Neue Bundesregierung 2021 Diskussionsthread

  • Ersteller Ersteller -ElCritico-
  • Erstellt am Erstellt am
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Neulich bei Lenz ging es um die steigende Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen, eine Lehrerin, die dazu ein Buch veröffentlich hat sieht das so:

Stattdessen sieht die Pädagogin aus Hatten in Niedersachsen die größere Gefahr in den sozialen Medien, wo spätestens seit dem Durchbruch der Plattform TikTok im Jahr 2018 "homophobe Äußerungen, rassistische Memes und Cyber-Mobbing mehr verbreitet" werden und "deutlich mehr Zugang auf die Smartphones der Kinder" finden. Silke Müller ergänzte mit ernster Miene: "Ich bin immer wieder schockiert. Ich spreche von Folter. Kinder sehen Videos, in denen ein Mann kastriert wird. Das sind Bilder, die mir als Erwachsene schwerfallen, anzuschauen. Das sind Videos, die die Kinder bei TikTok oder anderen Plattformen abfilmen. Irgendwo landet es, und wenn Kinder völlig unvorbereitet auf solche Bilder treffen, ist das erschauerlich."

Ich sehe das etwas anders als Sie.
Das Problem sind grundsätzlich nicht die sozialen Medien, sondern der Zugang zu Smartphones, bereits im frühsten Kindesalter und dann oft auch noch nahezu uneingeschränkt.
9 bis 10 Jährige, die heute bereits ein eigenes Smartphone besitzen, aber altersbedingt nahezu null Medienkompetenz, zum Eigenschutz, sind nicht mehr so selten.

Niemand würde wohl einem 9 bis 10 Jährigen eine Schachtel Zigaretten, oder Flasche Alkohol, in die Hand drücken und dann erwarten das er sie nicht raucht / trinkt, aber Smartphones und uneingeschränkten Zugang zum Internet gibt man dann wie selbstverständlich und erwartet das Kinder da nicht Gewaltvideos, bescheuerte Ansichten und P*orn*os in Berührung kommen können. Wenn man nicht alles für alle rigeros zensieren und verbieten will wird man das schlicht nie verhindern können, egal wie sehr man Plattformen zur Selbstzensur auffordert und Gesetze erlässt.

Wer das deutlich abschwächen will sollte vielleicht mal überdenken ob Kinder in dem Alter unbedingt Smartphones und einen eigenen uneingeschränkten Medienzugang / Internet benötigen. Medienkompetenz erwirbt man nicht indem man Kindern möglichst früh die Geräte in die Hand drückt und hat sie nicht viel zu wenig wenn man mit 9 bis 10 noch kein eigenes Gerät hat.

Hier wird in meinen Augen einfach nur mal wieder versucht das Pferd vom Hintern her aufzuzäumen und eine bequeme Lösung zu finden, die die eigentlich Verantwortlichen (die Eltern) in der Gleichung, wie so oft, völlig ausklammert.

 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe das etwas anders.
Das Problem sind grundsätzlich nicht die sozialen Medien, sondern der Zugang zu Smartphones, bereits im frühsten Kindesalter und dann oft auch noch nahezu uneingeschränkt.
9 bis 10 Jährige, die heute bereits ein eigenes Smartphone besitzen, aber altersbedingt nahezu null Medienkompetenz, zum Eigenschutz, sind nicht mehr so selten.
Die Sendung hab ich auch gesehen und bei der Sache sind sowohl Eltern als auch Lehrer überfordert. Den Umgang damit zeigt dir keiner während des Studiums.
Und Eltern sind froh, wenn die Kinder nicht quengeln.
Meine Kinder haben mit 11-12 ein Smartphone bekommen aber ich hatte weiterhin die Kontrolle und wusste, was sie machen und mit wem sie Daten austauschten oder sprachen.
Dazu kommt natürlich, dass wir als Eltern ihnen die Sachlage erklärt haben. Sie wurden also nicht nur sexuell aufgeklärt, sondern auch medial.
Und ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Tochter mal gemobbt wurde, weil sie keine Nacktbilder von sich auf dem Smartphone hatte, die sie weiter geben kann. Sie war damals erst 12 Jahre alt und gemobbt wurde sie von anderen Mädchen im gleichen Alter, die die eigenen Nacktbilder verteilten.
Kinder werden meiner Meinung nach heute viel stärker sexualisiert als noch zu meiner Kindheit.
Inzwischen sind meine Kinder erwachsen. Daher hab ich keine Ahnung, wie das heute wirklich ist,.
Tik Tok gab es damals auch noch nicht..
 
