Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Weil die Frage aufgeworfen worde, wieso gegenüber Muslimen in Deutschland eine große Abneigung herrscht, natürlich mit der Implikation, dass die Muslime ausschließlich selber schuld daran sind, möchte ich gerne auf folgenden Artikel aufmerksam machen, aus welchem hervorgeht, dass Muslime und der Islam in den hiesigen Medien über Jahrzehnte hindurch als ein Feindbild konstruiert wurde.


Daher finde ich es auch naheliegend, dass sich bei dem Großteil der Bevölkerung, welcher sich nicht tiefgehend mit der Thematik befasst, eine eingeschränkte und selektive Sicht auf die Muslime und ihre Pluralität bilden konnte, was leider in starken Vorurteilen und Abneigungen mündet.

Kann dazu auch nur die Historikerin Yasemin Shooman (selber Jüdin) und ihr Buch empfehlen:


Die arbeitet hier sehr gut heraus, dass die Narrative gegen Muslime teilweise auch in ihrer Struktur der antisemitischen Narrative in den deutschen Medien in den 30er/40er Jahren verblüffend ähnelt. Platt ausgedrückt sind für den heutigen Neurechten die Muslime die "neuen Juden", denen man ständig unterstellt, dass sie die Gesellschaft zersetzen werden. Genau wie damals den Juden das unterstellt wurde.

Also exakt Karuuzos Narrative, denen er aus seinen rechten Kreisen und Kanälen 1zu1 entnommen zu haben scheint.
 
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Eben habe ich wieder Bekannten zugehört. Das Bürgergeld wäre viel zu hoch.
Arbeiten würde sich nicht mehr lohnen. Das müsse gekürzt werden.
Das habe ich so oft die Tage auch schon im Fernsehen gehört.
Aber niemand sagt das die Löhne zu niedrig sind. :ka:

Klar, wenn gesunde Menschen immer wieder Jobangebote ablehnen, sollte man die hart sanktionieren.
Aber generell das Bürgergeld zu kürzen finde ich nicht gut.
Wobei ich Merz das zutrauen würde, wäre die Union alleine in der Regierung.
 
Eben habe ich wieder Bekannten zugehört. Das Bürgergeld wäre viel zu hoch.
Arbeiten würde sich nicht mehr lohnen. Das müsse gekürzt werden.
Wäre nicht der richtige Ansatz, den Mindestlohn zu erhöhen? Aber nein, das ist er wieder der unangenehme Deutsche, der nach unten treten muss.

Und Merz spielt die Karte liebend gerne aus, kann er doch dann, also er der Mittelklasse Merz, auch problemlos auf alle treten, die wirtschaftlich unter ihm stehen. Und unsere Regierung macht nichts in dieser Richtung, was in absehbarer Zeit umsetzbar ist.
 
Wäre nicht der richtige Ansatz, den Mindestlohn zu erhöhen? Aber nein, das ist er wieder der unangenehme Deutsche, der nach unten treten muss.
Meiner Meinung nach muß der Mindestlohn auf 14 Euro erhöht werden.
Damit wieder eine erkennbare Differenz zwischen Bürgergeld und Lohn vorhanden ist.
Und Menschen die Vollzeit arbeiten nicht aufstocken müssen.
Die Arbeitgeber haben auch eine Verantwortung. Und sollten ihre Arbeitskräfte mehr wertschätzen.
 
