Aktuelle Entwicklungen in der Ukraine

Es gibt gewisse Fortschritte bei den Verhandlungen um eine Waffenruhe bzw. einer Ausdehnung dieser auf das Schwarze Meer.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/usa-russland-ukraine-schwarzes-meer-100.html

Russland stellt jedoch zusätzliche Bedingungen:
Der Kreml in Moskau teilte mit, die russische Regierung habe zugestimmt, die sichere Schifffahrt im Schwarzen Meer zu gewährleisten. Russland und die USA hätten sich zudem darauf verständigt, Maßnahmen zu ergreifen, um Angriffe auf russische und ukrainische Energieanlagen für einen Zeitraum von 30 Tagen rückwirkend ab dem 18. März zu unterbinden, hieß es weiter.


Doch der Kreml will die Vereinbarung zur sicheren Schifffahrt im Schwarzen Meer offenbar erst dann umsetzen, wenn weitreichende Sanktionen aufgehoben werden. So sollen etwa die russische staatliche Landwirtschaftsbank und andere Geldhäuser erst wieder Zugang zum internationalen Finanztelekommunikationssystem Swift erhalten. Außerdem verlangt Russland das Ende des Embargos auf den Import von Landwirtschaftstechnik und anderen Waren, die für die Herstellung von Lebensmitteln und Dünger notwendig sind, heißt es in einer von der Erklärung des Kremls, aus der die Nachrichtenagentur dpa zitiert.


Aufgehoben werden sollen nach Kreml-Angaben auch andere Handelsbeschränkungen bei Produzenten und Lebensmittelexporteuren sowie Sanktionen gegen die Arbeit vor Versicherern der Schiffe. Zudem fordert Moskau demnach auch die Aufhebung von Sanktionen gegen Häfen und gegen Schiffe, die unter russischer Flagge fahren und etwa Fischereiprodukte transportieren.

Die Details sind noch unklar. Es klingt für mich, als wäre hierbei aber auch die EU gefragt. Ist jemand bei den EU-Sanktionen gegen Russland gut informiert? SWIFT ist definitiv eine EU-Entscheidung, das heißt, die EU müsste Zugeständnisse machen, um eine weitere Entwicklung der Waffenruhe zu ermöglichen - wenn es nach dem Kreml geht.
 
Der schlechteste Waffenstillstand in der Geschichte der Waffenstillstände. Maybe ever!
https://www.tagesschau.de/eilmeldung/putin-trump-telefonat-ukraine-100.html

"Wir halten uns wenigsten beim Punkt Schutz rein ziviler Infrastruktur an das Völkerrecht" als Waffenstillstand zu bezeichnen, ist in der Tat unpassend. Wäre aber trotzdem ein Fortschritt, wenn es so umgesetzt wird - was ich ehrlich gesagt nicht glaube, denn für Putin wäre es ein deutlich Rückschritt und ich sehe bislang nicht, was er dafür bekommt.


Es gibt gewisse Fortschritte bei den Verhandlungen um eine Waffenruhe bzw. einer Ausdehnung dieser auf das Schwarze Meer.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/usa-russland-ukraine-schwarzes-meer-100.html

Russland stellt jedoch zusätzliche Bedingungen:


Die Details sind noch unklar. Es klingt für mich, als wäre hierbei aber auch die EU gefragt. Ist jemand bei den EU-Sanktionen gegen Russland gut informiert? SWIFT ist definitiv eine EU-Entscheidung, das heißt, die EU müsste Zugeständnisse machen, um eine weitere Entwicklung der Waffenruhe zu ermöglichen - wenn es nach dem Kreml geht.

Fast alles, was da aufgelistet wird, sind afaik Sanktionen, bei denen die USA eine untergeordnete Rolle spielen (was man auch erstmal hinbekommen muss...). Eine Einigung nur mit den USA sollte eigentlich nur im Bereich Öl & Gas, ggf. noch ein paar anderen Rohstoffen, große Fortschritte für Putin bringen. Allerdings schmieren von der Leyen/Scholz/Merz ja weiterhin eher Honig um Trumps Maul, also bleibt abzuwarten, ob "EU ist nicht an Verhandlungen beteiligt" auch gleichbedeutend mit "EU setzt über-ihren-Kopf-Beschlüsse nicht um".
 
