Naja - 60 km sind auch kein NAHverkehr mehr und selbst in Hamburg keine zwingend nötige Entfernung, um bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Klar sind Innenstadtwohnlagen da ein echtes Problem, aber 60 km je Strecke reichen, je nachdem auf welcher Seite man arbeitet, bis Neumünster, Lübeck oder Lüneburg. Von wo man auch jeweils ÖPFV-Verbindungen hat. (und ja, die brauchen ihre Zeit. Deswegen heißt es ja FERNverkehr, weil eine ansehnliche Strecke zurück gelegt werden muss)
Versuch mal im Hamburger Umland zu wohnen. Quickborn, Norderstedt, Pinneberg, usw. Alles ist in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Da musst du teilweise die Hälfte deines Einkommens für Miete bezahlen.
Von Eigenheim kann da sowieso nicht die Rede sein.
Und ja, Öffentlicher Nahverkehr ist doch keine 10km bis Stadtzentrum. Das schließt alles mit ein, auch wenn ich von Kiel nach Neumünster fahren will. Da muss der Zug öfters als 3x am Tag fahren.
Klar, es wäre ideal, wenn man zu Fuß zur Arbeit gehen könnte, aber angesichts der heutigen Verhältnisse am Arbeitsmarkt ist die Chance praktisch bei Null, dass man mit der Firma in Rente geht, bei der man gelernt hat. Seit ich arbeite -- und das sind jetzt 30 Jahre -- habe ich 3 Firmenpleiten mitgemacht und dazwischen noch 2x die Firma gewechselt.
Gleichzeitig erwartet man, dass man eine Familie gründet, Eigenheim erwirbt -- als Altersabsicherung -- und flexibel im Job ist.
Das funktioniert leider nicht. Vor allem nicht seit die Globalisierung voll durchschlägt. Da kann man froh sein, dass man einen einigermaßen sicheren Job hat, wobei das auch trügerisch ist, gerade die Automobilbranche wird sich in den nächsten 10 Jahren stark verändern. Die Dienstleistungsbranche durch die Digitalisierung sowieso.
Ich finde es auch nicht schön zu pendeln. Ich würde auch lieber vor Ort wohnen und mir den Stress sparen. Bis zur Rente dauert das leider noch und solange man normalen Arbeitnehmern wie mir immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft und nichts dafür tut, endlich mal den wirklichen Schmarotzern das Handwerk legt -- sprich Agrasubventionen für riesige Tiermastbetriebe streicht, usw. -- wird sich hier eh nichts ändern. Völlig unabhängig davon, was man am Ende alle vier Jahre in den Bundestag wählt.
Ich hab das Geheule der Autoindustrie eh im Ohr, weil ja keine Verbrenner ebenfalls subventioniert werden.
Schlimm ist, dass Hybrid Autos subventioniert werden, obwohl sie ökologisch totaler Unsinn sind.
Mein Ziel?
Dass man überhaupt kein Individualverkehr mehr bräuchte. Kostenfreier Personenverkehr mit öffentlich zugänglichen Verkehrsmitteln, rund um die Uhr, unabhängig vom Ort.
Aber vorher wird wohl der Meeresspiegel um 60 Meter steigen und dann hat Hamburg eh andere Probleme.