Wehrpflicht - Ja oder Nein

Wehrpflicht - Ja oder Nein?

  • Ja

    Stimmen: 41 29,9%
  • Nein

    Stimmen: 96 70,1%

  • Umfrageteilnehmer
    137
[x] Nein.

Warum? Ganz einfach: schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Sofern man eine Pflichtleistung abverlangen möchte, soll diese bitte in einer allgemein gültigen Form erfolgen, welche die
Wahlfreiheit des Einzelnen von Beginn an garantiert!

Außerdem ist die allgemeine Wehrpflicht von 6 Monaten doch ein Witz in sich. Je nachdem, wann man geboren wurde, mit unterschiedlich langen Laufzeiten versehen
- soviel zur "staatsbürgerlichen Gleichheit aller Deutschen" gemäß Artikel 33 I GG.

Ich bin ganz klar für eine Berufsarmee, zudem für eine Verkleinerung der Bundeswehr auf ca. 80.000 aktive SoldatInnen, bei gleichzeitiger Modernisierung auf höchstmöglichen
Stand der Wehrtechnik. Gerade auch im schutzbedürftigen Interesse der SoldatInnen; selbst, wenn hier Investitionen unumgänglich sind (bitte keine Finanzierungsdebatte).

Und ganz unter uns: Verteidigungsfähigkeit sieht - realistisch gesehen - anders aus, mal den Bündnisschutz außer Acht gelassen!

Aus dem internationalen Verbund sowie dessen Verantwortung, kann sich die Bundeswehr sicher nicht (mehr/länger) entziehen, jedoch ist die Wehrpflicht mehr als entbehrlich.
Die Anlehnung an die Weimarer Republik kann ich zwar nachvollziehen, allerdings sieht man doch seit Jahren, wie immer wieder aufs Neue, Vorwände und Sonderfälle dankbar aufgegriffen werden,
um Auslandseinsätze zu rechtfertigen. Dann bitte konsequent eine Anpassung des Grundgesetzes; Grundgesetz heißt ja nicht, sich den veränderten Realitäten nicht stellen zu müssen (oder zu können) ...

Wer Soldat werden möchten, bitte, dafür meinen größten Respekt - dann jedoch in einer Berufsarmee, und mit allen daraus resultierenden Rechten und Pflichten!

Vielleicht sollte man sich aber vor dieser bewussten Entscheidung darüber im Klaren sein, womöglich von einem Auslandseinsatz entweder gar nicht mehr oder körperlich/geistig versehrt zurückzukehren!
Wenn ich mir Diskussionen zu diesem Thema aus jüngster Vergangenheit in Erinnerung rufe, habe ich den Eindruck, mancher Soldat überschätzt seine Eignung für diesen verantwortungsvollen und risikobehafteten
Beruf; anschließend sind die Wehklagen immer sehr groß.

Als hätte man vorher nicht gewußt, worauf man sich einläßt ...
 
[x] Ja, aber als Jein zu verstehen.

Ich bin für eine Dienstpflicht für alle, also auch Frauen, aber nicht unbedingt bei der Bundeswehr. Der Zivildienst ist viel wichtiger, ohne Zivildienst würde unser Gesundheitssystem überhaupt nicht funktionieren und ich finde es absolut nicht schlecht, wenn jeder mal ein Jahr lang was zum Gemeinwohl beiträgt.

Übrigens wird heutzutage niemand mehr gezwungen zum Bund zu gehen. Jeder kann einen Antrag auf KDV stellen, und der wird, wenn er keine Formfehler enthält auch immer bewilligt.

Mir hat mein Zivildienst gefallen. Er war für mich nach dem Gymnasium der erste Einstieg ins Berufsleben (von Minijobs abgesehn) und hat mich zu meinem Berufswunsch geführt. Außerdem habe ich viel für den Alltag mitgenommen (Ordnung, Sauberkeit, Gründlichkeit etc.).
Klar, das schwankt von Diensstelle zu Dienststelle, aber die kann man sich ja aussuchen.
 
Änträge werden immer bewilligt (auch wenn es ganz witzig ist, den Überredungsversuchen zu lauschen :ugly: ), aber das Prinzip, dass man überhaupt einen Antrag stellen muss, ist imho schon grundverkehrt.
 