Wäre nicht der richtige Ansatz, den Mindestlohn zu erhöhen? Aber nein, das ist er wieder der unangenehme Deutsche, der nach unten treten muss.
Das ist in anderen Ländern nicht anders, das man gerne nach unten tritt, wo sich nicht groß gewehrt werden kann (England spart auch vor allen bei den Sozialschwachen ein, seit dem Brexit noch mehr als zuvor schon). Aber so sind sie halt die "Narzissten", die glauben Deutschland wäre der Nabel der Welt, besonders wenn es um alle schlechten Eigenschaften geht. :schief:

Und Menschen die Vollzeit arbeiten nicht aufstocken müssen.
Die Arbeitgeber haben auch eine Verantwortung. Und sollten ihre Arbeitskräfte mehr wertschätzen.
Das ist ein völlig gewollter (politischer) Zustand, als Geschenk an die Wirtschaft.
Bedanken kannst du dich dafür bei der SPD / Schröder und Agenda 2010, was das Fundament für diese Form "verdeckter" Subvention der deutschen Wirtschaft gelegt hatte.

Die Firmen sparen Unsumen, indem der Schlechtverdiener, aus dem Niedriglohnsektor, durch die Gesellschaft aufgestockt wird. Gerdet wird dadrüber nur nicht wirklich, auch medial, wieviel das den Steuerzahler kostet und den Firmen einspart, was dann in den Taschen weniger Profiteure verschwindet.
 
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Meiner Meinung nach muß der Mindestlohn auf 14 Euro erhöht werden.
Ja, perfekt, lasst doch alle Unqualifzierten bald genau so viel Verdienen, wie die Ausgebildeten und Berufserfahrenen :rollen:

Ja, ja, die Arbeitgeber müssen ihre Leute dann eben besser Wertschätzen und die höheren Positionen entsprechend besser bezahlen... LoL.

Aber außerhalb der freien Marktwirtschaft lassen sich solche Überlegungen natürlich easy anstellen.
 
Ja, perfekt, lasst doch alle Unqualifzierten bald genau so viel Verdienen, wie die Ausgebildeten und Berufserfahrenen :rollen:
Hatten wir beide nicht schon mal die Diskussion hier? Auch wenn sie unqualifiziert sind, sollten sie von ihrer Arbeit leben können. Ohne zum Staat rennen zu müssen. Und wenn sie 14 Euro verdienen ist immer noch Differenz zu den qualifizierten Arbeitskräften. Wenn nicht... wird zu wenig gezahlt.
Ja, ja, die Arbeitgeber müssen ihre Leute dann eben besser Wertschätzen und die höheren Positionen entsprechend besser bezahlen... LoL.
Nicht nur die höheren Positionen.
Aber außerhalb der freien Marktwirtschaft lassen sich solche Überlegungen natürlich easy anstellen.
Quatsch. Damals wurde auch behauptet, wenn der Mindestlohn eingeführt wird, dass Leute entlassen werden müssen. Das Gegenteil war der Fall.
 
Sofern sich unsere Wirtschaft und Gesellschaft nicht grundlegend ändert in den nächsten Jahrzehnten, wird dieses Thema auch in selbigem Zeitraum aktuell bleiben.

Aber die Argumente Dafür und Dagegen haben sich garnicht bis kaum verändert in den letzten Jahren, außer: mehr!
 
Andere Möglichkeit, dass die Leute mehr Geld in den Taschen haben, ist eine Senkung der Lohnnebenkosten.
Aber dann fehlt dem Staat wieder Geld.
 
Quatsch. Damals wurde auch behauptet, wenn der Mindestlohn eingeführt wird, dass Leute entlassen werden müssen. Das Gegenteil war der Fall.
Höhere Gehälter erzeugen einen Innovationsdruck und fördern neue Techniken. Z.B. mehr Roboter. Solange man die Menschen aber für'n Appel und nen Ei beschäftigen kann, macht man das doch. Ich hab schon vor 40 Jahren ungelernt neben der Schule 12,-DM verdient. Dann war ich mal in den Sommerferien in der Fabrik um die Ecke und es gab irgendwas um 17,-DM für Plastikpilze in Fernsehrückwände drücken. Scheiß Job, ging voll auf den Daumen, war aber schnell verdientes Geld. Mein älterer Bruder, der das jedes Jahr in den Ferien und im Studium hin ging lag am Ende bei 24,-€. Vor vierzig Jahren. Ungelernte Job. In seinem Fall über die Jahre angelernt.

