@
Nightslaver
Du mischt hier fleißig Dinge, die im Grunde genommen stark zu differenzieren sind, um deine Agenda voranzubringen, ohne die Probleme wirklich erkannt zu haben.
Na nur gut das du so völlig Agendafrei zu sein scheinst...
Die Gesammtbevölkerung ist wesentlcih vermögender als vor 20-40 Jahren und das betrifft 60-70% der Bevölkerung, den "letzten" 30% Prozent können eher nicht partizipieren.
Na große Klasse, wenn das Vermögen am oberen Ende drastisch angewachsen ist, am unteren Ende aber gesunken, oder stagniert, haben trotzdem alle (im Durchschnitt / "die Gesamtbevölkerung") am Ende mehr.
So kann man sich die Welt natürlich auch ganz ohne Gras schönmalen...
1. Die Globalisierung sorgt für "Wettbewerb" unter den Staaten, die sich meistens nicht einig sind, kann man auch gut an der EU sehen. Die Folge davon ist, das Arbeitsplätze dahin wandern, wo sie am ertragreichsten für Unternehmen sind und natürlich gibt es Weltweit auch sehr große Lohnunterschiede.
Nein, Globalisierung sorgt grundsätzlich eben nicht für mehr Wettbewerb, bzw. nur einen stark verzerrten, auch nicht anders als Protektionismus, weil ein Hochlohnland schlicht niemals im selben Sektor mit einem Niedriglohnland auf dem gleichen Niveau konkurieren kann, außer du willst das Hochlohnland auch in ein Niedriglohnland verwandeln.
Entsprechend kann auch kein vergleichbarer Wettbwerb stattfinden, vor allen dann nicht wenn sich dadurch die Arbeitsplätze nur von einem Ende der Welt an das andere Ende der Welt verlagern, von da wo das gleiche Produkt zum gleichen Preis weniger Gewinn erwirtschaft, dahin wo das Produkt durch weniger Kosten zum gleichen Preis mehr Gewinn erwirtschaftet.
Es findet also maximal ein sehr asymetrischer Wettbwerb statt und zwar dahingehend ob das Land aus dem die Arbeitsplätze verschwinden es hinbekommt diesen "drain" durch überlegene Inovation irgendwie aufzufangen.
Funfact am Rande, Deutschland hatte dahingehend zumindest mal eine Zeit lang ein paar passable Knospen, hat diese aber gerade unter 16 Jahre Merkelregierung auch alle fleißig mit der Abrissbirne eingerissen (u.a. die Solarbranche).
Wie auch immer, jedenfalls ist deine Auslegung von Wettbwerb, durch Globalisierung, schon wieder echt "bezeichnend"...
2. Durch immer mehr Technisierung und Digitalisierung ist der Anspruch auf gutbezahlte Arbeit zumindestens in Europa immer weiter gestiegen.
Ergo Leute mit guter Ausbildung verdienen Geld, die mit keiner oder schlechter Ausbildung haben es immer schwieriger ausreichend Geld zu verdienen.
Na no shit sherlock, du das war noch nie anders, das gut ausgebildete Arbeitsplätze normalerweise auch besser bezahlt werden.
Problem ist nur, entweder die fehlen inzwischen, da die Branchen abgewandert sind, oder aber drohen mit Abwanderung und dumpen damit die Löhne, oder aber haben die letzten 30 Jahre nicht (ausreichend) in Ausbildung investiert und leiden daher unter Nachwuchsmangel und du verdienst zwar sehr gut, aber hast dafür auch ein Arbeitspensum das du an deime geilen Lohn keine Freude mehr hast.
Davon abgesehen lenkst du hier schon wieder vom Thema ab, da es nicht um Gutverdiener geht, sondern um Spitzenverdiener / Vermögende.
