Atomenergie & Energiepolitik (inkl. Umfrage "Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?")

Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?

  • Ja

    Stimmen: 84 51,2%
  • Nein

    Stimmen: 80 48,8%

  • Umfrageteilnehmer
    164
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
"viele Stellen" ist auch relativ. Natürlich gibt es alle naslang Berichte über Proteste gegen Windkraftanlagen. Das ist auch nicht weiter schwer: Für einen "Protest" reichen 50-100 Leute (von ggf. 1000den Anwohnern), die eine Initiative gegen einen Windpark in der Nähe ihres Dorfes gründen und die protestieren dann auch die ganze, mehrjährige Planungsphase lang. D.h. es sollte kein Problem sein, zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt ein Dutzend aktive Anti-WK-Initivativen in Deutschland zu finden.
Die repräsentieren aber weder die Mehrheit der Leute in der Nähe von WKAs und bei weitem nicht die Mehrheit der WKAs insgesamt. Die besten Standorte sind nunmal entlang der norddeutschen Küsten und die sind eher dünn besiedelt. Da meckern dann höchstens ein paar Touristen(vertreter) über den Anblick aus mehreren km Entfernung.
Bevorzugt Touristen, die absolut null Probleme mit dem Anblick der Autobahn haben, über die sie angereist sind oder mit dem Anblick des Hotelbaus, in dem sie übernachten,...
Vermutlich auch nicht mit dem Anblick eines Braunkohletagebaus weit weg von ihrem Heimatort oder mit dem Anblick, der sich in Fukushima bietet.?

Die Grafiken (bzw. eher Tabellen):
S. 6 unten zeigt sehr schön die Unterschiede in den einzelnen Energiesparten. Die erste Teilgrafik (gesamt EEV) dürfte in die gleiche Richtung gehen, wie die von dir vorgelegten Zahlen. Die zweite (Bruttostromverbrauch) betrifft die Energie, um die es in ConNervos Zahlen und auch bei AKWs und auch in diesem Thread hier geht: Elektrische. (danaben kann man schön sehe, worin der Unterschied liegt - der EE Anteil am Kraftstoffverbrauch ist gering und sogar rückläufig. Der von Atomenergie ist aber noch geringer)
S. 7 schlüsselt die Anteile der einzelnen Träger nochmal genauer auf, da kannst du auch sehr schön den hohen Anteil von Windkraft gegenüber allen anderen EE in der Stromproduktion sehen und umgekehrt den hohen Biomasse (=Holzschnetzel) bei der Wärmeproduktion, der sich auch in deinen "Endenergie"-Zahlen wiederspiegelte.


Du meinst, dass du die Pumpspeicher über den Tag hinweg auffüllst, nachts geht es ja it der PV-Anlage kaum?
Genau. Das Problem bei PV ist die fehlende Nachtleistung - Pumpspeicher zur 24h Kompensation haben wir aber schon in großer Zahl

Das wiederspricht dem bisherigen Printip,

Und? Das bisherige Prinzip dient dazu, die Nutzung von Atomkraftwerken möglich zu machen. Damit kann wohl schlecht gegen Pläne argumentieren, die AKWs abschaffen wollen :rollen:

Wie ist das eigentlich mit den Kühltürmen: an der Isar wird ja notfalls alles mit der Zellkühlanlage und den Kühlturm gekühlt, um die ISar im Sommer nicht allzu weit aufzuheizen.
Geht das auch mit den meisten anderen AKWs?

Einge haben afaik gar keine oder nicht ausreichende Kühltrumkapazitäten.
Allgemeiner sinkt die Leistung beim Einsatz von Kühltürmen, weil der nutzbare Temperaturgradient kleiner ausfällt und wenn die Flüsse nicht einfach nur warm, sondern schlichtweg wasserarm sind (und i.d.R. tritt beides zugleich auf), dann kann man auch nicht unbegrenzt Wasser für Kühltürme entnehmen.

Bzw., dann müsste man doch AKWs auch abseits der Flüsse einsetzen können (kein Hochwasser, bleiben nur Stürme, Erdbeben und Blitzschlag) und den Wasserverlust übers Grundwasser decken .

Dazu ist der Verbrauch viel zu hoch.
Was man machen könnte, wären klassische Oberflächenradiatoren, die die Wärme trocken aus dem geschlossenen Kreislauf abzuführen. Aber die müssten riesig sein und was nützt einem ein AKW, das pro kWh mehr als PV kostet, selbst wenn man den Müll auf Kosten des Steuerzahlers lagert?

Ich habe hierzu mal einen Werd von ich glaube 4m³ die Megawatt-Stunde gelesen, die man mit einem Kühlturm verliert.
Das wäre beim Nachspeisen dann doch recht viel Belastung für die Grundwasservorräte, oder?

>100.000 m³ am Tag? Pro Reaktor? +Reserven? Doch, könnte man eine "Belastung" nennen. Mal so zum Vergleich: Bremen verbraucht 79.000 m³ am Tag.
 
Zuletzt bearbeitet:
Genau. Das Problem bei PV ist die fehlende Nachtleistung - Pumpspeicher zur 24h Kompensation haben wir aber schon in großer Zahl
Ich meine nicht die 24h-Kompensation: Ich meine ehr das wiederauffüllen der Speicherbecken, das dann ja am Tag gesheen müsste, alsdo eigentlich dann, wenn man sie zur Spitzenlastabdeckung bräuchte.
Und zum Hochpumpen dürftest du erstmal mehr Energie verbrauchen als du rausliefern kannst, soll heißen, gleichzeitig auffüllen und Strom erzeugen ist nicht.
Ds ehißt in den kruzen Lastpausen müsstest du die Pumpen laufen lassen fürs nächste mal, dementsprechend hoch ist der Spitzenverbrauch der PSKW.
Und die müsste man fast schon wieder decken.

