Atomenergie & Energiepolitik (inkl. Umfrage "Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?")

Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?

  • Ja

    Stimmen: 84 51,2%
  • Nein

    Stimmen: 80 48,8%

  • Umfrageteilnehmer
    164
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Sorry, das war schlecht formuliert. Ich meinte eher unabhängiger von direkten Umwelteinwirkungen, wie Windstille. Mir ist auch klar das im Normalfall mindestens eine Stromart immer funktioniert, aber ein Kernkraftwerk ist halt unabhängig von den meisten, schwachen, Umwelteinwirkungen. Das es Probleme mit einem Erdbeben hat, sieht man ja gerade wieder. Was ich meinte war, das es mir lieber wäre wir könnten Energie unabhängig von solchen Einwirkungen produzieren, ohne gleich das Risiko eines GAUs zu haben.

Zum Thema direkte Umwelteinflüsse: AKWs brauchen Kühlwasser. In trockenen Sommern laufen unsere AKWs regelmässig auf Sparflamme weil die Flüsse nicht genug Wasser führen.


Wir hatten noch keine einzige Kernschmelze in Deutschland, und da es hier keine praktischen Erfahrungen damit gibt, sollten wir uns besser auf die Theorie verlassen, bis wir den Übergang geschafft haben.

Wenn wir in Deutschland eine Kernschmelze gehabt hätten würden wir längst irgendwo in Brasilien hocken und Deutschland wäre Sperrzone. Willst du wirklich praktische Erfahrungen abwarten?
 
@refraiser: Wieso sollten wir warten und die zu späte Einsicht haben, bis es zu einer Kernschmelze kommt?

Nimm dir mal bitte die beiden Wikipedia Artikel zu Herzen (es sind nicht nur Ostblock-AKWs dabei!):
Liste der Unfälle in kerntechnischen Anlagen
Liste von Störfällen in europäischen kerntechnischen Anlagen

Zum Thema direkte Umwelteinflüsse: AKWs brauchen Kühlwasser. In trockenen Sommern laufen unsere AKWs regelmässig auf Sparflamme weil die Flüsse nicht genug Wasser führen.




Wenn wir in Deutschland eine Kernschmelze gehabt hätten würden wir längst irgendwo in Brasilien hocken und Deutschland wäre Sperrzone. Willst du wirklich praktische Erfahrungen abwarten?
Ja, aber Wasser kann man sichern (wenn auch mit erheblichen Aufwand). Wind und Sonne nicht. Wie ich geschrieben hatte, will ich gar nicht, das die AKWs unbegrenzt laufen, aber ich will auch eine gesicherte Grundlast. Dafür könnten wir einige alte AKWs sofort abschalten, aber nicht alle. Auch ein Ausstieg bis 2017, wie die Grünen ihn fordern, wäre extrem kostenintensiv und daher nicht praktikabel. Ich halte das Risiko die AKWs bis zum Erfolg der Energiewende laufen zu lassen, für eingehbar.
 
Wir können jetzt schon einige abschalten, dadurch wird das Netz freier und kann mit EE wieder gefüllt werden, damit auch die restlichen AKWs abgeschaltet werden können. Würde man mal anfangen, wäre es schon viel leichter.
 
Natürlich ist der ausstieg bis 2017 ein etwas unrealistisches Ziel, aber wenn wir es so machen, wie es Schwarz/gelb will, d.h den Ausstieg ewig hinauszögern, wer soll dann für erneuerbare Energien forschen? Dann sind wir in 20 Jahren immer noch genauso weit wie heute!
 
Wir können jetzt schon einige abschalten, dadurch wird das Netz freier und kann mit EE wieder gefüllt werden, damit auch die restlichen AKWs abgeschaltet werden können. Würde man mal anfangen, wäre es schon viel leichter.
Genau das Gleiche habe ich bereits geschrieben. Wenn man mal von der Freiwerdung des Stromnetzes absieht, denn dafür bräuchten wir auch neue Kabel und eine stetige Modernisierung.
Mir geht es eigentlich nur darum, die beste Lösung für unseren Lebensstandart zu finden, nicht darum irgendeine Technik zu finden, von der ich überzeugt bin.
 
