Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Aber, aber Lohn - Preis Spirale!!!1! Inflation! Die Standortfaktoren!

Lieber einen staatlich subventionierten Niedriglohnsektor
Ich empfehle dazu gerne dieses volkswirtschaftliche Video. Es lohnt, darüber nachzudenken. Und ein Berater dieser Art würde unserer Regierung gut tun. Er scheint Recht zu haben. Das Video ist schon acht Jahre alt. Sine Prognosen sind sinnig.

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Ich dachte, dass das immer die FDP war?

Ich frage mich ja immer noch, warum sich die FDP das Verkehrsministerium greifen konnte.

Die FDP ist nur der Steigbügelhalter für alles, was mehr Subventionen oder weniger Steuern für die Wirtschaft umfasst.

Die laufende Diskussion wurde halt vom Kanzler beendet, das kann man den Grünen nicht "vorwerfen",

Was ist der Unterschied zwischen einem Kanzler und einem Diktator? Eben.

Kannst du das ausführen? Und wenn hier jetzt mit irgendeiner gigantischen Zahl auf Bauernfang gegangen wird, beiß ich in die Tischkante.

Sorry, aber über knapp 190 Milliarden € 2022 plus geplanten 217 Milliarden € 2023 kann man leider sprechen, ohne eben diese gigantischen Zahlen zu nennen.


  • Aufrüstung: NATO-Verpflichtung. Da können die Grünen rein gar nichts machen. Fun Fact: Unsere Rüstungsausgaben sind immer noch deutlich zu gering.


  • Wieso bitte schön können die Grünen nichts gegen eine freiwillige Absichtserklärung machen, für die mir seit 5 Jahren nicht mal jemand eindeutig sagen konnte, worauf sie sich beziehen?

    [*]Waffenlieferungen: Find' ich bei der Ukraine ok, bei irgendwelchen Nahost-Staaten allerdings nicht.

    Ich befürworte zwar auch die Lieferungen in die Ukraine, aber eine Partei, die "Keine Waffen in Krisengebiete" vor Wahlen proklammiert, riskiert damit halt Wähler.

    [*]Fossilindustrie: Ist dank der vorschnellen AKW-Abschaltung leider notwendig, wenn uns allen nicht das Licht ausgehen soll. Die Erneuerbaren Energien sind noch längst nicht so weit.

    Die AKW-Abschaltung ist weitaus später als von den Grünen gewünscht und wie genau soll der Ausbau erneuerbarer Energien vorankommen, wenn das dafür nötige Geld in Gas und Kohle gesteckt wird? Die Grünen haben mal gefordert, dass die Preise für Energie deren Wert widerspiegeln müssen und das die Industrie ihren Verbrauch drastisch senken soll. Stattdessen legt Habeck die größte Subventionierung von energieintensiven Unternehmen aller Zeiten auf, damit die sich weiterhin pudelwohl fühlen.

    [*]Umwelt- und Klimaschutz: Muss man sich leisten können und wird einfach nicht einfach so von heute auf morgen möglich sein.

    Haben die Grünen aber versprochen. (Imho nicht zu unrecht) Wenn es tatsächlich selbst mit Grün nicht möglich ist, warum sollte dann jemand dafür Grün wählen?

    [*]Autobahnausbau: Ist leider notwendig, um den Laden am Laufen zu halten, nachdem wir uns die Bahn durch Privatisierung und "schwarze 0" kannibalisiert haben.

    Auch hier: Versprecher/Versprechen der Grünen besagen genau das Gegenteil. Sowohl was den Bedarf angeht, als auch was überhaupt das Ziel "den alten Laden unverändert am Laufen halten" betrifft.

    [*]Energieintensive Industrie: Das ist so die Sache mit der "hand that feeds you". Ich weiß, ist doof. Aber Deutschland war schon immer schlecht darin, neue Industriezweige zu erschließen und zu etablieren. Sowas wie Solartechnik oder die Magnetschwebebahn haben wir ja schön nach China verschenkt.

