Der Energiewende Thread

  • Ersteller Ersteller Gast1675120202
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Für den Energieexperten Antonio Turiel vom spanischen Nationalen Forschungsrat (CSIC) steht der Stromausfall im Zusammenhang mit dem unzureichenden Ausbau des Stromnetzes und dem Verhalten einzelner privater Akteure – also damit, was diese getan oder unterlassen haben, um ihre Profite zu sichern. Davor habe er in der Vergangenheit wiederholt gewarnt: »Um ein wenig mehr Geld zu verdienen, haben sie das Land in Dunkelheit gestürzt«, erklärte Turiel dem linken Fernsehsender Canal Red. »Beim nächsten Mal könnte es Tage oder sogar Wochen dauern, bis ein solcher Vorfall behoben ist.«


Der Grund liege laut Turiel darin, dass viele Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energieträgern produzieren, ohne ausreichende Netzstabilisierung installiert wurden – aus Kostengründen. Außerdem hätte man Gaskraftwerke in Bereitschaft halten müssen, um auf solche Eventualitäten reagieren zu können. Diese seien jedoch abgeschaltet gewesen, weil zu diesem Zeitpunkt der Strompreis auf dem Markt sehr niedrig war und ein Betrieb Verluste verursachte.


Die linke spanische Partei Podemos forderte angesichts der Ereignisse die Verstaatlichung bzw. Enteignung der Energie- und Telekommunikationsunternehmen: »Die öffentliche Kontrolle über den Energie- und Telekommunikationssektor muss für unser Land absolute Priorität haben.« In einem Fall wie dem Blackout zeige sich, dass nur die öffentliche Daseinsvorsorge Sicherheit garantieren könne, so Parteichefin Ione Belarra. Die spanische Regierung müsse sich darauf konzentrieren, diese sicherzustellen und den Kurs der militärischen Aufrüstung hinter sich zu lassen. Und Atomkraft sei – wie der Vorfall gezeigt habe – keineswegs eine Alternative, sondern vielmehr ein Hindernis. In einem kritischen Moment habe man im Gegenteil große Mengen Energie in die Atomkraftwerke einspeisen müssen, um diese zu stabilisieren.


Das kann man alles auf Deutschland anwenden.
 
Das kann man alles auf Deutschland anwenden.
Nö, kann man in Ermangelung von AKWs nicht auf Deutschland anwenden. Auch sind meines Wissens genug schnellstartfähige Kraftwerke am Netz, wir sind wesentlich besser im europäischen Stromnetz integriert.
Aber sehr schön zu sehen wie die kommunistische Linke nun Energie zum Thema macht um gegen die notwendige Aufrüstung Stimmung zu machen.
 
... Außerdem hätte man Gaskraftwerke in Bereitschaft halten müssen, um auf solche Eventualitäten reagieren zu können....

Eine Gasturbine kann zwar schneller reagieren, als andere antike Kraftwerkstypen, bewegt sich hinsichtlich ihrer Regelbarkeit aber trotzdem in Größenordnungen von einigen Minuten. In den verfügbaren fünf Sekunden hätte ein Gaskraftwerk vielleicht 1-2% Mehrleistung rausquetschen können - unter der Bedingung, dass es schon mit einer ansehnlichen Grundlast läuft; den im mangels Effizienz nicht kommerziell nutzbaren untersten Drehzahlbereich tut sich quasi gar nichts. Und wo wir bei Effizienz sind: Bei modernen GuD-Anlagen ist Regelgeschwindigkeit noch einmal um Faktor 10 geringer. Die können es ausgleichen, wenn die Wolken nächste Stunde vom Naturschutzgebiet weit über ein Photovoltaik-intensives Gebiet ziehen oder wenn der tägliche Küstenwind nach Sonnenuntergang abflaut, aber 16 GW in 5 Sekunden sind absolut unmöglich mit Gaskraftwerken zu schaffen. Näherungsweise auf Sekundenregelung könnte man Wasserkraftwerke optimieren, dann sollte man aber nicht mehr auf die Idee kommen, deren Unter- oder Oberlauf für irgendwas anderes nutzen zu wollen (auch nicht als Naturraum), sondern großräumige Überflutungs- und Hangrutschungszonene einplanen. Aber normalerweise sind diese Zeiträume Aufgabe expliziter Speicheranlagen. Als Neubauten afaik nur noch auf Batteriebasis, aber prinzipiell auch mit Rotationsspeichern machbar.

tl;dr: Zumindest diese Anschuldigung ist absoluter Bullshit. Und wer in einer unklaren Situation keine neuen Informationen vorliegt, aber an mindestens einer Stelle mit Bullshit Stimmungen schüren will, dem glaube ich auch den Rest nicht mehr.
 
