Der Militärthread

Bundeswehr: Bundestag waehlt Hoegl zur Wehrbeauftragten | tagesschau.de

Die SPD hat sich einen Bärendienst erwiesen und außer dem AfD Kandidaten gab es keine Alternative.
Ich habe keinen Soldaten kennengelernt der mit Bartels unzufrieden war und auch als ich ihn persönlich angesprochen habe hatte er ein offenes Ohr für mein Anliegen.
In meinen Augen sollte ein solcher Posten nur von einer Person besetzt sein, die auch nachweislich über die Kompetenz verfügt den Job ordentlich zu erledigen. Das ist hier halt mal wieder nicht der Fall.
Was ich auch nicht verstehen kann ist, wieso der Posten des Verteidigungsministers nicht von einem ehemaligen General/Admiral besetzt wird. Der kommt aus der Truppe, kennt die Truppe und weiß genau wo es zwickt und was man verbessern/ändern muss.
 
Das Volk will hat von Schaustellern regiert werden. Betont es alle vier Jahre aufs neue :ka:

In meinen Augen sollte ein solcher Posten nur von einer Person besetzt sein, die auch nachweislich über die Kompetenz verfügt den Job ordentlich zu erledigen. Das ist hier halt mal wieder nicht der Fall.
Was ich auch nicht verstehen kann ist, wieso der Posten des Verteidigungsministers nicht von einem ehemaligen General/Admiral besetzt wird. Der kommt aus der Truppe, kennt die Truppe und weiß genau wo es zwickt und was man verbessern/ändern muss.

Hätte aber (zumindest von Berufswegen her) keine Ahnung vom Bundestag, von Finanzen, von Gesetzesentwürfen und von Diplomatie. Genau das sind aber, neben dem riesen Part Personalverwaltung vor allem im Ministerium, die Hauptaufgaben eines Verteidigungsministers. Die militärische Führung dagegen, für die man Ahnung von der Truppe haben muss, liegt in der Hand des Generalinspekteurs der -oh Wunder- die gewünschten Dienstgerade hat/haben soll. Das Prinzip gilt letztlich für alle Ministerien: Ein Gesundheitsminister muss nicht Arzt sein, ein Familienminister nicht die ganze Zeit in Vaterschaftsurlaub sein, ein Außenminister darf auch mal innerhalb Deutschland gewesen sein und welche Ausbildung sollte man eigentlich von einem Kanzleramtschef verlangen? Die wichtigste Kompetenz* bei jedem Minister ist "ein Ministerium leiten und in Regierung und Bundestag vertreten". Deswegen kann man die auch ohne große Unterschiede zwischen Resorts rotieren lassen, Schwerpunkte ergeben sich da weniger aus Berufserfahrung/einschlägiger Qualifikation denn aus persönlichem Interesse. Sich als Verteidigungsminister nicht von der Rüstungslobby an der Nase herumführen zu lassen erfodert 1:1 die selben Fähigkeiten*, wie als Verkehrsminister nicht jedes Gesetzt von Daimler/VW/BMW schreiben zu lassen oder als Energieminister nicht nur den EON/ENBW/...-Aktienkurs zu stützen. Das Fachwissen muss so oder aus den beratenden/organsierenden Schichten des jeweiligen Ministeriums kommen, rein aufgrund des Umfanges. Selbst ein hochgedienter General des Heeres könnte von sich aus nur bedingt kompetente Entscheidungen zur U-Boot-Flotte treffen und wenn Panzergrendiere nach den Vorstellungen vom Cyberabwehrzentrum tanzen sollten (okay, noch haben die nicht so ohne Ränge hervorgebracht), dann wäre das Ergebnis sicherlich auch fragwürdig.


*: Ich sag nicht, dass unsere Minister die genannten Kompetenzen auch haben. Vielleicht alle zusammen genug für ein Ministerium. Aber ein Admiral wäre da auch nur durch Zufall besser oder weil er besser von der Wirtschaft abgeschirmt war. ;)
 
Was ich auch nicht verstehen kann ist, wieso der Posten des Verteidigungsministers nicht von einem ehemaligen General/Admiral besetzt wird. Der kommt aus der Truppe, kennt die Truppe und weiß genau wo es zwickt und was man verbessern/ändern muss.
Ganz einfach:
Primat der Politik
Du kannst keine hohen Stabsoffiziere oder Generale auf diesen Posten setzen, dann fehlt auch etwas die Trennung.
Ein ehemaliger SaZ Offz oder UmP ist dagegen was anderes.

Aber das schlimmste an UvdL war eigentlich, dass sie keine Verbindung zur Truppe hatte. Das macht AKK besser. Das sehe ich so und die meisten meiner Kameraden meiner Dienststelle auch.
 
Hoegl war innerhalb der SPD eine parteipolitische Entscheidung
Prinzipiell ist es erst mal gut, dass solche in Posten unabhängig von der BW als Entscheidung des Parlamentes getroffen wird.
Ob sie die Funktion erfüllen und die Belange der Soldat(inn)en wahrnehmen kann und wird, wird die Zukunft zeigen.
Die Chance muss man ihr gewähren.
Unfähigkeit af diesem Posten kommt relativ schnell ans Tageslicht.
DAS sind seine Funktionen und Befugnisse:
WBeauftrG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Letztlich geht es ja primär darum, dass sie nachvollziehen kann, wie Soldat(inn)en denken und wie diese Probleme z. B. in Petitionen formulieren.
Es ist der Themenkreis der inneren Führung und dient nicht zur Beurteilung des militärischen Materials, sondern lediglich zur Feststellung über Mangel oder Funktionsfähigkeit.

Wenn ein U-Boot nicht fährt, dann fährt es nicht.
Er informiert das Parlament, das die Teiltruppe Marine Mangels Einsatzmaterial nicht ihre Aufgaben wahrnehmen kann.
Es ist dann Aufgabe des Verteidigungsministers, Abhilfe zu schaffen.
 