    Letztere war alte Technik, an der sich Deutschland respektive einige von Deutschlands größeren Lobbys seit den 50ern festgebissen hatten und die den Chinesen bis heute wenig gebracht hat. Ärgerlicher wäre da schon der Know-How-Abfluss im Bereich Rad+Schiene, einem Wachstumsmarkt, in dem die Chinesen auf Basis ehemaliger deutsch-chinesischer Joint-Ventures heute global führend sind. Aber klar - die Zerschlagung der deutschen Solarindustrie unter Schwarz Gelb ist an Dummheit natürlich gar nicht zu überbieten. Die war sogar noch dämlicher als der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg.

    Genderpflicht ist Klein-Klein, den niemand will und eher ein Grund, warum die Leute die Grünen nicht wählen.

    Da hatte ich bei Grünen und Grünenwählern aber einen anderen Eindruck.

    Bei Nutztier- und Artenschutz sowie wie bei Pestizid-Reduzierung bin ich bei dir. Bei Sachen wie Klimageld und Grundsicherung wird's schon schwerer, denn - siehe auch die Beispiele oben - strukturelle Probleme benötigen Zeit.

    So? Wenn Banken oder fossile Energiefirmen strukturelle Probleme haben, dann dauert es nicht einmal 30 Tage, bis der Staat (in letzterem Fall und reger grüner Beteiligung) diese Probleme "löst". Aber wenn der Planet vor die Hunde geht, dann hat sich nach 30 Jahren immer noch nicht nenneswert was getan. Wo liegen nochmal die Prioritäten der Grünen?

    Eine Legislaturperiode - vor Allem eine, in denen man durch diverse Krisen schlittern muss und zudem mit den Problemen der Vorregierungen zu kämpfen hat - wird hier sicherlich nicht ausreichen.

    Da hast du sicherlich recht. Aber nach einer halben Legislaturperiode ist überhaupt noch kein Fortschritt festzustellen, man könnte sogar einen Rückschritt sehen, wenn man die Rüstung mit reinnimmt, und für 2024 sieht es auch rabenduster aus. Wieviele Legislaturperioden sollen die Wähler ihr Kreuzchen auf gut Glück machen, bis wenigstens mal eine Richtungsentscheidung erkennbar wird.

    Warum tun eigentlich alle so, als sei Staatsverschuldung Teufelswerk?

    Ich tue nicht so, als wäre sie Teufelswerk, aber sie ist auf alle Fälle nichts gutes. Sondern eine Einschränkung künftiger Regierungen und Generationen. Außerdem in der Rückkoppelung durch Inflation eine saubere Enteignung der unteren Mittelschicht, die zwar ein paar Euro besitzt, aber nicht genug, um einen großen Anteil davon in Sachwerten anzulegen. Es gibt Sachen, die sind das wert, aber wie eben dargelegt: In der bisherigen Ampelbilanz findet sich rein gar nichts, was man aus grüner Sicht so bezeichnen könnte. Und die Verschuldung des Bundes ist im gleichen Zeitraum in einem Maß explodiert, dass eigentlich alle Handlungsspielräume für die nächsten Jahrzehnte (!) ausgeschöpft sind.

    Scholz hat diverse Probleme aus 16 Jahren Merkel geerbt, die seinerzeit nur mit Geld überschüttet anstelle strukturell angegangen wurden.

    Kanzler Scholz hat diverse Probleme unter anderem von den Finanzministern Scholz und Steinbrück und dem Wirtschaftminister Gabriel geerbt. Während es vollkommen klar ist, dass eine Regierung für die meisten Zustände während ihrer Amtszeit nicht verantwortlich ist (wohl aber für deren Entwicklungsrichtung), können sich mit Ausnahme der Grünen alle Regierungsparteien und auch nicht wenige Regierungsmitglieder zu allererst mal an die eigene Nase fassen.

    Die Leute, die sich jetzt ohne jeglichen ökonomischen Sachverstand lautstark nach der "schwäbischen Hausfrau" sehnen, treiben mich in den Wahnsinn. Die zukünftigen Generationen werden uns jedenfalls nicht dankbar darüber sein, dass wir die "schwarze 0" vor drängenderen Themen wie Klimaschutz gestellt haben.

    Die kommenden Generationen werden Leuten wie dir den Vogel dafür zeigen, dass ihr Wohlstand vor sehr drängende Themen wie Klimaschutz und drängende Themen wie tragfähige Finazen gestellt habt. Es ist absolut absurd, dass in einem der reichsten Länder der Welt eine Diskussion um "muten wir den Menschen in 50 Jahren nun Pest und Cholera zu?" geführt wird.

