News Warum ich mir ernsthafte Sorgen um unser Lieblings-Hobby mache - ein Kommentar von Raffael Vötter

Fakt ist halt mal, das NVIDIA halt ihre Upsellingstrategie weiter treibt. Es fehlt leider bewusst an Speicher, so das die Karten weniger lange halten.
Was vor der aktuellen Flut an weniger optimierten Titeln nicht so krass ins Gewicht fiehl, ist nun zu einem grosen Argument geworden.

Eigentlich müsste man, wenn man länger etwas davon haben will zur 4080 greifen, oder eben eine AMD karte kaufen.
NVIDIA bietet alle Nase lang irgendwelche Zusatzfeatures, und AMD hechelt mit hängender Zunge hinterher.
Und genau DAS ist es - in meinen Augen, warum NVIDIA sich so gut verkauft, die Alleinstellungsmerkmale.

AMD ist lange nicht so innovativ, auch wenn das viele nicht hören wollen.
Ob das nun Ideenarmut ist, oder nur das sie Aufgrund ihres geringeren Marktanteils weniger Geld zum Entwickeln haben weiss ich nicht, aber es ist ein extremer Minuspunkt.

Wenn man erfolgreich am Stuhl von NVIDIA sägen will, muss man eigene Alleinstellungsmerkmale haben, sonst wird das nix. Es muss - über die Leistung und den Preis der Karten hinaus, mehr Gründe geben Team Rot zu kaufen.
Und selbst das Argument mit dem besseren Preis haben sie sich in dieser Gen. ohne Not selber zu einem guten Teil genommen.

NVIDIA hatte mit RT so ein Alleinstellungsmerkmal, das man als "must have" vermarkten konnte, wo ist das bei AMD der Fall? Was gibt es nur bei denen das mich auf eine AMD karte scharf machen sollte / könnte? Tut mir leid ich sehe........nichts.

Und machen wir uns nix vor, unter einer 80 / 80ti Karte wird man bei NVIDIA keinen vernünftigen Speicherausbau mehr sehen. (3060 mit 12 GB mal aussen vor, aber da ist ja quasi auch keine Leistung vorhanden, was deren Strategie weiter funktionsfähig hällt).

Wer das nicht bezahlen will / kann, greift zu AMD, Intel, oder kauft gebraucht - auch das solls geben, und viele sind damit zufrieden.

Ich habe selber eine 3080ti eben weil sie 12GB hatte im Gegensatz zur 3080, und sie langt mir dadurch auch über 2 Jahre später auf 1440p noch locker aus, selbst bei CP2077, mit so ziemlich auf max. Details (noch vor PT das letzte Mal gespielt!).

Ich habe sie damals auf 10 Mon. zur Nullfinanzierung gekauft, und längst abbezahlt Mediamarkt + Saturn ist das möglich. Und der Preis der Karte war sogar zum Minigboom noch einigermassen im Ramen dort, so schlecht wie alle tun sind diese 2 Märkte in meinen Augen nicht.
Das wären bei einer 4070 ca. 50-60 Euro / Mon. geht das bei den Usern wirklich nicht?
Die Karte hällt weitaus mehr als 10 Mon. denke ich mal, und man hat noch viel Vergüngen damit, nur so eine Anregung. So könnte man es machen, und durch 0 Finanz. legt man keinen
Euro drauf, gegenüber UVP, muss nicht sofort die Kohle komplett auf den Tisch legen und kann gleich loslegen. .

Ein kleiner Haken, den es zu beachten gilt - zu dem Angebot gibts eine Kreditkarte dazu deren Zinsen extrem teuer sind (15%), die man aber nicht nutzen muss. Also Karte gleich weglegen und vergessen, dann ist der Deal astrein.

Dass das nicht für jeden geht ist mir klar. Alternativen gibts. Man muss leider seine Ansprüche an der eigenen Realität ausrichten, da kommt man nicht drum rum.

Ich kann den Autor auf der einen Seite verstehen, aber auch die Leute hier im Forum, denen die Inflation die Luft zum atmen nimmt.

