnahmen sinnvoll, verantwortungsbewusst und prioritätenorientiert umgehen. In sehr, sehr vielen Bezugsrahmen finden sich jede Menge Beispiele, wo viel mehr Geld für Oberflächlichkeiten oder schlicht Inkompetenz verschleudert wurde, als für eine Solaranlage nötig wäre. Es ist nicht Aufgabe des Bundes, solche Misswirtschaft zu subventionieren.


Nur, wie würde das im konkret genannten Fall enden? Der Preis ist ein Punkt. Er ist aber nicht der ausschließliche Faktor.

Da müssen schon komplexere Ideen an den Tag gelegt werden, meinst nicht auch?

Nö. Eigentlich hast du gerade ein Musterbeispiel dafür gemacht, wie Komplexität künstlich herbeigefühert wird, um sinnvolles, geradliniges, wirkungsvolles Handeln zu verhindern: Du beschreibst eine Lage, in der die CO2-intensivste Lösung die billigste ist und die finanziell attraktivste diejenige, welche den meisten Overhead provoziert. Diese Gesamtlage ist nichts weiter als das vermeidbare, genauer: das zu beseitigende, Artefakt einer Politik, die eben nicht allgemein einen Preis auf CO2 erhebt. Sondern die diverse CO2-Verursacher unbepreis lässt (sodass bestimmte Formen von CO2-Erzeugung spottbillig bleiben), dafür willkürlich an anderer Stelle Geld eintreibt (sodass allgemein wenig für dieses Projekt bereitstellt) und behauptet, beides zu kompensieren, in dem medien- aber nicht klimawirksame Förderungstöpfe eingerichtet werden, für die man eigentlich sinnvolle, schlanke Planungen verunstalten muss, um sie auszureizen.

Schmeiß den Fördertopf raus, mach Zement so teuer wie er klimatechnisch ist und senke mit dem eingesparten Geld die Lohnnebenkosten, damit Handwerker aus Sicht der Auftraggeber nicht mehr ein Vermögen kosten. Damit würdest du dreimal Komplexität aus dem System nehmen und hättest am Ende Bedingungen, unter denen die sinnvollste Lösung (eine geradliniege Sanierung) die günstigste und zudem bezahlbar wäre.
Und ein paar Arbeitsplätze wären nebenbei auch noch entstanden.
 
Das Problem ist doch nicht der Ausbau, in entsprechenden Monaten gibt es doch jetzt schon genügend Überschuss der verpufft und PVs abgeschaltet werden müssen. Das Problem sind Grundlasten nd da gibt es keine Lösung. Noch mehr PV hilft nicht ohne Speichertechnik, die es quasi nicht gibt außer im Endanwenderbereich.

Es gibt deswegen so wenige kommerzielle Speicher, weil es viel zu wenig Überschussstrom gibt und sich somit der Betrieb von Speichereinrichtungen nicht lohnt. Nachdem jetzt klar wurde, dass die H2-Pläne der Ampel wieder in der Versenkung verschwinden und die nächsten Jahre eine Regierung an die Macht kommt, der Klimaschutz vollkommen (statt nur ziemlich) egal ist, verschwinden die sogar gerade wieder die ersten zaghaften Pläne für kommerzielle Elektroliseure in den Schubladen und die dafür gegründeten Unternehmen gehen, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt ist, in Konkurs. Speicher lohnen sich halt erst, wenn es was zu speichern gibt. Also im Falle von H2 2-3 Monate im Jahr mit >100% EE im Schnitt und im Falle von Batterien jeden Mittag, auch im Winter >100% EE mit ausreichendem Gesamtumfang, um im Juni/Juli auch mal 80% der Kapazität in einem Tageszyklus auszuschöpfen.

Davon sind aber meilenweit entfernt. Wir haben ein fossil geprägtes System und da braucht halt niemand Speicherung erneuerbarer Energien, also zahlt auch niemand dafür und kommerzielle Speicher lohnen sich nur in sehr bescheidener Größe zur Netzregulation.


Es geht nicht ums bestrafen sondern darum, dass die Lasten gleich verteilt werden. Menschen ohne Kinder habe deutlichste Vorteile, Job, finanziell, Wohnung etc.. Das sind erheblichste Kostenunterschiede die gesellschaftliche nicht mal im gröbsten Ansatz ausgeglichen werden aber genau die Kinder solcher Familien sind es, die die Sozialsysteme, siehe Demographie-Faktor, am laufen halten, finanzieren und damit erst ermöglichen.

