Da stimme ich dir schon zu. Auch wenn es durchaus sehr abitionierte Fachmänner auch innerhalb der Bundeswehr gibt.
Ich sag ja auch nicht, dass BW-Kandidaten generell ungeeignet wären, nur dass es keinen Grund gibt, sie zu bevorzugen
Der Eurofighter ist genau das was er sein soll. Ein Jäger. Diese Umrüstung wäre aus so vielen Gründen falsch:
Die Flugzelle der F-18 ist auf mindestens 9000 Stunden ausgelegt. Dadurch hast du eine beträchtlich längere Nutzungsdauer.
50% länger gegenüber den 6000 Stunden des Eurofighters. Wobei sich die Frage stellt, ob dieses Rating für eine nicht-Jagd-Version erweitert werden könnte? Schließlich werden Aufklärer häufig aus größerer Entfernung eingesetzt, haben also lange Anflüge mit geringeren G-Kräften. Wenn man auf 7000-8000 Stunden käme, wäre der Unterschied wirklich sehr klein und es ist immer noch die Rede von Maschinen, die nur als Überbrückung bis zum nächsten europäischen Projekt dienen sollen.
Die Time on Station der F-18 ist auch länger, da sie mehr Sprit an Bord hat. Gerade bei SEAD oder ECM-Missionen ist diese Zeit entscheidend. Der Eurofighter müsste erstmal zum Zweisitzer umgebaut werden.
Das sollte ausgehend von der Trainervariante keine 5 Minuten dauern

Auch das mehr an Sprit ist relativ, wenn ich nach den Wiki-Angaben gehe, denn die F-18 verbraucht auch mehr. Entsprechend wird die Growler auch mit Zusatztanks eingesetzt, wenn Ausdauer gefragt ist. Jeweils maximal mit Außenlasten bestückt steht die Überführungsreichweite dann bei 3890 km (Tornado) zu 3790 km (Typhoon) zu 3330 km (Growler). Zugegeben, dass ist der Einsitzertornado, die Trainer haben deutlich kleinere interne Tanks. Aber ich konnte nicht rausfinden, wie groß deren Anteil am typischen Treibstoffvorrat ist, externe Tanks sind jedenfalls ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes und die Tragfähigkeit der beiden Varianten nimmt sich nicht viel, sodass ein extra gebauter EMC-Zweisitzer zumindest die F-18-Reichweite schaffen sollte.
Was ich nicht sagen kann: Wie viel sparsamer beide jeweils werden, wenn sie mit verringerter Geschwindigkeit im Einsatzgebiet verweilen.
(Anm.: Hat die Growler eigentlich wirklich Satteltanks? Ich dachte, der interne Vorrat würde zwischen den Triebwerken liegen.)
Wer auf alle Fälle nicht besser in dieser Hinsicht ist: Die vorrangehenden Post zu Folge von der Luftwaffe gewünschte F-35. Die kommt zwar ohne Zusatztanks ziemlich weit, aber sie kann afaik bislang gar keine mitführen und wenn sie es irgendwann doch kann, verliert sie massiv an anderen Fähigkeiten. Und als Doppelsitzer existiert sie bislang auch nicht => Soviel zu Luftwaffengeneräle machen automatisch den besten Vorschlag.
Im Umkehrschluss hast du durch die freien Halterungen auch mehr Platz für Waffen/ECM-Ausrüstung. Einer der wichtigsten Punkte ist gerade bei der EA-Version die Elektronik. Bei der EA-18 Growler ist ein größerer Teil davon innerhalt der Flugzelle untergebracht. Beim Eurofighter müsstest du auf Außenbehälter setzen.
Muss man? Ich dachte, eigentlich, beim Eurofighter wären Elektronik-Erweiterungen berücksichtigt worden? Ansonsten sind ohnehin diverse Anbauten für die Sende- und Empfangssystem nötig, da sollte es vergleichsweise leicht sein auch die Elektronik aerodynamisch günstig unterzubringen. Wir sind schließlich nicht mehr in den 80ern, wo so etwas große Volumina eingenommen hat.
Das widerum würde die Beladungsmöglichkeiten enorm einschränken. Was auch für die F-18 spricht ist die AGM- 88E AARGM. Diese Rakete ist bereits zertifiziert für die EA-18 Growler. Die Altbestände an HARMs lassen sich vergleichsweise günstig auf diesen Stand hochrüsten. Da würde eine Neubeschaffung der AGM- 88E AARGM mehr kosten. Dazu kommt bei der Block III Variante der TTNT-Datenlink. Damit können F-18 und EA-18 miteinder kommunizieren.