Hätte aber (zumindest von Berufswegen her) keine Ahnung vom Bundestag, von Finanzen, von Gesetzesentwürfen und von Diplomatie. Genau das sind aber, neben dem riesen Part Personalverwaltung vor allem im Ministerium, die Hauptaufgaben eines Verteidigungsministers. Die militärische Führung dagegen, für die man Ahnung von der Truppe haben muss, liegt in der Hand des Generalinspekteurs der -oh Wunder- die gewünschten Dienstgerade hat/haben soll. Das Prinzip gilt letztlich für alle Ministerien: Ein Gesundheitsminister muss nicht Arzt sein, ein Familienminister nicht die ganze Zeit in Vaterschaftsurlaub sein, ein Außenminister darf auch mal innerhalb Deutschland gewesen sein und welche Ausbildung sollte man eigentlich von einem Kanzleramtschef verlangen? Die wichtigste Kompetenz* bei jedem Minister ist "ein Ministerium leiten und in Regierung und Bundestag vertreten". Deswegen kann man die auch ohne große Unterschiede zwischen Resorts rotieren lassen, Schwerpunkte ergeben sich da weniger aus Berufserfahrung/einschlägiger Qualifikation denn aus persönlichem Interesse. Sich als Verteidigungsminister nicht von der Rüstungslobby an der Nase herumführen zu lassen erfodert 1:1 die selben Fähigkeiten*, wie als Verkehrsminister nicht jedes Gesetzt von Daimler/VW/BMW schreiben zu lassen oder als Energieminister nicht nur den EON/ENBW/...-Aktienkurs zu stützen. Das Fachwissen muss so oder aus den beratenden/organsierenden Schichten des jeweiligen Ministeriums kommen, rein aufgrund des Umfanges.
Dann frag ich mich allen ernstes wieso das in anderen Ländern klappt. Schau dir zum Beispiel mal das Kabinett von Kanada an. Ich bin der Meinung das man hier in Deutschland diese festgefahrenen Strukturen aufbrechen muss, damit die Truppe nicht ständig unter diesen politischen Spielchen leiden muss.

Selbst ein hochgedienter General des Heeres könnte von sich aus nur bedingt kompetente Entscheidungen zur U-Boot-Flotte treffen und wenn Panzergrendiere nach den Vorstellungen vom Cyberabwehrzentrum tanzen sollten (okay, noch haben die nicht so ohne Ränge hervorgebracht), dann wäre das Ergebnis sicherlich auch fragwürdig.
Dafür ist ein General/Admiral näher an der Trupp dran. Ich sag ja nicht das er alles wissen muss, dafür hat er ja seine Abteilungsleiter. Ich persönlich würde einer solchen Person in militärischen Fragen ganze klar eher das Vertrauen aussprechen, als einer politischen Wandergestallt.

Aber das schlimmste an UvdL war eigentlich, dass sie keine Verbindung zur Truppe hatte. Das macht AKK besser. Das sehe ich so und die meisten meiner Kameraden meiner Dienststelle auch.
Und wie sehen du und deine Kameraden den Zustand der Truppe? Bzw. wo hakt es in euren Augen?
 
Zu viel Bürokratie, der ganze Ausschreibungswirrwarr etc sind natürlich schlecht. Ersatzteile und Co sind auch bekannt,
aber die Ausbildung ist sehr gut was mir auch immer wieder von anderen Soldaten aus anderen Ländern bestätigt wird.

Im Prinzip gibt es niemanden, der mehr über die Bundeswehr schimpft als ein deutscher Bürger.

Aber ich bin noch in der Ausbildung und hab bisher kaum Alltag in der Truppe gehabt.
 
Dann frag ich mich allen ernstes wieso das in anderen Ländern klappt. Schau dir zum Beispiel mal das Kabinett von Kanada an. Ich bin der Meinung das man hier in Deutschland diese festgefahrenen Strukturen aufbrechen muss, damit die Truppe nicht ständig unter diesen politischen Spielchen leiden muss.

Ich bin mit der politischen Lage in Kanda nicht vertraut, kann im direkten Vergleich also nichts dazu sagen. Das Hauptproblem in Deutschland ist in meinen Augen die Personalisierung und Popularisierung, die maßgeblich durch den Wähler vorangetrieben wird. Es geht bei Erfolgen nur noch um Selbstdarstellung und somit auch innerhalb der Parteien nur um "Persönlichkeiten" und nicht um Sacharbeit. Am Ende wird aus einer Gruppe von Arschkriechern und Intriganten der beste Schauspieler mit wichtigen Aufgaben beauftragt. Das kann zu keinem guten Ergebnis führen.
Aber es wäre halt auch nicht per seh besser, jemanden ohne Parlamentskenntnisse auf einen Parlamentsposten zu setzen.

Dafür ist ein General/Admiral näher an der Trupp dran. Ich sag ja nicht das er alles wissen muss, dafür hat er ja seine Abteilungsleiter. Ich persönlich würde einer solchen Person in militärischen Fragen ganze klar eher das Vertrauen aussprechen, als einer politischen Wandergestallt.

Sicherlich. Aber auch in Sachen Beschaffungswesen? Haushaltsplanung? Internationale Abstimmung? Für die militärische Kompetenz hat ein Verteidigungsminister wortwörtlich eine komplette Truppe hinter sich. Eigentlich muss er vor allem die nicht-militärischen Kompetenzen zum Gesamtgebilde beisteuern, die den anderen fehlen. Und dass er keinem Teil der Truppe besonders nahesteht, kann auch von Vorteil sein. Man gucke sich nur mal an, wieviele Rüstungsprogramme der Amerikaner von Personen mit spezifischen Vorlieben in fragwürdige Richtungen gezerrt wurden (und dann oft eingestellt). Da wäre es oft besser gewesen, wenn ein militärisch Unbedarfter die Argumente der verschiedenen Interessensgruppe neutral abgewogen hätte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, nur so ein Totalausfall wie UvdL geht gar nicht. Man muss der Truppe schon positiv gegenüberstehen.
 
Das Hauptproblem in Deutschland ist in meinen Augen die Personalisierung und Popularisierung, die Maßgeblich durch den Wähler vorangetrieben wird. Es geht bei Erfolgen nur noch um Selbstdarstellung und somit auch innerhalb der Parteien nur um "Persönlichkeiten" und nicht um Sacharbeit. Am Ende wird aus einer Gruppe von Arschkriechern und Intriganten der beste Schauspieler mit wichtigen Aufgaben beauftragt. Das kann zu keinem guten Ergebnis führen.
Da stimme ich dir zu! :daumen: Hier muss ein Umdenken stattfinden. Poltik von Reiche für Reiche bringt dieses Land nicht weiter.

Aber es wäre halt auch nicht per seh besser, jemanden ohne Parlamentskenntnisse auf einen Parlamentsposten zu setzen.
Mhm, das sehe ich etwas anders. Der Mensch kann alles lernen, wenn er nur will. Ich denke man kann auch in einen Parlamentsposten reinwachsen. Man muss nur den Mut und den Biss haben, so einen Neuanfang zu wagen. In der Ukraine hatte man den Mut.
Wie schon gesagt, ich bin deffinitiv dafür das man diese festgefahren Stukturen die du oben auch erwähnt hast aufbrechen muss. Ein Verteidigungsminister muss einfach nahe an der Truppe sein, und auch sein Handwerk verstehen. Das ist er den Menschen die dort dienen einfach schuldig.
 