    Der Klimawandel wird jedoch voraussichtlich scheitern, wenn man ihn nicht sozialverträglich umsetzt

    Oooch, der Klimawandel gedeiht von Jahr zu Jahr prächtiger. Um den muss man sich keine Sorgen machen, der wird bald als Prachtbursche an die Tür klopfen, auch wenn ihm die deutsche Politik (und ein Großteil der deutschen Wähler) regelmäßig die Priorität St. Nimmerleins zuspricht :ugly: .


    Umweltpolitik ist ja wichtig. Nur wie die den Menschen vermittelt wird, also kommunikativ, dass ist ein Desaster.
    Damit erreicht man nur das Gegenteil und sieht man auch in den Umfragen.
    Dann kam noch Gauk: "Dann muß man eben ein bißchen frieren" und solche Sprüche.
    Menschen die selber genug Geld haben und einen von Verzicht erzählen.
    Das kommt in der Bevölkerung ganz schlecht an.

    Mach doch mal einen praktikablen Vorschlag, was man den Leuten "erzählen" noch soll und was ihnen in den letzten 30-40-50 Jahren nicht erzählt wurde?

    Soviel, wie zum Thema Klima schon gelabert wurde, hätte man mit einer wirklich guten Suchmaschiene wahrscheinlich gute Chancen, jeden Vorschlag aufs Wort genau als schonmal vorgetragen zu finden, aber gebracht hat es genau gar nichts.


    Wir sollten mit denjenigen anfangen, die ganz einfach den Ausstoß hunderter Personen einsparen können. Die Superreichen müssen nicht jedes Wochenende von Hamburg nach Sylt mit dem Privatjet fliegen. :ugly:

    Deutschland muss aktuell den Ausstoß von rund 60 Millionen Menschen einsparen. Diejenigen, die leicht den 100ter streichen könnten, sollten dabei sicherlich nicht zu kurz kommen, aber sich darauf zu beschränken ist einfach nur Populismus.


    Links Grün und AKW abschalten und Kohlekraftwerke reaktivieren

    Im Winter kauft Deutschland ganz gerne von den Nachbarn ein die ganze kontigente in sachen keine Atomkraft haben wie Frankreich und Tschechien, gleichzeitig aber auch gerne von Polen die das größte Kohlekraftwerk Europas haben.

    In richtig eisigen (und damit klaren) Januaren wurden die französischen Elektroheizer die letzten Jahre regelmäßig von süddeutscher Solarenergie gerettet und Deutschland hat mehr als genug Kohle- und Gasleistung, um nicht nur sich selbst, sondern sogar noch andere mit zu versorgen (letztes Jahr haben wir die Franzosen sogar fast rund um die Uhr mitgefüttert, weil die Hälfte der Zappel-AKWs gar keinen Strom geliefert hat). Wenn wir trotzdem woanders einkaufen, dann schlicht weil es billiger ist und/oder als statistischer Effekt, wenn wir Energie aus Ost- nach Westeuropa durchleiten (oder umgekehrt. Aber zumindest 2022 war das Gesamsaldo auch nach Abzug der letzten dahinsiechenden AKWs noch positiv.


    Wer die GDL als Problem sieht, hat selbst keine Exisenzberechtigung mehr,
    ein Lokführer bringt zig 100te oder 1000de Gäste sicher ans Ziel

    Und? Zieht er die alle von Hand oder wieso macht das seinen Job härter als den eines LKW-Fahrers, der 1000 Hühner ans Ziel bringt und das ohne reservierte Fahrspur mit automatischer Richtungsführung?

    Dein ""Argument"" ist genau das gleiche, mit dem diejenigen, die 10000de Arbeitnehmer lenken sich Millionengehälter auszahlen, die letztlich andere erarbeiten müssen.


    Das schreibe ich doch. Aber die Lesekompetenz einiger ist sehr dürftig ....
    Das erklärt dann auch die anderen Aussagen dieser Mitbürger ....

    Zuerst knickte die IG Chemie ein und was ist von der einstigen Apotheke der Welt übergeblieben? Dann knickte die IG Metall ein und der Maschinenbau wurde überall mittelmäßig. Und dann folgten die Auslagerungen der Produktion. Hohe Löhne bedingen hohen Effizienzdruck und haben Innovationen zur Folge. Versteht aber nicht jeder.