Ich könnte mir vorstellen, das sein Kommentar auch ein bisschen in die Richtung der immer wieder gern gehörten Aussage: "Ich könnte mir die Karten zwar leisten, aber ich will es nicht"* geht. Dahingehend würde die Aussage (dann muss man halt mal eine der "ach so überteuerten Karten kaufen") glaube ich wesentlich mehr Sinn ergeben, als wenn man sie in die Ecke der, "ich würde gern aufrüsten- aber ich kann es finanziell eben nicht
reinwirft".

*Das kann man zwar so machen, aber dann darf man sich auch nicht darüber beschweren, das die neuesten Spiele nicht mehr gut laufen, und muss Abstriche machen, oder was anderes Zocken. So klingt sein Statement für mich.

Die Hardwareanforderungen sind einfach gestiegen. Es ist dabei auch egal ob es wirklich so benötigt wird, oder einfach schlecht optimiert ist.
Man könnte auch mal darüber nach denken, ob nicht vil. die "Geiz ist Geil" Mentalität ihren Teil dazu beigetragen hat......Ich und viele andere kaufen Games nur noch im Sale oder per Key, so das sich Optimierung vil. vom Aufwand / Ertrag für die Publisher nicht mehr so richtig lohnt?
Da ist wiederum das "Henne und Ei" Prinzip, denn die oben genannten Leute kaufen die Games nicht mehr sofort, eben weil sie schlecht optimiert und Buglastig veröffentlich werden.

Da die Hersteller aber gemerkt haben, das es auch mit weniger Optimierungsarbeit vor der Veröffentlichung geht, und man die spätere Optimierung dann im laufenden Betrieb nachholen kann, glaube ich auch nicht das daran noch irgendwas zu ändern ist.

Wird Kaufboycott in grossem Stil geübt, stirbt das PC Gaming.

So ist die Realität.

Grüsse.
 
Der PCGH-Grafikkartenexperte Raff fühlt sich manchmal wie der letzte Nerdikaner. The Last of Us Old Geeks, sozusagen. In seiner Kolumne macht er seinem angestauten Unmut Luft und ruft gleichzeitig auf: Reißt euch mal zusammen, synchronisiert Erwartung und Realität - und rüstet endlich auf, anstatt immer nur zu meckern!

Mutiges Statement in einer Zeit, in welcher persönliche Entrüstung und Enthaltsamkeit für die vermeintlich gute Sache zur Selbstdarstellung gehört. Mit Deiner redaktionellen Erfahrung ist Dir sicherlich bewusst, wie provokant Dein Statement aufgenommen werden kann. :D

Ich persönlich begrüße Deine Haltung, da mir omnipräsentes Geheule in vielen Bereichen aktuell echt zum Hals raushängt. Das hat übrigens nichts mit der arroganten Schublade "Dann sollen sie doch Kuchen essen" zu tun, sondern fußt auf meiner Einstellung zur Begeisterungsfähigkeit, ohne sie gleich immer rational in den finanziellen Kontext zu setzen. Mischung aus Yolo und Vernunft war schon immer gut, das lasse ich mir auch nicht nehmen.
Das sehe ich persönlich absolut genauso !!!
 
Reißt euch mal zusammen, stellt das Dauermotzen ein und freut euch lieber, dass wir echte Fortschritte bei der Grafik zu sehen kriegen! Ja, dann muss man eben mal aufrüsten und eine der ach-so überteuerten Grafikkarten kaufen.

Geht's noch?

Die im Kommentar nur kurz angeschnittene Kritik an modernen Spielen ist richtig. Es ist nur dann "Gemotze", wenn es in entsprechend primitiver Weise geäußert wird. Schön das der Kommentar das Thema selbst anschneidet:

Mit dieser Einstellung wären wir noch bei den Steintafeln.

Nur eben leider von der falschen Seite her. Wir wären nur dann noch bei den Steintafeln, wenn es nicht Leute gegeben hätte, die gerade Zweifel und Kritik geäußert hätten. Der Tod allen Fortschritts ist es einen Zustand ohne einen alternativen Blickwinkel zu akzeptieren.

Die heutige Gesellschaft ist zu sehr auf "liken" gebürstet. Da wird Kritik sehr oft als Angriff gewertet. Selbst, wenn Sie fundiert und wohl formuliert daher kommt. Darüber darf und sollte man sich Gedanken machen.

