Anthropogener Klimawandel mit kleiner Erklärung

Seleketive Einzelauswahl von sehr selten vorkommenden Langzeitspezies ist keine Grundlage für die Beschreibung des evolutionären Normalfalles.

Der evolutionäre Normalfall, also die fortwährende Anpassung an sich ändernde Umweltbedingungen sowie insbesondere an neue Predatoren, Krankheiten und sich änderndes Nahrungsangebot, trifft auf Homo sapiens überhaupt nicht zu. Wir optimieren nicht uns für unsere Umgebung, sondern wir passen die Umgebung an uns an. Daran werden wir vielleicht irgendwann aussterben, aber nicht an den für wildlebende Tierarten typischen Gründen und somit sind für letzteren Prozess ermittelte Durchschnittswerte auch nicht auf Homo sapiens übertragbar. (Ganz abgesehen davon, dass der Durchschnittswert für sich schon wertlos ist, s.u.)

Mit dem Artbegriff an sich muss man übrigens auch schon innerhalb verschiedener Teile der Biologie und Paläontologie vorsichtig sein und beim Schritt zur Anthrophologie vergisst man am besten alles, was die anderen beiden Disziplinen einem beigebracht haben. Anthropologen sind heute extrem zurückhaltend, was Ausgrenzungen angeht (verglichen mit früher ist das auch wirklich besser so...) und wie man eine "Art" definiert hat massiven Einfluss darauf, wie wahrscheinlich deren Aussterben ist. Neanderthaler z.B. zählten lange Zeit als Unterart von Homo sapiens, den es bekanntermaßen (um zum Leidwesen vieler Arten) immer noch gibt, aber derzeit werden sie als eigene Art Homo neanderthaliensis gewertet und die ist halt ausgestorben. Dabei sind viele nordeuropäische Homo sapiens z.B. Nordgermanen, enger mit Homo neanderthaliensis verwandt, als mit manch afrikanischem oder asiatisch-pazifischen Homo sapiens wie z.B. San oder Koori. Und die morphologischen Unterschiede zwischen diesen drei Gruppen sind zum Beispiel auch nicht kleiner als die zwischen Cervus nippon und Cervus elaphus. Wenn die die typischen Merkmale zum Beispiel verschwinden sollten, weil es im Zuge der heute aufgehobenen geographischen Reproduktionsbarrieren zu einer Hybridisierung kommt, welche die alte Form ersetzt (beide Cervidae sind untereinander fortplanzungsfähig und -willig), würde ein Paläontolge des Jahres 50000 eine verschwundene Art sehen. Passiert genau das gleiche zwischen den drei Homo-Populationen (auch die schnackseln gerne), spricht allenfalls die AFD von "Aussterben".
Übrigens scheinen die meisten Anthropologen Homo heidelbergensis heute als Vorfahren von H. sapiens zu betrachten mit einer Trennung, die vor weniger als einer halben Millionen Jahre erfolgte. Unsere Art hätte also noch gut 9,5 der "10 Millionen" Jahre vor sich. 6 Millionen Jahre ist das Alter der kompletten Gattung Homo respektive deren Trennung von den Schimpansen. Gattungen sind aber viel langlebiger als Arten. Ginko kommt zum Beispiel auf 270 Millionen Jahre, Latimera hat sich vor 150 Millionen Jahren vom nächstliegenden Vertebraten abgespalten.


Also das es eine genetische Uhr für ein Individuum gibt wusste ich.
Aber wie funktioniert das bei einer ganzen Art?