Und? Das bisherige Prinzip dient dazu, die Nutzung von Atomkraftwerken möglich zu machen. Damit kann wohl schlecht gegen Pläne argumentieren, die AKWs abschaffen wollen :rollen:
Tut es das? Wäre mir neu, das AKWs etwas mit PSKWs zu tun haben, außer dass sie in der Nacht den Strom zum Füllen der Speicherbecken liefern. ;)
Ich wollte eher darauf hinaus, dass man ein Paar Klärschlamm-Großkraftwerke bräuchte (als Ersatz für Kohlekraftwerke, die zT. ja bereits Klärschwamm verarbeiten),
die einen Teil der Grundlast stellen und Gasturbinenkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, die Lastspitzen abdecken und die restliche Grundlastversorgung (im Wechsel mit der Wind- und Sonnenenrgie) stemmen.

Einge haben afaik gar keine oder nicht ausreichende Kühltrumkapazitäten.
Allgemeiner sinkt die Leistung beim Einsatz von Kühltürmen, weil der nutzbare Temperaturgradient kleiner ausfällt und wenn die Flüsse nicht einfach nur warm, sondern schlichtweg wasserarm sind (und i.d.R. tritt beides zugleich auf), dann kann man auch nicht unbegrenzt Wasser für Kühltürme entnehmen.

An der Isar scheint zumindest die Kühlkapazität des Kühlturms von Block 2 für Vollast auszureichen, bzw., einen großen Teil davon.


Dazu ist der Verbrauch viel zu hoch.
Was man machen könnte, wären klassische Oberflächenradiatoren, die die Wärme trocken aus dem geschlossenen Kreislauf abzuführen. Aber die müssten riesig sein und was nützt einem ein AKW, das pro kWh mehr als PV kostet, selbst wenn man den Müll auf Kosten des Steuerzahlers lagert?
>100.000 m³ am Tag? Pro Reaktor? +Reserven? Doch, könnte man eine "Belastung" nennen. Mal so zum Vergleich: Bremen verbraucht 79.000 m³ am Tag.

Im Wiki steht einfach nur Kühlwasserverbrauch, ist halt die Frage, ob das nun Kapazität des Kühlturms ist oder die Nachspeisemenge.
 
Ich meine nicht die 24h-Kompensation: Ich meine ehr das wiederauffüllen der Speicherbecken, das dann ja am Tag gesheen müsste, alsdo eigentlich dann, wenn man sie zur Spitzenlastabdeckung bräuchte.

Setzt doch mal deine AKW-Brille ab...
Wenn ich Tagsüber ein Produktionsmaximum habe, dann ist die Spitzenlast automatisch abgedeckt. Pumpspeicher brauche ich nicht, um besonders große Verbräuche zu befriedigen, sondern um besonders große Unterschiede zwischen Produktion und Verbrauch zu kompensieren. Wenn ich keine Kraftwerke mehr nutze, die 50% ihres Stromes dann produzieren, wenn ihn niemand braucht, sondern die ihre gesamte Leistung dann erbringen, wenn sie am dringensten benötigt wird, dann entsteht dieser Unterschied erst gar nicht.

Tut es das? Wäre mir neu, das AKWs etwas mit PSKWs zu tun haben, außer dass sie in der Nacht den Strom zum Füllen der Speicherbecken liefern. ;)
Ich wollte eher darauf hinaus, dass man ein Paar Klärschlamm-Großkraftwerke bräuchte (als Ersatz für Kohlekraftwerke, die zT. ja bereits Klärschwamm verarbeiten),
die einen Teil der Grundlast stellen und Gasturbinenkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, die Lastspitzen abdecken und die restliche Grundlastversorgung (im Wechsel mit der Wind- und Sonnenenrgie) stemmen.

Ein paar Grundlastkraftwerke braucht man sicherlich (imho sollte ein europäisches WKA-Verbundnetz da genauso ein vollwertiger Ersatz sein, wie Gezeitenkraftwerke), aber worauf ich hinauswill: Man braucht nicht einmal annähernd soviel, wie wir derzeit haben. Unsere derzeitige Kraftwerkslandschaft ist nicht darauf ausgelegt, einen Bedarf an Grundlast zu befriedigen, sondern unsere derzeitigen Kraftwerke produzieren eine sinnlos hohe Dauerlast und das gesamte Strom- und Verbrauchsmodell (Stichwort: Nachttarife - gibts für Industrie weiterhin) ist darauf ausgelegt, diese bescheuerte Konfiguration irgendwie für den tatsächlichen Bedarf nutzbar zu machen. Man könnte problemlos 50% unserer Großkraftwerke abschalten, ohne dass man Probleme mit der Grundlast bekommt - was uns fehlt, sind Kraftwerke für die Lastspitzen am Vormittag und -abend. Bislang decken wir die notdürftig mit AKW und Pumpspeicher. Die sinnvollere Lösung wäre die Nutzung von PV und Seewinden, denn die liefern die Energie genau dann, wenn sie am dringensten benötigt wird - ohne dass man sie erstmal 12h zwischenspeichern muss.

An der Isar scheint zumindest die Kühlkapazität des Kühlturms von Block 2 für Vollast auszureichen, bzw., einen großen Teil davon.