Es geht gar nicht mal um "Reiche für Reiche". Natürlich treffen Lobbyisten durch diese Verhältnisse auf paradiesische Bedingungen und Arme können sich keine Lobbyisten leisten. Aber auch in den eher wirtschaftsfernen Teilen der Opposition ist Aktionismus viel weiter verbreitet als Kompetenz.

Zum Lernen: Klar, prinzipiell kann jeder alles lernen, auch wenn strenge hierarchische Strukturen wie der Bundeswehr nicht unbedingt die Creme de la Creme der Mitdenker und Selbstweiterbilder anziehen. Aber das gilt halt in beide Richtungen: Ein Parlamentarier kann Militär lernen, ein Militär kann Parlament lernen. Wobei ersteres dank der inhärenten Logik vermutlich sogar leichter ist, der Aufbau der im heutigen System leider notwendigen politischen Netzwerke dagegen verdammt aufwendig. Aber die Frage ist halt, welche Defizite man in der Lernphase leichter ausgleichen kann - die eines militärisch Unbedarften durch wortwörtlich eine ganze Armee von potentiellen Militärberatern oder die eines parlamentarisch Unbedarften durch ... ja durch wen eigentlich?

Für die meisten aktuellen Defizite der Bundeswehr bräuchte es vor allem jemanden mit Erfahrung in Sachen Vertragsrecht. Und mit null Bezug, idealerweise sogar einen gewissen Opposition, zu sämtlichen Rüstungsfirmen.
 
Für die meisten aktuellen Defizite der Bundeswehr bräuchte es vor allem jemanden mit Erfahrung in Sachen Vertragsrecht.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Fachwissen nicht doch vorhanden ist.
Es ist doch aber auch so, dass die Entscheidungsträger in der BW ja gar nicht alleine entscheiden, sondern vielmehr Empfehlungen aussprechen und letztlich das Verteidigungsministerium entscheidet und bestellt.

Zudem fließen viele politische Lenkungen mit ein; Unterstützung eigener Rüstungsfirmen usw..
Die Auswahl an Konkurrenzunternehmen dann in D. selbst innerhalb der EU sind eher übersichtlich.
Bestellt man ein Kampfflugzeug, haste es regelmäßig mit dem Airbus-Konzern zu tun, bestellst du einen Panzer, kommst man an Kraus-Maffei nicht vorbei.
Selbst bei den Kleinwaffen sind es nur eine Handvoll Unternehmen in der EU.
Würde mich jetzt wurden, wenn die nicht gegenseitig die Preisliste nicht kennen und letztlich die Preise oben halten.
Marktwirtschaft im Sinne ich bekomme das Beste zum Besten Preis in solch engem Rahmen ist eher eine Traumvorstellung.
 
Es geht gar nicht mal um "Reiche für Reiche". Natürlich treffen Lobbyisten durch diese Verhältnisse auf paradiesische Bedingungen und Arme können sich keine Lobbyisten leisten.
Man sieht ja wohin das geführt hat. Der Ausrüstungsstand der Truppe ist extrem bescheiden. Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe sind nur bedingt einsatzbereit.

Zum Lernen: Klar, prinzipiell kann jeder alles lernen, auch wenn strenge hierarchische Strukturen wie der Bundeswehr nicht unbedingt die Creme de la Creme der Mitdenker und Selbstweiterbilder anziehen. Aber das gilt halt in beide Richtungen: Ein Parlamentarier kann Militär lernen, ein Militär kann Parlament lernen. Wobei ersteres dank der inhärenten Logik vermutlich sogar leichter ist, der Aufbau der im heutigen System leider notwendigen politischen Netzwerke dagegen verdammt aufwendig. Aber die Frage ist halt, welche Defizite man in der Lernphase leichter ausgleichen kann - die eines militärisch Unbedarften durch wortwörtlich eine ganze Armee von potentiellen Militärberatern oder die eines parlamentarisch Unbedarften durch ... ja durch wen eigentlich?
Schwierige Frage. Auch bei der Bundeswehr gibt es viele die den Laden wirklich weiter bringen wollen. Hab selber einige davon kennen gelernt.
Aber eines trifft auf beide zu: Auf diesen Posten muss eine Person sitzen, die diesen auch wirklich meistern will. Meiner Meinung nach ist eine politische Wandergestalt hier einfach fehl am Platz. Sieht man ja am Beispiel UvdL.

Zudem fließen viele politische Lenkungen mit ein; Unterstützung eigener Rüstungsfirmen usw..
Politische Lenkungen. Auch so ein Thema. In Deutschland hat das Parlament bei allen Rüstungskäufen über 25 Millionen Euro ein Mitspracherecht. Das verzögert Projekte auch wieder extrem, weil alles tot diskutiert wird. Das Beste sind die F18-Kritiker im Moment. Denn hier trennt sich mal wieder die Spreu vom Weizen. Da überlegt man ernsthaft den Eurofighter umzurüsten, damit er die Aufgaben der F18 übernehmen kann. :ugly:

Bestellt man ein Kampfflugzeug, haste es regelmäßig mit dem Airbus-Konzern zu tun, bestellst du einen Panzer, kommst man an Kraus-Maffei nicht vorbei.
Gut das du es ansprichst, denn das ist irgendwie schon ein interessantes Verhalten was hier von der Regierung zu beobachten ist. Auf der einen Seite entwickelt man ein FCAS um nicht von den Amerikanern abhängig zu sein, und auf der anderen Seite liebäugelt man mit der F-18 Superhornet. :ugly:
 
Gut das du es ansprichst, denn das ist irgendwie schon ein interessantes Verhalten was hier von der Regierung zu beobachten ist. Auf der einen Seite entwickelt man ein FCAS um nicht von den Amerikanern abhängig zu sein, und auf der anderen Seite liebäugelt man mit der F-18 Superhornet. :ugly:

Das liegt daran, dass der Tornado, für den die F-18 der Ersatz sein sollen, in 5-10 Jahren nicht mehr fliegen kann und der FCAS als Prototyp vielleicht erst in 15 Jahren abhebt.
 
Das liegt daran, dass der Tornado, für den die F-18 der Ersatz sein sollen, in 5-10 Jahren nicht mehr fliegen kann und der FCAS als Prototyp vielleicht erst in 15 Jahren abhebt.
Die Gründe sind mir schon klar. ;) Mit der Ausage hab ich gemeint, das die Regierung hier zwischen zwei bzw. mehreren Stühlen sitzt. Ursprünglich war die F-35 im Gespräch. Daraufhin drohte die französische Regierung sogar mit dem Rauswurf Deutschlands aus dem gemeinsamen Rüstungsvorhaben FCAS, falls die Bundesregierung die F-35 kaufe. Bei dem Versuch, es allen Beteiligten recht zu machen – den Regierungsparteien, der Luftwaffe, Frankreich, den USA und der heimischen Rüstungsindustrie haben wir uns in eine gewaltige Sackgasse manövriert. Jetzt wird über die F-18 diskutiert, und diskutiert und diskutiert. Dabei liegen die Vorteile der F-18 gegenüber des Eurofighters doch eigentlich auf der Hand. Das was da wieder passiert ist ein rein politischer Zirkus, der das ganze noch weiter verzögert.