Gar nicht. Es gibt ganz allgemein überhaupt keine Prozesse, die auf der Ebene "ganze Art" ablaufen. Abgesehen davon, dass das (s.o.) für sich schon eine von Menschen teils willkürlch geschaffene Abgrenzung ist, betreffen Prozesse immer Individuen. Eine Art stirbt aus, wenn alle Individuen der Art tot sind. Da es dafür komplett unterschiedliche Gründe geben kann, gibt es aber keinen "typischen" Zeitrahmen und erst Recht keinen Mechanismus dafür. Man kann zwar einen Durchschnittswert für bekannte Arten errechnen, aber aufgrund der unterschiedlichen Hintergründe hätte der keine Aussagekraft. In Nordeuropa wurden über die letzten paar Jahrhundertausende z.B. x-fach zwischen den skandinavischen und alpinen Gletschern ausgelöscht. Im Rest der Welt ist das nicht geschehen. Geht man ein Stück weiter zurück, können wir bei vielen Dinosaurieren überhaupt nicht sagen, wie lang die Art gelebt hat, weil wir nur ein einziges Teilskelett gefunden haben. Selbst wo man mehrere Fundstücke und insgesamt mehr als 10 ganze Knochen vorliegen hat, kann man nichts über die Zeit vor oder nach den Funden sagen. Vor 80 Ma Jahren gab es die Art, vor 79 Ma Jahren auch. Existierte sie aber auch schon vor 100 Ma? Oder war sie vor 80 Ma gerade erst aus dem Ei geschlüpft? Existierte sie vielliecht auch vor 65 Ma Jahren weiterhin und wir haben nur nichts gefunden, weil niemand in eine Teergrube gefallen ist? Oder war die Art da schon ausgestorben ist?
Kann man alles nur raten. Ein Durchschnittswert hätte deswegen einen extremen Bias zu Zeiträumen und Regionen, deren Artenspektrum besonders gut erhalten/erforscht ist. Also Europa und Nordamerika der letzten 1 Million Jahre.


Ich bin kein Genetiker, aber so weit eingelesen, "erlahmt" bzw. degeneriert der genetische Code über die Zeit.

Gensequenzen können weder "erlahmen" noch "degenerieren" und es gibt auch keine "negative Evolution". Es gibt permanent zwei gegenläufige Prozesse:
- Mutationen führen dazu, dass sich Nachkommen von ihren Eltern unterscheiden. Sammeln sich genug Unterschiede an, kann man von einer neuen Art sprechen.
- Selektion sorgt dafür, dass die meisten dieser Nachkommen verrecken (oftmals in den ersten Stunden nach Befruchtung), bevor sie ihre veränderten Gene weitergeben können, weil ihre genetische Veränderung nachteilig war.

Unter konstanten Bedingungen überwiegt in aller Regel die Selektion und man hat in der Kombination die sogenannte stabilisierende Evolution: Die Art verändert sich wenig bis gar nicht, weil die Elterngeneration schon nah am Optimum war und diejenigen Nachfolger die größte evolutionäre Fitness haben, welche dem Vorbild der Eltern am ehesten entsprechen.
Wenn größere Änderungen in der Umgebung das ökologische Ideal verschieben (im einfachsten Fall in dem es ein paar Exemplare der Art in eine neue Umgebung verschlägt, in der es keine ernstzunehmende Konkurrenz um bis dato limitierende Ressourcen gibt), kann es binnen einiger 1000 Generation eine Anpassung geben, die den Status einer neuen Art rechtfertigt (bei sehr guten Bedingungen sogar mehrere, Darwinfinken wären wortwörtlich ein Klassiker). Sterben dann umgekehrt alle Individuen der Ausgangspopulation, z.B. durch eine Eiszeit, hat man eine Aussterbeereignis, obwohl diese Abstammungslinie fortlebt. Wenn man es ganz trivial auf Klassenebene betrachtet, haben sich so z.B. Vögel und Säugetiere von den Saurieren abgespalten und erst dann sind alle anderen von deren Nachkommen getorben. Das man deswegen die "alle Saurer" als "ausgestorben" bezeichnet ist also rein eine Frage menschlicher Definition, die willkürlich zwei Gruppen zu Nicht-Saurieren erklärt hat, obwohl Säugetiere viel enger mit z.B. Dimetrodon (der mit dem Segel) verwandt sind, als dieser mit z.B. Stegosaurus (der mit dem Platten), welcher aus der Ecke mit Vögeln, Pternaodon und Brontosaurus stammt. (Wobei die Vögel natürlich den für seine Grazilität und Leichtigkeit bekannten Brontosaurus als engsten Verwandten zählen, nicht den "Vogelbecken Dinosaurier" Stegosaurus und schon gar keine Flugsaurer :wall: .)