[…]

Ich sehe das etwas anders als Sie.
Das Problem sind grundsätzlich nicht die sozialen Medien, sondern der Zugang zu Smartphones, bereits im frühsten Kindesalter und dann oft auch noch nahezu uneingeschränkt.
9 bis 10 Jährige, die heute bereits ein eigenes Smartphone besitzen, aber altersbedingt nahezu null Medienkompetenz, zum Eigenschutz, sind nicht mehr so selten.

[…]

Ja, das ist definitiv eine legitime Frage, ob 9 bis 10-Jährige unbedingt Smartphones brauchen. Aber sich auf diese „Verantwortungsfrage“ zurück zu ziehen, reicht mir nicht. Ich finde, wir sollten uns schon fragen, wieso das Internet zu so einer Jauchegrube verkommen ist, und warum es für manche Kinder anscheinend völlig normal ist, z.B. Gewaltvideos auf irgendwelchen Plattformen zu gucken oder selbst zu drehen und hochzuladen.

Letztlich nur an technischen Hürden herum zu doktern („Brauchen Kinder überhaupt Zugangsgeräte zu solchen Medien?“ auf der einen, „Wie verifizieren wir das Alter?“ auf der anderen Seite) geht mir da nicht weit genug in die Tiefe, das ist Symptombekämpfung (was nicht heißt, dass es sinnlos wäre!)
 
Die Sendung hab ich auch gesehen und bei der Sache sind sowohl Eltern als auch Lehrer überfordert. Den Umgang damit zeigt dir keiner während des Studiums.
Und Eltern sind froh, wenn die Kinder nicht quengeln.
Meine Kinder haben mit 11-12 ein Smartphone bekommen aber ich hatte weiterhin die Kontrolle und wusste, was sie machen und mit wem sie Daten austauschten oder sprachen.
Dazu kommt natürlich, dass wir als Eltern ihnen die Sachlage erklärt haben. Sie wurden also nicht nur sexuell aufgeklärt, sondern auch medial.
Und ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Tochter mal gemobbt wurde, weil sie keine Nacktbilder von sich auf dem Smartphone hatte, die sie weiter geben kann. Sie war damals erst 12 Jahre alt und gemobbt wurde sie von anderen Mädchen im gleichen Alter, die die eigenen Nacktbilder verteilten.
Kinder werden meiner Meinung nach heute viel stärker sexualisiert als noch zu meiner Kindheit.
Inzwischen sind meine Kinder erwachsen. Daher hab ich keine Ahnung, wie das heute wirklich ist,.
Tik Tok gab es damals auch noch nicht..
Schlimmer... weiss ich von meinen Enkelkindern...
 
Letztlich nur an technischen Hürden herum zu doktern („Brauchen Kinder überhaupt Zugangsgeräte zu solchen Medien?“ auf der einen, „Wie verifizieren wir das Alter?“ auf der anderen Seite) geht mir da nicht weit genug in die Tiefe, das ist Symptombekämpfung (was nicht heißt, dass es sinnlos wäre!)
Und? Was wäre dann für dich die Ursachenbekämpfung?
 
Und? Was wäre dann für dich die Ursachenbekämpfung?

Steht doch nicht allzu versteckt in meinem Beitrag drin. Sich erstmal angucken, was gerade offensichtlich so furchtbar schief läuft in der Sozialisation junger Leute. Und dann gucken, was man verändern kann.

