Der Militärthread

Also BO41 hieß nicht, dass man sein Leben lang bleiben konnte? Ich dachte das System war nur, dass man mit 41 raus kann, wenn man möchte.

Ja und Oberstleutnant ist doch hoch genug und gut genug bezahlt.
Außerdem haben auch einige Generale der Luftwaffe eben nicht studiert.
 
Offiziell endete der Vertrag mit 21 Dienstjahren.
Was bei mir konkret mit dem 42 Lebensjahr gewesen wäre.
Nun ja, entschieden ist entschieden, jetzt bin ich 55, insofern lässt sich das kaum zurückdrehen :)
 
Ok ich hab das bei Piloten immer so verstanden, dass sie nach 21 Jahren gehen können und nicht müssen und wenn dann mit ordentlich Abschlag. Sonst wäre es ja auch nur ein langer Dienst als SaZ.
 
nach dem ich nicht mehr fliegen durfte - chronische Stirnhöhlenvereiterung.
Da funktioniert dann die Sauerstoffmaske nicht mehr richtig, was schlichtweg fatal für diesen Beruf ist.
Auch wenn die Option damals nicht offen stand: Wie hätte es mit dieser chronischen Erkrankung eigentlich bei den Heeresfliegern ausgesehen?
 
Die meisten Piloten sind nach 21 Jahren schlichtweg fertig.
Es gibt ein paar Oberharte, die werden dann nicht umsonst Geschwaderkommodore o. ä. und andere, die sich nicht mehr in der Zivilwirtschaft finden können.
Aus meiner alten Riege, die bis Vertragende durchgehalten haben, sind von 7 Mann 2 geblieben, der Rest ausgeschieden.
 
Auch wenn die Option damals nicht offen stand: Wie hätte es mit dieser chronischen Erkrankung eigentlich bei den Heeresfliegern ausgesehen?

Das kann ich ehrlich nicht korrekt beantworten.
Die Profile für z. B. Hubschrauberpiloten des Heeres waren damals kaum differenziert zu den Anforderungen der Luftwaffe.
Gefühlt waren die Kameraden der Heeresflieger körperlich sogar fitter und Intelligenz hatte auch damals schon nur peripher was mit dem Bildungsabschluss zu tun.
Einzig die Tatsache, das auch Unteroffiziere Heerespiloten werden durften, prägte sich bei mir bleibend ein.
 
Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen (ich ignoriere absichtliche die negativen Kommentare zur Viper, die is noch gar nedd so outdatet wie man sie gern hinstellt :D ) was vor allem der Kosten/Nutzen-Vorteil des Militärs für die Bevölkerung ist. Vielerorts schreien die Leute ja danach dass sinnlos Geld ausgegeben wird. Streicht man dann aber Dinge die jetzt nicht unbedingt zwingend von Vorteil sind dann is das Geschrei plötzlich wieder gross...

Bestes Beispiel dafür ist unsere Kunstflugstaffel. Japs, die Jungs sind gut, den einen oder anderen kenne ich auch persönlich und hab da auch Einblicke die vielleicht nicht alles haben. Vor allem bei den Wartungsjungs /Bodenpersonal (die sind für mich die eigentlich Helden :D Mit denen will es sich kein Pilot verscherzen, das hat angeblich schon Karrieren beendet bevor sie überhaupt richtig anfingen. )
So ne Kunstflugstaffel mag tolle Manöver machen, wirklich für den militärischen Fall nutzbar sind die Übungen aber nicht. Formationsfliegen lässt sich auch anders üben, da muss man nicht mit 2m Abstand nen Diamanten an den Himmel zaubern. Zumal im Einsatz keiner so eng fliegt, aber das is nen anderes Thema.
Was aber nicht von der Hand zu weisen ist, ist die Tatsache dass, solche Teams auf die entsprechenden Zellen deutlich höhere Belastungen drauf fliegen als sie normal geflogen werden. Dadurch steigt nicht nur der Wartungsaufwand und deren Kosten, sondern auch die Lebensdauer des gesamten Flugzeugs fällt deutlich schneller als die der restlichen Flotte..
Aber hört man sich mal um.. Militär abschaffen, sofort. Aber nicht unser Demoteam weg nehmen. Das brauchen wir doch. Ok, wir haben 2, aber leider ist nur eines wirklich bekannt.
Aber es zeigt wunderbar wie seltsam doch die Leute da generell eingestellt sind...
 