Was es parallel dazu an "genetischer Armut" respektive "Fülle" gibt, ist die Menge an lebenden Variationen innerhalb einer Population. Da gibt es theoretisch auch einen verarmenden Effekt über lange Zeiträume bei gleichen Bedingungen, weil eben immer präziser auf das absolute Optimum hin selektiert wird. In der Realität schwanken die Bedingungen dafür aber meist zu stark, die Eigenschaften von Arten pendeln ständig über einen gewissen Bereich und die verschiedenen Genotypen existieren parallel in wechselnden Verhältnissen fort. Eine genetische Verarmung resultiert eher aus massiven Sterbeereignissen. Prähistorisch vermutlich am ehesten durch Krankheiten oder, bei wortwörtlichen Inselpopulationen, auch durch Naturkatastrophen. Da überleben dann nur ein paar dutzend bis 100 Individuen weil sie Glück hatten oder gar weil sie ein bestimmtes genetisches Merkmal teilen und deren Nachkommen haben es im Anschluss extrem leicht, weil es kaum Nahrungskonkurrenz gibt. Die Population wächst entsprechend sehr schnell wieder zu ordentlicher Größe heran, es gibt in dieser kurzen Zeit aber kaum zusätzliche Mutationen und somit sind sich dann alle genetisch sehr ähnlich. Z.B. Geparden hatten vor rund 10000 Jahren einen extrem engen genetischen Flaschenhals (menschliche Beteiligung ist anzunehmen), sodass alle heute lebenden Exemplare ähnlich eng untereinander verwandt sind, wie jahrelang kontrolliert gezüchtete Labormäuse. Hauttransplantationen sind ohne größere Abstoßungsreaktionen möglich, weil nicht einmal das Immunsystem das fremde Gewebe als solches erkennen kann - bei Menschen würde das nicht einmal zwischen zweieiigen Zwillingen klappen (und bei eineiigen nicht wesentlich besser). Die Art muss da verdammt viel Glück in verdammt viel Unglück gehabt haben; wurde vielleicht bis auf nur ein fortplanzungsfähiges Pärchen reduziert und ist dann trotz der unvermeidbar massiven Inzucht nicht an Erbkrankheiten ausgetorben.
 
Gensequenzen können weder "erlahmen" noch "degenerieren" und es gibt auch keine "negative Evolution". Es gibt permanent zwei gegenläufige Prozesse:
- Mutationen führen dazu, dass sich Nachkommen von ihren Eltern unterscheiden. Sammeln sich genug Unterschiede an, kann man von einer neuen Art sprechen.
- Selektion sorgt dafür, dass die meisten dieser Nachkommen verrecken (oftmals in den ersten Stunden nach Befruchtung), bevor sie ihre veränderten Gene weitergeben können, weil ihre genetische Veränderung nachteilig war.
Und Isolation sorgt dafür das sich Genpoole nicht vermischen? Und sich Arten durch Selektionsdruck an bestimmte Lebensräume anpassen?
 
Und Isolation sorgt dafür das sich Genpoole nicht vermischen? Und sich Arten durch Selektionsdruck an bestimmte Lebensräume anpassen?
Die Wall of Text oben ist kopiert, natürlich erlahmen Gensequenzen.
Im Nachbarschaftsinsitut beschäftigen sich locker 200 Wissenschaftler u. a. genau damit.
Das hat nicht mit Mutationen zu tun, es ist belegt, dass in Hauptlinien irgendwann der Reproduktionsprozess erlahmt und die Zelle irgendwann sich schlichtweg nicht mehr kopieren kann.
Richtig ist:
Man weiss die Ursache nicht, sucht aber in dem Bereich aktuell das Gegenteil, wenn man so will:
Alterungsprozesse auf zellulärer bzw. molekulare Ebene zu verlangsamen.
 
