Eine Behauptung muss in einer Diskussion auch nicht immer "belegt" werden, da diese ja nicht in jedem Fall den Anspruch hat, als Fakt zu gelten, sondern durch andere Diskussionsteilnehmer durch Fakten widerlegt werden darf!
Und noch soviele Ausrufezeichen ergeben keine Wahrheit. Ob eine Aussage belegbar oder wiederlegbar ist, hängt entscheident von der Art der Aussage ab - ich verweise auf die Klassiker der Wissenschaftstheorie. Wenn jemand behauptet "die gesamte ukrainische Regierung ist faschistisch", kann seine Aussage sehr leicht widerlegt werden, in dem man nur ein einziges Regierungsmitglied zeigt, dass nicht faschistisch ist. Aber wenn jemand behauptet "in der Ukraine gibt es russischen Soldaten", dann ist diese Aussage nahezu unwiderlegbar. Der einzig denkbare Gegenbeweis wäre eine vollständige Liste aller Personen, die sich derzeit in der Ukraine aufhalten - aber die kann niemand vorlegen. Umgekehrt sollte es, wenn das jemand mit abschließender Sicherheit behaupten möchte, vergleichsweise einfach zu sein, die Anwesenheit zumindest einzelner russischer Soldaten in der Ukraine zu belegen.
Ich bin sehr erschrocken, dass du unserer Bundesregierung ähnlich legitimierst! Was willst du damit andeuten?
Damit will ich nichts andeuten, sondern klipp und klar auf eine Bereits in der Vergangenheit hier getätigte und iirc nicht einmal von dir angezweifelte Feststellung hinweisen:
Die Abwahl von Janukowitschs und die Ernennung der ukrainischen Übergangsregierung hielt, soweit dies belegt ist (und Belege für Wahlfälschungen liegen nicht vor, afaik gibt es nicht einmal eine Anzeige der dadurch ggf. geschädigten Parteien der Ukraine), alle Formalitäten ein, die für einen Vertrauensentzug des Bundestages gegenüber einer deutschen Regierung nötig wäre. Es ist für die Bezeichnung "demokratisch legimitiert" somit aus deutscher Sicht vollkommen unerheblich, ob die Abläufe in der Ukraine im Sinne der ukrainischen Verfassung waren, oder nicht (worüber bis heute kein ukrainisches Verfassungsgericht geurteilt hat - afaik gilt auch hier wiederum: Afaik hat Janukowitsch bis heute nicht einmal eine Beschwerde eingereicht). Die ukrainische Verfassung mag höhere Maßstäbe anlegen, die ggf. nicht eingehalten wurden - aber für gewöhnlich werden wertende Begriffe nicht nach den lokalen, sondern nach unseren eigenen Vorstellungen verwendet. (Vergleiche z.B. Todesurteile oder Unterdrückung von Bevölkerungsteilen in verschiedenen Teilen der Welt, die nach lokalen Vorstellungen vollkommen legitim sind, nach unseren aber nicht.)
Das ist zwar Wahr, aber über den Zetiraum von ein paar Jahren lassen sich die Warenströme genauso umgestalten.
Über mehrere Jahre hinweg sicherlich. Aber ein vieljähriger Konflikt wäre ein Rückfall ins Blockdenken, keine Ausprägung der derzeitigen punktuellen Meinungsverschiedenheiten. Langfristig kann man alles ändern - und zwar jeder.
(Allerdings glaube ich nicht, dass Putin sich langfristig an China ketten möchte. Europa mag prinzipiell höhere Anforderungen stellen, ist aber nur sehr selten einig genug, deren Einhaltung auch zu erzwingen. China dagegen verhandelt erst gar nicht, sondern diktiert direkt Bedingungen. Und das wäre weder eine Verbesserung für Russland, noch mit Putins Ego kompatibel.)
Das kann nur jemand sagen, der keine Ahnung von Hitler selbst hat. Russland zeigt derart große Unterschiede zu den Faschistischen Diktaturen der Vergangenheit,
Ich habe keinen Vergleich gezogen, ich habe gesagt, dass es Paralleln gibt. Das lässt viel Raum für definitiv vorhandene Unterschiede.
dass es einfach nur Blasphemie ist einen solchen Vergleich zu ziehen.
öhm... ...interessante... Wortwahl. Putin wäre sicherlich sehr geschmeichelt. (Hitler auch, aber ich deute mal, die Präferenz geht nicht in diese Richtung)