Fast alles, was da aufgelistet wird, sind afaik Sanktionen, bei denen die USA eine untergeordnete Rolle spielen (was man auch erstmal hinbekommen muss...). Eine Einigung nur mit den USA sollte eigentlich nur im Bereich Öl & Gas, ggf. noch ein paar anderen Rohstoffen, große Fortschritte für Putin bringen. Allerdings schmieren von der Leyen/Scholz/Merz ja weiterhin eher Honig um Trumps Maul, also bleibt abzuwarten, ob "EU ist nicht an Verhandlungen beteiligt" auch gleichbedeutend mit "EU setzt über-ihren-Kopf-Beschlüsse nicht um".
Die Reaktionen waren inzwischen ablehnend, weil ein Frieden nicht absehbar sei. Diese Begründung von Scholz gefällt mir, denn er äußert eine klare Bedingung, die Putin jederzeit erfüllen könnte: Frieden.
 
Tja, wenn Scholz mal die letzten 3 oder gar die letzten 13 Jahre sowas wie klare Positionen bezogen hätte, dann hätte die Ukraine heute ein ganz entscheidendes Problem weniger...
Von Merz und von der Leyen fehlen leider vergleichbare Statements in Richtung und USA, von Handlungen ganz zu schweigen.
 
Die ukrainischen Streitkräfte halten laut Präsident Wolodymyr Selenskyj neben den Teilen der russischen Region Kursk nun auch Stellungen in der benachbarten Region Belgorod. "Wir führen aktive Operationen in den Grenzregionen auf dem Gebiet des Feindes aus", sagte der Staatschef. Es war die erste offizielle Bestätigung dazu von ihm. "Der Krieg muss dorthin zurückkehren, woher er gekommen ist", erklärte er.

Von russischer Seite gibt es keine Bestätigung dafür, dass ukrainische Truppen in das Gebiet Belgorod eingedrungen sind. Allerdings hat die Gebietsverwaltung in Belgorod dort teils die Kontrolle verloren, seit grenznahe Teile von ukrainischer Seite beschossen werden. Zudem waren dort in der Vergangenheit auf ukrainischer Seite kämpfende Russen eingedrungen.

Es wäre nach dem Eindringen der ukrainischen Truppen im Gebiet Kursk Anfang August ein neuer erfolgreicher Nadelstich Kiews gegen Russland, das Kremlchef Wladimir Putin gern als unverwundbar darstellt.

Ukraine will Druck von anderen Frontabschnitten nehmen

Wie bei der Operation in Raum Kursk gehe es weiter darum, ukrainische Gebiete zu schützen, sagte Selenskyj - und nannte konkret die Grenzregionen Charkiw und Sumy. Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj habe ihn über diese Aktivitäten entlang der Grenzlinie auf Feindgebiet unterrichtet, sagte Selenskyj. Er dankte den Soldaten für ihren Mut und ihren Widerstand; schon mit der Kursk-Offensive hätten sie es geschafft, den russischen Druck an anderen Teilen der Front zu schwächen, besonders im Gebiet Donezk.


Ob der Plan aufgeht bleibt abzuwarten. Als die Ukraine Teile der Region Kursk besetzt hatte, haben die Russen sich unbeeindruckt gezeigt und trotzdem an anderen Frontabschnitten Gebiete erobert.
 
Nun liefern auch die Chinesen Personal für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.

"

Selenskyj meldet Gefangennahme chinesischer Soldaten in Ostukraine​

In der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zwei chinesische Soldaten aufgegriffen worden. Sie sollen in Donezk für Russland gekämpft haben."

 
Naja, nur weil zwei chinesische Kämpfer aufgegriffen wurden muss das nicht heißen dass China Soladetn entsendet hat. Es kämpfen auch Franzosen, Briten, Deutsche usw. an der Seite der Ukrainer, nur eben als Freiwillige "Söldner" sozusagen, ohne dass ihr Land einen Kriegseinsatz offizieller Soldaten gebilligt hätte.

Aber sagen wir mal so - die Version "Xi gibt Putin Soldaten und beide versuchen es geheim zu halten und werden natürlich alles dementieren wenn es überhaupt eine Äußerung gibt" ist leider auch nicht besonders abwegig. :-/
 
Ich vermute eher dass da Chinesen mit falschen Versprechungen und einer, für deren Verhältnisse, üppigen Bezahlung gelockt wurden.

China hätte eigentlich nichts davon sich aktiv mit Soldaten zu beteiligen.
 
Ich schätze auch dass das eher vereinzelte Söldner sind. Aus Indien und anderen Ländern wurden dort auch schon welche entdeckt.
 

