Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Das Ding ist ja, dass die Begrenzung auf 1,5 Grad Erhitzung als noch halbwegs sicher galt, um die Auslösung von unumkehrbaren Entwicklungen (Kipppunkten) zu verhindern.
An dem Punkt sind wir mit Trompeten leider vorbeigerauscht.
Ja, die Zahl kommt ja nicht von igrendwoher, sondern basierte auf wissenschaftlichen Annahmen, dass dadurch größere Umwälzungen noch verhindert werden hätten können. um wie voiel gnau, weiss natürlich auch keiner.
Wäre aber deutlich entspannter gewesen als das Szenario, was uns in 10, 20 oder 30 Jahren erwarten wird.

Mir scheint, Du vergisst sozioökonomische Folgen der Klimakrise.
Nicht vergessen, aber kaum bewertbar oder beschreibbar, vom mir als Einzelnen eh nicht.
Es nützt ja nix zu erzählen, dass die Landwirtschaft in Europa größtenteils zusammenbricht, falls der Golfstrom kippt.
Da durch die Umwälzungen dann auch der internationale Handel starken Einschränkungen unterliegen wird, drohen Hungerereignisse, Flüchtlingsstöme, Kriege, weiss der Teufel was alles.
Die Sache mt dem Golfstrom wäre für mich so ziemlich das blödste Ereignis für Europa ever.

Das mag vom erwünschten Ergebnis (Treibhausgasaustoß auf Null reduzieren bzw. wäre es eigentlich notwendig darüber hinaus zu gehen und Treibhausgase der Atmosphäre wieder zu entnehmen) her Sinn machen, da insbesondere alle Industrieländer aber auch großen Schwellenländer mitmachen müssen.
Sehr guter Punkt, Klimaneutralität ist ein extrem doofes Wort und wird m. E. nur von all jenen hervorgebracht, die gar keine Ahnung haben.
Das bedeutet ja schlichtweg nur, dass der jetzige Anteil an Treibhausgasen eingefroren wird.
Reicht aber jetzt schon lockerst aus, um es richtig schön warm zu haben.
Langfristig wird uns gar nix anderes übrig bleiben, als mit technischen Mitteln erhebliche Anteile der Treibhausgase aus der Atmophäre zu nehmen.
 
Womit dann aber ggf. die Büchse der Pandora geöffnet wird, weil wir an einem Ökosystem mit Mrd. Parametern rumfummeln.
Inwiefern?
Es geht ja schlichtweg darum, Treibhausgase, die es vor 100 Jahren nicht in der Atmosphäre gab und die zum allergrößten Anteil von uns produziert wurden, wieder der Atmosphäre zu entziehen.
Ich erkenne da spontan keine Einflüsse auf die aktuell gestören Ökosysteme, außer, dass sie sich erholen.

Der gemeinte Punkt ist vermutlich, wohin damit?
Ein technischer Ansatz wäre die Weiterverarbeitung zu Kohlenstoff, den man dann tatsächlich wieder in einen technischen Kreislauf einbringen könnte. Oder voluminös in Basaltgesteinsmehl einblasen, da würde das CO2 wieder chemisch auf Jahrhunderttausende gebunden werden.
Das so aufgepeppte Gesteinsmehl könnte man zu tragendem Mauerwerk weiterverarbeiten, oder zu Straßen oder sogar zu unterirdischen Wasserspeichern.
 
Inwiefern?
Es geht ja schlichtweg darum, Treibhausgase, die es vor 100 Jahren nicht in der Atmosphäre gab und die zum allergrößten Anteil von uns produziert wurden, wieder der Atmosphäre zu entziehen.
Ich erkenne da spontan keine Einflüsse auf die aktuell gestören Ökosysteme, außer, dass sie sich erholen.
Ich kenne mich mit dem Thema ehrlich gesagt null aus, mein Gedanken war nur folgender:
Alles auf dem Planeten Erde hat sich in der Zwischenzeit ggf. auf die Veränderungen in der Atmosphäre angepasst und wenn wir jetzt die Veränderung wieder Rückgängig machen, könnte das neue Probleme schaffen die vorher niemand absehen konnte, weil es einfach zu viele Parameter gibt um das berechnen zu können.
 
