Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

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Dafür braucht es aber wie du schon sagst gezielte Einwanderung von jungen Leistungsträgern. So wie es jetzt läuft ist eher das Gegenteil der Fall und das Sozialsystem wird noch mehr belastet.
Liegt u.a. aber auch an der starren, deutschen Bürokratie. Ich kenne persönlich Syrer, mit akademischen Abschlüssen in ihrer Heimat, die hier partout nicht anerkannt werden.
Diese Menschen werden quasi systematisch dazu gezwungen entweder in den ausbeuterischen Mindestlohn-Sektor, a.k.a Sklaverei 2.0, hardcore schuften zu gehen, trotz einer höher qualifizierten Ausbildung, oder Bürgergeld zu beantragen, wo der Lebensstandard nicht wirklich geringer ist, ohne noch sich den Rücken kaputt zu arbeiten.
Wofür die Leute sich lieber entscheiden, kann man sich dann denken.

Und der hier schon dazu erwähnte Einwand, dass es wohl daran liege, dass Deutschland einen anderen Maßstab an Qualitätsstandard von Qualifikationen legt, halte ich für ein kleines Problem, welches sich auf lange Sicht beheben lässt, wenn man das Thema Erwachsenenbildung dahingehend als eine Lösung in Betracht nehmen würde.
 
Liegt u.a. aber auch an der starren, deutschen Bürokratie. Ich kenne persönlich Syrer, mit akademischen Abschlüssen in ihrer Heimat, die hier partout nicht anerkannt werden.
Diese Menschen werden quasi systematisch dazu gezwungen entweder in den ausbeuterischen Mindestlohn-Sektor, a.k.a Sklaverei 2.0, hardcore schuften zu gehen, trotz einer höher qualifizierten Ausbildung, oder Bürgergeld zu beantragen, wo der Lebensstandard nicht wirklich geringer ist, ohne noch sich den Rücken kaputt zu arbeiten.
Wofür die Leute sich lieber entscheiden, kann man sich dann denken.

Und der hier schon dazu erwähnte Einwand, dass es wohl daran liege, dass Deutschland einen anderen Maßstab an Qualitätsstandard von Qualifikationen legt, halte ich für ein kleines Problem, welches sich auf lange Sicht beheben lässt, wenn man das Thema Erwachsenenbildung dahingehend als eine Lösung in Betracht nehmen würde.
Problem ist, dass man dann ins Bildungssystem investieren müsste, aber unser Bildungssystem ist - ähnlich wie die öffentliche Infrastruktur generell - am verfaulen. :ugly:
 
Das gilt nicht nur für Flüchtlinge. Man könnte den Mindestlohn deutlich anheben und dann die Unternehmen entlasten und zusätzlich fördern. Dann würde sich Arbeit wieder lohnen, der Staat bekommt mehr Steuereinnahmen, die Arbeitnehmer haben genug Geld um eine Familie zu gründen usw.

Was die Zuwanderung angeht, so schwer wäre es eigentlich nicht,

Flüchtlingsstatus nur so lange wie nötig und sofortige Abschiebung bei Straftaten.
Anerkennung der vorhandenen Ausbildung und sofortige Arbeitserlaubnis
Einbürgerung nur mit Job, Deutschkenntnissen und Anerkennung unserer Kultur
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist das Ziel und das war auch früher so. Meine Verwandten, also die Generation meiner Eltern, waren Handwerker, der einfache, normale Arbeiter.
Jeder hat genug verdient, konnte sich ein Haus bauen und darin leben. Heute bekommen sie Rente und können auch davon gut leben.
Ich frage mich, was eigentlich genau passiert ist, dass das heute nicht mehr möglich ist?

Verknappung (die guten Baugrundstücke sind halt irgendwann weg), Verzerrung (Selbständige Handwerker haben auch heute noch überdurchschnittliche Einkommen; andere Leute konnten sich auch früher kein Haus leisten), etwas verringerte Umlagemöglichkeiten auf die Allgemeinheit (deine Beispiele konnten sich vermutlich kein Haus nach Effizienzstandard 40 oder besser leisten. Aber es war für sie kein Problem, die Billigbude zulasten des restlichen Planeten warm zu bekommen) und vor allem: An Spekulanten verschenktes Geld im Zug von Banken-/Euro-/Wirtschaftskrise. Vor 20 Jahren war der Kreis derjenigen, die realistische Chancen auf Immobilien hatten, zwar auch weit von "alle" entfernt, aber es waren deutlich mehr als heute. Dann kamen CDU/FDP/SPD auf die Idee, in einer Situation, zwecks "Wirtschaftsförderung" hunderte Milliarden Euro Steuergelder an Banken und Reiche Leute zu verschenken. In einer Situation, in der es ohnehin kaum gute Investitionsobjekte gab und an Leute, die im Traum nicht darauf kämen, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Stattdessen floß das Geld in Betongeld (oder dessen Neubau) und die Preise explodierten.