Die Wall of Text oben ist kopiert, natürlich erlahmen Gensequenzen.
Im Nachbarschaftsinsitut beschäftigen sich locker 200 Wissenschaftler u. a. genau damit.
Das hat nicht mit Mutationen zu tun, es ist belegt, dass in Hauptlinien irgendwann der Reproduktionsprozess erlahmt und die Zelle irgendwann sich schlichtweg nicht mehr kopieren kann.
Richtig ist:
Man weiss die Ursache nicht, sucht aber in dem Bereich aktuell das Gegenteil, wenn man so will:
Alterungsprozesse auf zellulärer bzw. molekulare Ebene zu verlangsamen.
Kann es sein das du den Falschen zitiert hast? :ugly:
 
Du hast aber nicht der Evolutionstheorie von Darwin widersprochen oder?

Diese basiert auf 3 Säulen: Mutation, Selektion und Isolation.
Nein, Evolution mit ihren Funktionen ist was anderes.
U. A. beim Fraunhofer aber auch weltweit wurde eben bei getesteten Bakterien festgestellt, dass sich Bakterien evolutionär anpassen, mutieren, whatever aber bei ausreichend beobachteten Zyklen der Reproduktionsprozess verlangsamt. Zunächst lanmgsam und dann immer schneller.
Mitunter nimmt man hier in der aktuellen Forschung Zusammenhänge zur Lebenserwartung des Individuums aber auch zur Lebenserwartung ganzer Spezies an.
Aber die tatsächlichen Ursachen und Zusammenhänge kennt man noch nicht - sonst würde ja hier nicht intensiv geforscht.
Übergestülpt nehmen Evoluntionsforscher an, dass es hier Zusammenhänge zu ausgestorbenen Arten gibt.
Also, selbst wenn eine Spezies sich erfolgreich an die Umweltbedingungen immer wieder anpasst (oder annimmt, dass dies geschehen ist), passt die Aussterberate einzelner Spezies nicht zu den veränderten Umweltbedingungen.

Weiter oben habe ich da mal den Stand runtergeschrieben.
Nur sehr wenige Arten überdauern mehr als 20 Mio. Jahre - warum auch immer - obwohl sie sich angepasst hatten.
Es erscheint die Regel zu sein.
Ursache in der Codierung der Gensequenzen vermutet, nicht bewiesen.
 
Und Isolation sorgt dafür das sich Genpoole nicht vermischen? Und sich Arten durch Selektionsdruck an bestimmte Lebensräume anpassen?

Isolation beschleungt divergierende Prozesse extrem. Wenn direkter Austausch zwischen Populationen in Gebieten mit verschiedenen Anforderungen besteht, vermischen sich die unterschiedlich passenden Veranlagungen immer wieder und eine klare Selektion des einen oder anderen Extrems wird schwierig. Um aus einer Art zwei neue zu machen, muss man eben nicht nur die beiden neuen Phänotypen entwickeln, sondern es müssen auch alle Übergangsformen dazwischen verschwinden. Den mittleren Lebensraum, in den diese passen würden, einfach durch eine Trennung zu ersetzen, sorgt automatisch dafür.

Aber primär ging es bis eben ja um konvergierende/stabilisierende Evolution, die dafür sorgt, dass sich eine schon gut angepasste Art nicht verändert. Da ist Vermischung dann natürlich eher von Vorteil, weil sehr kleine, abgetrennte Populationen auch zufällig abdriften können.


Die Wall of Text oben ist kopiert, natürlich erlahmen Gensequenzen.
Im Nachbarschaftsinsitut beschäftigen sich locker 200 Wissenschaftler u. a. genau damit.
Das hat nicht mit Mutationen zu tun, es ist belegt, dass in Hauptlinien irgendwann der Reproduktionsprozess erlahmt und die Zelle irgendwann sich schlichtweg nicht mehr kopieren kann.
Richtig ist:
Man weiss die Ursache nicht, sucht aber in dem Bereich aktuell das Gegenteil, wenn man so will:
Alterungsprozesse auf zellulärer bzw. molekulare Ebene zu verlangsamen.

Ich hab keine Ahnung, was hier "kopiert" sein soll.
Aber kann es sein, dass du Ontogenese und Phylogenese nicht unterscheiden kannst?