Die Kinder der Menschen, die in der letzten und vorletzten Generation welche hatten, sind der Grund dafür, dass wir überhaupt so große Probleme und Ausgaben haben. Wollen wir das auch ausgleichen und den gesamten Klimaschutz mal aus der Rentenkasse finanzieren, um "die Lasten gleich zu verteilen"?

Dann können wir gerne auch über weitere Mehrbelastungen ZUSÄTZLICH ZU DEN BEREITS BESTEHENDEN für kinderlose reden.


Ich halte das gesamte energetische Sanieren für falsch gesteuert. Irgendeinen völlig unsanierten 60er Jahre (und älter) Bau auf KFW75 oder besser zu bringen ist Humbug.

Energiesparen im Rahmen einer Sanierung läuft kaum anders ab als im Rahmen eines Neubaus. Klimatechnisch betrachtet ist es absoluter Humbug, ein bestehendes Haus abzureißen und ein neues hochzuziehen, nur um genau die gleiche Isolierung dranzukleben und die gleichen Fenster einzubauen. Das lohnt sich ökonomisch nur wegen verzerrter Rahmenbedingungen zugunsten der (Neu-)Baulobby, weil man so die Rechte von Bestandsmietern wortwörtlich Plattwalzen kann und weil man anschließend die Neumieter richtig abzocken kann. Kurz: Das ist Profit zu Lasten der Allgemeinheit, aber kein Klimaschutz.


Und das ist eben Unsinn.
Selbst ein unsaniertes Haus mit alten Heizkörpern läuft mit einer Wärmepumpe effizienter.
Die Effizienz einer Wärmepumpe kann bei weit über 100% liegen. Das schafft eine Öl oder Gasheizung nicht.

Mit deltaT von 80 K (75 °C Vorlauf bei -5 °C Außentemperatur) schafft keine Wärmepumpe deutlich über 100%. Sie muss aber sogar 220-260% schaffen, um die bereits erfolgten Verluste im Gaskraftwerk auszugleichen und auf ±0 gegenüber einer Gastherme zu kommen. Wegen der höheren Emissionen von Kohlekraftwerken sind die nächsten 20-30 Jahre sogar 350-500% respektive COP5 gefordert, ehe die Wärmepumpe eine positive Klimabilanz hat. Das schafft man, wenn überhaupt, nur mit niedriger Vorlauftemperatur und somit angepassten Niedrigtemperaturheizkörpern.

Allerdings lassen sich genau die in 80% der mir bekannten Altbauten problemlos nachrüsten (ausgerechnet bei mir wäre es im Wohnzimmer kritisch :( ) und schon kann man mit Wärmepumpe effizienter beheizen als mit Gasthermen.

ABER: Ziel ist nicht "Effizienz". Ziel ist "CO2 einsparen". Effizienz ist nur ein möglicher Weg dahin. Und während die besten Kohlestrom-Wärmepumpe bei vielleicht 5-10% Treibhauswirkung gegenüber den besten Gasthermen einspart, bringt eine gute Dämmung 80-95%. Deswegen sollte man einen Altbau vor allem/als erstes isolieren.

Erst eine Wärmepumpe einzubauen funktioniert zwar technisch (entgegen andersläufiger Behauptungen hier)- Klimatechnisch betrachtet ist es aber eine Verschwendung von Ressourcen, die an anderer Stelle mehr bringen würden und ökonomisch betrachtet ist es, trotz aller Förderung ziemlich teuer (erst Recht wenn doch mal einer Rücksicht auf die Nachbarn nehmen sollte), ohne echten Einspareffekt, denn man braucht eben eine ziemlich große, leistungsfähige Anlage.
 
