Naja, die Mainboards knapp auf Kante auslegen ist bei Boards und CPUs die prinzipiell OC erlauben generell blöd. Da braucht sich MSI nicht wirklich wundern wenn sie dafür kritisert werden. Mit B450/X470 hat MSI dafür ja auch ganz gute Arbeit geleistet...
Die Mainboards waren nicht knapp auf Kante ausgelegt, bei einigen Konkurrenzmarken habe ich sogar höhere Spannungswandlertemperaturen gemessen. Aber wenn AMD 140 W Stromverbrauch in einen 95-W-TDP-Sockel quetscht, wird es zumindest mit Übertakten eng und die Hersteller fangen an, künftige Generationen nicht mehr für "AMD-Spec + OC", sondern für "AMD-Spec + AMD-Überraschung + OC" zu designen.
Am anderen Ende der Skala plant MSI sogar, Low-End-A320er für Ryzen 3000 neu aufzulegen. Aber da wird dann gleich empfohlen, nur die 65-W-Modelle zu verbauen.
Das sind aber wieder irgendwelche Benchmarks. Würde gerne mal einen 3700 gegen einen 9900K bei gleichem Takt in Spielen sehen.
Da dieser Wunsch schon mehrfach geäußert wurde:
Möchtet ihr dann auch die gleiche RAM-Geschwindigkeit sehen oder die jeweilige Herstellerspezifikation? In den bisherigen Tests treten die Ryzens als einzige mit DDR4-3200 an, was die Leistung bei gleichem Kerntakt natürlich verbessern kann.
Jetzt muss ich doch mal hier nachfragen:
Im Stream wurde irgendwas gesagt von
der 3733Mhz Speicher ist die beste Option alles drüber würde die Interne MHZ der Infinitiv Bridge halbieren und so würde zb. ein 4000Mhz Speicher deutlich langsamer ?
Wie kann man sich das vorstellen ?
und warum dann überhaupt schnelleren Speicher Verbauen ?
Wir planen auch ein ausführliches Speicherspecial, wo wir der Sache mit Tests auf den Grund gehen werden. Aber laut der technischen Unterlagen von AMD ist es so:
- Verbindung Speicher-Controller zum Infinitiy Fabric (und damit zu allen anderen CPU-Teilen, insbesondere den Kernen): 256 Bit Breite, SDR, IF-Takt
- Verbindung Speicher-Controller zum RAM: 128 Bit Breite, DDR, RAM-Takt
Daraus folgt: Wenn IF- und RAM-Takt im Verhältnis 1:1 stehen, ist der Datendurchsatz vom Speicher zum Controller genauso schnell, wie vom Controller zu den Kernen. Wechselt man auf den 2:1 Teiler, arbeitet der RAM doppelt so schnell wie die Verbindung zwischen Speicher-Controller und Kernen. (Zumindest solange man Dual-Channel) Die zusätzliche Datentransferrate verpufft, ein 3900X verliert sogar an Verbindungsgeschwindigkeit zwischen den CPU-Chiplets. Warum man das machen soll? Keine Ahnung. AMD selbst berichtet von Vorteilen in <1 Prozent (!) der Anwendungen, aber der Mitarbeiter konnte nicht sagen, welche Anwendungen das denn sein sollen.
(Anm.: Computerbase berichtet davon, dass die Grenze nicht bei DDR4-3733, sondern bei -3601 liegt und dass der IF darüber mit konstant 1.800 MHz arbeitet. Wir haben das noch nicht getestet, aber es widerspricht allen Angaben, die AMD mir persönlich gegenüber am Dienstag gemacht hat und es widerspricht auch dem Konzept eines "Teilers", dass bei unterschiedlichen RAM-Geschwindigkeiten der IF-Takt konstant bleiben soll.)
Sag ich ja. Reagiert aber keiner der Verantwortlichen drauf. Torsten stichelt lieber mir seinen AMD Fans Anspielungen.
Ich kann meine Meinung zum Verhalten einiger Personen mir gegenüber sagen, aber ich kann keine kompetente Auskunft über Tests geben, die zum Teil in meiner Abwesenheit stattfanden. Ich bin Fachredakteur Mainboards und war letzte Woche beispielsweise drei Tage auf Dienstreise, um mehr Hintergründe über X570-Platinen in Erfahrung zu bringen und weiß nur, dass in dieser Zeit getestet wurde – aber nicht was. Auf alle Fälle war Daniel seit Wochen am hantieren, lange bevor Ryzen-3000-Samples eintrafen, hat also auch ältere CPUs neu getestet. Ob hier nur die alten Werte überprüft und dann beibehalten wurden oder ob alles komplett neu ist: Keine Ahnung, kann ich mich nicht zu äußern.