Ich glaube, der Unterschied liegt so bei 20% - wenn genug Wasser da ist. In dem sehr heißen, trockenen Sommer vor einigen Jahren musste afaik einige AKWs sogar um 40% runtergehen. Wäre bei einem Kraftwerk auch noch akzeptabel, aber das Problem ist eben, dass das an Großwetterlagen hängt -> wenn es eintritt, dann ist ganz Europa betroffen. Für mehrere Wochen.
Das ist was anderes, als eine WKA, die an einem windstillen Tag mal nur 50% der vorgesehenen Leistung bringt, bei der dieser Ausfall aber durch eine andere WKA mit >100% in der Normandie kompensiert wird, wo schon das nächste Tiefdruckgebiet im Anmarsch ist.

Im Wiki steht einfach nur Kühlwasserverbrauch, ist halt die Frage, ob das nun Kapazität des Kühlturms ist oder die Nachspeisemenge.

Normalerweise bezeichnet man Wasser, dass in einen Kreislauf zurückfließt, nicht als "Verbrauch".
 
ich wiederhole nochmal:
Bezüglich Speichermöglichkeiten:
Die hohe Zwangsgrundlast der AKWs ist derzeit, die -trotz entsprechender Verbrauchsanpassungen bei Industrie&Co- Speichermöglichkeiten fordert. Hier die Bilanz eines Pumpspeichers. Wir könnten also eine ganze Reihe von AKWs, die tagsüber zuwenig und nachts zu viel produzieren, gegen Solaranlagen austauschen, die tagsüber zuviel und nachts nichts produzieren, ohne zusätzliche Speicher zu benötigen. (WKAs an Standorten mit starken Seewinden dürften die Verbrauchspeaks noch besser bedienen können)
Ich habe nicht geschrieben, das es nicht möglich ist, ich habe nur geschrieben das es zu kostenintensiv ist. Die Energieversorgung ist sicher eines der wichtigsten aktuellen Themen, aber es gibt auch noch viele andere wichtige Themen, die sehr viel Geld erfordern.

Ausgenommen
- Erdbeben
- Tsunamis
- ggf. schwere Stürme
- insbesonderen den Auswirkungen von schweren Stürmen auf Stromleitungen
- hohen Temperaturen
- Wassermangel
- Hochwasser
Sorry, das war schlecht formuliert. Ich meinte eher unabhängiger von direkten Umwelteinwirkungen, wie Windstille. Mir ist auch klar das im Normalfall mindestens eine Stromart immer funktioniert, aber ein Kernkraftwerk ist halt unabhängig von den meisten, schwachen, Umwelteinwirkungen. Das es Probleme mit einem Erdbeben hat, sieht man ja gerade wieder.


Nur um das noch einmal festzuhalten: Es gab in Europa noch keine Stromknappheit, weil erneuerbare Kraftwerke unerwartet niedrige Leistung brachten, aber es gab Knappheiten -iirc sogar Ausfälle-, weil die Umweltbedingungen die Leistung der Kernkraftwerke in zu starkem Maße drosselten.
Ich beziehe mich hier auf Deutschland, da es im gesamten Thread um Deutschland ging. Mir ist durchaus bewusst, das es Stromknappheit wegen der Abschaltung von AKWs gab, die Situation in den entsprechenden Ländern ist aber nicht vergleichbar.
 
AW: Atomstrom in Deutschland, Ja oder Nein?

51 Stimmen für ja, 52 für nein.
dann sorge ich mal für den Ausgleich

[ja] denn es gibt schlicht keine praktikablen Alternativen zur Zeit, die kurz- oder mittelfristig den Verzicht auf AKW´s möglich machen könnten
 
Wenn man sich den Thread durchliest wird eines offensichtlich: Wer sich schon mal halbwegs intensiv mit der Thematik befasst und ein bischen Ahnung hat stimmt zu 90% mit Nein.
 
@ruyven_macaran
falls meiner einer gemeint war: da ich 38 bin, habe ich schon seit längerem meine eigene Meinung dazu.
Aber ja, ich habe mir den Thread natürlich durchgelesen.
Und als 14jähriger den Tschernobyl Unfall medial verfolgt und nicht in irgendwelchen Geschichtsbüchern mal was drüber nachgelesen.
Das war seinerzeit richtig gespenstisch.

An dieser Stelle mal den Hinweis auf Deine Stromrechnung: hier sollte ausgewiesen sein, zu wieviel Teilen an Atomstrom und Ökostrom Dein Anbieter die Stromversorgung zusammenstellt.
Also ich für meinen Teil kann mir nicht plausibel vorstellen, dass kurz- oder mittelfristig die Möglichkeit besteht, die AKW´s abzuschalten, ohne das es zu enormen Versorgungsproblemen kommt.
Die Folge wäre ein Zukauf aus dem Ausland.

Und um ehrlich zu sein: ich habe lieber hier in Deutschland ein AKW dass strengsten Auflagen unterliegt, als in nahen Nachbarländern wie beispielsweise Polen, wo keiner weiss was da eigentlich abgeht aber wir hier drauf angewiesen sind, um den Strombedarf zu decken, da man in Germany auf der Atomkraft - Nein Danke Welle reitet.
 
Ich glaube das Märchen der sicheren AKWs in Deutschland nicht! Es gibt kein Unternehmen in der Größe der AKW-Betreiber, das nicht an allen Ecken und Enden spart. Und wo wird gespart? Da, wo man viel sparen kann! Und wo kann man viel sparen? Da, wo es teuer ist und teuer ist es da, wo besoners hohe Standards gelten! Ich hab neulich auf ARTE eine Doku über die französischen AKWs gesehen, die natürlich auch die sichersten sind, die es gibt (genau wie bei uns, ist ja klar ;) ) und was da abging, war echt unglaublich! Und welchen plausiblen Grund gibt es, dass hier in Deutschland anders liefe? Na? Ich wette, wenn man wirklich mal Mäuschen spielen könnte um mal hinter die Kulissen zu gucken und um die wirklichen Zustände mal zu dokumentieren, würden uns alle die Haare zu Berge stehen! Jeder, der wirklich glaubt, dass hier alles absolut nach Vorschrift läuft, ist naiv. Jeder Lebensmittelskandal, jeder Umweltskandal etc. zeigen es immer wieder: Man kann großen Firmen nicht trauen!
 