Für den Energieexperten Antonio Turiel vom spanischen Nationalen Forschungsrat (CSIC) steht der Stromausfall im Zusammenhang mit dem unzureichenden Ausbau des Stromnetzes und dem Verhalten einzelner privater Akteure – also damit, was diese getan oder unterlassen haben, um ihre Profite zu sichern. Davor habe er in der Vergangenheit wiederholt gewarnt: »Um ein wenig mehr Geld zu verdienen, haben sie das Land in Dunkelheit gestürzt«, erklärte Turiel dem linken Fernsehsender Canal Red. »Beim nächsten Mal könnte es Tage oder sogar Wochen dauern, bis ein solcher Vorfall behoben ist.«


Der Grund liege laut Turiel darin, dass viele Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energieträgern produzieren, ohne ausreichende Netzstabilisierung installiert wurden – aus Kostengründen. Außerdem hätte man Gaskraftwerke in Bereitschaft halten müssen, um auf solche Eventualitäten reagieren zu können. Diese seien jedoch abgeschaltet gewesen, weil zu diesem Zeitpunkt der Strompreis auf dem Markt sehr niedrig war und ein Betrieb Verluste verursachte.


Die linke spanische Partei Podemos forderte angesichts der Ereignisse die Verstaatlichung bzw. Enteignung der Energie- und Telekommunikationsunternehmen: »Die öffentliche Kontrolle über den Energie- und Telekommunikationssektor muss für unser Land absolute Priorität haben.« In einem Fall wie dem Blackout zeige sich, dass nur die öffentliche Daseinsvorsorge Sicherheit garantieren könne, so Parteichefin Ione Belarra. Die spanische Regierung müsse sich darauf konzentrieren, diese sicherzustellen und den Kurs der militärischen Aufrüstung hinter sich zu lassen. Und Atomkraft sei – wie der Vorfall gezeigt habe – keineswegs eine Alternative, sondern vielmehr ein Hindernis. In einem kritischen Moment habe man im Gegenteil große Mengen Energie in die Atomkraftwerke einspeisen müssen, um diese zu stabilisieren.


Das kann man alles auf Deutschland anwenden.
Kritische Infrastrukturen sollte nie in private Hände gelangen und dem Diktat der Monetarisierung unterliegen sondern stets das höhere Ziel im Auge haben, da hat er in jedem Fall Recht.

MfG
 
Was zieht denn bitte 15 GW und hört schlagartig auf?

In dem Schaubild wurde doch gezeigt, dass plötzlich 15 GW Produktion innerhalb von 5s wegfielen,

Komisch, du stellt die Frage und nimmst genau meine sinngemäßen Worte dann wieder auf.
Klar ist das kritisch, wenn dann eben in 5 S 15 GW "Rausgenommen" werden oder auch umgtekehrt 15 GEW zu viel drinnen sind.
Es ist unerheblich.
Wir reden von Strom, Elektronen, die sich lediglich in Instantität abbilden und nur im Vorzeichen unterscheiden.
Für mich ist das "plötzlich".

was dann zur Reihenabschaltung des gesamten Netzes führte. Es waren also 15 GW MEHR Last als geliefert wurde. Das entsprach zu diesem Zeitpunkt 50 % des benötigten Energiebedarfs des Netzes.
60%, die meisten Medien reden von 60%.

Die Ursächlichkeit kenne ich natürlich auch nicht, aber die weiter oben kursierenden Zahlen sind falsch.
Keine Ahnung, wie manchen Protagonisten auf einen Solaranteil von 7% für SPA kommen.
Statistika ist da recht zuverlässig und sagt folgendes:
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Regenerativ:
Wind 24,3%,
Solar 19,5 %
Wasser 11%
Summe: 54,8%

CO2 Neutral
Kernenergie 21,6%

Fossil:
Erdgas: 17,5%

Der Rest ist irrelevant.
 