Natürlich können Teilungsprozesse in Nicht-Stammzellen erlahmen bis hin zur Seneszenz. Aber wenn sie es in Keimzellen machen würden, dann wäre das darauf basierende Leben längst komplett ausgestorben. Eine "neue Art" erscheint nicht plötzlich in der Welt und bringt alle paar Millionen Jahre ein komplett neues, "frisches" Genom mit. Die setzt als wortwörtliche Evolution die Existenz einer älteren Art fort und dazu muss deren Genom wohl entsprechend fit genug sein. Deine höchsteigene DNA (und auch die aller anderen bekannten Lebewesen) blickt in direkter Linie auf [aktuelle Schätzung] 4,5 Milliarden Jahre Reproduktion zurück und ist immer noch nicht "lahm". Sondern so fit, dass sie Populationen hervorbringt, die das Klima ganzer Planeten ruinieren können.

Was es, als zweite Verwechslungsmöglichkeit für dein zweites Post auch noch gäbe:
Stabilität der DNA gegenüber Rekombinationen und Mutationen. Wenn man über (zehn-)tausende Generationen (respektive ein Bakterien-Äquivalent, was schwerer zu definieren aber nicht zwingend lang ist) für extrem konstante Bedingungen sorgt, selektiert das nicht nur auf für dieses eine Optimum spezialisierte Organismen, sondern irgendwann innerhalb dieser auch auf solche, die möglichst wenig variieren. Weil nun einmal nahezu jede größere Änderung ein Fehler wäre und häufige Fehler ein evolutionärer Nachteil für die betroffene Linie. Übrig bleiben Individuen mit einem möglichst stabilen Genom, die umgekehrt Anpassungsprobleme haben, wenn sich dann doch mal was ändert. Dass das auch soweit geht, dass auch die Reproduktion allgemein reduziert wird, habe ich noch nie gehört, vielleicht weil ich kein Interesse an Bakterien habe. Theoretisch begünstigen stabile Bedingungen zwar Vermehrungsstrategien, welche die individuelle Lebensdauer zuungunsten der Fortplanzrate steigern. Aber bei höheren Lebensformen gibt es vermutlich keine Umgebungen, die bei sonst vergleichbaren Bedingungen derart statisch sind, dass dieser Effekt dominieren würde. (Z.B. die extrem verlängerten Generationsdauern bei vielen Höhlenbewohnern werden in der Regel nicht mit dem fehlenden Bedarf an Anpassungen in der statischen Höhlenumgebung erklärt, sondern mit dem extremen Energiemangel, der eine Verlangsamung absolut aller Lebensprozesse und nicht nur der Reproduktion erzwingt.)
 
Die Kipppunkte kommen näher. Schwer zu sagen, ob man das noch verhindern kann.

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Verhindern nicht aber hinauszögern. Wenn ALLE mitmachen!
Die globalen Klimasysteme sind sehr träge.
Sprich, wenn wir jetzt eine Abweichung erkennen, liegen die auslösenden Ereignisse z. T. sehr weit in der Vergangenheit.
Und wenn man ehrlich ist, erahnen wir maximal, was Kippunkt y oder y tatsächlich auslösen wird, da ja alles ebenso global zusammenhängt.
Ist also jetzt ein Punkt am kippen, verzögerst du mit Maßnahmen von heute gar nix.
Mutmaßlich wirst die eine kleine Chance haben, die Folgen etwas abmildern, aber ich denke, selbst das dürfte fraglich sein.
Beispiel Golfstrom.
Wenn der kippt, kannste gar nix mehr machen, außer warm anziehen.
Ist so.

Völlig unbedarft davon ist es natürlich weiterhin sinnig, kein Treibhausgas mehr additiv freizusetzen.
Global gesehen ist es ein Riesenunterschied, ob wir +3,5° oder +6° im Laufe des nächsten Jahrhunderts abbekommen werden.
+3,5° ist vermutlich irgendwie mit technischen Maßnahmen noch machbar, +6° dürfte die globale Zivilisation zusammenbrechen lassen, so meine Einschätzung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zusammenbrechen? Alle Länder auch wir hier in Europa?

