Ob du es wahr haben willst, oder nicht, das ist ein Luxusproblem verglichen mit den Zuständen in Somalia, Angola oder Syrien. Dein Vater hat ein Dach, ein Bett, warmes Wasser, Strom, muss nicht hungern.
Das doch jetzt ein Scherz oder? Willst du jetzt allen ernstes hier sagen, hey, nur weil ihr nicht verhungert und eure Politiker ihren Machterhalt durch Bürgerkrieg zementieren habt ihr kein Recht euch über die Zustände zu beschweren? Wärst du glücklicher wenn wir hier die gleichen Zustände wie in den von dir genannten Ländern hätten? Würdest du nur dann denn Leuten zugestehen sich über Probleme zu beschweren?
Denkst du nicht die Menschen hier in Deutschland in der Vergangenheit genug Lehrgeld gezahlt haben, gelitten und geschuftet haben, das es ihnen heute etwas besser geht als an vielen anderen Stellen der Welt?
Was denkst du woher Wohlstand kommt? Dadurch das man wegrennt sobald die Situation in einem Land schlecht ist und dahin geht wo es besser ist? Oder dadurch das man sich dafür einsetzt, hart arbeitet und leidet das spätere Generationen es evt. mal besser haben?
Vieleicht sollten wir das ja den Leuten hier in Deutschland empfehlen, denen, die hier am unteren Rand des Sozialsystems hängen, oder durchgefallen sind.
Hey Leute, tut uns Leid, ihr lebt zwar teilweise am Rand des geselschaftlichen Lebens, aber hey, geht doch einfach nach Syrien, Somalia, oder in ein anderes Land, wie die USA, und sagt denen das Sie sich um euch kümmern sollen! Die werden euch mit genau so viel Zuwendung und staatlicher Unterstützung versehen wie Deutschland es mit seinen Einwanderern und Flüchtlingen tut...
Es gibt nur einen Garanten gegen Armut und er heisst nicht "weniger Migranten" sondern Bildung. Denn Bildungsgrad und Einkommen stehen in direktem Zusammenhang. Ein 5er Hauptschüler der mit seinem Zeugnis bestenfalls sowas wie Friseur o.ä. werden kann, wird auch nach 40 Jahren kaum eine Rente erreichen die zu Leben reicht.
Da liegst du einem Irrglauben auf der schon seid Jahren propagiert wird. Bildung ist kein Garant mehr für irgendwas. Eine gute Bildung gibt dir nur noch eine Chance das es dir mal besser gehen könnte, !!!WENN!!!, du das Glück hast und mit deiner Bildung auch Arbeit findest und da ist die Kruxs an der Sache. Es gibt nicht genügend Arbeit das jeder Mensch ein halbwegs anständiges Leben führen kann.
Nicht umsonst hast du unter den Mrd. von Menschen auf der Welt etwa 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. die von der Hand in den Mund leben und als Tagelöhner arbeiten und nicht umsonst verhungern jedes Jahr etwa 400 mio, Menschen weil sie sich das Essen nicht leisten können.
Die Automatisierung die im 20 Jahrhundert eingesetzt hat und immer weiter vorran getrieben wird hat dafür gesorgt das immer weniger Arbeitskräfte nötig sind. Wir brauchen heute keine 1000 Arbeiter mehr in einer Fabrik die etwas produzieren. Du hast heute noch 50 Arbeiter die die Produktion überwachen und die Qualität sicher stellen, ein großer Teil der Produktion wird von Maschinen und Robotern durchgeführt. Nur noch wenige Bereiche sind Arbeitskräfte Intensiv und diese Bereiche wurden und werden im Rahmen der Globalisierung in die Länder ausgelagert wo Arbeitskraft billig ist, oder aber auf Grund von staatlicher Subvention und Lohndumping in Zeitarbeit und Niedriglohn umgewandelt.
Aber trotz dieses Umstands, welcher immer noch all zu gerne verdrängt wird, tut man nach wie vor so als gäbe es diese Entwicklung nicht, als wäre Arbeit im Überfluss vorhanden und mangelnde Bildung und Faulheit vieler arbeitslosen Menschen der Grund dafür das es ihnen so schlecht geht. Warum sollte man auch zur Kentniss nehmen das die letzten 114 Jahre eine Entwicklung eingeleitet haben in der der Mensch für die Versorgung des Menschen und die Schafung von Luxusgütern immer weniger von Bedeutung ist?
Warum sollte man anerkennen das das wir immer mehr dahin drivten das wenige Leute am Wohlstand beteiligt sind und viele wenig haben?
Bildung ist wichtig ja und wir tun wenig dafür unseren Schülern und Studenten eine zeitgemäße Bildung zu ermöglichen, trotz allem ist der Zugang und die Möglichkeit sich zu bilden so gut wie noch nie und wenn wir davon sprechen das es in einem anderen Land mehr Absolventen von Hochschulen gibt, so vergessen wir im gleichen Atemzug, das dort zwar vieleicht 27% einen Bechlor, oder Master haben, aber das die berufliche, fachliche Qualifikation der gemeinen Ausbildung in einem Arbeitsberuf meist deutlich schlechter im Vergleich zu einer Ausbildung in einem Berufszweig zu Deutschland ist.
