Da hast du einen wichtigen Punkt. Mir geht es nicht darum, Klimaschutz kleinzureden oder Verantwortung abzuschieben. Ich glaube nur, dass wir anerkennen müssen, dass der Klimawandel bereits Realität ist und wir seine Folgen jetzt schon erleben. Was mich frustriert, ist, dass viel moralisch auf der individuellen Ebene diskutiert wird, während politische und wirtschaftliche Strukturen in EU und USA weiterhin stark auf fossile Interessen setzen
Dass Du es klein redest, wollte ich Dir auch nicht unterstellen. Deswegen mein Verweis auf den Diskurs.
Schwierige, verfahrene Lage. Betrachtungen und Motivationen sind im Diskurs ja unterschiedlich. Bspw. verdrängen viele Leute das ja. Ab einem Punkt dürfte es für einige auch lebensnotwendig sein, da es jene sonst dominiert und sie schwerlich handlungsfähig zurücklässt und Lebensmut untergräbt.
Ähnliche Situationen hat es ja schon mal gegeben - Nuklearer Weltkrieg > No future. Wobei ein Unterschied ist, dass es ein
gewisses Risiko gegeben hat, dass jemand den "Verstand verliert und den roten Knopf drückt" und andererseits die Entwicklung der Klimakrise mit dem Auslösen von Kipppunkten so aussieht, dass das Handeln der Menschen
zwangsläufig quasi zum Drücken des roten Knopfes führt - also dass unumkerhbare Prozesse angestoßen werden, die stetige Verschlechterung der Lebensbedingungen bis hin zur Lebensfeindlichkeit bedeuten.
Was mich frustriert, ist, dass viel moralisch auf der individuellen Ebene diskutiert wird, während politische und wirtschaftliche Strukturen in EU und USA weiterhin stark auf fossile Interessen setzen
Mh, ich würde das zweierlei sehen:
Ich würde ja meinen, dass sich lange Zeit in die eigene Tasche gelogen worden ist (und immer noch wird). Sehr viele haben sich und ihr Handeln nicht mitbetrachtet und die zerstörerische Folge der moderne Lebensweise und das zugrunde liegende Wirtschaftssystem ist in letzter Konsequenz von den Allermeisten nicht in Frage gestellt worden. Moralische Vorwürfe und Diskussionen wurden kaum zugelassen sondern abgeblockt. Wenn sind Diskussionen vor sich her getragen worden, wie die E-Auto-Diskussion. Zum einen ist diese Transformation nicht mal schnell genug eingetreten - zum anderen, ist sie meiner Ansicht nach fehl am Platze (gewesen), da bereits angesichts der Zuspitzung der ökologischen Krisen radikalere Ansätze der Transformation von Mobilität hätten umgesetzt worden gemusst (Flexion?!

). Naja, obige Haltung ist entsprechend auch bei Wahlverhalten sichtbar gewesen. Im Komplex der Wahlmotivation konnte das Thema Klima kaum durchdringen bzw. hat mensch sich von Parteien, denen Umwelt- und Klimaschutz nicht wichtig ist, einlullen lassen. Wobei darauf ja noch mit der gewichtigeren Disskusion angesetzen werden müsste, wie einflussreich Wahlen sein können ...
Das geht in den Bereich politische und wirtschaftliche Strukturen über, die Du oben ansprachst. Es sieht so aus, dass die fossile Industrie einen riesigen Einfluss hat - auf Politik und auf von ihr abhängigen Industrien (bspw. Auto, Energieerzeugung). Das ist offenbar auch unterschätzt worden. Im Gegenzug dazu scheint die Verflechtung in China nicht so groß gewesen zu sein und Technologien und Industrien um EE als Chance erkannt worden zu sein.
Ich verstehe, was du meinst, und ich glaube, wir sind näher beieinander, als es vielleicht klingt. Ich meine nicht, daß das für alle möglich sein wird oder daß Anpassung eine einfache oder verlässliche Lösung ist. Gerade deshalb fände ich realistische Szenarien so wichtig.
Ich erinnere mich zumindest an diverse Rückmeldungen, welche Beiträge Dir gefielen. Insofern hatte ich Dir das, was ich ausführte, auch nicht unterstell(en wollen). Ich glaube auch, dass wir näher beieinander liegen. Mir war es halt wichtig, das Unscheinbare wegzunehmen und klarer auszuführen - als Beitrag zum Thema aber auch als (vorweggenommene) Gegenrede zu manchen anderen Äußerungen/Haltungen anderer Forumsmitglieder.