Wenn ich die Preise von damals mit heute vergleiche, ist der MIndestlohn ein Witz. Aber die Leute lassen es mit sich machen. Das ist doch gut, umso reicher wird das wirtschaftlich obere Prozent. Und da alle Parteien im Bundestag, die eine Fraktion haben, Neokapitalisten sind, wird sich das auch nicht ändern. Auch, oder gerade die jetzige Regierung besteht aus Vollblut-Neokapitalisten.

Da habe ich keinerlei Erwartungen an die rot-grün-gelbe Koalition. Was immer ich mitbekommen habe, war eine Umverteilung von unten nach oben.
 
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Interessant ist ja, dass sich die Anzahl der Millionäre und Milliardäre in den letzten Jahren erhöht hat und das Vermögen gestiegen ist. Krisen hin ödere her.
Nach dem Krieg waren wir im Gegensatz zu anderen Ländern erheblich gleicher, weil die meisten alles verloren hatten. Jetzt kann man unterschiedliche Wege einschlagen. Das ist unsere Entscheidung. Wir können den USA nacheifern oder Frankreich oder ein eigenes Ding durchziehen. Das ist Politik, das sind gesellschaftliche und wirtschaftpolitische Fragen. Aktuell gehen wir schon lange von der sozialen Marktwirtschaft weg hin zum aufgrenzenden Extremkapitalismus. Arme sind nix wert. Arme darf man krepieren lassen, bekommen andere Versorgung, andere Medizin. Das kann man wollen, oder nicht.

Da weit über zweidrittel der Gesellschaft auf der Verliererseites dieses System stecken, wundere ich mich immer, dass ihnen die Karotte reicht, die man ihnen unerreichbar vor das Gesicht hält. Ich profitiere vom System, zumindest wirtschaftlich. Menschlich bin ich gar nicht glücklich, was hier passiert. Und das ist ja genau unser Thema, was macht unsere Regierung und was macht sie nicht.

Geld in Bildung investieren? Blödsinn, brauchen wir nicht. Usw...
 
Wir können den USA nacheifern [...]
Du meinst so mit harter Gentrifizierung, "defensive architecture" (damit die Obdachlosen auch ja irgendwo unter einer Brücke krepieren anstelle in einer mittelständischen Gegend) und gated communities (zum Schutz vor denen, die ohnehin nichts mehr verlieren können)? Wenn wir gesellschaftlich so weitermachen, sehe ich das auch auf uns zukommen. Da können irgendwelche kurzsichtigen Menschen sich gern noch so sehr über das böse Bürgergeld beschweren - so lange es uns vor diesem Szenario bewahrt, ist es alle Kosten wert.
 
Du meinst so mit harter Gentrifizierung, "defensive architecture" (damit die Obdachlosen auch ja irgendwo unter einer Brücke krepieren anstelle in einer mittelständischen Gegend)
Richtig, das geht doch jetzt los, wir sind schon angekommen und mitten drin. Zum Glück sind das noch Einzelfälle und überwiegend wird das Gegenteil betrieben, z.B. mit kleinen Minihäusern zum Schlafen, damit man zumindest 2m² Privatspäre hat und des nachts nicht angezündet wird. Aber auch das ist ein Symptom. Obdachlose des nachts anzuzünden hätte es in meiner Kindheit nicht gegeben.

Und was kommt von unserer Regierung zu diesem Thema? Nüscht, Hautsache, die Dividenden sprudeln. Und die wirklich Reichen, also jene gut 3000 Familien große Gruppe mit mehr als 100 Millionen Vermögen, leben eh schon hinter Zäunen, die kennen das gar nicht anders. Und die sehen dieses Elend auch nicht. Ich bemerke eine dramatische Zunahme und das ist keine gute Entwicklung.


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