Und trotz dieses Umstands, über recht gut qualifizierte Arbeitskräfte zu verfügen haben wir in Deutschland geschönte Statistiken was Arbeitslose betrifft und viele gut qualifizierte Leute die Arbeiten zu Niedriglöhnen durchführen, oder nach deutscher Definition an, oder unter der Armutsgrenze leben!
Also, wo !!!GARANTIERT!!! Bildung diesen Menschen ein gutes Leben? Wo sind besseres Lehrpersonal, bessere schulische Materialien und Förderung die es mehr Menschen ermöglichen an die Universität zu kommen und wo, selbst wenn es mehr Menschen an eine Uni schaffen würden sind die Plätze im völlig überfülten Lesesaal um zu studieren? Und wo ist die Garantie das jemand der seinen Abschluss an einer Universität gemacht hat nicht bei Mc Donalds, oder Burgerking endet, obwohl er studiert hat?
Das dein Vater nicht mal die 360€ Grundsteuer im Jahr hat, verstehe ich nicht, die hatte ich sogar damals als Hartz4 Empfänger über.
Du weißt aber schon das sich die Höhe der Grundsteuer nach der Größe des Grunds richtet? Einer der nur ein 150 bis 200qm Haus auf 500qm Land hat mag vieleicht mit 360 Euro im Jahr weg kommen, wenn du aber wie mein Vater ein alten vier Seitenhof/Bauernhof hast wo schon alleine das Grundstück auf dem das Haus steht 5000qm hat bist du schnell bei weit über 1000 Euro im Jahr für die Grundsteuer, dazu kommen noch Dinge wie Abgaben für die Gewässerreinigung weil am Grundstück ein Fluss entlang geht der von der Gemeinde sauber gehalten wird und für diese Kosten kommen die Anlieger an den Flüssen auf.
Was soll Der Staat deiner Meinung nach machen? Noch mehr Sozialleistungen raushauen damit dieses ganze Hartz4 Schmarotzerpack noch weniger Anreiz hat den Arsch zu bewegen? Sozialleistungen sind immer ein Zweischneidiges Schwert
Nein, sich endlich mal darum kümmern das die Leistungen dort ankommen wo Sie benötigt werden und auch in den Umfang gewährt werden wie die Menschen sie benötigen und das ohne das man teils Jahre lang für seinen Anspruch vor Gericht prozesieren muss!
Und unser Staat, wie auch der Rest der Welt, muss sich endlich eingestehen das unsere Konsumgesellschaft am Ende ist. Wir können nicht mehr so weiter machen wie bis her und sagen die Probleme die ich oben angesprochen habe gibt es nicht und es muss nur jeder schlau genug werden um auch was vom Kuchen ab zu bekommen! Wir werden in Zukunft eine weiter ansteigende Weltbevölkerung haben und auch unsere Rohstoffvorkommen werden sich nicht auf wundersame Weise vergrößern so das wir den momentanen "Wohlstand" halten, oder ausdehnen können.
Also haben wir nur 3 Möglichkeiten, entweder wir akzeptieren den Umstand das es ist wie es ist und es keinen Wohlstand für alle geben kann, machen mit unserer Wirtschaft so weiter wie im Moment und akzeptieren das es eben nur genug Wohlstand gibt das die ca. 500Mio. Menschen hier im Westen sehr gut leben können und beuten dafür den Rest der Welt aus und lassen die Menschen dort vor die Hunde gehen, oder aber, die zweite Möglichkeit, wir ändern unsere Wirtschaft zu einer abgeschwächten Form kommunistischer Planwirtschaft in der die Menschen nicht mehr nach belieben konsumieren können und in der Produkte länger als im Schnitt 1-5 Jahre in Benutzung bleiben was aber auch dazu führen würde das Geld in seiner momentanen Form deutlich entwertet werden würde, aber im Gegenzug dafür sorgen würde das einer breiteren Schicht Menschen ein höherer Wohlstand möglich ist.
Die dritte, aber unwahrscheinlichste Möglichkeit aus momentaner Sicht, wir schaffen es den Weltraum als Lebensraum und Ressourcenquelle zu erschließen und schaffen es so die natürliche Limitierung an Rohstoffen und Platzbedarf zu umgehen die unsere momentane Wirschafts- Sozialform behindert und zum kolabieren bringt.
In allen Fällen jedoch müssen wir uns endlich von einem angebrachten Standpunkt verabschieden, das die Probleme von Armut, sozialer Benachteiligung und Ungleichverteilung von Wohlstand ein Umstand ist der in erster Linie von den Menschen und ihrem Mangel an eventueller Bildung geschuldet ist.
Es ist ein Problem des Systems das muss erkannt werden, wenn wir so weiter machen wie bis her wird das nur zu einem Ergebniss führen, irgendwann wird das System so wie es ist kolabieren weil es völlig aus dem Ruder läuft und zu weiten Teilen nicht mehr funktioniert und dann wird es ein Chaos und eine Entladung der Unzufriedenheit geben die wir uns heute noch nicht ausmalen können.