Letzteres bringt aber nichts, weil ein Großteil der Luftwaffe mit Eurofightern ausgestattet ist, die ECM-Maschine muss also vor allem mit diesen kommunizieren können. Und auch die Bewaffnung einer derartigen Maschine stünde noch nicht fest, sondern könnte auf die jeweils naheliegendsten Varianten angepasst werden. Verglichen mit dem gesamten restlichen Beschaffungsprogramm sollte das der kleinste Teil sein (wenn sich die USA nicht künstlich quer stellen, was eher ein Grund gegen die F-18 wäre), zumal man von Tornado ECR ja schon Entwicklungserfahrung mit der AARGM hat.
Man merkt einfach an allen Ecken und Enden das die F-18 von Anfang an als Mehrzweckkampfflugzeug vorgesehen war.
Als MehrzweckKAMPFflugzeug will ich ihre Rolle auch nicht absprechen. Technisch hat sie gegen den Eurofighter in der Rolle nur den Nachteil ihrer größeren Trägheit, aber dafür ist sie halt in Sachen Bewaffnung einfach die größere Maschine. Ob man das, auch mit Blick auf die Kosten, netto für deutsche Einsatzszenarien dringender braucht, sei dahingestellt - aber es ist sicherlich ein Argument.
Aber es geht eben nicht um F/A. Es geht um Aufklärung und ECR. In ersterer Rolle bin ich gegenüber der F-18 durchaus kritisch, denn da zahlen sich Geschwindigkeit und Tiefstflugfähigkeiten aus und falls die Radarsignatur mit der Größe skaliert (von vorne soll der Eurofighter selbst für seine Größe nicht schlecht sein, aber genaues weiß man natürlich nicht) ist das F-18-Format sogar klar im Nachteil. ECR ist weniger dynamisch, aber auch nicht gerade etwas, das Größe erfordert. Hier sehe ich beide Ansätze im Einsatz als potentiell gleichwertig an, aber bei der Logistik passt ein Eurofighter definitiv besser in bestehende Flotte und aus gesamtwirtschaftlicher Sicht kann man es sich auch eher erlauben, dafür Geld rauszuschmeißen, weil man damit eben heimische statt US-Arbeitsplätze fördert.
Wenn du heute mit Planung beginnst den Eurofighter auch nur im Ansatz auf dieses Level zu bringen, dann reden wir hier von ca. 10 Jahren bis das ganze Einsatzreif ist. Aber der wichtigeste Punkt der für die F-18 spricht: Die Ersatzteilsituation!
Das mit der Ersatzteilsituation musst du erklären. Glaubst du wirklich, dass die
bei der Bundeswehr unter AKK besser wäre, als für den Eurofighter?
Was definitiv ein Vorteil ist, ist klar die Zeitspanne. Technisch würde ich einen modifizierten Eurofighter zwar auch binnen 5 Jahren einsatzreif sehen, aber politisch und ökonomisch wäre selbst 2035 noch keine schlechte Leistung. Ein schon fertiges Flugzeug ist dagegen unschlagbar. ABER: Genau hier wird die Sache eben fischig. Erst verschleppen Bundeswehr und Verteidigungsministerium zwei Jahrzehnte lang die Beschaffungsplanung und jetzt soll das wortwörtlich erst beste angeschafft werden? Da würde ich mich als Parlament auch verdammt quer stellen. Für die Beschaffung eines neues Flugzeugtyps sind 15 Jahre eine angemessen Zeit und die zählt ab dem Moment, in dem offiziell ein Beschaffungsprogramm gestartet und eine Ausschreibung rausgegeben wird. Afaik ist das für die Nachfolge der ECR- und Aufklärungstornados bis heute nicht erfolgt.
Vielleicht kommt man nach einigen Monaten Prüfung zu dem Schluss, dass die F-18 unter diesen Umständen trotzdem die etwas bessere Lösung für Deutschland ist. Aber eins steht für mich fest: Wenn die vor 2030 hier fliegen soll, dann fliegen vorher diejenigen, die sie jetzt haben wollen. Und zwar unehrenhaft wegen vollkommener Inkompetenz und Versuch, ihre eigenen Vorgesetzten aka das Parlament zu erpressen.
Das kann ich dir leider nicht sagen. Die Vermutung meinerseits ist hier, das die Empfehlung durchaus das Budget berücksichtigt hat. Kann mich natürlich auch irren.