    Die GDL verlangt absolute Minimalstandards. Da ist gar nichts frech oder unangemessen.

    Frech und unangemessen ist, dass sie das nur zur eigenen Bereicherung verlangt, eine Zusammenarbeit mit anderen Teilen der Bahn verweigert und so auch noch einen großen gesellschaftlichen (und übrigens auch klimatischen) Schaden anrichtet. Sehr wenig Leute würden etwas gegen eine Werkschaft sagen, die für sämtliche Bahnmitarbeiter faire Löhne erkämpft, in dem sie zwei Wochen lang Ticketverkauf und -kontrollen bestreikt. (Wie ich das z.B. in meinem letzten Urlaub an Autobahnmautstellen erleben durfte: Schranke auf, Schild dran "geschlossen", fertig. So schadet man schlechten Arbeitgebern und zieht die Allgemeinheit auf seine Seite)
    Aber das will die GDL explizit nicht. Stattdessen ruiniert sie 100000den Menschen den Tag und gibt Millionen anderen Recht, die das Pendeln mit dem Auto als einzig richtigen Lebensentwurf betrachten, und das alles um sehr gute Löhne für eine kleine Gruppe von Personen zu erkämpfen, die schon überdurchschnittlich gute erhalten.
 
Die GDL kämpft für alle Arbeitnehmenden in Deutschland, denn sie zeigt, dass Arbeitskampf noch Kampf sein kann.
 
Die GDL kämpft für alle Arbeitnehmenden in Deutschland, denn sie zeigt, dass Arbeitskampf noch Kampf sein kann.
Gewerkschaften und deren Arbeitskampf basieren aber auf Solidarität.
Solidarität mit den anderen Kollegen im Unternehmen, anderen Arbeitern in der selben Branche und nicht zuletzt Solidarität aus der Gesellschaft.
Die GDL streikt für eine einzige Berufsgruppe in einem einzigen Unternehmen zu Lasten der Gesellschaft.
 
@ruyven_macaran : Ich denke, ich kann die Antwort von vielen deiner Erwiderungen darauf beschränken, dass Realpolitik im Grunde sehr wenig mit Wahlkampfversprechen zu tun hat und einige deiner Ansichten ggf. nicht ganz korrekt sind (die Verpflichtungen aus einer NATO-Mitgliedschaft sind bspw. nicht unbeding "freiwillig").

Ich halte im Übrigen an meiner Argumentation zum Schaden der Schuldenbremse fest. Wir haben selbst in Deutschland schon stark mit den Folgen des Klimawandels - bspw. durch Dürrezeiten oder sinkende Grundwasserspiegel (die mitunter zu einem Mangel an Trinkwasser führen) - zu kämpfen. Das Thema Klimaschutz ist faktisch dringender als ein übertriebener Anspruch an die Staatsfinanzen. Das Problem ist eher, dass wir tiefgreifende gesellschaftliche Änderungen brauchen, zu denen auch eine grundlegende Neuverteilung von Vermögen gehört und eine Neugestaltung unseres Wirtschaftssystems gehört. Der Club of Rome hat immerhin schon vor mehr als 50 Jahren in "Die Grenzen des Wachstums" deutlich gemacht, dass wir uns unser Wirtschaftssystem langfristig nicht leisten können.
Die GDL kämpft für alle Arbeitnehmenden in Deutschland, denn sie zeigt, dass Arbeitskampf noch Kampf sein kann.
Die GDL kämpft - wie viele andere Gewerkschaften auch - ausschließlich für ihre eigene Klientel. Durch Maßnahmen wie Überraschungsstreiks verliert sie dann noch den Rückhalt in der Gesellschaft. Die haben ein Angebot von 11% mehr Lohn - zugegeben: bei einer sehr langen Laufzeit von 32 (?) Monaten, die man aber sicherlich hätte durch Verhandlungen auf sinnvolle 18 Monate hätte kürzen können - abgelehnt und wollen nicht verstehen, dass deren Hauptforderung einer Senkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden nicht machbar ist. Dass die weiterstreiken liegt doch hauptsächlich darin, dass bei der Bahn als Staatsunternehmen Geld da ist. In der Privatwirtschaft wären die Forderungen der GDL völlig undenkbar.