Ich kenne mich mit dem Thema ehrlich gesagt null aus, mein Gedanken war nur folgender:
Alles auf dem Planeten Erde hat sich in der Zwischenzeit ggf. auf die Veränderungen in der Atmosphäre angepasst und wenn wir jetzt die Veränderung wieder Rückgängig machen, könnte das neue Probleme schaffen die vorher niemand absehen konnte, weil es einfach zu viele Parameter gibt um das berechnen zu können.
Nun, der aktuelle Anstieg der Treibhausgase ist erdgeschichtlich ein Wimpernschlag.
Ja, das gab es schon in der Vergangenheit, aber eben nicht so schnell in so kurzer Zeit.
Evolutionär wird es kaum Auswirkungen auf einen gerade mal 100-200 Jahre alten Prozess geben können.

Es ist immer ein für und wieder.
Das Klima war mit 0-200 ppa CO2 in Mitteleuropa deutlich harscher und kälter, Hungerwinter wie z. B. 1816/17, 1847 und auch 1946/47 kamen ja nicht von ungefähr und Rudi Carell hat noch 1975 geträllert "wann wirds mal wieder richtig Sommer" :)
Aber wir latschen aktuell deutlich über 400 ppa übern Planeten, also mehr als das doppelte als vor keinen 50 Jahren.
Die 600 ppa zu knacken dürfte für uns ein Leichtes sein, ab 2000 ppa fängt ein Feeling an, wie bei einem laufenden diesel in geschlossener Garage - also unlustig.
Die Viecher vor den Sauriern haben es toll gefunden, wir wären bei 6000 ppa und 25% Sauerstoff einfach nur umgekippt und gestorben. Sebst zur Saurierzeit und auch kurz danach bis ca. vor 30 Mio. Jahren hätten wir modernen Menschen allesamt Schnappatmung gehabt.
Wir sind eben eine Geburt der Eiszeit und gerade mal mit allen Vorfahren included seit 5-6 Mio. Jahren erst hier.
Wenn wir aus diesem evolutionärem "Wohlfühlklima" rauskommen, gehts uns ganz schnell an die Gurgel.

Kurzum, vermutlich muss man nicht runter auf 0, aber auf 200-300 ppa runter zu filtern wäre global betrachtet eine nette Sache für all die Leutz, die noch länger halbwegs glücklich leben wollen.
 
Nicht vergessen, aber kaum bewertbar oder beschreibbar, vom mir als Einzelnen eh nicht.
Es nützt ja nix zu erzählen, dass die Landwirtschaft in Europa größtenteils zusammenbricht, falls der Golfstrom kippt.
Da durch die Umwälzungen dann auch der internationale Handel starken Einschränkungen unterliegen wird, drohen Hungerereignisse, Flüchtlingsstöme, Kriege, weiss der Teufel was alles.
Die Sache mt dem Golfstrom wäre für mich so ziemlich das blödste Ereignis für Europa ever.
Könnte das wirklich so schlimm werden? Oder eher nur nördliche Länder wie GB und Skandinavien betreffen. Eventuell auch Nordeutschland. Und die Nord - und Ostsee teilweise zufrieren. Ich schätze dann würden auch vermehrt Stürme entstehen, weil aus dem Mittelmeerraum ja häufig warme Luft zu uns dringt.
 
Könnte das wirklich so schlimm werden? Oder eher nur nördliche Länder wie GB und Skandinavien betreffen. Eventuell auch Nordeutschland. Und die Nord - und Ostsee teilweise zufrieren. Ich schätze dann würden auch vermehrt Stürme entstehen, weil aus dem Mittelmeerraum ja häufig warme Luft zu uns dringt.
Es gibt von-bis Szenarien, die irgenwelche schlauen Leute ausgerechnet haben.
Was genau zutreffen wird = keine Ahnung.
Definitiv: Lustig wirds nicht

Kannst ja selbst mal danach googelen, oderz. B. hier schauen:



 
Könnte das wirklich so schlimm werden? Oder eher nur nördliche Länder wie GB und Skandinavien betreffen. Eventuell auch Nordeutschland. Und die Nord - und Ostsee teilweise zufrieren. Ich schätze dann würden auch vermehrt Stürme entstehen, weil aus dem Mittelmeerraum ja häufig warme Luft zu uns dringt.
Vergleich mal Nordamerika bei gleichen Breitengraden. Dort ist es im Winter sehr kalt. Das gilt auch für Asien.
Dadurch, dass sich die Meerenge zwischen Nord und Südamerika geschlossen hat und sich dadurch die9 Meeresströmungen geändert haben, hat Europa stark profitiert. Wahrscheinlich ist Europa als Siedler und Pioniere so erfolgreich geworden.
Aber die Landwirtschaft wird ni9cht zusammen brechen. Aber es wird in Europa trockener werden.
 
Dann nimm die banale Kartoffel oder den Weizen, der bei den niedrigen Temperaturen auf deutschen Äckern nicht mehr reift.
 
Und jetzt meinst du,, dass es in Europa keine Landwirtschaft mehr gibt?
Einige, eher konservative Modelle sagen das voraus.
Andere, eher jene im Panikmodus, noch viel Schlimmeres.
Wenn du in der Prognoserange von -5° bis up to -15° vom derzeitigen Mittel in D. von ca. 11° dich bewegst, wird sehr schnell klar, dass vieles eben bei uns dann nicht mehr wächst.
Wie du selber oben formuliert hast, wird es nach allen Modellen additiv deutlich trockener.
Das ist jetzt schon klar.
Was dies im Einzelnen oder fürs einzelne Land oder für die einzelne Person dann bedeuten mag = keine Ahnung.
Die Tendenz ist aber leider so, dass es weniger zu knabbern geben wird, definitiv.

Schau, im sogenannten Hungerwinter von 1946/47 war die Jahresdurchschnittstemperatur in 1946 bei ca. 8,4°.
Deswegen, weil der Sommer sehr warm war, der Winter aber bitterkalt.
Hier kamen die Ereignisse Kriegsende, Flüchtlinge und schlechte Ernten zusammen und das Endresultat waren ca. 2 Mio. Verhungerte.
Diese Schreckenskombi braucht kein Mensch mehr, aber wenn wir nur um das Mindestmaß von ca. 5° abrutschen, haben wir es spürbar kälter als im Jahresmittel um 1900 herum, nämlich bei ca. 5-6°.
Das entspricht ungefähr der Temperatur der kleinen Eiszeit
Das ist überlebbar, aber keinen Spass, zumal damals 1600-1700 irgendwas es viel, viel weniger Mäuler zu stopfen gab.
Genau genommen fast 400 Mio. weniger im Gebiet der heutigen EU.

Ich brauche das bestimmt auch nicht, aber die Augen davor zu verschließen, was selbst die konservativsten Modelle prognostizieren, ist mindestens fahrlässig.
 
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Was willst du denn machen?
Das Fahrrad nehmen?
Kein Fleisch essen?
Nachhaltige Stromanbieter und Banken nutzen?
Grün wählen?
Freunde & Verwandte informieren?
Undervolten?
Ja, so was. Die Liste kann/sollte mensch ja erweitern. Je nachdem nicht alles auf einmal angehen, um sich nicht zu überfordern. Auto abschaffen bzw. die Nutzung reduzieren, Alternativen entwickeln und Alltag umorganisieren, benötigt je nach Wohnlage, Arbeitswege, ÖPNV-Anbindung entsprechend Zeit. Auch Essensumstellung - die Ernährung soll ja weiterhin gesund und schmackhaft sein ... Letztlich muss mehreres umgestellt werden, wenn jeweiliges nicht bereits umgestellt ist. Mit Mülltrennung ist es nicht getan. Mensch muss an mehrere und größere Stellschrauben ran. Ein Auto nicht neukaufen wäre eine größere bspw..

Kannst alles richtig machen - sollte man auch, bringt ja nix, zu resignieren und Teil des Problems zu sein
Dito. So sehe ich das auch. Es geht auch um Position zu beziehen, um Redlichkeit, um Bereitschaft zu zeigen, für sich und eigenes Handeln Verantwortung zu übernehmen, würde ich meinen.