Ich glaube das Märchen der sicheren AKWs in Deutschland nicht! Es gibt kein Unternehmen in der Größe der AKW-Betreiber, das nicht an allen Ecken und Enden spart. Und wo wird gespart? Da, wo man viel sparen kann! Und wo kann man viel sparen? Da, wo es teuer ist und teuer ist es da, wo besoners hohe Standards gelten! Ich hab neulich auf ARTE eine Doku über die französischen AKWs gesehen, die natürlich auch die sichersten sind, die es gibt (genau wie bei uns, ist ja klar ;) ) und was da abging, war echt unglaublich! Und welchen plausiblen Grund gibt es, dass hier in Deutschland anders liefe? Na? Ich wette, wenn man wirklich mal Mäuschen spielen könnte um mal hinter die Kulissen zu gucken und um die wirklichen Zustände mal zu dokumentieren, würden uns alle die Haare zu Berge stehen! Jeder, der wirklich glaubt, dass hier alles absolut nach Vorschrift läuft, ist naiv. Jeder Lebensmittelskandal, jeder Umweltskandal etc. zeigen es immer wieder: Man kann großen Firmen nicht trauen!

Du hast absolut recht.

Mal ein Beispiel:
Als Biblis I ans Netz ging gab es ständig technische Probleme infolgedessen ständig die automatische Notabschaltung aktiv wurde. Die Techniker haben die Probleme nicht gleich in den Griff bekommen. Was also haben sie gemacht? Die automatische Notabschaltung wurde überbrückt. Es muste ja Geld verdient werden.
Das damals nichts passiert ist war purer Zufall. Ich will gar nicht wissen wieviele Vorfälle dieser Art es noch gegeben hat.
 
Wenn man sich den Thread durchliest wird eines offensichtlich: Wer sich schon mal halbwegs intensiv mit der Thematik befasst und ein bischen Ahnung hat stimmt zu 90% mit Nein.
Das kannst du zwar schreiben, aber es ist kein Argument, das eine sachliche Diskussion fördert.

Ich glaube das Märchen der sicheren AKWs in Deutschland nicht! Es gibt kein Unternehmen in der Größe der AKW-Betreiber, das nicht an allen Ecken und Enden spart. Und wo wird gespart? Da, wo man viel sparen kann! Und wo kann man viel sparen? Da, wo es teuer ist und teuer ist es da, wo besoners hohe Standards gelten! Ich hab neulich auf ARTE eine Doku über die französischen AKWs gesehen, die natürlich auch die sichersten sind, die es gibt (genau wie bei uns, ist ja klar ;) ) und was da abging, war echt unglaublich! Und welchen plausiblen Grund gibt es, dass hier in Deutschland anders liefe? Na? Ich wette, wenn man wirklich mal Mäuschen spielen könnte um mal hinter die Kulissen zu gucken und um die wirklichen Zustände mal zu dokumentieren, würden uns alle die Haare zu Berge stehen! Jeder, der wirklich glaubt, dass hier alles absolut nach Vorschrift läuft, ist naiv. Jeder Lebensmittelskandal, jeder Umweltskandal etc. zeigen es immer wieder: Man kann großen Firmen nicht trauen!
Es gibt durchaus plausible Gründe warum es hier anders ablaufen sollte, als in Frankreich. Z.B. ist dort die AKW Bewegung bei weitem nicht so groß wie hier, wenn hier Notabschaltungen passieren, gibt es ein, im Vergleich, riesiges Echo. Hier ist es sehr viel schwieriger, ernsthafte Probleme einfach zu ignorieren, ohne massive Kritik zu ernten.

Weiterhin glaube auch ich, das in großen Unternehmen gepfuscht werden kann, aber das kann auch in kleinen Unternehmen passieren. Wenn dies aber einem großen Unternehmen passiert, ist das mediale Echo ungleich größer. So bietet es sich auch für die Politik an, sich hier als Macher darzustellen, was bei einem kleinen Unternehmen schon schwieriger ist. Auch ist es in einem großen Unternehmen einfacher Probleme zu beheben, als in 100 Kleinen.
 
Setzt doch mal deine AKW-Brille ab...
Wenn ich Tagsüber ein Produktionsmaximum habe, dann ist die Spitzenlast automatisch abgedeckt. Pumpspeicher brauche ich nicht, um besonders große Verbräuche zu befriedigen, sondern um besonders große Unterschiede zwischen Produktion und Verbrauch zu kompensieren. Wenn ich keine Kraftwerke mehr nutze, die 50% ihres Stromes dann produzieren, wenn ihn niemand braucht, sondern die ihre gesamte Leistung dann erbringen, wenn sie am dringensten benötigt wird, dann entsteht dieser Unterschied erst gar nicht.