Ich sehe mittlerweile auch, dass die Allgemeinen Gewerkschaften wie ver.di und Co. Teil des Problems sind, weil sie ausschließlich Politik für ihre eigene Klientel machen anstelle ihrem gesellschaftlichen Zweck wahrzunehmen und neue Berufsfelder zu erschließen. Die Unterschiede zwischen einem tarifvertraglich geregeltem Beruf und einem nicht tarifvertraglich geregeltem Beruf sind recht deutlich und im Übrigen auch einer der Gründe, warum der Mindestlohn überhaupt erst notwendig war.
 
Gewerkschaften und deren Arbeitskampf basieren aber auf Solidarität.
Solidarität mit den anderen Kollegen im Unternehmen, anderen Arbeitern in der selben Branche und nicht zuletzt Solidarität aus der Gesellschaft.
Die GDL streikt für eine einzige Berufsgruppe in einem einzigen Unternehmen zu Lasten der Gesellschaft.
Richtig, alle anderen Gewerkschaften müssten mit der GDL solidarisch sein und ebensolche (oder sogar höhere) Forderungen stellen.
 
Ich sehe mittlerweile auch, dass die Allgemeinen Gewerkschaften wie ver.di und Co. Teil des Problems sind, weil sie ausschließlich Politik für ihre eigene Klientel machen anstelle ihrem gesellschaftlichen Zweck wahrzunehmen und neue Berufsfelder zu erschließen. Die Unterschiede zwischen einem tarifvertraglich geregeltem Beruf und einem nicht tarifvertraglich geregeltem Beruf sind recht deutlich und im Übrigen auch einer der Gründe, warum der Mindestlohn überhaupt erst notwendig war.
Meine Frau arbeitet in einem Callcenter. Da gibt es keine Tarifbindung.
Gäbe es keinen Mindestlohn würde sie nur die Hälfte verdienen.
Das es aber keine flächendeckenden Tarifbindungen gibt liegt nicht nur an den Gewerkschaften.
 
Das es aber keine flächendeckenden Tarifbindungen gibt liegt nicht nur an den Gewerkschaften.
Ja, doch, auch. Es gibt Bestimmungen im Tarifvertragsgesetz, im Arbeitnehmerentsendegesetz usw., dank denen Tarifverträge für eine Branche unter bestimmten Bedingungen für allgemeinverbindlich erklärt werden können. Arbeitnehmer in Branchen, die nicht tarifvertraglich geregelt sind, schauen dann halt in die Röhre und sind zwingend auf den Mindestlohn angewiesen.
 
Sorry, aber über knapp 190 Milliarden € 2022 plus geplanten 217 Milliarden € 2023 kann man leider sprechen, ohne eben diese gigantischen Zahlen zu nennen.
Glücklicherweise sind derartige Zahlen für Staaten absolut irrelevant. Deutsches BIP betrug 2022 4 Billionen €. Bei derartigen Größenordnungen steigt nunmal die Fähigkeit jedes Bürgers, das irgendwie ins Verhältnis zu setzen, komplett aus.
Deutsche Schuldenquote beträgt aktuell ~67%. Um das Einzuordnen: China 77%, USA 122%, Japan knackige 260%.
Will sagen: Deutschland hat sich 2009 in einen Eimer mit Beton gestellt, und wundert sich jetzt, wieso es aus dem brennenden Haus nicht rauskommt.

Einfach mal mehr Schulden aufnehmen, und dieses Geld dann in der Gesellschaft verteilen, gerne auch mit der Gießkanne.
aber sie ist auf alle Fälle nichts gutes. Sondern eine Einschränkung künftiger Regierungen und Generationen.
Naja, man kann zukünfttigen Generationen ein funktionierendes Land mit gut laufender Wirtschaft hinterlassen, dann sind die Schulden irrelevant, da sie ja bedient werden können.
Hinterlässt man ihnen aber nichts außer Scherben, wirds schwieriger.
Und die Verschuldung des Bundes ist im gleichen Zeitraum in einem Maß explodiert, dass eigentlich alle Handlungsspielräume für die nächsten Jahrzehnte (!) ausgeschöpft sind.
Basierend auf welcher Einschätzung? Deiner?
Dem halte ich entgegen: Meine Einschätzung, und die lautet: Wir haben noch einiges an Spielraum. So bis ~100% Staatsverschuldung, und dann mal schauen was die Arbeitslosenquote so macht.

