Genauso haben das die Sozialdemokraten in Dänemark gemacht.
Dort spielen die Populistenparteien keine Rolle mehr, weil deren Narrativ die Sozialdemokraten übernommen haben.
Ich hab keine Ahnung, ob das auch für Deutschland gelingt, aber sowohl die Union als auch die FDP versucht das.
Die Politik von der SPD und den Grünen klappt aktuell ja nicht.
Was natürlich auch an den Medien liegt, die alles kaputt reden, was die Regierung macht.
Ich hatte nie den Eindruck, dass Populisten in Dänemark eine große spielen würden. Die meisten Dänen scheinen ihre Bürgerpflichten dafür noch zu ernst zu nehmen. Vor grob 10-15 Jahren legten neue, rechte Parteien dort zu, ja. Aber die schienen mir weniger populistisch als Merz zu sein (gut, das ist jetzt keine wirklich hohe Hürde) und sie fanden Anklang, weil die Wähler ihre Pläne mochten. Nachdem die sogenannten Sozialdemokraten größere Teile der Pläne übernehmen haben, hat sich das wieder geändert, aber trotzdem sind in Dänemark jetzt die Rechten an der Macht. Es sind halt nur Rechte, die sich "Sozialdemokraten" nennen, aber einen großen Fortschritt gegenüber dem, was "aufgehalten wurde", sehe ich dagegen nicht.
In Deutschland dagegen sind es eben wirklich Populisten, die auf dem Vormarsch sind. Die haben keine Pläne, die man übernehmen könnte (bzw. die Pläne, die sie haben, hört man nur in geschlossenen Tagungen

), die haben einfach nur dumme Sprüche und Lügen. Die sollte tunlichst niemand übernehmen und das würde auch nichts bringen. Neue Lügen sind schnell erfunden und es werden noch extremere sein, sobald die bisherigen von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert wurden. Das zeigt die gesamte bisherige Geschichte der AFD. Erinnert sich noch wer daran, als das eine Partei war, welche die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der restlichen EU drosseln wollte? Drei "die Union übernimmt AFD-Forderungen"-Runden später ist die AFD stärker denn je und arbeitet an der ethnischen Säuberung (vorerst) durch Deportation; Höcke bereite die mediale Machtübernahme vor.
Möglichst dauerhafte Lösungen gibt es für so etwas im Grunde nur durch eine Politik der sozialen Zufriedenheit, weil ein "wohlstandstechnisch satter" konservativ-rechts eingestellter Bürger auch ein zumeist "fauler" Bürger ist.
Gerade der ""konservativ"" rechts eingestellte Mittelstandsbürger hätte allen Grund zum satt sein und lebt so gut wie nie zuvor. Aber seine Gier ist trotzdem größer denn je und der Abstand zu den "da unten" hat sich etwas reduziert und das reicht schon, um dem erstbesten Populisten hinterherzurennen und Umsturzgedanken zu pflegen. Klar kann man AFD-Wähler solange mit Geschenken zuschmeißen, bis sie wieder ruhiger werden. Aber wie lange kann sich die Gesellschaft in einer Zeit voller echter Herausforderungen leisten?
Faktenbasiert? Die Altparteien waren schon vor dem Großwerden der AfD nicht sonderlich faktenbasiert. Die AfD verstärkt diesen Umstand zwar stark, ist aber nicht dafür ursächlich. Die etablierten Parteien bemühen sich ja auch nicht um Besserung. Eher im Gegenteil. Zumindest habe ich schon seit Jahren keinen Politiker mehr gesehen, der öffentlichkeitswirksam seine Politik zu erklären versucht und für diese geworben hat. Ein sinnvoller politischer Dialog findet in der Gesellschaft kaum noch statt.
Hey: Ich hab "erleichtern" geschrieben, nicht "herbeiführen"