Das lag nicht an meiner AKW-Brille, sondern daran, dass ich die Funktion der PSKW falsch verstanden hatte. Ich dachte nämlich, die decken die Spitzenlast an sich ab und nicht nur den Bereich der Laständerung, bis Gasturbinen-KWs oder ähnlcihes angelaufen sind ;).

al 12h zwischenspeichern muss.
Ein paar Grundlastkraftwerke braucht man sicherlich (imho sollte ein europäisches WKA-Verbundnetz da genauso ein vollwertiger Ersatz sein, wie Gezeitenkraftwerke), aber worauf ich hinauswill: Man braucht nicht einmal annähernd soviel, wie wir derzeit haben. Unsere derzeitige Kraftwerkslandschaft ist nicht darauf ausgelegt, einen Bedarf an Grundlast zu befriedigen, sondern unsere derzeitigen Kraftwerke produzieren eine sinnlos hohe Dauerlast und das gesamte Strom- und Verbrauchsmodell (Stichwort: Nachttarife - gibts für Industrie weiterhin) ist darauf ausgelegt, diese bescheuerte Konfiguration irgendwie für den tatsächlichen Bedarf nutzbar zu machen. Man könnte problemlos 50% unserer Großkraftwerke abschalten, ohne dass man Probleme mit der Grundlast bekommt - was uns fehlt, sind Kraftwerke für die Lastspitzen am Vormittag und -abend. Bislang decken wir die notdürftig mit AKW und Pumpspeicher. Die sinnvollere Lösung wäre die Nutzung von PV und Seewinden, denn die liefern die Energie genau dann, wenn sie am dringensten benötigt wird - ohne dass man sie erstm

Meinst du mit der Spitzenlastabdeckung die höhere Spitzenlast, wenn die Grundlast niedriger ausfällt? Wenn ja, bräuchte man nur mehr GuD-Gasturbinen-KWs.
Die produzieren dann auch noch Fernwärme, die bis zur Nacht gespeichert werden kann.

Ich glaube, der Unterschied liegt so bei 20% - wenn genug Wasser da ist. In dem sehr heißen, trockenen Sommer vor einigen Jahren musste afaik einige AKWs sogar um 40% runtergehen. Wäre bei einem Kraftwerk auch noch akzeptabel, aber das Problem ist eben, dass das an Großwetterlagen hängt -> wenn es eintritt, dann ist ganz Europa betroffen. Für mehrere Wochen.
Das ist was anderes, als eine WKA, die an einem windstillen Tag mal nur 50% der vorgesehenen Leistung bringt, bei der dieser Ausfall aber durch eine andere WKA mit >100% in der Normandie kompensiert wird, wo schon das nächste Tiefdruckgebiet im Anmarsch ist.

Das war bei Isar 1 laut WiKi ziletzt 2003/2004 so, danach müssen sie wohl die Kühlanlage aufgerüstet haben.

Normalerweise bezeichnet man Wasser, dass in einen Kreislauf zurückfließt, nicht als "Verbrauch".

Dann sind das entsetzlich hohe Mengen.

Ich glaube das Märchen der sicheren AKWs in Deutschland nicht! Es gibt kein Unternehmen in der Größe der AKW-Betreiber, das nicht an allen Ecken und Enden spart. Und wo wird gespart? Da, wo man viel sparen kann! Und wo kann man viel sparen? Da, wo es teuer ist und teuer ist es da, wo besoners hohe Standards gelten! Ich hab neulich auf ARTE eine Doku über die französischen AKWs gesehen, die natürlich auch die sichersten sind, die es gibt (genau wie bei uns, ist ja klar ;) ) und was da abging, war echt unglaublich! Und welchen plausiblen Grund gibt es, dass hier in Deutschland anders liefe? Na? Ich wette, wenn man wirklich mal Mäuschen spielen könnte um mal hinter die Kulissen zu gucken und um die wirklichen Zustände mal zu dokumentieren, würden uns alle die Haare zu Berge stehen! Jeder, der wirklich glaubt, dass hier alles absolut nach Vorschrift läuft, ist naiv. Jeder Lebensmittelskandal, jeder Umweltskandal etc. zeigen es immer wieder: Man kann großen Firmen nicht trauen!

Schau dir mal die Pannenstatistik von Isar 2 und Isar 1 in den letzten Jahren.
26 Ereignisse bei Isar 2, keines davon ein Sicherheitsrisiko.
E.on kann man also durchaus trauen, zumindest E.on Bayern.
 
Es gibt durchaus plausible Gründe warum es hier anders ablaufen sollte, als in Frankreich. Z.B. ist dort die AKW Bewegung bei weitem nicht so groß wie hier, wenn hier Notabschaltungen passieren, gibt es ein, im Vergleich, riesiges Echo. Hier ist es sehr viel schwieriger, ernsthafte Probleme einfach zu ignorieren, ohne massive Kritik zu ernten.

Weiterhin glaube auch ich, das in großen Unternehmen gepfuscht werden kann, aber das kann auch in kleinen Unternehmen passieren. Wenn dies aber einem großen Unternehmen passiert, ist das mediale Echo ungleich größer. So bietet es sich auch für die Politik an, sich hier als Macher darzustellen, was bei einem kleinen Unternehmen schon schwieriger ist. Auch ist es in einem großen Unternehmen einfacher Probleme zu beheben, als in 100 Kleinen.

Wie meinst du das, die AKW-Bewegung wäre in Frankreich nicht so groß? Die beziehen einen wesentlich größeren Teil ihres Stroms aus AKWs als wir, wenn ich mich recht erinnere. Von daher ist deren "AKW-Bewegung" nicht zu unterschätzen. Oder meintest du die Anti-AKW-Bewegung?

Probleme in AKWs werden nur dann zum großen Medienecho, wenn sie ans Tageslicht kommen. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass wir alles mitbekommen, was dort passiert. Und da dort ja auch nicht ständig irgendwelche Demonstranten auf dem AKW-Gelände rumrennen und den Prüfern und Technikern über die Schulter gucken, gibt es auch wenig zuverlässige Quellen. Sieh dir mal Tepco an, wie die über Jahre hinweg geschlammpt haben und nichts davon ist an die Öffentlichkeit gekommen, bis ein Unfall passiert ist.