Natürlich, mein Bruder hat studiert, seinen Doktor gemacht (Dr. rer nat), an der Uni gelehrt und geforscht.
Inzwischen arbeitet er in der Privatwirtschaft, weil das Umfeld an der Uni immer schlimmer geworden ist, was Fördermittel, Ausstattung und Anerkennung angeht.
In der Privatwirtschaft verdient er mehr und muss sich nicht mit Ausschreibungen, Anträgen und Erklärungen herum schlagen.

>90% der studierten Biologen, die mir oder bekannten im Laufe der Zeit außerhalb einer Studiensituation begegnet sind (dass einem als Student viele Uni-Mitarbeiter über den Weg laufen, ist ja naheliegend), haben einen Job gemacht, der rein gar nichts mit ihrem Studium zu tun hatte...
Stellen in der Forschung? Vergiss es. Nur für Leute, die es sich leisten können, nach dem Studium noch mal 3-4 Jahre Praktikum auf eigene Kosten dranzuhängen. Und nach der Promotion warten auf die Mehrheit auch nur prekäre Arbeitsverhältnisse mit befristeten halben oder Viertelsteleln.

Die größten Punkte sind Sozialleistungen, Gesundheit und Rente/Pension.

Nix und. Der mit Abstand größte Punkt sind Sozialleistungen GLEICH Rente. Der Rest, was da neben Rente läuft, sind Peanuts im Vergleich.

Aber was willst du machen? Rente kürzen?

Klar. Es sind ja wohl nicht kommenden Generationen, die uns den Mist eingebockt haben.

Wo du wieder beim Dachdecker bist, der mit 60 kaputte Knie hat und nicht bis 70 durchhalten wird. Dessen Rente wird massiv gekürzt, was zur Folge hat, dass keiner mehr als Dachdecker arbeiten will.
Und der Journalist, der auch mit 80 noch seine Artikel schreibt, kriegt dann übermäßig viel Rente.
Wo ist das Gerecht?

Es gibt sowas wie Arbeitsschutzvorschriften und es gibt sowas wie Arbeitsunfähigkeitsrente. Aber viele 10 Jahre früher nach Hause zu schicken, weil einige wenige nicht länger können, und dann dem verbleibenden Rest die gepfefferte Rechnung hinzuknallen ist auf alle fälle ungerecht².


Dann werde doch mal konkreter.
Wo willst du einen Dachdecker einsetzen, der 45 Jahre Gehwegplatten geschleppt hat?

Beispiel in Intelligenztests.


Akute Krisen müssen aber kurzfristig bewältigt werden. Und dafür muß man flexibel sein.

Für akute, befristete Krisen gibt es Ausnahmeregeln.
Der Klimawandel ist aber keine kurze, befristete Krise, sondern eine Katastrophe, an deren Vergrößerung seit Jahrzehnten gearbeitet wird. Einen ähnlich langen Rattenschwanz haben unsere misratene Energieversorgung, die nicht zukunftstaugliche Infrastruktur, die Bildungsmisere, die Verschwenderei bei der Bundeswehr und natürlich auch die Ausgaben für die Staatsverschuldung.
 
Wo nimmt man eigentlich immer diese ganzen Fantasie Zahlen bezüglich Bürgergeld/Hartz IV her? Kindergeld wird auf das Bürgergeld/Hartz IV angerechnet, wenn es ein Eigenheim ist, dann bekommt er nicht mal Miete, ergo 502€ Bürgergeld/Hartz IV + 357€ bis 471€ Kindergrundsicherung, stand dieses Jahr = 1444€ (im Optimal-Fall).

Wo kommen da 1900€ zustande?
Edit: Zumal ja die Kindergrundsicherung nicht für einen selbst ist.
Tja, woher hab ich wohl die Zahl?
Er hats mir erzählt - ganz einfach.
 
viele der Unter und Mittelschicht können oder wollen sich keine Kinder leisten
Und doch stellen diese die Bevölkerungsschichten mit den meisten Kindern dar. Deine Theorie muss irgendwo einen Fehler haben.


wirklich lieben Kerl, nix jemals gelernt, auch zwei Kiddies in einer kostenlosen 110 m² Bude und knappen 1.900 € Bürgergeld.
Einfach 25% Prollfaktor abziehen, und man landet bei den 1500 € aus der Beispielrechnung.