Kunstflugstaffeln dienen, genauso wie Militärkapellen, Sportsoldaten und auch eine ganze Menge nicht Vollzeit-begangene Tätigkeiten (so ziemlich alles, was ein "Parade", "Repräsentations" oder "Fahnen"-Bezug im Nahmen hat), eben nicht der militärischen Funktion, sondern nur der Präsentation, Außenwerbung und Innenbespaßung/Zusammenhalt. Ob das noch Sinn macht wäre zu prüfen (ich würde für die ersten beiden Punkte klar Nein sagen), aber Militärs hängen oft an Traditionen.

Bezogen auf das Gesamtbudget der Bundeswehr ist das aber in meinen Augen eher ein symbolischer Aspekt. Wir haben genug Einsatzgeräte, wo die Verfügbarkeit bei unter 50%, teilweise unter 25% liegt. Da wird also viel mehr verschwendet, als wenn irgendwo 5% eines Teilbudgets in eine nutzlose Show fließen. Deswegen bin ich ja auch so kritisch, wenn Bundeswehr/Verteidigungsministerium für irgendwas mehr Geld wollen. Die beweisen seit Jahrzehnten, dass sie damit nicht umgehen und solange wir keinen aktuen Bedarf (=Krieg in Europa) absehen können, sollten wir erstmal diese strukturellen Fehler beheben, ehe wir an den Löchern vorbei versuchen, Mittel dahin zu schaffen, wo sie wirklich benötigt wären. Das ist in etwa so sinnvoll wie eine Löschkett mit Nudelsieben.

(Vermutlich bräuchte die Bundeswehr keinen einzigen Cent zusätzlich, wenn die Mittel optimal eingesetzt werden. Gucke ich mir z.B. an, was die USA alles an Grundlagenforschung, Katastrophenschutz, innere Sicherungsmaßnahmen und polizeilicher Landessicherung -Stichwort Küstenwache- zum Militär zählen, was bei uns aber über Wissenschafts- und Innenministerium läuft, dann haben wir das 2% Ziel an "Verteidigungsausgaben" vermutlich schon längst erreicht. Nur Zahlen wir halt 100 Millionen für ein Stück Technik, dass dann zehn Jahre keinen nutzen hat, weil der Hersteller fehlende Komponenten für eine weitere Million gar nicht liefern kann.)
 
Habt ihr das schon mitbekommen?
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Ich musste die Klasse erstmal googeln. Wusste gar nicht das wir sowas ausgeschrieben hatten. :D
Sieht auf jeden Fall sehr schnittig aus! Gefällt mir optisch ganz gut! :daumen:
 
Gehört habe ich davon nicht, das Design ist allerdings wirklich nicht weit weg von der K130 und damit altbekannt. Aber von Größe und Einsatzrolle her ist es wohl eher eine F125 nur in brauch- und bezahlbar? Da stellt sich die Frage, wieso man ein halbes Jahrzehnt VOR deren Stapellauf darauf kam, dass sowas eine gute Idee ist, aber trotzdem bis heute weitere Baden-Würtembergs gebaut werden??
 
? Wieso leitest du mit "das ist nicht richtig" ein, nur um mir dann darin zuszustimmen, dass die 125 Schrott und die 126 eigentlich in jeder Hinsicht besser ist und man zu dem Zeitpunkt, als man ihre Anschaffung beschlossen hat, den Bau weiterer 125er hätte stoppen sollen?
 
Politisch stand damals zur Diskussion, ein oder zwei Hubschrauberträger in Anlehnung der franz. Mistral-Klasse für lange Überseeeinsätze anzuschaffen.
Übrig geblieben sind bei der F125 überdimensionierte Langstreckenschiffe mit relativ großer Beibootkapazität und der Kampfkraft einer kleinen Korvette.
Nun gut, man spart sich einen halbes Versorgungsschiff :)
Das Interesse an der Mistral-Klasse ist latent weiterhin in D. vorhanden (Kontext zu den ursprünglich für Russland bestimmte Schiffe),
so lange aber der Rest der Flotte eher einer Reparaturwerkstatt gleicht, dürfte das Thema kaum weiter in Erwägung gezogen werden.
 