Schau dir mal die Pannenstatistik von Isar 2 und Isar 1 in den letzten Jahren.
26 Ereignisse bei Isar 2, keines davon ein Sicherheitsrisiko.
E.on kann man also durchaus trauen, zumindest E.on Bayern.
Glaubst du wirklich, dass die von ihren Problemen berichten werden? Klar schreiben die die Kleinigkeiten auf. Es wäre ja auch verdächtig, wenn wirklich gar nichts passieren würde. Außerdem: Nur weil bisher "alles" gut gegangen ist, bedeutet das ja nicht, dass nicht gepfuscht worden ist. Wie gesagt, die Erfahrung lehrt einen, dass Konzerne pfuschen, dass dann vertuschen und nur die SPitze vom Eisberg davon ans Tageslicht kommt.
 
Wie meinst du das, die AKW-Bewegung wäre in Frankreich nicht so groß? Die beziehen einen wesentlich größeren Teil ihres Stroms aus AKWs als wir, wenn ich mich recht erinnere. Von daher ist deren "AKW-Bewegung" nicht zu unterschätzen. Oder meintest du die Anti-AKW-Bewegung?

Probleme in AKWs werden nur dann zum großen Medienecho, wenn sie ans Tageslicht kommen. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass wir alles mitbekommen, was dort passiert. Und da dort ja auch nicht ständig irgendwelche Demonstranten auf dem AKW-Gelände rumrennen und den Prüfern und Technikern über die Schulter gucken, gibt es auch wenig zuverlässige Quellen. Sieh dir mal Tepco an, wie die über Jahre hinweg geschlammpt haben und nichts davon ist an die Öffentlichkeit gekommen, bis ein Unfall passiert ist.

Die Anti-Atomktaftbewegung in Frankreich ist kleiner als die in Deutschland, weil die Franzosen nicht so sehr über die Mängel an ihren AKWs berichten.

Glaubst du wirklich, dass die von ihren Problemen berichten werden? Klar schreiben die die Kleinigkeiten auf. Es wäre ja auch verdächtig, wenn wirklich gar nichts passieren würde. Außerdem: Nur weil bisher "alles" gut gegangen ist, bedeutet das ja nicht, dass nicht gepfuscht worden ist. Wie gesagt, die Erfahrung lehrt einen, dass Konzerne pfuschen, dass dann vertuschen und nur die SPitze vom Eisberg davon ans Tageslicht kommt.

Sorry, aber wenn ich sehe, dass der Schnitt bei weit über 60 liegt, dann ist mein Fazit, dass E.on-Bayern nicht pfuscht. Und Menschen machen Fehler, übrigens waren diese Ereignisse Kleinigkeiten, also eher so Sachen wie Leistungsverminderung wegen Temperaturerhöhung der Isar. Eben so Sachen, die auf in Kohlekraftwerken passieren, also evtl. auch, das irgendwo ein Aufkleber gefehlt hat, eine leicht erhöhte Radioaktivität auf dem Gelände gemessen wurde etc.
Ich meine damit halt nicht, dass E.on oder irgendjemand anderes unfehlbar ist, allerdings schein E.on-Bayern weniger zu pfuschen als andere.
 
Sorry, aber wenn ich sehe, dass der Schnitt bei weit über 60 liegt, dann ist mein Fazit, dass E.on-Bayern nicht pfuscht. Und Menschen machen Fehler, übrigens waren diese Ereignisse Kleinigkeiten, also eher so Sachen wie Leistungsverminderung wegen Temperaturerhöhung der Isar. Eben so Sachen, die auf in Kohlekraftwerken passieren, also evtl. auch, das irgendwo ein Aufkleber gefehlt hat, eine leicht erhöhte Radioaktivität auf dem Gelände gemessen wurde etc.
Ich meine damit halt nicht, dass E.on oder irgendjemand anderes unfehlbar ist, allerdings schein E.on-Bayern weniger zu pfuschen als andere.

Aber das bringt doch alles nichts. Fakt ist nun mal das der Pfusch jederzeit eintreffen kann, völlig egal wie vorbildlich (oder auch nicht) der Betreiber vorher gearbeitet hat. Warum sollten wir die Bevölkerung dieses Risiko tragen, nur damit der AKW Betreiber auf Kosten unserer Sicherheit den grossen Reibach machen kann?
 
An dieser Stelle mal den Hinweis auf Deine Stromrechnung: hier sollte ausgewiesen sein, zu wieviel Teilen an Atomstrom und Ökostrom Dein Anbieter die Stromversorgung zusammenstellt.

In meinem Fall 51% Wasser, 48,7% Wind, 0,3% Sonne - aber das dürfte nach bisherigen Argumentation wohl auch niemanden überraschen ;)

Also ich für meinen Teil kann mir nicht plausibel vorstellen, dass kurz- oder mittelfristig die Möglichkeit besteht, die AKW´s abzuschalten, ohne das es zu enormen Versorgungsproblemen kommt.

Tjp. Ich kanns, warum hab ich dargelegt - mehr kann man nicht machen. Wenn andere Leute auf Basis der gleichen Fakten mittels Logik zu einem anderen Ergebnis kommen, dann heißt es ausprobieren :ka:

ich habe lieber hier in Deutschland ein AKW dass strengsten Auflagen unterliegt, als...