Genau das kommt raus wenn eine zukunftsweisende Entscheidung (die Luftwaffe wollte die F-35) durch Politiker, Lobbyismus und Drohungen komplett torpediert wird. Wenn sich die vielen Luftwaffen-Generäle für die F-35 aussprechen, dann sollte man dieser Empfehlung auch folgen. Aber genau das meinte ich mit meiner Kritik in den vorherigen Posts. Man muss diese Strukturen aufbrechen damit sich hier mal etwas ändert. Unsere Soldaten riskieren täglich ihr Leben. Da darf man dann auch eigentlich erwarten das auch das gewünschte Material ausreichend und in guter Qualität vorhanden ist.

An diesem Beispiel sieht man es wieder sehr deutlich: Der Leidtragende in dieser Geschichte ist wieder mal die Tuppe. Und das ist die eigentliche Frechheit an dieser Geschichte.
 
So schlimm ist in diesem Fall die politische Diskussion nicht. Die F-35 könnte sowieso erst frühestens 2025 geliefert werden, da sie laut ihrem Chefverkäufer erst ab 2024 in der Lage wäre die Atomwaffen der nuklearen Teilhabe zu transportieren. Ich vermute mal auch, dass die F-18 nicht früher geliefert werden könnten (Anpassung an deutschen Forderungen).

Dieser "Leak" von AKK zur Bestellung der F-18 könnte auch ein Testballon gewesen sein, um die Argumente der anderen Parteien frei Haus geliefert zu bekommen. Dann hat man bei der echten Bestellung vielleicht ein paar brauchbare Argumente zur Hand.
Außerdem wird man mit Sicherheit noch abwarten, ob Donald Duck die nächste Wahl gewinnt, um ihm keine Munition für den Wahlkampf zu liefern.

Rein subjektive Meinung zur F-35: Bei den Berichten über die Maschine, die ich hin und wieder lese, habe ich den Eindruck das das eine Bananensoftware ist und locker noch 5 Jahre braucht, bis man überhaupt daran denken kann, das Ding zu bestellen.
 
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob diese Fachwissen nicht doch vorhanden ist.

Ich stelle jedenfalls fest, dass es nicht eingesetzt wird. Und damit meine ich nicht so etwas wie "mangelnde Berücksichtigung von Wettbewerb", sondern ganz triviale Elemente wie "zahlen für etwas, das man gar nicht will". Zum Beispiel diverses Fluggerät, dass schon zur Auslieferung massiven Nachbesserungsbedarf hat. Milliarden-Entwicklungspakete, bei denen man auf der Hälfte märkt, dass die andere Hälfte von vorneherein unmöglich war aus Gründen, die gar nichts mit der seitdem erfolgen Arbeit zu tun hat. Produkte, die so sehr verspätet Einsatzbereit sind, dass die zu ihrer Bestellung führenden Lastenhefte überhaupt nicht mehr zur Situation passen.
In der freien Wirtschaft würde so etwas einem Verantwortlichen nur ein einziges Mal passieren, dass er etwas ohne genaue Zielvorgaben, Zieldatum und Zahlung nur bei Zielerfüllung kauft. Denn danach wäre er maximal noch für die Entfernung von Urinstein verantwortlich. Bei Bundeswehr und Verteidigungsministerium ist das Standard. Genauso die Zukunftsplanung: Brauche ich einen General um die Differenz aus maximaler Flugstundenzahl einer Tornadozelle mit der absolvierten Flugstundenzahl der Nuklerrotten abzugleichen? Oder einen Vollblutpolitiker? Oder einfach nur jemanden, der in der Lage ist ein Bestandentwicklung zu planen? Selbst ein Ökologe wäre offensichtlich eher vom Fach als die aktuell zuständigen...


Schwierige Frage. Auch bei der Bundeswehr gibt es viele die den Laden wirklich weiter bringen wollen. Hab selber einige davon kennen gelernt.
Aber eines trifft auf beide zu: Auf diesen Posten muss eine Person sitzen, die diesen auch wirklich meistern will. Meiner Meinung nach ist eine politische Wandergestalt hier einfach fehl am Platz. Sieht man ja am Beispiel UvdL.

Nach meiner Erfahrung kann man aus der bisherigen Art der Arbeit nur selten ableiten, ob jemand sich für einen neuen Bereich einsetzen möchte. Ein motivierter Quereinsteiger ist oft deutlich besser als eine ambitionsloser Fachmann. Was in jedem Fall falsch am Platze ist: Jemand inkompetentes. Da sollte man sich nicht die Art, sondern die Qualität der vorherigen Arbeit angucken. Bei der Expertin für Laientum war das Ergebnis in dieser Hinsicht offensichtlich und sie hat die Negativerwartungen in der Rolle als Verteidigungsministerin genauso erfüllt, wie in den Jobs davor und danach.
Aber das heißt halt nicht, dass es nicht Parlamentarier gibt, die es besser könnten (da mir Militarismus nicht so liegt kann ich kein Beispiel nennen) oder umgekehrt dass Bundeswehrlaufbahnen es nicht genauso vermasseln könnten. Zumindest bei den niedrigeren Rängen ist es mangels Flexiblität in der Bundeswehr ja nicht einmal möglich, derartige Eigeninitiative unter Beweis zu stellen beziehungsweise eine ganze Reihe von den Charaktereigenschaften, die ich mir für so eine Position wünschen würde, beißen sich derart mit den Anforderungen an einen einfachen Soldaten, dass entsprechend geeignete Personen bei der Bundeswehr sogar unterrepräsentiert sein müssten.