Oder würden bestimmte Gebiete größer und unbewohnbar?
Eine Detailaussage kann ich kaum treffen, da rechnen Supercomputer dran und selbst die zeigen nur Tendenzen.
Aber:
Bei + 6°, sagen wir mal in 50 Jahren werden bedeutende Küstenregionen unbewohnbar, weil einfach überflutet.
Da reichen ja nur + 50 cm oder so, um Millionenstädte aufgeben zu müssen.
Wo genau dann mehr oder weniger Niederschläge statt finden, keine Ahnung.
Aber eine Kombi aus global + 6° und z. B. Zusammenbruch des Golfstromes würde z. B. für Europa bedeuten:
arides Steppenklima, sprich in Mitteleuropa fast keinen Niederschlag bei ganzjährigen Temperaturen um den Gefrierpunkt - eher unlustig.
Du wirst dann Flüchtlingsstöme haben, woher und wohin, auch keine Ahnung.

Es kann Europa massiv treffen oder auch kaum.

Aktuell haben wir in Europa mit die größten Temperatur-Umwälzungen weltweit, kann sich auch wieder ändern.
Ich weiss einfach nicht, was es für Auswirkungen haben wird, wenn ein oder mehrere Kippunkte tatsächlich triggern oder vielleicht schon getriggert sind und wir merken die Auswirkungen noch nicht.

Pankikmache ist völlig fehl am Platz.
Das Beste draus machen und versuchen, seine persönlichen Emissionen an Treibhausgas einzuschränken.
Im Prinzip müssen das alle 8-9 Mrd. auf der Welt machen, damit es einen Effekt gibt.
Aber genau ist ja das Argument der Klimaidioten.
Man kann eh nichts mehr machen es zu lange dauert.
Aber wie sieht es in 100 Jahren aus, wenn keiner was macht?
Deshalb der 2. Absatz: Völlig unbedarft...
einfach weiterlesen
 
Ist also jetzt ein Punkt am kippen, verzögerst du mit Maßnahmen von heute gar nix.
Das FCKW Problem wurde gelöst und das Ozon-Loch schließt sich.

Ob Maßnahmen gegen den Klimawandel etwas bewirken, kann aktuell niemand beurteilen. Ein Weiter, ist aber definitiv keine Lösung. Schulterzucken weil eh nichts mehr zu retten ist, ist nur ein Ausruhen und eigene Bequemlichkeit.

Niemand weiß, ob es langfristig was bringt die Regenwälder nicht mehr abzuholzen, aufzuforsten, deutsche Mischwälder zu rekultivieren, Moore zu renaturieren, den Verbrenner zu verbieten, ÖPNV und Rad Infrastruktur auszubauen etc.
Es ist aber unabstreitbar, dass ein "weiter so" sehr viele Leben kosten wird und teile des Planeten unbewohnbar machen, Tiere aussterben werden und Naturkatastrophen den Planeten beherrschen werden.

Stattdessen arbeiten wir aber daran den CO2 Ausstoß zu erhöhen und die CO2 Verbraucher zu minimieren.

Pankikmache ist völlig fehl am Platz.
Also ich würde mir bei Politikern und den Superreichen schon ein wenig Panik wünschen, da es angebracht wäre.
 
Ich denke nicht, dass ich ein "weiter so" Typ bin, ganz im Gegenteil.
Nur ist es eben Realität, dass wenn morgen der Golfstrom kippt, die verursachenden Gründe 10, 20 vielleicht schon 30 Jahre her sind.
Und mindestens wird es ebenso lange dauern, bis spürbare Effekte der Positivumkehr erkennbar wären.

Es steht völlig ausser Frage, dass die Bemühungen hierzu noch deutlich verstärkt werden müssten, die weltpolitische Realität ist leider eine aktuell andere.

Ozon ist ein zweischneidiges Teil.
Zweifellos schützt es additiv vor der UV-B-Strahlung der Sonne primär Pflanzen und felllose Tiere (also uns) und gleichzeitig ist es in Bodennähe ein höchst wirksames Treibhausgas.

Von schließen kann keine Rede sein, es erholt sich, Entwarnung wäre noch viel zu früh.