Dem Satz könnte ich mich sogar anschließen, aber leider unterliegt in Deutschland kein AKW strengsten Aufflagen (darunter würde ich z.B. die Nachrüstpflicht aller Sicherheitsstandard auf Kosten des Betreibers verlangen. De facto gibt es aber ein Option auf Nachrüstung zu Lasten des Staates). Desweiteren müsste man den Satz noch um "Endlager, die strengste Auflagen erfüllen" (bislang werden nicht mal die Auflagen akzeptiert) und "Aufbereitungsanlagen, die strengsten Auflagen entsprechen" (In Tomsk nicht ganz der Fall) ergänzen. Kurz: Die tolle, sichere und saubere Kernenergie, die einige für möglich halten, müsste man erst einmal von grund auf neu errichten und dabei noch eine ganze Menge unlösbare technische Probleme lösen.
Da kann man auch ebensogut die tolle, sichere und saubere EE-Option bauen. Ist auch nicht teurer und geht ohne unlösbare Probleme.


Es gibt durchaus plausible Gründe warum es hier anders ablaufen sollte, als in Frankreich. Z.B. ist dort die AKW Bewegung bei weitem nicht so groß wie hier, wenn hier Notabschaltungen passieren, gibt es ein, im Vergleich, riesiges Echo. Hier ist es sehr viel schwieriger, ernsthafte Probleme einfach zu ignorieren, ohne massive Kritik zu ernten.

Ich verstehe das gerade richtig.?:
Du bist für deutsche AKWs, weil es so viele gibt, die gegen deutsche AKWs sind? :crazy:

Weiterhin glaube auch ich, das in großen Unternehmen gepfuscht werden kann, aber das kann auch in kleinen Unternehmen passieren. Wenn dies aber einem großen Unternehmen passiert, ist das mediale Echo ungleich größer. So bietet es sich auch für die Politik an, sich hier als Macher darzustellen, was bei einem kleinen Unternehmen schon schwieriger ist. Auch ist es in einem großen Unternehmen einfacher Probleme zu beheben, als in 100 Kleinen.

Wenn ich mir angucke, das Vattenfall weiterhin Atomkraftwerke in Deutschland (oder auch nur innerhalb der EU) betreiben darf, dann ist Pfusch und Lug mit AKWs offensichtlich kein Ansatzpunkt für die "Macher" in der Politik.
Das kleine Unternehmen auch nicht seltener tricksen, mag stimmen (ich selbst sehe eine leichte Tendenz für tricksende Unternehmen, schneller groß zu werden und ehrliche Unternehmen rauszudrängen), aber hier geht es nunmal nur um die "kann tausende Menschen töten"-Größenklasse.


Das lag nicht an meiner AKW-Brille, sondern daran, dass ich die Funktion der PSKW falsch verstanden hatte. Ich dachte nämlich, die decken die Spitzenlast an sich ab und nicht nur den Bereich der Laständerung, bis Gasturbinen-KWs oder ähnlcihes angelaufen sind ;).

Meinst du mit der Spitzenlastabdeckung die höhere Spitzenlast, wenn die Grundlast niedriger ausfällt? Wenn ja, bräuchte man nur mehr GuD-Gasturbinen-KWs.
Die produzieren dann auch noch Fernwärme, die bis zur Nacht gespeichert werden kann.

:schief:
Damit wären wir dann beim Unterschied von "Spitzenlast", "Lastspitzen" & Co und dem Mangel an exaktem Vokabular :ugly:

Also, was ich meine/weiß/denke, ist folgende:

Speicherkraftwerke werden genutzt, um zeitliche Differenzen zwischen Produktion und Nachffrage zu kompensieren. Z.T. überbrückt man nur kurze Zeiträume, bis Lastfolge- oder Spitzenlastkraftwerke anspringen (z.B. wird die Zeitspanne bis zum Anlaufen eines Gaskraftwerkes teilweise durch Batteriespeicher und den Regelspielraum anderer Kraftwerke gepuffert). Die PSKW in Deutschland kompensieren dafür vor allem über 24h Zeiträume, d.h. die Tag/Nacht-Unterschiede in der Differenz zwischen Produktion und Nachfrage. Mit der derzeitigen Inrastruktur aus Groß-, vor allem Atomkraftwerken, haben wir eine relativ konstante (Grund-)Produktion. Wir haben aber keinen konstanten Grundverbrauch, Nachts wird deutlich weniger verbraucht als Mittags und die Peaks liegen am Vormittag und Vorabend. Um den gleichmäßig zu allen Tages- und Nachtzeiten produzierten Strom also zu den Zeiten nutzen zu können, zu denen er gebraucht wird, füllt man damit nachts die Pumpspeicher verstromt das ganze tagsüber wieder.
Würde man die Leistung der Atomkraftwerke durch andere Kraftwerksarten ersetzen, dann würde sich auch die Differenz zwischen Produktion und Verbrauch anders entwickeln.
Solaranlagen z.B. würden nachts gar nicht produzieren, dafür Mittags sehr viel. Bei gleicher Gesamtproduktion wie bisher mit den AKWs*, hätte man jetzt also tagsüber einen Überschuss und nachts einen Mangel, wo man bisher nachts einen Überschuss und tagsüber einen Mangel hatte. Einfache Lösung: Die gleichen Speichersysteme, die bislang den Ausgleich bewerkstelligt haben, können das auch in umgekehrter Richtung, in dem man sie tagsüber füllt und nachts leert.

Die Feinregulierung im Minuten- oder Stundenbereich (Lastspitzen, Gaskraftwerke) ist davon komplett unabhängig. Die würde man weiterhin brauchen, denn da werden schon heute nicht Produktionsschwankungen, sondern Nachfrageschwankungen ausgeglichen - die würden bei anderen Kraftwerken natürlich genau gleich bleiben.