-, aber am Ende bist du nichtmals 'ne Nachkommastelle.
Das stimmt. So gesehen geht es um die Summe, aber die fällt eben auch nur so aus wie die Menge der Einzelteile. Mensch kann sich allerdings halt schlecht um den miserablen Zustand und Untätigkeit beklagen, wenn mensch selbst kaum etwas tut. Wobei es nicht um das Überhöhen über Andere bzw. moralisieren gehen sollte, sondern darum, ins Handeln zu kommen und entlang eigener Interessen zu handeln bzw. für die Kinder sich einzusetzen.

Was folgt ist Reaktanz, sozialer Ungehorsam, Revolte, Schall & Rauch.
... eigentlich müsste es darauf hinauslaufen, da die Klima- und Artenvielfaltkrisen bereits so stark zugespitzt sind.

An dem Punkt sind wir mit Trompeten leider vorbeigerauscht.
Ja, die Zahl kommt ja nicht von igrendwoher, sondern basierte auf wissenschaftlichen Annahmen, dass dadurch größere Umwälzungen noch verhindert werden hätten können. um wie voiel gnau, weiss natürlich auch keiner.
Wäre aber deutlich entspannter gewesen als das Szenario, was uns in 10, 20 oder 30 Jahren erwarten wird.
Okay. :)

Nicht vergessen, aber kaum bewertbar oder beschreibbar, vom mir als Einzelnen eh nicht.
Es nützt ja nix zu erzählen, dass die Landwirtschaft in Europa größtenteils zusammenbricht, falls der Golfstrom kippt.
Da durch die Umwälzungen dann auch der internationale Handel starken Einschränkungen unterliegen wird, drohen Hungerereignisse, Flüchtlingsstöme, Kriege, weiss der Teufel was alles.
Die Sache mt dem Golfstrom wäre für mich so ziemlich das blödste Ereignis für Europa ever.
Der Zusammenbruch des Golfstrom wäre für Europa klimatisch fatal, ABER ist nach meinem Wissen eine Bedrohung in fernerer Zukunft. Bereits DAVOR Wie @emp1 darlegt, ist es aus aktueller wissenschaftlichen Perspetkive im Bereich des möglichen, dass die Golfstromproblematik zeitgleich zu dem von mir beschriebenen passieren kann ...* so nicht konsequenter gegen Treibhausgasemissionen vorgegangen wird, bedrohliche Auswirkungen geben, die sich auch auf das Leben hierzulande gravierend auswirken werden. Wie gesagt -Länder und Gesellschaften sind global jetzt bereits betroffen und werden es stärker sein. Es sind in Europa bereits vermehrt Katastrophen wie Brände, Dürren, Fluten etc. aufgetreten. Woanders wird es früher heftiger und das hat Folgen für jene Gesellschaften und auch für den globalen Handel, von dem wir abhängig sind. Bereits 3 Grad sind mehr als übel. Anpassung, wird bei unumkehrbarer Klimaerhitzung nicht möglich sein. Die Diskussion um den Golfstrom sehe ich deswegen als schräg, deplatziert an. Die Gefahren davor sind bereits krass genug und sollten als Motivation mehr als vollkommen ausreichen, alles mögliche jetzt bereits an Lösungen schnell und umfassend anzugehen.

Wir reden dann wieder darüber, wenn das Kilo Tomaten aus beheizten und bewässerten Klimazelten aus Spanien bei Aldi 15 € kostet. :)
Das sind sehr hypothetische Aussagen. Womöglich wird es dann nicht mal mehr so etwas wie Aldi geben.

Dann nimm die banale Kartoffel oder den Weizen, der bei den niedrigen Temperaturen auf deutschen Äckern nicht mehr reift.
Der Anbau wird weit vorher schwierig werden. 2018-2019 waren bereits sehr trocken. Grundwassermangel ist bereits eine Gefahr gewesen und das wird weit vor einem potentiellen Erliegen des Golfstromes immer problematischer werden.