Ja, ich weiß, dafür braucht man wieder so Laberköpfe… Psychologen, Pädagogen, Soziologen… :schief:
 
Steht doch nicht allzu versteckt in meinem Beitrag drin. Sich erstmal angucken, was gerade offensichtlich so furchtbar schief läuft in der Sozialisation junger Leute. Und dann gucken, was man verändern kann.
Das war eben nicht so ersichtlich. Ich dachte zuerst du wärst für eine strengere Kontrolle der Inhalte auf den Plattformen. Denn meiner Meinung nach stehen auch die Plattform - und Seiteninhaber in der Verantwortung. Nicht nur die Eltern.
Ja, ich weiß, dafür braucht man wieder so Laberköpfe… Psychologen, Pädagogen, Soziologen… :schief:
Gegen die habe ich ja nichts. ;)
 
Das war eben nicht so ersichtlich. Ich dachte zuerst du wärst für eine strengere Kontrolle der Inhalte auf den Plattformen. Denn meiner Meinung nach stehen auch die Plattform - und Seiteninhaber in der Verantwortung. Nicht nur die Eltern.

[…]

Ja, das ist definitiv eine legitime Frage, ob 9 bis 10-Jährige unbedingt Smartphones brauchen. Aber sich auf diese „Verantwortungsfrage“ zurück zu ziehen, reicht mir nicht. Ich finde, wir sollten uns schon fragen, wieso das Internet zu so einer Jauchegrube verkommen ist, und warum es für manche Kinder anscheinend völlig normal ist, z.B. Gewaltvideos auf irgendwelchen Plattformen zu gucken oder selbst zu drehen und hochzuladen.

[…]

„Schärfere Kontrollen“, Zugangshürden etc. können kurzfristig helfen. Dabei stehenbleiben wäre aber fatal.
 
40 Ersklässler einer Schule aus Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) bleiben dieses Jahr sitzen, weil sie kein, oder nahezu kein Deutsch sprechen können. Im vorrangegangenen Jahr waren es auch schon 24 Kinder, also bald schon eine Verdoppelung, zum Vorjahr.

Die Rektorin der Schule, aus der die Kinder kommen, äußert sich dazu wie folgt:
Die Rektorin sagt, dass an der Gräfenauschule im Stadtteil Hemshof „schon immer etwa 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund“ hätten. Wer in dem Brennpunktviertel aufwachse, lerne nicht zwingend Deutsch, so die Rektorin.

Eine Mutter, die aus den Niederlanden nach Deutschland gezogen ist und deren Kind ebenfalls auf diese Schule geht, sagte dazu:
„Die meisten Kinder können gar kein oder nur schlecht Deutsch. Viele Lehrer sind mehrsprachig, reden mit den Kids Türkisch oder Albanisch.“

Ein Einzelfall?
Die Gräfenauschule ist wohl kein Einzelfall: „In Ludwigshafen werden die Missstände im Schulsystem wie unter dem Brennglas sichtbar“, meint Lars Lamowski, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Von der „Spitze des Eisbergs“ spricht der Grundschulleiter. „Unter der Decke schlummern viele Ludwigshafens.“


Was soll man dazu noch schreiben...
Einfach nur schrecklich für die betroffenen Kinder, einfach nur ein vernichtendes Ergebnis für unsere Politik und das deutsche Bildungssystem, einfach nur blamabel für Traumtänzer in Linkspartei und bei den Grünen, wo es immer wieder welche gibt die meinen es grenze schon Diskriminierung, zu verlangen das Migranten, die nach Deutschland kommen, die Sprache verbindlich lernen müssten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was soll man dazu noch schreiben...
Einfach nur schrecklich für die betroffenen Kinder, einfach nur ein vernichtendes Ergebnis für unsere Politik und das deutsche Bildungssystem, einfach nur blamabel für Traumtänzer in Linkspartei und bei den Grünen, wo es immer wieder welche gibt die meinen es grenze schon Diskriminierung, zu verlangen das Migranten, die nach Deutschland kommen, die Sprache verbindlich lernen müssten.
Für mich ist es selbstverständlich, wenn man in ein anderes Land zieht, dass man zuerst die Sprache lernt. Und das ist weder diskriminierend noch rassistisch. Allerdings muß man zwischen Einwanderern, welche sich länger vorbereiten konnten und Flüchtlingen welche akut fliehen unterscheiden. Letztere haben ja quasi keine Vorbereitungszeit. Die müssen dann hier Deutsch lernen.
 