Dein erstes "billiger" ist ein Vergleich zwischen zwei Dingen und eins davon ist teurer. Das zweite dagegen zwischen zwei Zeitpunkten. Damit eine unerwünschte Sache teurer als eine erwünschte ist, muss man keineswegs letzere billiger werden lassen. Insbesondere dann nicht, wenn auch die erwünschtere Sache nur ein Notnagel ist, mit dem man leben kann, der aber eigentlich ebenfalls möglichst wenig beansprucht werden sollte.
Ich muss zugeben den Abschnitt da verstehe ich nicht wirklich. Wieso Notnagel? Es ging dabei doch um gar nichts konkretes?
Das war ein generelles Verhaltensding von Menschen das mich immer wieder an einfachsten Dingen verblüfft wie irre die Leute sind. Da ist bei tanke A ne Schlange von zig Autos weil die 2 cent billiger ist als Tanke B 100m daneben wo kein Mensch ansteht. Leute warten lieber ne halbe Stunde um auf ne Tankfüllung gesehen einen Euro zu sparen. So extrem ist das ich will billig(er) bzw so egal ist alles andere drumrum. Da setzt sich nix durch was teurer ist, egal was.

Aber danke für den Ökotariftipp, dann mache ich das Häkchen wieder bei Normalmix, ders 3 cent billiger oder sowas. War wohl blöd von mir nicht auch das billigste zu nehmen (leider kann ich den Vertrag selbst noch nicht ändern bzw zu nem Billiganbieter wechseln).
 
Ich muss zugeben den Abschnitt da verstehe ich nicht wirklich.
Es ging um deine Folgerung "wenn das was der Pöbel kaufen soll teurer ist als das was er nicht kaufen soll dann muss man ersteres billiger machen", stattdessen kann man aber auch letzteres teurer machen. Z.B. bei billigem non Öko Strom dessen schlechte Umweltbilanz stärker besteuern, ergo CO2 Preis hoch.
 
Energiesparen im Rahmen einer Sanierung läuft kaum anders ab als im Rahmen eines Neubaus. Klimatechnisch betrachtet ist es absoluter Humbug, ein bestehendes Haus abzureißen und ein neues hochzuziehen, nur um genau die gleiche Isolierung dranzukleben und die gleichen Fenster einzubauen. Das lohnt sich ökonomisch nur wegen verzerrter Rahmenbedingungen zugunsten der (Neu-)Baulobby, weil man so die Rechte von Bestandsmietern wortwörtlich Plattwalzen kann und weil man anschließend die Neumieter richtig abzocken kann. Kurz: Das ist Profit zu Lasten der Allgemeinheit, aber kein Klimaschutz.
Es geht aber um die absoluten Einsparungen in Relation zum Aufwand.

Von völlig unsaniert mit rund 300 kwh/m²*a komme ich mit einer Sanierung auf den Stand eines Neubaus aus den 80ern, schon mal auf 150 kwh/m²*a runter. Gehe ich auf 90er Jahre Standard bin ich bei 100 kwh/m²*a.

Versuche ich KfW70, komme ich auf 45 kwh/m²*a. Dafür wächst der Aufwand immer mehr und die Umsetzbarkeit wird immer schwieriger.

Wir müssen den Altbestand angehen und wenn ich mit dünner Außendämmung und neuer Doppelverglasung bereits 50% Energie sparen kann, dann ist das sinnvoller das zu machen, als nichts zu machen, weil der Aufwand 80% Energie zu sparen einer Kernsanierung gleich kommt.
 
Wieso durch Subventionen? "Subventionen für die obere Hälfte" ist doch wieder nichts weiter als Umverteilung von unten nach oben, denn alle zahlen ein aber nur die, die ohnehin schon mehr haben, kriegen was raus.
Was es braucht, sind im Gegenteil Subventionskürzungen. Vollen Steuern und abgaben auf Kerosin würde z.B. überwiegend Gutverdiener treffen, denn die unteren 20% fliegen keine 10000 km im Jahr. Abschaffung des Dientswagenprivilegs dito, denn sowas haben Leute gar nicht erst. Pendlerpauschale? Weiterhin überwiegend etwas für Leute, die sich ein Haus "im Grünen" leisten konnten, nicht für Leute die in ihrer Wohnung bleiben mussten. Sämtliche Subventionen im Baugwerbe mit Ausnahme der Förderung von Sozialwohnungen gehen ebenfalls direkt zugunsten derjenigen, die das Grundkapital haben, um überhaupt zu bauen.
etc. etc. etc.