Wenn du mal was hörst, würde ich es mich interessieren. Vorstellen kann ich es mir nicht - die F-35 ist so ziemlich das teuerste Kampfflugzeug, dass man bestellen kann, und es gibt sie von der Stange weder mit Aufklärungsausrüstung, noch mit ECM, noch als Nuklearbomber, noch mit der Fähigkeit, gemeinsam mit Eurofightern eingesetzt zu werden (nicht, dass das in Anbetracht der Eigenschaften sinnvoll wäre, aber das ist ein weiterer Punkt gegen sie, denn die Typhoon ist da und bleibt es auch). Da wäre also auf den hohen Grundpreis noch jede Menge Entwicklungszuschlag zu zahlen gewesen, ehe sie die Tornados hätte ablösen können. Und das ist noch eine Rechnung ohne deutsche Sonderwünsche und die gibt es ja eigentlich immer, wenn man nicht binnen 3 Wochen von der Stange kauft...
Ich würde dir durchaus zustimmen, wenn man die Kirche im Dorf lassen würde. D.h. dieses Projekt als das behandelt was es ist. Eine innerdeutsche Entscheidung. Aber nein, unserer Politker lassen sich von Frankreich in die Parade fahren. Für sowas hab ich kein Verständnis. Wenn ein EU-Mitglied und Bündnispartner Drohungen ausspricht, dann fehlt es schon weit.
Das ist tatsächlich kritisch zu sehen. Allerdings kann ich es aus französischer Sicht nachvollziehen und hier stellt sich auch ganz klar die Frage, ob auf deutscher Seite die langfristigen Auswirkungen des Vorschlags durchdacht wurden. Man hat Frankreich schon aus dem letzten gemeinsamen Flugzeugprojekt rausgeekelt und jetzt redet man mitten in FCAS-Programm darüber, viel Geld in ein Konkurrenzprodukt zu investieren, dessen Einsatzzeitraum mindestens 10-20 Jahre in die des FCAS hineinragt? Da war klar, dass auf französischer Seite die Alarmglocken klingeln, wenn sich die Deutschen erneut als komplett unzuverlässige Partner erweisen. Und das wiederum hätte natürlich schwerwiegende Folgen für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zur Mitte dieses Jahrzehnts und für die europäische Luftfahrtindustrie insgesamt gehabt.
Nein, nicht um jeden Preis. Aber damit es besser wird, muss es anders werden. Mich würde wirklich interessieren warum es immer noch so sehr hakt. . Mhm, am positivsten würde mir da die U-Boot-Klasse 212 A einfallen. Da war das ganze "Überschaubar". Von MANTIS hört man bis jetzt auch nicht soviel negatives.
212 A habe ich erst spät wahrgenommen, da waren sie schon weit fortgeschritten. Allerdings wurde relativ viel auch aus älteren Klassen und den Dolphins übernommen und trotzdem sieht man die Dinger bei HDW alle naslang auf dem trockenen liegen und die Einsatzbereitschaft ist kaum besser, als bei gewissen Marinehubschraubern. Also "gelungen" ist das nur im Vergleich mit dem griechischen 214 (in das man z.T. Dinge eingebaut hat, die für die 212 als Fehlschlag erkannt und ins Lager gepackt wurden...), auch wenn das Konzept natürlich verdammt stark und ausnahmsweise mal perfekt auf das Einsatzgebiet angepasst ist. (Wobei ich wiederum nicht verstehe, wofür man derartige Einsätze in Zeiten des heutigen Luftkriegs überhaupt braucht...)
Mal sehen vllt. kommt da noch was in Zukunft. Immerhin soll die F-35 ja langfristig die F-18 ersetzen.
Die F-18: Ja. Aber auch die F/A-18E und später? Die Lightning 2einhalb ist in nahezu jeder Hinsicht ein Gegenentwurf zu Super Hornet und ich hätte nichts davon gehört, dass sie mehr als die normalen, alten Hornets ersetzen soll. Die Growler-Entwicklung startete sogar erst acht Jahre nach der F-35-Entwicklung. Die einzige Verknüpfung zwischen beiden Programmen, die ich kenne, ist eine gesteigerte Super-Hornet-Beschaffung um zusätzliche Strike-Kapazitäten in Ermangelnung ausreichender F-35 zu schaffen. Aber da tritt die F-18 praktisch als Nachfolger für nie gelieferte F-35 auf, nicht umgekehrt.