Bösen Warschauer.. der war so Böse das die über ihre komplette Mitgliedschaft an keinen Angriffskrieg beteiligt waren
Äh...
1) Dass ein Staat "friedlich" ist muss nicht heißen dass er gut ist; oft wird ein Staat praktisch zum Krieg gezwungen auch wenn er aggressiv in diesen eingreift (siehe etwa Frankreich/ GB im 2. Weltkrieg); meiner Meinung nach gibt es desweiteren ein größeres Übel als einen Krieg: Völkermord; um einen solchen zu verhindern halte ich einen Angriffskrieg unter bestimmten Vorraussetzungen (gute Aussichten auf einen schnellen und auf beiden Seiten wenig verlustreichen Erfolg) ebenfalls für gerechtfertigt genauso wie das Eingreifen in einen bestehenden Konflikt um diesen schneller zu beenden (Im Idealfall freilich zugunsten der politisch vavorisierten Seite); die letzteren beiden Punkte werden freilich meist nur verfolgt wenn auch andere Interressen für einen Krieg sprechen etwa politischer Populismus und/oder wirtschaftliche Interressen
2) 1979 Afganistan; wenn das kein Angriffskrieg von Sowjetischer Seite war, was dann?
Nur zur Erinnerung: 7000 Soldaten einer Sowjetischen Luftlandedivision landeten in Kabul, kurz darauf wurde der (Kommunistische!) Präsident bei der Erstürmung des Präsidentenpalastes durch SpezNas Truppen durch eine Handgranate getötet nachdem zuvor mehrfach vom KGB versucht wurde ihn und (teils erfolgreich) andere Politiker zu vergiften; das ganze führte schließlich bekanntlich zu einem zehn Jahre andauernden Krieg mit über einer Million Toten; ob die Sowjetische Itervention an sich für die bekanntermaßen de facto bis heute andauernden Bürgerkrieg und die Destabilisierung des Landes nach dem Abzug der Truppen verantwortlich gemacht werden kann ist ungewiss; der Bürgerkrieg ist ja bereits ein gutes Jahr zuvor durch eine kommunistische Revolution ausgelöst worden
Auch im Koreakrieg ging die Aggression von der Nordseite aus hier könnte man aber einwerfen, dass es den Warschauer Pakt damals noch nicht gab und das die späteren Mitgliedsstaaten des WAP nicht für den Angriff verantwortlich waren
ja ja USA der Friedensstifter, also eins sollte klar sein die USA vertreten nur ihre eigenen Interessen *punkt*
Gehen wirs mal durch
Im 2. Weltkrieg? "Jein"; einerseits haben sie nicht in den Krieg eingegriffen bis sie angegriffen wurden, man könnte also behaupten sie hätten nicht eigennützig in den Krieg eingegriffen- man könnte aber genausogut entgegnen, sie hätten lieber versucht eigennützig neutral zu bleiben anstatt Europa vor dem Faschismus zu retten
Im Koreakrieg? wohl kaum; Korea war damals im Norden wie im Süden ein ärmliches Entwicklungsland, von den Japanern ausgebeutet ohne wesentliche Bodenschätze, ohne wichtige Industrie ohne wirkliche wirtschaftliche Bedeutung für das Ausland einschließlich USA; man könnte höchstens Argumentieren, Südkorea wäre für die USA von militärischer Bedeutung gewesen; meiner Meinung nach hatte die Intervention der vereiten Nationen, an der eben auch die USA beteiligt war, andere Gründe- man versuchte einfach uneigennützig Korea zu retten
Im Vietnamkrieg? eher nicht; hier kann man ähnlich argumentieren wie in Korea; wirtschaftliche Hintergründe hatte der Krieg jedenfalls kaum- im Gegenteil: er kostete die USA Milliarden und wurde zu einer enormen Belastung ihren Staatshaushalt
Im zweiten Golfkrieg? vermutlich; hier gab es eindeutig eine wirtschaftliche Motivation; ob diese ausschlaggebend war ist freilich eine Streitfrage; man hätte immerhin etwa noch skrupelloser sein und nun nichtmehr mit Kuwait sondern mit Saddam Geschäfte machen können, weniger wirtschaftlich wäre das kaum gewesen; diesen Krieg befürworte ich auch im Nachhinein klar: nach weniger als einem Jahr ein klarer Sieg mit minimalen alliierten Verlusten- und ein freies Kuwait anstelle eines von Saddam unterjochten; das einzige was man -im Nachhinen- kritisieren könnte war das Vorgehen wärend des Krieges etwa diverse Bombardierungen von Städten
Im Kosovokrieg? Wohl kaum; auch hier gibt es keine nachvollziehbaren Vorteile, die die USA aus dem Krieg hätten ziehen können; man kann freilich über die Richtigkeit der NATO Intervention diskutieren aber er hat jedenfalls kaum wirtschaftliche Vorteile für die USA/NATO gebracht, auch in der Bevölkerung der beteiligten NATO Staaten war er unpopulär
Im "2,5. Golfkrieg" (Bombardierungen des Irak in den 1990ern um ihn militärisch zu schwächen)? ja, auf jeden Fall; Im Hinblick auf einen möglichen weiteren Golfkrieg war dieses Vorgehen aus Sicht der USA freilich sinnvoll
Im aktuellen Afganistankrieg? eingeschränkt; Afganistan ist zwar reich an Bodenschätzen aber deren effektive Ausbeutung ist nach dem Krieg nicht realistischer als vor dem Krieg, abgesehen davon hat Afganistan nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Anfangs kann die Intervention in Afganistan als ein Mittel des Populismus verstanden werden (Racheakt für 9/11) allerdings muss hier von einer sehr kurzsichtigen Denkweise der Verantwortlichen ausgegangen werden denn das der Krieg nicht schnell und einfach zu gewinnen ist war schon im vorhinen jedem klar , der sich ein wenig damit beschäftigt hat (alleine durch den Vergleich mit dem Sowjetisch- Afganischen Krieg)
Im dritten Golfkrieg? Ja, definitiv; der dritte Golfkrieg war für die USA im Vorhinein betrachtet in vielerlei Hinsicht von Vorteil; einerseits Wirtschaftlich da man so wieder auf die Ölvorräte des Irak zugreifen konnte andererseits auch sicherheitspolitisch um die militärische Gefahr, die der Irak darstellte, zu eliminieren und die mögliche Unterstützung von Terroristen duch den Irak zu verhindern desweiteren war der Krieg anfangs auch sehr populär; erst als der Plan "wir erobern Bagdad-> fette Party, alle Glücklich-> wir fahren nach hause und sind Helden, Irak ist ein friedliches, freies, westlich orientiertes Paradies und das Öl fließt in Strömen" nicht aufging wurde er langsam zum Problem
-> man kann keinesfalls behaupten, dass die USA nur eigennützig Kriege führen, da bräuchte es schon eine sehr verdrehte Weltanschauung
-> allgemein ist die Amerikanische (Außen-)politik relativ stark nationalistisch ausgerichtet aber auch nicht ungewöhnlich stark im Vergleich zu anderen Staaten einschließlich westlicher Demokratien; durch die militärische und wirtschaftliche Macht der USA kommt das in der Weltpolitik nur besonders deutlich zu tragen; Deutschland, Österreich und die Schweiz sowieso sind (in den letzten Jahrzehnten) eher ungewöhnlich friedlich und außenpolitisch wenig aggressiv und sollten daher nicht als Referenz herangezogen werden