Nach Schröder ist die Wählerschaft der SPD stark zurückgegangen. Das war die Ursache damals und ist sie indirekt noch heute. Auch weil es mehrmals eine große Koalition gegeben hat und CDU und SPD sich dadurch nicht abgrenzen konnten. Was die SPD durchgesetzt hat wird nicht gesehen. Wie schon der erwähnte Mindestlohn.
Wenn die Zustimmung NACH Schröder runter gegangen ist, aber nicht ZU Schröders Zeiten, würde ich vielleicht nicht so pauschal die folgenden 12+4 Jahrgänge SPD-Politiker als Opfer darstellen. Im Unmittelbaren Wirkzeitraum der originalen Agenda 2010 klaffte die soziale Schere deutlich weniger weit auseinander als heute, auch ohne den Mindesthungerlohn, den wir heute haben. Und ein Großteil der Gründe dafür haben Regierungen mit SPD-Beteiligung verursacht. Ich kann zwar nicht verstehen, warum man stattdessen Union wählt, die noch mehr Dreck am Stecken haben, aber Gründe einen großen Bogen um die SPD zu machen gibt es viele. Ganz ohne Schröder.
Das sehe ich ähnlich. Wobei es auch noch die Möglichkeit von Jamaika gäbe. Aber die hat die FDP ja beim letzten mal platzen lassen. Wegen "Unstimmigkeiten" mit den Grünen. Für die SPD ist es auf jeden Fall besser mal für ein paar Jahre in die Opposition zu gehen.
Jamaika ist mit der populistischen Lindner-FDP eigentlich nicht machbar. Kernthema der Wahlauftritte ist (neben dem Dauerbrenner "Steuersenkung für Reiche") seit Jahren nur noch in möglichst jedem Thema die Gegenteilige Position der Grünen zu beziehen. Wie soll da eine Koalition funktionieren? Als die FDP noch für Märktmechanismen und Bürgerrechte stand, hätte man sich zusammenraufen können, aber reine Lobbypolitik exakt für die Klientel, gegen die Grün steht, ist inkompatibel.
Nicht jeder mag die Stadt...kann mir gar nicht vorstellen das man in solch einem Dreckskaff leben will und kann. Das ist doch eher ein rumvegetieren!?
Ich mag zwar auch keine dichtgedrängten Menschen und somit eigentlich keine Städte, aber es wäre schon sehr viel angenehmer, wenn all die Arschlöcher, die "nicht in einer Stadt leben wollen" auch draußen blieben, anstatt den halben Tag doch darin zu verbringen.
Jemand mitbekommen das es jüngst von Beratern der Bundesregierung die Forderung *ähm* "Empfehlung" gab das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre zu erhöhen?
Begründung war das man so weiteren drastischten Steigerungen bei den Bundeszuschüssen zu den Rentenkassen entgegenwirken müsse, die schon jetzt jährlich 95 Mrd. Euro, 20% des Bundeshaushalts, ausmachen und die künftig, durch die starke Alterung der Gesellschaft, noch drastisch weitersteigen dürften.
Recht heikles Thema so 3 Monate vor der Bundestagswahl...
Immer ein heikles Thema und eigentlich sollte man einer Wahl immer alle Themen berücksichtigen. Somit also kudos an diejenigen, die zu einem geeigneten Zeitpunkt dafür gesorgt haben, dass es nicht komplett versickert. Zur Erinnerung: Wir haben ein Rentensystem bei dessen Schaffung mal davon ausgegangen wurde, dass die Leute im Schnitt 5-8 mal so lange einzahlen, wie sie kassieren. Bei einer gegen 80 tendierenden Lebenserwartung und einem sich dank Abi-Pflicht, Studium-für-jeden-Scheiß und Generation P langsam aber sicher auf 25 verschiebenen Berufseinstieg kann sich jeder ausrechnen, wo diese Grenze liegen muss, wenn man das System nicht komplett austauschen möchte.
(Wofür imho gerade moralisch ein guter Zeitpunkt wäre: Die Kosten für Klimawandel, Atommüllentsorgung, etc. haben schließlich genau die Babyboomer zu verantworten, deren weit über Inflations- und Lohnniveau gesteigerte Rentenansprüche zum immer aktueren Problem werden.)
Alleine aus den 95 Mrd. Euro Bundeszuschuss zu den Rentenkassen könnte man ein Einkommensgeschichtetes Grundeinkommen schon größtenteils finanzieren.
Und seinen wir ehrlich, die wenigsten Rentner in den kommenden 20-40 Jahren werden es überhaupt noch schaffen alleine durch ihre Lebensarbeitsleistung mal 1000 Euro Rente zu beziehen.