Politische Lenkungen. Auch so ein Thema. In Deutschland hat das Parlament bei allen Rüstungskäufen über 25 Millionen Euro ein Mitspracherecht. Das verzögert Projekte auch wieder extrem, weil alles tot diskutiert wird. Das Beste sind die F18-Kritiker im Moment. Denn hier trennt sich mal wieder die Spreu vom Weizen. Da überlegt man ernsthaft den Eurofighter umzurüsten, damit er die Aufgaben der F18 übernehmen kann. :ugly:

Technisch ist das in meinen Augen auch keine verkehrte Debatte. Ein umgerüsteter Eurofighter hätte in vielerlei Hinsicht große Vorteile gegenüber der F-18. Der einzige Nachteil ist das Zeitproblem, aber die kann man dem Parlament nicht anhängen. Das fängt mit der Debatte ja sogar schon an, bevor es von der Bundeswehr und dem Verteidigungsministerium offiziell informiert wurde. Der Fehler liegt bei einem von letzteren beiden, die eigentlich schon vor 10 Jahren entsprechende Pläne hätten vorlegen müssen. Sich jetzt hinzustellen und sagen "ach ja: Wir haben es solange verpennt, dass es jetzt praktisch alternativlos ist, schiebt mal Geld rüber" ist de facto eine Entmündigung des Parlaments. Denn das hat immer noch die Budgethohheit und die Bundeswehr steht nicht außerhalb dieser Kontrolle und darf ihre Wunschzettel selbst abstempeln.


Das liegt daran, dass der Tornado, für den die F-18 der Ersatz sein sollen, in 5-10 Jahren nicht mehr fliegen kann und der FCAS als Prototyp vielleicht erst in 15 Jahren abhebt.

Wobei beides seit 10-20 Jahren bekannt ist...


Genau das kommt raus wenn eine zukunftsweisende Entscheidung (die Luftwaffe wollte die F-35) durch Politiker, Lobbyismus und Drohungen komplett torpediert wird. Wenn sich die vielen Luftwaffen-Generäle für die F-35 aussprechen, dann sollte man dieser Empfehlung auch folgen.

Haben die Luftwaffen-Generäle diese Empfehlung im Rahmen bestehender Budgets ausgesprochen? Ich denke nein. Man könnte die Diskussion im Parlament vermutlich abkürzen, wenn die F-35-Beschaffung nicht teurer als die F-18-Optioin wäre und man könnte sie sogar auf null reduzieren, wenn (inflationsbereinigt) nicht mehr Steurmittel über den Teich wandern sollen, als damals für die Beschaffung der nuklear-, Aufklärungs- und ECM-Tornados, die jetzt ersetzt werden sollen. Aber dafür bekommt man vermutlich nicht einmal eine halbe F-35 und ich habe auch nicht gelesen, dass die Luftwaffe diese Beschaffung aus dem in den letzten Jahren schon drastisch gesteigerten Grundetat finanzieren will.

Stattdessen sollen verdammt große Summen fliegen und da hat das Parlament ein Recht auf eine sorgfältige Prüfung, ob das a) nötig und b) die passendste Variante ist. Und so eine Prüfung der Beschaffung von X besteht nicht darin, dass man kurz mit dem redet, der sich wünscht, dass X beschaft wird und der keinen Cent dafür bezhalt.

Unsere Soldaten riskieren täglich ihr Leben. Da darf man dann auch eigentlich erwarten das auch das gewünschte Material ausreichend und in guter Qualität vorhanden ist.

Darf man. Aber man darf nicht verlangen, dass irgendwer das um jeden Preis umsetzt. Sondern man muss sicherstellen, dass die dafür Verantwortlichen das zielgerichtet arangieren. Und so verdammt viel, wie bei der Bundeswehr seit Jahrzehnten im Beschaffungs- und Instandshaltungswesen vermasselt wurde (gibt es eigentlich überhaupt ein einziges positives Beispiel aus diesem Jahrtausend?), lässt nicht annehmen, dass das Problem durch Austausch 1-2 Spitzenpersonen und etwas mehr Geld gelöst wird. Geld ist schon ziemlich viel da, wenn man es mit anderen Nationen (außer den USA) vergleicht und Personal an der Spitze wurde oft gewechselt. Die Fehler aber sind geblieben.


Rein subjektive Meinung zur F-35: Bei den Berichten über die Maschine, die ich hin und wieder lese, habe ich den Eindruck das das eine Bananensoftware ist und locker noch 5 Jahre braucht, bis man überhaupt daran denken kann, das Ding zu bestellen.

Das wäre ja kein Problem, da sie erst in 10 Jahren fertig sein muss. Aber wir brauchen ja nicht nur einen Atomwaffenträger (genau genommen "brauchen" wir den am allerwenigsten, wie die Debatte zeigt), sondern auch eine ECM-Plattform und neue Aufklärer. Und da ist schon die F-18 gemäß offiziellen Specs langsamer, mit geringerer Reichweite ausgestattet und afaik auch weniger manövrier- und damit Überlebensfähig als der Tornado ohne (in diesen Rollen) einen einzigen Vorteil zu bieten*. Und die F-35 ist in jedem dieser Punkte bestenfalls gleichwertig und afaik nicht einmal mit einem internen Aufklärungs- oder ECM-System geplant, während sie mit externen Anbauten dann durchgängig schlechter und zudem eines Großteils ihrer Radarvorteilen beraubt wäre. Beim Sekundäreinsatz als nicht-nuklearer Jagdbomber kommt dann noch die bekannt geringer Waffenkapazität der F-35 dazu, die schon in den USA für viel Stunk gesorgt hat. Rein aufgrund der Anschaffungs- und Unterhaltskosten müsste eine F-35 aber vermutlich im Einsatz den Job von 1,5 F-18 erledigen, also diese in allen Belangen sogar deutlich überbieten, ehe sie der bessere Deal wäre.


*: Wenn ich nur nach den öffentlich bekannten Daten gehe (die beim alten Tornado vermutlich viel näher am maximal möglichen dran sind, als bei den anderen Entwürfen), dann wäre der beste Vorschlag für die nicht-nuklearen Einsatzprofile sogar: "Baut neue Tornados". Ggf. mit neuen ECM- und Aufklärungsystemen (hat die Bundeswehr nicht erst vor ein paar Jahren 500 Millionen in letztere Technik versenkt?...), da wird es Aufholbedarf geben, aber das hat ja nichts mit der Zelle zu tun.
 
Nach meiner Erfahrung kann man aus der bisherigen Art der Arbeit nur selten ableiten, ob jemand sich für einen neuen Bereich einsetzen möchte. Ein motivierter Quereinsteiger ist oft deutlich besser als eine ambitionsloser Fachmann. Was in jedem Fall falsch am Platze ist: Jemand inkompetentes. Da sollte man sich nicht die Art, sondern die Qualität der vorherigen Arbeit angucken. Bei der Expertin für Laientum war das Ergebnis in dieser Hinsicht offensichtlich und sie hat die Negativerwartungen in der Rolle als Verteidigungsministerin genauso erfüllt, wie in den Jobs davor und danach.
Da stimme ich dir schon zu. Auch wenn es durchaus sehr abitionierte Fachmänner auch innerhalb der Bundeswehr gibt. Wie schon gesagt, ein Verteidigungsminister sollte auf die Meinung seiner Offiziere auch hören. Gerade wenn er nur eine politische Wandergestalt ist.
Aber du hast völlig Recht! Wenn man die Qualität der vorherigen Arbeit anguckt, dann können solche Misstände effektiv vermieden werden. Wobei hier natürlich im Raum steht wieviel bzw. was ein Minister (Politiker) überhaupt zu solchen Großprojekten beitragen kann. Die wirklich Arbeit erledigen doch die leisen und stillen Mitarbeiter im Hintergrund.