Ob der Plan aufgeht bleibt abzuwarten. Als die Ukraine Teile der Region Kursk besetzt hatte, haben die Russen sich unbeeindruckt gezeigt und trotzdem an anderen Frontabschnitten Gebiete erobert.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, was "der Plan" sein sollte? "Putin tauscht in Friedensverhandlungen 4 km² Russland gegen vier komplette Oblaste und die Krim"? No Way. Die von der Ukraine besetzten Gebiete sind winzig und für Russland ökonomisch unbedeutend.

Zu Beginn der Kursk-Offensive hatte ich noch die Illusion, es könnte sich um militärische Taktik handeln, zurück zum Bewegungskrieg: Als zahlenmäßig deutlich unter-, technologisch aber leicht und organisatorisch deutlich überlegene Partei hätte die Ukraine in diesem deutliche Vorteile. Auch rein geographisch macht es für einen eingekreisten Sinn, an verschiedenen Punkten konzentriert vorzustoßen, denn der Einkreisende kann seine Trumpen nur im großen Bogen außen herum bewegen. Russland müsste als Sicherung gegen Ausfälle von N Verteigern also ein Vielfaches von N Angriffstruppen rund um die Ukraine in Reserve bereit halten oder sich eben direkt wieder in den dynamischen Krieg mit viel höheren Verlusten auf eigener Seite einlassen (vergl. 2022).

Aber: Für die Umsetzung so einer imhon guten Idee hätten die Ukrainer den geordneten Rückzug antreten müssen, sobald die russischen Reaktionen in Kursk eintrafen. Ggf. langsam und im grenznahen Gebiet vielleicht auch unter dauerhafter Haltung von Positionen, die sich besser als die eigentliche Grenze verteidigen lassen. Aber eben mit stetigem Nachgeben und unter Vermeidung von Verlusten wo immer möglich. (Und natürlich unter Verwendung von Hinterhalten und Zurücklassung jeder Menge Mienen, um den russischen Angreifern maximalen Schaden zuzufügen.)

Stattdessen hat man sich erneut auf einen Stellungskrieg eingelassen. Diesmal in Gebieten, die der Gegner besser kennt und in denen man etwaige, verbleibende Zivilbevölkerung gegen sich hat. Ohne zusätzliche Versorgung/mit vollem Mangel auf eigener Seite, während Russland den Kampf in Kursk mit den für Verteidigung reservierten und deswegen zuvor nicht im Ukraine-Konflikt eingesetzten sowie, ebenfalls im Rahmen von Verteidigungsbündnissen bereitgestellten, internationalen Truppen führt.
:wall:
Und jetzt das gleiche nochmal?
:wall: :wall: :wall:

Entweder ich habe da etwas ganz großes nicht bemerkt/kapiert oder die Verantwortlichen sind verdammt blöd/zusehr auf Propaganda konzentriert, statt auf die reale militärische Lage ("Front A steht seit langem, eröffnenn wir halt Front B") oder man will damit eine Fortführung des Krieges gegenüber einem Diktatfrieden durch die USA erzwingen.


Ich schätze auch dass das eher vereinzelte Söldner sind. Aus Indien und anderen Ländern wurden dort auch schon welche entdeckt.

Denke auch, dass die als Söldner da sind. Aber eins ist klar und anders als bei Indien & Co:
Du reißt nicht aus Xis Reich aus, führst einen Krieg und kommst mit den Gewinnen wieder rein, ohne dass Xi das erlaubt hat.
 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, was "der Plan" sein sollte?

Es gab unterschiedliche Motive und Ziele. Nachstehend ein Auszug des entsprechenden Wiki-Artikels:
Der Vorstoß ukrainischer Truppen in der Oblast Kursk soll nach Angaben eines ukrainischen Sicherheitsberaters Russland destabilisieren.[21] Der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass die Offensive vor dem Hintergrund des russischen Beschusses der ukrainischen Oblast Sumy erfolgt sei. So sind laut Selenskyj seit dem 1. Juni „fast 2100 Gebiete in der Region Sumy beschossen“ worden. Ziel der Offensive sei, „insbesondere die Gebiete, von denen aus die russische Armee Angriffe“ auf die Oblast Sumy durchführte, zu kontrollieren und das russische Militär aus dem russisch-ukrainischen Grenzgebiet zu verdrängen.[22] Im August 2024 erklärte Selenskyj, Ziel sei die Schaffung einer Pufferzone auf dem Territorium des Aggressors.[23] Im selben Monat erklärte der ukrainische General Oleksandr Syrskyj, die Strategie der Ukraine in Kursk sei es, Russland dazu zu bringen, russische Einheiten aus der Oblast Donezk, insbesondere aus den umkämpften Städten Pokrowsk und Kurachowe, nach Kursk zu verlagern.[24]