[X] Nein

Man sollte den Leuten die Möglichkeit geben, sich direkt auf das zukünftige Arbeitsleben vorzubereiten, egal in welcher Form - ob Ausbildung oder Studium. Denn das ist es, was letztendlich zählt. Ich bin heilfroh ausgemustert worden zu sein. Ein Jahr Leerlauf hätte mich mein erstes Semester mit Sicherheit nicht so leicht überstehen lassen, ob Zivi oder Bund. Wer Bund oder Zivi machen WILL soll auch weiterhin die Möglichkeit dazu haben. Diese Leute haben auch den entsprechenden Ansporn dazu. Wer Ambitionen hat, zum SEK zu gehen hat mit einer AGA gute Vorraussetzungen um das durchzuziehen, genauso wie jemand, der in Richtung Sozialwissenschaft gehen möchte und seinen Zivi im Kindergarten, Krankenhaus oder Behindertenheim macht (um das mal krass zu pauschalisieren. Zivi kann man ja letztendlich machen wo man will.). Die Möglichkeit sollte auf jeden Fall noch da sein, zumal es ja auch genug Leute gibt, die nicht gleich nach dem Abitur anfangen wollen zu studieren.

Wer aber direkt einsteigen will, dem sollte verdammt noch mal die Möglichteit dazu eingeräumt werden. Gerade in technisch orientierten Studiengängen wird oftmals noch auf Abiturwissen aufgebaut. Es ist in solchen Fällen einfach schade, das Restwissen durch ein Jahr unfreiwilligen Dienst endgültig versiegen zu lassen, wenn man den "Dienst an der Gesellschaft" nicht 100%ig will.

Abgesehen davon verschlingt die AGA Unsummen von Geld. Der Sinn dessen lässt sich kaum erschließen.

Darum meine Meinung: Wer will, der soll ruhig können, ob Zivi oder AGA. Alle anderen sollen bitte IHR Ding machen.
 
Ausserdem wissen ja auch viele nicht was sie nach dem Abi tun sollen,da wäre Wehr-/ZivilDienst eine Möglichkeit.
so ein quatsch! Es gibt nicht nur abiturienten in Deutschland, und es gibt sogar leute die wissen was sie nach der schule machen und schon einen (Ausbildungs)platz haben, stell dir vor. Und für diese leute kommt der verschissene, nicht mehr Zeitgemäße, wehrdienst mehr als nur ungelegen ! :nene:
 
so ein quatsch! Es gibt nicht nur abiturienten in Deutschland, und es gibt sogar leute die wissen was sie nach der schule machen und schon einen (Ausbildungs)platz haben, stell dir vor. Und für diese leute kommt der verschissene, nicht mehr Zeitgemäße, wehrdienst mehr als nur ungelegen ! :nene:

Nun nicht ganz. Wenn man einen Ausbildungsplatz hat dann wird man nicht eingezogen. erst wenn man die Ausbildung beendet hat so ein halbes Jahr danach dann wird man vlt eingezogen.
 
jo das mein ich doch. laut thrian ist eine wehrpflicht sinnvoll, weil es in Deutschland nur Abiturienten gibt, und diese auch nie wissen was sie danach machen/schon einen platz haben ;)
 
Ob sich jemand aktiv für die Gesellschaft einsetzt und wenn ja wie, sollte jedem erwachsenen Menschen selbst überlassen sein. Nur weil man selbst etwas für sinnvoll hält, sollte man es nicht anderen aufzwingen. Ich halte 95% des Privatfernsehens für Mist, trotzdem will ich es nicht verbieten lassen. Ich finde langjähriges ehrenamtliches Engagement super, trotzdem will ich nicht jeden Bürger zwangsverpflichten lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob sich jemand für die Gesellschaft einsetzt und wenn ja wie, sollte jedem erwachsenen Menschen selbst überlassen sein. Nur weil man selbst etwas für sinnvoll hält, sollte man es nicht anderen aufzwingen. Ich halte 95% des Privatfernsehens für Mist, trotzdem will ich es nicht verbieten lassen. Ich finde langjähriges ehrenamtliches Engagement super, trotzdem will ich nicht jeden Bürger zwangsverpflichten lassen.

/SIGN!