Außerdem in der Rückkoppelung durch Inflation eine saubere Enteignung der unteren Mittelschicht, die zwar ein paar Euro besitzt, aber nicht genug, um einen großen Anteil davon in Sachwerten anzulegen.
Auch hier: Gerne einfach die Unter- und Mittelschicht unterstützen durch Staatsschulden.
 
Visualisierung, passend dazu:

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FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai forderte angesichts der Haushaltsprobleme eine Rücknahme der zum 1. Januar geplanten Erhöhung des Bürgergeldes. "Es ist völlig klar, dass der Sozialstaat in Deutschland zu viel Geld kostet. Jeder dritte Euro, den die Bundesregierung ausgibt, fließt in Sozialausgaben. Das geht nicht mehr", sagte Djir-Sarai der "Bild am Sonntag". "Deshalb ist es jetzt dringend notwendig, das Bürgergeld neu zu bewerten. Die geplante Erhöhung zum 1. Januar ist nicht mehr angemessen", fügte der FDP-Politiker hinzu.

Jeder dritte Euro in Sozialausgaben. Klingt erst mal hart. Wenn man aber weiß, dass davon der weit überwiegende Teil mit über 100 Mrd in die Rentenkasse fließt und jedes Jahr dieser Anteil steigt, dann beginnt man sich zu fragen, an welcher Stelle Kürzungen angebrachter wären? Bei der Generation, die uns Vieles vom heutigen Mist eingebrockt hat oder bei denen, die die Chance haben sollten aus der Misere heraus zu kommen?

Und wenn man es richtig ernst mit sparen meinen würde, man hätte schon längst das Dienstwagenprivileg und/oder die Dieselsubventionierung streichen können. Allein das brächte schon gefühlte 12 Milliarden in die Kassen. Dann noch Kerosinsteuerbefreiung weg, Agrardiesel richtig besteuern, und schwupps sind wir bei fast 14 Milliarden des aktuellen 17 Milliarden Loches. Wenn man dann noch etwas auf die Suche geht, dann kommt bestimmt die eine oder andere sinnlos verbrannte Milliarde hinzu ohne auch nur einen Hauch den Menschen zu nehmen, die ohnehin kaum etwas haben. Aber das wäre ja sozial. Igitt!
 
Jeder dritte Euro in Sozialausgaben. Klingt erst mal hart. Wenn man aber weiß, dass davon der weit überwiegende Teil mit über 100 Mrd in die Rentenkasse fließt und jedes Jahr dieser Anteil steigt, dann beginnt man sich zu fragen, an welcher Stelle Kürzungen angebrachter wären? Bei der Generation, die uns Vieles vom heutigen Mist eingebrockt hat oder bei denen, die die Chance haben sollten aus der Misere heraus zu kommen?
Doch wird das nicht geschehen weil die Rentner eine große Wählergruppe darstellen.
Mit denen will man sich das nicht verscherzen.
Außerdem dürfte man aus Gerechtigkeitsgründen nicht bei allen Rentner gleich viel kürzen.
Die einen haben deutlich mehr Geld als andere.
 
Jeder dritte Euro in Sozialausgaben.
Die Frage ist doch eher, was es kostet, den Menschen keine Hilfe zu geben. Man m,uss die Sozialabgaben nicht prozentual zu den Steuern, sondern auf das BIP bestimmen, und dann ist es wirklich wenig. Die Kirchen, die in diesem Land traditionell den "Zehnten" nahmen, kassierten erheblich mehr für Armenunterstützung, wobei sie natürlich viele der Mittel ganz anders einsetzten.

Wenn Mernschen nichts mehr haben und am Hunger nagen, sind sie unberechenbar und erzeugen massive Schäden. Da ist es viel besser, jeden satt zu bekommen und damit zu drohen, das wegzunehmen. Denn nur wer etwa shat, ist sanktionierbar. Ansonsten wird alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist. Das sieht man sehr schön in den USA. Und was ein Wachdienst für das eigenen Grundstück kostet, ist auch nicht ohne.

