Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Eigentlich würde ich es als Aufforderung verstehen sich mal die reinen Zahlen anzusehen. Wir haben eine kleine Anzahl an "Reichen" und selbst da besteht der "Reichtum" oft aus dem Wert von selbst geführten Unternehmen.


Wenn also als Problemlösung kommt, dass man "die Reichen" belasten muss, sollte einem klar sein, dass das meist nicht nur Reiche trifft.
 
Ich kann davon auch nur träumen.

Du arbeitest doch auch nicht Vollzeit, oder?

Durchschnittsgehalt ist sowieso immer eine ziemlich sinnfreie Angabe. Sehr ungleiche Verteilungen lassen sich mit dem "Durchschnitt" (arithmetisches Mittel) nie gut darstellen. In diesem Fall wird das "Durchschnittseinkommen" massiv durch "Spitzenverdiener" oder durch Leute am Ende ihrer Normalverdienerkarriere, die aber noch gute Altverträge haben, verzerrt. Auch Facharbeiterlöhne in Großbetrieben mit IGM- oder IGBCE-Tarifbindung sind da nochmal ein ganz anderer Schnack als in irgendwelchen kleinen Butzen.

Auf Grundlage von Stepstone*-Daten für 2023 liegt das Median-Jahresbrutto bei 44.407€, das Durchschnitts-Jahresbrutto bei 53.318€. Teilen wir das ganz stumpf durch 12 Monatsgehälter, kämen wir bei Median 3700€ und Durchschnitt 4443€ raus.

Als (mehr oder weniger) Sozialarbeiter mit einer handvoll Jahre Berufserfahrung komme ich übrigens minimal über den Netto-Median, was monatlich (kinderlos und SK1) 2,3k und ein paar Zerquetschte bedeutet.

(*Ich finde es by the way furchtbar, dass das Statistische Bundesamt mit seiner GENESIS-Datenbank so sehr hinter kommerziellen Anbietern wie Statista hinterher hinkt. Und dass bspw. Stepstone für viele Auswertungen die wichtigste Datenquelle darzustellen scheint, deren Repräsentativität ich schwer einschätzen kann.)
 
Das ist bei den meisten nicht anders.

Jo, genau das sagt der Median-Wert zum Gehalt ja auch aus. Jemand mit dem Median-Brutto von 3700€ im Monat liegt entlohnungsmäßig genau in der Mitte. 50% (oder genauer: 49,999...%) der Löhne sind niedriger, genauso viele sind höher. Das "Durchschnittseinkommen" wird also nur von Besserverdienern erreicht. Statistik ist schon ein lustiges Miststück.

Ich hätte allerdings auch nie gedacht, von mir selbst mal sagen zu können: "le centre, c'est moi!" :ugly:
 
Das ist bei den meisten nicht anders.
Mich würde ja mal interessieren woran das liegt...

Mir ist zwar klar das nicht jeder Meister oder Ingenieur sein kann aber es gibt doch immer noch Möglichkeiten sich weiterzubilden und aufzusteigen

Weil wenn ich mir meine Situation anschaue: Facharbeiter mit 90% abgeschlossen, kurz danach den Meister gemacht und jetzt hab ich eine Stelle wo der Meister o.ä. als Quali gebraucht wird
Ich würde auch noch weiter machen aber die Abgaben schlagen jetzt schon so zu buche, dass ich langsam kaum noch Sinn sehe sich neben der Arbeit für das bissel mehr was bleibt sich hinzusetzen
 
Mich würde ja mal interessieren woran das liegt...
Weil wir im Neokapitalismus liegen und das Geld nach oben umverteilt wird. In den sechziger bis achtziger Jahren waren die Unterschiede der Gehälter lange nicht so groß wie heute. Und während die Gewekscahften seit dreißig Jahren Lohnzurückhaltung predigen, genehmigt man sich am oberen Ende eine Rekaorderhöhung nach der anderen.

Und unsere Regierung, alles stramme Neokapitalisten, wird dagegen nichts unternehmen.
 
