Ich trage Teile unserer Argumentation gerne in meine kleine private Freundesbubble, die, ebenso wie hier, nicht politisch homogen ist. Und was du da gerade schreibst, davon berichtete gestern ein Freund.
Der arbeitet in einem relativ großen Bauunternehmen. Die haben eine Liegenschaft mit einem recht großen Gebäude, schon etwas älter, wo die Stadt/Gemeinde nun gerne Teile der Verwaltung aber auch andere öffentliche Dienstleistungen wie eine Bücherei drin unterbringen will. Dieses Gebäude ist energetisch nicht mehr tragbar. Nun gibt es unterschiedliche Ansätze zwecks Renovierung. Zum einen geht man kaufmännisch an die Sache ran. Dann betrachtet man das nach dem Aspekt des Aufwandes und des damit verbundenen CO2-Abruckes. Und dann ist da noch ein Teil der politische Ebene, die dieses Objekt am liebsten auf KFW40-Standard bringen will.
In diesem Spannungsfeld bewegt sich laut seiner Aussage gerade der Entscheidungsfindungsprozess. Er sagt: Abreißen und was neues Bauen wäre vermutlich am günstigsten. Der CO2-Abdruck aber enorm. Renovierung wäre machbar und auch vernünftig, dann aber auf KFW55 aber eher KFW75 Standard. Das wird aber nicht mehr gefördert. KFW40 fällt raus, weil das unterm Strich teurer in Form von Geld und CO2-Abdruck wäre, als es neu zu bauen.
Jetzt fängt man an darüber nachzudenken, ob man dieses Gebäude in mehre Gebäude aufteilt. Gleicher Baukörper, aber durch das Einziehen von Feuerschutzwänden, Schallschutz etc würde das zu einem dreigeteilten Haus werden. Damit könnte man 3x Förderung kassieren, was es zumindest vom Geld her wieder rentabel macht. Rechtlich ist das aber höchst fragwürdig, weil es nur einen Hausanschluss gäbe. Tönerne Füße unter diesem Plan also.
Jetzt kommst du, und sagst: Regelt das über den Preis. Irgendwann ist der Druck hoch genug, sodass sich die Leute von alleine bewegen.
Nur, wie würde das im konkret genannten Fall enden? Der Preis ist ein Punkt. Er ist aber nicht der ausschließliche Faktor.
Da müssen schon komplexere Ideen an den Tag gelegt werden, meinst nicht auch?