Wenn man alle diese klimaschädlichen Subventionen für ohnehin Reiche streichen würde, hätte man nicht nur mehr fürs Klima getan als die Politik derzeit insgesamt schafft, sondern auch gleich noch das Problem mit den eskalierenden Lohnnebenkosten (die ebenfalls überproportional niedrigere Einkommen belasten) gelöst, weil wieder genug Geld für sinnvolles in der Staatskasse wäre.
Kannst du dir dabei vorstellen, dass man dann anstatt zu investieren, es einfach laufen lässt und nen großen Haufen auf das eigentliche Ziel, den Klimaschutz macht?

Ich bin ja vollkommen bei dir, dass das nicht sonderlich ideal ist. Ehrlich! Es muss doch aber einen anderen Weg geben als das Leben von denen, die es sich finanziell leisten können, per Diktat über super hohe Preise zu einer Veränderung zu zwingen. Und selbst wenn das so machbar wäre, ohne sich gleich den Zorn der 50 % auf sich zu ziehen, was bedeutete es für die davon ja auch betroffenen Wirtschaftszweige? Ich selber bin ein absoluter Gegner von Kreuzfahrttourismus oder so etwas wie Mallorca-Weekend-Hopping, dennoch frage ich mich, was wäre wenn, also was wäre, wenn wir wirklich sagen, dass Flugreisen, Kreuzfahrten massivst teurer werden? Würde es wirklich helfen?

Es geht aber um die absoluten Einsparungen in Relation zum Aufwand.
In etwa 20 % der Wärme geht über die Außenwände flöten. Bei mir wäre die Umhüllung des Hauses mit round about 30.000 € zu Buche geschlagen. Den Komfortgewinn mal außen vor, kann man ja mal rechnen, wie lange ich Gas verheizen kann, bis ich die wieder drin hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ging um deine Folgerung "wenn das was der Pöbel kaufen soll teurer ist als das was er nicht kaufen soll dann muss man ersteres billiger machen", stattdessen kann man aber auch letzteres teurer machen. Z.B. bei billigem non Öko Strom dessen schlechte Umweltbilanz stärker besteuern, ergo CO2 Preis hoch.
Ist das jetzt ein Wärmepumpen/Öko Thread?
Selbst die SPD ist inzwischen gegen das Gebäudeenergiegesetz. Wobei ich eher der Meinung bin, dass sich die Sozen für Koalitionsverhandlungen mit der Union bereit machen.
 
Es ging um deine Folgerung "wenn das was der Pöbel kaufen soll teurer ist als das was er nicht kaufen soll dann muss man ersteres billiger machen
Ah ok. Die zwingende Folgerung es müsse billiger werden war so nicht gemeint, sondern nur dass sich nur das in der Masse durchsetzen kann was die günstigste Option ist, ob man die gewünschte billiger oder die andere teurer macht ist ein ganz anderes (und wohl viel komplizierteres) Thema.
 
Es ging um deine Folgerung "wenn das was der Pöbel kaufen soll teurer ist als das was er nicht kaufen soll dann muss man ersteres billiger machen", stattdessen kann man aber auch letzteres teurer machen. Z.B. bei billigem non Öko Strom dessen schlechte Umweltbilanz stärker besteuern, ergo CO2 Preis hoch.
Es ist vor allen ein Trugschluss das der "Pöbel" Dinge immer nur dann kauft wenn sie maximal billig sind, weil es die Kausalität nicht beachtet.

Der "Pöbel" ist schon durchaus bereit auch völlig überteuerte Dinge zu kaufen, aber nur dann wenn es sich auch dazu eignet vor anderen damit rumflexen zu können (wie super toll es einem doch geht und was man sich doch wieder feines leisten konnte).

Entsprechend ist dann für die möglichst dicke Karre, einen 4000 Euro PC, das neueste Apple iPhone, die Louis Vuitton Handtasche, oder den Einkaufswagen voller Markenlebensmittel und einen Kaffee vom Starbucks, usw. usf. auch im Zweifel immer Geld da und steht man eben lieber 30min für 2 Cent günstigeren Sprit an der Tanke, oder verstromt lieber den billigsten Kohlestrom und heizt mit Öl, als da mehr Geld für auszugeben.