Die Ozonschicht erholt sich seit ca. 2000 , das Loch ist aber 2025 immer noch so groß wie ganz Australien (im Mittel).
Das hier mal von 2014 durchlesen,d aran hat sich prinzipiell nicht viel geändert.
Auszug:
1768230138596.png
 
Das FCKW Problem wurde gelöst und das Ozon-Loch schließt sich.

Nachdem das Ozonloch als Problem erkannt und die Mechanismen dahinter aufgeklärt wurden, vergingen 13 Jahre. Dann traten globale, harte Gegenmaßnahmen in Kraft.

Nachdem der anthropogene Klimawandel als Problem erkannt und die Mechanismen dahinter aufgeklärt wurden, vergangen 60 Jahre [and counting]
 
Die globalen Klimasysteme sind sehr träge.
Sprich, wenn wir jetzt eine Abweichung erkennen, liegen die auslösenden Ereignisse z. T. sehr weit in der Vergangenheit.
Und wenn man ehrlich ist, erahnen wir maximal, was Kippunkt y oder y tatsächlich auslösen wird, da ja alles ebenso global zusammenhängt.
Ist also jetzt ein Punkt am kippen, verzögerst du mit Maßnahmen von heute gar nix.
Mutmaßlich wirst die eine kleine Chance haben, die Folgen etwas abmildern, aber ich denke, selbst das dürfte fraglich sein.
Beispiel Golfstrom.
Wenn der kippt, kannste gar nix mehr machen, außer warm anziehen.
Ist so.

Völlig unbedarft davon ist es natürlich weiterhin sinnig, kein Treibhausgas mehr additiv freizusetzen.
Global gesehen ist es ein Riesenunterschied, ob wir +3,5° oder +6° im Laufe des nächsten Jahrhunderts abbekommen werden.
+3,5° ist vermutlich irgendwie mit technischen Maßnahmen noch machbar, +6° dürfte die globale Zivilisation zusammenbrechen lassen, so meine Einschätzung.
Das Ding ist ja, dass die Begrenzung auf 1,5 Grad Erhitzung als noch halbwegs sicher galt, um die Auslösung von unumkehrbaren Entwicklungen (Kipppunkten) zu verhindern. Das Ziel wurde bekanntlich gerissen. Seit dem nimmt Erhitzung stetig zu, so dass ein Kipppunkt auslöst (oder wie Du schreibst wimöglich berweits ausgelöst hat) und weitere anstößt wie der Dominoeffekt.
Problematisch wird es bereits weit vor 6 Grad Erhitzung. Meeresspiegelanstieg wird weit vorher problematisch. Bereits jetzt gibt es Klimaflucht. Wetterextreme nehmen zu und zerstören in Ländern des Südens bereits jetzt Lebensgrundlagen. Der Punkt, dass die (große) Region/"Streifen" um den Äquator unbewohnbar wird dürfte auch vorher problematisch werden. Bspw. 52,3° C in Neu-Dehli, Indien, vergessen? Ab einem Punkt funktioniert der menschliche Körper nicht mehr auch beim Nichtstun. Schwitzen bei hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit funktionier nicht mehr. Wenn der Körper nicht mehr kühlen kann, kollabiert er ...