Zum Thema "Spiele reifen beim Kunden"... das ist die Folge der schnelllebigen Zeit in der wir zwischenzeitlich leben. Optimierung - etwas, das viele der Kritikpunkte beseitigen könnte - ist schlicht zu zeit- und kostenintensiv und... damit schmälert es die Gewinne. Ein Unding! Auch in diesem Punkt tut der obige Kommentar der aktuellen Situation keinen Gefallen, ganz im Gegenteil, er appelliert sogar noch darauf diesen Wandel durch verstärkten Konsum überteuerter Produkte weiter zu befeuern.

Ich mag mich wiederholen, aber...

GEHT'S NOCH?
 
Sehr geehrter Herr Vötter,

gemeckert wird leider immer, dass auf hohem Niveau, d.h. wenn nix da ist, dann wird auch schonmal gesucht und irgendwas gefunden.
Ich gehen nun schon stramm an die 60 und spiele schon seit den 70 ern. Ping Pong waren die ersten Schritte am TV.
Dann Interton VC 4000, hiernach Atari 2600, C16, C64, dann der erste PC usw..
Wie die Spieler heute verwöhnt werden, der gebotene Realismus usw., davon konnten wir nur träumen., und wir hätten uns dafür bestimmt manchen Finger für abschneiden lassen um dies damals schon haben zu können. Ich bin aber bescheiden geblieben, und erfreue mich an dem heute gebotenen, dass was wir heute eben präsentiert bekommen.
Ein Wehmutstropfen bleibt.
Die Preise und Verfügbarkeit der Hardware. Das macht das geliebte Hobby evtl. wirklich kaputt oder legt es Steine in den Weg.
Alles wird teurer auch Lebensmittel, Energie das Leben überhaupt, dass alles ist auch nicht ohne.

Die Erwartungen an manchen Games ist halt viel zu hoch. Ankündigungen , dasss ein Game mal in evtl. 3 Jahren erscheint, schraubt natürlich auch gerade an der Begeisterungsskala, wenn es dann noch eben Fehler hat oder den Erwartungen nicht entspricht kann die Enttäuschung eben größer sein.
Rückschauend bedanke ich mich an dieser Stelle auch bei allen, die das Hobby Computer, Konsolen oder Gaming vorangebracht haben, oder überhaupt zu diesem Erfolg gebracht haben, so dass es nicht nur ein Nischenprodunkt geblieben ist, auch Danke an die PCGH Leute und dem Forum hier. dass einem mit Rat zur Seite steht. :pcghrockt:
 
Das ist wohl der schlechteste Beitrag, den ich hier je gelesen habe - und auf PCGH gibt's genug Clickbait-Beiträge, die qualitativ unter aller Sau sind. Der Artikel besteht ausschließlich aus sehr oberflächlichen und sehr allgemein gehaltenen Aussagen ohne irgendwelche sinnvollen Argumentationslinien oder Daten zu bringen. Das ist allenfalls Stammtischniveau und nichts, was man in irgendeiner Art und Weise als Journalismus betiteln könnte.

Diverse Beiträge in diesem Thread sind qualitativ deutlich hochwertiger als der Artikel. Ganz besonders gefallen hat mir dieser Beitrag, dem ich vollumfänglich zustimmen kann:
Sehe ich exakt gegenteilig. Die Erwartungen sind eher so, dass man alte Spiele (20 Jahre+) noch kennt und damals mit der Erfahrung aufgewachsen ist und 10-15 Jahre lang gekauft hat, dass die Spiele

a) fertig sind, wenn sie erscheinen
b) vollständig sind, d.h. keine weiteren Kosten entstehen
c) vernünftig laufen
und jetzt der mit Abstand wichtigste Punkt:
d) aufgrund von Leidenschaft, Faszination etc. entstanden sind und nicht aus reiner Geldgeilheit

Genau das sind die Erwartungen, von mir zumindest, an die Spieleindustrie, da das schließlich das ist, was die 90er durch bis ca. Anfang der 2000er-Jahre bestens funktioniert hat. Mit anderen Worten: Falls es aktuell zu Diskrepanzen kommen sollte, dann rühren die daher, dass sich die Industrie verändert hat und nicht Ich. Die Industrie hat sich also von den Erwartungen ENTFERNT, nicht die Erwartungen sich verändert.