Der Strom der in Deutschland verbraucht wird kommt zu 1,5% aus Windenergie und zu unter 1% aus Sonnenenergie.
Dann habe ich mich an die diese Zahlen erinnert und nicht an die Erzeugerdaten, wird der Rest etwa ins Ausland verkauft? :devil: Die EU Ziele zielen auch auf den Verbrauch ab, ich glaub 18 oder 20% ist Deutschlands Ziel.

Ist Verbrauch damit nicht auch die Endenergie gemeint die letztendlich für den Verbraucher nutzbar ist?
 
Quelle?

Naja egal wo er verbraucht wird, selbst AKW-Strom wird verkauft. Die Argumentation ist Müll, wenn in Deutschland ein Automobilhersteller 100% seiner Produktion herstellt und davon 80% exportiert ist seine deutschlandweite Produktion bei 100% und nicht 20%! :schief:
 
Bitte löschen, ich habe das unten nochmal richtig geschrieben. War ein Copy&Paste Fehler.
 
Naja egal wo er verbraucht wird, selbst AKW-Strom wird verkauft. Die Argumentation ist Müll, wenn in Deutschland ein Automobilhersteller 100% seiner Produktion herstellt und davon 80% exportiert ist seine deutschlandweite Produktion bei 100% und nicht 20%! :schief:
Autos lassen sich aber relativ einfach lagern, bei Strom ist das schon schwieriger.
 
Das war eine Metapher, um die Anteiligkeit der Energieproduktion im Gegensatz zum realen Verbrauch zu verdeutlichen! :ugly:

@ woohoo

Die Zahlen aus dem Endenergieartikel von Wiki sind ein bisserl überholt. :D

Ich stelle dir nochmal die Frage, was die Produktion mit dem Verbrauch zu tun hat?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe den Artikel nur gepostet um Endenergie zu erklären.
So wie ich das verstehe kommt es mehr auf die Endenergie an und da sehen Wind- und Sonnenkraft nicht sonderlich gut aus. Aber wenn ich da falsch liege kann mich da mal jemand belehren.

Für die aktuellen Daten siehe meinen Link zum BMU.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aha Endenergie erklären. :ugly:

Hier geht es nur um die Anteiligkeit der Produktion und nicht wo sie letztendlich verbraucht wird, denn sie wird ja produziert und verbraucht ob hier oder anderswo ist dabei zu vernachlässigen, denn Energie verschwindet nicht ins Nirvana! ;)
 
"Die beim Endverbraucher ankommende Energie bezeichnet man als Endenergie. Es ist derjenige Teil der Primärenergie, welcher dem Verbraucher nach Abzug von Transport- und Umwandlungsverlusten für Heizung, Warmwasser und Lüftung zur Verfügung steht."
 
Das Problem ist nicht das die erneuerbaren Energien nicht tagsüber genung Strom liefern könnten, sondern das die Atomkraftwerke 50% der Grundlast tragen und diese, zumindest mittelfristig, schwer zu ersetzen iblubblub
ich wiederhole nochmal:
Bezüglich Speichermöglichkeiten:
Die hohe Zwangsgrundlast der AKWs ist derzeit, die -trotz entsprechender Verbrauchsanpassungen bei Industrie&Co- Speichermöglichkeiten fordert. Hier die Bilanz eines Pumpspeichers. Wir könnten also eine ganze Reihe von AKWs, die tagsüber zuwenig und nachts zu viel produzieren, gegen Solaranlagen austauschen, die tagsüber zuviel und nachts nichts produzieren, ohne zusätzliche Speicher zu benötigen. (WKAs an Standorten mit starken Seewinden dürften die Verbrauchspeaks noch besser bedienen können)


Sorry, das war schlecht formuliert. Ich meinte eher unabhängiger von direkten Umwelteinwirkungen, wie Windstille. Mir ist auch klar das im Normalfall mindestens eine Stromart immer funktioniert, aber ein Kernkraftwerk ist halt unabhängig von den meisten, schwachen, Umwelteinwirkungen.

Ausgenommen
- Erdbeben
- Tsunamis
- ggf. schwere Stürme
- insbesonderen den Auswirkungen von schweren Stürmen auf Stromleitungen
- hohen Temperaturen
- Wassermangel
- Hochwasser

Nur um das noch einmal festzuhalten: Es gab in Europa noch keine Stromknappheit, weil erneuerbare Kraftwerke unerwartet niedrige Leistung brachten, aber es gab Knappheiten -iirc sogar Ausfälle-, weil die Umweltbedingungen die Leistung der Kernkraftwerke in zu starkem Maße drosselten.
So lange sich dieses Verhältniss nicht umkehrt wäre es der logische Schritt, mehr AKWs durch erneuerbare zu ersetzen, um die Versorgungssicherheit zu steigern.