Mir scheint, Du vergisst sozioökonomische Folgen der Klimakrise. Die Kosten aufgrund Zerstörungen durch vom Menschenverursachte Naturkatastrophen sind bereits gestiegen und werden immer größer werden. Die Produktivität von Menschen wird bei Hitze weiter sinken ... Das wird globale Wirtschaft und Handel belasten. Die Ereignisse hier wie Ahrtal mögen Besorgnis erregen, doch sind die Folgen bisher noch recht Milde. Anderswo ist es bereits über und wird schneller übel werden. Menschen werden verständlicherweise diesem versuchen auszuweichen und migrieren/fliehen ... Das alles belastet die Gesellschaften ...
Die verhältnismäßig milden Auswirkungen jüngster Vergangenheit in Europa mag täuschen, aber Europa ist eben auch aus der Position der milden Breiten aus gestartet. Woanders herrscht ja bereits Tropisches Klima d.h. auch wenn die Erhitzung nicht überall geich groß ist, wirkt sie sich woanders bereits fataler aus.
Will sagen, bis der Golfstrom kollabiert, dürfte bei jetzigem Rausblasen an Emissionen die Welt vorher bereits einen kritischen Zustand erreicht haben, der sich auch auf Europa auswirkt. Korrektur: ich hatte bezüglich des Golfstroms offenbar einen um 1,5 Jahre veralteten Wissensstand. Wie @emp1 darlegt, ist mittlerweile der Abbruch des Golfstroms 2050 im Bereich des möglichen. Es könnte also noch krasser kommen, als von mir dargelegt, dass also die Golfstromproblematik zu den Folgen, die ich vorher beschrieb, hinzukommen könnte. Hier noch ein aktueller Vortrag vom Biologen Dr. Mark Benecke zu Klimakrise und Massenaussterben der Spezies:
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Verhindern nicht aber hinauszögern. Wenn ALLE mitmachen!
Das mag vom erwünschten Ergebnis (Treibhausgasaustoß auf Null reduzieren bzw. wäre es eigentlich notwendig darüber hinaus zu gehen und Treibhausgase der Atmosphäre wieder zu entnehmen) her Sinn machen, da insbesondere alle Industrieländer aber auch großen Schwellenländer mitmachen müssen.
Auf individueller Ebene wird die Aussage im Diskurs oftmals als Ausrede vorgebracht, wirkt wie im Kindergarten *DIE (setze ein: Nachbar:in, China, ...) haben aber auch X gemacht, wäää!* Und dann fragt mensch hier im Forum*: "Na, lebst Du (ab heute) vegan?" Antworten darauf kommen dann nur vereinzelt. Dabei wäre Vegan leben schon mal ein guter Anfang, da mensch dadurch nicht nur Treibhausgasaustoß reduzieren kann, sondern auch Druck auf die Tierwelt herausnehmen könnte (weniger Futtermittelanbau=potenziell weniger Flächenverbrauch und Pestizideinsatz (Warum nur potenziell? Capitalism is a ***!), die vom 6. größten Massenaussterben bedroht ist. Und machen wir uns nichts vor - neben der Ernährung gibt es oftmals weitere Aspekte der Lebensweise, die von Luxus und Verschwendung gekennzeichnet sind und so müsste mensch weiter fragen: "Fliegst Du (ab heute) nicht mehr in den Urlaub? Versuchst Du Dich so weit wie möglich vom Auto unabhängig zu machen ..." Manche tuen besorgt, machen dann aber nichts bzw. wenig, so meine Beobachtung, obgleich ein Interesse zumeist vorhanden ist, wenn mensch relativ jung ist und betroffen sein würde oder mensch Elternteil von Kind(ern) ist, die betroffen sein würden, ...). In der Psychologie wird das als Intentions-Verhaltens-Lücke bezeichnet. Siehe auch (auf dt. gibt es den leider nicht):
Hier noch eine Erklärung, die näher am Thema Klimakrise ist:
Letztlich liegt es an uns selbst, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen. Verantwortung für das übernehmen, was wir zu verantworten haben.

*wobei ich diese Frage an Menschen mit Einkommen über Grundsicherungsniveau richten würde, da Grundsicherung zwangsläufig Konsum einschränkt und eine recht umwelt- und klimafreundliche Lebensweise bedingt.

Edit: umformuliert (u.a. pauschale Aussagen etwas entschärft und allgemein etwas positiver)
 
Zuletzt bearbeitet:
Manche tuen besorgt, machen dann aber nichts bzw. wenig [...] Letztlich liegt es an uns selbst, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen. Verantwortung für das übernehmen, was wir zu verantworten haben.
Was willst du denn machen?
Das Fahrrad nehmen?
Kein Fleisch essen?
Nachhaltige Stromanbieter und Banken nutzen?
Grün wählen?
Freunde & Verwandte informieren?
Undervolten?
Kannst alles richtig machen - sollte man auch, bringt ja nix, zu resignieren und Teil des Problems zu sein -, aber am Ende bist du nichtmals 'ne Nachkommastelle. Was folgt ist Reaktanz, sozialer Ungehorsam, Revolte, Schall & Rauch.
 
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