Als ein Nebenaspekt der Offensive wird die Gefangennahme von russischen Soldaten betrachtet, um sie für einen Gefangenenaustausch mit Russland zu nutzen.[4]

Zur Destabilisierung gehörte auch, der russischen Bevölkerung zu zeigen, wie es sich anfühlt einen Krieg zu erleben. Die russische Propaganda verschleiert das Leiden der ukrainischen Bevölkerung. Durch diese Offensive mussten die betroffenen Russ*innen diese Erkenntnis gewinnen - wennauch nur in milder Form, also ohne ausschweifende Kriegsverbrechen. Das hat durchaus funktioniert.
Auch wurde damals erklärt, Russland hätte geplant, über Kursk nach Sumy einzufallen. Der Gegenangriff galt als beste Verteidigung.

Ob es sich gelohnt hat ... naja. Es blieb nicht nur bei dem Versuch. Die ukrainischen Streikräfte konnten nicht auf die Schnelle zurückgedrängt werden. Etwas mehr Guerilla hätte vielleicht nicht geschadet, aber ob Guerilla heute noch funktionieren würde, sei auch dahingestellt.
 
Zur Destabilisierung gehörte auch, der russischen Bevölkerung zu zeigen, wie es sich anfühlt einen Krieg zu erleben.
Die Theorie ist stimmig, aber ich bezweifle da einen nennenswerten Effekt, wenn nur <1% der Bevölkerung Russlands tatsächlich (direkt) betroffen ist und die anderen 99% davon nichts mitbekommen da über sowas selbstverständlich nicht (wahrheitsgemäß) im Inland berichtet werden darf/wird.

Für die allermeisten Russen dürfte der krieg nach wie vor so weit weg seit wie für die allermeisten Deutschen. Die Preise steigen und man jammert ein bisschen aber sonst ist alles wie immer. Die einzigen Russen dies direkt bemerkt haben sind die an der Front und deren Angehörige die die "ihr Sohn ist heldenhaft gefallen (+ hier haben sie ihren Gratismixer dafür*)"-Post bekommen haben,

*falls das nicht schon gepostet wurde: Ja, das machen die wirklich. Fleischwölfe verteilen an Hinterbliebene von im Fleischwolf der Russen gefallenen Soldaten. Es wäre lustig wenns nicht so traurig wäre.
 
Ich kenne eine Russin, deren Familie teilweise in Kursk lebt. Das hat etwas mit ihr gemacht. Um die russische Bevölkerung in der Breite "anzusprechen" reicht es nicht, das stimmt schon.

----


„Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ Friedrich Nietzsche

Drohnenunterricht - offen für Kinder ab sechs
An immer mehr Schulen in der Ukraine gehört das Drohnenfliegen mittlerweile zum Lehrplan. Das soll den Kindern nicht nur handfeste Fähigkeiten vermitteln - sondern auch ein Gefühl von Sicherheit im Alltag des Angriffskriegs.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-schulen-unterricht-drohnen-100.html

(Wie fügt man eigentlich einen Link mit Vorschau ein?)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin mal gespannt wann Drohnen als Terrorwaffen auch in anderen Ländern eingesetzt werden.
Wird doch schon längst.
Ballistische Raketen auf Sumy. Vor ein paar Wochen gab es dabei durchaus Hoffnung auf zu mindest einen Waffenstillstand.

 
Wird doch schon längst.
Ballistische Raketen auf Sumy. Vor ein paar Wochen gab es dabei durchaus Hoffnung auf zu mindest einen Waffenstillstand.

Ich meinte auch hier bei uns in Mittel - und Westeuropa.
Drohnen machen es Terroristen doch sehr einfach.
 
Ich meinte auch hier bei uns in Mittel - und Westeuropa.
Drohnen machen es Terroristen doch sehr einfach.
So einfach ist das nicht. Terroristen arbeiten zumeist mit sehr begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Auch billige Drohnen wie die iranische Shahed 136 kosten bereits 20000€ pro Stück. Das ist nicht wenig für 60 kg Sprengstoff. Die Dinger werden auch nicht von jedem Schreiner produziert, das ist High-Tech und als solche identifizierbar. D.h. wenn irgendwo so ein Ding einschlägt, wird man herausfinden, welcher Staat das Teil produziert hat. Mit einfachem Sprengstoff im Koffer wird es schwieriger Täter oder Händler zu identifizieren.
 
Zurück