Spieleschmieden wurden mit Ende der 90er im großen Stil aufgekauft und "industrialisiert", d.h. Leidenschaft und Idealismus (Kunden Qualität bieten!) durch Marketingteams ersetzt. Bestes Beispiel dieser Zombie Bobby Kotick, der wortwörtlich von Hyperkapitalismus-Idealfirma Coca Cola (!!!) in die Spieleindustrie kam (das liest sich wie ein SNL skit!) und das hervorragende Image der Vorzeigefirma Blizzard zu Geld machte. Jetzt spielt sich mit Ausnahme von Indie-Titeln generell alles gleich (dumm und eintönig).
Herausforderungen darf man sich selber suchen, da ja kein potentieller Kunde durch ernsthafte Schwierigkeiten vergrault werden soll.



Das kann man als Autor derart überspitzt formulieren, wenn man möchte, und es damit in Richtung Sarkasmus drücken - 100% wahr bleibt es trotzdem. Eine spirituell/idealistisch tote Zombiefirma wie CD Projekt z.B. packt Features wie Raytracing nicht rein, weil sie eine Faszination für das Erzählen von Geschichten oder das Aufbauen dichter Atmosphäre hätten. Die kalkulieren alles roboterartig durch und da steht dann vollkommen zu Recht der Verdacht im Raum, dass mehr als der Spaß am Entwickeln selbst hier Antreiber für solche Features war.

Ich persönlich bin beruflich an Hardware interessiert, da Spiele (Ausnahme: manche Indies) für mich mittlerweile nach großer Leidenschaft gestorben sind. Letzter Titel, der mir so halbwegs gefiel, war Hitman 3 (Grafikengine von 2016!), und selbst der war mäßig.

Nee, Herr Vötter: Die Kritik ist schon zu 100% gerechtfertigt. Alles Kulturelle (Film, Musik, Spiele) ist in meinen Augen ziemlich genau seit Jahrtausendwechsel MASSIV abgekracht, und wenn die Leute darüber motzen, liegt es nicht an den Leuten. Überhaupt sind Firmen für Menschen da und nicht Menschen für Firmen, sodass ich ganz elementar den Ansatz nicht verstehe, Erwartungen der Kunden zu kritisieren! Ich bin nicht verantwortlich für Firmenprofite oder gar -überleben, sondern die Firmen für die Befriedigung meiner Bedürfnisse. Basta.

Und über die Hardwarekosten beschweren sich die Leute übrigens auch nicht PRINZIPIELL, sondern in Relation zum Gebotenen: Ich habe mir damals z.B. extra für Morrowind anno 2003 eine GeForce 4 Ti 4600 gekauft, für (meine ich) damals absurd teure ~500€. Das war so mit der erste große Titel, der überhaupt Shader hatte - man staunte über die Regentropfen, die im Wasser für heutige Verhältnisse lächerliche Effekte auf der Wasseroberfläche verursachten. Dafür ging dann gerne das gesamte Ersparte drauf. Würde ich heute wieder genauso machen, WENN es denn Spiele gäbe, die aufgrund von mehr entstanden wären als nur reiner Geldgeilheit. Spiele waren damals auch absurd teuer, so zahlte ich z.B. als Kind 140DM (ja, hundertvierzig) für Zelda: Majoras Mask (N64) und würde das heute ebenfalls genauso wieder tun, weil das Spiel Seele ohne Ende hat.

Aber was will ich mit einer verbuggten lustlosen Technikdemo, bei der es die Spielefirmen immer mehr und mehr dazu bringen, mich auch noch moralisch zu belehren und vom Schwierigkeitsgrad her wie ein Kind zu behandeln? Ich weiß ganz ehrlich nicht, wer Hardware noch zum Zocken braucht anstatt zum Arbeiten, denn brauchbare Spiele (Indies) laufen auch auf Rechnern anno 2013 noch ok.

Keine Seele = kein Geld von mir.

