Aber wie gesagt kann Cannabis bei bestimmten Menschen Psychosen auslösen.[...}
Jain. Auch wenn ich mich wiederhole (und du das vermutlich wieder nicht akzeptieren wirst): der
kausale Zusammenhang, der THC als alleinigen oder hauptsächlich ausschlaggebenden Faktor für die Entwicklung von Psychosen bei Konsumenten bescheinigt, ist meines Wissenes nicht nachgewiesen. Psychosen entwickelt man nicht einfach so, da liegen in der Regel gewisse Prädispositionen vor. Da dann psychoaktive Substanzen (ob Alkohol, THC oder sonstwas) drauf zu schütten, ist nie eine gute Idee. Also, die Studienlage dazu ist meines Wissens nach nicht eindeutig. Darum ist deine Aussage so, wie sie da steht, irreführend.
Und die geistige Entwicklung von Heranwachsenden negativ beeinflussen.
Ebenfalls wie jede Droge, die im Heranwachsendenalter konsumiert wird.
Deswegen wäre eine Freigabe ab 25 optimaler.
Abgesehen davon, dass ich ein großer Fan des "Ultralativ" bin: auch das müsste dann für alle Drogen gelten, nur für Cannabis wäre es Willkür. Und wir haben da - wie schon mehrfach hier erwähnt - eben das Problem einer schwierigen rechtlichen Grundlage.
Für die Legalisierung spricht aber, dass dann nicht mehr soviel gestreckter Dreck unters Volk gebracht wird.
Das mit dem gestreckten Zeug bei Cannabis ist eher vernachlässigbar. Ja, es gab/gibt Fälle, die echt übel waren. Vor ein paar Jahren wurde wohl tatsächlich mal Bleipulver in ein paar konfiszierten Proben gefunden, mit dem das Gewicht erhöht werden soll. Hin und wieder hat man wohl auch synthetische Cannabinoide drin, die die geringe Qualität des eigentlichen Cannabis verschleiern sollen und in ihrer Wirkung auf manche Menschen recht unberechnbar sein können. Hauptsächlich wird Cannabis - vor allem das von den netten Jungs, die immer sehr interessiert daran sind, wie es einem geht oder ob alles gut sei - mit diesen grün-grauen Papierhandtüchern und Oregano gestreckt sein
Ich sehe weiterhin den Hauptnutzen einer Legalisierung - neben dem offensichtlichen Eigennutz als Gelegenheitskonsument - eben in der Entkriminalisierung. Dadurch Entlastung von Polizei und Justiz, weniger vermeidbare Strafeinträge wegen Lappalien und Austrockung des Schwarzmarktes und der dahinter stehenden kriminellen Strukturen.
Dass die durchschnittliche Qualität des Produkts dadurch eventuell auch steigt und es zu weniger ungewollten Beimischungen kommt, ist natürlich ebenfalls positiv. Aber diese Problematik ist bei Cannabis viel viel geringer als bei synthetischen Drogen (pro Safer Use und Drugchecking!) oder etwa Heroin. Wobei bei letzterem ja ironischerweise die Gefahr darin besteht, ausnahmsweise mal vergleichsweise "sauberes" und dadurch höher konzentriertes Zeug zu erwischen und sich damit eine Überdosis, evtl. den berüchtigten "Goldenen Schuss" zu setzen.
Aber nur, um es nochmal zu betonen: auch wenn ich für die Legalisierung von Cannabis bin, bin ich stark gegen die Verharmlosung dieser oder jeder anderen Droge. Grundsätzlich muss man sich ja mal fragen, warum überhaupt so viele Menschen zu Drogen der einen oder anderen Form greifen und was die gesellschaftliche Ursache dafür ist. Aber währenddessen müssen wir halt mit der bestehenden gesellschaftlichen Realität umgehen. Mit aller Vorsicht, mit viel Präventionsarbeit (die - wie von mir ja auch schon gefordert - für alle Drogen hochgefahren werden sollte!), aber auch mit Sinn und Verstand statt mit Dogmen.