Die F126 ist vom Konzept her wieder viel mehr Kriegsschiff, dass wie gesagt mit den entsprechenden Modulen eine F123 oder F124 ersetzen kann. Mind. 6 -8 sollten wir davon anschaffen.
Das wäre schon was feines. Hoffentlich dann auch mit VLS. Was ich mich bei der F126 frage: Warum hat das Schiff zwar RIM-Starter aber zusätzlich kein Phalanx CIWS? Zumal das Phalanx CWIS in der Block1B Variante auch einen Surface Mode hätte.

Gerade auf Wiki gelesen. Wenn das wirklich stimmt, dann haben wir bald ne Laser Gattling. :D

Momentan arbeitet Raytheon an einem mit Lasertechnologie ausgerüsteten Phalanx-System, dem LADS (Laser Area Defense System). Hierbei wird das Gatling-Geschütz durch 40 gebündelte Faserlaser mit einer Gesamtleistung von 20 kW ersetzt. Der Aufbau und die Sensoren mussten nur geringfügig modifiziert werden. Aktuell werden zwei Einsatzgebiete für das LADS angedacht: Zum einen eine fahrzeuggestützte Variante, die Mörsergranaten und Raketen bekämpfen kann, zum anderen eine schiffsgestützte Version, welche für den Einsatz gegen Seezielflugkörper konzipiert ist. Während eines Tests im Januar 2007 konnte das System eine 60-mm-Mörsergranate auf eine Distanz von 500 Metern zerstören. Raytheon arbeitet bereits an einer verbesserten Variante, die eine Reichweite von 1000 Metern und mehr erreichen soll.



Politisch stand damals zur Diskussion, ein oder zwei Hubschrauberträger in Anlehnung der franz. Mistral-Klasse für lange Überseeeinsätze anzuschaffen.
Oho! oO Das wusste ich gar nicht. Das wäre mit der heutigen Technik sicher ein gutes Schiff geworden. Ich würde vermuten es hat mal wieder am finanziellen gehappert? ;)

Das Interesse an der Mistral-Klasse ist latent weiterhin in D. vorhanden (Kontext zu den ursprünglich für Russland bestimmte Schiffe),
so lange aber der Rest der Flotte eher einer Reparaturwerkstatt gleicht, dürfte das Thema kaum weiter in Erwägung gezogen werden.
Ich find das auch echt interessant. Auch im Zusammenspiel mit der F126.
 
Hubschrauberträger sind was für amphibische Operationen und das steht einfach nicht bei den notwendige Fähigkeiten der Bundeswehr.
 
Hubschrauberträger sind was für amphibische Operationen und das steht einfach nicht bei den notwendige Fähigkeiten der Bundeswehr.
In Anbetracht der humanitären Einsätze weltweit und der anfallenden Supportaufgaben wäre so eine Klasse doch nicht verkehrt, oder? Gutes Beispiel dafür ist die USS Nassau welche nach dem Erdbeben in Haiti vor Ort war.
 
Na ja, so ein Mistral-Träger hat ein Welldeck mit fast 1000 m² für große Landungsboote.
Ideal einsetzbar für die Spezifikation der Landungs-/Beiboote der F125 Klasse.
Mit bis zu 16 NH-90 Hubschraubern könnte ein deutlich größeres Seegebiet überwacht werden als mit nur zwei Hubschraubern der F125 Klasse und eine Reichweite von fast 20.000 sm bei moderater Geschwindigkeit ist auch eine Ansage.
Die F125 schafft nicht mal 1/3.
Insgesamt ist die F125 echt ein saublöder Entwurf, kaum mehr Zuladungskapazität, schlechte Bewaffnung, viel zu groß für die Einsatzmöglichkeiten und trotz der Größe eine bescheidene Reichweite.

Dass ein Träger nix für Nord- und Ostsee ist, ist klar, Von den Kosten her wäre aber der Einkauf der Mistral gut machbar gewesen.
F125: 750 Mio. Euro/Stück (Baden-Württemberg)
Mistral: ca. 600 Mio. Euro ohne Hubschrauber/Stück als Exportversion a la dem Russenträger.

