Das ist das Ziel und das war auch früher so. Meine Verwandten, also die Generation meiner Eltern, waren Handwerker, der einfache, normale Arbeiter.
Jeder hat genug verdient, konnte sich ein Haus bauen und darin leben. Heute bekommen sie Rente und können auch davon gut leben.
Ich frage mich, was eigentlich genau passiert ist, dass das heute nicht mehr möglich ist?
Verknappung (die guten Baugrundstücke sind halt irgendwann weg), Verzerrung (Selbständige Handwerker haben auch heute noch überdurchschnittliche Einkommen; andere Leute konnten sich auch früher kein Haus leisten), etwas verringerte Umlagemöglichkeiten auf die Allgemeinheit (deine Beispiele konnten sich vermutlich kein Haus nach Effizienzstandard 40 oder besser leisten. Aber es war für sie kein Problem, die Billigbude zulasten des restlichen Planeten warm zu bekommen) und vor allem: An Spekulanten verschenktes Geld im Zug von Banken-/Euro-/Wirtschaftskrise. Vor 20 Jahren war der Kreis derjenigen, die realistische Chancen auf Immobilien hatten, zwar auch weit von "alle" entfernt, aber es waren deutlich mehr als heute. Dann kamen CDU/FDP/SPD auf die Idee, in einer Situation, zwecks "Wirtschaftsförderung" hunderte Milliarden Euro Steuergelder an Banken und Reiche Leute zu verschenken. In einer Situation, in der es ohnehin kaum gute Investitionsobjekte gab und an Leute, die im Traum nicht darauf kämen, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Stattdessen floß das Geld in Betongeld (oder dessen Neubau) und die Preise explodierten.
Natürlich, mein Bruder hat studiert, seinen Doktor gemacht (Dr. rer nat), an der Uni gelehrt und geforscht.
Inzwischen arbeitet er in der Privatwirtschaft, weil das Umfeld an der Uni immer schlimmer geworden ist, was Fördermittel, Ausstattung und Anerkennung angeht.
In der Privatwirtschaft verdient er mehr und muss sich nicht mit Ausschreibungen, Anträgen und Erklärungen herum schlagen.
>90% der studierten Biologen, die mir oder bekannten im Laufe der Zeit außerhalb einer Studiensituation begegnet sind (dass einem als Student viele Uni-Mitarbeiter über den Weg laufen, ist ja naheliegend), haben einen Job gemacht, der rein gar nichts mit ihrem Studium zu tun hatte...
Stellen in der Forschung? Vergiss es. Nur für Leute, die es sich leisten können, nach dem Studium noch mal 3-4 Jahre Praktikum auf eigene Kosten dranzuhängen. Und nach der Promotion warten auf die Mehrheit auch nur prekäre Arbeitsverhältnisse mit befristeten halben oder Viertelsteleln.
Die größten Punkte sind Sozialleistungen, Gesundheit und Rente/Pension.
Nix und. Der mit Abstand größte Punkt sind Sozialleistungen GLEICH Rente. Der Rest, was da neben Rente läuft, sind Peanuts im Vergleich.
Aber was willst du machen? Rente kürzen?
Klar. Es sind ja wohl nicht kommenden Generationen, die uns den Mist eingebockt haben.
Wo du wieder beim Dachdecker bist, der mit 60 kaputte Knie hat und nicht bis 70 durchhalten wird. Dessen Rente wird massiv gekürzt, was zur Folge hat, dass keiner mehr als Dachdecker arbeiten will.
Und der Journalist, der auch mit 80 noch seine Artikel schreibt, kriegt dann übermäßig viel Rente.
Wo ist das Gerecht?
Es gibt sowas wie Arbeitsschutzvorschriften und es gibt sowas wie Arbeitsunfähigkeitsrente. Aber viele 10 Jahre früher nach Hause zu schicken, weil einige wenige nicht länger können, und dann dem verbleibenden Rest die gepfefferte Rechnung hinzuknallen ist auf alle fälle ungerecht².
Dann werde doch mal konkreter.
Wo willst du einen Dachdecker einsetzen, der 45 Jahre Gehwegplatten geschleppt hat?
Beispiel in Intelligenztests.
Akute Krisen müssen aber kurzfristig bewältigt werden. Und dafür muß man flexibel sein.
Für akute, befristete Krisen gibt es Ausnahmeregeln.
Der Klimawandel ist aber keine kurze, befristete Krise, sondern eine Katastrophe, an deren Vergrößerung seit Jahrzehnten gearbeitet wird. Einen ähnlich langen Rattenschwanz haben unsere misratene Energieversorgung, die nicht zukunftstaugliche Infrastruktur, die Bildungsmisere, die Verschwenderei bei der Bundeswehr und natürlich auch die Ausgaben für die Staatsverschuldung.