Unsere Gesellschaft hat eben die letzten Jahrzehnte die Prioritäten klar abgesteckt, wo das Geld verkonsumiert zu werden hat, oder wer hat schon mal jemanden dadrüber jammern hören dass das iPhone mit der neuen Generation mal wieder 200 Euro teurer geworden ist, wenn aber die Arla Kaergarden Butter 40 Cent teurer wird, oder aber der Sprit 5 Cent, gibts gleich einen halben Volksaufstand.

Folglich, wäre es genauso "cool" einen Ökostromvertrag zu haben, wie ein 1400 Euro iPhone, die Leute würden sich alle sofort ersteres zulegen. ;)
 
Es ist vor allen ein Trugschluss das der "Pöbel" Dinge immer nur dann kauft wenn sie maximal billig sind, weil es die Kausalität nicht beachtet.

Der "Pöbel" ist schon durchaus bereit auch völlig überteuerte Dinge zu kaufen, aber nur dann wenn es sich auch dazu eignet vor anderen damit rumflexen zu können (wie super toll es einem doch geht und was man sich doch wieder feines leisten konnte).

Entsprechend ist dann für die möglichst dicke Karre, einen 4000 Euro PC, das neueste Apple iPhone, die Louis Vuitton Handtasche, oder den Einkaufswagen voller Markenlebensmittel und einen Kaffee vom Starbucks, usw. usf. auch im Zweifel immer Geld da und steht man eben lieber 30min für 2 Cent günstigeren Sprit an der Tanke, oder verstromt lieber den billigsten Kohlestrom und heizt mit Öl, als da mehr Geld für auszugeben.

Unsere Gesellschaft hat eben die letzten Jahrzehnte die Prioritäten klar abgesteckt, wo das Geld verkonsumiert zu werden hat, oder wer hat schon mal jemanden dadrüber jammern hören dass das iPhone mit der neuen Generation mal wieder 200 Euro teurer geworden ist, wenn aber die Arla Kaergarden Butter 20 Cent teurer wird, oder aber der Sprit 5 Cent, gibts gleich einen halben Volksaufstand. ;)
Wieso erinnert mich das alles an die dekadenten Endzeiten des römischen Imperiums?
 
Es ist vor allen ein Trugschluss das der "Pöbel" Dinge immer nur dann kauft wenn sie maximal billig sind, weil es die Kausalität nicht beachtet.

Der "Pöbel" ist schon durchaus bereit auch völlig überteuerte Dinge zu kaufen, aber nur dann wenn es sich auch dazu eignet vor anderen damit rumflexen zu können (wie super toll es einem doch geht und was man sich doch wieder feines leisten konnte).

Entsprechend ist dann für die möglichst dicke Karre, einen 4000 Euro PC, das neueste Apple iPhone, die Louis Vuitton Handtasche, oder den Einkaufswagen voller Markenlebensmittel und einen Kaffee vom Starbucks, usw. usf. auch im Zweifel immer Geld da und steht man eben lieber 30min für 2 Cent günstigeren Sprit an der Tanke, oder verstromt lieber den billigsten Kohlestrom und heizt mit Öl, als da mehr Geld für auszugeben.

Unsere Gesellschaft hat eben die letzten Jahrzehnte die Prioritäten klar abgesteckt, wo das Geld verkonsumiert zu werden hat, oder wer hat schon mal jemanden dadrüber jammern hören dass das iPhone mit der neuen Generation mal wieder 200 Euro teurer geworden ist, wenn aber die Arla Kaergarden Butter 40 Cent teurer wird, oder aber der Sprit 5 Cent, gibts gleich einen halben Volksaufstand.

Folglich, wäre es genauso "cool" einen Ökostromvertrag zu haben, wie ein 1400 Euro iPhone, die Leute würden sich alle sofort ersteres zulegen. ;)

Das Dinge des täglichen Bedarfs (Nahrungsmittel, Strom, Sprit) eher auffallen, wenn sie deutlich teuerer werden, als "Luxusgüter" die man sich alle Jubeljahre mal gönnt, ist mMn nahliegend.

Darüber hinaus, erlebe ich es zumindest nicht (subjektive Wahrnehmung), dass die, die über die gestiegenen Preise für Essen und Sprit "jammern", diejenigen sind, die sich immer das neuste von [hier Produkt einsetzen] gönnen.
 
Es gibt auch keine Anspruch konsumieren zu können. Wenn die Leute weniger konsumieren, ist das sowieso nachhaltiger.
 