"Ich habe fertig." (Giovanni Trappatoni)
Dazu kommt einfach, dass Cyberpunk 2077 einfach kein Crysis ist. Cyberpunk kam völlig unfertig auf den Markt und ist nach mehr als zwei Jahren nach Release immer noch genauso unfertig, wenn auch mit weniger Bugs. Auch wenn ich - Gaming-OCD-bedingt (God, I hate Ubisoft-style Games...) - rund 200h Spaß in Cyberpunk 2077 hatte (und das sogar auf PS4), bleibt das Spiel einer der größten Marketing-Scams der Gaming-Geschichte.

Cyberpunk 2077 ist einfach das beste Beispiel dafür, dass sich die Marketing-Abteilung aus der Spieleentwicklung raushalten sollte. Die Entwicklung litt unter krassem Missmanagement; die Liste der fehlenden Features ist lang. Wenn man hinter die oberflächliche Fassade blickt, ist das Spiel in erheblichem Umfang unfertig und Night City als solche seelenlos - es fehlen sogar ganze Teile der Karte. Das Spiel ist sogar Teil des Cross-Plattform-Scams, den Square Enix und Sony auch gern nutzen: Wir bringen das Grundspiel noch für last gen raus, den ganzen Extra-Content gibt's aber nur für current gen. Top! Eigentlich sollte man Publisher wie euch für so ein verbraucherfeindliches Verhalten in Grund und Boden klagen.

Nach mehr als zwei Jahren nach Release kommt jetzt also Pathtracing. Sieht hübsch aus (keine Frage!), aber halt nur so lange, wie man nur auf die Oberfläche schaut. Ob ich als Kunde damit zufrieden bin, dass sich der Entwickler lieber um eine Technik-Demo kümmert, um von Nvidia Kohle zu kassieren, anstatt fehlende, aber versprochene Features nachzuliefern und das Spiel zu verbessern? Zumindest für mich hört sich das nach einem krassen Betrug am Kunden Spieler an. Dass eher sinnfreie Additionen wie Pathtracing (im Verhältnis zu neuem und/oder versprochenem Content ist Pathtracing einfach sinnfrei...) dann für Unmut sorgen, dürfte verständlich sein. Immerhin kriegen wir auch nur eine Expansion, die bei Weitem nicht mit Blood & Wine vergleichbar sein wird.
Das monierte Geheule gabs schon immer und wird es immer geben, da kann auch der Herr Vötter drüber unglücklich sein so viel er will.

Ich sehe nicht wieso das jetzt auf einmal schlimmer geworden sein soll und die damalige Gamesentwicklung mit der heutigen zu vergleichen ist ein großer Äpfel und Birnen Vergleich.

Ja es gab Spiele, die erst später wirklich spielbar waren, aber das lag vor allem an den damaligen Umständen. Die Spieleindustrie steckte da noch viel mehr in den Kinderschuhen mit allen Konsequenzen, die sich aus der Unerfahrenheit der damaligen Zeit ergeben haben (inklusive schwer abschätzbaren Hardwareanforderungen). Zahlreichen Neuinnovationen (2D => 3D etc) kamen in deutlich kürzeren Intervallen und selbst da war das nicht "normal", nur nicht die absolute Ausnahme.

Heutige Spieleentwickler können häufig auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz und viel ausgereifteres Tooling mit den populären Engines (z.B. UE4/5 etc) zurückgreifen. Außerdem ist der technische Fortschritt (zumindest bei den Grundlagen) bei weitem nicht mehr so rasant wie damals und im Endeffekt durch die Leistungsfähigkeit der zu unterstützenden Konsolengenerationen sowieso im gewissen Maße eingeschränkt. Ein UE4 Game von 2017 schaut häufig nicht viel schlechter aus als ein UE4 Game von 2021.

Ja natürlich braucht neue Technologie letztlich auch neue Hardware und darüber würden sich bis auf einige wenige Dauerquengler wohl niemand aufregen, diese sind aber sicherlich nicht repräsentativ und der gesamte Absatz für mich eher ein Strohmann. Die steigenden Anforderungen sieht man bei aktuellen Games durchaus deutlich und das ist auch erstmal nichts Schlechtes. Aber wenn die neue Hardware so bepreist wird wie es die Herren und Damen von AMD und NVidia gerade tun, dann braucht man sich über den Unmut der Leute noch nicht wundern.