Gibt es dafür eine Quelle für diese kühne Behauptung? Wo willst du noch Windparks hinstellen, überall regt sich dagegen Widerstand.

Zur kühnen Behauptung des "überall" hätte ich gerne eine Quelle.


Wenn ich mich recht entsinne macht Wind ca. 1,5% und PV ist mit beim Rest ca. 1% von den EE aus (Biomasse 7,9%).
Dein Sinn ist getrübt! :D

Wind 6,2%
Biomasse 5,6%
Wasser 3,2%
Photovoltaik 2,0%

Quelle Wikipedia: Strommix 2010
Okay, meine Daten waren der Anteil am Stromverbrauch.

Das wage ich zu bezweifeln. Seine sind es auf alle Fälle.

Ist halt eine Frage was man angibt, Endenergie- oder Primärenergiestatistiken. Ganz unbedeutend ist das nicht wie in deinem Beispiel.

Quelle ist das Bundesamt für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

http://www.bmu.de/files/bilder/allgemein/application/pdf/ee_in_zahlen_2010_bf.pdf

Endenergie

Das mag einen Unterschied machen, aber wenn dann in Gegenrichtung, denn Deutschland verbraucht afaik mehr Ökostrom, als es produziert.
Was du mal beachten solltest, ist der Unterschied zwischen Strom und Energie allgemein. Denn dass die Windkraft am Gesamt-Primärenergieverbrauch keinen großen Anteil hat, überrascht nur diejenigen, die der Meinung sind, Autos würden mit Wind fahren. :schief:
 
Zuletzt bearbeitet:
@m-o-m-o: Nochmal, es gab in Deutschland bisher keine Kernschmelze!
Es gab sicherlich Punkte, wo eine hätte stattfinden können, hat sie aber nicht!

Bezüglich Speichermöglichkeiten:
Die hohe Zwangsgrundlast der AKWs ist derzeit, die -trotz entsprechender Verbrauchsanpassungen bei Industrie&Co- Speichermöglichkeiten fordert. Hier die Bilanz eines Pumpspeichers. Wir könnten also eine ganze Reihe von AKWs, die tagsüber zuwenig und nachts zu viel produzieren, gegen Solaranlagen austauschen, die tagsüber zuviel und nachts nichts produzieren, ohne zusätzliche Speicher zu benötigen. (WKAs an Standorten mit starken Seewinden dürften die Verbrauchspeaks noch besser bedienen können)

Du meinst, dass du die Pumpspeicher über den Tag hinweg auffüllst, nachts geht es ja it der PV-Anlage kaum? Das wiederspricht dem bisherigen Printip, über Nacht den Verbrauch auf Grundlastniveau zu halten, indem die Pumpspeicher auffüllt. Tagsüber werden diese benötigt.
Und wie gesagt, Nachts hättest du mit einer PV-Anlage kaum genug Energie dafür, selbst mit Windrädern für 35+GW.

Ausgenommen
- Erdbeben
- Tsunamis
- ggf. schwere Stürme
- insbesonderen den Auswirkungen von schweren Stürmen auf Stromleitungen
- hohen Temperaturen
- Wassermangel
- Hochwasser

Wie ist das eigentlich mit den Kühltürmen: an der Isar wird ja notfalls alles mit der Zellkühlanlage und den Kühlturm gekühlt, um die ISar im Sommer nicht allzu weit aufzuheizen.
Geht das auch mit den meisten anderen AKWs?
Bzw., dann müsste man doch AKWs auch abseits der Flüsse einsetzen können (kein Hochwasser, bleiben nur Stürme, Erdbeben und Blitzschlag) und den Wasserverlust übers Grundwasser decken .
Ich habe hierzu mal einen Werd von ich glaube 4m³ die Megawatt-Stunde gelesen, die man mit einem Kühlturm verliert.
Das wäre beim Nachspeisen dann doch recht viel Belastung für die Grundwasservorräte, oder?
 
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