Womit dann aber ggf. die Büchse der Pandora geöffnet wird, weil wir an einem Ökosystem mit Mrd. Parametern rumfummeln.
Der Einwand ist berechtigt. Besser wäre es natürlich, die Speichermöglichkeiten der Natur zu nutzen. Allerdings hat der Mensch so sehr die Klimaerhitzung vorangetrieben, dass die Möglichkeiten begrenzt sind. Damit bspw. Moore und Wälder CO2 einspeichern können, benötigen sie Wasser. Allerdings gibt es jetzt bereits Grundwasserschwierigkeiten und Aussicht auf Mangellagen ähnlich und schlimmer als 2018-2019.

*Kursives und Markierung als Durchgestrichen nachträglich von mir eingeführt
 
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Der Zusammenbruch des Golfstrom wäre für Europa klimatisch fatal, ABER ist nach meinem Wissen eine Bedrohung in fernerer Zukunft.
Was die Frage wäre und was ich auch nicht absolut wissend beantworten kann.
Immerhin habe ich mich in diverse Studien eingelesen, schlechtere, bessere, seriöse, panikartige, rudimetär und genauer - volles Programm.

Da geht man konservativ bei einem Fallen der mittleren Jahrestemperatur (aktuell in DE ca. 10,3° oder 10,4°) um 5° in einem Zeitraum von ca. 10-15 Jahren aus, bis die meisten Temperatureffekte auf Europa/DE voll durchschlagen würden.
Die Horrorszenarien mit bis zu 15° Abkühlung bewegen sich in ca. 30-50 jährigen Zeiträumen.

Vermutlich wie immer und überall wird das reale Endergebnis sich in der Mitte mit uns treffen. :D

Würde dann, halbwegs zusammengefasst, bedeuten:
Mittlere Jahrestemperatur in DE bei ca. +3-5° Celsius (statt aktuell die ca. 10,4° Celsius)
80-90% weniger Niederschlag, sprich, statt gaaanz grob 800-1000 mm nur noch 160-200 / 80-100 mm = Nordrand Sahara-Feeling
Zeitraum binnen ca. 15-20 Jahren

Dürften die Meisten von uns noch dann erleben, wenn der Golfstrom "jetzt" zusammenbrechen würde.
Was ja auch ein gradielles Ereignis und kein prötzlich eintretendes Ereignis wäre.
 
Okay. Danke für die Info, @emp1 ! Zur Ergänzung zu meinem Informationsstand: Meine Informationen habe ich aus einer Sendung aus dem ÖRR, in der Fragen zu Entwicklung und Folgen der Klimakrise beaantwortet worden sind. Da wurde sich zum Zeitpunkt, so ausgedrückt: eher um 2100 herum und dass mensch das aber aufgrund der Komplexität nicht so genau sagen könne.
Hoffen wir mal, dass mehr Menschen etwas für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen tun und insgesamt mehr dafür getan wird.

PS: Warst Du das, der so gut wie Energieautark basierend auf erneuerbare Energien lebt?

PPS: Zum Thema, aktuelle reale Folgen der Klimakrise: hatte gerade noch mal Nachrichten über die Flutkatastrophe in Valencia 2024 gesehen, bei der 236 (!) Menschen gestorben sind.

Dazu ein BBC-Bericht kurz nach der Flut:
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Okay. Danke für die Info, @emp1 ! Zur Ergänzung zu meinem Informationsstand: Meine Informationen habe ich aus einer Sendung aus dem ÖRR, in der Fragen zu Entwicklung und Folgen der Klimakrise beaantwortet worden sind. Da wurde sich zum Zeitpunkt, so ausgedrückt: eher um 2100 herum und dass mensch das aber aufgrund der Komplexität nicht so genau sagen könne.
Hoffen wir mal, dass mehr Menschen etwas für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen tun und insgesamt mehr dafür getan wird.
Na ja, die meisten beziehen sich ja auf die schlagzeilenträchtigen Horrorszenarien und da sind tatsächlich längere Zeiträume benannt.
Aber m. E. sollte man die Studien auch als ÖRR Reporter zumindest mal durchblättern.
2100 wäre da der erreichte Endzustand, wenn der Golfstrom bis ca. 2050 zusammenbricht.
Diese 30-50 jahre Szenario findet sich überall ist fast allen Horrorstudien.