Vor diesem Hintergrund zu fordern, dass man halt einfach mal upgraden soll, in einer Zeit in der die reale Inflation zu einem massiven Reallohnverlust führt, ist dann schon leicht zynisch Richtung "dann sollen sie doch Kuchen essen", betreffen die Limitierungen in erster Instanz die Gamer, die P/L-bewusst einkaufen (müssen). Den Enthusiasten, die sich sowieso spätestens jede zweite Gen die Topmodelle kaufen, ist das herzlich egal, da das Geld offensichtlich verfügbar ist.

Hier mal die offizielle und eher "schöne" Datenlage des statistischen Bundesamts:
Anhang anzeigen 1423616
Wie man sieht, ist der Reallohnindex seit 2020 fast durchgehend massiv negativ und in dieser Zeit soll man auf Kante genähte Modelle wie z.B. eine RTX4070 kaufen? Hier noch ein Artikel vom BpB:
Man möge übrigens aufs Datum schauen, da sind die Reallohndefizite von 2021 und insbesondere 2022 gar nicht drin.

Summa summarum imho eine ganz schlechter Kommentar, der im Groben wohl darauf beruht, dass @PCGH_Raff mit der verbreiteten eher negativen Stimmung im Forum bezüglich der aktuellen Hardwarepreise nicht d'accord geht. Die "Fakten" sind nicht wirklich welche bzw. lassen sich auf die heutige Zeit halt nicht so einfach übertragen und die Statements sind viel zu allgemein gehalten und unspezifisch.

Man muss sich dieser Meinung nicht anschließen, aber zu versuchen diese Leute als fortschrittsverweigernde Dauernörgler hinzustellen, weil sie ein bestimmtes neues Feature nicht bei der ersten Implementierung supertoll finden finden ist oberflächlich und mit Verlaub schlicht Blödsinn, wenn da doch so viel mehr Hintergründe mit reinspielen.
Schöne Grafik. Das (zunehmend auch immer politischer werdende) Problem liegt insbesondere auch darin, wenn man den Reallohn in Vergleich zur Produktionskraft setzt. Würde man das machen, sähe man, dass die Reallöhne schon seit Jahrzehnten stagnieren - der Otto-Normal-Arbeitnehmer also nichts vom sprichwörtlichen Kuchen abbekommt.
Kürzlich mal einen Supermarkt von innen gesehen?
Lebensmittel sind mindestens 30%, teilweise sogar 200% teurer als noch vor 1 (!) Jahr.
Und Grafikkarten 20-30% teurer als die Vorgänger der letzten Generation vor 3 (!) Jahren. Hätte schlimmer sein können...
Und wofür bezahlt man am Ende bei dem eigenen Hobby? Nur für die eigenen Ansprüche! Zwingt einen niemand.

Im Supermarkt aber schon, weil die Kinder und man selbst was ordentliches essen muss...
Du kannst Lebensmittelpreise doch nicht mit GPU-Preisen vergleichen. Die Herstellungskosten von GPUs sind von dem Ukraine-Krieg, den lokal (!) gestiegenen Energiekosten oder bspw. Missernten aufgrund von Klimawandel doch gar nicht oder nur kaum abhängig. Produziert wird schließlich hauptsächlich in China, die nicht unter unseren Problemen leiden. Dass Inflation ein Argument ist, ist zwar unstreitbar, aber man muss betrachten, welche Gründe die Inflation hat. Die Inflation bei den GPU-Preisen ergibt sich hierbei wohl hauptsächlich aus der Gier von TSMC und Nvidia.
 
Der PCGH Community wird es immer schwer fallen sachlich zu bleiben zu vielen Themen, weil es keine Datengrundlage mehr gibt die eine analytische Aufarbeitung erlaubt.

Damit meine ich den Umstand, dass es zwischen den Spielen im CPU Benchmark und den Spielen im GPU Benchmark zu wenige Überschneidungen gibt. Plague Tale, Doom und Cyberpunk sind die einzigen drei Titel die sowohl im 7900XTX Review als auch im 5800X3D Review auftauchen.