Aber das heißt halt nicht, dass es nicht Parlamentarier gibt, die es besser könnten (da mir Militarismus nicht so liegt kann ich kein Beispiel nennen) oder umgekehrt dass Bundeswehrlaufbahnen es nicht genauso vermasseln könnten.
Wohl wahr. Aber das finden wir nur raus, wenn man es probiert. Und wenn es nur für eine Wahlperiode ist. Ich würde einfach zu gerne sehen, wie sich ein Ex-General/Admiral auf diesem Posten schlagen würde. :) Schlimmer als UvdL kann es ja wohl kaum werden.

Technisch ist das in meinen Augen auch keine verkehrte Debatte. Ein umgerüsteter Eurofighter hätte in vielerlei Hinsicht große Vorteile gegenüber der F-18.
Der Eurofighter ist genau das was er sein soll. Ein Jäger. Diese Umrüstung wäre aus so vielen Gründen falsch:
Die Flugzelle der F-18 ist auf mindestens 9000 Stunden ausgelegt. Dadurch hast du eine beträchtlich längere Nutzungsdauer. Die Time on Station der F-18 ist auch länger, da sie mehr Sprit an Bord hat. Gerade bei SEAD oder ECM-Missionen ist diese Zeit entscheidend. Der Eurofighter müsste erstmal zum Zweisitzer umgebaut werden. Dadurch verlierst du auch schon wieder Sprit. Bei der Reichweite ist die F-18 Block III einfach besser. Das liegt an den Satteltanks auf dem Rumpf. Dadurch brauchst du keine externen Tanks. Im Umkehrschluss hast du durch die freien Halterungen auch mehr Platz für Waffen/ECM-Ausrüstung. Einer der wichtigsten Punkte ist gerade bei der EA-Version die Elektronik. Bei der EA-18 Growler ist ein größerer Teil davon innerhalt der Flugzelle untergebracht. Beim Eurofighter müsstest du auf Außenbehälter setzen. Das widerum würde die Beladungsmöglichkeiten enorm einschränken. Was auch für die F-18 spricht ist die AGM- 88E AARGM. Diese Rakete ist bereits zertifiziert für die EA-18 Growler. Die Altbestände an HARMs lassen sich vergleichsweise günstig auf diesen Stand hochrüsten. Da würde eine Neubeschaffung der AGM- 88E AARGM mehr kosten. Dazu kommt bei der Block III Variante der TTNT-Datenlink. Damit können F-18 und EA-18 miteinder kommunizieren.

Man merkt einfach an allen Ecken und Enden das die F-18 von Anfang an als Mehrzweckkampfflugzeug vorgesehen war. Wenn du heute mit Planung beginnst den Eurofighter auch nur im Ansatz auf dieses Level zu bringen, dann reden wir hier von ca. 10 Jahren bis das ganze Einsatzreif ist. Aber der wichtigeste Punkt der für die F-18 spricht: Die Ersatzteilsituation! :ugly:

Haben die Luftwaffen-Generäle diese Empfehlung im Rahmen bestehender Budgets ausgesprochen? Ich denke nein. Man könnte die Diskussion im Parlament vermutlich abkürzen, wenn die F-35-Beschaffung nicht teurer als die F-18-Optioin wäre und man könnte sie sogar auf null reduzieren, wenn (inflationsbereinigt) nicht mehr Steurmittel über den Teich wandern sollen, als damals für die Beschaffung der nuklear-, Aufklärungs- und ECM-Tornados, die jetzt ersetzt werden sollen. Aber dafür bekommt man vermutlich nicht einmal eine halbe F-35 und ich habe auch nicht gelesen, dass die Luftwaffe diese Beschaffung aus dem in den letzten Jahren schon drastisch gesteigerten Grundetat finanzieren will.
Das kann ich dir leider nicht sagen. Die Vermutung meinerseits ist hier, das die Empfehlung durchaus das Budget berücksichtigt hat. Kann mich natürlich auch irren.

Stattdessen sollen verdammt große Summen fliegen und da hat das Parlament ein Recht auf eine sorgfältige Prüfung, ob das a) nötig und b) die passendste Variante ist. Und so eine Prüfung der Beschaffung von X besteht nicht darin, dass man kurz mit dem redet, der sich wünscht, dass X beschaft wird und der keinen Cent dafür bezhalt.
Ich würde dir durchaus zustimmen, wenn man die Kirche im Dorf lassen würde. D.h. dieses Projekt als das behandelt was es ist. Eine innerdeutsche Entscheidung. Aber nein, unserer Politker lassen sich von Frankreich in die Parade fahren. Für sowas hab ich kein Verständnis. Wenn ein EU-Mitglied und Bündnispartner Drohungen ausspricht, dann fehlt es schon weit.

Darf man. Aber man darf nicht verlangen, dass irgendwer das um jeden Preis umsetzt. Sondern man muss sicherstellen, dass die dafür Verantwortlichen das zielgerichtet arangieren. Und so verdammt viel, wie bei der Bundeswehr seit Jahrzehnten im Beschaffungs- und Instandshaltungswesen vermasselt wurde (gibt es eigentlich überhaupt ein einziges positives Beispiel aus diesem Jahrtausend?) lässt nicht annehmen, dass das Problem durch Austausch 1-2 Spitzenpersonen und etwas mehr Geld gelöst wird. Geld ist schon ziemlich viel da, wenn man es mit anderen Nationen (außer den USA) vergleicht und Personal an der Spitze wurde oft gewechselt. Die Fehler aber sind geblieben.
Nein, nicht um jeden Preis. Aber damit es besser wird, muss es anders werden. Mich würde wirklich interessieren warum es immer noch so sehr hakt. . Mhm, am positivsten würde mir da die U-Boot-Klasse 212 A einfallen. Da war das ganze "Überschaubar". Von MANTIS hört man bis jetzt auch nicht soviel negatives.

Und die F-35 ist in jedem dieser Punkte bestenfalls gleichwertig und afaik nicht einmal mit einem internen Aufklärungs- oder ECM-System geplant, während sie mit externen Anbauten dann durchgängig schlechter und zudem eines Großteils ihrer Radarvorteilen beraubt wäre.
Mal sehen vllt. kommt da noch was in Zukunft. Immerhin soll die F-35 ja langfristig die F-18 ersetzen.
 
