Was soll man denn sonst schicken, wenn man es eilig hat? Deutschland fordert bekanntermaßen F-16 wegen Tanklastern an.
Die F-16 ist das Arbeitspferd der US-Luftwaffe (und anderer NATO-Staaten) und per Zufall ein extrem gutes Flugzeug zur Bekämpfung von Bodenzielen. In der damaligen Bedrohungslage (vermuteter Angriff mit einem Tanklaster auf die deutschen Stellungen) war schnelles Handeln gefordert. Eine F-16 ist nun mal viel schneller am Einsatzort als eine deutlich langsamere A-10, in der damaligen Gefechtsfeldumgebung fast Faktor 2.
Kritik an mangelndem Zielen ist berechtigt, aber wenn er Luftunterstützung liefert, dann übernimmt die Bodeneinheit die das Ziel gemeldet hat, die Erfolgskontrolle.
Das kann sein, da im Video ja quasi gelb markiert den Russen bekannte Strukturen eingeblendet werden.
Hier gibts nichts, von was man ihm freihalten könnte.
Was wir nicht wissen.
Eine einzelne ukrainische MIG-29 wischt mit mehreren SU-25 den Boden auf, falls letztere den heranschleichenden Feind nicht erkennt.
Der ganze Angriff scheint nicht auf großartige visuelle Erfassung auch nur eines Piloten ausgelegt gewesen zu sein.
Der Pilot muss zwangsweise das Ziel erkennen, um es wirkungsvoll zu bekämpfen.
Egal, wer im Vorfeld aufklärt, die Info muss beim Piloten sein.
Also entweder ist man allgemein strunzdoof oder das Ziel wurde auf anderem Wege ausgekundschaftet (wahlweise Höhenaufklärung oder, imho wahrscheinlicher, Bodentruppen)
Im Prinzip wird bei vorheriger Aufklärung die GPS-Datenlage in den Bordcomputer eingegeben.
Da der Aufklärer ja nun nicht exakt im Ziel sitzt, ist dies eine Näherungsinfo.
Der Forward Air Controller ist meinethalben 2 km entfernt und misst mit Laserfernglas die Entfernung, nimmt den Winkel zu seiner Position und gibt diesen errechneten GPS-Wert der Flugleitstelle durch (na ja, so wird es im Westen gemacht). Die Datenübertragung dauerte schon zu meiner Zeit, Anfang der 1990ger keine Minute.
Was für einen Sinn hat Beleuchten, wenn man keine halbaktiven Waffen einsetzt? Und warum sollte man einen "schweineteuren Jabo" nur zur Trefferlagen-Analyse mitschicken bei einem Ziel, dass offensichtlich eh auf anderem Wege erfasst ist, denn sonst hätte man es ja gar nicht gefunden?
Es gibt, zumindest im Westen, zwei Benutzungsarten eines Ziellasers:
Die eine Funktion ist selbsterklärend, eine automatisierte Standoff-Waffe "reitet" in den Beleuchtungspunkt hinein.
Bei ungelenkten Raketen oder Freifallbomben nutzt der Pilot den Ziellaser ähnlich einem Laserpointer bei einem Gewehr. Im HUD wird der elektronisch verstärkte Punkt der Zielerfassung angezeigt (auch die Entfernung) und der Pilot muss recht simpel die Fluglagensteuerung nach dem Laserpoint ausrichten.
Kann im Prinzip jedes NATO-Flugzeug ab Tornado aufwärts, die höchst entwickelten Systeme sind in der Rafale, F-15D, F-18, Eurofighter und F-35 verbaut, die A-10 hat das noch nicht.
Egal was nun abgefeuert/abgeworfen wird, es trifft dann recht exakt den Beleuchtungspunkt am Boden.
Das hier ist keine Übung. Jede Maschine, die nicht in Feindesreichweite ist, ist eine sichere Maschine.
Das Kampfrottenprinzip hat sich seit WK II bewährt.
Als angreifender Pilot bist du mental wie physisch nicht in der Lage, Zielbekämpfung und Checksix gleichzeitig auszuführen. das kann Tom Cruise in Topgun, sonst keiner.
Das Prinzip des deckenden Wingman erhöht die Überlebenschance des aktiven Zielbekämpfungspiloten um Faktor 2 bis 3.
Edit:
Nur mal so zur Einschätzung:
Bei Übungseinsätzen, meinethalben Bombenabwurf Grafenwöhr, haben wir damals ca. 2-3 l Wasserverlust/Einsatz gehabt. War noch extremer auf den GunneryRanges in den USA, weil die Leitstellen allen Natoflugzeugen, die höher als 30 m flogen ein "D" eingetragen haben. 5x "D" oder 1x "F" und deine Pilotenkarriere bei der Nato war Historie...
Sprich, du schwitzt wie die Sau, weil der Stresslevel bei knapp 1.000 km/h über Grund im lowlevel extrem hoch ist.
Wenn du den Steuerknüppel nur einen viertel cm zu weit nach vorne drückst, rammst du dich ungespitzt in den Boden.
Versuche in dieser Situation das Ziel zu bekämpfen und dann noch in den Rückspiegel zu schauen...