Gehen wir von einem Leser aus der sagt: "ich will einen neuen Gaming PC kaufen und ich Spiel 99% meiner Zeit eh nur Battlefield 2042". Ich hab einen 1440p Monitor und 60fps sind mir genug, ich will kein RTX. Dann schaut man in die PCGH und sagt, prima, eine 6700 von AMD sollte dir reichen. Dann stellt der Gamer die Frage "und welche CPU ist mir dann genug?", worauf ein Blick in die PCGH verrät "keine Ahnung, CPUs werden nicht mit BF gebencht, nur GPUS".

Jetzt werden einige sagen, was ist denn das für ein an den Haaren herbeigezogenes Problem? Und darin liegt Teil des Problems, weil bedarfsgerechter Konsum nicht mehr Teil unseres Denkens ist. Mehr Balken ist mehr gut und man kauft immer bis zum Maximum des Geldbeutels. So ist die Einstellung. So sind die Reviews. Deshalb die geringe Überschneidung zwischen CPU und GPU Testparkour. Deswegen keine analytische Aufarbeitung dessen was man "braucht" und damit ist die Reise klar. Jeder will das Maximum und wenn das Produkt dann "unterperformt" weil Path-Tracing die GPU zerbricht, dann ist das Geschrei groß. Man hat nicht eine 2000€ Karte gekauft um einen Bedarf zu decken, man hat das Geld in der Erwartung verbraten, dass man immer riesige Balken hat und seinen Übersfluss an fps flexen kann. Man hat naiverweise 2000€ mit "immer dreistellig" gleichgesetzt und jetzt liefert die Karte nicht. Ab ins Forum, wir haben eine Crysis.
 
PC Gaming ist nicht Tod zu kriegen, damals wie der Amiga kam, wurde der Pc beerdigt, wie Sony mit ersten Playstation um die Ecke kam wurde dem PC wieder das Ende prophezeit... Cloudgaming... Mobil Gaming... immer das selbe.

Pc Gaming ist dank der Konsolen und auch in den letzten Jahren Dank dem Mobil Gaming endlich aus der Nische im Mainstream angekommen. Es werden Spiele mit einem Budget produziert, damit könnte man in Hollywood ganze Block Buster Reihen finanzieren.

Klar werden die AAA Spiele zum Teil auch leichter, wie schon jemand weiter oben gesagt hat, man will keine Käufer abschrecken, also nimmt man jeden an die Hand. Aber es muß ja auch nicht jeder alles spielen oder?

Ich persönlich möchte den PC als Spiele Plattform nicht mehr eintauschen, ich kann meine Spiele so konfigurieren wie ich das möchte oder wie es zu meinem System paßt.
Und für mich sehr wichtig, ich habe die Möglichkeit meine Spiele zu modden.
 
Raffs Kommentar ist verständlich für einen Fachpresse Journalisten,
Ist er in meinen Augen absolut nicht. In seinem Job sollte er die Branche kritisch beobachten und als Kontergewicht zum PR Geschehen am Markt agieren, um dem Verbraucher einen Mehrwert zu bieten. Welchen Nutzen bietet dieser Kommentar für mich als Konsument, den ich nicht auch auf einer beliebigen Nvidia Folie ablesen kann, außer noch weiteres Misstrauen zu sähen in einem Umfeld das seit Jahrzehnten bekannt ist für seine unrühmlichen Verpflechtungen von Presse und Industrie? Ich mache mir auch Sorgen um das Hobby aber aus anderen Gründen als der Autor.
 
Wir wären nur dann noch bei den Steintafeln, wenn es nicht Leute gegeben hätte, die gerade Zweifel und Kritik geäußert hätten. Der Tod allen Fortschritts ist es einen Zustand ohne einen alternativen Blickwinkel zu akzeptieren.
Konstruktive Kritik kann förderlich sein aber was hier im Forum vermehrt auftritt ist einfach gejammere.
Und trotz heulerei wird der Kram gekauft egal ob Hard- oder Software.
 
