Schwieriges Thema.
Früher (!) (aber nicht allzu) gab es de facto nur eine Auflösung - 1080p. Die magischen Fps-Barrieren lagen bei 30 und 60.
Heute sehen die Erwartungen ganz anders aus, denn höhere Auflösungen sind salonfähig geworden und die magischen Fps-Barrieren haben sich dazu deutlich verschoben.
- 30 fps zählt höchstens in 8K
- die 60 fps sind das Minimum in 4K
- "nur" 120 fps in 1080p sind untere Mittelklasse
Teils finde auch ich diese Erwartungen übertrieben, aber andersrum wollen wir ja auch nicht ewig auf 1080p mit 60 fps verweilen. Daher gilt:
High-End von Gestern möge die Mittelklasse von Heute und die Einstiegsklasse von Morgen sein.
Das hat bisher auch in etwa so funktioniert, und zwar weitreichend in der Welt des Consumer Electronics mit dem ganz besonderen Merkmal, dass dabei die Preise immer erschwinglicher wurden, sei es im Verhältnis oder absolut, doch sie wurden es.
Die Verhältnisse gehen seit einigen Jahren aber in die andere Richtung. Natürlich leistet die heutige Mittelklasse wesentlich mehr als die damalige Mittelklasse, doch weil wir nicht nur die Leistung, sondern immer das Verhältnis in Relation zur Zeit transportieren, muss man den heutigen Markt auch dementsprechend bewerten. Ansonsten führt das ganze zu einem Problem:
Jegliche Mehrleistung wird stets mit mehr Geld eingekauft, was dazu führt, dass eine Consumerhardware mit Leistung 100 für 100 Geld nach beispielsweise 5 Jahren für 500 Geld zu erwerben sei, weil die Leistung sich auch verfünffacht hätte . Das wäre zwar der feuchte Traum aller Hersteller, aber der Albtraum der Konsumenten und wäre langfristig eh nicht massentauglich.
Die letzten Jahre zeigen aber, dass diese Masche im GPU-Markt ziemlich salonfähig geworden ist und selbst von einigen Konsumenten (!) so befürwortet wird. Der alte Gamer ist allerdings was ganz anderes gewohnt.
Mehr Leistung oder Effizienz zum gleichen Preis
Deutlich mehr Leistung oder Effizienz zu höherem Preis
Es ist schließlich nicht nur der Konsument, der eine Erwartung hat und darin erfüllt werden möchte, sondern auch der Hersteller, der etwas zu verkaufen versucht. Mich dazu zu bewegen, mein bisheriges Stück Hardware mit neuer zu ersetzen, damit mein Geld wieder beim Hersteller landet, bedarf nicht einer zusätzlichen Leistung meinerseits, sodass ich tiefer in die Tasche greife. Vielmehr bedarf es Verbesserungen seitens Hersteller, ohne dafür verhältnismäßig mehr als vorher zu verlangen, denn genau das ist ja das Argument, dass ich mein Stück Hardware ersetzen und Geld bei Ihm hinterlassen soll.
Was aber in letzter Zeit so passiert ist auf keinster Weise eine positive Entwicklung für den Konsumenten. Zum einen werden selbst alte Modelle verhältnismäßig sehr schwach im Preis reduziert, zum anderen werden jegliche Verbesserungen neuer Modelle stets mit erhöhten Preisen angeboten!
Offensichtlich gibt es ausreichend viele Menschen, die das Mitmachen.