Das Dinge des täglichen Bedarfs (Nahrungsmittel, Strom, Sprit) eher auffallen, wenn sie deutlich teuerer werden, als "Luxusgüter" die man sich alle Jubeljahre mal gönnt, ist mMn nahliegend.
Ach echt, dafür gibt hier in Berlin aber scheinbar eine ganze Menge Leute, die sich alle 1 bis 2 Jahre ein neues Smartphone gönnen.
Ach stimmt, das kostet ja auch keine 1400 Euro, direkt auf die Kralle, sondern nur 69,99 bis 99,99 Euro im 1 bis 2 Jahresvertrag, na dann, kann man sich doch mal "gönnen". :ugly:

Darüber hinaus, erlebe ich es zumindest nicht (subjektive Wahrnehmung), dass die, die über die gestiegenen Preise für Essen und Sprit "jammern", diejenigen sind, die sich immer das neuste von [hier Produkt einsetzen] gönnen.
Stimmt, die jammern auch immer nur vor der Kamera, oder im Internet, im RL / Alltag jammern ehr die, für die gestiegene Lebensmittelpreise meist wirklich auch ein richtiges Problem darstellen, weil der Geldbeutel eh schon maximal eng geschnürrt ist und die sich sowieso schon ehr äußerst selten etwas unnötiges gönnen können.
 
Ach echt, dafür gibt hier in Berlin aber scheinbar eine ganze Menge Leute, die sich alle 1 bis 2 Jahre ein neues Smartphone gönnen.
Ach stimmt, das kostet ja auch keine 1400 Euro, direkt auf die Kralle, sondern nur 69,99 bis 99,99 Euro im 1 bis 2 Jahresvertrag, na dann, kann man sich doch mal "gönnen". :ugly:

Das streite ich gar nicht ab, ab alle 1-2 Jahre sind halt was anderes als Strom, Sprit und Nahrungsmittel, die man ja dann doch schon häufiger, als alle 1-2 Jahre kauft.

Stimmt, die jammern auch immer nur vor der Kamera, oder im Internet, im RL / Alltag jammern ehr die, für die gestiegene Lebensmittelpreise meist wirklich auch ein richtiges Problem darstellen, weil der Geldbeutel eh schon maximal eng geschnürrt ist und die sich sowieso schon ehr äußerst selten etwas unnötiges gönnen können.

Also die Leute, die ich kenne, die sich ständig das neuste vom neusten holen, die jammern tatsächlich nicht über die gestiegenen Preise des alltäglichen Lebens. Weil es sie im Kern eigentlich nicht tanigert.

Wer doch wirklich jammert sind - wie du richtig festgehalten hast - für die, die gestiegenen Preise ein echtes Problem sind.

Ich glaube halt wirklich, dass es zwar sicherlich auch Überschneidung beider Gruppen gibt, aber ich denke nicht, dass das die Mehrheit ist. Ich habe dafür aber auch keine Beweise und das enspricht nur meiner subjektiven Wahrnehmung im eigenen Bekanntenkreis.
 
Ich muss ehrlich zugeben, mit der Antwort hätte ich nicht gerechnet. Wow, wie sehr kann man von der Realität abgeschnitten sein?

Seit 2015 ist die Zahl der illegalen Einwanderer gestiegen.DAS ist der Grund. Jeder, der mit zwei offenen Augen durch die Welt geht, sieht und liest das auch. Die Sylvesternacht in Köln schon vergessen?

In dem Zusammenhang auch interessant:


Tja, das ist der Stand unserer Gerichte. Vergewaltiger lassen sie laufen, aber wer diese Urteile kritisiert oder den Wirtschaftsminister als Schwachkopf bezeichnet, da werden alle Geschütze aufgefahren.
Sorry aber Nius als Quelle, ernsthaft?
"Jeder sieht und liest es halt" kommt mir rhetorisch auch recht bekannt vor, ist doch die Standardantwort von "Mike und Frank", die das Abendland verteidigen, wenn man mal etwas genau nach bestimmten Themen und deren Hintergründen nachfragt?!^^

MfG
 
Sorry aber Nius als Quelle, ernsthaft?
"Jeder sieht und liest es halt" kommt mir rhetorisch auch recht bekannt vor, ist doch die Standardantwort von "Mike und Frank", die das Abendland verteidigen, wenn man mal etwas genau nach bestimmten Themen und deren Hintergründen nachfragt?!^^

MfG
@Birdy84:
Hat rein statistische Werte bzw. ÖR dokumentiert/zitiert.
Inhaltlich steht das das (fast) Gleiche drinnen, die Polemik mal geflissentlich überlesen.