Da stimme ich dir schon zu. Auch wenn es durchaus sehr abitionierte Fachmänner auch innerhalb der Bundeswehr gibt.

Ich sag ja auch nicht, dass BW-Kandidaten generell ungeeignet wären, nur dass es keinen Grund gibt, sie zu bevorzugen ;)

Der Eurofighter ist genau das was er sein soll. Ein Jäger. Diese Umrüstung wäre aus so vielen Gründen falsch:
Die Flugzelle der F-18 ist auf mindestens 9000 Stunden ausgelegt. Dadurch hast du eine beträchtlich längere Nutzungsdauer.

50% länger gegenüber den 6000 Stunden des Eurofighters. Wobei sich die Frage stellt, ob dieses Rating für eine nicht-Jagd-Version erweitert werden könnte? Schließlich werden Aufklärer häufig aus größerer Entfernung eingesetzt, haben also lange Anflüge mit geringeren G-Kräften. Wenn man auf 7000-8000 Stunden käme, wäre der Unterschied wirklich sehr klein und es ist immer noch die Rede von Maschinen, die nur als Überbrückung bis zum nächsten europäischen Projekt dienen sollen.

Die Time on Station der F-18 ist auch länger, da sie mehr Sprit an Bord hat. Gerade bei SEAD oder ECM-Missionen ist diese Zeit entscheidend. Der Eurofighter müsste erstmal zum Zweisitzer umgebaut werden.

Das sollte ausgehend von der Trainervariante keine 5 Minuten dauern ;)
Auch das mehr an Sprit ist relativ, wenn ich nach den Wiki-Angaben gehe, denn die F-18 verbraucht auch mehr. Entsprechend wird die Growler auch mit Zusatztanks eingesetzt, wenn Ausdauer gefragt ist. Jeweils maximal mit Außenlasten bestückt steht die Überführungsreichweite dann bei 3890 km (Tornado) zu 3790 km (Typhoon) zu 3330 km (Growler). Zugegeben, dass ist der Einsitzertornado, die Trainer haben deutlich kleinere interne Tanks. Aber ich konnte nicht rausfinden, wie groß deren Anteil am typischen Treibstoffvorrat ist, externe Tanks sind jedenfalls ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes und die Tragfähigkeit der beiden Varianten nimmt sich nicht viel, sodass ein extra gebauter EMC-Zweisitzer zumindest die F-18-Reichweite schaffen sollte.
Was ich nicht sagen kann: Wie viel sparsamer beide jeweils werden, wenn sie mit verringerter Geschwindigkeit im Einsatzgebiet verweilen.

(Anm.: Hat die Growler eigentlich wirklich Satteltanks? Ich dachte, der interne Vorrat würde zwischen den Triebwerken liegen.)

Wer auf alle Fälle nicht besser in dieser Hinsicht ist: Die vorrangehenden Post zu Folge von der Luftwaffe gewünschte F-35. Die kommt zwar ohne Zusatztanks ziemlich weit, aber sie kann afaik bislang gar keine mitführen und wenn sie es irgendwann doch kann, verliert sie massiv an anderen Fähigkeiten. Und als Doppelsitzer existiert sie bislang auch nicht => Soviel zu Luftwaffengeneräle machen automatisch den besten Vorschlag. ;)

Im Umkehrschluss hast du durch die freien Halterungen auch mehr Platz für Waffen/ECM-Ausrüstung. Einer der wichtigsten Punkte ist gerade bei der EA-Version die Elektronik. Bei der EA-18 Growler ist ein größerer Teil davon innerhalt der Flugzelle untergebracht. Beim Eurofighter müsstest du auf Außenbehälter setzen.

Muss man? Ich dachte, eigentlich, beim Eurofighter wären Elektronik-Erweiterungen berücksichtigt worden? Ansonsten sind ohnehin diverse Anbauten für die Sende- und Empfangssystem nötig, da sollte es vergleichsweise leicht sein auch die Elektronik aerodynamisch günstig unterzubringen. Wir sind schließlich nicht mehr in den 80ern, wo so etwas große Volumina eingenommen hat.

Das widerum würde die Beladungsmöglichkeiten enorm einschränken. Was auch für die F-18 spricht ist die AGM- 88E AARGM. Diese Rakete ist bereits zertifiziert für die EA-18 Growler. Die Altbestände an HARMs lassen sich vergleichsweise günstig auf diesen Stand hochrüsten. Da würde eine Neubeschaffung der AGM- 88E AARGM mehr kosten. Dazu kommt bei der Block III Variante der TTNT-Datenlink. Damit können F-18 und EA-18 miteinder kommunizieren.

Letzteres bringt aber nichts, weil ein Großteil der Luftwaffe mit Eurofightern ausgestattet ist, die ECM-Maschine muss also vor allem mit diesen kommunizieren können. Und auch die Bewaffnung einer derartigen Maschine stünde noch nicht fest, sondern könnte auf die jeweils naheliegendsten Varianten angepasst werden. Verglichen mit dem gesamten restlichen Beschaffungsprogramm sollte das der kleinste Teil sein (wenn sich die USA nicht künstlich quer stellen, was eher ein Grund gegen die F-18 wäre), zumal man von Tornado ECR ja schon Entwicklungserfahrung mit der AARGM hat.

Man merkt einfach an allen Ecken und Enden das die F-18 von Anfang an als Mehrzweckkampfflugzeug vorgesehen war.

Als MehrzweckKAMPFflugzeug will ich ihre Rolle auch nicht absprechen. Technisch hat sie gegen den Eurofighter in der Rolle nur den Nachteil ihrer größeren Trägheit, aber dafür ist sie halt in Sachen Bewaffnung einfach die größere Maschine. Ob man das, auch mit Blick auf die Kosten, netto für deutsche Einsatzszenarien dringender braucht, sei dahingestellt - aber es ist sicherlich ein Argument.
Aber es geht eben nicht um F/A. Es geht um Aufklärung und ECR. In ersterer Rolle bin ich gegenüber der F-18 durchaus kritisch, denn da zahlen sich Geschwindigkeit und Tiefstflugfähigkeiten aus und falls die Radarsignatur mit der Größe skaliert (von vorne soll der Eurofighter selbst für seine Größe nicht schlecht sein, aber genaues weiß man natürlich nicht) ist das F-18-Format sogar klar im Nachteil. ECR ist weniger dynamisch, aber auch nicht gerade etwas, das Größe erfordert. Hier sehe ich beide Ansätze im Einsatz als potentiell gleichwertig an, aber bei der Logistik passt ein Eurofighter definitiv besser in bestehende Flotte und aus gesamtwirtschaftlicher Sicht kann man es sich auch eher erlauben, dafür Geld rauszuschmeißen, weil man damit eben heimische statt US-Arbeitsplätze fördert.

