Ich gehe auch von vorhandener "Clan-Kriminalität" aus. Allerdings meine ich das ganz anders. Ich nenne es erstens "Familienkriminalität". Jeder von uns kennt glaube ich "Familientreffen" mit locker über 100 Beteiligten. Familien können sehr groß sein, zumindest dann, wenn man viele Kinder hat. Heutige typische "Ein-Kind-Familien" haben das in der Regel nicht mehr, da gibt es dann oft nicht einmal Tanten und Onkels. Ich hatte die Option, durch wechselnde Beziehungen, mehrere große Familientreffen zu erleben, einmal auch im deutschen Hochadel. Und man bemerkt extreme Unterschiede.
Man sollte anfangen, sich mit der Kultur von Menschen auseinander zu setzen. Es gibt keine "deutsche Kultur", es gibt hier achtzigmillionen Menschen, die ihre eigene Kultur leben, oft sehr ähnlich, oft grundsätzlich anders. Was habe ich z.B. mit einem Herrn Merz und seinen Werten zu tun? Herzlich wenig. In der Regel wegen sich hier alle im Rahmen des Grundgesetzes, aber jeder von uns übertritt tagtäglich irgendwelche Gesetze und sei es nur die rote Ampel, die ich als Fußgänger regelmäßig ignoriere. Bei anderen geht es erheblich schwerwiegende Dinge.
Und jetzt lebt jeder seine eigenen Kultur und seine eigenen Werte, die vor allem von der Familie geprägt wird, aber ebenso von Freunden, der Gesellschaft, den Medien und vielen mehr. Jetzt finden sich z.B. Familien, die den Anspruchen haben, verantwortungsbewusst mit Fauna und Flora umzugehen. Und ebenso findest Du am anderen Ende Menschen mit der Kultur, der hemmungslosen Bereicherung, ohne Rücksicht auf Verluste. Und da findet man familiäre Häufungen. Und Familien stehen laut Grundgesetz unter besonderem Schutz.
Z.B. erzeugt der "Piëch-Clan" jedes Jahr vermutete Schäden in Milliardenhöhe, insbesondere mit Steuerbetrug, Bestechungen und anderen kriminellen Dingen. Auch der "Quandt-Clan" ist, so liest man, alles andere als eine gesetzeskonforme Familie. Ganz übel ist der "Spinger-Clan", usw. Und so findet man überall Häufungen bestimmter Straftat. Bei Bauern z.B. gehäuft Umweltvergehen, bei reichen Familien Steuervergehen usw.
"Familienkriminalität" ist weit verbreitet, und trotzdem sagt es rein gar nichts über einzelne Familienmitglieder aus. Nur weil z.B. den fiktiver Bruder wegen Steuerbetrug im Gefängnis sitzt, bist Du jetzt was?
Und wenn wir das Fass aufmachen, Sippenhaftung wieder einzuführen, dann wird das ganz schmutzig. Das scheint den ganzen Plappermäulern, die von "Clan-Kriminalität" reden, nicht im Ansatz klar zu sein. Meine Familie, je nachdem wie weit ich den Kreis ziehen, enthält nach meinem Wertesystem ziemlich verabscheuenwürdige Menschen. Und was sagt das über mich aus?
Jeder kann seine Familienkultur überwinden und weiter wachsen. Darum ist "sippenhaft" so ziemlich das widerwärtigste, was man machen kann. Das ist ein typisches Beispiel für willkürliche faschistische Politik.