Fukushima ist Gen2 (Baubeginn 2-8 Jahre vor KKG) und hat, genauso wie ein Vor-Konvoi-Kraftwerk, ein automatisches Notabschaltsystem + mehrfach redundante Notkühlsysteme (unzureichend geschützt, wie bei einigen deutschen Reaktoren), einen Druckbehälter + primäres Containment + (in beiden Fällen wegen mangelnder Stabilität zu kritisierendes) Schutzgebäude als sekundäres Contrainment drum rum. Als Bonus noch die Dampfpumpe, die in den ersten Tagen die Notkühlung aufrechterhalten könnte, und die afaik in allen deutschen Reaktoren fehlt.
Die Bauweise als SWR bringt zusätzliche Risiken für das innere der Turbinenhalle mit sich - aber das ist bei entsprechender Bauweise derselen (die hier gegeben zu sein scheint, denn die Turbinenhäuser sind afaik weiterhin unbeschädigt) kein Risiko für die Umgebung, sondern nur für den Betreiber, der Schäden am Turbinensystem nur mit wesentlich größerem Sicherheitsaufwand beheben kann.
Ich bleib dabei:
Die einen Monat alte Feststellung, dass deutsche AKWs genauso "sicher" wie japanische sind, war leider nicht falsch.
Fukushima hatte einfach "nur" mehr Pech, dass eine "unvorsehbare" externe Katastrophe massive Schäden angerichtet hat, aber die technischen Schwachpunkte finden sich in Deutschland genauso - egal ob es die schwache Kuppel von Grafenrheinfeld, die Notstromversorgung von Biblis, der gänzlich fehlende Schutz bei Kernschmelzen in Brünnsbüttel, Krümmel & Co, MOX in Brokdorf,... Dazu kommen dann noch fehlerhafte Bauausführungen, die z.T. erst nach Jahrzehnten entdeckt werden, fraglische Schweißnähte, Konstruktionsmängel, Betreiber, die nichtmal unbedenkliche Störfälle von sich aus melden, Dieselgeneratoren, die bei Tests bevorzugt nicht anspringen, fehlende Sicherheitswarten, etc. Was die Zwischenlagerung alter Brennstäbe angeht macht uns afaik so schnell auch niemand was vor. (zugegeben: In Deutschland sitzen die Abklingbecken meist nicht auf dem Containment - aber nach aktuellem Stand der Dinge gingen min. drei der vier Explosionen in Fukushima, die sie freilegten, auch nicht vom Reaktor, sondern von den Abklingbecken selbst aus, so dass das auch keinen großen Unterschied in diesem Fall macht)
Man sollte imho langsam mal damit aufhören, alle Wunschvorstellungen des EPWR auf die bestehenden deutschen Kraftwerke zu projezieren, denn die kommen da größtenteils nicht annähernd ran. Der einzige große Pluspunkt gegenüber Japan ist die geologische Lage. Bei uns können ""nur"" Rhein, Elbe und Co über die Ufer treten und die AKWs auf Tauchstation schicken und vom Reingraben werden auch ""nur"" Beben bis 5, maximal 6 befürchtet. Aber imho ist das schon bedenklich genug und desweiteren fällt es wieder in die "vorhergesehene Gefahren"-Kategorie. Wie mitlerweile jedem klar sein sollte, gibt es aber auch Gefahren, die 6 Milliarden Besserwisser erst einen Tag nach ihrem Eintritt "vorher"sehen. Ein Kraftwerk, dass das Leben von Millionen von Menschen bedroht, muss imho auch darauf vorbereitet sein. (und ja, ich weiß, dass das quasi unmöglich ist. Was daraus folgt kann sich wohl jeder selbst denken)