Wenn du heute mit Planung beginnst den Eurofighter auch nur im Ansatz auf dieses Level zu bringen, dann reden wir hier von ca. 10 Jahren bis das ganze Einsatzreif ist. Aber der wichtigeste Punkt der für die F-18 spricht: Die Ersatzteilsituation! :ugly:

Das mit der Ersatzteilsituation musst du erklären. Glaubst du wirklich, dass die bei der Bundeswehr unter AKK besser wäre, als für den Eurofighter? :P

Was definitiv ein Vorteil ist, ist klar die Zeitspanne. Technisch würde ich einen modifizierten Eurofighter zwar auch binnen 5 Jahren einsatzreif sehen, aber politisch und ökonomisch wäre selbst 2035 noch keine schlechte Leistung. Ein schon fertiges Flugzeug ist dagegen unschlagbar. ABER: Genau hier wird die Sache eben fischig. Erst verschleppen Bundeswehr und Verteidigungsministerium zwei Jahrzehnte lang die Beschaffungsplanung und jetzt soll das wortwörtlich erst beste angeschafft werden? Da würde ich mich als Parlament auch verdammt quer stellen. Für die Beschaffung eines neues Flugzeugtyps sind 15 Jahre eine angemessen Zeit und die zählt ab dem Moment, in dem offiziell ein Beschaffungsprogramm gestartet und eine Ausschreibung rausgegeben wird. Afaik ist das für die Nachfolge der ECR- und Aufklärungstornados bis heute nicht erfolgt.

Vielleicht kommt man nach einigen Monaten Prüfung zu dem Schluss, dass die F-18 unter diesen Umständen trotzdem die etwas bessere Lösung für Deutschland ist. Aber eins steht für mich fest: Wenn die vor 2030 hier fliegen soll, dann fliegen vorher diejenigen, die sie jetzt haben wollen. Und zwar unehrenhaft wegen vollkommener Inkompetenz und Versuch, ihre eigenen Vorgesetzten aka das Parlament zu erpressen.

Das kann ich dir leider nicht sagen. Die Vermutung meinerseits ist hier, das die Empfehlung durchaus das Budget berücksichtigt hat. Kann mich natürlich auch irren.

Wenn du mal was hörst, würde ich es mich interessieren. Vorstellen kann ich es mir nicht - die F-35 ist so ziemlich das teuerste Kampfflugzeug, dass man bestellen kann, und es gibt sie von der Stange weder mit Aufklärungsausrüstung, noch mit ECM, noch als Nuklearbomber, noch mit der Fähigkeit, gemeinsam mit Eurofightern eingesetzt zu werden (nicht, dass das in Anbetracht der Eigenschaften sinnvoll wäre, aber das ist ein weiterer Punkt gegen sie, denn die Typhoon ist da und bleibt es auch). Da wäre also auf den hohen Grundpreis noch jede Menge Entwicklungszuschlag zu zahlen gewesen, ehe sie die Tornados hätte ablösen können. Und das ist noch eine Rechnung ohne deutsche Sonderwünsche und die gibt es ja eigentlich immer, wenn man nicht binnen 3 Wochen von der Stange kauft...

Ich würde dir durchaus zustimmen, wenn man die Kirche im Dorf lassen würde. D.h. dieses Projekt als das behandelt was es ist. Eine innerdeutsche Entscheidung. Aber nein, unserer Politker lassen sich von Frankreich in die Parade fahren. Für sowas hab ich kein Verständnis. Wenn ein EU-Mitglied und Bündnispartner Drohungen ausspricht, dann fehlt es schon weit.

Das ist tatsächlich kritisch zu sehen. Allerdings kann ich es aus französischer Sicht nachvollziehen und hier stellt sich auch ganz klar die Frage, ob auf deutscher Seite die langfristigen Auswirkungen des Vorschlags durchdacht wurden. Man hat Frankreich schon aus dem letzten gemeinsamen Flugzeugprojekt rausgeekelt und jetzt redet man mitten in FCAS-Programm darüber, viel Geld in ein Konkurrenzprodukt zu investieren, dessen Einsatzzeitraum mindestens 10-20 Jahre in die des FCAS hineinragt? Da war klar, dass auf französischer Seite die Alarmglocken klingeln, wenn sich die Deutschen erneut als komplett unzuverlässige Partner erweisen. Und das wiederum hätte natürlich schwerwiegende Folgen für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zur Mitte dieses Jahrzehnts und für die europäische Luftfahrtindustrie insgesamt gehabt.

Nein, nicht um jeden Preis. Aber damit es besser wird, muss es anders werden. Mich würde wirklich interessieren warum es immer noch so sehr hakt. . Mhm, am positivsten würde mir da die U-Boot-Klasse 212 A einfallen. Da war das ganze "Überschaubar". Von MANTIS hört man bis jetzt auch nicht soviel negatives.

212 A habe ich erst spät wahrgenommen, da waren sie schon weit fortgeschritten. Allerdings wurde relativ viel auch aus älteren Klassen und den Dolphins übernommen und trotzdem sieht man die Dinger bei HDW alle naslang auf dem trockenen liegen und die Einsatzbereitschaft ist kaum besser, als bei gewissen Marinehubschraubern. Also "gelungen" ist das nur im Vergleich mit dem griechischen 214 (in das man z.T. Dinge eingebaut hat, die für die 212 als Fehlschlag erkannt und ins Lager gepackt wurden...), auch wenn das Konzept natürlich verdammt stark und ausnahmsweise mal perfekt auf das Einsatzgebiet angepasst ist. (Wobei ich wiederum nicht verstehe, wofür man derartige Einsätze in Zeiten des heutigen Luftkriegs überhaupt braucht...)


Mal sehen vllt. kommt da noch was in Zukunft. Immerhin soll die F-35 ja langfristig die F-18 ersetzen.

Die F-18: Ja. Aber auch die F/A-18E und später? Die Lightning 2einhalb ist in nahezu jeder Hinsicht ein Gegenentwurf zu Super Hornet und ich hätte nichts davon gehört, dass sie mehr als die normalen, alten Hornets ersetzen soll. Die Growler-Entwicklung startete sogar erst acht Jahre nach der F-35-Entwicklung. Die einzige Verknüpfung zwischen beiden Programmen, die ich kenne, ist eine gesteigerte Super-Hornet-Beschaffung um zusätzliche Strike-Kapazitäten in Ermangelnung ausreichender F-35 zu schaffen. Aber da tritt die F-18 praktisch als Nachfolger für nie gelieferte F-35 auf, nicht umgekehrt.
 
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