Wenn ich mir aber Cinebench R15 angucke (jeweils auf den 3900X bezogen):
Bei uns hat der 2990WX 62 Prozent Vorsprun. Bei Computerbase 62 Prozent.
Der 2700X hat bei 44 Prozent Rückstand, dort 42 Prozent.
7700K 70 Prozent respektive 69 Prozent.
Also so ganz falsch können die Zahlen wohl nicht sein. Warum wir in Spielen Unterschiede zwischen CPUs besser herausarbeiten können, wurde hier im Thread ja schon mehrfach erklärt. Und warum Vergleiche mit High-End-Intel-CPUs Test-spezifisch sind, solange kein Power-Limit angegeben wird, erzähle ich seit Jahren bei jeder Gelegenheit. Leider gibt es so gut wie keine andere Seite, die 95-W-Ergebnisse des 9900K angibt, sodass man nie weiß, was deren Testplattform gerade ausgewürfelt hat. (Die 95-W-Quadcores sind vor dem Problem weitestgehend sicher, die 95-W-Hexacores meistens in Spielen. Aber da ist dann wieder die Sache mit Auflösung, Settings und Benchsequenzen.)
Man kann es sich so vorstellen, dass der interne Takt des IF wahrscheinlich nur bis knapp 4 GHz sicher packt. Offensichtlich muss er aber mit dem RAM-Takt gekoppelt sein. Somit kann man, um mehr RAM-Takt zu ermöglichen, den IF so umstellen, dass er selbst alle zwei RAM-Takte nur einmal taktet. Das macht das Board über 3733 MHz RAM-Takt automatisch.
Warum man schnelleren RAM verbauen sollte, war wahrscheinlich schon vor Ryzen 3000 meistens nicht so ganz sicher. Viele verbauen ihn, weil er eben höher taktet und sie das cool finden. Das geht ja weiterhin, kostet aber eventuell Leistung.
Am sinnvollsten ist es natürlich, den maximalen Infinity-Fabric-Takt zu erreichen und somit 3733 MHz RAM-Takt anzulegen. Mehr kann man dazu nicht sagen, ist eben so.
AMD wollte keine klare Antwort geben, sprach aber von wenigen Dutzend MHz, die das IF höher taktbar wäre. Vermutlich liegt die Grenze eher bei 1.800 MHz denn bei 2.000 (=DDR4-4000 bei 1:1). Das passt auch gut zu den beinahe verdoppelten Speicher-OC-Rekorden, obwohl AMD keine Verbesserungen am Controller verspricht. Vermutlich kann der seit Ryzen 1000 ähnlich hohe Taktraten wie Intel-CPUs erreichen – aber das fest angekoppelte Infinity Fabric macht einfach nicht mit. Jetzt kann man letztgenanntes unter- und dann den Speicher nach belieben übertakten, außer hübscher CPU-Z-Bildchen kommt aber möglicherweise nichts dabei heraus.
Habt ihr denn schon genauere Infos, wie sich der R9 3900x auf einem X470er Mainboard verhält? Laut AMD sollte ja alles problemlos klappen mit X4xx'ern und X3xx'ern, aber in manchen Tests ließt man von Problemen - vor allem mit Asus-Boards (X470) und AGESA 1.0.0.2 - konntet ihr Ähnliches beobachten?
Naja, am Freitag soll der 3900x hier eintrudeln, dann mal schauen, wie sich 12-Kerne auf einem ITX-Board machen
Wir haben auf ausführliche Tests verzichtet, eben weil es noch keine finalen UEFIs für die alten Boards gab. Die Mainboard-Hersteller sprechen ebenfalls von problemlosen Betrieb; wie weiter oben geschrieben sollen selbst einige A320-Platinen Ryzen-3000-fit gemacht werden und auch mit B450 und X470 plant MSI eine komplette "MAX"-Reihe, die neu in den Handel gebracht wird. Das würde man nicht machen, wenn es prinzipielle Probleme gebe – auch wenn es möglicherweise dauert, bis für alle alten Mainboards mehr als ein Beta-UEFI verfügbar ist.