Natürlich ist die Offenheit für Populismus ein Grundproblem der gesamten deutschen Politik und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Rechtsextreme Populisten ins gemacht Bett setzen. Während die älteren Parteien aber nur einseitig den Fokus gesetzt und mit stark vereinfachten Darstellungen manipuliert haben, setzt die AFD systematisch auf Unwahrheiten, Falschdarstellungen und Quellenverleumdnung. Das schafft Blasen voller Lügen, in denen Leute gar nicht mehr für die Wahrheit zugänglich sind, wo es vorher nur Blasen mit mangelnder Weitsicht gab, in der Leute einen Teil der Wirklichkeit ignoriert haben.
Hat man die angestochen, war schnell die Luft raus, solange jemand überhaupt zu politischem Denken bereit war. Es ist noch keine 15 Jahre her, da waren zum Beispiel die Grünen gegen die Förderung von Batterieautos, weil das ohne die nötige (auch heute nicht absehbare) erneuerbare Energien nur schweine teure, leicht klimaschädliche Subventionen für die Autoindustrie sind. Die Linke hat damals noch sinnvoll Punkte in Sachen Europapolitik angesprochen, anstatt Russlandbeweihräucherung zu machen, die FDP auf Bürgerfreiheiten geachtet, etc.. Leider all das schon nicht mehr auf der großen Bühne, aber es war noch da. Heute? Heute muss man erstmal 20 Minuten klarstellen, was von dem AFD-verbreiteten Geschwätz komplett falsch ist, ehe man zu einer eigenen Message kommen kann. Aber die Aufmerksamkeitsspanne ist von 10 auf 5 Minuten gefallen.
Das machen die etablierten Parteien doch aber auch nicht? Ist man also blöd, egal was man wählt?
Nö. Man ist blöd, wenn man sich nicht selbst informiert, sondern Demokratie verweigert, solange der Kanzler nicht persönlich vorbeikommt.
Außerdem vergessen viele die starke Kluft zwischen Stadt und Land. Der Osten besteht nicht nur aus Berlin, vielleicht noch Dresden, Leipzig und Co., sondern auch hauptsächlich aus sehr vielen Kleinstädten und Dörfern, in denen die Bevölkerung wenig Lust auf die herablassende städtisch-geprägte Politik hat. Zudem sind "Land"-Communities auch viel persönlicher und man wählt ggf. nicht das Programm, sondern die Person - auch wenn die vielleicht eine fragwürdige Ideologie hat.
Also kurz: Anstatt sich mit Inhalten zu beschäftigen, klüngelt man lieber und unterstellt auch noch allen ""Städtern"" (Synonym für "Leute mit anderer Meinung") sie würden das gleiche machen und einem nur böses wollen. Und mit der Scheiße in der Rübe kommen dann Wahlentscheidungen wie AFD = stärkste Partei zustande

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Meines Erachtens muss unsere politische Elite endlich von ihrem hohen Ross unterkommen, sich um die Probleme der Sozialschwachen und der Landbevölkerung kümmern und mit dem Volk in einen sinnvollen Dialog treten.
Aufgabe der Politik ist es, alle Probleme zu lösen, soweit dies [gleichzeitig] möglich ist.
Aufgabe der Politik ist es meiner Meinung nach nicht mit denen zu labern, die sich gerade ganz besonders viele Probleme einbilden und anfangen, zusätzliche zu verursachen, wenn sie nicht die volle Aufmerksamkeit bekommen.
Das geht ganz einfach. Auf dem Papier hatten wir die Wende. Wirtschaftlich sieht das immer noch ganz anders aus. Keine Ostunternehmen im DAX, unfassbar geringe Eigentumsquote, deutlich niedrigere Durchschnittslöhne, kaum bis gar keine Repräsentation in Führungspositionen usw. Das sind halt alles Fakten.
Wie viele Schleswig-Holsteiner Unternehmen sind denn im DAX? Wie viele Führungskräfte leben in Bremen, wie viele in Berlin? Hast du dich mal mit einem aus Ostwestphalen oder Nordhessen über die tollen Karrieremöglichkeiten unterhalten? Niemand streitet ab, dass es "im Osten" Probleme gibt. Aber es sind nicht "Ostprobleme". Es sind Probleme von Gegenden, in denen eine Wirtschaft zusammengebrochen ist (oder gar nicht erst existiert hat) und wir leben einem System, in dem Aufstieg und Verbesserung kaum möglich ist, weil man die Ressourcen für Verbesserungen nur hat, wenn es einem schon gut geht. Aber das gilt eben auch für Teile Westdeutschlands. Und es gilt für Teile des Osten nicht. (Naja - für einen Teil, Berlin halt.)
Und jeder, der was anderes verbreitet, betätigt sich halt einfach nur populistisch, hetzt Leute auf und lenkt so von den Problemursachen ab, was eine Lösung derselben weiter erschwert. Solche Leute auch noch zu wählen oder ihnen nach dem Mund zu reden, wenn man besagte Problemlösungen selbst dringend nötig hätte, ist einfach nur eins:
Bescheuert.