Allerdings muß man zwischen Migranten, welche sich länger vorbereiten konnten und Flüchtlingen welche akut fliehen unterscheiden. Letztere haben ja quasi keine Vorbereitungszeit. Die müssen dann hier Deutsch lernen.
Natürlich, aber davon reden wir hier wohl ehr nicht, in der Mehrzahl:

Die Rektorin sagt, dass an der Gräfenauschule im Stadtteil Hemshof „schon immer etwa 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund“ hätten. Wer in dem Brennpunktviertel aufwachse, lerne nicht zwingend Deutsch, so die Rektorin.
 
Das ist wohl in vielen "Problem"bezirken in Deutschland so. Aber die meisten jungen Menschen können Deutsch.
Was ich aber auch erlebt habe, dass Migranten der 1. Generation teilweise immer noch kein oder sehr schlechtes Deutsch können. Also die Groß oder Urgroßeltern. Meistens die Frauen.
Ich hatte mal vor längerer Zeit eine Reportage gesehen über Berlin Neukölln. Da wird von den Migranten häufig türkisch und arabisch gesprochen. Da meinte einer, dass man um dort klarzukommen, kein Deutsch benötigt.
Das ist eben das Problem von Paralellgesellschaften. Ich glaube die brauchen mehr Streetworker, welche ihnen klarmachen, dass die deutsche Sprache auch wichtig ist. Am besten Streetworker welche aus mehreren Kulturen kommen. Weil auf die eher gehört wird. Habe ich den Eindruck. Vielleicht kann @AzRa-eL auch was dazu schreiben? Ob ich damit Recht habe oder mich irre? ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
einfach nur blamabel für Traumtänzer in Linkspartei und bei den Grünen, wo es immer wieder welche gibt die meinen es grenze schon Diskriminierung, zu verlangen das Migranten, die nach Deutschland kommen, die Sprache verbindlich lernen müssten.
Was hat das mit Grünen oder Linken zu tun, wenn ein paar Spacken sowas fordern?
Gab ja auch mal Unionspolitiker, die vorschreiben wollten, welche Sprache zu Hause gesprochen wird. Solch Typen nimmt doch auch keiner ernst.
 
Was hat das mit Grünen oder Linken zu tun, wenn ein paar Spacken sowas fordern?
Bildung ist üblicherweise Ländersache, genauso Integrationspolitik und Grüne und Linke sind immer wieder mal auf Landesebene mit an der Regierung und da lässt sich auch bei ihnen entsprechendes Versagen und eine Tendenz zu finden, das man die grundsätzliche Position schon irgendwie teilt und daher nur nicht zuviel Druck beim Spracherwerb ausübt.

Um dabei nur mal bei NRW zu bleiben:

 
Ich hatte eher den Eindruck als wenn Threshold das falsch verstanden hat.
Oder habe ich Threshold falsch verstanden? :ka:
 
Dann findest du es nicht richtig wenn Migranten hier Deutsch sprechen sollen?
Wenn ich den Satz von Nightslaver richtig verstanden, geht es darum, dass einige Grüne und Linken der Meinung sind, dass Migranten kein Deutsch lernen müssen und das halte ich für Unsinn.
Jeder, der in einem Land leben will, deren Sprache er nicht kann, lernt die Sprache, ansonsten gibt es kein Zusammenleben. Alles andere ist schlicht bescheuert und wenn es Leute gibt, die sich mit der Sprache schwer tun, hilft man beim Lernen.
Ich erwarte, dass jedes Kind, das schulpflichtig wird, die deutsche Sprache kann. Das muss nicht auf Germanistik Niveau sein, aber sprechen, verstehen, usw. sollte doch gehen.
Oder was meinst du?
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück