Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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So, ich musste erst mal Physio machen und gleichzeitig kam meine Frau. :)
Daher kann ich jetzt erst korrigieren.
Doch das kann man anhand von Statistiken objektiv belegen.
Wer hat denn die Statistik gefälscht?
Ich bin ja jahrelang in der IHK gewesen und hab auch etliche Schulen besucht und einen Mangel an Fachkräften haben wir nicht.
Wir haben ein sehr gutes Ausbildungssystem. In Deutschland ausgebildete Leute sind weltweit gefragt.
Das Problem ist, dass die Schulen nur noch nach Statistik lehren und nicht mehr nach dem beruflichen Alltag und es wird keine Begeisterung mehr vermittelt.
Wir müssen die Schüler wieder dazu bringen, sich auf die Arbeitswelt zu freuen, denn sie sollen für sich und ihre Zukunft lernen und nicht für die Statistik des Bildungsministerium.
Fachkräfte gibt es genug. Bezahlt sie anständig, gibt ihnen gute Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten, dann läuft das auch.
Das ist auch ein Problem. Gerade in Pflegeberufen.

Aber im Handwerk ist die Bezahlung relativ gut. Trotzdem wollen viele junge Menschen diese Berufe nicht erlernen.
Findest du, dass ein Handwerker gut bezahlt wird?
Was verdient denn ein Elektriker, Dachdecker oder Installateur so?
Bei mir in der Ecke ist das nicht toll, was die Firmen so zahlen können.

So einfach ist das auch wieder nicht.
Wenn wir bei Entwicklerstellen für 80k€, echter 37,5 Stunden Woche und 38 Tage frei im Jahr nichtmal mehr Bewerbungen bekommen kann das nicht nur an den Bedingungen liegen.
Also, das ist jetzt nicht die Fachkraft, die ich meine.
Ich meine Handwerker, Dienstleister wie Pflegekräfte oder Paketlieferanten, Was bekommt denn der Typ, der dir abends die Pizza bringt?
Bei mir in der Kunststoffindustrie ist auch vieles Falsch gelaufen. Da wurden gut ausgebildete Verfahrensmechaniker entlassen und gegen normaler Handlanger ersetzt.
Die Maschinen sind inzwischen do gut geworden, dass man die Fachkräfte nicht mehr gebaucht hat. Ergo wurden sie gegen billigeres Personal ersetzt.
Heute brauchst du statt 6 gute Fachleute nur noh einen, der die Programme für die Maschinen schreibt.
Bei mir in der Firma haben wir das anders gehandhabt und unsere Fachkräfte selbst ausgebildet und zu Schulungen geschickt. Das konnten wir auch, weil wir Alleinstellungsmerkmale in der Branche hatten, bzw. haben.
 
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So einfach ist das auch wieder nicht.
Wenn wir bei Entwicklerstellen für 80k€, echter 37,5 Stunden Woche und 38 Tage frei im Jahr nichtmal mehr Bewerbungen bekommen kann das nicht nur an den Bedingungen liegen.
Sehe ich ähnlich.
Im Bauhauptgewerbe wird i. d. R. wirklich gut bezahlt, auch schon in der Lehre.
Aber wir will sich schon heutzutage die Finger schmutzig machen...
 
Die Erkenntnis, dass es anderen Menschen auf der Welt schlechter geht, löst hier die Probleme nicht.

Aber die Erkenntnis, dass die Probleme auf einen zu hohen Ressourcenverbrauch namentlich von gut situiert lebenden Europäern zurückgeht, der in einer gleichberechtigten Gesellschaft nicht erarbeitet werden kann, bringt intelligente Menschen dazu, das Konzept "wir brauchen mehr Europäer" als ""Lösung"" auszuschließen.

Das Demographieproblem besteht aber trotzdem. Auf die Rentenempfänger kommen immer weniger Einzahler.

Letztes Ja. Ersteres Nein bzw. es verdreht die Tatsachen: Auf jeden Einzahler kommen immer mehr Rentner. Ehe jemand genug verdient, um nenneswert was zur Rentenkasse beizutragen, ist er 25, bei zunehmendem Studiertenanteil mindestens 30. Nach Abzug von Arbeitslosigkeitsphasen, Sabaticals, Elternzeit, etc. folgen dann 30 Jahre Einzahlung bis Anfang-Mitte 60. Sterben tun die Leute aber erst mit über 80 (mittleres Sterbealter Männer derzeit 81-82, Frauen 86-87). Das heißt wer mit Mitte-Anfang 60 zu Arbeiten aufhört (egal ob er noch zu den entsprechend bevorteilten Jahrgängen gehört oder zu Frührente gezwungen ist), bezieht noch über 20 Jahre lang Rente.

Wie soll das in einer Gesellschaft, die nicht unendlich wachsen kann, funktionieren? Selbst mit einer perfekt verteilten Alterspyramide müssten drei Arbeitende mehr als zwei Rentner versorgen. Also 40% ihres Lohns allein an die Rentenkasse abdrücken, wenn alle den gleichen Lebensstandard haben sollen.

Also sollte das Renteneintrittsalter deiner Meinung nach erhöht werden? Auf wieviel Jahre denn? 70 , 75 oder noch besser gleich 80?:schief:
Nur frage ich mich, wie das gerade in Berufen, welche körperlich sehr viel fordern, umsetzbar sein soll?

40 Beitragsjahre zzgl. Ausbildungs, Berufseinstiegs und Nicht-Arbeitszeiten das Minimum. Das würde für Akademiker dann Mitte Anfang 70 ergeben. Folgen bei der aktuellen Lebenserwartung rund 10 Rentenjahre, also Verhältnis 4:1 oder 20% Rentenbeitrag bei den Arbeitenden, wenn Rentner das gleiche Bruttoeinkommen erhalten sollen. In handwerklichen Berufen kommt man die Jahre früher voll, weil man schon mit Mitte 20 das volle Lohnniveau erreichen kann, aber statistisch folgen in diesen Gesellschaftsschichten dann ja auch weniger Rentenjahre bis zum Tod.
(Unabhängig davon bin ich dafür, dass Arbeitsunfähigkeitssätze der vollen Rentenhöhe für jemanden entsprechen müssen, der bis zum Ende seines Erwerbsalters eingezahlt hätte. Wer nicht mehr arbeiten kann, muss trotzdem versorgt sein.)


Die hilft nicht, wenn du im Alter ins Pflegeheim musst. Da kostet ein Platz derzeit 2800€ pro Monat. Selbst wenn du gut verdient hast, kommst du nicht auf diese Rente.

Eine der ganz wenigen guten Leistungen der GroKo war die Pflegereform. Seitdem übernehmen die Gemeinden die Kosten, wenn der Pflegebedürftige nicht mehr selbst zahlen kann, und bis zu einer relativ hohen Freigrenze (iirc 100000 €) können auch die Vermögen der Kinder nicht herangezogen werden.


Das befürchte ich auch. Wer gibt schon seine besonderen Privilegien freiwillig auf?

Rentner jedenfalls nicht :ugly: .


Oder den AG-Anteil der Lohnnebenkosten für Ältere senken? Eine richtige Lösung habe ich aber auch nicht. :ka:

Irgendwelche Abgaben zu verschieben ist auch nicht "lösen", sondern Wischwaschi um Aktionismus vorzutäuschen und die Politikerbrust geschwellt herumzutragen. Egal ob du Lohnnebenkosten verschiebst, die Steuern und Versicherungsbeiträge bei Rentnern anpasst, Beamte rein oder raus nimmst, Steuerzuschüsse gewährst und Sonderabgaben einführt am Ende bleibt eine ganz einfache Gleichung:
Alle Ausgaben durch oder für Menschen jenseits des maximalen Arbeitsalters muss der Staat in irgend einer Weise bezahlen.
Das Geld dafür holt er sich von den Arbeitenden wieder.

Wenn das Arbeisalter niedrig ist, bedeutet das wenig Zahler und viele zu bezahlende, also eine sehr hohe Last pro Kopf für erstere. Wie die Abgaben heißen, ist dabei ziemlich schnurz. Wenn man z.B. die Krankenversorgung für Rentner "umsonst" machen würde, sodass keine Krankenkassenbeiträge mehr von der Rentne abgeben, dann muss zwar die Rentenkasse weniger auszahlen und der Rentenbeitrag sinkt. Aber die Krankenkassen haben dann weniger Beiträge in exakt gleicher Höhe bei gleichbleibenden Ausgaben und müssen somit 1:1 die Krankenkassengebühren für Arbeitende erhöhen. Am Ende hat man genau die gleichen Abzüge vom Lohn, es heißt nur anders. Und wenn du innerhalb der Arbeitnehmer umverteilst, dann können alte Arbeiter vielleicht mehr Netto vom Brutto behalten, aber dafür müssen jüngere noch mehr Geld abdrücken.

Am Ende gibt es nur zwei Stellschrauben: Verhältnis Arbeitende : Rentner und Lebensstandard der Rentner. Will man letzteren nicht unter das Existenzminimum senken (was das Problem in der Tat schnell endlösen würde...) bleibt nur ersteres. Und wenn junge Leute die Möglichkeit haben sollen, alt zu werden, kann man das Verhältnis auf Dauer nur durch das Renteneintrittsalter regulieren.


Apropos Medizin: es wird sich heutzutage darüber beschwert, dass es zu wenig Ärzte gibt. Und über Fachkräfte aus dem Ausland geredet. Aber es soll noch einen NC geben für das Medizinstudium in vielen Bundesländern?
Das passt auch nicht zusammen. :ka:

Bildungspolitik = Populismus. (Nicht selten, die als Paradebeispiel für das Versagen des Bildungssystems dienen können)

Politiker brüsten sich zwar gerne damit, Studienplätze zu schaffen, aber gleichzeitig werden die Unis immer weiter zusammengespart. Das heißt Medizinstudienplätze, die mit (Abstand) die teuersten überhaupt sind, sind praktisch nie dabei, die werden eher abgebaut. Stattdessen haben wir jede Menge absolventen von reinen Hörsaalstudiengängen (BWL, Jura, Sozialwissenschaften,... - einen Prof vor 1000 Leuten dozieren lassen kostet nur wenig mehr, als ihn vor 100 Leute zu stellen)


So einfach ist das auch wieder nicht.
Wenn wir bei Entwicklerstellen für 80k€, echter 37,5 Stunden Woche und 38 Tage frei im Jahr nichtmal mehr Bewerbungen bekommen kann das nicht nur an den Bedingungen liegen.

Wie viele Jahre dauert es, bis jemand eine komplette Ausbildung durchlaufen und die von euch gewünschte Berufserfahrung für die Stelle angesammelt hat und wieviel habt ihr vor so vielen Jahren gezahlt, wie oft habt ihr Stellen ausgeschrieben/wie viele Bewerber abgelehnt?

Weiß nicht, ob es auf euch zutrifft, aber in vielen Bereichen waren die Bedingungen zu lange wesentlich schlechter. Das wird den jeweiligen Branchen noch eine ganze Zeit nachhängen, "Fachkraft" wird man eben nicht von heute auf morgen. Ganz spaßig wird es dann, wenn auch noch aktuelle Erfahrung im jeweiligen Gebiet verlangt wird, obwohl dieses boomt. Wenn in Bereich X vor 5 Jahren nur 20000 Leute tätig waren, wo will man dann da heute den 25000den mit 5 Jahren Berufserfahrung hernehmen?

Da kann dann auch die Politik nicht weiterhelfen. Zum Teil hat die vor 20-30 Jahren in der Schulbildung zu viel falsch gemacht, denn wenn nur 100000 die nötigen Mathekenntnisse haben und vier andere Branchen auch noch derartiges Personal benötigen, sind heute eben nur 20000 je Branche drin, aber ansonsten ist der Staat nach Bereitstellung von ausreichend Studienplätzen für die jeweiligen Jahrgänge fein raus. Wenn zu wenige diese Richtung eingeschlagen haben, weil die Jobaussichten oder -bedingungen zu schlecht schienen, war das halt zu kurzfristig gedacht seitens der Wirtschaft. (Und selbst bei den vorangehenden Fehlern im Bildungssystem sind die Konzernbosse keinen reinen Opfern. Wenn all diejenigen schweigen würden, die ihre Spenden an Parteien gegeben haben, deren Programm weniger Unternehmensabgaben und reduzierte Staatsausgaben, also somit auch schlechtere Bildung, waren, dann wäre die Fachkräftedebatte vermutlich ziemlich still.)
 
Wie viele Jahre dauert es, bis jemand eine komplette Ausbildung durchlaufen und die von euch gewünschte Berufserfahrung für die Stelle angesammelt hat und wieviel habt ihr vor so vielen Jahren gezahlt, wie oft habt ihr Stellen ausgeschrieben/wie viele Bewerber abgelehnt?
Drei Jahre Bachelor Studium wenn man Vollgas gibt und eine Uni findet die das nicht schon auf vier Jahre gestreckt hat. Für das genannte Gehalt +~5 Jahre Berufserfahrung (was nicht heißt dass Absolventen nicht genommen würden).
Das ist immer noch Tarifvertrag und wurde auch nicht erst in letzter Zeit hochgestuft.

Warum die ganzen "Justins" lieber BWL studiert haben als Elektrotechnik müsste ich jetzt spekulieren. An den Berufs- und Gehaltsaussichten hat es auch von 5-10 Jahren nicht gemangelt. Studienplätze gab es auch genug (als ich damals geschaut habe NC 3,7 an der RWTH Aachen...)
Da sehe ich vor allem ein Image Problem in Deutschland. In Naturwissenschaften und insbesondere Mathe nichts zu können ist nach wie vor gesellschaftliche Norm. Selbst unser alter Dekan, ein Architekt statt Bauingenieur, machte öffentlich Witze darüber wie schlecht er doch in Mathe sei. Gefühlt jeder nicht-Techniker/Wissenschaftler tut das.
 
Am Ende gibt es nur zwei Stellschrauben: Verhältnis Arbeitende : Rentner und Lebensstandard der Rentner. Will man letzteren nicht unter das Existenzminimum senken (was das Problem in der Tat schnell endlösen würde...) bleibt nur ersteres.
Unter das Existenzminimum senken, würde zusätzliche Altersarmut verursachen. Ich bin eher für das Gegenteil: eine Grundrente um Altersarmut zu verhindern.
Und wenn junge Leute die Möglichkeit haben sollen, alt zu werden, kann man das Verhältnis auf Dauer nur durch das Renteneintrittsalter regulieren.
Aber dann nicht pauschal für alle. Viele Handwerker und Arbeiter sind mit Anfang 60 schon körperlich kaputt.

Warum die ganzen "Justins" lieber BWL studiert haben als Elektrotechnik müsste ich jetzt spekulieren. An den Berufs- und Gehaltsaussichten hat es auch von 5-10 Jahren nicht gemangelt. Studienplätze gab es auch genug (als ich damals geschaut habe NC 3,7 an der RWTH Aachen...)
Da sehe ich vor allem ein Image Problem in Deutschland. In Naturwissenschaften und insbesondere Mathe nichts zu können ist nach wie vor gesellschaftliche Norm. Selbst unser alter Dekan, ein Architekt statt Bauingenieur, machte öffentlich Witze darüber wie schlecht er doch in Mathe sei. Gefühlt jeder nicht-Techniker/Wissenschaftler tut das.
Für Mathematik muß man auch geboren sein. Wenn man dafür keine gute Veranlagung hat wird das nichts und man quält sich nur da durch.

Damals hatte ich einen türkischstämmigen Mitschüler auf der Realschule. Der hatte nie für Mathematikarbeiten gelernt aber nur Einsen geschrieben. Der ist später mit Q-Vermerk aufs Gymnasium gewechselt und hat da Abi gemacht. Dann BWL studiert und jetzt ist er irgendwie Manager in der Türkei.

Und was ich nicht verstehe ist, warum BWL´er hier immer als negativ angesehen werden und die abgewertet werden?
Genauso wie hier mal welche im Thread mal meinten das "Politikwissenschaften" keine echte Wissenschaft sei. :ka:

Ist das nicht arrogant? :ugly:
 
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Nun, neben dem Thema, dass alle Verbeamteten in die Rentenkassen einzahlen sollten, statt aufs staatliche Privatkonto zu schieben, haste das Gleiche z. B. bei den Ärzteverbände/kammern und Architektenkammern.
Es gibt darüber hinaus einige (tausend) Verbände/Mitgliedseinrichtungen, die am Generationenvertrag vorbei ihr eigenes Süppchen kochen.
Anhang anzeigen 1416925

Würde man diese zusammen mit den Beamten in die allg. Rentenkasse einzahlen lassen (das bedeutet für die z. T. deutlich geringer Renten) gäbe es kein Problem, weder heute noch in 50 oder 120 Jahren.
Denn die Mitgliedsbeiträge dieser zus. mit den Beamten beträgt recht genau das Gleiche, wie derzeit vom Rest de Republik ins öffentliche Rentensystem eingezahlt wird.

Kurzum:
Wir haben ein Systemfehler, an den sich kein Politiker jemals herantrauen wird, weil es seine eigene Rente (massiv) kürzen würde.
Beispiel, das Ruhegehalt eines Bundestagsabgeordneten beträgt nach 4 Jahren 1000 € bis max. 6.750 € nach entsprechender Zugehörigkeitsdauer.
Steuerfrei!
Der normale Renter zahlt aber Steuern, bei 1000 € wären das knappe 100 €, bei 6.750 € wären das ca. 3.000 € Steuern.
Hebel erkannt...?

Quelle:
Nur würden die Personengruppen eben auch Renten aus dem System erhalten, so dass eine Defizit verbleibt. Ich denke die Einheitsrente ist die einzige Option. Jeder zahlt einen festen Prozentsatz des Einkommens ein und erhält dafür eine staatliche Einheitsrente, die für alle gleich ist.
 
Für Mathematik muß man auch geboren sein. Wenn man dafür keine gute Veranlagung hat wird das nichts und man quält sich nur da durch.
Und genau diese Grundeinstellung ist das Problem. Natürlich gibt es Veranlagungen, aber die Annahme dass jeder ohne besonderes Talent sich direkt quälen muss ist Unsinn. Aus gibt auch etwas das nennt sich sich anstrengen. Hab ich in Sprachen auch gemacht ohne direkt zu sagen "da hab ich kein Talent, das kan ja garnichts werden". Auch weil mir das dort niemand abgenommen hätte, bei Mathe ist das aber aus irgend einem Grund gesellschaftlicher Konsens in DE geworden.
Und was ich nicht verstehe ist, warum BWL´er hier immer als negativ angesehen werden und die abgewertet werden?
Genauso wie hier mal welche im Thread mal meinten das "Politikwissenschaften" keine Wissenschaft sei.
Ich sehe nicht BWL ansich als negativ (gut, schon ein bisschen weil die Vorlesungen die ich dazu hatte wirklich lächerlich waren), hatte aber in meinem Jahrgang den Eindruck dass die die sich eigentlich gar keine Gedanken über mögliche Jobs gemacht haben und "irgendwas" studieren wollten immer bei BWL gelandet sind.
 
Nur würden die Personengruppen eben auch Renten aus dem System erhalten, so dass eine Defizit verbleibt. Ich denke die Einheitsrente ist die einzige Option. Jeder zahlt einen festen Prozentsatz des Einkommens ein und erhält dafür eine staatliche Einheitsrente, die für alle gleich ist.
Nein, diese "Ersatzkassen" glänzen mit extremen Überschuss.
Ich war jahrzehntelang in der Baugroßindustrie unterwegs und wir haben sehr regelmäßig für Ärztekassen u. dgl. Betongold gebaut. Sprich, die wussten und wissen bis heute nicht, wohin mit dem ganzen Beitragsschotter.

Die Einzahlbeträge von Beamtenkasen und "freiberuflichen" Kassen zusammen sind jährlich ungefähr gleich groß, wie die restlichen gesetzlichen Beiträge zusammen bei deutlich (nur ca. 10-15%) weniger Nutznießer.
Es ist ein Umverteilungsproblem, das einen ungleich größeren Hebel hätte als das leidige Thema, alle ab 100.000 € sind reich, zahlt also mehr.
Wenn das richtig ist, was ich so aus den öffentlichen Infos zusammengeklaubt habe, reden wir hier von Faktor 7-8.
Man möge mich korrigieren, wenn jemand bessere Infos hat.
 
Und genau diese Grundeinstellung ist das Problem. Natürlich gibt es Veranlagungen, aber die Annahme dass jeder ohne besonderes Talent sich direkt quälen muss ist Unsinn. Aus gibt auch etwas das nennt sich sich anstrengen. Hab ich in Sprachen auch gemacht ohne direkt zu sagen "da hab ich kein Talent, das kan ja garnichts werden". Auch weil mir das dort niemand abgenommen hätte, bei Mathe ist das aber aus irgend einem Grund gesellschaftlicher Konsens in DE geworden.
Grundrechenarten, Dreisatz - und Prozentrechnen kann ich noch. Und einfache Formeln ausrechnen und umstellen.
Aber Folgen, Funktionen usw das habe ich nie richtig geschnallt.
Wenn man mir das vernünftig erklären würde, dann würde ich´s vielleicht verstehen.
Für den alltäglichen Gebrauch ist´s aber eher unwichtig und für meinen Beruf sowieso.:)
 
Für Mathematik muß man auch geboren sein. Wenn man dafür keine gute Veranlagung hat wird das nichts und man quält sich nur da durch.
Das kann man lernen. Mathematik ist ja keine Raketenwissenschaft. :ugly:
Überraschungen gibt es nicht. Eine Aufgabe kennt nur eine Lösung. 2+2 ist immer 4 und nicht "könnte es heute nicht mal 5 sein".
In Mathe war ich auch immer ein fauler Sack und als ich dann Abitur machen wollte (nach dem Realschulabschluss), hab ich gemerkt, dass der Unterschied in Mathe von Gymnasium zur Realschule schon enorm ist. Da musste ich auch erstmals für Arbeiten lernen aber ich habe es geschafft.

Und was ich nicht verstehe ist, warum BWL´er hier immer als negativ angesehen werden und die abgewertet werden?
Genauso wie hier mal welche im Thread mal meinten das "Politikwissenschaften" keine echte Wissenschaft sei
. :ka:
Na ja, das sind halt die Schnösel der Arbeitswelt. Von nix Ahnung haben aber als Unternehmensberater über Tausende Menschen entscheiden wollen.
Und Politikwissenschaft ist ja ein Laberfach. Kannst du gut labern, schaffst du das.
Das merke ich bei meiner Tochter, die Jura studiert. Wenn ich sie frage, wie es so läuft, sagt sie immer, dass das nicht so schwer ist. Gesetzesbücher lesen, Präzedenzfälle studieren und der Rest ist gut labern können.
Und meine Tochter kann sehr gut labern. Sie hat mir oft genug das Geld aus der Tasche gelabert. :heul: :D
Mein Sohn studiert Physik und der erzählt, dass du die Mathematik des Gymnasiums in die Tonne kloppen kannst. Im Physikstudium wirst du mit Mathe bombardiert, dass der Kopf raucht.
Auch weil mir das dort niemand abgenommen hätte, bei Mathe ist das aber aus irgend einem Grund gesellschaftlicher Konsens in DE geworden.
Mathe wird immer als schrecklich angesehen, damit ist Mathe strukturiert. Da gibt es richtig und falsch und kein "könnte" oder "müsste eigentlich".
Mir ist Mathe oder Naturwissenschaften lieber als die sogenannten Laberfächer.
die sich eigentlich gar keine Gedanken über mögliche Jobs gemacht haben und "irgendwas" studieren wollten immer bei BWL gelandet sind.
Das Gefühl habe ich auch. Hauptsache irgendwas studieren, damit man nicht arbeiten muss.
Solange die Eltern zahlen, ist auch alles bestens.
Grundrechenarten, Dreisatz - und Prozentrechnen kann ich noch. Und einfache Formeln ausrechnen und umstellen.
Aber Folgen, Funktionen usw das habe ich nie richtig geschnallt.
Och, das bisschen Differential und Integralrechnung macht sich doch von selbst. :ugly:
Wenn man mir das vernünftig erklären würde, dann würde ich´s vielleicht verstehen.
Das ist vermutlich sehr wichtig. Nicht nur Schüler brauchen Bildung, Lehrer brauchen sie auch.
Jemandem etwas lehren ist enorm wichtig. Du kannst in deinem Fach noch so brillant sein, wenn du dein Wissen nicht vermitteln kannst, nützt das niemanden.
Für den alltäglichen Gebrauch ist´s aber eher unwichtig und für meinen Beruf sowieso.:)
Was machst du denn?
 
Grundrechenarten, Dreisatz - und Prozentrechnen kann ich noch. Und einfache Formeln ausrechnen und umstellen.
Aber Folgen, Funktionen usw das habe ich nie richtig geschnallt.
Wenn man mir das vernünftig erklären würde, dann würde ich´s vielleicht verstehen.
Für den alltäglichen Gebrauch ist´s aber eher unwichtig und für meinen Beruf sowieso.:)
Es kommt halt immer auf den Beruf drauf an.
Und ja, manche brauchen es gar nicht und andere ständig.

Bei uns Bauigel rechnet man sehr oft mit sog. statisch unbestimmten Systemen.
Klar übernimmt das Meiste heutzutage die Software, aber den kurzen Quercheck, bevor es zum Prüfstatiker geht, macht jeder.

Ich hatte so einen A... von Mathelehrer auf der Penne, der uns den Bronstein/Semendjajew/Musiol hatte auswendig lernen lassen, inkl. der Tabellen (! :-$:evil::stupid:)
Ich dachte immer, was für ein Stuß hoch 27.

Vorteil heute:
Das hat sich so eingebrannt, dass ich z. B. die Intergrale immer "intuitiv" parat habe und ich gar kein Taschenrechner mehr für selbst etwas kompliziertere Berechnungen benötige.
Die Zahlen sind dann einfach vor meinen Augen und ich weiss, ob das Ergebnis stimmen kann oder nicht.
Nicht im Detail, kommarechnen mit 3-4 Nachkommazahlen kann ich logischer Weise auch nicht im Kopf, aber die generelle Tendenz, ob richtig oder falsch.
 
Und was ich nicht verstehe ist, warum BWL´er hier immer als negativ angesehen werden und die abgewertet werden?
Es gab ne Zeit da studierte gefühlt jeder 2., den ich kannte oder kennengelernt habe BWL. Das hatte schon was von "Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich wirklich möchte, aber Hey mit BWL verdient man viel Geld, also studier ich das mal"

Aber abgesehen von meiner subjektiven Wahrnehmung über die Hintergründe, wieso viele es studiert haben, erinnere ich mich sehr lebhaft an einer meiner Profs an der Uni Köln, namens Dr. Burchardt. Der animierte in seinen Seminaren (Sozialwissenschaften - Sozialpädagogik) uns Studierende stets kritisch über aktuelle Studien und Bewegungen in der Gesellschaft nachzudenken. War sehr interessant und dank seiner Art auch sehr amüsant, aber bevor ich jetzt komplett abschweife: Besagter Prof hielt uns in eine der letzten Vorlesungen ein langes Plädoyer darüber, was seiner Meinung nach falsch in der Gesellschaft läuft und da ging es primär darum, dass sämtliche Bereiche des Medizinischen, Sozialen und Pädagogischen durch und durch "bwl-isiert" werden. So hat er auch lang und ausgiebig argumentiert, wieso die Pisa-Studie Schwachsinn ist und eigentlich den Sinn nur hat, die Gesellschaft dazu zu bewegen noch schneller Arbeitskräfte auszubilden und keine Menschen, die humaner werden, was in seinen Augen das große Ziel der Pädagogik sein sollte.
Das Humane verliere sich jedoch immer mehr in der Gegenüberstellung von Kosten/Nutzen Philosophie der BWL. BWL quasi als Antagonist der humanen Pädagogik.

Natürlich kann man das auch wieder kritisch betrachten, allerdings denke ich, dass der Mann damit auch einen guten Punkt traf. Ich habe vor geraumer Zeit eine Dokumentation auf Arte gesehen, wo ein Prof der Medizin bei einer selbstfinanzierten Feldstudie begleitet wurde. Dabei hat er verschiedene Krankenhäuser im ganzen Land mit dem Zug bereist und hat dort Interviews mit dem Personal geführt. Es kam raus, dass ein großes Unbehagen in vielen Krankenhäuser herrscht, weil immer mehr BWLer die Leitungen innehaben und keine Mediziner. Was oft bedeutete, dass nicht im Sinne des Patienten, sondern im Sinne der Kosten/Nutzen entschieden wurde. OPs, die zbsp mehr Geld einbrachten, wurden an Stelle von Behandlungen, die weniger einbringen, angeordnet usw.

Witzigerweise finden wir im Gaming ja auch ähnliches Phänomen, wenn wieder große Publisher unfertige Games vor Weihnachten noch schnell raushauen, um das lukrative Weihnachtsgeschäft mitzunehmen.

Aber es wäre natürlich quatsch die Lehre über die Betriebswirtschaft daher als Solche zu dämonisieren, es ist vielmehr das Problem, dass sie in zu fundamentalen Zügen einen Großteil der Menschen mehr Schaden als Nutzen bringt, da dann lediglich der wirtschaftliche Gewinn eines Unternehmens im Fokus steht.

Edit: Konnte auf die Schnelle oben besagte Doku leider nicht finden. Jedoch gibt es auf NDR diese hier, die sich auch mit dem Phänomen Wirtschaft vs medizinische Notwendigkeit in Krankenhäusern beschäftigt.

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Was machst du denn?
Ich arbeite seit 15 Jahren in einer Behindertenwerkstatt.
Ansfangs noch Vollzeit und im Metallbereich.
Dort hatte ich u.a. Maschinen bedient.
Aber irgendwann wurde mir das zu laut selbst mit Ohrenschützern.
Dann habe ich mich in eine andere ruhigere Abteilung versetzen lassen.
Dort mache ich Montage- und Verpackungsarbeiten. Qualitätssicherung und ein bißchen Kommissionierungen.
Arbeiten tu ich allerdings nur noch halbtags .
Naja, dafür brauche ich kaum Mathematik. :D
 
Edit: Konnte auf die Schnelle oben besagte Doku leider nicht finden. Jedoch gibt es auf NDR diese hier, die sich auch mit dem Phänomen Wirtschaft vs medizinische Notwendigkeit in Krankenhäusern beschäftigt.
Um mal kurz anzuknüpfen, kann ich zu der Thematik auch mal die Dokumentation "Arbeit ohne Sinn", von ARTE, empfehlen:

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Ich sehe nicht BWL ansich als negativ (gut, schon ein bisschen weil die Vorlesungen die ich dazu hatte wirklich lächerlich waren), hatte aber in meinem Jahrgang den Eindruck dass die die sich eigentlich gar keine Gedanken über mögliche Jobs gemacht haben und "irgendwas" studieren wollten immer bei BWL gelandet sind.

Ist halt die Frage, warum man studiert. Geht es um konkrete Jobs, und wenn, dann wegen des Geldes oder wegen der Faszination? Oder steht das Interesse an einem bestimmten Themenbereich im Vordergrund? Und wie wichtig sind einem da gutbezahlte Jobs, etc.
Ich für meinen Teil bin halt so ein altmodischer Typ, den es nie interessiert hat, in irgendeinem random Unternehmen etwas zusammenzuschrauben oder etwas zu entwickeln, was dann andere zusammenschrauben. Jemand der nie einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, kein freistehendes Häuschen in der Vorstadt und keine Familiengründung plant. Darum habe ich lieber was studiert, was mich tatsächlich interessiert, egal ob ich damit direkt von der Uni weg 60k+€ mache. Jetzt arbeite ich mit meinem ollen Soziologie B.A. und Stadt- und Regionalentwicklung M.A. quasi als Sozialarbeiter (nicht formell) in der Flüchtlingsarbeit. Hatte Stationen beim DGB, in einer Stadtverwaltung, bei NGOs, bin aber ziemlich glücklich mit meinem jetzigen Job.

Bei BWL'ern ist es dann anscheinend eher "Ja, also ich habe gehört, damit kann man gut Geld verdienen. So mit Unternehmen, und so". Kann man machen. Nötigt mir aber ehrlich gesagt keinen Respekt ab.

Aber abgesehen davon gibt es doch immer irgendwelche Nicklichkeiten und dummen Klischees über die Studis/Absolventen dieser und jener Fächer. Naturwissenschaftler lästern über Gesellschaftswissenschaftler, innerhalb der Naturwissenschaften lästern die einzelnen Disziplinen übereinander, Gesellschafts- und vor allem Sozialwissenschaftler lästern über Wirtschaftswissenschaftler, die wiederum über uns... einigen kann man sich nur darüber, dass alle gemeinsam über Kulturwissenschaften lästern :ugly:
 
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Bei BWL'ern ist es dann anscheinend eher "Ja, also ich habe gehört, damit kann man gut Geld verdienen. So mit Unternehmen, und so". Kann man machen. Nötigt mir aber ehrlich gesagt keinen Respekt ab.
Aber ich bin immer davon ausgegangen, dass man für BWL auch gut in Mathematik sein muß.
Sind Ingeneurswissenschaften da wirklich anspruchsvoller?

Aber abgesehen davon gibt es doch immer irgendwelche Nicklichkeiten und dummen Klischees über die Studis/Absolventen dieser und jener Fächer. Naturwissenschaftler lästern über Gesellschaftswissenschaftler, innerhalb der Naturwissenschaften lästern die einzelnen Disziplinen übereinander, Gesellschafts- und vor allem Sozialwissenschaftler lästern über Wirtschaftswissenschaftler, die wiederum über uns... einigen kann man sich nur darüber, dass alle gemeinsam über Kulturwissenschaften lästern :ugly:
Da finde ich das konstruktiver und besser, wenn die verschiedenen Wissenschaften, interdisziplinär zusammenarbeiten.
Z.B. bei spannenden Themen wie der Bewusstseinsforschung.:)
 
Aber ich bin immer davon ausgegangen, dass man für BWL auch gut in Mathematik sein muß.
Sind Ingeneurswissenschaften da wirklich anspruchsvoller?

Ohne zu einer der betreffenden Gruppen zu gehören: JA!

Da finde ich das konstruktiver und besser, wenn die Wissenschaften, interdisziplinär zusammenarbeiten.
Z.B. bei spannenden Themen wie der Bewusstseinsforschung.:)

Blöde Sprüche und Lästerei gibt es halt immer und überall, muss man in interdisziplinären Teams dann halt nach Feierabend machen. Oder sich immer gut umgucken :ugly:
 
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