Ich für meinen Teil meine, die etwas konservativeren Studien haben mehr Substanz.
Die aktuellen Messungen ergeben, dass sich der Golfstrom jetzt schon merklich abschwächt .
Hat was mit dem Süßwassergehalt des Nordmeeeres zu tun, also mit dem Eisfrei-werden des Nordpols = Fakt.
Wir werden eine Überlagerung von verschiedenen Ereignissen haben, z. B. allgemeine Erderwärmung /Einfluss auf Europa fehlt hier nahezu komplett bei der Horrormachern), Erwärmung der Meere allgemein, Veränderung der Luftmassenbewegungen, wenn Sibiren ganzjährig eisfrei wird usw...
Alle gelesenen Indizien deuten für mich darauf hin, dass der Golfstrom sich binnen 5-15 Jahre soweit abschächt, dass er keinen signifikanten Beitrag für Europa bzgl. Wärme und Feuchtigkeit bringen wird.
Die Folgen jedoch teilweise mit Ostwindströmungen abgeschwächt wird - wir werden asiatisches Kontinentalklima vorherrschend bekommen - oder zumdinest die Ausläufer davon.

Daher: Wird mittelschlimm, aber immer noch unlustig.
PS: Warst Du das, der so gut wie Energieautark basierend auf erneuerbare Energien lebt?
Wir haben PV +Thermosolar und kaufen seit Jahren Stromspeicher additiv dazu.
Geheizt wird über Heizlanzen aus der PV bzw. über die Thermosolar in den Puffer und im harten Winter additiv über Pellets / Stückholz. Elemente stehen erreichbar im Garten, so dasss ich auch im Winter noch einen kleinen Solarertrag habe.
Bin kein großer Fan von der WäPu.
Ich gebe mich beim Heizen doch nicht freiwillig in eine Abhängigkeit von doofen deutschen Stromkonzernen, die nur Abzocken im Sinn haben. Empfinde hier das alles als mafiös, in DE wie in ganz Europa.
Wäre das verbraucherfreundlich und im Sinne der Normalverdiener, hätten wir Strompreise wie in den USA, also bei ca. 7 ct/kWH.
Haben wir aber nicht.
Energiepolitik DE/EU: setzen Note 6

Kurzum: Jain
 
Ich kenne mich mit dem Thema ehrlich gesagt null aus, mein Gedanken war nur folgender:
Alles auf dem Planeten Erde hat sich in der Zwischenzeit ggf. auf die Veränderungen in der Atmosphäre angepasst und wenn wir jetzt die Veränderung wieder Rückgängig machen, könnte das neue Probleme schaffen die vorher niemand absehen konnte, weil es einfach zu viele Parameter gibt um das berechnen zu können.

Die komplexeren/wertvolleren biologischen Systeme brauchen eher Jahrtausende bis -zehntausende, um sich an neue Bedingungen anzupassen. In den 100-200 Jahren, die bislang ins Land gegangen sind, insbesondere in den letzen 20-50 von mit der stärksten Veränderung, können nur einige sehr schnelle Pioniere einigermaßen reagieren. Also wortwörtlich das Unkraut, dass sowieso immer und überall durchkommt. Da braucht man sich also keine Sorgen zu machen. Zumal alle bislang vorliegenden Konzepte, wie man Treibhausgase wieder entfernen könnte, um das 100 bis 100000-fache aufwendiger sind, als gängige CO2-Freisetzungmechanismen. Das heißt selbst wenn wir uns dazu entschließen sollten (obwohl solche Schritte keinen motivierenden direkten Nutzen hätten), wäre die Änderung zurück zum Ausgangszustand um Größenordnungen langsamer, als der usprüngliche Wechsel => was auch immer schnell genug war, um auf letzteren reagieren zu können, wird bei einer Umkehr allenfalls von aktuem Einschlafen gefährdet sein, so langsam geht der Weg zurück.