Keine Ahnung, was du mit "Einkommensgeschichtet" meinst, aber 100 € pro Nase und Monat finanzieren kein Grundeinkommen. Nicht einmal näherungsweise. (Genau wie alle anderen auch nur entfernt praktikablen Vorschläge, die ich bislang zu dem Thema gehört habe. Man kann massive soziale Ungerechtigkeit nicht durch Umverteilung bereits an Menschen gezahlter Mittel lösen, denn die werden bereits größtenteils nach sozialen Kriterien ausgeschüttet.)
Das Glück so leben und arbeiten zu können hat aber nicht jeder, fast alle meine Freunde müssen täglich 50 - 100km pendeln, ÖPNV ist bei uns nicht sinnvoll nutzbar.
Wer täglich 100 km pendeln muss, dem hilft nur eins: Umziehen oder Job wechseln. Das ist nicht mehr öpNv, man muss Bedingungen schaffen unter denen so eine Ressourcenverschwendung die absolute Ausnahme bleibt.
Sinnvoll wäre es in meinen Augen E-Bikes zu fördern anstatt E-Sportwaren und E-SUVs. Das E-Bike erhöht die Reichweite für untrainierte Menschen von 2-3km auf bestimmt 5-10km.
Für 5 km muss man wirklich nicht sonderlich trainieren, das ergibt sich automatisch innerhalb eines halben Jahres in dem man überhaupt mal das Rad nimmt. E-Unterstützung ist für Berge oder für Strecken zwischen 10 und 25 km sinnvoll. (Letzteres allerdings nur bei entsprechenden Fahrwegen und -geschwindigkeiten. Mit 25er Limit und deutscher Verkehrsplanung setzen zeitliche Aspekte das Limit auch ohne große körperliche Anstrengung bei 15 km.)
Sehe ich einerseits auch so, andererseits muss man sich aber auch vor Augen führen von welchen Beträgen wir da reden. 10% eines teuren E-Bikes sind 300€. Wenn man sich etwas umguckt eher 200€.
Die Bürokratie da zum Auto vergleichbare Kaufprämien abzurechnen ist es imo nicht wert.
Wieso 10%? Warum nicht mit absoluten Zahlen arbeiten? Als ich das letzte mal nachgeguckt habe, war die Mobilität von Leuten, die sich bereits eine 40000 € Karre leisten konnte, noch 6000 € aus Mitteln der Allgemeinheit wert. Ich sehe keinen Grund, warum die Mobilität von jemandem, der sich nur ein 500 € Vehikel leisten kann, weniger wert sein sollte.
Atom- und Kohlausstieg mit Plan, Beispiellose Förderung der Erneuerbaren etc. pp.
Wie schon weiter vorne bemerkt war die Bilanz aus grüner Sicht absolut top. Dass dann die CDU direkt alles wieder über den Haufen geworfen und die eingeplanten Anpassungen an H4 ebenfalls verschlampt hat kann ja Fischer eher wenig für.
/sign. Wenn man Fischer/Trittin/Künast noch wählen könnte, wäre die Entscheidung im Herbst wesentlich einfacher...
Der durchgerechnete und mit allen Beteiligten ohne Milliarden-Extrakosten vertraglich abgesicherte Plan. Den Plan, den Merkel dann in die Tonne geschmissen hat.
Und ja ich weiß das die Bilanz am Ende so aussieht das Deutschland Strom exportiert. Aber das bringt nix da die Last nunmal jederzeit ausgeglichen werden muss und nicht erst beim Jahresabschluss. Hinzu kommt das die Nachbarländer eigentlich den deutschen Überschuss an windigen Tagen gar nicht haben möchte und wir teilweise Geld zahlen damit die unseren überschüssigen Strom nehmen.
Ja. Teilweise. Genauso wie die Nachbarn teilweise uns Geld zahlen, damit wir deren Strom nehmen. Insgesamt ist Deutschland dabei auch nach € klar im plus. Liefert also häufiger wertvollen Strom in knappen Zeiten als er umgekehrt importiert werden muss. Und das obwohl Märchenerzähler, die den gleichen Schwachsinn wie du heute schon vor 20 Jahren verbreitet haben, der felsenfesten Meinung waren, dass bei mehr als 5% EE und weniger als 80% Kohle/Atom die Netze kollabieren müssten. Dabei waren die Großkraftwerke nie in der Spitzenlastfähig und immer darauf angewiesen, dass in Zeiten hoher Nachfrage irgendwer anders in die Bresche springt (Polen/Franzosen/Wasserkraft), während sie selbst heute noch nachts darum kämpfen, dass irgendwer den Schrottnuklearstrom abnimmt.