Mich würde ja mal interessieren woran das liegt...

Mir ist zwar klar das nicht jeder Meister oder Ingenieur sein kann aber es gibt doch immer noch Möglichkeiten sich weiterzubilden und aufzusteigen
Naja, sagen wir du sitzt in einem Großraumbüro als gelernter Bürkaufmann/frau.
Was willst du und die anderen 100 Kollegen da groß verbessern. Es gibt viele Einkäufer, und wenige Einkaufsleiter. Letzteres kann nicht jeder sein.
 
Weil wir im Neokapitalismus liegen und das Geld nach oben umverteilt wird. In den sechziger bis achtziger Jahren waren die Unterschiede der Gehälter lange nicht so groß wie heute. Und während die Gewekscahften seit dreißig Jahren Lohnzurückhaltung predigen, genehmigt man sich am oberen Ende eine Rekaorderhöhung nach der anderen.

Und unsere Regierung, alles stramme Neokapitalisten, wird dagegen nichts unternehmen.
Ja das sind beunruhigende Entwicklungen.
Dazu kommt ja mein Lieblingsthema....hohe Steuern/Abgaben beim gleichzeitigen Verschleudern der selben
Ich bin voll fürs Leistungsprinzip also das es leistungsgerechte Bezahlung gibt und es auch gewürdigt wird wenn man sich weiterbildet und ansträngt als 30 Jahre lang auf der Stelle zu tappeln weil es bequemer ist.

Naja, sagen wir du sitzt in einem Großraumbüro als gelernter Bürkaufmann/frau.
Was willst du und die anderen 100 Kollegen da groß verbessern. Es gibt viele Einkäufer, und wenige Einkaufsleiter. Letzteres kann nicht jeder sein.
Ja die Bürobereiche sind da wirklich schwieriger zu regeln weil da wirklich Dutzende das gleiche mache und die Teams sehr groß sind.
Da kann man sich meist auch schlecht hervorheben. Da müsste man gucken wie man da unterscheiden kann. Ich kann mir vorstellen das dort erfahrene Mitarbeiter deutlich effizienter arbeiten können als neu und ne bessere Fehlerquote haben.
 
Heutzutage machst du nur noch Gehaltssprünge wenn du dreist bist und zusätzlich häufiger den Arbeitgeber wechselst. Treue wird Gehaltstechnisch absolut nicht belohnt. Wer den aktuellen Arbeitgeber nach 30% mehr Gehalt fragt wird nur müde belächelt, stell dieselbe Forderung bei einem neuen Arbeitgeber und auf einmal geht es sehr wohl. Der aktuelle Arbeitgeber lässt dich dann lieber gehen und stellt einen neuen für eben diese 30% mehr. Eigentlich echt lustig :D

Klar klappt das nicht beliebig oft, aber gerade als Berufsanfänger, wo solche Steigerungen drin sind, ist das der Weg.
 
Und dann halten es dieser Spitzbuben noch für angemessen, sich nicht gezahlte Steuern im Rahmen von CumEx erstatten zu lassen.
Und gewissen Politiker vergessen, wie tief sie mit drin stecken.
Der aktuelle Arbeitgeber lässt dich dann lieber gehen und stellt einen neuen für eben diese 30% mehr. Eigentlich echt lustig
Ich kenne eher die Erfahrung, dass man den nächsten für das gleiche Gehalt einstellt, also nicht mehr bezahlen will. Welche Firma will schon mehr bezahlen?
Ich musste mir mein exorbitantes Gehalt auch erschlafen. :D
 
Die höheren Steuern gibt es ja nur für mittlere Einkommen. Nach oben hin wird die relative Steuerlast immer geringer. Und dann halten es dieser Spitzbuben noch für angemessen, sich nicht gezahlte Steuern im Rahmen von CumEx erstatten zu lassen.
Da stimmen die Zahlen wieder nicht


Jetzt frage ich mich halt wie kriminelles Tun (CumEx) durch höhere Steuern verhindert wird.
 
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