Konstruktive Kritik kann förderlich sein aber was hier im Forum vermehrt auftritt ist einfach gejammere.
Und trotz heulerei wird der Kram gekauft egal ob Hard- oder Software.
Man sieht ein umschwenken der Empfehlungen und Käufe, das Gejammere bringt den Nutzer dazu einzulenken und nicht alles mit sich machen zu lassen. Ich bin froh das es so passiert sonst würde Nvidia genau so weitermachen
 
Man sollte mal schauen was man für andere Bereiche des Lebens so ausgibt und was für Hardware. Und dann über Prioritäten nachdenken. Ich habe zB ne 4090 aber nie das neuste Handy und nen TV von 2010.
Ich bin sicher es gibt genug Apple-Foren, in denen über die immer krankeren iPhone-Preise gemeckert wird. Und das ist auch gut so.
Also das motzen hat auch definitiv eine Funktion, und zwar das man sich aufbegehrt gegen diese preispolitik welche Definitiv extrem angezogen hat.

Wenn du schlucken willst lieber raff, dann tu das, aber lass die Leute welche sich dagegen wehren wollen auch wehren.
Unternehmen reizen die Preise immer bis zum Maximum aus. Das ist ihr Job. Also muss man Grenzen setzen, mit dem Kaufverhalten, aber auch verbal.

Was würde denn passieren, wenn man keine oder zu wenig Kritik übt? Das sollte sich Raff vielleicht das nächste Mal fragen, bevor er so einen Kommentar verfasst.
Jojo., deswegen boomt ja auch der PC Markt so ungemein, nech?
Ja, läuft bestens. :ugly:
 
Jetzt ist es schon motzen wenn man berechtigte Kritik übt :stupid: :ugly:

Zustimmung.

Was den Beitrag angeht, keine Zustimmung.

Ich überblicke ein paar Jahrzehnte und damals war Beta zum Release eher die Ausnahme, heute ist es die Regel. Und ja, das stört mich massiv. Vor allem, weil wir es nicht nur im PC-Bereich bei Hard- und Software sehen, sondern auch überall sonst, wo eine große Portion Technik drinsteckt. Ein Fernseher, der zum Release fehlerfrei funktioniert? Gibt es sowas noch?

Gründe sind vielfältig. Veröffentlichungszyklen, zu große Projekte, zu wenig (Qualitäts-)Kontrolle, zu großer monetärer Druck. Weiß der Geier.

Und als PC-Gamer ist die größte Bremse für mich persönlich die Preisentwicklung bestimmter Produkte bestimmter Hersteller.
 
Woran merkt man, das man alt wird?
Man schreibt "früher war alles besser" Artikel, wie Raff hier.

Man muss nicht jedes Frame zählen, aber mindestens 60fps müssen schon sein für ein 3D Spiel.

Man muss auch mal festhalten, das der Unterschied zwischen 30fps und 60 fps viel DEUTLICHER spürbarer ist, als zb der Unterschied zwischen 60fps und 120fps oder auch 144fps.

3D Spiele kann ich tatsächlich auch nichtmehr in 30fps spielen, mindestens 60fps müssen einfach sein, sonst verzichte ich lieber. Bei 30fps nimmt man einfach deutlich spürbar Ruckeln beim Schwenken wahr.
 
Und wofür bezahlt man am Ende bei dem eigenen Hobby? Nur für die eigenen Ansprüche!
Genau.

Wer Path Tracing nicht sieht, kann es ausgeschaltet lassen. Wer Ray Tracing nicht sieht, kann es ausgeschaltet lassen. Das sind Technologien die nur an der Beleuchtung was ändern.

Wem der Unterschied zwischen RT und Rasterizing unbedeutend klein erscheint, kann sogar noch mit einer Radeon 580 oder Geforce 1070 mit Zufriedenheit spielen. Denn ob man ein Spiel auf Mittel oder Niedrig spielt, macht so gut wie keinen Unterschied.
Cyberpunk 2077 (C) 2020 by CD Projekt RED 15.04.2023 14_45_07.jpg
Cyberpunk 2077 (C) 2020 by CD Projekt RED 15.04.2023 14_44_14.jpg

zwei Screenshots, einer ist mit mittlere Details der andere mit niedrigen - aber welcher? Ich habs vergessen...
Cyberpunk 2077 (C) 2020 by CD Projekt RED 15.04.2023 14_46_12.jpg

und selbst in Path Tracing bleibt die Straßencafe-Szene eine Straßencafe-Szene ... nur das Licht hat sich geändert... Und wem Beleuchtungsschnickschnack nichts bedeutet, kann sich zurücklehnen und sagen - interressiert mich nicht - seh ich nicht - brauch ich nicht.
 
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