3. Durch die immer bessere Technisierung, z:B. Containerschiffe mit 350-400000 BRT immer lesitungsfähigeren Flugzeugen (Frachtflieger) und Digitalisierung (Internet, Datenverkehr) ist es auch immer einfacher Produktion "auszulagern"
Gab es das in den 1990er Jahren?



Ja, gab es, sogar schon seit den 1970er Jahren, als man im Westen zunehmend Produktion ins Ostblockstaaten / die DDR auslagerte, wie IKEA u.a. bei seinem Billiboard, oder Otto bei Tupperware aus Leuna und Sommermode vom VEB Oberbekleidung Berlin.
Otto ist damit sogar zum europaweiten Branchenführer im Katalogversandhandel aufgestiegen:
2018 hat der Versandhändler Otto zum letzten Mal einen Katalog drucken lassen. Einst sehr populär, wurden Versandhauskataloge vom Onlinehandel abgelöst. Was viele nicht wussten: Viele Waren darin kamen aus der DDR.
www.mdr.de
Nach dem Zusammenbruch des Ostblock hat sich das nur nochmal drastisch forciert und das nicht erst ab den 2000er Jahren, sondern bereits ab den frühen 1990ern.
Dass das in der BRD nicht in den 1990ern noch schneller ging lag einzig und alleine dadran das die Kohlregierung teils lächerlich hohe Subventionen / Zuschüsse gezahlt hat, sofern Unternehmen sich in Ostdeutschland ansiedeln und für irgendwas zwischen meist 4 und 10 Jahre Jobgarantie gaben (je nach Umfang der Zuschüsse).
Hielt dann auch üblicherweise meist genau solange, direkt im Anschluss sind die Arbeitsplätze Etappenweise weiter Richtung Osten gewandert.
All das sind komplexe Zusammenhänge, die sich absolut nicht mit deinen Vergleichen und Rezepten von vor 30-40 Jahren lösen lassen, da sich die Welt weiterentwickelt hat.
All das sind komplexe Zusammenhänge die du offensichtlich nicht mal im Ansatz durchschaust, oder durchschauen möchtest...
Das was vor 30-40 rein technisch und praktisch unmöglich oder sehr schwierig und mit hohen Kosten verbunden war, kostet heute einen Fingerschnipp.
Es waren vor 30 oder 40 Jahren weder technische Gründe dafür irgendwie ausschlaggebend, noch höhere Kosten (Transportkosten waren sogar geringer).
Alleine praktisch war es deutlich erschwert, da der politisch-idiologische Wille beider "Systeme" solche Bemühungen im Weg stand, was aber seit den 1970er Jahren auch zunehmend durchlässiger wurde.
Hätte es den Kalten Krieg nicht gegeben wären diese Entwicklungen, durch Globalisierung, vermutlich daher auch schon wesentlich früher eingetreten:
Während des Kalten Krieges brach der Handel zwischen verfeindeten Blöcken von etwa 10 bis 15 Prozent des Welthandels auf weniger als 5 Prozent ein. Mit dem Ende des Kalten Krieges nahm der Handel zwischen ehemals rivalisierenden Blöcken rasch zu und erreichte im folgenden Jahrzehnt fast ein Viertel des Welthandels.
Wohlgemerkt im folgenden Jahrzehnt (also zwischen 1990 und 2010), also noch bevor nach 2010 Digitalisierung, Internet und damit einhergehende Vernetzung so richtig ausschlaggebend wurden, ist der Welthandel dort bereits auf 25% angestiegen.
In her speech at the 20th World Congress of the International Economic Association, Gita Gopinath discusses the potential onset of Cold War II and its implications for the global economy. She draws parallels between historical periods of globalization and fragmentation, emphasizing the current...
www.imf.org
Ich kann nicht sehen, dass das in deine Überlegungen irgendwie eingeflossen ist!
Ich kann nicht sehen das deine Behauptungen überhaupt auf kausalen Fakten beruhen und nicht zusammenkonstruiert sind...