Alternativ kann man natürlich wie früher auch wieder Kriege führen und hungernde und arme Menschen an der Front verheizen. .... :(
 
Doch wird das nicht geschehen weil die Rentner eine große Wählergruppe darstellen.
Mit denen will man sich das nicht verscherzen.
Außerdem dürfte man aus Gerechtigkeitsgründen nicht bei allen Rentner gleich viel kürzen.
Die einen haben deutlich mehr Geld als andere.
Wir brauchen eine Einheitsrente, die für jede Bürgerin*jeden Bürger gleich ist.
 
Wir brauchen eine Einheitsrente, die für jede Bürgerin*jeden Bürger gleich ist.
Die kommt doch eh, weil die meisten Renten unter das Bürgergeld fallen werden. Was viel wichtiger ist als Geld sind soziale Aktivitäten. Sehr viele Rentner vereinsamen völlig. Die brauchen nicht mehr Geld, die brauchen Gemeinschafträume, Treffpunkte, Gemeinschaftküchen, in denen man gutes Essen bekommt und je nach eigener Fähigkeiten mitmacht usw. Der Punkt wird bei uns völlig vernachlässig. Menschenwürde bedeutet nicht, Geld zu bekommen, sondern Teil der Gesellschaft zu sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die brauchen nicht mehr Geld, die brauchen Gemeinschasfträume,
Ich komme berufsbedingt durch viele Rentnerhaushalte. Solange man dort nicht alleine wohnt, nimmt man aktiv am Leben teil. Stirbt bspw. ein Lebenspartner, dann ist das meist auch das Ende der gesellschaftlichen Aktivität. Frauen sind meist noch anders als Männer. Die sind eher dabei das alte aber dann neue Leben umzugestalten. Aber ab 80 hört auch das dann bei den meisten auf. Ich will damit sagen, dass da draußen bestimmten Menschen sind, die solche Angebote annehmen würden, aber das Gros der Leute, was ich jedenfalls so mitbekomme, wird das gar nicht in Anspruch nehmen.
 
Die kommt doch eh, weil die meisten Renten unter das Bürgergeld fallen werden. Was viel wichtiger ist als Geld sind soziele Aktivitäten. Sehr viele Rentner vereinsamen völlig. Die brauchen nicht mehr Geld, die brauchen Gemeinschasfträume, Treffpunkte, Gemeinschaftküchen, in denen man gutes Essen bekommen und je nach eigener Fähigkeiten mitmacht usw. Der Punkt wird bei uns völlig vernachlässig. Menschenwürde bedeutet nicht, Geld zu bekommen, sondern Teil der Gesellschaft zu sein.
Yo. Gilt aber nicht nur für Rentner, sondern auch für Kinder und Jugendliche und sicherlich auch für Erwachsene.


Das ist aber grundsätzlich auch ein Teil des Verteilungsproblems. Mit mehr Geld kommt halt auch mehr - auch soziale - Mobilität, mehr Kultur, mehr Bildung, etc. pp.
 
Die kommt doch eh, weil die meisten Renten unter das Bürgergeld fallen werden. Was viel wichtiger ist als Geld sind soziele Aktivitäten. Sehr viele Rentner vereinsamen völlig. Die brauchen nicht mehr Geld, die brauchen Gemeinschasfträume, Treffpunkte, Gemeinschaftküchen, in denen man gutes Essen bekommen und je nach eigener Fähigkeiten mitmacht usw. Der Punkt wird bei uns völlig vernachlässig. Menschenwürde bedeutet nicht, Geld zu bekommen, sondern Teil der Gesellschaft zu sein.
Ein bißchen mehr Geld, auch über das Grundeinkommen hinaus, würde den Menschen weiterhelfen.
Viele gesellschaftliche Angebote sind auch nicht ganz kostenlos.
 
Doch wird das nicht geschehen weil die Rentner eine große Wählergruppe darstellen.
Mit denen will man sich das nicht verscherzen.
Aber was wollen die Rentner denn machen, wenn man bei ihnen kürzt? Streiken?
Wobei du erst das Grundgesetz ändern müsstest und ich glaube nicht, dass es dafür eine Mehrheit gibt.
Viele gesellschaftliche Angebote sind auch nicht ganz kostenlos.
Früher gab es bei uns ein Jugendzentrum, in denen benachteiligte Jugendlichen zusammen kamen und Unternehmungen veranstaltet haben.
Das wurde wegen Geldmangels geschlossen.
Sowas brauchen wir für alle Altersgruppen.
 
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