Reichelt darf man gerne sehr kritisch sehen, Nius ist auch nicht meine Hauptinfo- und Lieblingsquelle.
Aber, nur in der eigenen Bubble lesen (also nicht Dich persönlich gemeint, sondern allgemein geprochen), bestätigt lediglich das eigene Weltbild und sieht andere Meinungen gar nicht - mögen die auch noch so falsch aus eigener Perspektive sein.
Für eine differenzierte Eigenmeinung macht es auch für mich manchmal sinn, "beim Gegner" mitzulesen.
 
Es gibt deswegen so wenige kommerzielle Speicher, weil es viel zu wenig Überschussstrom gibt und sich somit der Betrieb von Speichereinrichtungen nicht lohnt. Nachdem jetzt klar wurde, dass die H2-Pläne der Ampel wieder in der Versenkung verschwinden und die nächsten Jahre eine Regierung an die Macht kommt, der Klimaschutz vollkommen (statt nur ziemlich) egal ist, verschwinden die sogar gerade wieder die ersten zaghaften Pläne für kommerzielle Elektroliseure in den Schubladen und die dafür gegründeten Unternehmen gehen, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt ist, in Konkurs. Speicher lohnen sich halt erst, wenn es was zu speichern gibt. Also im Falle von H2 2-3 Monate im Jahr mit >100% EE im Schnitt und im Falle von Batterien jeden Mittag, auch im Winter >100% EE mit ausreichendem Gesamtumfang, um im Juni/Juli auch mal 80% der Kapazität in einem Tageszyklus auszuschöpfen.

Davon sind aber meilenweit entfernt. Wir haben ein fossil geprägtes System und da braucht halt niemand Speicherung erneuerbarer Energien, also zahlt auch niemand dafür und kommerzielle Speicher lohnen sich nur in sehr bescheidener Größe zur Netzregulation.
Naja, das kann man ganz einfach grundsätzlich auf kommerzielle Nutzbarkeit runterbrechen. So lange solche Infrastruktur nur dem Staat unterliegt werden Private das immer als Leitkriterium nehmen müssen.
Die Kinder der Menschen, die in der letzten und vorletzten Generation welche hatten, sind der Grund dafür, dass wir überhaupt so große Probleme und Ausgaben haben. Wollen wir das auch ausgleichen und den gesamten Klimaschutz mal aus der Rentenkasse finanzieren, um "die Lasten gleich zu verteilen"?