Wollte gerade schreiben dass man ja noch die Leitungskosten berücksichtigen sollte, aber das sind ja tatsächlich -25cent am Spotmarkt :what:
 
Näherungsweise auf Sekundenregelung könnte man Wasserkraftwerke optimieren, dann sollte man aber nicht mehr auf die Idee kommen, deren Unter- oder Oberlauf für irgendwas anderes nutzen zu wollen (auch nicht als Naturraum), sondern großräumige Überflutungs- und Hangrutschungszonene einplanen.

Ob die sooo schnell sind... ich kenn mich da wenig aus, aber das grosse neue Pumpspeicherkraftwerk hier braucht rund 5 Minuten um von Produktion auf Hochpumpen umzustellen... und umgekehrt.

Spotpreis is schon nice, für die wo das nutzen können. Für mich persönlich wärs einfach nur sinnlos teuer, da ich tagsüber quasi nie gross Strom brauche, sondern zu 95% in der Nacht. Und das ist auch nicht änderbar. :(
 
Es gibt erste Erkenntnisse was wirklich den Spanischen Blackout ausgelöst hat
Ein Umspannwerk. Und damit verknüpft mutmaßlich ein Problem mit einem größeren Kraftwerk.

Also nix EE ist schuld, wie hier schon wieder gegeifert wurde. ;)

Wüsste nicht, wie ich ohne es leben könnte^^
Wie hast das denn in HA hinbekommen, wie die aktuellen verbräuche als Grid angezeigt werden. Mein Energy-Panel zeigt mir nur Netzbezug zu Solaproduktion an.

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Zuletzt bearbeitet:
Ob die sooo schnell sind... ich kenn mich da wenig aus, aber das grosse neue Pumpspeicherkraftwerk hier braucht rund 5 Minuten um von Produktion auf Hochpumpen umzustellen... und umgekehrt.

Ich habe nicht gesagt, dass es sinnvoll ist. Nur technisch möglich. Gerade bei Pumpspeichern sogar kinderleicht: Man macht einfach permanent beides, also pumpen und laufen lassen. Wenn man die Balance von Netto-Laden zu Netto-Abgabe verschieben will, muss man nur die Pumpen abbremsen und die Turbinen beschleunigen. Ersteres geht allgemein sehr schnell und letzteres, mit einer darauf optimierten Geometrie (die aktuell wegen der diversen anderen Nachteile niemand nutzt) zumindest mit Reaktionsbeginnn binnen Sekunden und vollem Gradienten innerhalb sehr weniger Minuten.

Es gibt erste Erkenntnisse was wirklich den Spanischen Blackout ausgelöst hat:

Hier ohne Cookie-Wall:


Ein Umspannwerk. Und damit verknüpft mutmaßlich ein Problem mit einem größeren Kraftwerk.

Es dürfte viel mehr Umspannwerke zur Verbindung von Netzebenen denn zur Anbindung von Großkraftwerken geben. Je nachdem, wo und was für eins es war, kommen verdammt viele Auslöser für diese Störung in Frage.
 
Ein Umspannwerk. Und damit verknüpft mutmaßlich ein Problem mit einem größeren Kraftwerk.

Also nix EE ist schuld, wie hier schon wieder gegeifert wurde. ;)


Wie hast das denn in HA hinbekommen, wie die aktuellen verbräuche als Grid angezeigt werden. Mein Energy-Panel zeigt mir nur Netzbezug zu Solaproduktion an.

Anhang anzeigen 1494528
Jupp. Hier wird der Hintergrund, Herausforderungen der Netzfrequenzstabilisierung, erläutert:
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Streng genommen, gehört der Spanien-Blackout nicht in den Energiewende-Thread. Aber gut, Netzausbau und -anpassung gehört dringend dazu, wenn Strom mit EE erzeugt und verteilt werden soll. Wenn mensch bei letzterem schläft, nützen auch viele zugebaute PV und Windkraftanlagen nichts.
Was für ein Zufall, dass hierzulande die CSU beim Netzausbau (Nord-Süd-Trasse) auf die Bremse getreten sind und gegen EEs (zumindest Windkraft im eigenen Bundesland) (gewesen? Ob sich da was gerade tut ...) sind ... Eigentlich gehören jene massiv gebasht (auch bezüglich deren Wirtschaftsinkompetenz. Ohne Strom laufen eben keine Betriebe) und nicht die Grünen ...
 
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