AW: Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung
... Aber prinzipiell ist es so, dass kein Unternehmer vergleichbare Konditionen wie der Staat rausschlagen kann...
Das sehen wir deutlich an der Gorch Fock, die so billig keine Privatperson restaurieren lassen könnte, wir sehen die Effizienz bei BER und anderen öffentlichen Ausschreibungen.
- Sarkasmus Ende -
Es ist vielschichtig und Wettbewerb ist immer wichtig, das liegt in der menschlichen Natur. Zum streben gehört der Vergleich mit anderen. Das sehen wir selbst in nicht wirklich funktionierenden Märkten wie CPUs oder Grafikkarten. Kaum bringt AMD gute und billige Produkte, muss Intel nachziehen. Naja, gut ja, mit dem billig hadern sie noch.
Geht es um einmalige Infrastruktur, ist das etwas anderes. Wir benötigen nicht drei Autobahnen nebeneinander, oder fünf Wasserleitungen. Auch Stromnetze reichen uns eines, obwohl wir mit dem Bundesbahnnetz ein weiteres mit 16,3 Hz haben. Und man könnte durchaus unterschiedliche Techniken im Wettbewerb sehen und parallel Gleichstromnetze bauen. Schwierig, dass allgemeingültig zu betrachten. Unterschiedliche Techniken, z.B. Bahn, Auto, Flugzeuge und Fahrradwege kann man durchaus parallel bauen.
Ich sehe Infrastruktur nicht als gewinnorientierte Produkte. Sie sind die Basis für einen guten Wettbewerb sollten aber selber nicht bis aufs letzte optimiert werden. Infrastruktur ist auch die Option des Staats zu lenken, z.B. gegen die Landflucht zu arbeiten, wenn das denn ein langfristiges politisches Ziel ist.
Und damit schließt sich der Kreis zum Klimawandel. Die Frage, ob Subventionen besser als Steuern sind, oder beide genutzt werden müssen, ist offen. Z.B. wäre eine Abgassteuer merklich sinnvoller, als eine Subvention der EE. Das dumme ist nur, dass der gemeine Bürger bei Steuern sofort auf die Barikarden geht, an Subventionen aber glaubt, gewinnen zu können und die Klappe hält.
Hätte man das Thema Klimawandel ernst genommen und hätte man 40 Jahre früher begonnen, wären wir heute viel weiter. Alleine schon die Ölkrise 1973 hätte zum Umdenken führen können. VW entwickelte damals schon 4l Autos, der Markt wollte so etwas nicht. Warum? Weil fossile Energieträger viel zu billig verkauft werden. Und genau das ist die Krux.
Weil Öl zum Teil noch selbstständig aus dem Boden sprudelt, zumindest gibt es noch einige Quellen in Saudi Arabien, in denen quasi ohne Produktionskosten gefördert werden kann, kann dieses Öl prinzipiell auch zum minimalen Kosten verkauft werden. Ebenso mit im Tagebau geförderter Kohle. Billiger geht es nicht, wie soll dagegen eine EE bestehen? Nur, wenn man endlich Abgase sinnvoll und hoch besteuert, wird der Wettbewerb der besten Lösungen funktionieren.
Wir sehen aber am Thema NOx und der Dieselaffäire, wie schwer es ist, Besteuerungen oder Verboter umzusetzen. Würde man stattdessen die Elektromobilität mit den hunderten Milliarden subventionieren, die in die Kerntechnik flossen und fließen, hätten wie so billige und gute Elektrofahrzeuge, dass es eine Freude wäre