*: Ich bin mir klaren darüber, dass Solaranlagen in der Leistungsklasse deutscher Atomkraft arsch teuer wären. Aber sie sind nunmal das anschaulichste Beispiel dafür, dass wir ziemlich hohe Speicherkapazitäten haben, die für neue Zwecke zur Verfügung stehen, wenn sie nicht mehr Atomstrom speichern müssen.
Macht man das Beispiel mit Windkraft, müsste man z.B. keine regelmäßigen diurnalen Schwankungen in der Produktion ausgleichen, sondern zufällige in einer Größenordnung von einigen Stunden. In dem Fall würden die PSKW vermutlich weiterhin primär nachts speichern und tagsüber abgeben - und es wäre dabei komplett egal, dass die Windfarm nicht 24h am Tag 1000,0000 MW einspeist. Denn ob ich den Pumpspeicher von 22:00 bis 6:00 mit 8x 1GWh fülle, oder ob ich ihn von 22:00-24:00 mit 2x 0,5 GWh, von 0-1h mit 1x 0,0GWh (Produktion deckt gerade eben so Bedarf), von 1:00-2:00 mit 1x1GWh und von 2:00-6:00 mit 4x 1,25GWh fülle, ist vollkommen Banane. Was zählt ist nur, dass ich nach 8h Nachtschicht 8 GWh in den Speicher gesteckt habe - wie (un)gleichmäßig die produziert wurde, hat keine Auswirkung aufs Volumen.
Und das gilt nicht nur für PSKW, sondern auch für normale Wasserkraftwerke: Wir beziehen immerhin 3% unserer Energie aus Wasserkraft. Die kann man beliebig und sehr schnell regeln, wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass überall in Deutschland (oder gar Europa) zeitgleich Windstille herrscht. Es ist einfach falsch, dass wir zuwenig Speicher und Kompensationsmöglichkeiten haben. Das größte Hinderniss für die Regelung der deutschen Netze sind die AKWs, die man nicht abschalten kann, wenn man sie nicht braucht.

E.on kann man also durchaus trauen, zumindest E.on Bayern.

Pannen, die direkt in der Statistik landen, sind schon das kleinere übel ;)
Davon abgesehen: War E.on nicht der Konzern, der vor einem Jahr Groß mit Gezeitenkraftwerken Werbung gemacht hat, die weder als Prototyp noch als Baugenehmigung noch als Finanzierungsplan existieren? Der mit Putin eine gewisse Pipeline baut? Der Kommunalpolitikern gerne mal eine Freude bereitet? Der von der EU wegen Marktabsprachen verurteilt wurde?
Sorry, aber Vertrauen erwirbt sich ein Konzern bei mir auf andere Art und Weise.


Ach ja: "E.on Bayern" ist nichtsweiter als ein Stromverkäufer.
Isar1&2 werden von "E.on Kernkraft" betrieben.
Genau diejenigen, die eben auch zur Hälfte für Krümmel und zu 1/3 für Brunsbüttel verantwortlich sind - übrigens beide ~baugleich zu Isar1. Viel Spaß noch mit deinem "sicheren" AKW....
 
....und trotzdem habe ich lieber deutsche AKW - ich meine guckt euch mal in europa um, alle staaten um uns rum (zumindest die großen) haben soweit ich weiß AKW - und bauen sogar noch welche! (d.h. franzosen (die sogar die meisten in der EU haben soweit ich weiß), die briten, die polen, die tschechen und auch die italiener soweit ich weiß - die einzigen von denen ich weiß das sie komplett drauf verzichten sind: die östereicher!) und die sind soweit man des hört (ob das 100% glaubwürdig ist ist fraglich - aber: ich lasse mich lieber von nem deutschen politiker/unternehmer bescheißen als von nem franzosen, vor allem: lieber verkaufen wir deutschen strom aus AKW ins ausland, als ausländischen (temelin z.B.) atomstrom für deutschland) weniger sicher als unsere AKW....

mfg LAX
ps: ich bin noch aus nem ganz anderen grund PRO-AKW: weil man es sich net leisten kann aus so einer technologie aus zu steigen d.h. das ausland alle fortschritte machen zu lassen (wie es bei der stammzellenforschung z.B. ist, weil bei uns dieser beschissene ETHIK-RAT - in dem auch vertreter der kirchen die IMHO keine AHNUNG haben drin sitzen (!) - sorry, aber die wissenschaft an die LEINE zu nehmen ist einfach nur *******, vor allem dadurch verhindert man sachen die man besser nicht erforscht hätte auch nicht, sie werden bloß nicht bei uns erforscht (was uns eine gewisse kontrolle erlauben würde) sondern halt dann in USA, Japan und anderen ländern die ihren forschungsinstituten mehr freiraum lassen (wie es sich IMHO gehören würde - solange keine versuche an menschen durchgeführt werden oder man gefährliche dinge (viren etc.) mitten in einer stadt erforscht d.h. gefährliche forschung könnte man ja irgendwo hin packen wo es keinen gefährdet!))
 
Nur komisch das auch in Großbritannien, Frankreich, Polen und Italien neben AKW's auch noch Windkrafträder gestellt werden, das in einigen Ländern AKW's gestellt werden heißt nicht das diese es nicht für nötig halten auch erneuerbare Energien zu fördern! :schief:

Deine Logik das durch einen Ausstieg aus der Atomenergie die Forschung in dem Gebiet stagniert sind ihmo genauso falsch, denn genauso wird dann dort weitergeforscht wie in der Stammzellenforschung (die in einigen Ländern nebenbei bemerkt auch Auflagen unterliegt). :ugly:
 
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