Und wer sagt denn, dass die BW nicht auch Werbung machen soll, wie die Army in den USA? Wer keine Ahnung hat, was er nach dem Abi machen soll, der soll ja ruhig da hin, wenn er möchte und meinetwegen auch Prämien kassieren wenn er sich einziehen lässt. Wer aber Ziele hat, der soll die Möglichkeit haben sie so zeitnah wie möglich zu erfüllen (oder es zu versuchen).

wär ja auch zu schade, wenn man die Gesellschaft einmal im Leben über die eigene Karriere stellen müsste...

Was soll es denn bringen, jemanden dazu zu zwingen? Dann fehlt die Motivation, die Leute haben keinen Bock und interessieren sich auch nicht dafür, was sie machen.

Es gibt sicher genug Leute die Zivi oder Bund machen, um sich zu orientieren. Für Leute die aber Wissen, was sie machen wollen ist das alles Käse. Es hält nur auf.
 
Zuletzt bearbeitet:
wär ja auch zu schade, wenn man die Gesellschaft einmal im Leben über die eigene Karriere stellen müsste...

also das grenzt ja schon fast an stichelei. diese argumentation ist purer humbuk. was helfe ich der gesellschaft, wenn ich da im wald rumhüpfe. ich verschwende steuergelder, die zur ausbildung benötigt werden, lebe dann sogar auf kosten der gesellschaft. also diese aussage scheint mir wirklich nur aus einer mangelnden überlegung heraus entstanden zu sein.
 
S.o.:
Ich bin nicht dafür, die Leute zur Bundeswehr zu schicken, aber ich finde es durchaus sinnvoll, sie dazu zu verpflichten, 9 Monate lang einen Dienst für die Gesellschaft ihrer Wahl zu absolvieren. Denn verdammt viele Leute scheinen sich null Gedanken darüber zu machen, was eigentlich getan werden könnte oder müsste und ettliche erliegen auch dem mitlerweile nicht unerheblichen Gruppenzwang, "kein Müsli" sein zu dürfen, der sich um seine Mitmenschen Gedanken macht. Ehe die Leute nach der Schule ein halbes Jahr durch Australien tingeln, können sie imho ruhig hier was sinnvolles machen.
 
dagegen hab ich ja nichts. aber es geht ja um den wehrdienst. und dieses freiwillige soziale jahr halte ich persönlich auch für unnütz, aber wenn leute wirklich nen genauen plan, was sie machen, dann ist das nun mal ne bremse. und man kann auch im erwerbsleben noch gutes für die gesellschaft machen. aber 1 jahr arbeits/studienausfall ist für mich persönlich auch zu viel...
 
S.o.:
Ich bin nicht dafür, die Leute zur Bundeswehr zu schicken, aber ich finde es durchaus sinnvoll, sie dazu zu verpflichten, 9 Monate lang einen Dienst für die Gesellschaft ihrer Wahl zu absolvieren. Denn verdammt viele Leute scheinen sich null Gedanken darüber zu machen, was eigentlich getan werden könnte oder müsste und ettliche erliegen auch dem mitlerweile nicht unerheblichen Gruppenzwang, "kein Müsli" sein zu dürfen, der sich um seine Mitmenschen Gedanken macht. Ehe die Leute nach der Schule ein halbes Jahr durch Australien tingeln, können sie imho ruhig hier was sinnvolles machen.

/sign

gerade wenn ich mir so den derzeitigen Nachwuchs anschaue...diese "Atzen" mit ihren Silberkettchen und Rollo-Sonnenbrillen :ugly: denen tut das mal ganz gut in einer Hilfsorganisation zu dienen.

In meinem Bekanntenkreis kenne ich eigentlich niemanden, der durch Wehr/Zivildienst irgendeine Ausbildung oder ein Studium unterbrechen musste. Voraussetzung beim Studium ist imho ein abgeschlossenes Semester um nicht eingezogen werden zu müssen, ganz sicher bin ich mir aber nicht.
 
gerade wenn ich mir so den derzeitigen Nachwuchs anschaue...diese "Atzen" mit ihren Silberkettchen und Rollo-Sonnenbrillen denen tut das mal ganz gut in einer Hilfsorganisation zu dienen.
Du meinst das prollige oder asoziale Verhalten mancher Jugendlicher? Gut, kann ich verstehen, dass man das nicht leiden kann. Aber als Therapiesitzung trifft ein Zwangsdienst die Asozialen und Normalos... Also werden Normale bestraft. Wenn 20% aller 18-Jährigen diese "Therapiebedürftigen" sind, dann das ist eine blöde Trefferquote, wenn zu 80% "Normale" bestraft werden... Ich denke, da sind eher die Eltern und wenn die es nicht schaffen evtl. Jugendämter und Gerichte gefragt. Das würde zumindest nicht die Falschen treffen.
 