Aber das ist allgemein eine Diskussion für die Menschen des 24. Jhd. oder später. Aktuell hat es die Menschheit, locker 60 Jahre nach Erkennung des Probelms, gerade einmal geschafft, dass die Emissionen nicht immer noch schneller steigern.
Die Beschleunigung des Anstiegs des zusätzlichen CO2s liegt also nahe 0.
Der Anstieg des zusätzlichen CO2s selbst ist immer noch verdammt hoch.
Selbst wenn der irgendwann mal 0 erreichen sollte (nicht absehbar), wäre der Bestand an gesammeltem zusätzlichen CO2 noch verdammt hoch.
Aber erst wenn man auch den auf 0 gesenkt hat, würde man damit beginnen, den (durch getriggerte Kipppunkte weiter bestehenden) Klimawandel zurückzufahren. Sich heute über die Folgen davon Gedanken zu machen ist in etwa so, als würde man fragen "wie weit kann ich noch zurücksetzen?", wenn man vor einer Parklücke "versehentlich" mit Vollgas nach vorn beschleunigt hat, mittlerweile mit 250 km/h auf eine Wand zufährt und es gerade ebenso geschafft hat, den Fuß soweit vom Gas zu nehmen, dass man nicht weiter auf 300 beschleunigt.

Desweiteren muss man rein technisch sagen: Wir haben keine Prozesse, die Treibhausgase zurückgewinnen können, und auch nur im entfernsten praktikabel/lohnend wären. Alle bisherigen Versuche, der Athmosphäre CO2 zu entziehen, verbrauchen ein Vielfaches, teilweise eher 100 denn 10mal, so viel Energie, wie ein fossiles Kraftwerk bei Freisetzung der gleichen Menge CO2 erzeugen würde. D.h. wenn du z.B. auf Island (was so ziemlich der einzige Ort der Welt mit realisiertem, kontinuierlichem Überschuss sauberer Energie ist) mit überschüssiger Wasserkraft mit erstaunlich brauchbarer Effizienz H2 elektrolysierst, dieses unter schon deutlich größeren Energieverlust in einen Tanker komprimierst, den Tanker mit satten Eigenverbrauch einmal um den halben Globus fahren lässt nach Indien fahren lässt, dort nur einen so großen Teil des H2 entlädst, dass der Tanker auch wieder zurückkommt, diese kleine Fraktion des ineefizient gewonnen und transpoierten H2 in einer Gasturbine verbrennst und damit Strom erzeugst, sodass im Gegenzug ein Kohlekraftwerk runtergefahren werden kann, dann hast du für die CO2-Bilanz des Planeten immer noch weitaus mehr getan, als wenn du mit der gleichen ursprünglichen Energiemenge versucht hättest, in Island CO2 aus der Athmosphäre abzuscheiden.

So ziemlich das einzige, was letzteres mit sinnvollem Aufwand hinbekommt, sind Pflanzen, weil die von alleine wachsen. Anstrengungen sollte man dagegen komplett auf die Vermeidung von Emissionen konzentrieren, nicht auf deren nachträgliche Umkehr. Das wird frühestens sinnvoll sein, wenn wir 99+% unserer Emissionen eingespart haben, als gar keine fossilen Kraftstoffe, keine anderen Ölprodukte und quasi kein Beton oder ähnliches mehr nutzen. Und mit "wir" meine ich nicht Schleswig-Holstein an einem windigen Tag, sondern die gesamte Menschheit das gesamte Jahr über.


Die Diskussion um den Golfstrom sehe ich deswegen als schräg, deplatziert an.

Die öffentliche ""Diskussion"" respektive die Panikmache einschlägiger Fraktionen, die all zu oft das Märchen einer drohenden Abkühlung gegen Erwärmungsbereichte stellen wollen, ist schon allein deswegen schräg, weil "der Golfstrom" überhaupt nicht bedroht ist. Selbiger, also die Ost-Nord-Ost gerichtete Strömung im westlichen Atlantik, ist im wesentlichen Teil des nordatlantischen Wirbels (weitere Hauptkomponenten z.B. Kanarenstrom und Nordäquatorialstrom) und der wird von den Passatwinden und der Westwindzone angetrieben. Solange unsere Athmosphäre einigermaßen ihre Dicke und der Planet Erde grob seinen Durchmesser beibehält, sodass es bei der Dreiteilung in Hadley-/Ferell-/polare Zone bleibt, werden diese Winde weiterhin bei ~30° nordlicher Breite Wasser zusammenschieben und solange Europa und Nordamerika bleiben, wo sie sind, wird dies nicht als zirkumpolarer Ring geschehen, sondern als Berg, um den sich dann ein entsprechender Kreislauf von Meeresströmungen bildet. Ähnliches gilt, zwischen Westwindzone und Polarwirbel, das bisschen, was Grönland an polarem Kreislauf im nördlichsten Atlantik zulässt. (Nur dass es hier eine Absenkung ist, um die das Wasser entsprechend gegen den Uhrzeigesinn kreist)