357€ bis 471€ Kindergrundsicherung
Bekommt nicht jeder Kindergeld, weswegen man das eigentlich gar nicht als "Einkommen" für einen Vergleich des Bürgergeldes zu regulärer Arbeit heranziehen sollte?
 
Zuletzt bearbeitet:
Bekommt nicht jeder Kindergeld, weswegen man das eigentlich gar nicht als "Einkommen" für einen Vergleich des Bürgergeldes zu regulärer Arbeit heranziehen sollte?
Darauf wollte ich mit meinem Edit heraus, aber anscheinend wird es immer so dargestellt, als bekomme eine einzelne Person dann X Summe an Bürgergeld, was ja faktisch dann nicht stimmt.

So wird Meinungsmache betrieben und mit dieser Meinungsmache auch Politik gemacht, siehe Arbeit müsse sich mehr lohnen.

Ich kann ja mal die Realität einer einzelnen ledigen Person mit Bürgergeld niederschreiben:

Bekomme 867€ Bürgergeld = 365€ Miete und 502€ zum Leben.
Von den 502€ gehen Fixkosten von Insgesamt (Internet + Strom) 113€ ab = 389€ zum Leben.
Als ungelernter Saisonarbeiter habe ich 2013 bei Amazon 9,83€ Brutto/h bekommen und hatte am Ende des Monats ~ 1350 - 1400 Netto, wenn man das mit heutigen Stundenlöhnen vergleichen würde, wäre ich bei ~ 1500€ - 1600€, ich hätte das 3fache der Summe zum Leben (abzüglich Miete und Fixkosten).

Dann will man einem erzählen, Arbeit würde sich nicht lohnen. Dafür würde ich sofort meine Krankheiten abgeben und so was von arbeiten gehen.

Disclaimer: Natürlich bin ich über die Sozialleistungen hier in Deutschland dankbar und da ich nen bescheidenen/minimalistischen Lebensstil bevorzuge, beklage ich mich auch nicht.
Aber es geht mir derart auf die Nüsse, als würde Bürgergeld immer so dargestellt, dass man 3mal im Jahr nach Hawaii fliegen könnte.
 
Disclaimer: Natürlich bin ich über die Sozialleistungen hier in Deutschland dankbar und da ich nen bescheidenen/minimalistischen Lebensstil bevorzuge, beklage ich mich auch nicht.
Aber es geht mir derart auf die Nüsse, als würde Bürgergeld immer so dargestellt, dass man 3mal im Jahr nach Hawaii fliegen könnte.
Ja leider. Daran sind auch die Medien Schuld. Allen voran die Bild. Hetzen Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf.
 
Darauf wollte ich mit meinem Edit heraus, aber anscheinend wird es immer so dargestellt, als bekomme eine einzelne Person dann X Summe an Bürgergeld, was ja faktisch dann nicht stimmt.

So wird Meinungsmache betrieben und mit dieser Meinungsmache auch Politik gemacht, siehe Arbeit müsse sich mehr lohnen.

Ich kann ja mal die Realität einer einzelnen ledigen Person mit Bürgergeld niederschreiben:

Bekomme 867€ Bürgergeld = 365€ Miete und 502€ zum Leben.
Von den 502€ gehen Fixkosten von Insgesamt (Internet + Strom) 113€ ab = 389€ zum Leben.
Als ungelernter Saisonarbeiter habe ich 2013 bei Amazon 9,83€ Brutto/h bekommen und hatte am Ende des Monats ~ 1350 - 1400 Netto, wenn man das mit heutigen Stundenlöhnen vergleichen würde, wäre ich bei ~ 1500€ - 1600€, ich hätte das 3fache der Summe zum Leben (abzüglich Miete und Fixkosten).

Dann will man einem erzählen, Arbeit würde sich nicht lohnen. Dafür würde ich sofort meine Krankheiten abgeben und so was von arbeiten gehen.

Disclaimer: Natürlich bin ich über die Sozialleistungen hier in Deutschland dankbar und da ich nen bescheidenen/minimalistischen Lebensstil bevorzuge, beklage ich mich auch nicht.
Aber es geht mir derart auf die Nüsse, als würde Bürgergeld immer so dargestellt, dass man 3mal im Jahr nach Hawaii fliegen könnte.
Nö, man vergisst aber auch die Nachteile der unteren Lohngruppen.