/sign

gerade wenn ich mir so den derzeitigen Nachwuchs anschaue...diese "Atzen" mit ihren Silberkettchen und Rollo-Sonnenbrillen :ugly: denen tut das mal ganz gut in einer Hilfsorganisation zu dienen.

In meinem Bekanntenkreis kenne ich eigentlich niemanden, der durch Wehr/Zivildienst irgendeine Ausbildung oder ein Studium unterbrechen musste. Voraussetzung beim Studium ist imho ein abgeschlossenes Semester um nicht eingezogen werden zu müssen, ganz sicher bin ich mir aber nicht.

bis zum 3. semester können se einen noch einziehen...
 
Grundsätzlich verbinde ich mit meinem Grundwehrdienst sowohl positive als auch negative Erfahrungen.
Es überwiegen sogar die positiven und ich habe tatsächlich jede Menge über mich selbst und meine Grenzen (körperliche und charakterliche) erfahren.

Warum ich trotzdem mit nein gestimmt habe?

Weil man diese Erfahrungen ebenso auf anderen Gebieten machen kann und sich dieser Prozess auch in einer einmonatigen Phase bewerkstelligen lassen würde.
Deshalb bin auch ich ebenso grundsätzlich dafür, die Entscheidung bei demjenigen zu belassen, den die Frage trifft, wie er 1 Monat sinnvoll nutzen und 8 Monate Zeit verschwenden soll.
 
Nein!

Auch Zivildienst halte ich für Wenig sinnvoll. Die Pflegebedürftigen Leute sollten von ausgebildetem Fachpersonal versorgt werden. Auch würden sich damit haufenweiße Arbeitsplätze ergeben.

Das Zivildienst und Bund wohl immer zum blödesten Zeitpunkt kommt, ist auch einfach nur absurd. Ich möchte nach der Ausbildung meine Arbeit beginnen und nicht als Pfleger/Hausmeister arbeiten oder in son schwulen-Club aka Bund gehen.
 
Du meinst das prollige oder asoziale Verhalten mancher Jugendlicher? Gut, kann ich verstehen, dass man das nicht leiden kann. Aber als Therapiesitzung trifft ein Zwangsdienst die Asozialen und Normalos... Also werden Normale bestraft. Wenn 20% aller 18-Jährigen diese "Therapiebedürftigen" sind, dann das ist eine blöde Trefferquote, wenn zu 80% "Normale" bestraft werden... Ich denke, da sind eher die Eltern und wenn die es nicht schaffen evtl. Jugendämter und Gerichte gefragt. Das würde zumindest nicht die Falschen treffen.

Ich meinte nicht, dass der Zivi-Dienst nur diesen Leuten gut tut, er tut auch allen anderen jungen Menschen gut um ein Sozialbewusstsein zu entwickeln. Die wenigsten arbeiten vorher freiwillig in einer Hilfsorganisation mit.

Auch Zivildienst halte ich für Wenig sinnvoll. Die Pflegebedürftigen Leute sollten von ausgebildetem Fachpersonal versorgt werden.

Hilfsbedürftige Personen werden niemals allein von einem Zivi betreut (Fahrdienste und häusliche Besuche mal ausgeschlossen). Abgesehen davon bekommen Zivis zum Dienstbeginn eine ihrer Zivitätigkeit entsprechende Ausbildung an Zivildienstschulen (allerdings wird da auch sehr viel Blödsinn gemacht).

Auch würden sich damit haufenweiße Arbeitsplätze ergeben.

Und wer soll das bezahlen? Unser Gesundheitssystem erstickt schon jetzt an seinen Kosten, alle Zivistellen durch ausgebildetes Pflegepersonal zu ersetzen ist ökonomisch nicht machbar.
 
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