Durch den Klimawandel bedroht wird einzig und allein der nordwärts gerichtete Austausch von Wasser zwischen beiden Wirbeln und insbesondere der noch weiter in Richtung Norden, nach Skandinavien abzweigende Norwegenstrom. Nur bei dieser übergelagerten Süd-nach-Nord-Nettoströmung spielt die durch Schmelzwasser bedrohte thermohaline Absenkung eine Rolle. Aber das sind vielliecht ~20% des insgesamt aus Richtung Karibik gen Europa transportierten Warmwassers und selbst diese 20% sind nicht allein thermohalin getrieben. Zusätzlich gibt es dank der durchschnittlichen Lage der innertropischen Konvergenz auf der Nordhalbkugel auch noch einen Netto-Windtransport von Oberflächenwasser von der Süd- auf die Nordhalbkugel und der muss, solange die Kontinente sich nicht gleichmäßig über beide Erdhälften verteilen, durch einen Tiefenstrom und entsprechende Absinkbewegungen kompensiert werden. Ich hab die letzten 10-15 Jahre nicht mehr verfolgt, was an Erkenntnissen über das Verhältnis beider Kräfte erforscht wurde, aber es waren mal Werte von 30 bis 90% Windantrieb im Gespräch, was dann irgenwas um die 16 bis 2% rein thermohalinen Wassertransport gen Nordeuropa übrig lassen würde. Und dafür ist selbst in extremen Klimawandelszenarien nicht viel mehr als eine Halbierung im Gespräch.

tl;dr: Der Golfstrom kann sich die nächsten Jahrhunderte um maximal 1 bis 8% abschwächen. Für alles andere muss man den Durchmesser dieses Planeten, seine Schwerkraft (zwecks Änderung der Athmosphärendicke) oder zumindest aber die Lage der Kontinente radikal ändern.

Für diejenigen, die direkt vom Norwegenstrom abhängen (also insbesondere die nördlichen britischen Inseln, Skandinavien, und die mitteleuropäische Tiefebene von Holland bis weit ins Baltikum, ehe man weiter östlich langsam rein kontinentales Klima hat) wäre so eine Änderung zwar trotzdem eine verdammt schlechte Nachricht, die würden dann ein Klima wie Westkanada bis Südalaska entwickeln. Aber auch da kann man leben und Landwirtschaft betreiben (z.T. sogar recht gut, vor allem mit voranschreitender Erwärmung) und z.B. Spanien könnte recht normale, kalifornische Temperaturen erwarten. (N bissl wärmer pro Breitengrad als am Pazifik wäre es weiterhin, wegen dem kleineren Polarwirbel) Auch bei Niederschlagsänderungen sollte man nicht den gegenläufigen Trend des allgemeinen Klimawandels vergessen: Ein kälterer Nordatlantik würde relativ wenig Feuchtigkeit in unseren Westwinden bedeuten, aber die allgemein höhere Wasserlast bei globaler Erwärmung geht in die Gegenrichtung. Ich persönlich sorge mich wesentlich mehr Gedanken über die Verschiebung des Alpenabflusses aus dem Sommer in den Winter, wenn wir statt Schnee und -schmelze nur noch direkt ablaufenden Regen bekommen. Somit Hochwasserpegel im Winter, wenn die Äcker eh nass sind, und austrocknende Flüsse im Sommer, wenn Wasser dringend benötigt werden würde.

Aber mit sowas plausiblen, ganz ohne "Eiszeit"-Motiv, lockt man ja niemandem hinter dem (Öl-)Ofen vor.
 
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