:D
 
In Anbetracht der humanitären Einsätze weltweit und der anfallenden Supportaufgaben wäre so eine Klasse doch nicht verkehrt, oder? Gutes Beispiel dafür ist die USS Nassau welche nach dem Erdbeben in Haiti vor Ort war.
Sind Sie auch nicht, aber nicht jedes Land muss jede Fähigkeit abbilden. Dafür handelt man ja in Bündnissystemen und nicht alleine.
 
Wie schon geschrieben, ich habe nur zwei konträre Aussagen gelesen und die mit 7000 sm finde ich ad hoc nicht mehr.
Gerne mag ich auch 10000 sm glauben, wenn es in irgendeinem offiziellen Datenblatt mal auftauchen würde.

Das war aber initial nicht der Punkt, selbst bei 10000 sm kostet so eine F125 mehr als ein franz. Hubschrauberträger mit mind. gleicher Nahbereichsbewaffnung,
deutlich mehr Hubschraubern und bezogen dann auf angenommene 10000 sm doppelter Reichweite.
Was mir zu denken gibt...

Wir könnten also locker 2-3 solcher Träger betreiben und hätten auch noch Steuergeld gespart.
 
Ich habe das auf deinen Vergleich mit der K130 bezogen, das Konzept hat nichts mit der F126 zu tun.

Ahso, sorry. Der Vergleich bezog sich seinerseits nur die von Painkiller gelobte schnittige Optik. Da ist die F126 vor allen Dingen von vorne sehr ähnlich aufgebaut, auch wenn sie schon allein wegen ihrer Dimensionen natürlich ein ganz anderes Einsatzkonzept und -spektrum hat.

Darüber hinaus wurde die letzte F125, 2015 auf Kiel gelegt, da war die F126 noch lange nicht beschlossen, auch kannst du ja einen bestehenden Kontrakt nicht so einfach kündigen.

Hängt davon ab, wie man Verträge aufsetzt und wie vorausschauend man plant. Nach der Kiellegung wäre es natürlich schwierig geworden, aber 2-3 Jahre vor Kiellegung einen Auftrag für ein nutzloses 7200 t Schiff in ein später zu bauendes, nützliches 9000 t Schiff zu wandeln sollte durchaus möglich sein. Die Dimensionen sind ähnlich genug, das mit hoher Wahrscheinlichkeit die gleichen Baudocks genutzt werden können und Blohm+Voss ist eine Lürssentochter, der Auftrag bliebe also beim gleichen Unternehmen. Wahrscheinlich wären ein paar Ausgleichszahlungen nötig gewesen, weil man nicht bis Mitte der 10er Jahre den neuen Entwurf fertig gehabt hätte und somit die Werftauslastung etwas schlechter gelaufen wäre, allerdings klagen die deutschen Werften sowieso nicht über Auftragsstau, und der Bau an sich soll ja sogar billiger werden, sodass das F126-statt-F125 durchaus praktikabel gewesen wäre.

Ob auch justiziabel steht auf einem anderen Blatt (nämlich dem Vertragstext). Auch die politische Seite hätte möglicherweise Stress bedeutet, da man eben vorab hätte beschließen müssen, dass das alte Schrott ist (was man über die F125 bis dahin wohl definitiv wusste) und das man definitiv etwas neues, besseres hinbekommt (was ein guter Ingenieur nach der Hälfte der F126-Entwicklungszeit mit Sicherheit hätte sagen können) und das im gleichen Kostenrahmen. Aber da wären wir schon bei der von mir mehrfach in diesen Thread angesprochenen Problem, dass man vorausschauende, umfassende, Gesamtkosten-bewusste Planung bei der Bundeswehr all zu oft vergeblich sucht.


In Anbetracht der humanitären Einsätze weltweit und der anfallenden Supportaufgaben wäre so eine Klasse doch nicht verkehrt, oder? Gutes Beispiel dafür ist die USS Nassau welche nach dem Erdbeben in Haiti vor Ort war.

Die Tarawa-Klasse ist mehr als doppelt so groß wie die Mistral-Klasse und hat auch einen doppelt so großen Einsatzradius, ggf. konnte die Nassau für den Haiti-Einsatz auch noch ihre Ausladung in relativ nahe gelegenen US-Häfen anpassen. Eine von Deutschland aus operierender 20000-t-Träger hätte nur ein Bruchteil der Hilfskapazitäten, wenn man ihn nicht zulasten der militärischen Fähigkeiten bewusst flexibel auslegt.
 
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