  • keine GEZ Freistellung
  • kein Sozialticket
  • Fahrkosten zur Arbeit
  • Kosten der Ernährung auf der Arbeit
  • keine ermäßigten Eintrittspreise
Ich bin nicht dafür das Bürgergeld zu kürzen, aber es ist eine Illusion, dass es keine relative Armut sein kann.
 
Kosten der Ernährung auf der Arbeit
Wird bei uns vom Werkstattlohn (ca 2 Euro die Stunde) abgezogen.
  • keine ermäßigten Eintrittspreise
Hat man eigentlich nur mit Behindertenausweis. Und auch nur aus Kulanz.

Ich bin nicht dafür das Bürgergeld zu kürzen, aber es ist eine Illusion, dass es keine relative Armut sein kann.
Dann muß der Mindestlohn weiter rauf.

Aber so zu tun als wäre das Bürgergeld wer weiß wie hoch ist auch realitätsfern.
 
Zuletzt bearbeitet:
dass es keine relative Armut sein kann
Gut, die von dir genannten Punkte habe ich generell vernachlässigt, da es sich meist um niedrige ein - zweistellige Beträge handelt.
Den Punkt für Fahrkosten zur Arbeit muss ich dir geben, je nach Wohnlage kann der einiges Kosten.

Aber die meisten (nicht alle) scheitern dann auch an ihrem Lebensstandard, bezüglich relativer Armut.
 
Das ist ja auch richtig so. Würde es nicht steigen hätten die Menschen immer weniger zur Verfügung.

Nochmal: der Mindestlohn ist zu niedrig!
Mir geht um die Differenz Mindestlohn - Bürgergeld. Bei der aktuell angewandten relativen Armutsbetrachtung ist es nun einmal so, dass der Median des Einkommens die Grundlage ist. Steigt der Median durch einen gestiegenen Mindestlohn, wird entweder der Bürgergeldempfänger relativ ärmer, oder man erhöht entsprechend und die Differenz bliebt unverändert.
 
  • kein Sozialticket
  • Fahrkosten zur Arbeit
Kombinieren sich im Deutschlandticket zu 49€ im Monat.
Kosten der Ernährung auf der Arbeit
Gibt es nicht. Von der einmalig gekauften Dose zum Transport abgesehen kostet es keinen Cent mehr das selbst gemachte Essen auf der Arbeit zu konsumieren.
Essen fremd zubereiten lassen kostet natürlich extra (jedenfalls wenn der AG nicht eine subventionierte Kantine hat), aber das bekommt auch der Bürgergeldempfänger nicht gratis.
 
Essen fremd zubereiten lassen kostet natürlich extra (jedenfalls wenn der AG nicht eine subventionierte Kantine hat), aber das bekommt auch der Bürgergeldempfänger nicht gratis.
Wie gesagt bei uns auf der Arbeit müssen die Menschen die Bürgergeld bzw Grundsicherung beziehen, dass Kantinenessen von ihren Werkstattlohn (welcher ohnehin schon gering ist) selber bezahlen.

Müßte ich mit Erwerbsminderungsrente auch. Aber ich mache nur halbe Tage und esse zu Hause.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kombinieren sich im Deutschlandticket zu 49€ im Monat.

Gibt es nicht. Von der einmalig gekauften Dose zum Transport abgesehen kostet es keinen Cent mehr das selbst gemachte Essen auf der Arbeit zu konsumieren.
Essen fremd zubereiten lassen kostet natürlich extra (jedenfalls wenn der AG nicht eine subventionierte Kantine hat), aber das bekommt auch der Bürgergeldempfänger nicht gratis.
49 zu 39 Euro, ggf. pro Person in der Familie. Und ob jeder Arbeitsplatz zu jeder Zeit mit dem ÖPNV zu erreichen ist, sei dahin gestellt.

Natürlich bleibt auch bei Mindestlohn am Ende mehr Geld übrig, wenn man sich wie eine Bürgergeldempfängerin / ein Bürgergeldempfänger einschränkt, das Delta ist aber relativ klein und deswegen muss der Mindestlohn hoch.
 
Kam das Gerichtsurtwil jetzt zustande weil die Schuldenbremse im Grundgesetz steht?
Und warum durften die 60 Milliarden für die Corana Pandemie verwendet werden, aber für die Klimakrise und Energiekrise nicht?
 
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