Dann können wir gerne auch über weitere Mehrbelastungen ZUSÄTZLICH ZU DEN BEREITS BESTEHENDEN für kinderlose reden.
Was in der Vergangenheit war lässt doch jetzt nicht mehr ändern, es geht um die zukünftige Gesellschaftsverantwortung und die sollte gerechter aufgeteilt werden. Kinderlose profitieren so stark überproportional gegenüber Familien, dass an der Stelle eine Korrektur stattfinden müsste und sollte.
Energiesparen im Rahmen einer Sanierung läuft kaum anders ab als im Rahmen eines Neubaus. Klimatechnisch betrachtet ist es absoluter Humbug, ein bestehendes Haus abzureißen und ein neues hochzuziehen, nur um genau die gleiche Isolierung dranzukleben und die gleichen Fenster einzubauen. Das lohnt sich ökonomisch nur wegen verzerrter Rahmenbedingungen zugunsten der (Neu-)Baulobby, weil man so die Rechte von Bestandsmietern wortwörtlich Plattwalzen kann und weil man anschließend die Neumieter richtig abzocken kann. Kurz: Das ist Profit zu Lasten der Allgemeinheit, aber kein Klimaschutz.
Du machst jetzt hier aber ein Heuschrecken/Ballungsgebietthema daraus. Allgemein betrifft das vor allem aber Eigennutzer im ländlichen Raum und auch da gilt, perspektivisch ist Neubau oftmals günstiger. Es geht ja nicht nur um Dachsanierung, Kellerabdichtung, Außendämmung bis in den Keller, neue Heizung etc., sondern Sanierung heißt generell oftmals dann auch neue Leitungungen, Strom, Rohre, Anschlüsse, Bad, Küche und Co, denn in solch einer Phase würde es kein Sinn ergeben nach Sanierung das dann ggf. 10 Jahre später machen zu müssen, da erscheint es für viele wirtschaftlicher gleich neu zu bauen. Durch das HG ist es eben unlukrativ geworden Bestand zu nutzen, so das dann eher neu gebaut wird. Das hätte man anders lösen können und sollen, denn es ist absolut richtig was du weiter unten schreibst, bezüglich nachdämmen und den damit einhergehenden Einsparungen aber das lohnt sich durch das Risiko Heizungsneukauf nicht, wenn man dann auf WP oder andere Technologieen setzen muss, die es noch gar nicht gibt. Bei den aktuellen Kaufpreisen entscheiden dieses finanzielle Risiko über den weiteren Werdegang und der heißt entweder Abriss und Neubau oder neue Gasheizung. Das ist grüne Realpolitik.
Mit deltaT von 80 K (75 °C Vorlauf bei -5 °C Außentemperatur) schafft keine Wärmepumpe deutlich über 100%. Sie muss aber sogar 220-260% schaffen, um die bereits erfolgten Verluste im Gaskraftwerk auszugleichen und auf ±0 gegenüber einer Gastherme zu kommen. Wegen der höheren Emissionen von Kohlekraftwerken sind die nächsten 20-30 Jahre sogar 350-500% respektive COP5 gefordert, ehe die Wärmepumpe eine positive Klimabilanz hat. Das schafft man, wenn überhaupt, nur mit niedriger Vorlauftemperatur und somit angepassten Niedrigtemperaturheizkörpern.
:daumen:
Jemand der es verstanden hat, ich hatte hier die Hoffnung schon aufgegeben. :-)

Allerdings lassen sich genau die in 80% der mir bekannten Altbauten problemlos nachrüsten (ausgerechnet bei mir wäre es im Wohnzimmer kritisch :( ) und schon kann man mit Wärmepumpe effizienter beheizen als mit Gasthermen.
Ich hatte weiter oben Studien und Untersuchungen gepostet, dass das auf den größeren Teil des Alt-Bestandes nicht zutrifft.
ABER: Ziel ist nicht "Effizienz". Ziel ist "CO2 einsparen". Effizienz ist nur ein möglicher Weg dahin. Und während die besten Kohlestrom-Wärmepumpe bei vielleicht 5-10% Treibhauswirkung gegenüber den besten Gasthermen einspart, bringt eine gute Dämmung 80-95%. Deswegen sollte man einen Altbau vor allem/als erstes isolieren.
Genau, siehe oben. Aber statt desses wurde politisch die WäPu forciert, was für den Klimaschutz ein grober Fehler ist. Man könnte mit den Maßnahmen jetzt schon deutlich mehr Erreichen.
Erst eine Wärmepumpe einzubauen funktioniert zwar technisch (entgegen andersläufiger Behauptungen hier)- Klimatechnisch betrachtet ist es aber eine Verschwendung von Ressourcen, die an anderer Stelle mehr bringen würden und ökonomisch betrachtet ist es, trotz aller Förderung ziemlich teuer (erst Recht wenn doch mal einer Rücksicht auf die Nachbarn nehmen sollte), ohne echten Einspareffekt, denn man braucht eben eine ziemlich große, leistungsfähige Anlage.
Technisch streitet glaube ich niemand ab, es geht um die Wirtschaftlichkeit. Dazu hatte ich auch einige Quellen gepostet aus den das klar hervorgeht. :-)

MfG

MfG
 
Sorry aber Nius als Quelle, ernsthaft?

Sorry, ich werde mich an dem Spiel "Tötet den Boten" nicht beteiligen.

Dazu fällt mir dieses Zitat ein:

"Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht."

"Jeder sieht und liest es halt" kommt mir rhetorisch auch recht bekannt vor, ist doch die Standardantwort von "Mike und Frank", die das Abendland verteidigen, wenn man mal etwas genau nach bestimmten Themen und deren Hintergründen nachfragt?!^^

Vielleicht sind es Standardantworten, weil es halt in den meisten Fällen einfach zutreffend ist?
 
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