Intel: Miese Tricks rund um die B50-Benchmarks?

Pokerclock

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Gestern am 03.09.2025 um 15 Uhr veröffentlichten einige Webseiten und YT-Kanäle Tests zur neuen Workstation-Grafikkarten-Generation von Intel. Namentlich die Intel Arc Pro B50. Ich freute mich schon angesichts der sehr überschaubaren Vergleichsmöglichkeiten bei Workstation-Karten. Die parallele Veröffentlichung der Tests deutete auf ein Intel-NDA hin sowie die mutmaßliche Bereitstellung der Grafikkarte von Intel. So weit, so normal.

Schaut man sich die Tests von Hardwareluxx, igor'sLab sowie dem YT-Kanal von Level1Techs (Wendell) genauer an, fällt auf, dass überall Nvidia's RTX A1000 zum Vergleich herangezogen wurde. Dazu einige AMD-Workstation-Grafikkarten, die Hardwareluxx sowie igors'Lab (dieser hatte auch schon die RTX A1000 vor Ort) bereits im Bestand hatten.

Stutzig geworden, woher plötzlich diese RTX A1000 Flut kommt, machte ich mich auf die Suche nach Transparenzhinweisen bei den Tests. Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass es keine gab. Normalerweise sind diese vorhanden und informieren über die Bereitstellung der Testsamples sowie Testbedingungen. Dieses mal nicht.

Auf Nachfrage im Kommentarbereich von Hardwareluxx wurde die Bereitstellung seitens Intel bestätigt. Auch Igor war so offen meine Nachfragen in seinem Forum zu beantworten. Auch er bestätigte das Angebot seitens Intel die RTX A1000 für den Test zur Verfügung zu stellen.

Auf dem YT-Kanal von Level1Techs habe ich es erst gar nicht versucht. Man sehe es mir nach, aber ich gehe stark davon aus, dass auch hier die Grafikkartenauswahl dezent beeinflusst wurde. Das Thumbnail "Better than Nvidia" spricht, denke ich mal vollkommen für sich.

So, jetzt, warum der Aufriss? Nvidia hat für seine Workstation-Grafikkarten ein denkbar verwirrendes Namensschema über Generationen hinweg. So gibt es beispielsweise eine RTX A4000, RTX A4000 Ada Generation und eine RTX Pro 4000 Blackwell. Eine RTX A1000 hat einen Ampere-Chip, der mal eben 5 Jahre alt ist. Zudem muss diese Grafikkarte mit 8 GB VRAM auskommen, was insbesondere in KI-Benchmarks voll durchschlägt (B50 16 GB). Gute Ausgangsposition für Intel, oder? Aus preislicher Sicht möglicherweise vergleichbar. Technisch liegen jedoch Jahre dazwischen. Ein fairer Vergleich auf technischer Ebene hätte als Partner die ca. 200 € netto teurere RTX A2000 Ada ergeben, aber dann wäre Intel wohl nicht mehr so gut dagestanden, oder? ;)

Von der PCGH gab es keinen Test zur B50. Vielleicht mag sich ja @PCGH_Raff dazu äußern, insbesondere dazu, ob und vor allem was Intel bemustern wollte oder nicht.

Liebe Redaktionen und Tester. Transparenzhinweise sind wichtig und an dem vorliegenden Beispiel sieht man auch sehr gut warum. Man sollte nicht jedes Testsample dankend annehmen, schon gar nicht, wenn es von der Konkurrenz des zu testenden Objekts stammt. Entweder selber kaufen, ausleihen oder es einfach sein lassen mit einem Vergleich. Dieses Mal habt ihr euch schön von Intel düpieren lassen. Sehr schade, denn diese höchst fraglichen Marketingtricks werden den spannenden Grafikkarten von Intel nicht gerecht.
 
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